Schlagwort: soziale Durchmischung

  • Verdichtung verändert Städte

    Verdichtung verändert Städte

    Die Studie «Bautätigkeit und Verdrängung», erstellt von der ETH Zürich im Auftrag des Bundesamts für Wohnungswesen zeigt, dass in den letzten zwei Jahrzehnten ist die Siedlungsentwicklung in der Schweiz klar nach innen gerichtet ist. Vor allem durch Ersatzneubauten und Umnutzungen von Industrie- und Gewerbezonen entstehen in städtischen Gebieten neue Wohnungen und nicht mehr auf der grünen Wiese. In Städten wie Basel wurde ein Viertel der neuen Wohnungen auf ehemaligen Industrieflächen realisiert.

    Mehr Wohnungen trotz weniger Neubauten
    Obwohl die Anzahl neu gebauter Wohnhäuser leicht rückläufig ist, nimmt die Nettozahl an Wohnungen weiter zu. Der Grund liegt in der Effizienz der Verdichtung. In Basel, Genf und Lausanne entstehen pro abgerissene Wohnung bis zu doppelt so viele neue Einheiten wie in Bern oder Zürich. Die Nachverdichtung wird so zum zentralen Hebel für die Wohnraumschaffung in stark besiedelten Gebieten.

    Wer wird verdrängt?
    Die Schattenseite der Verdichtung zeigt sich in der sozialen Zusammensetzung der betroffenen Quartiere. Besonders in Zürich kommt es häufiger vor, dass Langzeitmietende aufgrund von Abbruch oder Totalsanierung ihre Wohnung verlieren. Wer ausziehen muss, hat oft ein deutlich tieferes Einkommen, bis zu 40 Prozent weniger als der Durchschnitt. In den Neubauten ziehen dagegen überdurchschnittlich einkommensstarke Haushalte ein.

    Migration und Einkommen als Risikofaktor
    Die Studie offenbart auch strukturelle Benachteiligung. Überdurchschnittlich häufig von Verdrängung betroffen sind Asylsuchende, Flüchtlinge und Menschen mit afrikanischem Geburtsland. Damit trifft die bauliche Verdichtung besonders jene, die am meisten auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sind und diesen in der gleichen Gemeinde oft nicht mehr finden. Trotzdem gelingt es einem beachtlichen Anteil der Betroffenen bis zu 64 Prozent, innerhalb ihrer Gemeinde zu bleiben.

    Städte im Wandel – sozial ausgewogen?
    Die Verdichtung ist aus raumplanerischer Sicht sinnvoll und notwendig. Doch sie verändert nicht nur das Stadtbild, sondern auch die soziale Struktur der Quartiere. Die Herausforderung der nächsten Jahre wird sein, den Wandel so zu gestalten, dass er nicht zur sozialen Spaltung führt, sondern zu durchmischten, resilienten Städten mit Wohnraum für alle.

  • Statistik des gemeinnützigen Wohnungsbaus 2024

    Statistik des gemeinnützigen Wohnungsbaus 2024

    Der Anteil der gemeinnützigen Wohnungen beträgt schweizweit rund vier Prozent, ist jedoch in städtischen Gebieten wie Zürich mit über 20 Prozent deutlich höher. Gemeinnützige Bauträger sind nicht gewinnorientiert. Sie setzen Mieten basierend auf den tatsächlichen Kosten an und verzichten auf Rendite. Dieser Ansatz hilft, Wohnraum erschwinglicher zu gestalten und dem Verfassungsauftrag zur Förderung bezahlbaren Wohnens gerecht zu werden.

    Günstigere Mieten im Vergleich zum Markt
    Die Mietpreise im gemeinnützigen Wohnungsbau sind im Schnitt acht bis 20 Prozent niedriger als bei herkömmlichen Mietobjekten. Beispielsweise kostet eine Vierzimmerwohnung im gemeinnützigen Segment durchschnittlich 1359 Franken, während auf dem allgemeinen Markt eine vergleichbare Wohnung bei 1647 Franken liegt. Diese Kostenvorteile tragen erheblich zur Entlastung der Mieterinnen und Mieter bei und fördern soziale Durchmischung.

    Effizienter Wohnflächenverbrauch
    Im gemeinnützigen Wohnungsbau ist der Wohnflächenverbrauch insgesamt geringer. Während bei Ein- bis Zweizimmerwohnungen der Verbrauch pro Kopf neun Prozent über dem allgemeinen Bestand liegt, ist er bei grösseren Wohnungen, etwa mit vier bis fünf Zimmern, um 25 bis 38 Prozent geringer. Insgesamt beanspruchen Bewohner gemeinnütziger Wohnungen 22 Prozent weniger Fläche, was zur effizienteren Nutzung des Wohnraums beiträgt.

    Ein Blick in die Zukunft des gemeinnützigen Wohnens
    Die Broschüre «Statistik des gemeinnützigen Wohnungsbaus 2024» liefert detaillierte Daten und wertvolle Einblicke in dieses wichtige Segment. Infografiken und Tabellen geben eine anschauliche Übersicht über die Entwicklung und Bedeutung des gemeinnützigen Wohnungsbaus. Sie zeigen, wie dieses Wohnmodell zur Schaffung bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraums beiträgt. Eine zentrale Grundlage für eine sozial gerechte Wohnpolitik in der Schweiz.