Schlagwort: sonnenenergie

  • Zubau von Photovoltaik steigt 2022 um 58 Prozent

    Zubau von Photovoltaik steigt 2022 um 58 Prozent

    Trotz Engpässen bei Fachkräften und blockierten Lieferketten wurde 2022 im Vergleich zum Vorjahr 58 Prozent mehr Photovoltaik installiert. Auf die jetzt vom Bundesamt für Energie veröffentlichten Zahlen weist Swissolar in einer Medienmitteilung hin. Demnach waren per Ende 2022 in der Schweiz Solarmodule mit einer Leistung von 4,74 Gigwatt installiert. Dies deckte im Jahresverlauf fast 7 Prozent des Schweizer Strombedarfs ab. Diese Produktion entspreche der Hälfte des Atomkraftwerks Gösgen.

    Diese Solarstrommenge müsse in den nächsten zwölf Jahren versiebenfacht werden, so der Verband: „Mit dem zurzeit vom Parlament beratenen Mantelerlass muss es gelingen, die dafür notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen.“ Das sei durchaus realistisch, auch mithilfe des Solarexpress-Gesetzes zum beschleunigten Bau alpiner Anlagen. Allein auf geeigneten Dächern und Fassaden könnten jährlich 70 Terawattstunden erzeugt werden. Das wäre das Doppelte dessen, was National- und Ständerat bis 2035 als Ziel für erneuerbare Energien ausgegeben haben.

    Auch die Nachfrage nach Batteriespeichern hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Mit der Speicherkapazität aller bisher installierten Batteriespeicher könnten den Angaben zufolge 35’000 Haushalte einen Tag lang mit Strom versorgt werden.

    Für das laufende Jahr rechnet Swissolar mit einem Photovoltaikzubau von 20 bis 30 Prozent. Dieser soll ab 1. Oktober mit den neuen Berufslehren Solarinstallateur:in EFZ und Solarmonteur:in EBA weiter Fahrt aufnehmen. „Nun“, so Swissolar-Geschäftsführer Matthias Egli, „braucht es ein klares Signal aus der Politik, dass die Solarenergie langfristige berufliche Perspektiven bietet“.

  • Vaz/Obervaz nimmt faltbare Solaranlage über Kläranlage in Betrieb

    Vaz/Obervaz nimmt faltbare Solaranlage über Kläranlage in Betrieb

    Die Gemeinde Vaz/Obervaz hat ein Solarfaltdach des Unternehmens dhp technology aus Zizers über der Kläranlage ARA auf der Lenzerheide in Betrieb genommen. Damit kann fast die Hälfte des Strombedarfs der Kläranlage aus Sonnenenergie gedeckt werden, heisst es in einer Medienmitteilung.

    Demnach macht die faltbare Solaranlage in 1500 Metern Höhe insbesondere auch die Nutzung der Wintersonne möglich. Denn durch die Reflektion des Sonnenlichts im Schnee und die generell tiefen Temperaturen im Winter produziert die Solaranlage dort besonders effizient. Fällt Schnee, so fährt das Dach automatisch ein, sodass die Module nicht bedeckt werden. Auch bei Hagel und Sturm faltet sich das Dach mit Hilfe eines Meteo-Algorithmus‘ vollautomatisch zusammen.

    Zudem wird keine zusätzliche Fläche mit dem Faltdach überspannt, sondern die bereits durch die Kläranlage versiegelte Fläche genutzt. Gleichzeitig bleibt der Zugang zur Kläranlage für Bau- und Wartungsarbeiten gewährleistet.

    „Als Gemeinde, die vom Tourismus lebt, sind wir bestrebt, Umwelt und Landschaft zu schonen“, wird Andreas Hartmann, Bereichsleiter Energie und Projekte der Gemeinde, in der Medienmitteilung zitiert. Vaz/Obervaz ist überdies zu einer nachhaltigen Energiepolitik verpflichtet, weil sie das Energiestadt-Label trägt.

