Schlagwort: Solarstrom

  • Flexible Abrechnungssysteme stärken lokale Energiegemeinschaften

    Flexible Abrechnungssysteme stärken lokale Energiegemeinschaften

    Das Softwareunternehmen zevvy AG und das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) spannen bei Stromabrechnungslösungen zusammen. Künftig nutzt auch die ewz die flexible Abrechnungsplattform, die Energieflüsse in Mehrparteiengebäuden und Quartieren berechnet, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. So ermöglicht die zevvy-Software die Abrechnung von Solarstrom bei Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch (ZEV), virtuellen ZEVs (vZEV), Mieterstrom und lokalen Elektrizitätsgemeinschaften (LEG), sowie Heiz-und Wasserkosten und von Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Die Plattform wird künftig als White-Label, also unter dem Logo der ewz, genutzt.

    Laut der Mitteilung profitiere ewz besonders von der Integrationsfähigkeit der Software, die mit verschiedenen Gebäudetechniksystemen, Monitoringplattformen, Smart-Home Anbietern sowie Internet der Dinge (IoT)-Lösungen genutzt werden kann. Diese Vielfältigkeit ermöglicht eine flexible Systemarchitektur für zukünftige Energiedienstleistungen und reduziere sogenannte Lock-In-Effekte. Bei diesen wird der Wechsel zu anderen Anbietern oder Systemen erschwert.

    „Wir freuen uns sehr, dass weitere Partner aus dem zevvy-Ökosystem zum Erfolg beitragen. Die Software erlaubt das Arbeiten im Mandantensystem. So begleitet die Firma dSyde SA französischsprachige Projekte und die Prola Services GmbH hilft beim initialen Aufwand der Migration“, wird Cyrill Burch zitiert, CEO von zevvy.

    Hintergrund für die Partnerschaft ist die steigenden Bedeutung geteilten Solarstroms und der damit verbundenen Dienstleistungen und Technologien. So benötigt etwa die aktive Energiesteuerung in Solar-Energiegemeinschaften sowie das Konzept der lokalen Energiegemeinschaften), das im Januar 2026 eingeführt wird, neue Lösungen. Die ewz will mit der zevvy-Software ihr Angebot bei der Energieabrechnung von Immobilienportfolios erweitern.

  • Lokale Gemeinschaften sollen Solarausbau fördern

    Lokale Gemeinschaften sollen Solarausbau fördern

    Die Stadt Zürich ist an einem möglichst raschen Ausbau der Solarstromproduktion im Stadtgebiet interessiert. Dazu lanciert das stadteigene Elektrizitätswerk (ewz) ein neues Angebot über lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG). Hier können Eigentümerschaften grosser Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) ihren überschüssigen Strom künftig direkt an Haushalte im Quartier verkaufen, informiert die Stadtverwaltung in einer Mitteilung. Bisher gab es nur die Möglichkeit, überschüssigen Strom ins Netz des ewz einzuspeisen.

    Im Angebot ewz.solarquartier übernimmt das ewz die Vernetzung von interessierten Produzierenden und Verbrauchenden von Solarstrom sowie Administration und Abrechnung. Die Eigentümerschaften erhalten einen stabilen Erlös von 12 Rappen pro abgegebener Kilowattstunde. „So lassen sich mit der LEG bis zu 10 Prozent mehr Erlöse erzielen als nur mit der Rücklieferung“, erläutert ewz-Direktor Benedikt Loepfe. Die Haushalte beziehen den Strom zum Preis des Standardprodukts ewz.natur.

    „Die installierte Leistung von PV-Anlagen in der Stadt Zürich hat sich in den letzten rund zehn Jahren mehr als vervierfacht“, informiert Stadtrat Michael Baumer. Die Stadt will diesen Wachstumstrend nach Möglichkeit weiter stärken, erläutert der Vorsteher des Departements der Industriellen Betriebe, in dem das ewz angesiedelt ist. „Ergänzend zu den verschiedenen bereits laufenden Massnahmen trägt ein gutes Angebot für LEG dazu bei, die Realisierung von Solaranlagen in der Stadt noch attraktiver zu machen.“

  • Schweiz baut Solarstrom weiter massiv aus

    Schweiz baut Solarstrom weiter massiv aus

    Der Zubau von Solarstrom hat 2024 laut einer Mitteilung von Swissolar einen neuen Rekord erreicht. Laut dem Branchenverband wurden Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 1798 Megawatt errichtet, ein Plus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt waren damit Ende 2024 bereits 8170 Megawatt installiert. Damit wurden 5961 Gigawattstunden Strom erzeugt.

    Solarstrom erreichte 2024 einen Anteil von 10,4 Prozent am Strombedarf. Im Vorjahr waren es 8,25 Prozent gewesen. Für 2025 erwartet Swissolar einen Anteil von 14 Prozent. «Solarstrom ist schon heute ein zentraler Bestandteil unserer Energieversorgung und auf bestem Weg neben der Wasserkraft zur zweiten tragenden Säule unserer Stromversorgung zu werden», wird Swissolar-Geschäftsführer Matthias Egli in der Mitteilung zitiert.

    Swissolar verweist auch auf die Bedeutung von Solarstrom für das Winterhalbjahr. So wurden zwischen Anfang Oktober 2024 und Mitte April 2025 rund 2400 Gigawattstunden Solarstrom erzeugt, etwa ein Drittel der Jahresproduktion.

    Die Zahl der neu installierten Batteriespeicher ist 2024 um 4 Prozent gewachsen. In Einfamilienhäusern wurden bereits 47 Prozent aller Solaranlagen mit Batteriespeichern ausgestattet, im Vorjahr waren es erst 42 Prozent. Insgesamt betrug die installierte Speicherkapazität Ende 2024 bereits 896 Megawattstunden, genug für den Verbrauch von 100‘000 Haushalten für einen Tag.

  • Europas Strommix verändert sich

    Europas Strommix verändert sich

    Deutschland produzierte von Januar bis Juni 2025 rund 40 Terawattstunden Solarstrom, ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch Frankreich, Belgien, Dänemark und Polen verzeichneten Zuwächse bei der Photovoltaik. Der Ausbau zeigt Wirkung, doch die parallele Flaute beim Windstrom belastete die Gesamtbilanz. Mit 60,3 TWh lag die Windstromerzeugung rund 18 % unter dem Vorjahr. Damit fiel der Anteil erneuerbarer Energien an der öffentlichen Nettostromerzeugung in Deutschland leicht auf 60,9 % (2024: 65,1 %).

    Europaweiter Trend mit regionalen Unterschieden
    Innerhalb der EU sank die kombinierte Stromerzeugung aus Wind und Sonne im ersten Halbjahr 2025 leicht auf 344,4 TWh, gegenüber 358,1 TWh im Vorjahr. Die Zahlen des Fraunhofer ISE zeigen, während der Solarausbau in vielen Ländern Früchte trägt, machen sich meteorologische Schwankungen wie Windflauten stärker bemerkbar.

    Der Stromhandel passt sich an
    Deutschland importierte im ersten Halbjahr 7,7 TWh Strom , vor allem aus Skandinavien, wo Wind- und Wasserkraft weiterhin günstige Preise ermöglichen. Diese Importe waren preislich attraktiver als heimischer Strom aus fossilen Kraftwerken. Exporte gingen unter anderem nach Österreich, Tschechien und Polen.

    Strompreise steigen leicht – Kundenpreise stabil
    Nach dem Preisrückgang der letzten Jahre stieg der durchschnittliche Börsenstrompreis im ersten Halbjahr 2025 wieder auf 86,64 Euro/MWh. Die höchsten Preise verzeichneten die windarmen Monate Januar und Februar. Mit durchschnittlich 27 Cent pro Kilowattstunde im Juni lagen die Strompreise für Neukunden wieder auf dem Niveau von 2021.

