Schlagwort: Solarzellen

  • EPFL-Forschende verbessern mit Rubidium Effizienz von Solarzellen

    EPFL-Forschende verbessern mit Rubidium Effizienz von Solarzellen

    Forschende der EPFL haben laut einer Mitteilung eine Methode zur Reduzierung des Energieverlustes von Perowskit-Solarzellen entdeckt. Perowskit-Solarzellen basieren auf Halbleitern mit breitem Bandabstand, die jedoch häufig unter Phasentrennung leiden, welches mit der Zeit einen Leistungsabfall verursacht. Die Integration von Rubidium (Rb) soll das Material der Halbleiter stabilisieren und gleichzeitig die Energieeffizienz der Solarzelle verbessern. Durch das Ausnutzen der Gitterspannung des Perowskit-Films konnten die Forschenden zudem sicherstellen, dass die Rb-Ionen an richtiger Stelle fixiert sind.

    Die Forschenden um Lukas Pfeifer und Likai Zheng der Gruppe von Michael Grätzel an der EPFL nutzten zudem die Methode der Röntgenbeugung, um diesen Effekt zu verifizieren und zu analysieren. Dabei fanden sie heraus, dass neben der Gitterspannung die Einführung von Chloridionen ebenfalls entscheidend zur Stabilisierung des Materials beiträgt. Die Chloridionen gleichen die Grössenunterschiede zwischen den eingebauten Elementen aus und gewährleisten dadurch eine gleichmässigere Ionenverteilung. Das Ergebnis sei ein gleichmässigeres Material mit weniger Defekten und einer stabileren elektronischen Struktur.

    Die neue Perowskit-Zusammensetzung erreichte mit einer Leerlaufspannung von 1,30 Volt 93,5 Prozent ihres theoretischen Grenzwerts. Dies sei einer der niedrigsten Energieverluste, die jemals bei Perowskit-Halbleitern gemessen wurde. Eine verbesserte Photolumineszenzquantenausbeute weist darüber hinaus auf eine effizientere Umwandlung von Sonnenlicht in Strom hin.

    Die Steigerung der Effizienz von Perowskit-Solarzellen könnte zu effizienteren und kostengünstigeren Solarmodulen führen und damit die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren. Perowskite könnten ausserdem für LEDs, Sensoren und andere optoelektronische Anwendungen genutzt werden. Die Ergebnisse der EPFL könnten daher auch die Kommerzialisierung dieser Technologien beschleunigen.

  • Perovskia Solar erhält Investitionen von 2,4 Millionen Dollar

    Perovskia Solar erhält Investitionen von 2,4 Millionen Dollar

    Die Perovskia Solar AG hat frisches Kapital in Höhe von 2,4 Millionen Dollar erhalten. Wie die 2021 gegründete Ausgliederung der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) weiter mitteilt, heisse sie neben den bestehenden Investoren Empa, Venture Kick und Johannes Suter aus Zürich nun auch den Basler Kickfund, den Londoner Risikokapitalgeber D&FG Elements und eine globale Koalition von Business Angels unter der Leitung von Nils Hagander und Beda Rohner als Investoren willkommen. Hagander tritt dem Verwaltungsrat von Perovskia bei.

    Perovskia bietet Erstausrüstern digital gedruckte und flexibel anpassbare Solarzellen an. „Unsere Technologie zur Energiegewinnung wurde über sechs Jahre lang an der Empa entwickelt und ermöglicht es uns, Perovskia Solar mit einem fertigen Produkt auf den Markt zu bringen, das Geräte der nächsten Generation für den Einsatz in Industrie und Konsum antreibt“, wird Gründer und CTO Tobias Meyer zitiert. Wie das 2021 gegründete Cleantech-Start-up ausführt, habe es bereits „mehr als zehn führende Unternehmen aus der Internet-der-Dinge (IoT)-Branche“ als Kunden gewinnen können.

    Perovskia verfolgt die Vision, dass die ultraflachen Solarzellen in jedes Gerät integriert werden können, etwa in vernetzten intelligenten Systemen, die als Smart City, Smart Grid, Smart Building und Industrial IoT firmieren. „Wir ermöglichen es, dass Solarzellen um Produkte herum entworfen werden und nicht Produkte um Solarzellen herum“, heisst es in einer Selbstdarstellung des mehrfach ausgezeichneten Jungunternehmens.

    Diese Finanzierung erlaube es Perovskia, „zu expandieren, innovativ zu sein und zu wachsen“, heisst es in einer weiteren Meldung. „Mit einer neuen Internetseite, modernisierten Maschinen und talentierten neuen Teammitgliedern sind wir unserer Mission mehr denn je verpflichtet: eine Solarzelle auf jedem Gerät.“

