Schlagwort: SNB

  • Reaktion der Schweizer Zinsmärkte auf globale und lokale Inflationsentwicklungen

    Reaktion der Schweizer Zinsmärkte auf globale und lokale Inflationsentwicklungen

    Im April dieses Jahres stieg die Inflationsrate in der Schweiz überraschend von 1.04% auf 1.37%. Dieser Anstieg, der sich in fast allen Subindizes widerspiegelt, bleibt dennoch unter der kritischen Marke von 2.00%. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass die Inflation kontrollierbar bleibt und keine drastischen Massnahmen erfordert. Die Schweizer Nationalbank hatte bereits einen moderaten Anstieg der Inflation erwartet und scheint nun bestätigt zu werden, dass dieser Anstieg nicht von Dauer sein wird.

    Einfluss der globalen Zinspolitik auf die Schweiz
    Die jüngsten US-Inflationsdaten haben nicht nur auf internationalen Märkten, sondern auch auf den Schweizer Zinsmärkten für Beruhigung gesorgt. Die positive Reaktion auf die US-Daten hat die Zinsswap-Sätze in der Schweiz gesenkt und deutet darauf hin, dass eine Zinssenkung im Juni fast sicher ist. Die geldpolitischen Entscheidungen der SNB hängen stark davon ab, wie die Europäische Zentralbank (EZB) und die Federal Reserve (Fed) ihre Zinssätze anpassen. Die aktuellen Entwicklungen zeigen eine Synchronisierung der Zinspolitik auf globaler Ebene, die den Schweizer Franken und die Inflationsprognosen beeinflusst.

    Zukünftige Erwartungen und geldpolitische Prognosen
    Die SNB hält weiterhin an der Möglichkeit fest, den Leitzins um 25 Basispunkte zu senken, mit einer potenziellen weiteren Senkung bis Ende des Jahres, abhängig von den Aktionen der EZB und der Fed. Diese Anpassungen sind wesentlich, um den Franken im Kontext globaler Währungsdynamiken zu stabilisieren und eine zu starke Aufwertung, die die Exportwirtschaft belasten könnte, zu verhindern. Trotz der aktuellen Inflationserwartungen und der schwächeren Position des Franken bleibt die SNB proaktiv und anpassungsfähig in ihrer geldpolitischen Strategie.

  • Zinsupdate Juni 2023

    Zinsupdate Juni 2023

    Nach turbulenten Zeiten im Bankensektor, die eine aussergewöhnliche Volatilität bei den Hypothekarzinsen mit sich brachten, zeigen sich die vergangenen Monate als eine relativ ruhige Periode. Inzwischen hat sich die Kurve der Hypothekarzinsen gänzlich abgeflacht, wobei die SARON-Hypothek immer noch günstiger ausfällt als eine Festhypothek. Die Hypothekarzinsen bleiben gegenüber dem jeweiligen Referenzzinssatz weiterhin hoch. Das liegt am erhöhten Risiko am Finanzmarkt und an der restriktiven Kreditvergabe der Banken.

    Entwicklung der Hypothekarzinsen
    Nach den turbulenten Zeiten im Bankensektor, die eine aussergewöhnliche Volatilität mit sich brachten, haben wir in den vergangenen Monaten eine Periode relativer Ruhe erlebt. Inzwischen hat sich die Kurve der Hypothekenzinsen gänzlich abgeflacht, wobei eine SARON-Hypothek immer noch günstiger ausfällt als eine Festhypothek. Des Weiteren bleiben die Hypothekarzinsen gegenüber dem jeweiligen Referenzzinssatz weiterhin hoch, was auf das erhöhte Risiko am Finanzmarkt und auf die restriktive Kreditvergabe der Banken zurückzuführen ist.

    Prognose SARON-Hypothek
    Wir verorten weiterhin einen Höhepunkt für den Leitzins bei 2.0% und erwarten eine weitere Erhöhung um 25 Bps in der nächsten Sitzung im September. Dies hätte zur Folge, dass eine SARON-Hypothek temporär kostspieliger als eine Festhypothek sein könnte. Zudem schliessen wir jegliche Zinssenkungen bis ins erste Quartal des kommenden Jahres aus.

