Während acht Jahren prägte Beny Ruhstaller als Präsident den Dachverband der Schweizer Standort- und Wirtschaftsförderungen, bereits seit 2013 war er Mitglied im Vorstand. Noch viel früher hatte er aber erstmals Kontakt mit der SVSM: «Ich durfte 2007 den ersten SVSM Award entgegennehmen: für mein Mandat als Geschäftsführer des Gebietsmarketings Glattpark.» Ruhstaller ist kein klassischer Standortförderer. Vielmehr hat er mit seinem Einsitz im Vorstand der SVSM und ab 2015 als Präsident die Sicht der Immobilienwirtschaft im Verband vertreten. Es war ihm denn auch stets ein Anliegen, die Immobilienbranche und die Standortförderung näher zusammenzubringen. Die Nachfolge von Ruhstaller als Verbandspräsident tritt Remo Daguati, Inhaber LOC AG, an, das Vizepräsidium übernimmt Stefan Otziger, Geschäftsführer Wirtschaftsraum Thun.
Als Präsident der SVSM profitierte Beny Ruhstaller von einem grossen Netzwerk, das er sich während seiner jahrzehntelangen Tätigkeit in der Immobilienbranche aufgebaut hat. Besonders bekannt wurde er als «Mister Glattpark»: Als Geschäftsführer des Gebietsmarketings Glattpark – heute IGG Glattpark – baute er vor 21 Jahren eine damals in der Schweiz einzigartige Organisation auf. Der Zusammenschluss mehrerer Grundeigentümer hatte die Gesamtvermarktung des damals noch Oberhauserriet genannten Gebiets zum Ziel. In den folgenden 21 Jahren fungierte Ruhstaller nicht nur als Vermittler zwischen Grundeigentümern, Vertretern der Stadt Opfikon, Medienschaffenden und Öffentlichkeit, sondern nahm auch Einsitz in Jurys für einzelne Bauprojekte, baute einen Showroom mit grossem Modell und Visualisierungen des neuen Stadtteils auf oder gründete die IG Boulevard. Viel Zeit nahm sich Ruhstaller für Vorträge und Führungen im neuen Stadtteil: Von diesen absolvierte er rund 1000. Das Mandat als Geschäftsführer der IGG Glattpark hat Ruhstaller erst kürzlich ebenfalls abgegeben.
Im Weiteren machte sich Beny Ruhstaller im Bereich Immobilienmarketing einen Namen – zu einer Zeit, als es diese Disziplin der Schweiz eigentlich noch gar nicht gab: Gemeinsam mit Roman H. Bolliger verfasste er das Sachbuch «Immobilienmarketing: Mehrwert für Liegenschaften», das sich zum Standardwerk und zum Lehrbuch gemausert hat und bis heute über 10’000 Mal verkauft wurde. In zahlreichen Immobilienprojekten war Ruhstaller mit seiner Firma acasa Immobilienmarketing als Berater und Vermarkter tätig und engagierte sich als Dozent und Referent zu Thema.
Seit 2007 vergibt die Schweizerische Vereinigung für Standortmanagement SVSM jährlich die SVSM Awards. Dabei handelt es sich um Auszeichnungen für besonders innovative Projekte aus den Bereichen Standortmarketing, Standortentwicklung und Wirtschaftsförderung. Für die diesjährigen Awards sind 14 Bewerbungen eingegangen – von Gemeinden, Städten und Organisationen vom Bodensee bis ins Oberwallis. Eine Jury hat diese anhand festgelegter Kriterien bewertet und die folgenden sechs Projekte für die Awards 2022 nominiert:
• City-Event „Big Air Chur“ – eingereicht von der Kontaktstelle Wirtschaft der Stadt Chur
• Umnutzung der alten Spinnerei in Lichtensteig – eingereicht von der Genossenschaft Stadtufer
• Projekt „valais4you“ zur Förderung der Zuwanderung von Fachkräften –
eingereicht vom Regions- und Wirtschaftszentrum Oberwallis
• Gemeinschaftsprojekt „BIGNIK“ zur Identifikationsstärkung –
eingereicht von REGIO Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee
• „Werkstadt Zürisee“ zur Entwicklung des Arbeitsplatzgebietes Rütihof –
eingereicht von der Stadt Wädenswil
• Lancierung der integrierten Standortförderung für das Zürcher Oberland –
eingereicht vom Verein Standortförderung Zürioberland
Mit der Nomination ist den Bewerber*innen aber noch kein Award auf sicher: Ende August haben alle Nominierten die Gelegenheit, ihre Projekte der Jury zu präsentieren. Die Jury setzt sich zusammen aus den folgenden Fachpersonen: Katharina Hopp, Jury-Präsidentin und Vorstandsmitglied SVSM; Botschafter Dr. Eric Jakob, Leiter der Direktion für Standortförderung SECO; Pascal Jenny, Präsident Arosa Tourismus; Karin Jung, Leiterin Amt für Wirtschaft und Arbeit Kanton St.Gallen; Prof. Dr. Markus Schmidiger, Leiter Kompetenzzentrum Immobilien
Hochschule Luzern; Sonja Wollkopf-Walt, CEO Greater Zurich Area.
