Schlagwort: Skigebiet

  • EWD und Swisspower planen alpine Solaranlage im Persenngebiet

    EWD und Swisspower planen alpine Solaranlage im Persenngebiet

    Die EWD Elektrizität Davos investiert mit dem geplanten Bau einer alpinen Solaranlage in der Region Parsenn in die einheimische Stromproduktion. Dies soll zu mehr Unabhängigkeit von Stromimporten führen, heisst es in einer Medienmitteilung.

    An der Planung beteiligen sich die Gemeinde Davos und die Stadtwerke-Allianz Swisspower. Weitere Unterstützer sind Energie Wasser Bern und die Basler Energieversorgerin IWB sowie die Energie Thun AG. Die Jahresproduktion im Vollbetrieb wird mit 10 Gigawattstunden beziffert, was dem Strombedarf von 3000 Vierpersonenhaushalten entspreche.

    Als Standort für die Photovoltaikanlage wurde Totalp im Parsenngebiet gewählt. Durch die Lage in einem Skigebiet mit bestehender Bergbahninfrastruktur sei der Ort gut erschlossen. Die Planungen seien mit Rücksicht auf wertvolles Kultur- und Weideland in der Skiregion erfolgt. Eine Stromproduktion in unmittelbarer Nähe zu Verbrauchern sowie zu Sesselliftanlagen und Gondelbahnen reduziere Transportverluste. Zudem sei die Anlage talseitig abgeschirmt, so dass mit „keinerlei Reflexion oder Beeinträchtigung für die Bevölkerung“ zu rechnen sei. Bereits vor der Strommangellage sei die nachhaltige Energiezukunft durch Photovoltaikanlagen im Gebirge in Davos ein Thema gewesen. Im Vergleich zum Mittelland profitiere die Region auch im Winter von vielen Sonnenstunden.

    Nach der Zustimmung der Davoser Regierung soll das Projekt Anfang November im Davoser Parlament debattiert werden. Im Anschluss stimmt die Bevölkerung ab. Bei positivem Volksentscheid soll 2024 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Ziel ist es, die ersten Teile der Anlage bis Dezember 2025 in Betrieb zu nehmen.

  • Winterliche Photovoltaik in den Alpen: Vierfach mehr Stromertrag

    Winterliche Photovoltaik in den Alpen: Vierfach mehr Stromertrag

    Im Rahmen des „Solarexpress“ werden derzeit zahlreiche Großanlagen in alpinen Regionen geplant und vom Bund gefördert. Die Forschungsgruppe Erneuerbare Energien der ZHAW hat in einem Bericht die wichtigsten Erkenntnisse aus Messungen an der alpinen Versuchsanlage Davos-Totalp zusammengefasst, um die Planung solcher Anlagen zu unterstützen. Diese Photovoltaik-Anlage befindet sich auf 2500 Metern über dem Meeresspiegel oberhalb von Davos und wird seit über fünf Jahren von der Forschungsgruppe in Zusammenarbeit mit den EKZ betrieben.

    Alpine Solaranlagen tragen zur Versorgungssicherheit bei
    Die Stromerzeugung einer alpinen Solaranlage verteilt sich annähernd gleichmäßig auf das Winter- und Sommerhalbjahr. Im Winterhalbjahr, von Oktober bis März, kann eine solche Anlage pro Flächeneinheit das Dreifache bis Vierfache einer Anlage im Mittelland erzeugen. Besonders bemerkenswert sind die hohen Erträge im April und Mai. In diesen Monaten erzielen alpine Solaranlagen ihre höchsten monatlichen Erträge, während die Stauseen noch relativ niedrige Wasserstände aufweisen. Laut ZHAW-Forscher Jürg Rohrer können alpine Solaranlagen somit einen erheblichen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten und möglicherweise fossile Reservekraftwerke überflüssig machen.

    Optimale Ausrichtung und Neigungswinkel
    Die Messergebnisse liefern praktische Anleitungen für die Planung von alpinen Solaranlagen. Es ist ratsam, solche Anlagen an Südhängen mit einer südlichen Ausrichtung der Module zu errichten. Module mit Neigungswinkeln zwischen 60 und 90 Grad minimieren Verluste aufgrund von Schneebedeckung, da der Schnee leicht abrutscht. Der Neigungswinkel beeinflusst zudem den Zeitpunkt des höchsten Ertrags: Senkrecht montierte Module mit einem Neigungswinkel von 90 Grad erzielen in den Monaten Dezember und Januar höhere Erträge, während Module mit 60 oder 70 Grad Neigungswinkel in den Monaten März bis Mai und im Sommer ertragreicher sind.

    Ergänzende Rolle von alpinen Solaranlagen
    Jürg Rohrer betont, dass alpine Solaranlagen die Photovoltaik-Erzeugung im Mittelland nicht ersetzen, sondern ergänzen sollen. Angesichts der Notwendigkeit, die Stromerzeugung aus Photovoltaik in den nächsten zehn Jahren mindestens doppelt so schnell wie im Vorjahr auszubauen, sollten zusätzlich zu Photovoltaik auch vermehrt Windenergie und ungenutzte Einsparpotenziale in Betracht gezogen werden. Aktuell führt die ZHAW-Forschungsgruppe Studien zum Einfluss des Abstands zwischen den Modulreihen auf den Ertrag von großen alpinen Anlagen durch, deren Ergebnisse im Sommer 2024 erwartet werden.

  • Projektpartner stellen alpines Solarprojekt ScuolSolar vor

    Projektpartner stellen alpines Solarprojekt ScuolSolar vor

    Die Projektpartner für die alpine Photovoltaikanlage im Skigebiet Scuol Motta Naluns wollen die Chancen nutzen, die sich aus dem vom Bund initiierten Solarexpress eröffnen. Deshalb stellen die Gemeinde Scuol und ihre Bürgergemeinde gemeinsam mit EE Energia Engiadina und der Engadiner Kraftwerke AG aus Zernez ihre Pläne für die Umgebung dieser Skigebietsanlagen, genauer im Gebiet Salaniva, vor. Der öffentliche Informationsanlass fand am 25. Juli statt.

    Die Anlage soll insbesondere der Produktion von erneuerbarem Winterstrom dienen. Für die Ableitung der Energie soll laut einer Medienmitteilung weitgehend bestehende Infrastruktur genutzt werden. Die Beweidung der Flächen werde weiterhin möglich sein.

    Die Projektpartner haben ihr Vorhaben im Rahmen einer Projektierungsgesellschaft erarbeitet, an der alle Parteien zu je einem Drittel beteiligt sind. Dieses Beteiligungs- und Mitwirkungsverhältnis soll den Angaben zufolge auch für die weiteren Planungsschritte gelten. Letztlich soll daraus die ScuolSolar AG entstehen. Nach der erforderlichen Zustimmung der Bevölkerung wollen die Partner „dieses wichtige Pionierprojekt für das Unterengadin“ mit Fachleuten weiterentwickeln, es dann umsetzen und schliesslich betreiben.