Schlagwort: Sicherheitszentrum

  • Nidwalden bündelt seine Blaulichtkräfte

    Nidwalden bündelt seine Blaulichtkräfte

    Das 33’000 Quadratmeter grosse Areal an der Kreuzstrasse ist heute vollständig überbaut. Viele Gebäude weisen erheblichen Erneuerungsbedarf auf, darunter die Bauten der Kantonspolizei und des Gefängnisses. Hinzu kommen betriebliche Mängel wie fehlende Fluchtwege oder ungenügende Trennungen zwischen öffentlichen Zugängen und Personaleingängen.

    Auf Basis einer breit abgestützten Untersuchung hat der Regierungsrat entschieden, das Areal vollständig neu zu organisieren und mit Ersatzneubauten zu überbauen. Ziel ist ein modernes Sicherheitskompetenzzentrum, das funktionale Abläufe verbessert, die Sicherheit erhöht und langfristig wirtschaftlicher ist als punktuelle Sanierungen.

    Gebündelte Blaulichtorganisationen
    Heute sind auf dem Areal Polizei, Gefängnis, Verkehrssicherheitszentrum, Strasseninspektorat, Amt für Justiz und Staatsanwaltschaft angesiedelt. Aufgrund der zentralen Lage wird geprüft, ob zusätzliche Blaulichtorganisationen, insbesondere Stützpunktfeuerwehr und Rettungsdienst, an die Kreuzstrasse verlegt werden. So soll ein Standort mit kurzen Wegen, abgestimmten Prozessen und klaren Zuständigkeiten entstehen.

    Eine durchgeführte Testplanung hat gezeigt, dass diese Bündelung auf dem bestehenden Areal realistisch ist. Sie bestätigt, dass sich die räumlichen Anforderungen der heutigen Nutzungen und zusätzlicher Organisationen auf der Fläche umsetzen lassen, ohne die Entwicklungsmöglichkeiten des Standorts zu verbauen.

    Gefängnis mit Blick auf künftige Bedürfnisse
    Im Rahmen der Testplanung wurde auch die künftige Ausrichtung des kantonalen Gefängnisses vertieft analysiert. Die Nachfrage nach Haftplätzen in der Schweiz ist hoch, insbesondere für pflegebedürftige Insassen im Straf- und Massnahmenvollzug. Vor diesem Hintergrund prüft Nidwalden, wie das neue Gefängnisangebot dimensioniert und funktional ausgerichtet werden soll, um längerfristig bedarfsgerecht zu sein.

    Gestaltungsplan und Richtprojekt
    Der Landrat hat einen Planungskredit von 1,63 Millionen Franken für Gestaltungsplan und Richtprojekt bewilligt. Die Planung wird mit einem klar definierten Nutzerkreis weitergeführt das sind Kantonspolizei, Rettungsdienst, Stützpunktfeuerwehr, Amt für Justiz, Staatsanwaltschaft, Gefängnis, Strasseninspektorat, Verkehrssicherheitszentrum und ausgewählte Verwaltungseinheiten.

    Der Gestaltungsplan soll den rechtlich verbindlichen Rahmen für die nächsten Planungsschritte schaffen. Er legt fest, welche Nutzungen wo zulässig sind, wie Erschliessung, Freiräume und städtebauliche Einordnung zu gestalten sind und welche Etappierungen möglich sind.

    Anpassungen im Verfahren und offene Teilprojekte
    Im Studienauftrag für Gestaltungsplan und Richtprojekt waren zunächst mehrere Planerteams beteiligt. Im Verlauf des Jahres 2025 zeigte sich jedoch, dass die Erschliessung mit einem moderaten Ausbau des bestehenden Kreisels angesichts neuer Verkehrsprognosen nicht ausreichen wird. Gleichzeitig kam eine neue Option für das Verkehrssicherheitszentrum ins Spiel. Obwalden plant einen Neubau in Sarnen und es werden Synergien eines gemeinsam genutzten Standorts mit Prüfhallen und Teststrecken geprüft.

    Um flexibler auf diese Veränderungen reagieren zu können, wurde entschieden, den Studienauftrag in der bisherigen Form zu beenden und das Richtprojekt nur noch mit einem Planungsteam weiterzubearbeiten. Der Landrat verlangte im Oktober 2025 zudem mehr Planungssicherheit, insbesondere für die beiden Teilprojekte «Verkehrssicherheitszentrum» und «Gefängnis», bevor Gestaltungsplan und Richtprojekt definitiv abgeschlossen werden.