Die Vergabe der Awards findet am Mittwoch, 2. November 2022, im Rahmen der hybriden Fachtagung „SVSM Dialog Wirtschaftsförderung“ im Kino Capitol in Olten statt. An diesem Anlass wird übrigens auch der oder die Standortmanager/in des Jahres ausgezeichnet.
Mit der Veranstaltungsreihe «SVSM Dialog» vermittelt die Schweizerische Vereinigung für Standortmanagement SVSM Fachwissen und vernetzt Standortmanager*innen, Wirtschaftsförderer*innen, Immobilien-Fachleute, Raumplaner*innen und weitere Interessierte. An der kommenden Frühlingsveranstaltung, die am 31. März 2022 von 15 bis 18.30 Uhr stattfindet, bieten praxisbezogene Referate aus dem Oberwallis, der Stadt Baden und der Region Wil fachlich wertvolle Inputs für die tägliche Arbeit. Drei spannende Referent*innen zeigen am «SVSM Dialog Standortmanagement» anhand von Fallbeispielen Lösungsansätze und Strategien für die Praxis auf und diskutieren über aktuelle Herausforderungen: Thomas Lütolf, Leiter Standortförderung Stadt Baden, stellt die regionalwirtschaftliche Vision Stadtquartier Baden Nord vor. Anne Rombach-Jung, Geschäftsführerin REGIO WIL, spricht über die Zukunft von WILWEST und Esther Schlumpf, Projektleiterin beim Regions- und Wirtschaftszentrum Oberwallis, befasst sich mit der Frage, ob Governance ein Erfolgsfaktor für die Regionalentwicklung sein kann.
Mit dabei – vor Ort oder via Live-Streaming Der «SVSM Dialog Standortmanagement» wird als Hybrid-Anlass durchgeführt: Die Teilnehmenden besuchen den Anlass entweder vor Ort im einzigartigen Ambiente des Gartensaals der Villa Boveri in Baden oder schliessen sich dem Anlass virtuell an – der gesamte Anlass wird live gestreamt und bietet dank einer speziellen Event-Plattform auch virtuell Teilnehmenden die Möglichkeit zur Interaktion. Alle Teilnehmenden erhalten nach der Online-Registration einen persönlichen Teilnahmelink, mit dem sie sich über einen Browser in den Event einloggen können. Der Anlass ist für Mitglieder der SVSM kostenlos. Nicht-Mitglieder bezahlen einen Unkostenbeitrag von CHF 50. Sollte während oder nach dem Event eine Anmeldung für eine Mitgliedschaft erfolgen, wird dieser Betrag zurückerstattet.