    Prognose langfristige Festhypotheken
    Der Entscheid der SNB, nur um 25 Bps zu erhöhen, wirkt entgegen der marktimplizierten Entwicklung am Zinsmarkt wie auch den Erwartungen – was einen leichten Anstieg der langfristigen Zinsen zur Folge haben könnte, da der Markt auf ein energischeres Vorgehen der SNB gesetzt hatte. Dennoch dürften sich mit der abnehmenden Inflation auch die langfristigen Referenzzinssätze umkehren. Allerdings ist zu beachten, dass sich diese Entwicklung nicht zwangsläufig auf die festen Zinssätze längerfristiger Festhypotheken auswirkt, da die Risikoprämien aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit höher ausfallen. Daher rechnen wir damit, dass die langfristigen Festhypothekenzinssätze auf dem derzeitigen Niveau verbleiben werden.

    Empfehlungen von Property Captain
    Die Sitzung hat einmal mehr verdeutlicht, dass die SNB mit stoischer Haltung ihrem Kampf gegen die Inflation nachgeht und nicht zögert, weiter an den geldpolitischen Stellschrauben zu drehen. Die Folgen der Bankenkrise lassen sich weiterhin auf dem Zinsmarkt ausmachen und manifestieren sich in hohen Margen bei Hypothekarkrediten. In dieser Situation ist es von entscheidender Bedeutung, die eigenen Optionen und Risiken genau zu kennen. Property Captain kann Ihnen dabei zur Seite stehen, eine umfassende und transparente Grundlage für Ihre Finanzierungsentscheidungen zu erstellen. Wir helfen Ihnen dabei, den Überblick zu behalten und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

  • Einschätzung des Zinsmarktes im März von Avobis

    Einschätzung des Zinsmarktes im März von Avobis

    Die Befürchtungen bezüglich einer ausufernden Inflationsdynamik scheinen sich zu bestätigen. Im Februar verzeichneten fast alle neun LIK-Segmente Preissteigerungen im Vergleich zum Vormonat. Dies ist auf die zunehmenden Preise für Dienstleistungen und Güter unabhängig ihrer Herkunft zurückzuführen (Abbildung 1). Eine Entspannung der Teuerung ist derzeit nicht absehbar und mit der im Juni erwarteten ersten Anpassung des hypothekarischen Referenzzinssatzes dürfte sich die Inflation weiter vom SNB-Ziel entfernen. Der Markt passte daraufhin seine Zins- und Inflationserwartungen deutlich nach oben an, wie an der stark invertierten Zinskurve erkennbar ist.

    Die Probleme bei der Silicon Valley Bank und später bei der Credit Suisse führten jedoch zu Befürchtungen einer möglichen Bankenkrise, wodurch die Inflationsproblematik in den Hintergrund geriet. Die Sorge, dass weitere Zinsschritte der Notenbanken einen Systemkollaps im Bankensektor verursachen könnten, führte auch am Schweizer Zinsmarkt zu einem Umdenken, wodurch die Marktzinsen stark nach unten korrigierten. Die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS und die globale Liquiditätsinjektion ins Bankensystem milderten danach teilweise die Ängste. Letztlich sorgte der geldpolitische Entscheid der SNB am 23. März und dessen Signal für eine gewisse Ernüchterung an den Märkten, worauf der Fokus wieder auf der Inflationsproblematik lag und dadurch wieder höhere Zinsschritte eingepreist wurden.

    Obwohl die Swap-Kurve zum Monatsende in etwa gleich verläuft wie zu Monatsbeginn, hat sich die Ausgangssituation merklich verändert, was insbesondere an den höheren erwarteten Zinsvolatilitäten zum Monatsende im Vergleich zum Monatsbeginn deutlich wird.

    Die Auswirkungen der Bankenturbulenz auf das Wirtschaftswachstum sind ungewiss. Ein Rückgang der Nachfrage könnte den Inflationsdruck dämpfen. Ebenso unklar sind die Auswirkungen auf die Finanzierungsbedingungen, da Banken möglicherweise vorsichtiger und zurückhaltender bei der Kreditvergabe agieren werden. Dies käme einer Zinserhöhung im Kampf gegen die Inflation ähnlich. Diese Effekte müssen nun beobachtet und entsprechend bewertet werden, weshalb die Swap-Kurve trotz entkoppelter Inflation nur noch moderate Zinsschritte für die nächsten beiden Sitzungen impliziert.

