Schlagwort: Siedlungsentwicklung

  • Neues Freiraumkonzept stärkt Lebensqualität und Biodiversität

    Neues Freiraumkonzept stärkt Lebensqualität und Biodiversität

    Der Gemeinderat Spreitenbach hat laut einer Mitteilung das Freiraumkonzept verabschiedet. Dieses schafft eine behördenverbindliche Grundlage für die zukünftige Entwicklung von Freiräumen im Siedlungsgebiet der Gemeinde. Die Qualität und die Nutzung der Frei- und Grünräume sollen gesichert und verbessert werden.

    Zu den Zielen des Konzepts gehören die Stärkung der Identität der Quartiere, die Förderung der Biodiversität und die Stärkung der Klimaresilienz nach dem Prinzip der Schwammstadt – abfliessendes Regenwasser soll möglichst lokal aufgesogen werden können.

    Das Konzept umfasst auch einen Katalog von 21 konkreten Massnahmen. Zu den ersten Massnahmen gehören die Planung und die Umsetzung des Neumattparkes, die Weiterentwicklung des Areals Ziegelei, aber auch die Schaffung temporärer Freiräume. Sofortmassnahmen sollen die Aufenthaltsqualität verbessern, bessere Signalisierungen die Wegverbindugnen aufzeigen. Bis Ende 2026 sollen Zuständigkeiten geklärt und Prioritäten gesetzt sowie erste Massnahmen vorbereitet werden.

    Die Einwohnergemeindeversammlung hat den Verpflichtungskredit für das Freiraumkonzept in Höhe von 170‘000 Franken am 28. November 2023 genehmigt. Ein interdisziplinäres Planungsteam hat das Konzept im Anschluss mit einer breit abgestützten Begleitgruppe erarbeitet.

  • Eigentümerpartizipation «Ziegelbrückstrasse» in Glarus Nord 

    Eigentümerpartizipation «Ziegelbrückstrasse» in Glarus Nord 

    Die Gemeinde Glarus Nord möchte Bauherren dazu motivieren, bei komplexeren Bauprojekten partizipative Verfahren durchzuführen. Ihr «Leitfaden Mitwirkung und Kommunikation für Planungsprozesse» skizziert für unterschiedliche Planungssituationen, wie Bedürfnisse der Bevölkerung und künftiger Nutzer frühzeitig antizipiert werden können. Um als gutes Beispiel voranzugehen, initiierte die Gemeinde für das bauliche Verdichtungsgebiet «Ziegelbrückstrasse» zwischen dem Bahnhof Ziegelbrücke, dem Jennyareal und dem Dorfkern Niederurnen einen partizipativen Prozess: Sie involvierte die betroffenen Eigentümer zwischen Oktober 2024 und Februar 2025 in die Erarbeitung eines Leitbildes, das als Grundlage für die Ausarbeitung eines Rahmenplans für das Gebiet diente.  

    Rahmenbedingungen für die Entwicklung gestalten 
    Mit dem Leitbild sollte das bauliche Mass und die Nutzungsmischung definiert werden. Weil das Gebiet zu den dorftbildprägenden Verdichtungs- und Aufwertungsgebieten gehört, standen auch qualitative Eckpunkte einer Entwicklung, die dem Charakter und der Geschichte des Gebiets gerecht werden, zur Diskussion. Die Gemeinde sah auch die öffentliche Hand in der Pflicht, und hielt deshalb die Erwartungen an die Gestaltung und Aufwertung der Kantonsstrasse fest, die durch das Gebiet führt. Damit stellt sie sich mit einer breit abgestützten Grundlage für den Austausch mit dem Kanton auf, der für die Sanierung der Strasse verantwortlich ist. 

    Das gemeinsam erarbeitete Leitbild diente der Gemeinde als Grundlage für einen behördenverbindlichen Rahmenplan. Der Rahmenplan wiederum definiert die Leitlinien, wie in Zukunft mit der neuen eigentümerverbindlichen Nutzungsplanung entlang der Ziegelbrückstrasse gebaut werden darf. Die involvierten Eigentümer gestalteten mit ihrer Mitwirkung beim Leitbild mit, wie und was sie künftig auf ihren Grundstücken bauen können. 

    Ein schlanker Mitwirkungsprozess 
    Die Eigentümer im Gebiet wurden eingeladen, an zwei Abendveranstaltungen mit der Gemeinde teilzunehmen. Der erste Abend diente der Information und Mitwirkung, der zweite der Präsentation der Ergebnisse. Über 56 Eigentümer von 127 Parzellen nahmen die Gelegenheit wahr und beteiligten sich selbst oder mit einer Stellvertretung an den Veranstaltungen. 