  • Ganzheitliche Solarlösung für ALDI SUISSE

    Ganzheitliche Solarlösung für ALDI SUISSE

    Bei dem Projekt geht es um Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit: Auf rund 70 Filialdächern wurden Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 15’000 kWp installiert. Zählt man die Anlagen zusammen, entsteht eines der grössten Sonnenenergieprojekte der Schweiz. Es wird etwa 14 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren, das entspricht dem Verbrauch von rund 5’300 Haushalten. Damit leistet der Detailhändler einen wertvollen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung der Schweiz – und kann gleichzeitig seine Betriebskosten signifikant senken.

    Der Strom der Anlagen wird von den Läden selber genutzt, die – wie alle Detailhändler – wegen der vielen Kühlregale, des Backofens, der Heizung und der Beleuchtung relativ viel Energie verbrauchen. Ausserdem wird – wo vorhanden – der Solarstrom in den E-Ladestationen neben den Filialen genutzt und wird, wenn überschüssig, ins Netz eingespeist.

    Zeitdruck als Herausforderung und Chance
    Ende 2019 erhielt ewz Energielösungen den Zuschlag für den Bau der Anlagen. In enger Zusammenarbeit entwickelten ewz mit ihrem Tochterunternehmen SunTechnics Fabrisolar sowie einem weiteren Partner je eine Pilotanlage. Dieses Vorgehen erlaubte es, das Know-how aller Beteiligten zu nutzen und technische Fragen im Vorfeld zu klären. Auch konnten die umfangreichen Anforderungen von ALDI SUISSE an den Bauablauf, die Sicherheitsanforderungen und die Funktionalität berücksichtigt werden. Den Rollout bereitete ewz noch während der Pilotphase vor und liess die Erkenntnisse aus dem Bau der ersten Anlagen laufend einfliessen. Der Zeitdruck erwies sich somit nicht nur als grosse Herausforderung, sondern auch als eine Chance. Denn durch den fast zeitgleichen Bau der rund 70 Anlagen liessen sich viele Synergien nutzen, die eine effiziente Realisierung ermöglichten.   

    Aufwendige statische Prüfung
    Vor der Montage der Module musste jedes Dach statisch geprüft werden. Dies ist insbesondere bei Bestandsbauten wichtig, da die zusätzlichen Lasten durch Module, Befestigungssysteme und Betongusssteine zur Beschwerung hoch sind. Für jedes Filialdach erstellten die Spezialisten mit einer Berechnungssoftware einen Ballastierungsplan, der die Anzahl und Positionierung der Module vorgibt. Die Module sind in der Regel in Ost-West-Richtung aufgestellt. Auch eine Südausrichtung wäre aufgrund der hohen direkten Einstrahlung über Mittag grundsätzlich möglich, doch über den Tagesverlauf erweist sich die Ost-West-Ausrichtung als ertragreicher.

    Maximaler Solarertrag
    «Bei der Planung haben wir nicht geschaut, wie gross der Hausanschluss ist, sondern wie gross die verfügbare Dachfläche ist und wie viele Module wir dort maximal platzieren können», sagt Roland Jucker, Gesamtprojektleiter bei ewz. Das Ziel von ewz lautete nämlich ganz klar, so viel Solarertrag wie möglich zu generieren. Doch stellte dieser Grundsatzentscheid die Planer vor einige Herausforderungen. Die grösste bestand darin, die PV-Anlage in die bestehende Stromversorgung der Filialen zu integrieren.

    Der von der PV-Anlage produzierte Strom wird primär direkt in der ALDI-Filiale zur Deckung des Eigenverbrauchs verwendet. Verbraucht die Filiale gerade weniger Strom, als die PV-Anlage produziert, wird der überschüssige Strom ins Netz eingespeist. Der elektrische Hausanschluss muss deshalb auf die maximale Leistung der PV-Anlage abgestimmt sein (z. B. sonniger Sonntag mit maximaler Produktion und kleinem Eigenverbrauch). Weil diese Situation aber äusserst selten und nur kurzzeitig vorkommt, wäre eine Verstärkung des Hausanschlusses unverhältnismässig teuer.

