Schlagwort: Solarpanels

  • PV-Modul-Recycling mit digitaler Unterstützung

    PV-Modul-Recycling mit digitaler Unterstützung

    Das Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik CSP in Halle (Saale) hat Solar Materials dabei unterstützt, ihren Aufbereitungsprozess durch automatisierte Datenerfassung zu optimieren. Mithilfe einer umfangreichen Datenbank mit Hunderten von Proben verschiedener PV-Module kann Solar Materials nicht nur den Schadstoff- und Silberertrag der Solarmodule abschätzen, sondern auch den Recyclingprozess anpassen.

    Die meisten PV-Anlagen in Deutschland wurden zwischen 2010 und 2012 installiert, und nach Ablauf der zwanzigjährigen Einspeisevergütung ab 2029 wird eine erste Welle der Entsorgung erwartet. Angesichts des anhaltenden Zubaus von PV-Anlagen wird der Bedarf an Entsorgungsdienstleistungen hoch bleiben und weiter steigen. Daher ist es entscheidend, kostengünstige Recyclingprozesse und -verfahren für die Rückgewinnung von Materialien aus ausgedienten Modulen zu entwickeln.

    Die Solar Materials GmbH aus Magdeburg plant genau das und hat bereits eine Pilotlinie für das Recycling von Solarmodulen eingerichtet. In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer CSP hat das Unternehmen den Aufbereitungsprozess für seine Recycling-Linie weiter verbessert. Eine umfangreiche Datenbank mit Moduldaten ermöglicht eine automatische Erkennung der PV-Module zu Beginn des Recyclingprozesses und passt die Verfahren entsprechend an. Dies führt zu Energieeinsparungen und besseren Endresultaten.

    Die Datenbank ermöglicht auch eine genauere Analyse der eingehenden PV-Module, was zu einer besseren Abschätzung des Silber- und Schadstoffgehalts führt und die Preisgestaltung anpasst. Die Pilotlinie des Unternehmens läuft bereits erfolgreich und der Bau einer groß angelegten Recyclingstraße in Magdeburg hat im September begonnen. Dies markiert einen wichtigen Schritt hin zu einer nachhaltigen Zukunft im Bereich PV-Modul-Recycling.

  • In Matten entsteht die erste Solargemeinschaft auf dem Bödeli

    In Matten entsteht die erste Solargemeinschaft auf dem Bödeli

    Rund 220 Personen haben sich zur IBI-Solargemeinschaft mit Standort in Matten zusammengefunden. Laut einer Medienmitteilung der Industrielle Betriebe Interlaken AG (IBI) wird die Grossanlage auf dem Dach des Pferdesportcenters mit 2390 Quadratmeter Solarpanels bestückt. Die Photovoltaikanlage erlaubt eine Produktion von 463’000 Kilowattstunden Sonnenstrom pro Jahr. Das entspricht dem jährlichen Strombedarf von bis zu 120 Haushalten.

    Die IBI habe auf dem Bödeli, dem Gebiet zwischen Thuner- und Brienzersee im Berner Oberland, ein grosses Interesse der Bewohnerinnen und Bewohner an Solaranlagen, heisst es in der Medienmitteilung. Allerdings verfügten nicht alle interessierten Personen über eine Dachfläche, um eine eigene Photovoltaikanlage zu installieren. Die Lösung seien Solargemeinschaften, bei denen sich mehrere Personen an einer gemeinschaftlichen Anlage beteiligen.

    Eine solche Gemeinschaftsanlage entsteht jetzt auf dem Dach des grossen Zentrums für Pferdesport in Matten. Das Interesse sei so gross gewesen, dass schon 18 Tage nach Buchungsbeginn die Investition stand. Rund 220 Kundinnen und Kunden haben sich nach Angaben der IBI am Dach beteiligt, 40 Prozent davon mit einer Maximalfläche von 20 Quadratmetern. Die Beteiligung beträgt 250 Franken pro Quadratmeter Panelfläche. Dafür erhalten die Investoren eine Gutschrift von 100 Kilowattstunden Sonnenstrom pro Jahr über 20 Jahre. Das Risiko für den Betrieb der Anlage liegt zu 100 Prozent bei der IBI. Bei Betriebsausfällen, Schnee auf dem Dach oder Hagelschaden tragen die Kunden kein Risiko.

    Aktuell muss das Leitungsnetz in diesem Gebiet noch verstärkt und eventuell eine Trafostation gebaut werden. Die IBI plant laut der Mitteilung schon, noch 2023 eine zweite Solargemeinschaft auszuschreiben.