    Im ersten Workshop erhielten sie Einblick in das vorgesehene Planungsinstrument und wurden zu verschiedenen Varianten zu den künftigen Entwicklungsmöglichkeiten konsultiert. Mit der Priorisierung der Varianten konnten sie die Entscheidung zum erwünschten Leitbild beeinflussen. Im zweiten Workshop präsentierte die Gemeinde den auf Basis der erwünschten Variante erarbeiteten Rahmenplan.  

    Ein lohnender Aufwand für die Gemeinde 
    Partizipative Prozesse sind aufwändig, sie kosten Zeit, Geld und politisches Kapital. Für die Gemeinde lohnte sich der aufwändige Weg, weil sich damit die Chancen erhöhen, dass Eigentümer aktiv werden: Mit der frühzeitigen Information über mehr bauliche Möglichkeiten können sie ihre Investitionsplanung anpassen und allfällige bereits vorhandene Absichten auf die Entwicklungsabsichten der Gemeinde abstimmen.  

    Die Diskussion um das Leitbild trägt dazu bei, Eigentümer auf ein gemeinsames Zukunftsbild des Verdichtungs- und Entwicklungsgebiets auszurichten und ihnen zu vermitteln, dass Themen wie die Adressierung von Gebäuden auf die Strasse, die Körnigkeit der Bebauung, die Ausbildung des Sockelgeschosses oder die Materialisierung nicht nur Privatsache sind, sondern auch eine Wirkung auf das Quartierbild haben, und damit die Attraktivität und den Wert des Standorts für alle beeinflussen.  

    Der partizipative Prozess bot der Gemeinde die Gelegenheit, auf ihre Bauberatung aufmerksam zu machen und die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass Grundeigentümer mit Investitionsabsichten ihre Planungen zu einem frühen Zeitpunkt mit der Gemeinde besprechen und abstimmen, bevor sie ein kaum mehr anpassbares Vor- oder Bauprojekt ausgearbeitet haben. Im besten Fall regt der Prozess einige Eigentümer an, grösser zu denken und Kooperationen mit anderen Grundeigentümern einzugehen oder Themen wie die Bereitstellung von Parkplätzen bei Bauprojekten gemeinsam anzugehen. 

    Die Gemeinde konnte die Veranstaltungen auch dazu nutzen, Aufwertungen auf öffentlichem Grund mit den Bedürfnissen und Vorstellungen der Eigentümer abzustimmen und zu testen, welche Akzeptanz Massnahmen wie begrünte Mittelstücke auf der Strasse oder eine Temporeduktion auf gewissen Strassenabschnitten haben. 

    Mehr Planungssicherheit für Grundeigentümer 
    Partizipative Prozesse kosten auch die Teilnehmenden Zeit. Im Fall Ziegelbrückstrasse lohnte sich der Aufwand für die Eigentümer allein deshalb, weil sie über die Mitwirkung am behördenverbindlichen Rahmenplan Entscheidungen zu grundeigentümerverbindlichen Themen beeinflussen konnten: die Grundsatzfrage zur Ausgestaltung der mit der neuen Nutzungsplanung möglichen Dichte und Nutzungsmischung. Der Rahmenplan bietet den Eigentümern zudem mehr Planungssicherheit, da er die Gleichbehandlung im Bewilligungsprozess stärkt.  

    Im Rahmen des Prozesses erhielten die Eigentümer ein besseres Verständnis davon, was die Erwartungen der Gemeinde an bauliche Entwicklungen sind, und konnten sich inspirieren, welche Beiträge sie neben baulichen Entwicklungen an die Quartiersaufwertung leisten können – beispielsweise mit der Gestaltung der Gärten und Strassenvorzonen oder kleineren Erneuerungsprojekten. Mit der Gelegenheit, sich an der Veranstaltung über die Pläne der Nachbarinnen und Nachbarn zu informieren, erhalten Eigentümer schliesslich mehr Sicherheit darüber, dass sie mit ihren Investitionen nicht allein handeln.