    Die Lösung besteht in einer dynamischen Leistungsregelung. Dabei wird laufend gemessen, wie viel Strom die PV-Anlage gerade produziert, was die Verbraucher beziehen und wie viel Strom ins Netz zurückgespeist wird. Liegt der Rückspeisestrom über einem bestimmten Grenzwert, gibt die Steuereinheit dem Wechselrichter den Befehl, die Leistung zu drosseln. Die Hausanschlusssicherung kann nicht überlastet werden und der Eigenverbrauch ist nicht eingeschränkt.

    Die für ALDI SUISSE realisierte Lösung ermöglicht dank der grossen PV-Anlagen einen sehr hohen Solarertrag bei einem durchschnittlichen Eigenverbrauch von rund 60 Prozent.

    Mit ewz hat ALDI SUISSE einen Contracting-Vertrag abgeschlossen
    Einfach ausgedrückt: ALDI SUISSE stellt die Dächer zur Verfügung und bezieht den Solarstrom soweit möglich zur Deckung des Stromverbrauchs direkt in der Filiale. Die PV-Anlagen gehören ewz, das auch den Unterhalt, die Abrechnung und die Erneuerung verantwortet. Zum «Sorglospaket» gehören auch die Gesamtkoordination des Projekts, das Einholen der Baubewilligungen, die Fernüberwachung und die Verwendung des Reststroms.

    Roland Jucker, Gesamtprojektleiter ewz sagt: «Die Idee, so viele Dächer wie möglich mit einer standardisierten PV Lösung auszustatten, ist visionär». «Am Ende wurden rund 45’000 Module installiert.» Besonders stolz ist Jucker darauf, dass die Installation bei laufendem Betrieb erfolgen konnte. «Nach Geschäftsschluss mussten wir jeweils für 30 Minuten vom Netz – das war der einzige Unterbruch.»

    Christoph Deiss, der Leiter des Geschäftsbereichs Energielösungen bei ewz, sagt: «Ein ähnliches Projekt ist mir in der Schweiz nicht bekannt. Damit leistet ALDI SUISSE zusammen mit uns einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz.» Christoph Deiss betont die grosse Erfahrung: «Seit über 30 Jahren nutzen wir die Photovoltaiktechnologie – wir sind ein Solarpionier der ersten Stunde.» Dank des grossen Know-hows und der langjährigen Erfahrung setzte sich ewz in der Ausschreibung gegen rund ein Dutzend Mitbewerberinnen und Mitbewerber durch. «ewz ist ein Schweizer Unternehmen mit Standorten in Zürich, Graubünden und in der Waadt», betont Christoph Deiss. «Dank der regionalen Betriebsteams garantieren wir höchste Versorgungssicherheit und kurze Reaktionszeiten.»

    Weitere Informationen unter: ewz.ch/aldisuisse

  • Klimaneutral bis 2050

    Klimaneutral bis 2050

    Viele Hausbesitzer können sich eine Sanierung nicht leisten. Mit langfristigen Darlehen sollen nun Bauherren unterstützt werden, die ihre Immobilie klimatauglich machen möchten, aber nicht über ausreichend Finanzmittel verfügen oder ihr Geld lieber in ihr Kerngeschäft investieren. So will es zumindest der Staat. Ob und wie das machbar ist, bleibt noch fraglich. Denn die dafür vorgesehenen Finanzinstitute, wie beispielsweise Banken und Versicherungen, sind an Darlehen mit Laufzeiten über mehr als 30 Jahren kaum interessiert. Der Bund will deshalb als Sicherheitsgarant auftreten. In einem Pilotprojekt in Bern soll nun geprüft werden, ob diese Finanzierungsidee realistisch ist.