    Unsere Erwartungen
    Die Inflation in der Schweiz ist von den üblichen Verhältnissen entkoppelt. Der Schweizer Franken als geldpolitisches Instrument zur Bekämpfung der importierten Inflation ist im Kampf gegen die wachsende Inlandsinflation nur begrenzt wirksam. Es sind deshalb zusätzliche restriktive Massnahmen notwendig. Sollte sich das globale Finanzsystem weiterhin als robust erweisen, könnte in der nächsten Sitzung eine weitere Erhöhung um 50 Bps erfolgen. Sollten jedoch weitere Systemrisiken auftreten, könnten ein geringerer Zinsschritt oder sogar eine Zinspause in Betracht gezogen werden. Es ist entscheidend, die Situation sorgfältig zu überwachen und verschiedene Szenarien umfassend zu evaluieren.

    Ausland
    Die wachsende Besorgnis über eine mögliche Bankenkrise infolge des Zu sammenbruchs dreier regionaler Banken in den USA hat die Notenbanken dazu veranlasst, mit Liquiditätsspritzen zu reagieren. Dennoch deutet eine aktuelle Studie darauf hin, dass das US-Bankensystem unrealisierte Verluste von zwei Billionen USD verzeichnet, was die Möglichkeit weiterer Zinserhöhungen stark in Frage stellt. Während sich die Inflation trotz des unerwarteten, schnellen Anstiegs der Zinsen unbeeindruckt zeigt, werden im Bankensystem somit erste Risse sichtbar.

    Die gestiegenen Zinsen seit letztem Jahr führten zu beträchtlichen Wertverlusten bei hypothekarisch besicherten Anleihen und anderen nahezu risikolosen Anleihen, die einen Grossteil der Aktivseite von Banken ausmachen. Eine Studie zeigt, dass der Marktwert der Vermögenswerte des US-Bankensystems um zwei Billionen USD niedriger ist als der binanzielle Wert. Zusammen mit einem hohen Anteil unversicherter Einlagen bei einigen US-Banken könnten Verlustrealisierungen deren Stabilität gefährden. Sollten die Hälfte der unversicherten Einleger Gelder abheben, wären bei-
    nahe 190 Banken einem potenziellen Risiko ausgesetzt. Dies würde auch versicherte Einleger treffen, wobei möglicherweise 300 Milliarden USD an versicherten Einlagen gefährdet wären.

    Obwohl das Bankensystem derzeit solide ist, könnte es im Falle eines Bank Runs an Liquidität mangeln, was zu einem Kaskadeneffekt bei der Verlustrealisierung führen und letztendlich die Solvenz gefährden würde. Dies könnte sowohl amerikanische als auch andere Banken einer drohenden Liquiditätskrise aussetzen. Daher ergreifen die Fed, die EZB und andere Zentralbanken koordinierte Massnahmen zur Stärkung der Liquidität.

    Der Markt preist aufgrund von Befürchtungen möglicher Systemrisiken bereits Zinssenkungen für die Fed und nur noch geringe Zinsschritte für die EZB ein (Abbildung 5 und 6). Die Gründe dafür sind einerseits die restriktive Wirkung der Liquiditätsproblematik auf die Kreditvergabe und andererseits die Verschärfung der Liquiditätsproblematik oder sogar das Entstehen von Systemrisiken in anderen Bereichen durch eine anhaltende restriktive Geldpolitik. Beides würde zu einem Rückgang des Wirtschaftswachstums und damit zu einer inflationsdämpfenden Wirkung führen. So sind die marktimplizierten Inflationserwartungen trotz weiterhin hohen Inflationszahlen und sinkenden Zinserwartungen nicht gestiegen.