  • Zukunftsweisende Siedlungsentwicklungsstrategie für Hofen

    Zukunftsweisende Siedlungsentwicklungsstrategie für Hofen

    Die Siedlungsentwicklungsstrategie für den Ortsteil Hofen der Gemeinde Thayngen ist ein Meilenstein der Raumplanung im Kanton Schaffhausen. Sie bildet den ersten Baustein einer gross angelegten Ortsplanungsrevision, die als Pilotprojekt für die Entwicklung der gesamten Gemeinde Thayngen und ihrer Ortsteile dient. Im Fokus stehen dabei nicht nur die örtlichen Strukturen, sondern auch die Integration regionaler Bedürfnisse und kantonaler Richtlinien.

    Die SES wurde in enger Zusammenarbeit mit der Dost Architektur GmbH, Vertretern der Gemeinde Thayngen, des Kantons Schaffhausen und lokaler Vereine entwickelt. Mit einem interdisziplinären Ansatz und der Einbeziehung der Öffentlichkeit soll die Siedlungsentwicklung von Hofen zukunftssicher gestaltet werden, um den Anforderungen des prognostizierten Wachstums gerecht zu werden. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der «Siedlungsentwicklung nach Innen», die vorhandenen Ressourcen optimal nutzt und gleichzeitig die Lebensqualität vor Ort verbessert.

    Ein Fahrplan für Hofens Zukunft
    Die SES basiert auf vier zentralen Strategiepfaden, die die räumliche und strukturelle Zukunft Hofens prägen sollen.

    1. Historische Substanz bewahren, neue Wohnräume schaffen
      Die Erhaltung der historischen Bebauungsstruktur ist ein zentrales Element der SES. Dabei wird besonderer Wert auf die räumliche und gestalterische Integration neuer Bauprojekte gelegt. Vor allem in den Gebieten der ehemaligen Gärtnerei soll neuer Wohnraum entstehen, um den wachsenden Wohnbedarf zu decken.
    2. Gestalterische Aufwertung der Ortsmitte
      Die Lebensqualität in Hofen soll durch eine gestalterische Aufwertung zentraler Begegnungsräume gesteigert werden. Der Dorfplatz wird als Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft neu definiert, wobei Sitz- und Spielplatzmöglichkeiten geschaffen und verkehrsberuhigende Massnahmen umgesetzt werden.
    3. Sicherheit und Verkehrsberuhigung
      Ein Schwerpunkt der SES liegt auf der Verbesserung der Verkehrssicherheit. Fussgänger und Radfahrer sollen von verkehrsberuhigenden Massnahmen profitieren und besonders der Weg zur Schule soll von der Hauptstrasse entkoppelt werden, um die Sicherheit der Schulkinder zu gewährleisten.
    4. Hofens Identität stärken
      Hofen will sich selbstbewusst präsentieren und seine einzigartigen Qualitäten hervorheben. Die SES sieht eine verstärkte digitale Präsenz und eine Inszenierung der historischen Schlüsselbauten vor, um den Ort sowohl für Bewohner als auch für Besucher attraktiver zu gestalten.
      Zu diesen übergeordneten Strategiepfaden gehören acht konkrete Richtprojekte, die kurz-, mittel- und langfristig umgesetzt werden sollen. Diese Projekte reichen von der Schaffung neuer Wohnflächen über die Aufwertung des Dorfplatzes bis hin zur Renaturierung der Biber, die einen bedeutenden Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht der Region leisten wird.

    Landschaft und Natur als zentraler Bestandteil
    Die Region des Unteren Reiats zeichnet sich durch eine vielfältige, von Hügeln und landwirtschaftlich genutzten Flächen geprägte Landschaft aus. Diese Landschaft ist nicht nur ökologisch wertvoll, sondern auch im kantonalen Richtplan als «schützenswerte Landschaft» vermerkt. Die Trockenwiesen, Weiden und Streuobstwiesen, die Hofen umgeben, sind markante Landschaftselemente, die das Ortsbild prägen und erhalten werden sollen.

    Besondere Bedeutung kommt der Biber zu, die durch Hofen fliesst und in Teilen landwirtschaftlich genutzt wird. Eine geplante Renaturierung der kanalisierten Abschnitte soll die ökologische Vielfalt steigern und die Attraktivität der natürlichen Umgebung für die Bewohner weiter erhöhen.

    Schützenswerte Bauten und Baulandreserven
    Hofen verfügt über eine historische Bausubstanz, die im Rahmen der SES nicht nur geschützt, sondern auch in die zukünftige Siedlungsentwicklung integriert werden soll. Besonders der barocke «Holländer-Bezirk» mit der Residenz von Tobias Holländer und der markante Gasthof Schweizerbund tragen zur einzigartigen Identität des Ortes bei.

