Schlagwort: Standortfoerderung

  • Zürich bündelt Wirtschaftsförderung in einem Gesetz

    Zürich bündelt Wirtschaftsförderung in einem Gesetz

    Der Weg war lang. Die Volkswirtschaftsdirektion entwickelte die Gesetzesgrundlage seit 2020, die Vernehmlassung lief 2022, im Herbst 2025 stimmte der Kantonsrat mit 114 zu 59 Stimmen zu. Am 30. April 2026 setzt der Regierungsrat das Standortförderungs- und Unternehmensentlastungsgesetz per 1. Juli 2026 in Kraft. Was vorher Stückwerk war, hat jetzt eine klare gesetzliche Heimat.

    Was das Gesetz bündelt
    Das Gesetz fasst sechs zentrale Aufgabenbereiche unter einem Dach zusammen, die Standortentwicklung, Stärkung der Innovationsfähigkeit, Pflege ansässiger Unternehmen, Ansiedlung neuer Betriebe, Standortpromotion und wirtschaftliche Aussenbeziehungen. Zugleich wird das bisherige Gesetz zur administrativen Entlastung aufgehoben und vollständig integriert. Damit endet ein Doppelspurrennen zwischen zwei separaten Regelwerken.

    Der Druck dahinter
    Energieknappheit, Fachkräftemangel, die OECD-Mindeststeuer und das ungeklärte Verhältnis zur EU setzen den Wirtschaftsstandort Zürich unter Druck. Eine gesetzlich verankerte Standortförderung soll die Reaktionsfähigkeit des Kantons erhöhen und sicherstellen, dass Massnahmen schnell und zielgerichtet umgesetzt werden können. Das Gesetz enthält auch eine Grundlage, damit sich der Kanton rasch an Bundesprogrammen zur Krisenunterstützung beteiligen kann.

    Unternehmensentlastung als Kernstück
    Die bisherige Koordinationsstelle wird zur Fachstelle Unternehmensentlastung aufgewertet. Sie prüft künftig systematisch alle neuen und geänderten kantonalen Gesetze und Verordnungen auf ihre Auswirkungen auf Unternehmen. Die sogenannte Regulierungsfolgenabschätzung hat ein klares Ziel, unternehmensfreundliche Regulierungen und ein digital abgewickelter Vollzug, der Zeit und Aufwand spart.

    Zürich als Vorbild
    Damit positioniert sich Zürich als Kanton, der wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit nicht dem Zufall überlässt. Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh hat das Gesetz massgeblich geprägt, es ist eines der letzten grossen Projekte ihrer zwölf Amtsjahre. Der Startschuss fällt am 1. Juli 2026, in dem Moment, in dem Walker Späh ihr Regierungspräsidialjahr bereits läuft.

  • Zürich erfindet sich neu

    Zürich erfindet sich neu

    Regierungsrätin Carmen Walker Späh sprach es offen aus, viele gute Ideen schaffen es nie in den Markt. Es fehlt nicht an Kreativität, sondern an der richtigen Unterstützung zur richtigen Zeit. Der Kanton Zürich hat deshalb dieses Jahr den Schritt gemacht und sich dem internationalen Programm «MIT REAP» angeschlossen. Ziel ist es, Finanzierung gezielter zu lenken, Akteure enger zu vernetzen und Skalierung systematisch zu fördern. Denn Zürich hat sich in den Bereichen KI, Robotik, Life Sciences und New Space Economy bereits als Hotspot etabliert. Nun geht es darum, diesen Vorsprung zu sichern.

    Ohne Leute geht gar nichts
    Markus Müller, Co-Leiter der Standortförderung, brachte es auf den Punkt mit einem Zitat des Medtech-Unternehmers Andy Rihs: «Ohni Lüt gaht nüt.» Kapital allein baut keine Zukunft. Was Zürich stark macht, ist die Fähigkeit, neue Ideen mit dem richtigen Know-how und den passenden Kapazitäten zusammenzubringen. Zürich soll eine führende Rolle in der New Space Economy übernehmen. Denn Innovation ist laut Müller das, was aus «gut» langfristig «führend» macht.

