Schlagwort: Stadterneuerung

  • Shanghai verlegt Shikumen-Komplex mit Robotern

    Shanghai verlegt Shikumen-Komplex mit Robotern

    Die Stadt Shanghai stellt mit diesem Projekt ihre Fähigkeit unter Beweis, Denkmalschutz und Stadtentwicklung zu vereinen. Der Huayanli-Komplex, errichtet zwischen 1920 und 1930, ist Teil des Zhangyuan-Viertels, das auf eine über 140-jährige Geschichte zurückblickt. Mit einer Gesamtfläche von 4’030 Quadratmetern und drei Backstein-Holz-Bauten ist er nicht nur architektonisch bedeutsam, sondern auch ein bedeutendes Zeugnis städtischer Identität.

    Die vorübergehende Umsiedlung ist notwendig, um darunter eine dreistöckige unterirdische Anlage von über 53’000 Quadratmetern zu errichten. Diese wird kulturelle und kommerzielle Räume, mehr als 100 Parkplätze und Verbindungen zu drei U-Bahn-Linien schaffen . Ein ehrgeiziges Vorhaben in einem dicht bebauten historischen Umfeld.

    Robotergestützte Präzisionsarbeit im historischen Kern
    Angesichts der engen Gassen und geringen Platzverhältnisse setzte das Bauteam auf eine Kombination aus fortschrittlichen Technologien und massgeschneiderter Robotik. Insgesamt 432 selbstfahrende Roboter bewegen das Ensemble mit einer Geschwindigkeit von rund 10 Metern pro Tag. Eine logistische Meisterleistung, die minimale Störungen bei maximaler Präzision ermöglicht.

    Darüber hinaus kamen miniaturisierte Roboter für Gründungsarbeiten zum Einsatz, die sich dank Fernsteuerung durch schmale Türen und Flure bewegen. Unterstützt von BIM und Punktwolken-Scans, wurden präzise 3D-Modelle des Bestands erstellt, um potenzielle Kollisionen und statische Herausforderungen frühzeitig zu identifizieren.

    Smarte Erdbewegung und minimalinvasive Eingriffe
    Eine weitere technische Innovation stellen die eigens entwickelten Erdbewegungsroboter mit faltbaren Greifarmen dar. Diese können sich in Räumen mit weniger als 1,2 Metern Breite bewegen und nutzen Deep-Learning-Algorithmen, um zwischen Ton und Hindernissen zu unterscheiden. Dadurch wird das Bauprojekt trotz der beengten Verhältnisse mit hoher Effizienz und minimaler Gefährdung des historischen Bestands vorangetrieben.

    Zhang Yi, Generaldirektor der für die Stadterneuerung verantwortlichen Tochtergesellschaft von Shanghai Construction No 2, erläutert das Vorgehen: „Wir haben mehrere kurvige Transportwege für den Erdaushub entworfen und ein Förderbandsystem wie in einer Fabrik implementiert. So lassen sich Störungen reduzieren und gleichzeitig hohe Arbeitsgeschwindigkeiten erzielen.“

    Verknüpfung von Alt und Neu
    Das Vorhaben ist mehr als eine technische Meisterleistung. Es steht exemplarisch für eine städtische Vision, die historisches Erbe nicht als Hemmnis, sondern als Ressource begreift. Nach Abschluss der Arbeiten wird der Huayanli-Komplex an seinen ursprünglichen Standort zurückkehren. Allerdings über einer modernen Infrastruktur, die ihn mit den umliegenden Hochhäusern, Einkaufszentren und Wohnquartieren verbindet. Die Integration oberirdischer Erhaltungsmassnahmen mit modernen unterirdischen Einrichtungen bietet ein Modell für die nachhaltige Revitalisierung historischer Quartiere in wachsenden Metropolen. Für Shanghai und für internationale Stadtplaner und Ingenieure, ist dieses Projekt ein Meilenstein. Es zeigt, wie sich kulturelle Identität und urbane Modernisierung zu einem harmonischen Ganzen verbinden lassen.

  • Basel-Stadt will Fernwärme und Begrünung ausbauen

    Basel-Stadt will Fernwärme und Begrünung ausbauen

    Der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt hat ein umfassendes Konzept zum Ausbau des Fernwärmenetzes entwickelt und als Ratschlag vorgelegt. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, sollen in diesem Rahmen Strassen, Leitungen und Tramgleise umfassend saniert werden. Gleichzeitig sollen viele innerstädtische öffentliche Flächen entsiegelt werden.

    Diese weiträumige Umgestaltung biete auch die einmalige Chance, grosse Flächen zu begrünen, heisst es in der Mitteilung. Um die Pläne umzusetzen, prüft der Kanton in Übereinstimmung mit dem Stadtklimakonzept bei jeder anstehenden Sanierung die Möglichkeiten neuer Baumanpflanzungen. Nebst den jetzt vorzunehmenden Anpflanzungen sieht das Projekt vor, Fernwärme- und andere Leitungen bei den Sanierungen so zu verlegen, dass auch später noch Begrünungen vorgenommen werden können. Zudem ist bei Planung und Realisierung zu beachten, dass der Verkehrsfluss in der Stadt optimiert wird und jedweder Zugang von Sicherheitskräften wie Feuerwehr oder medizinischer Notdienst gewährleistet ist.

    Für die Umsetzung des Gesamtprojekts hat der Regierungsrat dem Grossen Rat ein Budget von jährlich 4,1 Millionen Franken über 13 Jahre, also insgesamt eine Summe von 51 Millionen Franken, beantragt.