    Unsere Erwartungen
    Die aktuelle Situation im Bankensektor scheint sich zunächst beruhigt zu haben, doch besteht weiterhin das Risiko, dass der rasante Zinsanstieg seit dem letzten Jahr neben dem Bankensektor auch andere Bereiche des Finanzsystems belasten könnte. Daher schliessen wir weitere Zinserhöhungen vorerst aus. Gleichzeitig halten wir aber auch Zinsreduktionen für unwahrscheinlich. Die Inflation ist weiterhin zu hoch und muss mit einer restriktiven Geldpolitik bekämpft werden. Zudem verfügen die Notenbanken neben dem Leitzins über ein breites Instrumentarium, um Probleme wie beispielsweise die Liquiditätsschwierigkeiten zu bewältigen. Aus diesen Gründen gehen wir davon aus, dass die Fed in der nächsten Sitzung eine Zinspause einlegen und in den kommenden Monaten die Situation rund um die Banken und die Inflationsentwicklung genau beobachten wird. Für die EZB hingegen erwarten wir aufgrund der verheerenden Inflationsentwicklung einen Zinsschritt um mindestens 25 Bps.

  • Preiskorrektur bei Schweizer Immobilien gewinnt an Dynamik

    Preiskorrektur bei Schweizer Immobilien gewinnt an Dynamik

    Aktuelle Zinssituation in der Schweiz
    Nach mehr als sieben Jahren will die Schweizer Eidgenossenschaft die Zeit der niedrigen Zinsen am 21. September beenden. Geplant ist eine Erhöhung um einen halben Prozentpunkt auf 0,25. In Szenarien, die von einer weiter fortschreitenden Inflation ausgehen, ist eine 0,75-prozentige Erhöhung auf 0,5 Prozent vorgesehen.

    Bereits Mitte Juni hat die SNB die Zinsen in einem ersten Schritt um einen halben Prozentpunkt auf minus 0,25 Prozent angehoben. Dabei gewichtete das Direktorium die Gefahren eines unkontrollierbaren Preisverfalls höher als die einer Schwächung der Exportwirtschaft. SNB-Präsident Thomas Jordan erklärte: „Das Preisstabilitätsziel ist für uns absolut zentral.“

    Immobilienpreise zum Teil deutlich eingebrochen
    Was unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten Entspannung verheisst, wird von Immobilienkäufer*innen kritisch beobachtet. Denn bereits vor dem Nationalbankentscheid verzeichneten die Zinsen für Festhypotheken einen teilweise deutlichen Anstieg. Gleichzeitig fielen in gewissen Regionen die Immobilienpreise.

    So belegt etwa der Wohnimmobilienpreisindex des Bundesamts für Statistik, dass der Wert von Immobilien im ersten Quartal 2022 bereits um 0,4 Prozent gefallen ist, sich jedoch im zweiten Quartal teilweise wieder erholt hat. Dabei gab es je nach Region und Art der Immobilie zum Teil erhebliche Unterschiede. Am stärksten betroffen waren Eigentümer*innen kleinerer Einfamilienhäuser in kleineren Städten wie Glarus, Davos oder Langenthal. Hier beliefen sich die Abschläge zuletzt auf 4,2 Prozent, in ländlichen Regionen wie Dissentis und Maggia auf 1,7 und in grösseren Städten wie Winterthur, St. Gallen und Lugano auf 1,4 Prozent. Noch stärker waren die Verluste bei Eigentumswohnungen. In mittelgrossen Städten wurden Einbußen von 3,3, im ländlichen Raum von 3,2 Prozent verzeichnet.

    Folgen der Entwicklung für Immobilienkäuferinnen und -eigentümerinnen
    Aufgrund der sinkenden Preise sind bereits heute regional spürbare Rückgänge der Nachfrage zu verzeichnen, wobei vor allem Orte in weniger guten Lagen betroffen sind. Lange Zeit war es möglich, auch hier mit verhältnismässigem (Vermarktungs-)Aufwand hohe Preise zu erzielen. Das dürfte sich nun ändern. Denkbar sind vor allem folgende Szenarien.

    Entwicklungen auf Käuferseite
    Mit steigenden Zinsen werden auch die Kredite teurer. Das erhöht die monatliche Belastung für all diejenigen, die für den Immobilienkauf eine Finanzierung in Anspruch nehmen. Hieraus erwachsen zwei Probleme.