    CO2-Kosten und Gaspreise steigen wieder
    Parallel zum Strommarkt steigen die CO₂-Zertifikatspreise um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr, auch Erdgas war teurer als im ersten Halbjahr 2024. Diese Entwicklungen verdeutlichen, wie sensibel der Energiemarkt auf Angebotsschwankungen und politische Rahmenbedingungen reagiert und wie wichtig eine zukunftsfähige, resiliente Energieinfrastruktur ist.

  • Schweiz gehört bei Wind und Solar zu den Nachzüglern

    Schweiz gehört bei Wind und Solar zu den Nachzüglern

    Die Schweiz belegt in einer neuen Studie der Schweizerischen Energie-Stiftung (SES) einen hinteren Rang bei der Stromproduktion aus Solar- und Windenergie. Ihre Produktion von Solarstrom beträgt pro Kopf 681 Kilowattstunden, von Windstrom 19 Kilowattstunden. Insgesamt kommt sie damit auf 700 Kilowattstunden pro Kopf aus Solar und Wind Im Ranking mit den EU-Mitgliedsstaaten belegt sie damit Platz 22 von 28.

    Schweden ist Spitzenreiter in der Windstromproduktion 3930 Kilowattstunden pro Kopf, gefolgt von Dänemark mit 3448 Kilowattstunden. Selbst Nachbar Österreich kommt auf 1004 Kilowattstunden. Bei der Solarproduktion pro Kopf führen die Niederlande mit 1206 Kilowattstunden pro Kopf, gefolgt von Spanien und Zypern. Doch selbst Österreich kommt auf 941 Kilowattstunden, Deutschland auf 888 Kilowattstunden.

    Die Schweiz konnte innerhalb von fünf Jahren ihre Produktion von Strom aus Wind und Solar von 7,2 Prozent auf 11 Prozent steigern. Andere Länder in Europa erreichten in der gleichen Zeit aber  erreichen allerdings oft höhere Zunahmen von bis zu 20 Prozentpunkten. Im europäischen Vergleich liegen nur noch Malta, Slowenien, Rumänien,Tschechien, Lettland und als Schlusslicht die Slowakei hinter der Schweiz bei der Produktion von Strom aus Wind und Solar pro Kopf.

    Aus der Sicht der SES muss in der Schweiz insbesondere die Windenergie ausgebaut werden, heisst es in einer Mitteilung. Insgesamt 11 Prozent des inländischen Stromverbrauchs werden durch Wind und Solar erzeugt, 7,2 Prozentpunkte mehr als noch vor fünf Jahren. Europäische Nachbarn

    Das neue Stromgesetz zeigt, dass die Schweizer Bevölkerung nachhaltige Stromproduktion zukünftig intensivieren möchte. Politische Instrumente zur Umsetzung des Gesetzes sind bereits aktiv oder werden es ab 2026 sein. Ihre Wirkung wird sich in den kommenden Jahren zeigen, heisst es von der SES.

    Zudem birgt der Stromaustausch mit Nachbarn grosses Potenzial für die Schweiz. Die Schweiz ist in das europäische Stromnetz bereits mit über 40 grenzüberschreitenden Übertragungsnetzen eingebunden. Der europäische Stromhandel sei zentral für die Schweiz, um Winterstrom aus Windenergieanlagen der europäischen Nachbarn zu beziehen, heisst es in der Mitteilung. Das geplante EU-Stromabkommen bilde die Basis für den verstärkten Stromhandel.

  • Virtuelles Kraftwerk aus Solaranlagen und E-Autos

    Virtuelles Kraftwerk aus Solaranlagen und E-Autos

    „Das erste virtuelle Kraftwerk der Schweiz für Privatkunden ist live“, überschreibt die Helion Energy AG einen Beitrag auf LinkedIn. Die 2022 von der AMAG Gruppe übernommene Energiefirma will tausende kleine Energiequellen in Privathand zu einem intelligenten virtuellen Kraftwerk zusammenschliessen. Die einzelnen Solaranlagen, Hausbatterien und Elektroautos werden dabei von der Plattform Helion ONE vernetzt.

    „Schon ein Drittel der heutigen PV-Anlagen könnte ein Pumpspeicherkraftwerk ersetzen“, schreibt Helion Energy. Geplant ist, das dezentrale Grosskraftwerk im Regelenergiemarkt zur Stabilisierung des Stromnetzes einzusetzen. Dafür wird das Netz aktuell in Zusammenarbeit mit der Swissgrid AG getestet.

    Privathaushalte, die sich am virtuellen Kraftwerk beteiligen, können von 200 bis 300 Franken Ertrag im Jahr profitieren. Für KMU liege der Betrag aktuell bei über 1000 Franken bei steigender Tendenz, heisst es im Beitrag. Noch in diesem Jahr will Helion weiteren Interessierten die Teilnahme am dezentralen Grosskraftwerk ermöglichen.

  • Photovoltaikanlage auf dem kybunpark-Stadiondach wird vergrössert

    Photovoltaikanlage auf dem kybunpark-Stadiondach wird vergrössert

    Die St.Galler Stadtwerke (SGSW) haben ihre Photovoltaikanlage auf dem Dach des Fussballstadions kybunpark, Heimstätte des FC Gallen 1879, ausgebaut, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. Ein Grossteil der lokal erzeugten Solarenergie – etwa 440’000 Kilowattstunden – wird für Veranstaltungen im Stadion genutzt. Die symbolische Einweihung der Anlage fand beim Heimspiel des FC St.Gallen 1879 gegen FC Lausanne-Sport am 26. Januar statt.

    Das Dach ist nun vollständig mit Solarmodulen belegt. Durch die zusätzliche Kapazität von 572 Kilowatt Spitzenleistung wird eine um 560’000 Kilowattstunden höhere Strommenge ermöglicht. Die Gesamtleistung der Anlage betrage neu 1’205 Kilowatt in Spitzenzeiten und erhöhe die jährliche Stromproduktion auf mehr als 1 Million Kilowattstunden. Damit könnten 288 Vier-Personen-Haushalte ihren jährlichen Strombedarf decken.

    Durch diese zwischen September 2024 und Januar 2025 von SGSW, Stadion St.Gallen AG und FC St.Gallen Event AG gemeinsam umgesetzte Kapazitätserweiterung behalte die Anlage ihren Status als «grösste Solaranlage auf einem Dach» im Stadtgebiet bei. Die bisherige Photovoltaikanlage galt bei Inbetriebnahme im Jahr 2015 mit einer Spitzenleistung von 633 Kilowatt und einer Produktion von 520’000 Kilowattstunden pro Jahr als die grösste.

  • Solarstromprojekt in Frauenfeld gestartet

    Solarstromprojekt in Frauenfeld gestartet

    Thurplus produziert auf dem Dach von Signer Elektromotoren in Frauenfeld künftig Solarstrom. Der Frauenfelder Energieversorger hat dort laut einer Mitteilung Ende November eine Photovoltaikanlage mit 140 Modulen auf einer Fläche von 280 Quadratmetern in Betrieb genommen. Sie soll mit einer Leistung von 62 Kilowattstunden jährlich rund 62‘000 Kilowattstunden Strom erzeugen.

    Thurplus hat die Anlage finanziert und mit regionalen Handwerkern gebaut und wird sie auch betreiben.
    Signer Elektromotoren stellt das Dach zur Verfügung und erhält den Solarstrom zu einem stark vergünstigten Tarif. „Wir haben schon lange darüber nachgedacht, eine Photovoltaikanlage zu realisieren“, wird Juniorchef Dominik Signer in der Mitteilung zitiert. „Die Zusammenarbeit mit Thurplus war sehr gut, und wir freuen uns, einen Beitrag zur Förderung der Solarenergie zu leisten.“

    Das 1967 gegründete Familienunternehmen repariert Elektromotoren und baut Sondermotoren.

    Thurplus sucht weitere Dachflächen für die Photovoltaik. „Solche gemeinsamen Projekte tragen zur Energiewende bei und zur Erreichung unserer städtischen Nachhaltigkeitsziele“, wird Fabrizio Hugentobler, Stadtrat und Departementsvorsteher Thurplus, Freizeit und Sport, in der Mitteilung zitiert. Frauenfeld will bis 2027 eine Leistung von 8000 Kilowattpeak hinzubauen.

