Schlagwort: Stadtgestaltung

  • Fachhochschulen Graubünden und Rotterdam gestalten Städte der Zukunft

    Fachhochschulen Graubünden und Rotterdam gestalten Städte der Zukunft

    Die Fachhochschule Graubünden (FH) und die Rotterdam University of Applied Sciences haben einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Die Zusammenarbeit wurde laut Medienmitteilung im Rahmen der Sketchcity-Studienwoche mit Studierenden beider Institutionen besiegelt. Zum Start der neuen Kooperation kamen 200 Studierende aus den Bereichen Stadtplanung und Multimedia Production aus Chur, Bern und Rotterdam zusammen.

    Die Kooperation entstand aus dem Projekt Sketchcity, welches seit 2016 durch die FH Graubünden in den Niederlanden durchgeführt wird. Aus der Kooperation sollen innovative Ideen für die Stadtgestaltung der Zukunft durch interdisziplinäres Lehren und Lernen sowie der Forschung entstehen, heisst es in der Mitteilung der FH. „Wir sind verbunden durch den Rhein, was sinnbildlich für diese Kooperation steht“, wird Professor Bruno Studer zitiert, Departementsleiter Angewandte Zukunftstechnologien der FH Graubünden.

    Aufgrund der bestehenden Kontakte und positiven Erfahrungen beim Projekt Sketchcity  haben die beiden Fachhochschulen laut der Mitteilung beschlossen, die Zusammenarbeit zu intensivieren. Grundlage ist die Schweizer Methode Sketch&Draw, die als visuelles Entwicklungs- und Innovationswerkzeug zum Einsatz kommt. Die dahinterliegende Idee ist es, Co-Creation, Co-Teaching und Forschung auch mit visuellen Mitteln zu ermöglichen.

    „Wir alle brauchen ein visuelles Werkzeug, um die Zukunft zu entwerfen. Die Skizze war schon immer das Entwicklungswerkzeug in der akademischen Forschung“, wird  Tanja Hess zitiert, die Initiatorin der Methode Sketch&Draw. Sie ist Professorin für Visualisieren im Bachelorstudiengang Multimedia Production an der FH Graubünden und der Berner Fachhochschule.

  • Wie Daten unsere Städte verändern

    Wie Daten unsere Städte verändern

    Sie wissen, was wir kaufen, wen wir treffen und wohin wir fahren oder spazieren. Airbnb, Amazon, DriveNow, Google Maps, Lieferando, Lime und Uber sind nur eine kleine Auswahl an Plattformen und Services, die Daten über Mobilität und Kaufverhalten sammeln. Mithilfe dieser Datenfülle gestalten Technologiekonzerne urbane Räume für die optimale Nutzung ihrer Services um. Ein Phänomen, das sich mit dem Begriff Plattform-Urbanismus bezeichnen lässt. „Technologiekonzerne besitzen immenses Wissen über städtische Mobilität. Dieses Know-how setzen sie in Kontakt mit Stadtverwaltungen etwa dazu ein, neue Verkehrssysteme zu schaffen“, erklärt der Kunst- und Architekturtheoretiker Peter Mörtenböck. Er weiß: In den Architekturabteilungen von Alphabet und Amazon entstehen die datengestützten Stadtteile von morgen.

    Peter Mörtenböck und sein Team wollten wissen: Wie verändern Daten, Öffentlichkeit und urbane Räume einander? Unterstützt durch den Wissenschaftsfonds FWF betrieben die Forschenden über einen Zeitraum von fünf Jahren künstlerische Grundlagenforschung, hielten Konferenzen ab, entwickelten Ausstellungen, verlegten zwei Bücher und etablierten Kooperationen. In dieser Projektlaufzeit waren mehr als 100 Personen forschend eingebunden.

    Internationale künstlerische Forschung
    Der Prozess war international gestaltet. In London sammelte man Wissen über Videoüberwachung. Eine Reise nach Tallinn ermöglichte Erkenntnisse über E-Governance, eine weitere nach Mumbai über Umgebungen, die nur rudimentär von Technologiekonzernen mitgestaltet werden. Mehrmals besuchte das Kernteam das Silicon Valley. Die Forschenden führten Gespräche mit Architekt:innen und Mitarbeitenden von Apple, Meta und Alphabet. „Wir haben uns vor allem die Campus-Architektur sowie die Pläne für deren Erweiterungen durch neue Wohngebiete angesehen. Diese sind Prototypen für zukünftige Wohnsiedlungen“, erzählt Mörtenböck. Dabei wurde auch die Rolle von Patenten präsent. „Das Steve Jobs Theater am Apple-Campus und die Gestaltung der Amazon-Warenhäuser sind nur einige Beispiele für patentierte Gestaltungen“, erklärt der Professor für Visuelle Kultur.

    Künstlerische Forschungszugänge, etwa in Form von Zeichnungen und Animationen, halfen den Forschenden, eigene Annahmen zu Themen wie der Datenöffentlichkeit zu hinterfragen. Kreative Ansätze haben auch weitere Vorteile. „Ein großes Anliegen war uns zu vermitteln, wie jede und jeder Einzelne in die Datenproduktion involviert ist. Wenn man weiß, wie sich die Umwelt schleichend verändert, bekommt man eine Idee davon, welche Daten gesammelt werden und was sie können. Künstlerische Forschung hilft, eine Schnittstelle mit der Öffentlichkeit zu finden“, sagt Mörtenböck. So entwickelten die Projektmitarbeiter Lovro Koncar-Gamulin und Christian Frieß etwa Videoinstallationen und Animationen als visuelle Übersetzungen des Forschungsprozesses. In Kärnten, der Steiermark und Vorarlberg diskutierte man mit Interessierten. Im Rahmen von Konferenzen in Wien, London und Los Angeles wurde mit internationalen Forschenden und Expert:innen debattiert.