    Zunächst einmal wird es nicht mehr für alle Kaufwilligen möglich sein, eine Finanzierung zu erhalten, da sie die monatliche Belastung nicht tragen können. Entsprechend wird die Nachfrage zurückgehen. Ist das aufgrund des Nachfrageüberhangs aktuell auch noch kein Problem, so könnte es doch zu einem werden, wenn in 10 bis 15 Jahren Anschlussfinanzierungen auslaufen und sich nicht mehr alle Käufer*innen eine Weiterfinanzierung zu ungünstigeren Konditionen leisten kann.

    Das zweite Problem hängt eng mit dem ersten zusammen. Können Anschlussfinanzierungen nicht mehr bedient werden und Immobilien müssen verkauft werden, kommen mehr Immobilien auf den Markt, die aufgrund gestiegener Preise einer sinkenden Nachfrage begegnen. Gleichzeitig entsteht für die Banken das Risiko, dass sie hypothekenbelastete Immobilien bei einer geplatzten Anschlussfinanzierung nicht mehr zum vorgesehenen Preis verkaufen können.

    Entwicklungen auf Eigentümerseite
    Wenn die Nachfrage im Zuge perspektivisch steigender Zinsen absinkt, wird das auch für all diejenigen zum Problem, die sich die Immobilie zum Werterhalt ihres Vermögens gekauft haben. Wenn die Preise sinken, können sie auch weniger dafür erlösen. In dem Fall geht der Wert des gegen Geldentwertung geschützten Vermögens an anderer Stelle verloren.

    In Zukunft kommen mehr Häuser auf den Markt
    Rund die Hälfte aller Eigenheime in der Schweiz sind im Besitz von Rentnerinnen. Viele dieser Häuser werden in den nächsten Jahren auf den Markt kommen. „Die Credit Suisse hat die Daten exklusiv für Blick ausgewertet. Diese sind eindrücklich: Verteilt auf die nächsten 23 Jahre werden insgesamt über 419’000 Eigenheime frei, weil Rentnerinnen ausziehen oder ableben. Die Anzahl Häuser, die so auf den Markt kommen, nimmt ab jetzt mit jedem Jahr zu. Sind es 2023 noch 3‘500 Häuser, werden es 2045 laut den Berechnungen der CS über 40’000 Eigenheime sein.“

    Empfehlungen für Käuferinnen Am wichtigsten ist es für Käuferinnen und Eigentümer*innen, nicht in Panik zu verfallen. Bei einem Blick auf die Zinsentwicklung der vergangenen zehn Jahre wird deutlich, dass viele Finanzierungen noch mit 3,2 bis 4,0 Prozent abgeschlossen wurden. Für diese Menschen stellen moderate Zinserhöhungen derzeit kein Problem dar. Sie können ihre Zins- und Tilgungszahlungen weiter leisten. Probleme sind hier allenfalls im Zuge eines Wirtschaftseinbruchs mit stark steigenden Arbeitslosenzahlen zu erwarten. Doch auch hier zeigt sich ein stabiles Bild. Zwischen 2011 und 2021 lag die Quote konstant zwischen 4,4 und 5,1 %.

    Der wichtigste Tipp besteht darüber hinaus darin, sich die im langfristigen Vergleich noch immer niedrigen Zinsen so lange zu sichern wie möglich. Das schliesst vor allem die Notwendigkeit ein, sich möglichst früher um eine Anschlussfinanzierung zu kümmern. Hier können zum Beispiel Forward-Darlehen in Anspruch genommen werden. Allerdings sind hier Zinsaufschläge einzukalkulieren, um sich keine langfristigen Mehrkosten aufzubürden.

    Über BETTERHOMES
    BETTERHOMES steht für Erfolg in der Immobilienvermittlung zu fairen Konditionen und konnte sich mit der Idee der Immobilienfairmittlung® – einer innovativen Kombination aus neuster Technologie und lokaler Expertise – zum grössten unabhängigen Immobilienmakler im Heimmarkt Schweiz etablieren und ist ebenso erfolgreich in Deutschland wie auch Österreich tätig.