  • Neue Solaranlage auf ehemaliger Deponie genehmigt

    Neue Solaranlage auf ehemaliger Deponie genehmigt

    Der Basler Energieversorger IWB hat die Baubewilligung für das Errichten einer Solaranlage auf der ehemaligen Kehrrichtdeponie Hinterm Chestel in Liesberg erhalten. Der Investitionsbescheid soll Anfang 2025 erfolgen, heisst es in einer Mitteilung. Nach zügigem Baubeginn soll bereits im Frühjahr 2026 der erste Solarstrom fliessen, der etwa 1000 Haushalte versorgen kann.

    Auf einer Fläche von 25‘000 Quadratmetern sollen 7600 Solarmodule verbaut werden. Das entspricht einer installierten Leistung von 3,4 Megawatt. Die Anlage wird in einer bestimmten Höhe installiert, so dass darunter weiter eine Grünflächenbewirtschaftung möglich ist. Dies soll auch der Biodiversität vor Ort dienlich sein.

    „Für uns ist wichtig, dass die Anlage naturverträglich umgesetzt wird. So haben wir bei der Planung in Koordination mit der KELSAG bewusst bestehende Naturobjekte integriert“, wird Daniel Neuenschwander, Projektleiter Photovoltaik Grossanlagen bei IWB, in der Mitteilung zitiert. Die KELSAG (Kehrichtbeseitigung Laufental-Schwarzbubenland AG) ist die Besitzerin der Deponie und stellt die Fläche bis zu 50 Jahre lang zur Verfügung.

    Des Weiteren wird Sorge für den Lebensraum verschiedener Tierarten getragen. „Wir haben bei diesem Projekt von Beginn weg Natur- und Umweltverbände eng involviert. Das war das Erfolgsrezept zu einem ausgewogenen Projekt: Anliegen der Stromproduktion und der Biodiversität werden gleichermassen berücksichtigt“, so Neuenschwander.

  • Thermochemischer Speicher optimiert Solarenergie-Nutzung

    Thermochemischer Speicher optimiert Solarenergie-Nutzung

    Die Hochschule Luzern und ihr Industriepartner Matica haben eine Technologie entwickelt, mit der überschüssiger Solarstrom im Sommer in einem thermochemischen Verfahren verlustfrei gespeichert und im Winter zum Heizen genutzt werden kann. Eine erste Pilotanlage ist nun bei der Tierkörpersammelstelle (TKS) in Frauenfeld in Betrieb gegangen, informiert Matica in einer Mitteilung. Das Unternehmen aus Wagenhausen ist auf den Bau von Spezialbehältern wie Wassererwärmer sowie Wärme- und Kältespeicher spezialisiert.

    Die SeasON-Demonstrationsanlage in Frauenfeld nutzt Natronlauge als Speicher. Die Lauge wird im Sommer über den überschüssigen Strom der Solaranlage der TKS konzentriert, das abgeschiedene Wasser in separaten Tanks bei Raumtemperatur gelagert. Im Winter wird die konzentrierte Lauge wieder mit dem abgeschiedenen Wasser verdünnt. Dieses wird dabei mit Niedertemperaturwärme aus einer Wärmepumpe verdampft. Sowohl diese Verdampfungsenergie als auch die bei Verdünnung der Lauge aus deren exothermer Reaktion entstehende Wärme kann zum Heizen genutzt werden. Der Speicherwirkungsgrad der Anlage wird in der Mitteilung auf bis zu 95 Prozent beziffert.

    „SeasON löst gleich mehrere Herausforderungen der Energiewende und fördert nachhaltig effizientes Energiemanagement“, wird Benjamin Fumey von der Hochschule Luzern in der Mitteilung zitiert. „In der Entwicklung von SeasON haben wir uns gegenseitig bedingt und gleichzeitig eine Win-Win-Situation zwischen Forschung und Praxis geschaffen“, meint Matica-CEO Marc Lüthi. Eine zweite Demonstrationsanlage wird derzeit in der neuen Zustellstelle der Post in Kaltenbach TG installiert.

  • Neue Generation des Gateways für effizientes Energiemanagement

    Neue Generation des Gateways für effizientes Energiemanagement

    Solar Manager hat eine neue Version seines Gateways für Solarstrom auf den Markt gebracht. Wie es in einer Mitteilung des in Muri und im deutschen Isernhagen ansässigen Spezialisten für Energiemanagement heisst, ist Solar Manager Connect 2 als Hutschienenversion leicht in bestehende Anlagen zu integrieren. Die Hardware kommt mit der ebenfalls neuen Solar Manager-Software auf den Markt. Der Gateway soll laut Firmenangaben mit über 500 Geräten unterschiedlicher Hersteller kompatibel sein.

    Connect 2 kann zur Steuerung eines Hausnetzwerkes (Home Energy Management System, HEMS) eingesetzt werden. Zu den Neuerungen zählen zwei integrierte Relaiseingänge zur Steuerung von Wallboxen und Wärmepumpen, zwei digitale Eingänge und ein analoger Ausgang sowie ein bereits im Vorgängermodell verbauter RS-485-Industriestandard zur Kommunikation mit Fremdgeräten. Des Weiteren ist ein integrierter EEBUS-Standard zur Kommunikation mit Netzbetreibern als Smart-Meter-Gateway eingebaut.

    „Unser Ziel war es, auch in zunehmend komplexen Energiesystemen die Installation so einfach wie möglich zu gestalten“, wird Andreas Kuhn, Gründer und CEO der Solar Manager AG, in der Mitteilung zitiert. „Das Feedback unserer Partner war entscheidend. Wir haben ihre Wünsche direkt in die Entwicklung des Solar Manager Connect 2 einfliessen lassen, damit Installateure auch weiterhin ihre Arbeit schnell und zuverlässig erledigen können.“

  • Zug verabschiedet nachhaltige Energieziele

    Zug verabschiedet nachhaltige Energieziele

    Der Energiebedarf im Kanton Zug beträgt fast 3000 Gigawattstunden jährlich, wobei Gebäude und Mobilität den grössten Anteil ausmachen. Die neue Energie- und Klimastrategie (EKS) des Regierungsrats zielt darauf ab, den Energieverbrauch zu reduzieren und verstärkt auf erneuerbare Energien zu setzen. Zugleich will die Regierung die Versorgungssicherheit im Kanton stärken und die Treibhausgasemissionen bis 2050 auf Netto-Null senken. Mit klaren Zwischenzielen bis 2030 konkretisiert die Regierung den Weg zu diesen ehrgeizigen Zielen.

    Investitionen in Solarstrom und Energiespeicherung
    Ein zentraler Bestandteil der Strategie ist die Steigerung der Produktion von Solarstrom im Kanton. Parallel dazu werden Investitionen in innovative Energiespeichertechnologien wie Wasserstoff geplant. „Durch enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und der Wissenschaft wollen wir die Energieinfrastruktur der Zukunft gestalten“, erklärt Baudirektor Florian Weber. Auch die Gebäude im Kanton sollen vermehrt als Energieproduzenten dienen und so zur Energiedrehscheibe werden.

    Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft und Negativemissionstechnologien
    Im Rahmen des Nachhaltigkeitsprojekts KERB setzt der Kanton auf Massnahmen in der Landwirtschaft zur Reduktion des CO2-Ausstosses. Wälder und Moore spielen eine zentrale Rolle bei der CO2-Bindung. Für unvermeidbare Emissionen setzt der Kanton auf Negativemissionstechnologien, die CO2 dauerhaft aus der Atmosphäre entfernen sollen. Eine Studie soll das Potenzial dieser Technologien im Kanton ermitteln.

    Anpassungen an den Klimawandel
    Neben der Reduktion von Emissionen bereitet sich der Kanton Zug auch auf die Auswirkungen des Klimawandels vor. Durch eine kantonale Naturgefahrenstrategie sollen klimabedingte Risiken wie Hitze und invasive Schädlinge minimiert werden. Zugleich wird in klimaangepasste Strassenbeläge und nachhaltige Forstbewirtschaftung investiert, um sowohl Schutz als auch Erholungsräume zu sichern.