  • Europas erste Solaranlage in Satellitenschüssel

    Europas erste Solaranlage in Satellitenschüssel

    Als erstes Unternehmen in Europa nutzt Leuk TDC Satellitenschüsseln zur Energieproduktion. Anstatt ausgediente Satellitenschüsseln zu entsorgen, wird die vorhandene Infrastruktur umfunktioniert. Dieses Solarprojekt wurde von CKW realisiert. Die Solarpanels werden auf der Innenseite der Satellitenschüsseln montiert, wo die Sonneneinstrahlung am stärksten wirkt.

    Mit Satellitenschüsseln zur Selbstversorgung
    Ehemalige Satellitenschüsseln eignen sich optimal als Solaranlage. Sie können flexibel nach der Sonne ausgerichtet werden und erzeugen dadurch mehr Strom als herkömmliche Solaranlagen. Schnee bleibt auf den Solarpanels zudem kaum haften und dank ihrer Lage auf rund 1’000 Metern über Meer liegen das Rechenzentrum und die Satellitenschüsseln meist über der Nebelgrenze. Somit kann Leuk TDC auch im Winter sehr viel Energie durch Sonneneinstrahlung gewinnen.

    Eine Schüssel generiert jährlich rund 110’000 kWh, was dem Energiebedarf von 25 Haushalten entspricht. Die Solarpanels auf dem Dach des Rechenzentrums produzieren zusätzliche 550’000 kWh pro Jahr. Bei Leuk TDC sind weitere Solarprojekte angedacht: Solarpanels auf zwei weiteren Satellitenschüsseln und auf Freiflächen, um in Leuk künftig noch mehr Sonnenenergie zu gewinnen. Die Baubewilligung für die zweite Satellitenschüssel liegt bereits vor, die im Frühling gebaut werden soll.

    Dank des eigens produzierten Solarstroms und zusätzlicher Wasserkraft wird das Rechenzentrum von Leuk TDC in Zukunft zu 99 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben. Auch CKW nimmt eine Vorreiterrolle in der klimafreundlichen Energieproduktion ein: Bis 2030 will die Zentralschweizer Energiedienstleisterin massiv in erneuerbare Energien investieren und mit Kraftwerksprojekten in den Bereichen Photovoltaik, Windkraft, Biomassekraftwerke, Wasserkraft und mit weiteren Technologien zusätzlichen Strom für 165’000 Haushalte und Wärme für 55’000 Haushalte produzieren.

    Zukunftsmodell Solar Contracting
    In der Zusammenarbeit mit CKW profitiert Leuk TDC vom Solar Contracting. Bei diesem Modell wird die Solaranlage von CKW installiert und Leuk TDC bezieht den Solarstrom zu einem Fixpreis und einer festgelegten Vertragsdauer. Auch Wartungs- und Servicearbeiten erledigt CKW. Nach Ablauf der Vertragsdauer gehört die Solaranlage Leuk TDC. Durch den eigens produzierten Strom ist Leuk TDC unabhängiger und weniger betroffen von steigenden Strompreisen. So kann Leuk TDC auch in Zeiten von Stromunsicherheit die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden nach geringer Latenzzeit und High-Computing-Services im Rechenzentrum erfüllen. Die Partnerschaft von Leuk TDC und CKW beweist, dass Rechenzentren trotz ihres Energiebedarfs auch nachhaltig betrieben werden können. John Harris, CEO von Leuk TDC, bekräftigt: «Dies ist möglich, wenn man auf Solarprojekte setzt und deren Ausbau fördert. Indem Unternehmen bei ihrer Energiebeschaffung mehr auf eigene Solarlösungen setzen, tragen sie einen wichtigen Teil zum Erreichen der Schweizer Energieziele bei.»

    Im Solarbereich liegt in der Schweiz ein enormes Potenzial brach. Insbesondere Freiflächenanlagen im alpinen Bereich sind in der Schweiz eine Seltenheit. «Wir wollen verstärkt auch im alpinen Bereich Grossanlagen realisieren, denn diese sind effizienter und können im Winter sogar mehr Strom produzieren als im Sommer», sagt CKWCEO Martin Schwab. Die neue Anlage in der Satellitenschüssel von Leuk TDC ist bestes Beispiel für eine innovative, effiziente Solaranlage mit hoher Winterstromproduktion.