    Die SES sieht zudem eine strategische Nutzung der vorhandenen Baulandreserven vor. Vor allem im Bereich der ehemaligen Gärtnerei und an den Ortsrändern bietet sich langfristiges Aufzonungspotenzial, um den zukünftigen Bedarf an Wohn- und Arbeitsflächen zu decken.

    Kommunikation und Einbeziehung der Öffentlichkeit
    Ein zentraler Bestandteil der SES ist die transparente Kommunikation mit den Einwohnern von Hofen. Die Planungsschritte wurden von einer Arbeitsgruppe aus Gemeindevertretern, Ortsvereinen und Planern begleitet und bei öffentlichen Veranstaltungen vorgestellt. Besonders die Entwicklung der ehemaligen Gärtnerei als neues Wohngebiet stiess auf grosses Interesse der Bevölkerung.

    Die erarbeitete Siedlungsentwicklungsstrategie für Hofen setzt damit nicht nur neue Massstäbe für die Ortsplanung, sondern auch für die Zusammenarbeit zwischen der Verwaltung und der Bürgerschaft. Durch die partizipative Herangehensweise wird sichergestellt, dass die zukünftige Entwicklung der Gemeinde den Bedürfnissen der Einwohner gerecht wird.

    Ein Modell für die gesamte Region
    Die SES Hofen dient nicht nur der Weiterentwicklung des Ortsteils selbst, sondern auch als Vorbild für die anderen Ortsteile der Gemeinde Thayngen. Die Erkenntnisse und Leitlinien, die in Hofen erarbeitet wurden, sollen auf Altdorf, Bibern, Barzheim, Opfertshofen und Thayngen übertragen werden. Somit trägt die SES massgeblich zur langfristigen Sicherung der Lebensqualität und des wirtschaftlichen Potenzials der gesamten Region bei.

  • Rheinuferentwicklung als Zukunftsprojekt

    Rheinuferentwicklung als Zukunftsprojekt

    Der Stadtrat verfolgt das Ziel, das Rheinufer vom motorisierten Verkehr zu befreien und in ein lebendiges Zentrum für Freizeit, Wohnen und Wirtschaft zu verwandeln. Diese Neugestaltung bietet Schaffhausen die einzigartige Gelegenheit, die Lebensqualität in der Stadt nachhaltig zu verbessern und gleichzeitig den Tourismus zu fördern. Der Ausbau von Grün- und Freiräumen sowie neue Wohn- und Arbeitsplätze stehen dabei im Fokus.

    Die Entwicklungsstrategie umfasst konkrete Schritte zur Umsetzung dieser Vision, wobei auf den Ergebnissen eines städtebaulichen Studienverfahrens und öffentlichen Konsultationen aufgebaut wird.

    Schrittweise Umsetzung in Teilprojekten
    Die Umsetzung erfolgt in mehreren Teilprojekte über einen Zeitraum von zwölf Jahren bis 2036 realisiert. Zu den Teilprojekten gehören unter anderem die neue Verbindungsstrasse, die Entwicklung des Gaswerkareals und die Aufwertung der Rheinuferpromenade. Diese Aufteilung ermöglicht eine schrittweise Realisierung und schafft Planungssicherheit für alle Beteiligten. Auf dem Gaswerkareal ist bis zum Baubeginn eine Zwischennutzung vorgesehen.

    Grosse Wertschöpfung mit überschaubaren Investitionen
    Das Projekt erfordert Investitionen der öffentlichen Hand in Höhe von rund 35 Millionen Franken, wovon die Stadt rund 22 Millionen Franken übernimmt. Die restlichen Kosten werden durch Bund und Kanton mitfinanziert. Private Investitionen in Wohn- und Gewerbeflächen erhöhen den volkswirtschaftlichen Nutzen des Projekts erheblich und fördern die Stadtentwicklung.

    Grundsatzentscheidung und Rahmenbedingungen
    Um das Projekt effizient umsetzen zu können, wird eine Grundsatzabstimmung vorgeschlagen. Gleichzeitig werden alle operativen Entscheide an den Grossen Stadtrat delegiert, um das Umsetzungsrisiko zu minimieren und die Planungssicherheit zu erhöhen.

    Der Stadtrat hat klare Rahmenbedingungen definiert, darunter eine einvernehmliche Lösung für die Wassersportvereine, die Förderung der Biodiversität und des Stadtklimas sowie die Schaffung eines ausgewogenen Mixes von gemeinnützigem und nicht-gemeinnützigem Wohnraum auf dem Gaswerkareal. Ergänzend dazu werden Potenzialstudien durchgeführt, um die wirtschaftliche Machbarkeit von Gastronomie- und Gewerbenutzungen zu klären.

