Schlagwort: Schweden

  • Energieeffizienz macht Gebäude sparsamer

    Energieeffizienz macht Gebäude sparsamer

    Nirgendwo sonst wird so viel Energie verbraucht, wie im Gebäudebereich. So entfallen in Europa rund 40 Prozent des Endenergieverbrauchs und 36 Prozent der Treibhausgasemissionen auf diesen Sektor. Die Talkpool AG trägt mit ihren Smart-Buildings-Technologien dazu bei, Gebäude energieeffizienter zu machen. Etwa über intelligente Sensoren, mit denen sich die Raumluft und das Raumklima automatisch steuern und optimieren lassen. „Unsere Technik hilft nicht nur, den Energiebedarf von Gebäuden signifikant zu senken, sondern spart in entsprechendem Maße auch die Kosten dafür“, sagt Aurelius Wosylus, Group Chief Commercial Officer bei der Talkpool AG. Er verweist dabei auf die rasant gestiegenen Energiepreise und rät Gebäudebetreibern, das Problem jetzt anzugehen. 

    Allein in Deutschland gibt es 21 Millionen Gebäude, davon rund 19 Millionen Wohngebäude und etwa 2 Millionen Nicht-Wohngebäude. Zusammen verbrauchten sie im Jahr 2019 rund 865 Terrawattstunden (TWh) Energie. Mit 76 Prozent entfällt dabei der mit Abstand größte Teil auf die Raumwärme (658 TWh). Schon damals im Jahr 2019, also noch vor dem Energiepreisschock, beliefen sich die Kosten für Raumwärme, Warmwasser und Beleuchtung in Gebäuden in Deutschland auf geschätzte 73 Milliarden Euro. Zwar hat sich der Endenergieverbrauch im Gebäudebereich in den vergangenen Jahren leicht reduziert, aber nicht in dem Umfang, der für das Erreichen der Klimaziele notwendig wäre. Das liegt auch daran, dass rund ein Drittel der Gebäude in Deutschland und Europa älter sind als 50 Jahre. Gerade betagtere Gebäude verfügen häufig nur über unzureichende HLK-Systeme. HLK steht für Heizung, Lüftung und Klimatechnik und bezieht sich auf die verschiedenen Systeme in einem Gebäude, die für Wärmeregulierung, Innenraumkomfort und Luftqualität verantwortlich sind. 

    Überzeugende Lösungen zur Energieeinsparung in Gebäuden 

    Das international aufgestellte Unternehmen mit Hauptsitz im Schweizer Chur hat Lösungen entwickelt, mit denen sich bei bestehenden HLK-Systemen Energie- und Kosteneinsparungen von 10 bis 25 Prozent erzielen lassen. Aurelius Wosylus, erklärt die dahinterstehende Technologie: „Die Basis bilden unsere drahtlosen Raumklimasensoren. Diese überwachen, nachdem sie im Gebäude installiert wurden, in Echtzeit die verschiedenen Parameter wie Raumwärme und Luftqualität.“ Dieser Input gehe per Internet-Gateway an einen selbstlernenden Steueralgorithmus. Die KI, so Wosylus weiter, greife dabei auch auf externe Daten zu, wie etwa zur Wetterlage oder zur Entwicklung der Energietarife. „Auf diese Weise steuert die KI in einem ständigen Verbesserungsprozess das HLK-System, um die Raumklimaqualität zu maximieren und den Energieverbrauch zu optimieren.“ 

    Das System ist bereits in Gebäuden mit einer Fläche von insgesamt mehr als einer Million Quadratmeter installiert. Mit durchweg sehr guten Ergebnissen. Als Beispiel nennt Wosylus ein Hotel- und Büroprojekt in Schweden mit einer Fläche von rund 25.000 Quadratmetern. „Unsere Analyse zeigt, dass sich nicht nur die Luftqualität und damit der Wohlfühlfaktor in erheblichen Umfang verbessert hat, sondern auch der Energieverbrauch für die Heiz- und Kühlsysteme zwischen 20 und 25 Prozent gesenkt werden konnte.“ Es habe nicht einmal ein Jahr gedauert, so Wosylus, bis das Projekt seine Kosten für den Gebäudebetreiber wieder eingespielt hat. 

  • COVID-19 bringt die Energiewende in Gefahr

    COVID-19 bringt die Energiewende in Gefahr

    Gemäss einem Bericht des Weltwirtschaftsforum (WEF) gefährdet die aktuelle Pandemie und deren ökonomischen Auswirkungen und Ausgleichszahlungen die kurzfristigen Energieziele. In der Studie «Fostering Effective Energy Transition 2020» bewertet der darin angelegte Energiewende-Index 2020 die aktuelle Leistung der Energiesysteme eines Landes. Von 115 bewerteten Ländern machen 94 seit dem Jahr 2015 Fortschritte. Die Schweiz wird bei den erreichten Fortschritten vom WEF nach Schweden als das zweiterfolgreichstes Land eingeordnet. Unter den ersten 10 sind Finnland, Frankreich und Grossbritannien daneben die einzigen G20-Länder.

    Die politischen Massnahmen, Fahrpläne und staatliche Rahmenbedingungen müssen jedoch gegenüber externen Schocks robuster gemacht werden. Denn die ökologische Nachhaltigkeit weist nach wie vor Schwächen auf. Das jüngste Beispiel dafür ist COVID-19. Unternehmen in allen Branchen wurden gezwungen, sich der Situation mit zeitweise Betriebsstilllegungen, Veränderungen der Nachfrage und neue Arbeitsweisen anzupassen. Von der Regierung wurden deshalb sogenannte Konjunkturpakete aufgelegt, um die Auswirkungen abzumildern. Wenn sie unter Berücksichtigung langfristiger Klimaziele umgesetzt würden, könnten sie den Übergang zu sauberer Energie vorantreiben.

    Die Diskrepanz zwischen dem wozu man sich verpflichtet hat und den tatsächlichen Ergebnissen, ist nach wie vor gross. Doch biete die Pandemie „eine Möglichkeit, unorthodoxe Eingriffe in die Energiemärkte und eine globale Zusammenarbeit in Betracht zu ziehen. Das könnte eine Erholung unterstützen und den Energiewandel beschleunigen, sobald die akute Krise abklingt“, sagt Roberto Bocca, Leiter Energie und Materialien beim WEF.

    Letztlich seien grössere Anstrengungen erforderlich, um sicherzustellen, dass die jüngste Dynamik nicht nur erhalten bleibe, sondern beschleunigt werde, heisst es in der Medienmitteilung weiter.