  • Neue Netzplattform erleichtert Eigenverbrauch von Solarstrom und Batteriespeicherung

    Neue Netzplattform erleichtert Eigenverbrauch von Solarstrom und Batteriespeicherung

    Evaarist startet laut einer Mitteilung eine Netzplattform «zur Demokratisierung der Energieautarkie». Das Start-up mit Sitz in Sitten will mehr Besitzern von bestehenden Solaranlagen ermöglichen, ihre Solarproduktion stärker selbst zu verbrauchen. Evaarist bietet dazu neben der Plattform autarcie.ch zur Steuerung des Solarstroms vom Dach auch einfach zu installierende Batteriesätze an.

    «Die Energieautarkie ist unser Herzensanliegen», wird Loïc Viret zitiert. Er hat mit Julien Morard und Stéphane Curchod Evaarist 2023 gegründet. Das Ingenieurbüro ist auf erneuerbare Energien und Energieautarkie spezialisiert und hat im Rahmen des Espace Innothèque der Messe Foire du Valais 2024 die Plattform autarcie.ch lanciert, heisst es in der Mitteilung.

    Die Überlegungen von Evaarist basierten auf der Feststellung, dass fast 98 Prozent der rund 240‘000 bestehenden Solaranlagen in der Schweiz nicht mit Batterien ausgestattet sind. Evaarist bietet universell einsetzbare Batteriesysteme für Solardächer an. Parallel zum Stromnetz, den Solarmodulen und den vorhandenen Wechselrichtern wird ein Batteriesatz installiert. «Das wird es ermöglichen, zusätzliche Energie zu speichern und mit ihr zu arbeiten. Und vor allem kann der Autarkiegrad auf 65 bis 85 Prozent erhöht werden, während er ohne Batterien bei 20 bis 30 Prozent liegt», wird Viret zitiert.

    Weiter will Evaarist das Material direkt vom Hersteller zum Kunden bringen und die Installation wird weitgehend als «Do it yourself» durchgeführt. Dank einer Vereinbarung mit einem deutschen Importeur bietet autarcie.ch Batteriesätze ab 5800 Franken  für 10 Kilowattstunden an.

    Autarcie.ch ist kein Anti-Blackout-System. «Aber unsere Systeme können so ausgestattet werden, dass sie funktionieren, wenn das Netz ausfällt», wird Viret zitiert.

  • Solartechnologie für die Landwirtschaft im Fokus

    Solartechnologie für die Landwirtschaft im Fokus

    Das international tätige Energieunternehmen Eaton und der ebenfalls in Lausanne ansässige Agrivoltaik-Spezialist Insolight haben eine strategische Zusammenarbeit zur optimalen Nutzung von Solarstrom in der Landwirtschaft vereinbart. Wie es in einer Mitteilung heisst, sollen dabei die Erfahrungen von Eaton in einem intelligenten Energiemanagement mit den Solartechnologien von Insolight gekoppelt werden. Insbesondere wird geprüft, ob die Photovoltaikanlagen von Insolight mit den Batteriespeichersystemen (BESS) und der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge von Eaton gekoppelt werden kann. Dabei plant Insolight, bis 2026 mehr als 100 Projekte mit einer Leistungsfähigkeit von 300 Megawattpeak zu installieren. Eaton seinerseits will die Projekte mit technischem Know-how und Produktschulungen unterstützen.

    Damit sollen seitens beider Unternehmen auch die beteiligten Landwirte bei der Integration, Inbetriebnahme und laufenden Wartung neuer nachhaltiger Energiesysteme unterstützt werden. Die Agrivoltaik-Anlagen von Insolight erzeugen dabei nicht nur Strom, der in den landwirtschaftlichen Betrieben genutzt werden kann, sondern sie bieten auch einen Schutz von Pflanzungen gegen Wind, Hagel und Starkregen.

    «Diese Zusammenarbeit mit Eaton stellt einen wichtigen Meilenstein in unserem Bestreben dar, innovative Agrivoltaik-Lösungen auf den Markt zu bringen», wird Luiggino Torrigiani, Leiter Marketing und Partnerschaften bei Insolight, in der Mitteilung zitiert. «Durch die Partnerschaft mit Insolight können wir unsere Fähigkeiten auf den Agrivoltaik-Sektor ausweiten, wo Energieeffizienz neben landwirtschaftlicher Produktivität einen echten Einfluss haben kann», ergänzt Anne Lillywhite, Senior Vice President und General Manager für Energiewende, Digital und Services bei Eaton.

  • CKW aktiviert Mindestvergütung für Solarstrom

    CKW aktiviert Mindestvergütung für Solarstrom

    CKW will Betreibende von kleinen Solaranlagen vor sehr tiefen Marktpreisen insbesondere im Sommer schützen und sie bei der Amortisation der Anlage unterstützen. Dazu wendet die Axpo-Tochter bereits ab der Abrechnung für das zweite Quartal 2024 die vom Bund geplante Mindestvergütung für Solarstrom an, informiert CKW in einer Mitteilung. Hier sollen Betreibende von Solaranlagen bis 150 Kilowatt Leistung voraussichtlich ab Anfang 2025 einen Mindestpreis für ihren Solarstrom erhalten, falls der vom Bundesamt für Energie festgelegte Referenzmarktpreis besonders tief ausfällt.

    Bei der Höhe der aktuell gezahlten Mindestvergütung orientiert sich CKW am Verordnungsentwurf. Er sieht je nach Grösse der Anlage unterschiedliche Mindestvergütungen pro Kilowattstunde vor. Zusätzlich erwirbt die Luzerner Energiedienstleisterin auf freiwilliger Basis auch den Herkunftsnachweis des Solarstroms. Er beträgt für kleine Solaranlagen 2 Rappen pro Kilowattstunde und für Anlagen ab 100 Kilowatt Leistung 1 Rappen pro Kilowattstunde.

    In der Mitteilung rät CKW den Betreibenden von Photovoltaikanlagen zudem zur Optimierung des Eigenverbrauchs. Er lohne sich insbesondere in Phasen mit tiefen Rückvergütungen. Für die Optimierung des Eigenverbrauchs biete sich neben eigenen Energiemanagementlösungen und Batteriespeichern auch der Zusammenschluss mit Nachbarn an, schreibt die CKW. Mit dem am 9. Juli von der Stimmbevölkerung gutgeheissenen neuen Stromgesetz werden zudem weitere Optionen wie die Bildung lokaler Elektrizitätsgemeinschaften oder virtuelle Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch möglich.

  • Galliker nimmt Ladestation der Superlative von Designwerk in Betrieb

    Galliker nimmt Ladestation der Superlative von Designwerk in Betrieb

    Die Galliker Transport AG verfügt neu über eine Ladestation der Superlative: Im Rahmen des Innovation Day by Galliker hat der Logistiker aus Altishofen den ersten Stationary Battery Backed Mega Charger von Designwerk in Betrieb genommen, informiert die Designwerk Technologies AG in einer Mitteilung. Die Pilotanlage des batteriegepufferten Schnellladesystems verfügt über eine Gesamtkapazität von 1 Megawattstunde und wird mit von Galliker selbst produziertem Solarstrom betrieben.

    „Durch den Einsatz der batteriegepufferten Ladestation können wir den tagsüber produzierten Solarstrom nutzen, um unsere elektrischen Nutzfahrzeuge rund um die Uhr effizient zu laden“, wird Felix Felder, Leiter Flottenmanagement bei der Galliker Transport AG, in der Mitteilung zitiert. „Dabei kann der Mega Charger zur Stabilität unseres Arealnetzes beitragen, indem er Lastspitzen glättet.“

    Die Ladestation hat die Grösse eines Standardcontainers. Die Pilotanlage bei Galliker ist mit zwei Ladepunkten mit einer Leistung von je 420 Kilowatt Gleichstrom ausgestattet. In der Maximalversion des Mega Chargers kann eine Gesamtkapazität von bis zu 2 Megawattstunden untergebracht werden.