    Das Unternehmen garantiert Immobilienanbieter*innen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis einer Maklerdienstleistung und bietet Immobiliensuchenden ein möglichst grosses und attraktives Immobilienangebot.

    Weiterführende Informationen: BETTERHOMES

  • Zinssätze für Swapgeschäfte steigen

    Zinssätze für Swapgeschäfte steigen

    Aktuell unterläuft die Zinskurve für Swapgeschäfte einer nicht-parallelen Verschiebung. Seit der letzten Entscheidung vom 16. Juni ist eine Abflachung der Kurve zu erkennen, indem die Sätze für unterjährige Laufzeiten hoch geblieben und die Sätze mit längeren Fristen gesunken sind. Dieser Rückgang spricht für die Glaubwürdigkeit der Geldpolitik, dass sie in der Bemühung um die Gewährleistung der Preisstabilität langfristig erfolgreich sein wird. Insbesondere für mittlere Laufzeiten spiegelt dieser Rückgang die Markthaltung wider: die SNB zieht für dieses Unterfangen nicht so kräftig an der Zinsschraube wie zuvor erwartet. Obwohl die unterjährigen Laufzeiten eine bevorstehende Leitzinserhöhung signalisieren, wird die Schrittweite von den zukünftigen Inflationsdaten abhängig sein und lässt momentan einen grossen Spielraum für deren Schätzung zu. Das Szenario einer Zinserhöhung um 75 Bps, ähnlich wie bei der Fed, wäre bei überraschend hohen Inflationszahlen nicht unvorstellbar.

    Auf jeden Fall steht das Ende der Negativzinsen bevor. Die Preise für Festhypotheken sind seit dem letzten Entscheid der SNB günstiger geworden, jedoch werden zukünftig nun auch Geldmarkthypotheken betroffen sein und mit hoher Wahrscheinlichkeit teurer werden.

    Positive Zeichen im Zinsmarkt
    Der Zinsmarkt hat in den vergangenen Wochen positiv auf die geldpolitische Strategie reagiert und untermauert somit die Glaubwürdigkeit der SNB, die Preisstabilität in der langen Frist gewährleisten zu können. Auch wenn die Zinsen am längeren Ende gesunken sind und die starke heimische Währung sich vermutlich auch in den kommenden Monaten positiv auf die Inflation auswirken wird, sind weitere Erhöhungen für eine erfolgreiche Geldpolitik unabdingbar. Jedoch ist es aus

    heutiger Sicht sehr schwierig, den nächsten Zinsschritt zu quantifizieren, wobei wir alle Szenarien von 25 bis 75 Bps als äusserst wahrscheinlich erachten. Deshalb werden wir die bevorstehenden Inflationszahlen und den Swapmarkt genau beobachten, um Aufschlüsse für die nächste Entscheidung zu gewinnen.

    Beschluss des Fed
    Der Offenmarktausschuss der Fed beschloss in seinen Sitzungen vom 26. und 27. Juli eine weitere Anhebung des Leitzinses um 75 Bsp. Das neue Zielband für den Leitzins liegt bei 2.25% bis 2.50% und befindet sich gemäss der Einschätzung der Notenbank nun im neutralen Bereich. Die Rückkehr zu einer neutralen Geldpolitik hatte bis jetzt die gewünschte Abnahme der gesamtwirtschaftlichen Aktivität zur Folge, um so dem Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage entgegenzuwirken. Obwohl die Inflation dennoch ungebremst zu steigen scheint, hat die Geldpolitik der Fed – dank des hohen Straffungstempos in den letzten Monaten –

    wieder mehr an Glaubwürdigkeit gewonnen. Dafür spricht unter anderem der Rückgang der Anleiherenditen sowie der Breakeven-Inflationsraten. Zudem war der letzte Entscheid übereinstimmend mit der Markterwartung, die momentan für die nächste Sitzung im September – einhergehend mit den Äusserungen der Fed – eine weitere Straffung um mindestens 50 Bps einpreist. Es gilt nun, die Inflationsentwicklung in den kommenden Wochen genau zu beobachten.