SVSM Awards für innovative Projekte Neben den hybriden Fachtagungen sind die «SVSM Awards» ein weiterer Schwerpunkt der SVSM. Diese werden 2022 nach einer pandemiebedingten zweijährigen Pause wieder vergeben. Die Awards richten sich an kleine wie grosse Projekte – von lokal bis national. Die «SVSM Awards» möchten die Vielfalt und Qualität sowie die Innovationskraft von Projekten aus dem ganzen Land sichtbar machen und damit die Stellung der entsprechenden Organisationen und Initiativen stärken. Die «SVSM Awards» sind damit sowohl Ansporn als auch Belohnung für Akteure im Tätigkeitsbereich der Standort- und der Wirtschaftsförderung. Ausgezeichnet werden Projekte mit einem besonders hohen Grad an Innovationskraft. Mögliche Beispiele sind Standortstrategien, Arealentwicklungen und entsprechende Positionierungen, Projekte zur Förderung von Innovation und Wirtschaftscluster, Projekte zur Etablierung oder Stärkung von Standortmarken, Promotionsaktivitäten und Kampagnen, Veranstaltungen, die einen Standort stärken, oder Organisationsentwicklung und Kooperationsmodelle. Die Bewerbung für die Awards erfolgt über ein Online-Formular. Eine Jury von Fachpersonen wählt aus allen Einsendungen die nominierten Projekte aus. Die Nominierten haben anschliessend in einer virtuellen Sitzung die Möglichkeit, ihr Projekt der Jury zu präsentieren. Die Bekanntgabe der Siegerprojekte sowie die Vergabe der Awards findet im Rahmen des «SVSM Dialog Wirtschaftsförderung» vom 2. November 2022 statt.
Weitere Informationen und Online-Bewerbung: https://svsm-standortmanagement.ch/awards
Der Dachverband für Standortförderungen Die Schweizerische Vereinigung für Standortmanagement SVSM ist ein 1998 gegründeter Fachverband. Sie ermöglicht den interdisziplinären Informations- und Erfahrungsaustausch, verknüpft Lehre, Forschung und Praxis, fördert die Professionalisierung im Standortmanagement und ist Ansprechpartner für Fragen zum Standortmanagement. Die SVSM zählt aktuell rund 80 Mitglieder aus den Bereichen Standort- und Wirtschaftsförderung, c, Immobilien sowie Aus- und Weiterbildung. Zwei Mal jährlich organisiert die SVSM die hybride Fachtagung „SVSM Dialog“; im Frühling mit Fokus auf Themen der Standortförderung, im Herbst mit Fokus Wirtschaftsförderung. Nach einer pandemiebedingten Pause vergibt der Fachverband dieses Jahr auch wieder die „SVSM Awards“ für innovative Projekte im Bereich Standortmanagement und Wirtschaftsförderung. Anfang Oktober organisiert die SVSM – ebenfalls nach einer zweijährigen Pause – wiederum den beliebten geführten Besuchstag an Europas grösste Messe für Standorte und Immobilien, die Expo Real in München.
Weitere Informationen zur SVSM: https://svsm-standortmanagement.ch
Die Schweizerische Vereinigung für Standortmanagement (SVSM) lädt am Donnerstag, 31. März, im Rahmen der Veranstaltungsreihe SVSM Dialog zu einer Fachtagung ein. Der Anlass von 15.30 bis 18 Uhr findet laut Medienmitteilung vor Ort in der Villa Boveri in Baden oder virtuell über die Plattform Veertly statt. Auf der Frühlingsveranstaltung des SVSM gebe es praxisbezogene Referate aus dem Oberwallis, der Stadt Baden und der Region Wil. Dabei würden anhand von Fallbeispielen Lösungsansätze und Strategien für die Praxis aufgezeigt und dann über aktuelle Herausforderungen diskutiert. Wer virtuell dazugeschaltet ist, kann über die interaktive Plattform mit diskutieren. Der Anlass sei für Mitglieder der SVSM kostenlos, Nicht-Mitglieder bezahlen einen Unkostenbeitrag von 50 Franken.
Neben der Dialog-Veranstaltung findet auch die ordentliche Generalversammlung der SVSM in der Villa Boveri statt. Am Dialog teilnehmende Nicht-Mitglieder seien dabei ebenfalls willkommen, heisst es in der Mitteilung des Verbands.