    „Die Inbetriebnahme des Mega Chargers bei Galliker ist ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung zukunftsfähiger Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge“, erläutert Thorben Maier, Leiter Vertrieb und Kundendienst Ladetechnik der Designwerk Technologies AG. „Unsere Technologie ermöglicht es Logistikunternehmen, eine Vielzahl von Ladeszenarien nachhaltig abzudecken, wobei die Pufferspeicher das Stromnetz entlasten.“

  • SAK und Tisca nehmen Photovoltaikanlage in Betrieb

    SAK und Tisca nehmen Photovoltaikanlage in Betrieb

    Die St.Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) aus St.Gallen und der Textilhersteller Tisca aus Bühler AR haben eine grosse Photovoltaikanlage in Betrieb genommen. Wie es in einer Mitteilung heisst, haben die SAK Solarpaneele in einer Fläche von 4250 Quadratmetern auf den rekonstruierten Dächern der Tisca-Produktionshallen am Standort Urnäsch verbaut. Für Tisca war der Bau sowie der Unterhalt der Solaranlage ohne Kostenbeteiligung, das Unternehmen ist jedoch mit einem Photovoltaik-Contracting an die Refinanzierung gebunden. Tisca erhält zu einem Fixpreis Solarstrom aus der auf der eigenen Immobilie produzierten Elektroenergie. Beide Unternehmen tragen dabei zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 bei.

    „Beim Photovoltaik-Contracting stellt ein Gewerbe- oder Industriegebäudebesitzer sein Dach für einen Photovoltaikausbau zur Verfügung. Planung, Bau und Unterhalt finanziert und verantwortet die SAK“, wird Ralph Egeter, Leiter der Projektentwicklung bei SAK, in der Mitteilung zitiert. „Die Unternehmen können nach Abschluss des Projekts den von der Anlage zeitgleich produzierten Solarstrom im Eigenverbrauch zu einem Fixpreis im eigenen Unternehmen nutzen. Als Entschädigung für die Dachnutzung erhalten die Unternehmen je nach Anlagengrösse eine definierte Menge an Solarenergie zum Nulltarif. Mit diesem Engagement geben wir dem Gewerbe und der Industrie eine einfache und kostengünstige Gelegenheit in die Energiezukunft Ostschweiz zu investieren.“

    SAK hat insgesamt drei Photovoltaikanlagen bei Tisca installiert. Die jetzt in Betrieb genommene ist die gegenwärtig grösste im Kanton Appenzell Ausserrhoden.

  • Energiekrise 2022 hinterlässt Spuren im Geschäftsjahr

    Energiekrise 2022 hinterlässt Spuren im Geschäftsjahr

    Region Energie Solothurn hat auch 2023 die Folgen der Energiekrise 2022 gespürt. Der Regionalversorger hat laut einer Mitteilung einen Verlust von 760‘374 Franken verbucht. Er macht dafür rekordhohe Einkaufspreise verantwortlich, die zeitverzögert bis 2024 wirken. Er habe sie nicht in voller Höhe an die Kundschaft weitergegeben.

    Der Absatz von Gas an Geschäfts- und Kleinkunden ist 2022 um 4,6 Prozent auf 334 Gigawattstunden zurückgegangen. Der Absatz an Grosskunden sank sogar um 19,4 Prozent auf 394 Gigawattstunden. Regio Energie Solothurn verweist auf die Massnahmen des Bundes, unter denen die Industrie zur Umstellung von Gas auf Öl gehalten war.

    Der Absatz von Strom ist um 11,1, Prozent auf 130 Gigawattstunden gestiegen. Das Unternehmen verweist darauf, dass es seit Januar 2023 auch die Gemeinden Lommiswil SO und Nennigkofen SO versorgt. Dagegen ist die Netzabgabe gesunken, weil mehr Solarstrom für den Eigenverbrauch produziert wird, statt in das Netz eingespiesen zu werden.

    Regio Energie hat zudem die Biogasleitung zwischen Utzenstorf BE und Gerlafingen SO fertiggestellt. Damit können die geplanten Biogasanlagen in Utzenstorf realisiert werden.

  • Neues Whitepaper: Synergien dank integrierter Energielösungen

    Neues Whitepaper: Synergien dank integrierter Energielösungen

    Integrierte Energielösungen für Areale und Überbauungen bringen Mehrwerte für alle Stakeholder*innen. Sie vernetzen sämtliche Komponenten der Energieversorgung intelligent miteinander, wodurch Produktion, Verbrauch und Speicherung als Gesamtsystem optimal zusammenspielen. Auf diese Weise lassen sich Effizienzpotenziale nutzen, der Autarkiegrad erhöhen und die sichere Versorgung neuer und bestehender Liegenschaften langfristig gewährleisten. Das neue Whitepaper «Integrierte Energielösungen für Areale und Überbauungen» von ewz und Faktor dient Eigentümerschaften als Wissensgrundlage bei der Planung.

    Komponenten integrierter Energielösungen
    Um die Synergien nutzen zu können, muss die Energielösung bereits in einer frühen Phase als vernetztes System geplant werden.  

    Wärme und Kälte aus lokalen, erneuerbaren Quellen
    Eine gute Möglichkeit, Areale oder Überbauungen mit CO2-freier bzw. neutraler lokaler Wärme und Kälte zu versorgen, sind thermische Netze. Diese lassen sich in verschiedenen Massstäben (für Überbauungen, Areale und ganze Quartiere) und auf verschiedenen Temperaturniveaus realisieren und betreiben: Hochtemperaturnetze nutzen als Energiequelle meist Holz oder die Abwärme von Kehrichtverbrennungsanlagen. Erdwärme, See-, Fluss- und Grundwasser oder Abwärme (z.B. aus Rechenzentren) kommen meist in Netzen mit einem mittleren oder tiefen Temperaturniveau zum Einsatz. Die tiefsten Betriebstemperaturen erreichen Anergienetze respektive Niedertemperaturnetze, die im Sommer über ein Freecooling Gebäude auch kühlen. Um die Effizienz zu erhöhen, lassen sich verschiedene Netztypen und Energiequellen miteinander kombinieren (siehe Coté Parc und Greencity).

    Solarstrom mit hohem Eigenverbrauchsanteil nutzen
    Ein Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) trägt dazu bei, einen möglichst hohen Eigenverbrauchsgrad zu erzielen und so die Photovoltaikanlage schneller zu amortisieren. Dazu kommt: Für die ZEV-Teilnehmenden ist der Solarstrom oftmals günstiger als der Strom aus dem öffentlichen Netz. Lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG), deren Einführung auf 2025 oder 2026 zu erwarten ist, ermöglichen die Versorgung mit Solarstrom über Grundstücke hinweg und nutzen dabei das Verteilnetz.

    Microgrids schaffen Planungs- und Versorgungssicherheit
    Mit Strom-Arealnetzen können Überbauungen, Areale oder Quartiere mit elektrischer Energie versorgt werden. Microgrids respektive die mit den smarten Komponenten ausgestatteten Smart Grids integrieren sowohl Stromerzeuger als auch Stromverbraucher. Sie tragen zur Netzstabilität bei, indem Verbraucher selektiv zugeschaltet, Speicher geladen oder die Produktion gedrosselt werden kann.

    Ladeinfrastruktur und Elektromobilität als neuer Standard
    Ein wichtiger Aspekt nachhaltiger Areale ist auch die Elektromobilität. Um der steigenden Nachfrage nach Elektroladestationen gerecht zu werden, ist es ratsam, den Bau der Ladeinfrastruktur frühzeitig anzugehen. Über ein Lastmanagement lässt sich der Strombedarf der Ladestation(en) mit dem der anderen Verbraucher im Gebäude koordinieren und das Aufladen regeln.