    Die EZB hat am 21. Juli den Ausstieg aus den Negativzinsen vollzogen und hob die Zinsen um 50 statt 25 Bps an. Bei der Entscheidung war der starke Kursrückgang des Euros seit Jahresbeginn von besonderer Relevanz, da dieser den importierten Inflationsdruck verstärkt. Weitere Zinsanpassungen könnten die Attraktivität der europäischen Währung steigen und durch Kursaufwertungen der Inflation zumindest in der kurzen Frist entgegenwirken. Des Weiteren hat der EZB-Rat ein neues Instrument mit dem Namen Transmission Protection Mechanism (TPM) genehmigt, um die Renditedifferenzen der Anleihen von verschiedenen Mitgliedsstaaten

    zu begrenzen, um so die effiziente Übertragung der geldpolitischen Signale in allen Ländern des Euroraums zu gewährleisten.

    Wird im September die Zinsschraune erneut anziehen?
    Sollte bis September keine Abkühlung der Inflation erkennbar sein, erwarten wir, dass die Fed ein drittes Mal die Zinsschraube um mindestens 50 Bps anziehen wird. Jedenfalls ist wichtig zu verstehen, dass aufgrund der kurzen Abfolge von grossen Zinsschritten die Wirksamkeit der Geldpolitik wahrscheinlich nicht unmittelbar zum Tragen kommt und eine gewisse Zeit benötigt wird, bis die Wirtschaft vollständig reagiert. Wir denken daher, dass eine Stagnation bzw. sogar eine Abnahme der Preise zu erwarten ist und die sogenannte Peak-Inflation bald erreicht sein wird. Aufgrund der Entwicklung des Euro-Wechselkurses und den deutlich hohen Inflationszahlen, erwarten wir ganz klar weitere Zinsanhebungen seitens der EZB. Angesichts der erfolgten Zinsschritte der Fed und auch der SNB erwarten wir für die Sitzung im September aktuell mindestens eine Anpassung um 50 Bps.

  • Sachwerte werden unverzichtbar

    Sachwerte werden unverzichtbar

    Viele reden noch darüber, ob sie kommt – dabei ist sie längst da. Die Zinswende hat auch die Schweiz erreicht. Wobei das Wort Wende etwas grösser klingt als das, was da tatsächlich geschah. Es handelt sich nämlich schlicht um einen Vorzeichenwechsel: Erstmals seit vielen Jahren notieren die Renditen von mittel- und langfristigen Frankenobligationen wieder nominal im Plus. Dieselbe Entwicklung ist im Euroraum zu beobachten, und die Spreads in den Peripheriestaaten nehmen ebenfalls zu.

    Droht ein Ende des Immobilienbooms?
    Der Grund für die Nervosität an den Zinsmärkten ist schnell gefunden. Die Inflation steigt diesseits wie jenseits des Atlantiks – und das inzwischen so schnell, dass die US-Notenbank Fed inzwischen deutlich die Zügel anzieht. Deshalb starren nun alle auf die Europäische Zentralbank (EZB): Wird sie den USA folgen und damit die hiesige Wirtschaft ebenfalls mit höheren Kapitalkosten belasten? Und was hiesse das für die Schweizerische Nationalbank (SNB)? Droht uns ein Ende des guten wirtschaftlichen Umfelds und des langjährigen Immobilien- und Sachwertbooms?

    Weder noch. Denn die Lage in Europa ist fundamental anders als in den USA. Erstens waren im Euroraum und in der Schweiz die Real- und teilweise auch die Nominalzinsen jahrelang negativ, das hat es in den USA nie gegeben. Auch negative Leitzinsen, wie sie die EZB und die SNB für Depositen seit vielen Jahren verlangen, sind in den USA unbekannt. Genau wie die hier von Geschäftsbanken inzwischen vielfach üblichen Negativzinsen für grössere Sichteinlagen. Zweitens ist das Wachstum in Europa strukturell schwächer als in den USA. So wuchs das amerikanische Bruttoinlandprodukt im letzten Jahr um 5,7% und legte im vierten Quartal sogar 6,9% zu. Das relativiert selbst die Teuerung, die zuletzt mit 7,5% den höchsten Wert seit 40 Jahren erreichte. Die Beschäftigung in den USA ist stark gestiegen, die Arbeitslosigkeit sinkt. Und zugleich sitzen die US-Bürger nach zwei Jahren Pandemie auf viel Geld. All das ermöglicht es dem Fed, entschieden gegen die Inflation anzukämpfen.