    Mit der Neugestaltung des Rheinufers schlägt Schaffhausen ein neues Kapitel in seiner Stadtentwicklung auf – hin zu einer nachhaltigeren, lebenswerteren und wirtschaftlich stärkeren Zukunft.

  • Siedlungsentwicklung nach innen trotz Lärmbelastung ermöglichen

    Siedlungsentwicklung nach innen trotz Lärmbelastung ermöglichen

    Die UREK-S hält am Beschluss des Ständerats fest, in lärmbelasteten Gebieten zu bauen, unter der Bedingung einer kontrollierten Wohnraumlüftung und Fenstern primär für Beleuchtungszwecke. In diesen Fällen müssen keine Lärmgrenzwerte mit geöffneten Fenstern eingehalten werden. Die Kommission ist überzeugt, dass diese Regelungen die Schaffung von Wohnraum an zentralen Standorten begünstigen und somit die Siedlungsentwicklung nach innen fördern werden.

    Hinsichtlich des Baus in der Nähe von Flughäfen lehnt die Kommission einen neuen spezifischen Fluglärmgrenzwert ab, wie es der Nationalrat vorgeschlagen hat. Sie bevorzugt die bundesrätliche Regelung, die Ausnahmen von den Anforderungen bei Fluglärm ermöglicht. Diese Regelung erlaubt es ihrer Meinung nach, trotz Fluglärm verdichtet zu bauen.

    Die Kommission schlägt vor, die Bestimmung zur Höchstgeschwindigkeit auf verkehrsorientierten Strassen aus dem Gesetz zu streichen. Temporeduktionen sollten nicht grundsätzlich verboten sein, sondern durch bereits beschlossene Massnahmen umgesetzt werden.

    In Bezug auf die Altlastensanierung von Spielplätzen bestätigt die Kommission mit Stichentscheid des Präsidenten den ständerätlichen Beschluss bezüglich privater Kinderspielplätze und Hausgärten mit Schadstoffbelastung. Sie lehnt es ab, dass der Bund Abgeltungen aus dem VASA Altlasten-Fonds für freiwillige Sanierungen bereitstellen kann. Die Kommission befürwortet die Sanierung belasteter privater Spielplätze und Gärten, jedoch ohne Bundesmittel einzusetzen. Kantone können Sanierungen finanziell unterstützen, wenn sie dies wünschen. Einige Mitglieder beantragen, dem Nationalrat zu folgen, ausser in Bezug auf die Regelung, dass die Eigentümer grundsätzlich für die Sanierungskosten aufkommen müssen.

  • Manifest gegen Wohnungsnot

    Manifest gegen Wohnungsnot

    Mit dem Manifest für Stadtplanung von URBANISTICA soll die Erkenntnis und Überzeugung in der Bevölkerung und in der Politik reifen, dass hierzulande wieder ernsthaft und kompetent Stadtplanung praktiziert werden muss, um den gegenwärtigen Herausforderungen sowie den Bedürfnissen zukünftiger Generationen gerecht zu werden.

    Mit Aufkommen der individuellen Mobilität Mitte des letzten Jahrhunderts ist Stadtplanung in der Schweiz in Vergessenheit geraten. Das Primat lag bei der Verkehrsplanung und Nutzungsentmischung, welche zu einer Zersiedlung der Schweiz geführt hat. Mit Annahme der Revision des Raumplanungsgesetzes 2013 hat das Schweizer Volk entschieden, dass kein weiteres Bauland eingezont und zukünftiges Bevölkerungswachstum mittels innerer Siedlungsentwicklung aufgenommen werden soll.

    Das nachfolgende Manifest soll den dafür notwendigen Diskurs über Stadtplanung und Städtebau in Gang setzen. Urbanistica ist Webseite, Plattform und Bewegung zugleich, die Impulse setzt und den öffentlichen Dialog fördert mit dem Ziel, dass in vielen Kantonen, Gemeinden und Städten der Schweiz wieder qualitativ hochwertige, nachhaltige und bedürfnisgerechte Stadtplanung und guter Städtebau betrieben wird. Im Interesse einer nachhaltigen Raumentwicklung in der Schweiz bitten die Initianten um Prüfung und Unterzeichnung des Manifests. Jede Stimme ist wichtig! Manifest gegen Wohnungsnot. www.urbanistica.ch