    Energiespeicherung für mehr Effizienz
    Da der Anteil erneuerbarer Energien künftig zunehmen wird, kommt der Energiespeicherung eine immer grössere Bedeutung zu. Als Speicher kommen beispielsweise Batterien von Elektroautos infrage, die sich für das bidirektionale Laden eignen. Auch stationäre Batteriespeicher dienen dazu, überschüssigen Solarstrom aufzunehmen und bei Bedarf wieder zur Verfügung zu stellen. Thermische Speicher lassen sich mit Solarstrom aufladen, der sonst ins öffentliche Netz eingespeist werden müsste. Damit können sie Lastspitzen brechen, aber auch dazu beitragen, Wärmeerzeuger kleiner zu dimensionieren. Auch Erdsondenfelder nehmen überschüssige Wärme (z.B. von Sonnenkollektoren oder Abwärme) auf, um das Erdreich zu regenerieren und Räume zu kühlen.

    Emissionen und Kosten langfristig senken
    Um Energiekosten und Treibhausgasemissionen langfristig zu senken, lohnt sich ein kontinuierliches Energiemonitoring. Dieses überwacht die Verbrauchswerte beispielsweise für Strom, Wärme oder Kälte einer Liegenschaft laufend und dient als Basis für die Justierung. Ein Energiemonitoring ist auch mit Blick auf das ESG-Reporting relevant, das für gewisse Firmen bereits heute Vorschrift ist. Die laufende Überprüfung der Verbrauchsdaten und ein professioneller Betrieb bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Effizienz- und Umweltziele zu erreichen und Transparenz gegenüber verschiedenen Anspruchsgruppen zu schaffen.

    Energy-as-a-Service
    Nutzen statt besitzen – dieses Prinzip eignet sich hervorragend für integrierte Energielösungen ganzer Überbauungen oder Areale. Für Kunden reduziert sich neben dem zeitlichen Aufwand auch das finanzielle Risiko bei einer deutlich höheren Versorgungssicherheit. Entscheidet sich eine Bauherrschaft für ein Energy-as-a-Service-Modell, lagert sie Planung, Bau, Betrieb und/oder Finanzierung der gesamten Energieinfrastruktur über Jahrzehnte aus. Damit verbunden ist auch die Gewissheit, dass die Anlagen zuverlässig und effizient betrieben werden.

    Mehr erfahren Sie in unserem neuen Whitepaper «Integrierte Energielösungen für Areale und Überbauungen».

  • AEW Energie produziert Solarstrom auf Dächern der Swisspearl AG

    AEW Energie produziert Solarstrom auf Dächern der Swisspearl AG

    Die AEW Energie AG hat in Niederurnen auf zwei Satteldächern der Swisspearl Schweiz AG, ehemals Eternit (Schweiz) AG, eine Photovoltaikanlage (PV) installiert. Laut einer Medienmitteilung sind auf einer Fläche von 6282 Quadratmetern 3144 Solarpaneele verbaut worden. Die Anlage wird im Contracting-Modell betrieben: Für die Bereitstellung der Dachfläche erhält die Swisspearl Schweiz einen Vorzugspreis für den vor Ort produzierten Strom. Der Vertrag läuft über 30 Jahre.

    Die Anlage auf Produktionshalle von Swisspearl, Zulieferer für die Bauindustrie, produziert 1270 Megawattstunden, das entspricht einem Strombedarf von 290 Haushalten. 85 Prozent der produzierten Elektroenergie wird am Ort verbraucht, des Rest ins Stromnetz eingespeist. Mit dieser Installation bei der Swisspearl Schweiz AG wird das AEW Portfolio auf 81 Anlagen mit einer Gesamtspitzenleistung von 25,7 Megawatt erweitert.

    «Durch die PV-Anlage erhält die Swisspearl Schweiz AG ökologischen, lokalen und günstigen Strom, ohne dass sie sich um die Photovoltaik-Anlage kümmern müssen», wird René Wüst, Projektleiter der AEW Energie AG, in der Mitteilung zitiert. «So können sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Die neue Halle bietet ideale Voraussetzungen für den Bau und durch den frühzeitigen Einbezug aller Beteiligten und die konstruktive Zusammenarbeit verlief die Montage reibungslos.»

  • Klärbecken der ARA Thunersee erhält Solardach

    Klärbecken der ARA Thunersee erhält Solardach

    Die ARA Thunersee wird künftig auch Solarstrom erzeugen. Wie die Delegierten des Gemeindeverbandes am 1. November beschlossen haben, soll auf dem Dach des Klärbeckens ein Solarfaltdach installiert werden. Sie haben dafür eine Investition von 12,4 Millionen Franken beschlossen, heisst es in einer Mitteilung. Diese soll sich innerhalb von 17 Jahren amortisiert haben.

    Das Faltdach des Herstellers dhp technology mit Sitz in Zizers wird eine Solarmodulfläche von 23‘000 Quadratmetern aufweisen. Damit wird sie die grösste Photovoltaikanlage einer Schweizer Kläranlage und eine der grössten im Kanton Bern sein. Sie soll eine Leistung von 3000 Kilowatt Peak erreichen und jährlich 3 Gigawattstunden Strom erzeugen.

    Die ARA Thunersee produziert ausserdem bereits 13 Gigawattstunden Biomethan pro Jahr und speist diese ins Erdgasnetz der Energie Thun AG ein.

  • Umwelt Arena zeigt Sonderausstellung Solarstrom

    Umwelt Arena zeigt Sonderausstellung Solarstrom

    Die Umwelt Arena in Spreitenbach präsentiert gemeinsam mit dem Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) die Sonderausstellung Solarstrom. Schwerpunkte der Sonderausstellung, die vom 3. November bis zum 28. April 2024 ganztägig geöffnet ist, werden laut Ankündigung die Entwicklungsgeschichte von Solarstrom, Funktion und Installation von Solarstrom sowie das Potenzial der Sonne zur Stromgewinnung sein.

    Die ewz-Sonderausstellung zeige, welches riesige Potenzial für eine klimafreundliche Solarstromproduktion auf den Dächern schlummert und wie grundsätzlich unkompliziert es sei, selbst aktiv zu werden, um eine Solaranlage installieren zu lassen, heisst es in der Mitteilung. Noch immer gebe es allerdings Vorbehalte und veraltete Mythen zu Bau und Nutzung von Solaranlagen. Die Ausstellung beleuchtet deshalb verschiedene Aspekte, zum Beispiel auch, wie sich eine Solaranlage und eine Flachdachbegrünung ideal ergänzen können. Auf einer Entdeckungsreise erhalten die Besuchenden Informationen über die Entwicklung der Solarenergie über die letzten Jahrzehnte. Auch können sie an einem Solarquiz teilnehmen.

    Die Umwelt Arena verweist auf die Möglichkeit für besonders am Thema Solarstrom Interessierte und Besuchergruppen wie Firmen, Vereine oder Schulen, den Besuch der Sonderausstellung mit der Buchung einer Themenführung SonnenTrail zu kombinieren. Dabei werden die Nutzungsmöglichkeiten von Solarthermie und Photovoltaik dargestellt.

    Für Führungen sei vorab eine telefonische oder Online-Anmeldung nötig, heisst es in der Mitteilung der Umwelt Arena.

  • Neue Tarife und Abnahmeverträge treiben Schweizer Energiewende voran

    Neue Tarife und Abnahmeverträge treiben Schweizer Energiewende voran

    Besitzer von PV-Anlagen verwenden einen Grossteil ihres selbst erzeugten Solarstroms für ihren eigenen Bedarf, um sich vor teuren Strompreisen zu schützen. Den überschüssigen Strom verkaufen sie an lokale Energieversorgungsunternehmen, was durchschnittlich etwa 50% ihrer Eigenstromproduktion ausmacht. Die Rückliefertarife variieren erheblich je nach Energieversorgungsunternehmen und Jahreszeit. Diese Unsicherheit bei der Planung hat zur Folge, dass der Ausbau von PV-Anlagen auf bestehenden Infrastrukturen nicht so schnell vorangeht, wie es wünschenswert wäre.