    Langsame Zinserhöhungen
    Die EZB dagegen steckt im Zinstief fest. Selbst wenn sie es um die Inflation auszubremsen wollte, kann sie die Zinsen keinesfalls so schnell und entschieden anheben wie das Fed. Denn das viele billige Geld, das sie in den vergangenen zehn Jahren in den Markt pumpte, hat die Schuldenlast der EU-Staaten so massiv erhöht, dass die Zentralbank mit einem Zinsanstieg nicht nur den Aufschwung abwürgen, sondern auch den eigenen Mitgliedstaaten die Luft zum Atmen nehmen würde. Selbst die Triple-A-Nation Deutschland steckt inzwischen in der Zinsfalle.

    Als Folge davon sind auch der SNB weitgehend die Hände gebunden. Einerseits ist der Franken gegenüber dem Euro so stark wie seit Januar 2015 nicht mehr. Anderseits hält sich die Inflation in der Schweiz aktuell in Grenzen. Die Konjunkturforschungsstelle Kof erwartet für 2022 einen Anstieg der Konsumentenpreise von 2,0% und für 2023 einen Anstieg von 1,3%. Die steigenden Energiekosten tangieren die Schweizer Wirtschaft geringer als die Wirtschaftsräume der USA und der Eurozone, und die starke Währung wirkt generell preishemmend. Will die SNB nicht das Risiko einer noch stärkeren Währung eingehen, wird sie die ersten Zinsschritte der EZB abwarten müssen, bis sie ihrerseits eine Annäherung der Leitzinsen an die Null-Marke vornehmen kann.

    Mit anderen Worten: Die geldpolitische Wende ist da. Aber in Europa inklusive der Schweiz absolvieren wir sie im Zeitlupentempo. Die EZB wird ihre Ankaufprogramme für Anleihen zurückfahren, den Spielraum für grosse Zinsschritte hat sie nicht. Die EZB muss und wird die Inflation ein Stück weit laufen lassen. Die SNB wird wahrscheinlich nicht unter Zugzwang stehen, da die Inflation massvoll bleiben wird. Sie wird betreffend Zinserhöhungen behutsam vorgehen.

    Sachwerte bleiben Trumpf
    In einem solchen Umfeld sind Investoren auf Realwerte angewiesen, die einzigen Anlagen, die ihnen Inflationsschutz und Renditeperspektiven bieten. Investitionen in Immobilien und andere Sachwerte werden also unverzichtbar, und weil der Anlagedruck steigt, geht auch der Preisauftrieb in dem Segment weiter. Was wir hier erleben, ist keine Blasenbildung. Hier wirken ganz normale Marktkräfte. Wer in den USA eine Blase fürchtet, kann sich ebenfalls entspannen: Dort sind die Renditeniveaus bei den meisten Anlageklassen – gerade auch an den Immobilienmärkten – strukturell höher als im Euroraum. Das wiederum wirkt als Puffer gegen steigende Kapitalkosten. Wenn das Fed nun die Rückkehr zur Zinsnormalität plant, ist das also kein Grund zur Beunruhigung, sondern vielmehr der Beweis für wirtschaftliche Stärke.

    Davon sind wir in Europa und in der Schweiz weit entfernt. Stattdessen müssen wir uns auf eine Phase mit anhaltend niedrigen Realzinsen einstellen. In diesem Umfeld, welches das Halten von Bargeld und nominal verzinsten Anlagen bestraft, versprechen Aktien, Immobilien und Rohstoffe weiterhin den grössten Erfolg. Wertpapiere global tätiger Immobilienunternehmen weisen vor diesem Hintergrund weiterhin gute Perspektiven auf. In der Schweiz hat sich der Immobilienmarkt in den letzten Jahren preislich stark nach oben bewegt. Solange die negativen Realzinsen anhalten, gibt es aus wirtschaftlicher Sicht aber wenig Gründe, weshalb die Preise fallen sollten.