    Einen anderen Weg schlägt die Zuger Energeek Group AG vor. «Mit Energeek®, das Solar Panel mit Miete für Sie», bringt sie Menschen dazu, in Solarenergie zu investieren, egal ob mit oder ohne Immobilien- oder Grundbesitz. Energeek stellt die Solarpanels und die Immobilienprojekte. Wer investieren möchte, kann ein oder mehrere Panels online kaufen und diese im Anschluss an eine Projektgesellschaft vermieten. Beim Erwerb profitiert der Käufer sofort auch von der Einmalvergütung (EIV), den Fördergeldern des Bundes für Solaranlagen. Die erworbenen Panels werden in einen grösseren Panelverbund integriert, der nachhaltig Strom erzeugt; der Käufer von diesen Panels wird so zum Stromproduzenten durch erneuerbare Energie mit Recht auf Mieteinnahmen. Ein Mindestmietpreis wird beim Vertragsabschluss garantiert. Mietanpassungen nach oben sind dagegen jederzeit möglich. Beispielsweise wenn der Strompreis mit der Teuerung steigt. Die erworbenen Solar Panels können zudem jederzeit zusammen mit dem Mietvertrag und dem dazugehörenden Mietertrag weiterverkauft, vererbt oder verschenkt werden.

    Ein weiterer grosser Vorteil: damit Solar Panels und die Projekte sehr effizient arbeiten, werden wann immer möglich und ergänzend, zu der fest installierten PV-Fläche, Solar-Tracker eingesetzt. Mit diesen werden die Panels nicht fest installiert, sondern drehen sich nach der Sonne. Das heisst, dass zum Beispiel auch Morgen- und Abendsonne optimal genutzt wird. Oder an einem wolkigen Tag die kleinste Wolkenlücke entdeckt und zur Stromproduktion nutzt. Hierdurch wird eine Produktionssteigerung von zusätzlichen + 63% kWh im Durchschnitt erreicht. Dies im Vergleich zu fest installierten Solar Panels.

    Die Energeek Group AG stellt die Projekte, bei welchen Solar Panels gekauft werden können, jeweils auf ihrer Webseite vor. An welches Projekt die erworbenen Panels vermietet werden sollen, kann der Käufer so selbst bestimmen. Zum Angebot steht zum Beispiel derzeit ein Projekt auf einem Pferdehof und Hotel in den Freibergen. Dort errichtet die Gruppe zusammen mit ihren zertifizierten Partnern auf einer Fläche von geplanten 1’590 Quadratmetern Photovoltaik Systeme und versorgt so die Hotel-Gebäudeinfrastruktur, Nachbarn, Wärmepumpe und E-Ladestation(en) mit Elektrizität. Ein Panel kostet bei diesem Projekt momentan etwas mehr als CHF 900, die jährlichen Mieteinnahmen liegen bei CHF 82,50. Eine ansehnliche Rendite also.
    Weitere Infos auf www.energeek.biz

  • Sonnenenergie ist um fast 50 Prozent gewachsen

    Sonnenenergie ist um fast 50 Prozent gewachsen

    Die Statistik Sonnenenergie 2020 des Schweizerischen Fachverbands für Sonnenenergie, Swissolar, belegt, dass der Photovoltaikzubau in der Schweiz gegenüber dem Vorjahr um 48 Prozent gestiegen ist. Damit ist ein Rekordwert von 493 Megawatt erreicht. Die Leistung von nahezu 3 Gigawatt deckte 4,7 Prozent des Strombedarfs im Land.

    Laut einer Medienmitteilung von Swissolar sind die Zuwächse bei Anlagen auf Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungsbauten sowie bei Photovoltaik (PV)-Anlagen über 100 Kilowatt besonders hoch. Die durchschnittliche Anlage war 24,5 Kilowatt gross. Im Vorjahr waren es noch 22,5 Kilowatt. Rund 15 Prozent der PV-Anlagen auf Einfamilienhäusern werden mit einem Batteriespeicher kombiniert. Deren Verkaufszahl wuchs gegenüber dem Vorjahr um 65 Prozent.

    Weltweit wurden im vergangenen Jahr 18 Prozent mehr Gigawatt PV-Leistung installiert als im Vorjahr. Die jährliche Stromproduktion entspricht etwa der von 115 Atomkraftwerken (AKW) von der Grösse Gösgens. Sie deckte 3,7 Prozent des weltweiten Strombedarfs. Gemäss Swissolar-Statistik ist alle 20 Tage die Produktionskapazität eines AKW hinzugekommen.

    Der Verkauf von Kollektoranlagen zur Nutzung der Solarwärme ist um rund 18 Prozent gesunken. Gründe seien unter anderem in der Dominanz von Wärmepumpen im Neubau und bei Heizungssanierungen zu suchen.