    Um diese Situation zu verbessern, wird der „Solartarif“ eingeführt, der sich an bewährten Modellen aus dem Immobilien- und Hypothekenmarkt orientiert. Kunden haben die Wahl zwischen einem Fixtarif mit festen Rückliefertarifen über fünf oder zehn Jahre und einem Börsentarif, der an die Strombörsenpreise gekoppelt ist.

    Der Fixtarif bietet Investitionssicherheit, da die Preise für die Energie einmal festgelegt werden und über die gesamte Laufzeit gelten. Aktuell bietet Helion für eine Laufzeit von fünf Jahren CHF 0,16 pro Kilowattstunde und für zehn Jahre CHF 0,13 pro Kilowattstunde für PV-Anlagen bis zu einer Leistung von 30 kW an. Grössere Anlagen werden individuell geregelt. Durch die Einführung eines festen Solartarifs wird die Stromproduktion vieler kleiner Stromproduzenten gebündelt und direkt an Schweizer Unternehmen verkauft. Beide Seiten können sich so gegenüber Marktschwankungen absichern und von Planungs- und Investitionssicherheit profitieren. Zudem verbessern Unternehmen ihre CO₂-Bilanz und tragen zur Schweizer Energiesicherheit bei.

    Ein dynamischer Börsentarif wird ebenfalls eingeführt, um Preissignale für Energieknappheit zu berücksichtigen. Dies ermöglicht die Optimierung von Solaranlagen und Renditen, da Strompreise an der Strombörse stündlich schwanken. Mit einer intelligenten App-Steuerung wie Helion ONE können flexible Energieverbraucher wie Boiler, Batterien, E-Autos und Wärmepumpen immer dann betrieben oder geladen werden, wenn die Strompreise niedrig sind. Ist der Strompreis hoch, wird das Laden unterbrochen, und der Solarstrom wird ins Netz eingespeist. Dadurch wird die Stabilisierung des gesamten Energiesystems unterstützt und ein echter Mehrwert für eine effiziente Energiewende geschaffen.

  • Zubau von Photovoltaik steigt 2022 um 58 Prozent

    Zubau von Photovoltaik steigt 2022 um 58 Prozent

    Trotz Engpässen bei Fachkräften und blockierten Lieferketten wurde 2022 im Vergleich zum Vorjahr 58 Prozent mehr Photovoltaik installiert. Auf die jetzt vom Bundesamt für Energie veröffentlichten Zahlen weist Swissolar in einer Medienmitteilung hin. Demnach waren per Ende 2022 in der Schweiz Solarmodule mit einer Leistung von 4,74 Gigwatt installiert. Dies deckte im Jahresverlauf fast 7 Prozent des Schweizer Strombedarfs ab. Diese Produktion entspreche der Hälfte des Atomkraftwerks Gösgen.

    Diese Solarstrommenge müsse in den nächsten zwölf Jahren versiebenfacht werden, so der Verband: „Mit dem zurzeit vom Parlament beratenen Mantelerlass muss es gelingen, die dafür notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen.“ Das sei durchaus realistisch, auch mithilfe des Solarexpress-Gesetzes zum beschleunigten Bau alpiner Anlagen. Allein auf geeigneten Dächern und Fassaden könnten jährlich 70 Terawattstunden erzeugt werden. Das wäre das Doppelte dessen, was National- und Ständerat bis 2035 als Ziel für erneuerbare Energien ausgegeben haben.

    Auch die Nachfrage nach Batteriespeichern hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Mit der Speicherkapazität aller bisher installierten Batteriespeicher könnten den Angaben zufolge 35’000 Haushalte einen Tag lang mit Strom versorgt werden.

    Für das laufende Jahr rechnet Swissolar mit einem Photovoltaikzubau von 20 bis 30 Prozent. Dieser soll ab 1. Oktober mit den neuen Berufslehren Solarinstallateur:in EFZ und Solarmonteur:in EBA weiter Fahrt aufnehmen. „Nun“, so Swissolar-Geschäftsführer Matthias Egli, „braucht es ein klares Signal aus der Politik, dass die Solarenergie langfristige berufliche Perspektiven bietet“.

  • AMAG Porsche Zentrum bekommt Solarstrom

    AMAG Porsche Zentrum bekommt Solarstrom

    Die AMAG Gruppe hat am 5. Mai auf dem Dach des Porsche Zentrums in Winterthur eine Photovoltaikanlage (PVA) mit einer Leistung von 87 Kilowatt Peak in Betrieb genommen. Die neue Anlage ist Teil einer Grossoffensive, bei der die Gruppe bereits eine ganze Reihe von Solaranlagen auf den Dächern von AMAG-Betrieben eingerichtet hat. Bis 2025 sollen rund 75’000 Quadratmeter Fläche mit Solarpanels bestückt werden, informiert die Automobilhandelsgruppe mit Hauptsitz in Cham in einer Mitteilung. Dies würde ausreichen, um über 20 Prozent des Strombedarfs der Gruppe zu decken. Spätestens 2025 will AMAG zudem die Klimaneutralität erreichen.

    Die neue Anlage auf dem Dach des Porsche Zentrums wird zu diesem Ziel jährlich rund 86 Megawattstunden Solarstrom beitragen. „Für uns ist es eine grosse Freude, dass wir jetzt in der Region Winterthur nicht nur für die tollen Produkte von Porsche stehen, sondern auch für Nachhaltigkeit und Klimaschutz gemäss der Strategie der AMAG Gruppe“, wird Marcel Renz, Geschäftsführer des Porsche Zentrum Winterthur der AMAG First AG, in der Mitteilung zitiert. „Dank der PVA werden wir bis zu einem gewissen Grad selbst für die Deckung unseres Strombedarfs sorgen können.“

    Die AMAG Gruppe verfolgt der Mitteilung zufolge das Ziel, sich zur führenden Anbieterin nachhaltiger individueller Mobilität zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund sei auch die im letzten Jahr erfolgte Übernahme der Solarfirma Helion zu sehen, die auf Photovoltaik, Wärmepumpen und E-Mobilität spezialisiert ist.

  • Wallisellen steigt auf LED um

    Wallisellen steigt auf LED um

    Wallisellen setzt bei Licht im öffentlichen Raum zunehmend auf LED-Leuchten. Wie es in einer Medienmitteilung heisst, betreibt das Versorgungsunternehmen die Werke im Auftrag der Stadt Wallisellen die Beleuchtung von öffentlichen Strassen und Plätzen mit energiesparenden LED-Lampen. Bereits heute sind 65 Prozent der Stadt im Kanton Zürich mit intelligenten LED-Lampen ausgerüstet. Diese lassen sich je nach Bedarf zu- oder abschalten sowie auch dimmen.

    „Mit LED lässt sich Strom sparen und die Lichtverschmutzung reduzieren“, begründet Philipp Maurer, Ressortvorsteher Tiefbau + Landschaft bei der Stadt Wallisellen, den Umbau. Die getroffenen Massnahmen seien ein Teil des Projekts „Mehr Nacht für Wallisellen“, heisst es in der Mitteilung.

    Die neuen LED-Leuchten benötigen im Vergleich zu ihren Vorläufern, den Natriumdampflampen, nur etwa die Hälfte der Elektroenergie. Diese grosse Einsparung wird zudem dadurch erzielt, dass die LED-Leuchten mit Sensoren ausgerüstet sind. Nähern sich Fahrzeuge oder Fussgänger, so wird das Licht über Bewegungsmelder hochgefahren. Zu Zeiten geringer Aktivitäten wird es um 50 Prozent reduziert.

    Bis Mitte 2023 soll die komplette Strassenbeleuchtung mit dem neuen System ausgerüstet sein. Den für den Betrieb erforderlichen Strom kauft die Stadt von lokalen Solarstromproduzenten.