    Zukunft denkt man nicht allein
    Zukunftsforscherin Martina Kühne gab den Gästen drei Impulse mit auf den Weg. Weiter denken als bis morgen, Zukunftsbilder in der Mehrzahl entwickeln und Zukunft gemeinsam gestalten. Jedes Zukunftsbild sei wie ein Turngerät, an dem man sich gedanklich austoben kann. Wer das tut, kann Ideen für eine mögliche und wünschbare Zukunft entwickeln. Denn Zukunft, so Kühne, passiert nicht einfach.

    Kollaboration als Katalysator
    Was diese Theorie in die Praxis übersetzt, zeigt das ETH-Spin-off Sevensense. 2021 überzeugte das junge Start-up ABB mit seiner 3D-Vision-Technologie für autonome Roboter. Heute stammen rund 80 Prozent der von ABB verkauften autonomen Roboter von Sevensense. Ein Beweis dafür, wie wirkungsvoll das Zusammenspiel von etabliertem Kapital und frischem Erfindergeist ist.

    Organe im All, Muskeln im Labor
    Noch wagemutiger denkt «Prometheus Life Technologies». Das Start-up nutzt Schwerelosigkeit im All, um Organe dreidimensional wachsen zu lassen. Ermöglicht hat das ein Parabelflugprogramm im Innovationspark, in enger Zusammenarbeit mit dem Center for Space and Aviation der Universität Zürich. Nicht weniger ambitioniert ist Muvon, das gemeinsam mit der ZHAW an einer automatisierten Methode zur Muskelregeneration mit körpereigenen Zellen arbeitet. Gelingt die Skalierung, könnte damit Belastungsinkontinenz behandelt werden, von der ein bedeutender Anteil der Frauen über 40 in Europa betroffen ist.

    Eine Plattform, die selbst innoviert
    Samuel Mösle, Co-Leiter der Standortförderung, zog im Abschlussgespräch eine klare Linie. Die drei vorgestellten Start-ups bewegen sich an den Grenzen der vorstellbaren Zukunft. Die Innovations-Plattform wird künftig mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz interaktiver und vernetzender. Nach fünf Jahren ist die Initiative am Ende ihrer eigenen Start-up-Phase angelangt. Samuel Mösles Fazit trifft es präzise: «Es steht nicht nur Innovation drauf, es steckt auch Innovation drin.»

  • Wechsel an der Spitze eines wichtigen Wirtschaftsnetzwerks

    Wechsel an der Spitze eines wichtigen Wirtschaftsnetzwerks

    Hansjörg Brunner tritt laut einer Mitteilung als Präsident des WirtschaftsPortalsOst (WPO) zurück. Der Inhaber und CEO der Fairdruck AG mit Sitz in Sirnach TG präsidierte den Standort- und Wirtschaftsverein des Grossraumes Wil seit dessen Gründung im Mai 2019. Brunner hatte zuvor sowohl den Gewerbeverein KMU Hinterthurgau als auch den Thurgauer Gewerbeverband präsidiert. Für die FDP sass er im Thurgauer Kantonsrat und im Nationalrat.

    Der Vorstand schlägt der Delegiertenversammlung vom 23. April Marc Flückiger als neuen Präsidenten vor. Der 44-Jährige ist im Thurgau aufgewachsen und lebt in Wil. Als gelernter Käser arbeitete er bei der Züger Frischkäse AG, zuletzt als Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung. Seit 2014 ist er Mitinhaber und Geschäftsführer der SYGMA AG Liegenschaftenbetreuung in Wil mit rund 170 Mitarbeitenden. Er war für die FDP Mitglied des Wiler Stadtparlaments und gehört seit 2024 dem St.Galler Kantonsrat an.

    „Gerne würde ich als WPO-Präsident meine Erfahrung und mein Netzwerk aus Wirtschaft, Politik und Verbandsarbeit einbringen und mich mit voller Energie für unsere Region einsetzen“, wird Flückiger in der Mitteilung zitiert.

  • Netzwerk Standort Schweiz wählt neue Mitglieder in den Vorstand

    Netzwerk Standort Schweiz wählt neue Mitglieder in den Vorstand

    Das Netzwerk Standort Schweiz hat laut einer Mitteilung seinen Vorstand erneuert. Neu wurden am 18. März Christina Doll und Andreas Zettel in das Gremium gewählt. Christina Doll ist seit 2025 Standortförderin der Stadt Schlieren. Sie hatte zuvor unter anderem während rund zehn Jahren die Flughafenregion Zürich mit aufgebaut. Andreas Zettel ist seit 2015 Leiter Unternehmensentwicklung und seit 2020 stellvertretender Leiter der Wirtschaftsförderung Luzern.