Zum Programm heisst es, der Leiter Standortförderung der Stadt Baden, Thomas Lütolf, werde die regionalwirtschaftliche Vision Stadtquartier Baden Nord vorstellen. Anne Rombach-Jung, Geschäftsführerin REGIO WIL, spreche über die Zukunft von WILWEST. Esther Schlumpf, Projektleiterin beim Regions- und Wirtschaftszentrum Oberwallis, spreche zu der Frage, ob Governance ein Erfolgsfaktor für die Regionalentwicklung sein kann.
Der erste SVSM Dialog Wirtschaftsförderung fand coronabedingt nicht wie geplant als hybride, sondern als rein virtuelle Veranstaltung statt. Der Anlass vermittelte Fachwissen und vernetzte Standortmanagerinnen, Wirtschaftsfördererinnen, Immobilien-Fachleute, Raumplaner*innen und weitere Interessierte. Die Referenten stellten eindrückliche Praxisbeispiele aus den unterschiedlichsten Regionen – von Montreux über Uri bis St. Gallen – vor und berichteten dabei im Sinne von Best Practice auch über Herausforderungen, organisatorische Belange und Erfahrungen. Die Teilnehmenden erhielten so wertvolle Inputs für ihre tägliche Arbeit. Dank engagierten Fragerunden und einer Podiumsdiskussion, professionell moderiert von SVSM-Vorstandsmitglied Markus Müller, kamen auch der fachliche Erfahrungsaustausch und die Vernetzung nicht zu kurz.
Zusammenspiel zwischen Wirtschaft und Tourismus Stefan Büeler, Vorsteher des Amts für Wirtschaft und öffentlichen Verkehr Kanton Uri, zeigte anhand von aktuellen Projekten, wie der Tourismusentwicklung Andermatt, dem Gotthard-Basistunnel oder Bildungs- und Forschungsinstituten, die Ansätze der Wirtschaftsförderung Uri auf. Er ging auch darauf ein, welches Vorgehen und welche Organisationsformen sich in der Praxis bewährt haben und welche Herausforderungen es im Alltag zu meistern gilt. Samuel Zuberbühler, Leiter Standortförderung Stadt St. Gallen, gab Einblick in die Kampagne «Sankt ohne Senf», mit der sich die Ostschweizer Stadt vermarktet und Bewohnende, Heimweh-St. GallerInnen und «NewcomerInnen» zielgruppengerecht anspricht. Er zeigte damit eindrücklich auf, wie eng Wirtschafts-, Standortförderung und Tourismus zusammenhängen. Dies bestätigte auch Bernard Schmid, Geschäftsführer von Promove. Schmid ermöglichte einen Blick auf die Arbeitsweise, Struktur und aktuelle Themen einer Wirtschaftsförderungsorganisation in der Westschweiz: Der Verein Promove hat die Förderung der Wirtschaft in der Region Riviera-Lavaux am Schweizer Ufer des Genfersees zum Ziel und verbindet dazu Behörden, Wirtschaft und Tourismus. Entsprechend eng ist die Zusammenarbeit der verschiedenen Bereiche, die teilweise auch organisatorisch verknüpft sind. Wie das in der Praxis funktioniert, zeigte Schmid anhand des Projektes «Dolce Riviera», das 2020 lanciert wurde und die lntegration der gesamten touristischen Wertschöpfungskette in der Destination Montreux Riviera zum Ziel hat.