  • Die vergessenen Warmwasser-Solaranlagen

    Die vergessenen Warmwasser-Solaranlagen

    In der Schweiz haben ca. 6% aller Mehrfamilienhäuser eine Warmwasser-Solaranlage (Solarthermie) in Betrieb. Diese werden dafür genutzt, Warmwasser zu erhitzen, um damit den Verbrauch von Öl und Gas zu reduzieren. Die meisten dieser Anlagen wurden vor ca. 10 Jahren installiert, als Photovoltaik noch wesentlich teurer war. Jedoch sind sie in den letzten Jahren in Vergessenheit geraten. Viele Eigentümer:innen und Verwaltungen entdecken die Anlagen nur per Zufall durch eine Ansicht der Liegenschaft auf Google Maps, wenn sie das Dach für eine Photovoltaik-Eignung analysieren.

    Im Schnitt haben die Warmwasser-Solaranlagen noch 20 Betriebsjahre vor sich, in denen sie CO2-freie Wärme erzeugen können und dank der Einsparung von fossiler Energie auch die Nebenkosten wesentlich senken. Weil die Existenz vieler Anlagen niemandem mehr bekannt ist, ist eine von fünf Anlagen defekt. Damit wird wertvolle Sonnenwärme verschwendet, und stattdessen müssen fossile Heizsysteme einspringen.

    Verschiedenste Kantone haben die Problematik bereits erkannt und Sensibilisierungs-Kampagnen gestartet, um Eigentümer:innen, Hauswartungen und Verwaltungen auf die Problematik aufmerksam zu machen. Dafür wurde in Zusammenarbeit mit Energie Schweiz und Swissolar die kostenlose Plattform solartest.ch geschaffen. Damit kann mit der Eingabe von abgelesenen Temperaturwerten einfach selbst kontrollieren werden, ob die Anlage korrekt läuft.

    Um nicht wöchentlich die Temperaturwerte ablesen zu müssen, hat Energie Zukunft Schweiz das Monitoring-System LORALARM entwickelt, welches nachrüstbar ist.

    Im Rahmen eines Projekts mit einer grossen Schweizer Versicherungsgruppe wurden 65 bestehende Warmwasser-Solaranlagen überwacht, wovon bei insgesamt 15 Anlagen ein Stillstand festgestellt wurde. Durch kleinere Reparaturen konnten Anlagen im Wert von CHF 1,5 Millionen innerhalb kürzester Zeit wieder in Betrieb genommen werden.
    Die gute Zeit, um herauszufinden, ob die thermische Solaranlage läuft, ist an einem sonnigen Wintertag. So kann sichergestellt werden, dass der Defekt bis zu den ertragreichen Frühlingstagen ab Anfang März nach einer allfälligen Reparatur wieder sonnengewärmtes Wasser produziert.

  • Solar- und Wärmepumpentechnologie Firmen bündeln Kräfte gegen den Fachkräftemangel

    Solar- und Wärmepumpentechnologie Firmen bündeln Kräfte gegen den Fachkräftemangel

    Die St.Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) und die Heizplan AG aus Gams gründen laut einer Medienmitteilung ein Gemeinschaftsunternehmen zur Fachkräfteausbildung. Hintergrund ist die steigende Auftragslage bei Photovoltaikanlagen, für die zusätzliches Fachpersonal benötigt wird.

    Infolge der hohen Nachfrage nach Solardachanlagen für Ein- und Mehrfamilienhäuser wie auch für Gewerbeobjekte müssen Kunden länger auf den Handwerker warten. SAK und Heizplan wollen unter einem gemeinsamen Firmendach den wachsenden Bedarf nach zusätzlichen Fachkräften angehen. Die ersten Stellen sollen im Laufe der Woche ausgeschrieben werden.

    Laut dem in der Medienmitteilung zitierten Leiter der Geschäftsbereiche Energielösungen und Produktion bei der SAK, Adriano Tramèr, könne gemeinsam der Photovoltaikzubau beschleunigt werden. „Mit der Firmengründung bündeln wir unsere Kräfte und unterstützen die Energiewende in der Ostschweiz – und somit die energiepolitischen Bestrebungen der Ostschweizer Kantone.“

  • Photovoltaik beschleunigt Wachstum

    Photovoltaik beschleunigt Wachstum

    Der Anteil des Solarstroms am gesamten Stromverbrauch in der Schweiz habe knapp 6 Prozent erreicht, erläutert Swissolar in einer Mitteilung. Der Verband der Schweizer Solarenergiebranche stützt sich dabei auf die vom Bundesamt für Energie veröffentlichte Statistik Sonnenenergie. Ihr zufolge ist der Zubau der Photovoltaik 2021 im Jahresvergleich um 43 Prozent auf 683 Megawatt gestiegen. Insgesamt sind damit Anlagen mit einer Leistung von zusammen rund 3,65 Gigawatt installiert. Sie produzierten 2021 insgesamt 2,84 Terawattstunden Solarstrom.

    Um die durch den vorgesehen Ausstieg aus fossilen Energien und Kernkraft entstehende Lücke zu schliessen, müsste die Solarstromproduktion jedoch auf 45 Terawattstunden jährlich gesteigert werden, meint Swissolar. Dieses Ziel sei mit der Nutzung von knapp 40 Prozent der derzeit bestehenden Dachflächen bis 2050 erreichbar. In einem 11-Punkte-Plan legt Swissolar dar, wie sich die Solarproduktion bis 2035 auf 25 Terawattstunden steigern liesse. „Damit wären die Wasserreserven in den Stauseen trotz Atomausstieg auch im Spätwinter und Frühling genügend gross“, heisst es in der Mitteilung.

    Für 2022 geht Swissolar von einem weiteren Wachstum beim Zubau um 25 bis 30 Prozent auf 850 bis 900 Megawatt auf. Ohne Engpässe bei Personal und Material könnte die Steigerung noch höher ausfallen, meint Swissolar. Dafür fordert der Verband verlässliche Rahmenbedingungen ein. „Wer jetzt seine berufliche Laufbahn auf die Solarenergie ausrichtet, möchte sicher sein, dass das politisch bedingte ‚Stop-and-Go‘ des letzten Jahrzehnts der Vergangenheit angehört“, wird Swissolar-Geschäftsleiter David Stickelberger in der Mitteilung zitiert.

  • Younergy legt grüne Anleihe für Solarenergie auf

    Younergy legt grüne Anleihe für Solarenergie auf

    Younergy Solar will laut einer Medienmitteilung die Solarenergie demokratisieren und begibt dazu eine grüne Anleihe im Umfang von 5 Millionen Franken. Unter Demokratisierung wird das Geschäftsmodell von Younergy verstanden. Das Unternehmen mit Sitz in Lausanne errichtet Photovoltaikanlagen auf den Dächern seiner Kunden und übernimmt die gesamten Kosten der Installation, Wartung und Überwachung. Somit produzieren die Kunden – von Einfamilienhäusern bis hin zu grossen Unternehmen – ihren eigenen Strom ohne jegliche Vorinvestition und bezahlen stattdessen nur für die produzierte Energie, heisst es in der Mitteilung. Ist die Amortisationsdauer abgelaufen, geht die Anlage ins Eigentum des Kunden über. Damit könne jeder unabhängig vom persönlichen Budget Solarstrom erzeugen und nutzen.

    „Schweizweit sind wir die Einzigen, die Einfamilienhäuser als auch Gebäude mit grösseren Dächern abdecken. Das war der Schlüssel für unser schnelles Wachstum“, wird Pedro Miranda, Geschäftsführer und Mitgründer von Younergy, zitiert. „Die Energiewende erfolgt hauptsächlich auf lokaler Ebene. Darum möchten wir diese Lösung weiter auszubauen“, so Miranda weiter. Der starke Anstieg der Energiepreise und die unsichere Energieversorgung im Zusammenhang mit der geopolitischen Situation erforderten eine lokale Versorgung. Die Strompreise dürften 2023 in der Schweiz um mehr als 20 Prozent steigen. Mit der Lösung von Younergy hingegen seien deutlich günstigere Preise für Privatpersonen und Unternehmen möglich. Die Nachfrage nehme daher stark zu.

    Bisher betreibt das 2015 von einer Gruppe Experten für Solarenergie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) gegründete und vom Bundesamt für Energie (BFE) geförderte Unternehmen schweizweit schon 480 solcher Photovoltaikanlagen.