    Für die Dekarbonisierung des Energiesystems und für den Ersatz von Atomkraft bedarf es laut Swissolar eines massiven Ausbaus der Solarenergie auf rund 50 Gigawatt, mit einer jährlichen Stromproduktion von 45 Terawattstunden. Dazu müsste die Schweiz jährlich etwa 1500 Megawatt zubauen. Das entspreche dem Dreifachen des jetzigen jährlichen Zubaus.

    Doch gemäss der bundesrätlichen Botschaft vom 18. Juni zum Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien solle dieser Zubau von 2023 bis 2035 lediglich bei 700 Megawatt pro Jahr liegen. Ausserdem enthalte die Gesetzesvorlage Elemente, die den weiteren Ausbau der Solarenergie gefährden.

    „Das Parlament muss hier rasch korrigieren“, fordert Swissolar. Als Wegweiser könne der Beschluss des österreichischen Parlaments dienen, bis 2030 eine hundertprozentig erneuerbare Stromversorgung zu erreichen. Ausserdem sei „auf unverantwortliche und den Volkswillen missachtende Bestrebungen zur Verlängerung der AKW-Laufzeiten zu verzichten“. Nach dem knappen Nein zum CO2-Gesetz sei es nun an den Kantonen, den Ausstieg aus Öl und Gas in Gebäuden zu betreiben.

  • Swissolar fordert höheres Tempo beim Solarausbau

    Swissolar fordert höheres Tempo beim Solarausbau

    Der Zubau von Solaranlagen in der Schweiz war 2020 etwa 30 bis 39 Prozent höher als im Vorjahr und damit auf Rekordniveau. Das ist zumindest die Schätzung des Verbands Swissolar auf Basis von bereits verfügbaren Zahlen zur Statistik Sonnenenergie 2020, welche im Juli veröffentlicht wird.

    In einer Mitteilung anlässlich der Nationalen Photovoltaiktagung in Bern weist Swisssolar darauf hin, dass das Tempo beim Zubau weiter beschleunigt werden muss. Die Energieperspektiven 2050+ des Bundesrats rechnen mit einer jährlichen Solarstromproduktion von 34 Terawattstunden bis 2050. Swissolar würde sogar 45 Terawattstunde anstreben. Allerdings müsse der jährliche Zubau für beide Ziele im Vergleich zum Vorjahr um den Faktor drei bis vier gesteigert werden, so Swissolar.

    Für ein rascheres Tempo beim Zubau müssten laut Swissolar auch die Rahmenbedingungen optimiert werden. Der Einschätzung des Verbands zufolge werde der Ausbau von Photovoltaikanlagen in der Schweiz vorwiegend auf Dächern und an Fassaden von Gebäuden stattfinden. Eine Auswertung von Swissolar zeigt hier, dass kleinere und mittlere Anlagen von unter 150 Quadratmetern auf den Dächern von Ein- und Mehrfamilienhäusern fast die Hälfte des „einfach erschliessbaren“ Solarpotenzials bergen. Der Verband fordert daher, dass prioritär für diese Anlagen Investitionssicherheit geschaffen werden soll. Mittelfristig dürfte auch die Winterproduktion von Strom zunehmend wichtiger werden. Hier dürften laut dem Verband insbesondere alpine Solaranlagen eine wichtige Rolle spielen.

  • Schweizer Photovoltaik verzeichnet 2020 Rekordzubau

    Schweizer Photovoltaik verzeichnet 2020 Rekordzubau

    Die Photovoltaik in der Schweiz ist im vergangenen Jahr 2020 kräftig ausgebaut worden. Nach Einschätzung des Schweizerischen Fachverbands für Sonnenenergie war dies laut einer Medienmitteilung aber nicht genug, um die gesteckten Klimaziele zu erreichen. Der Fachverband  Swissolar vertritt die Interessen von 740 Verbandsmitgliedern mit rund 6000 Arbeitsplätzen der Solarenergiebranche. In der Mitteilung von Swissolar wird die 2020 zusätzliche verbaute Photovoltaikkapazität auf eine Leistung von 430 bis 460 Megawatt geschätzt. Die endgültigen Jahreszahlen werden erst Mitte Jahr vorliegen.