Der Start der neuen Veranstaltungsreihe ist gelungen: Das durchgehend positive Feedback der Teilnehmenden zu den Referaten zeigt, dass die SVSM mit dem neuen Veranstaltungsformat auf dem richtigen Weg ist. Der nächste SVSM Dialog ist bereits in Planung, dieses Mal mit dem Fokus Standortmanagement. Merken Sie sich das Datum bereits vor – weitere Informationen folgen: SVSM Dialog Standortmanagement: Donnerstag, 31. März 2022, 15 bis 19 Uhr
Weitere Informationen: Schweizerische Vereinigung für Standortmanagement SVSM Geschäftsstelle Ricketwilerstrasse 135 8352 Ricketwil (Winterthur)
Telefon 058 255 08 88 info@svsm-standortmanagement.ch www.svsm-standortmanagement.ch
Sehr viel direkter und substanzieller von der Corona-Pandemie betroffen sind Sie, unsere Mitglieder. Zahlreiche Standort- und Wirtschaftsförderungen mussten die Erfahrung machen, dass jahrelange Aufbauarbeit innert weniger Wochen wegen des Lockdowns bzw. wegen regionaler Lockerungen praktisch bedeutungslos werden kann. Massgebend für Einkaufs-, Freizeit- und Reiseverhalten waren plötzlich ganz andere Faktoren, vornehmlich die Frage: Was ist wo noch erlaubt? Standort- und Wirtschaftsförderungen können in einer solchen Situation – in der aus meiner Sicht der Föderalismus an seine Grenzen stösst – kaum mehr Einfluss nehmen. Erschwerend kommt hinzu: Wo das Gewerbe ums Überleben kämpft, bleibt weder Zeit noch Energie, geschweige denn Geld übrig, regionale Standortvorteile zu sichern und zu bewerben. Doch gerade jetzt gilt es, langfristig zu denken, zu investieren und Erreichtes weiter auszubauen.
In diesen besonderen Zeiten möchten wir Ihnen umso mehr für Ihre Treue zu unserem Verband danken – auch wenn Sie 2020 nicht von allen Leistungen, auf die Sie im Rahmen Ihrer Mitgliedschaft Anspruch haben, profitieren konnten. Auch unseren Sponsoren, UPC Schweiz und Elektrizitätswerke des Kantons Zürich EKZ, danken wir an dieser Stelle bestens für ihr Engagement. Wir hoffen sehr, dass wir im Herbst 2021 einen Halbtagesanlass als neues Format durchführen können. Unsere Generalversammlung im Frühjahr wird aber auch dieses Jahr virtuell stattfinden. Wir senden Ihnen in den nächsten Wochen alle entsprechenden Informationen und Unterlagen. Selbstverständlich halten wir Sie auch über unser Jahresprogramm auf dem Laufenden, unter anderem mit unserem Newsletter.
v.l.: Jury-Mitglieder: Botschafter Eric Jakob, Leiter Direktion für Standortförderung SECO und Sonja Wollkopf Walt, Geschäftsführerin GZA. Preisträger: Rolf Geiger, Lattich St. Gallen und Erich Fehr, Imagekampagne willkommeninbiel.ch. Karl Brander, Standortmanager des Jahres; Beny Ruhstaller, Präsident SVSM; Michael Domeisen, Jury-Präsident.
SVSM-Präsident Beny Ruhstaller.
Die Imagekampagne «Willkommen in Biel» und das Projekt «Lattich» in St. Gallen durften einen der begehrten SVSM Awards entgegennehmen. Karl Brander wurde für seine Verdienste um die Ansiedlung von Biogen im solothurnischen Luterbach als Standortmanager des Jahres 2019 geehrt.
Die SVSM Awards sind von der Schweizerischen Vereinigung für Standortmanagement initiierte Auszeichnungen für besonders innovative Projekte aus den Bereichen Standortmarketing, Standortentwicklung und Wirtschaftsförderung. Für die diesjährigen Awards hatten sich zehn Projekte beworben, davon wurden fünf von der Jury nominiert – und zwei durften schliesslich einen der begehrten Awards entgegennehmen.
Willkommen in Biel Ein SVSM Award ging nach Biel, ausgezeichnet wurde die Imagekampagne willkommeninbiel.ch. Die Kampagne kämpft gegen Vorurteile gegenüber Biel – und möchte dem akuten Fachkräftemangel in der Stadt entgegenwirken. Mit der Kampagne soll vermittelt werden: Die Tatsache, dass ein bestimmter Job in Biel ist, ist nicht die schlechte, sondern die gute Nachricht. Über eine Online-Plattform können Interessierte deshalb Kontakt mit über 230 waschechten Bielerinnen und Bielern aufnehmen, die persönlich über das Leben und Arbeiten in der Stadt erzählen. Die Rückmeldungen aus der Wirtschaft sind durchwegs positiv: Die Kampagne hilft bei der Rekrutierung von Fachkräften. Finanziert wird die Kampagne gemeinsam von der Stadt und der Wirtschaft. Michael Domeisen, Jury-Präsident der SVSM Awards, lobte das Projekt im Namen der Jury: «Der Ansatz der Kampagne ist pragmatisch und einfach, aber hoch wirksam; und dies bei einem minimalen Budget. Die Kampagne ermöglicht einen analogen Kontakt in einer digitalen Welt und verbindet beide Kanäle. Zudem hat Biel mit der Wahl einer unkonventionellen Kampagnenidee Mut und Vertrauen bewiesen.»
