Schlagwort: Solartechnologie

  • Vom Regentropfen zur Stromquelle

    Vom Regentropfen zur Stromquelle

    Wasser, das durch Rohre fällt, kann künftig mehr als nur abfliessen. Es kann Strom erzeugen. An der National University of Singapore haben Forschende eine Methode entwickelt, um mit sogenanntem „Plug Flow“, einer gleichmässigen Tropfenströmung elektrische Energie zu gewinnen. In ersten Laborversuchen konnten bereits 12 LEDs für 20 Sekunden betrieben werden, allein durch künstlich erzeugten Regen. Entscheidend ist dabei die Trennung elektrischer Ladungen beim Aufprall der Tropfen auf eine mit Polymer beschichtete Rohrwand.

    Die Effizienz dieses Systems ist bemerkenswert. Mehr als 10 % der Energie fallender Tropfen wird in Strom umgewandelt. Ein Vielfaches im Vergleich zu herkömmlichen Wassersystemen. Durch Parallelschaltung mehrerer Röhren lässt sich die Leistung skalieren. Ein Ansatz mit Potenzial für urbane Regenmanagement-Konzepte oder als Backup-System in Solaranlagen.

    Strom aus Reibung
    Neben der Strömungstechnologie eröffnet auch der triboelektrische Effekt neue Wege zur Energiegewinnung. Triboelektrische Nanogeneratoren (TENG) wandeln die Bewegungsenergie von Regentropfen in Strom um, durch den Kontakt und die Trennung zweier Materialien. In Solaranlagen lassen sich diese Generatoren auf der Oberfläche integrieren, ohne die Lichtdurchlässigkeit zu beeinträchtigen. So entsteht bei Regen zusätzliche Energie. Eine ideale Ergänzung für sonnenarme Tage.

    Im Labor wurden bereits 50 bis 100 Watt pro Quadratmeter erzeugt, das entspricht rund einem Drittel der maximalen Leistung moderner PV-Module. Laut dem Fraunhofer-Institut steht die Marktreife dieser Technologie kurz bevor.

    Perspektiven für Architektur, Energie und Mobilität
    Die Anwendungen reichen weit über Solardächer hinaus. In Zukunft könnten auch Kleidungsstücke, Schuhe oder Fassaden mit TENG-Beschichtungen Strom bei jeder Bewegung oder jedem Regentropfen erzeugen. Besonders in urbanen Regionen mit hoher Regenfrequenz eröffnet dies neuen Möglichkeiten für dezentrale Stromversorgung, Gebäudetechnik und energieautarke Systeme.

  • Infomaniak setzt auf Meyer Burger

    Infomaniak setzt auf Meyer Burger

    Infomaniak will nach Erringung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit auch im Hinblick auf erneuerbare Energien autark werden, informiert der Entwickler von Web-Technologien mit Sitz in Genf in einer Mitteilung. „Wir möchten jedes Jahr ein neues Solarkraftwerk installieren, um bis 2030 50 Prozent unseres jährlichen Stromverbrauchs selbst zu decken“, wird Boris Siegenthaler, Gründer und strategischer Direktor von Infomaniak, dort zitiert. Bei der Umsetzung der Pläne spannt Infomaniak mit dem international aktiven Solarhersteller Meyer Burger aus Thun zusammen.

    In einem ersten Schritt hat Infomaniak zwei Solaranlagen von Meyer Burger mit insgesamt 1085 Modulen in Betrieb genommen. Sie produzieren jährlich rund 400’000 Kilowattstunden Solarstrom der direkt bei Infomaniak verbraucht wird. In diesem Jahr ist eine weitere Anlage mit 364 Modulen geplant.

    Meyer Burger lässt die in der Schweiz entwickelten Module in seinem Werk in Süddeutschland fertigen. Im Vergleich zu in Asien hergestellten Modulen weisen sie aufgrund kurzer Transportwege, lokaler Lieferkette und Herstellung ausschliesslich mit erneuerbarer Energie einen wesentlich geringeren CO2-Fussabdruck auf. „Solarenergie in unseren Breitengraden mit asiatischen Solarmodulen zu erzeugen, ist heutzutage im Hinblick auf den Wirkungsgrad und den CO2-Fussabdruck unsinnig“, meint Siegenthaler. Er gibt zu bedenken, dass für Import und Herstellung mineralische Ressourcen abgebaut werden müssen. „Deshalb sollten lokale Hersteller bevorzugt werden, die ihre Auswirkungen so gering wie möglich halten.“