  • Neue Schweizer Solarzell-Produktion in den USA

    Neue Schweizer Solarzell-Produktion in den USA

    Mit der Ausweitung der Geschäftsstrategie auf Solarzellen „Made in USA“ reagiert Meyer Burger auf Marktanforderungen, die sich aus neuen Regulierungen in den Vereinigten Staaten ergeben: Kürzlich hat das US-Finanzministerium Richtlinien für die Qualifizierung von „domestic content“ bekannt gegeben. Diese ermöglichen einen zusätzlichen zehnprozentigen Bonus auf die Investitionssteuergutschrift (ITC) für US-Solarprojekte. „Meyer Burger ist der festen Überzeugung, dass inländisch hergestellte Solarzellen unseren Kunden einen zusätzlichen Nutzen bringen, sowohl in Bezug auf die Verwendung von erstklassigen Hochleistungs-Solarprodukten ‚Made in USA‘ als auch zur Qualifizierung für zusätzliche Steuergutschriften“, sagt Gunter Erfurt, CEO von Meyer Burger. Mit einem anfänglichen Produktionsvolumen von jährlich zwei Gigawatt Solarzellen und -modulen in den USA hat Meyer Burger die Möglichkeit, von Produktionsbeginn im Jahr 2024 bis Ende 2032 Steuergutschriften von bis zu USD 1,4 Milliarden zu erhalten.

    Im Rahmen der Entscheidung, das Solarzellenwerk in den USA anzusiedeln, erhält das Unternehmen neben den IRA-Steueranreizen ein weiteres umfangreiches Finanzpaket: Die Stadt Colorado Springs und der US-Bundesstaat Colorado unterstützen die Investition mit fast USD 90 Millionen, hauptsächlich in Form von Steuergutschriften, direkter Unterstützung und vergünstigten Strom- und Wassertarifen. Darüber hinaus sind Vorauszahlungen von Modul-Abnehmern und ein Darlehen des US-Energieministeriums (DoE) in Höhe von insgesamt mehr als USD 300 Millionen absehbar. Diese sollen zur Finanzierung des Wachstums von Meyer Burger in den Vereinigten Staaten beitragen.

    „Unsere Präsenz in den USA wird es uns ermöglichen, bestehende und zukünftige Kunden schneller zu erreichen. Ich möchte unseren Partnern in der Biden-Administration und in Colorado sowie unseren Abnahmepartnern DESRI, Ingka und BayWa herzlich für ihre Unterstützung beim Ausbau unserer US-Aktivitäten danken“, sagt Gunter Erfurt. Er fügt hinzu: „Meyer Burger arbeitet derzeit an weiteren Multi-Gigawatt-Abnahmeverträgen in den USA mit neuen Kunden. Wir prüfen bereits Möglichkeiten, weitere Produktionskapazitäten für Solarzellen und -module in den USA aufzubauen“.

    Der beschleunigte Produktionsplan in den USA wird durch eine Umleitung von Produktionsmaschinen ermöglicht, die ursprünglich für die bereits angekündigte Erweiterung der Solarzellenfabrik am Standort Thalheim in Bitterfeld-Wolfen, Deutschland, vorgesehen waren. Diese Anlagen werden nun am Standort Colorado Springs installiert, um den geplanten Fertigstellungstermin der Zellfabrik im Jahr 2024 einzuhalten.

    Im Rahmen der erfolgreichen Bewerbung von Meyer Burger für den EU-Innovationsfonds ist zu einem späteren Zeitpunkt ein Ausbau im Multi-Gigawatt-Bereich in Thalheim geplant. Voraussetzung für solche Investitionen sind günstige Marktbedingungen und sichere, faire Wettbewerbsbedingungen für europäische Solarhersteller in der EU.

    „Meyer Burger ist eine treibende Kraft für den Ausbau der Solarenergie sowohl in den USA als auch in Deutschland und Europa“, sagt Erfurt. „Wir freuen uns, den Grundstein für eine transatlantische Solarenergie-Partnerschaft zu legen und auch in Zukunft unsere Produktion in Deutschland und der Europäischen Union auszubauen.“ In Deutschland wird sich das Unternehmen deshalb am kürzlich angekündigten Interessensbekundungsverfahren der deutschen Bundesregierung für eine Renaissance der PV-Industrie beteiligen.

  • Kunstwerk produziert Solarstrom

    Kunstwerk produziert Solarstrom

    Solarzellen können Gebäude auch als Kunstobjekte zieren. Dies zeigt ein Projekt, das nun am Forschungsgebäude NEST der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und des Wasserforschungsinstituts EAWAG umgesetzt wurde. Die Fassaden des Gebäudes sind mit Photovoltaikmodulen bestückt worden, die zusammen ein Kunstwerk ergeben.

    Die Empa hat dafür das Projekt namens Glasklar umgesetzt, an dem sie gemeinsam der Firma Zug Estates sowie Studierenden und Dozierenden der beiden Departemente Design & Kunst und Technik & Architektur der Hochschule Luzern gearbeitet hat. Letztere haben in einer zweiwöchigen Blockveranstaltung Photovoltaikmodule entworfen, die als Designobjekte visuell zum NEST-Gebäude passen. Umgesetzt wurde das Design der Textildesignstudentin Lynn Balli. Es wurde bei einem interdisziplinären Design-Wettbewerb für den Einsatz beim NEST-Gebäude ausgewählt.

    „Wenn wir das Interesse von Designerinnen und Designern für die Gestaltung von gebäudeintegrierten Photovoltaikmodulen wecken können, leisten wir einen wichtigen Beitrag für mehr Akzeptanz von Photovoltaikfassaden und fördern somit den Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion in der Schweiz“, wird Björn Niesen, Innovationsmanager NEST, in einer Mitteilung der Empa zitiert.