Brennpunkt für die Kreativwirtschaft Der zweite SVSM Award ging an das Projekt «Lattich» in St. Gallen. Hier ist auf dem Areal beim Güterbahnhof im Rahmen einer aussergewöhnlichen Zwischennutzung ein Brennpunkt für die Kreativwirtschaft entstanden. Ein geplantes Strassenprojekt verhinderte eine langfristige Nutzung auf einem der letzten grösseren Entwicklungsgebiete der Stadt St. Gallen. Das Areal sollte deshalb einer Zwischennutzung zugeführt werden. Im Frühjahr 2016 startete ein dreimonatiges Experiment zur Nutzung und Belebung des Areals. In den beiden Folgejahren wurden diese Nutzungsphasen jeweils im Frühjahr wiederholt. Die «Inkubationszeit» sorgte dafür, dass der Lattich-Bau mit 48 Modulen, fertig gestellt im Frühjahr 2019, von Anfang an voll vermietet war.
Die Weiterentwicklung des Areals soll unter ständiger Veränderung passieren: Man möchte ausprobieren, was auf dem Areal funktioniert. Insofern handelt es sich um eine Art städtebauliches Labor, um ein Experimentierfeld mit einem relativ langen Horizont. Dies war denn auch eines der Hauptargumente für die Jury: «Die Zwischennutzung an sich ist nicht innovativ – wohl aber der Versuch, innerhalb der Zwischennutzung neue Feldern zu eröffnen. Besonders erwähnenswert sind der «Laborcharakter» für Städtebau und die lange Vorlaufzeit als «Inkubator», hielt Jury-Präsident Domeisen in seiner Laudatio fest.
Die weiteren Nominierten – die Plattform grhome.ch, das Projekt «Zukunft St. Galler Innenstadt» sowie das 3D Limmatstadtmodell – erhielten zwar lediglich eine Urkunde. Jury-Präsident Domeisen hielt aber fest: «Bereits die Nomination für einen SVSM Award ist eine beachtliche Leistung. Es braucht im hart umkämpften Standortwettbewerb innovative Ideen und Weitsicht – und alle Nominierten haben diese bewiesen.»
Karl Brander ist Standortmanager des Jahres Ein weiterer Höhepunkt des Anlasses in Thun war die Auszeichnung des Standortmanagers des Jahres. Die Ehrung durfte Karl Brander, Leiter Standortpromotion und Ansiedlungen des Kantons Solothurn, entgegennehmen. «Seine Verdienste bei der Ansiedlung des amerikanischen Biotech-Unternehmens Biogen in Luterbach sind ausserordentlich. Für den Forschungsstandort Schweiz hat diese Neuansiedlung eine nicht zu unterschätzende Signalwirkung», begründete Botschafter Eric Jakob, Leiter der Direktion für Standortförderung SECO und Jury-Mitglied der SVSM Awards, den Entscheid. Sonja Wollkopf Walt, Geschäftsführerin der Greater Zurich Area AG (GZA) und ebenfalls Jury-Mitglied, ergänzte: «Karl Brander hat nicht nur unzählige Arbeitsstunden investiert, um die Ansiedlung dieses renommierten Unternehmems zu ermöglichen, sondern auch viel Herzblut und Know-how. Er hat alle möglichen Hebel in Bewegung gesetzt, um den Standort für Biogen vorzubereiten. Seine Betreuung nicht nur der neu anzusiedelnden Firma, sondern auch der bereits am Standort ansässigen Unternehmen ist beispielhaft für jedes ausländische Investitionsprojekt.» ■
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