    Die Neuninstallationen entsprechen einem Wachstum von 30 bis 39 Prozent gegenüber 2019. Die Anmeldezahlen bei der Zertifizierungs- und Förderstelle Pronovo lassen darauf schliessen, dass das Wachstum nicht nur bei kleinen Anlagen, sondern auch bei solchen über 100 Kilowatt Leistung stattfand, heisst es von Swissolar.

    Aus Sicht des Verbandes muss allerdings noch mehr getan werden. „Um den wegfallenden Atomstrom zu ersetzen und den zusätzlichen Strombedarf für die Elektrifizierung des Verkehrs und der Heizungen zu decken, muss der jährliche Zubau in den nächsten Jahren auf etwa 1500 Megawatt gesteigert werden – also auf das nahezu Vierfache des letzten Jahres“, wird Swissolar-Geschäftsleiter David Stickelberger zitiert. Dies sehen auch die kürzlich veröffentlichten Energieperspektiven 2050+ des Bundesamtes für Energie vor.

    Um das zu erreichen, braucht es aus Sicht der Solarbranche eine Reihe von politischen Massnahmen. So sei eine stärkere Förderung von Anlagen ohne Eigenverbrauch notwendig. Das erfordere staatliche Anreize, damit Dächer von Ställen, Lagerhäusern, Parkplatzüberdachungen, Lärmschutzwände und weitere Infrastrukturen mit Solaranlagen ausgestattet werden. Oft sei das nicht der Fall, weil der Strom nicht an Ort und Stelle verbraucht werden kann. Weitere Massnahmen seien die Pflicht zur Eigenstromerzeugung bei Neubauten, der Abbau von Hürden bei der Erstellung von Freiflächenanlagen, die oft nur mit Schwierigkeiten eine Baubewilligung erhalten.

    Aus Sicht von Swissolar braucht es auch eine Förderung von Bund und Kantonen für Solarthermieanlagen. Der Beitrag der Solarwärme zur Energiewende werde noch unterschätzt.

  • Zielkonflikte bremsen Ausbau der Sonnenenergie

    Zielkonflikte bremsen Ausbau der Sonnenenergie

    Der Ausbau der inländischen Sonnenenergie auf Dächern und Fassaden kommt derzeit nicht schnell genug voran, um die klima- und energiepolitischen Ziele der Schweiz zu erreichen. Weil in der Schweiz zudem wenig Platz für grosse Photovoltaikanlagen auf Freiflächen ist, müsse Sonnenergie auch ausserhalb von Siedlungen geerntet werden, schreiben der Schweizerische Fachverband für Sonnenergie, Swissolar, und die Schweizerische Energiestiftung (SES) in einer gleichlautenden Medienmitteilung.

    „Das grösste Potenzial liegt auf Gebäuden“, wird David Stickelberger, Geschäftsleiter von Swissolar, dort zitiert. „Auf geeigneten Dächern und Fassaden könnten gemäss sonnendach.ch pro Jahr 10 Prozent mehr Strom produziert werden, als die Schweiz derzeit verbraucht.“ Dieses Potenzial angesichts des dringlichen Handlungsbedarfs rechtzeitig zu erschliessen, sei jedoch schwierig.

    Deshalb beleuchten die beiden Organisationen in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) drei Bereiche ausserhalb von Siedlungen, wo Photovoltaikinstallationen zwar möglich wären, doch durch raumplanerische Hindernisse häufig nicht realisiert werden können: auf Lärmschutzwänden, in der Landwirtschaftszone und im alpinen Raum.

    Diese Hindernisse müssten aus dem Weg geräumt werden, mahnt Felix Nipkow von der SES. Deshalb haben seine Stiftung und Swissolar die ZHAW beauftragt, mit juristischen Fachleuten Zielkonflikte bezüglich dieser drei Installationsräume exemplarisch abzuklären und Lösungen aufzuzeigen. Alle drei Berichte sind im Dike Verlag erschienen. Bei der SES können sie heruntergeladen oder in gedruckter Form bestellt werden.