    Nächste Schritte und Zeitplan
    Der Gestaltungsplan wird sich über die drei Standortgemeinden Stans, Buochs und Oberdorf erstrecken. Die entsprechenden Gemeindeversammlungen oder Urnengänge zur Beschlussfassung sind nach aktuellem Stand für das Jahr 2027 vorgesehen.

    Erste Kreditanträge für Architekturwettbewerbe einzelner Bauten des Sicherheitskompetenzzentrums werden frühestens ab 2028 erwartet. Bis dahin geht es darum, die offenen Fragen zu Erschliessung, Gefängnisausrichtung und Verkehrssicherheitszentrum zu klären.

  • Ein neues Verwaltungs- und Sicherheitszentrum in Hybridbauweise

    Ein neues Verwaltungs- und Sicherheitszentrum in Hybridbauweise

    Auf einer Fläche von rund 40’000 Quadratmetern plant der Kanton Schwyz den Neubau seines Verwaltungs- und Sicherheitszentrums auf dem Areal Kaltbach. Dieses liegt am nordwestlichen Dorfausgang zwischen den Strassen Richtung Sattel und Seewen.

    Geplant sind 430 Arbeitsplätze. Genügend Platz also für die kantonale Verwaltung, die Einsatzzentrale der Kantonspolizei Schwyz und Zug, den Hauptpolizeiposten der Kantonspolizei Schwyz, Stützpunkte der Feuerwehr und für den Rettungsdienst. Zudem ist eine Produktionsküche vorgesehen, von der aus in Zukunft alle kantonalen Liegenschaften versorgt werden sollen. Der Neubau ermöglicht es, teure und ungeeignete Mietlösungen aufzulösen und damit langfristig Kosten von rund 1 Mio. Franken pro Jahr einzusparen. Darüber hinaus können hier Aussenstandorte der kantonalen Verwaltung im Talkessel von Schwyz gebündelt werden, was die Effizienz der einzelnen Arbeitsabläufe erhöht und für die Mitarbeitenden eine moderne und hochwertige Arbeitsumgebung realisieren.

    In einem einstufigen offenen Projektwettbewerb suchte das Hochbauamt des Kantons Schwyz nach der bestmöglichen Umsetzung für den Neubau, der in erster Linie als Ersatz für das am Ende seiner Lebensdauer angekommene AHV-Gebäude an der Bahnhofstrasse in Schwyz dient. Das neue Verwaltungs- und Sicherheitszentrum soll sich gut in die attraktive landschaftliche Lage integrieren und in Dialog mit den bereits bestehenden Bauten treten. Vorgabe waren die Erfüllung des Minergie-A-Standards sowie optimale Nutzerfreundlichkeit mit fixen und flexiblen Arbeitsplätzen, die Schaffung von Begegnungs- und Rückzugsräumen sowie Räumlichkeiten für Teamarbeit und konzentriertes Arbeiten. Vorschläge in der nachhaltigen Holzbauweise waren ausdrücklich erwünscht.

    Als Sieger ging das Team Sollberger Bögli Architekten AG aus Biel und Klötzli Friedli Landschaftsarchitekten AG aus Bern hervor. Ihr Projekt «Propeller» überzeugte die Jury mit einer konzeptionell sehr klaren und effizienten Organisation der verschiedenen Einheiten, einer hervorragenden städtebaulichen Integration. Die in die Landschaft ausstrahlende Gebäudefigur mit vier Flügen umfasst vier Aussenbereiche: Im Nordosten befindet sich der Eingangsbereich für die Verwaltung und die Besucher, im Südosten der Eingangsbereich für die Polizei, im Südwesten der Vorplatz der Feuerwehr und im Nordwesten derjenige der Ambulanz.

    Das kreuzartig konzipierte Gebäude soll in der Hybridbauweise erstellt werden: Ein Leichtbau in Holz wird mit Stahl-, Beton- sowie Stahlbeton-Verbundkonstruktionen kombiniert. Erd- und Obergeschoss sind als Skelettbau in Holzbauweise konzipiert. Die Fassade soll begrünt und das Dach mit einer Photovoltaikanlage bestückt werden. Im Innern des Gebäudes ist ein Atrium vorgesehen. Dank dem grossen Oberlicht entsteht ein fünfstöckiger Lichthof.

    Das kompakte Gebäude weist eine gute Wirtschaftlichkeit auf und überzeugt dank der differenzierten Konstruktion auch punkto Nachhaltigkeit. Im nächsten Schritt wird das Projekt mit den Planern in Zusammenarbeit mit den Nutzern und Fachplanern überarbeitet. Anschliessend wird dem Kantonsrat Anfang 2024 die Ausgabenbewilligung zu Realisierung beantragt werden. Läuft alles nach Plan, könnte der Neubau Ende 2027 bezugsbereit sein.