  • Zürcher Architekten erhalten Europäischen Solarpreis

    Zürcher Architekten erhalten Europäischen Solarpreis

    Eurosolarhat bei der Vergabe der diesjährigen Eurosolar-Preise das Zürcher Unternehmen Felix Partner Architektur in der Kategorie Solararchitektur für die Realisierung eines Projekts bei Bergün GR ausgezeichnet. Dort wurde laut Medienmitteilungein 350 Jahre altes Bündner Bauernhaus in Latsch durch konsequente Nutzung der Sonnenergie zu einem modernen Nullenergiehaus umgebaut. Dabei wurde die historische Substanz erhalten.

    Der Europäische Solarpreis wird seit 1994 für besonders förderwürdige Projekte im Bereich erneuerbarer Energien von Eurosolar verliehen. Eurosolar ist die Kurzform von Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien e. V. Der Verein hat seinen Sitz in Bonn. Die Preisträger in den Kategorien Kommunen, Solararchitektur, Industrie, Regionalverbände, Mobilität, Medien und Bildung trügen mit ihren herausragenden Projekten zur regenerativen und dezentralen Energieversorgung in Europa bei, heisst es in der Medienmitteilung.

    Eurosolar-Präsident Peter Droege wird mit der Erklärung zitiert, die preisgekrönten Projekte seien perfekte Beispiele für die laufende Transformation des Energiesystems: „Die heutigen Preisträger zeigen, wie die Welt vollständig erneuerbar werden kann.“

    Neben dem Preis für das beste Projekt in der Kategorie Solararchitektur der Schweizer Architekten werden in der Mitteilung weitere Preisträger hervorgehoben. So eine Inselgemeinde, die ein eigenständiges Energienetz besitzt, verwaltet und unterhält, das alle Bewohner mit erneuerbarem Strom versorgt. Weiter eine Filmregisseurin, die das Bewusstsein für die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Kohlekraft schärft. Und auch an ein sogenanntes Social Enterprise, das mit mobiler Biogastechnologie eine unabhängige und kohlenstoffarme Energieversorgung ermöglicht.

  • Schaffhausen will mehr Sonnenstrom erzeugen

    Schaffhausen will mehr Sonnenstrom erzeugen

    Im Kanton Schaffhausen sollen bis 2035 jährlich knapp 100 Gigawattstunden Sonnenstrom produziert werden. Aktuell werden erst rund 14,5 Gigawattstunden erzeugt. Laut einem Bericht, den der Regierungsrat in Auftrag gegeben hat, könnten mit den aktuell bestehenden Solaranlagen bis zu 60 Gigawattstunden pro Jahr produziert werden. Auch mit einer besseren Ausschöpfung des Potenzials müssten also noch weitere Anlagen gebaut werden, um das gesetzte Ziel zu erreichen.

    Der Bericht untersucht auch, welche Massnahmen nötig wären, damit das Ziel bis 2035 erreicht werden kann. Der Regierungsrat will laut einer Medienmitteilung acht der im Bericht erwähnten Massnahmen Schritt für Schritt umsetzen. So sollen beispielsweise neue Solarstromanlagen, die keinen oder nur einen geringen Eigenverbrauch aufweisen, mit einem kantonalen Beitrag zusätzlich zur nationalen Einmalvergütung gefördert werden. Dafür ist eine jährliche Anschubfinanzierung bis Ende 2022 von 300’000 Franken vorgesehen.

    Zudem wird bis Ende 2020 untersucht, welche Dächer und Infrastrukturanlagen des Kantons sowie der Liegenschaften der kantonalen Pensionskasse sich für die Produktion von Solarstrom eignen. Anschliessend soll ein Konzept zur Realisierung von Anlagen auf den entsprechenden Dächern erstellt werden. Geplant ist es auch, Besitzer kleinerer Dachflächen mit Potenzialen unter 60 Kilowatt Peak Leistung verstärkt für das Thema Eigenverbrauch zu sensibilisieren.

    Der Regierungsrat hat eine entsprechende Vorlage zuhanden des Kantonsrates verabschiedet. ssp