    Die beiden neuen Mitglieder treten an die Stelle von Albert Schweizer und Jasmina Ritz. Schweizer war der erste Standortförderer Schlierens und hat 1998 Netzwerk Standort Schweiz – damals noch die Schweizerische Vereinigung für Standortmanagement – mitbegründet. Seit 2007 gehörte er auch deren Vorstand an. Jasmina Ritz war erste Geschäftsführerin der Limmatstadt AG, der Kantonsgrenzen übergreifenden Standortförderin im Limmattal. Seit 2022 gehörte sie auch dem Vorstand von Netzwerk Standort Schweiz an. Seit Anfang März ist sie Geschäftsführerin von SwissFoundations, dem Verband der Schweizer Förderstiftungen.

    Die Frühjahrsveranstaltung von Netzwerk Standort Schweiz thematisierte auch den Wandel im Wettbewerb der Standorte. „Während sich grosse Wirtschaftsblöcke mit Zöllen, massiven Förderprogrammen und technologischen Wettläufen gegenseitig unter Druck setzen und militärische Konflikte neue Unsicherheiten schaffen, erreicht auch der Standortwettbewerb eine neue Phase“, wird Remo Daguati, Präsident von Netzwerk Standort Schweiz, in der Mitteilung zitiert.

    Vassiliki Riesen, Leiterin der Wirtschafts- und Standortförderung Köniz, zeigte die Folgen für die grösste Agglomerationsgemeinde der Schweiz auf. Sie zeigte auf, wie Standortförderungen auf unterschiedliche Anspruchsgruppen reagieren und gleichzeitig auch mit zahlreichen Partnerinnen und Partnern in der Gemeinde und im Kanton zusammenarbeiten können.

    André Guedel, Director International Business Development bei KPMG, zeigte auf, wie der neue Wettbewerb sowohl über Steuern als auch über Subventionen den Standort Schweiz trifft, und wie Unternehmen darauf reagieren.

    Netzwerk Standort Schweiz ist der Dachverband der Standort- und Wirtschaftsförderungen. Seine derzeit rund 110 Mitglieder sind in der Standortförderung, dem Regionenmarketing, der Wirtschaftsförderung, der Arealentwicklung und der Raumplanung und der Immobilienwirtschaft tätig.

  • Bund führt Vernehmlassung zur Standortförderung durch

    Bund führt Vernehmlassung zur Standortförderung durch

    Der Bundesrat hat zum ersten Mal eine Vernehmlassung zur Botschaft für Standortförderung eröffnet. Wie es in einer Mitteilung heisst, soll sie bis zum 1. Juni 2026 dauern. Dabei unterbreitet der Bundesrat dem Parlament für die Jahre 2028 bis 2031 fünf Finanzierungsbeschlüsse in einem Gesamtumfang von 392,21 Millionen Franken. Die Standortförderung soll dabei über die Instrumente KMU-Politik, Tourismuspolitik, Regionalpolitik sowie Exportförderung und Standortpromotion erfolgen.

    Im Fokus stehen drei Schwerpunkte der Standortförderung: KMU sollen mittels Digitalisierung administrativ entlastet werden, der Zugang von KMU zu internationalen Märkten soll erleichtert und schliesslich sollen die Regionen wirtschaftlich gestärkt werden. Unter anderem soll dabei mit dem Ausbau der Plattform EasyGov.swiss ein Marktplatz für digitale Leistungen von Bund und Kantonen erweitert werden. In Bezug auf die internationalen Märkte unterstützt der Bund exportorientierte Unternehmen mit Informationen, Beratung und dem Einsatz von Exportrisikoversicherungen. Im Bereich der regionalen Standortförderungen unterstützt der Bund Tourismusdestinationen sowie wirtschaftliche Projekte im ländlichen Raum, in Berggebieten und Grenzregionen.

    Trotz des hohen Budgets verzeichnet die Planung unter Berücksichtigung der Covid- und Recovery-Sonderzahlungen und des Entlastungspakets 2027 einen Rückgang um 5,2 Prozent gegenüber der Vorperiode.

  • Gemeinden am Zürichsee stärken wirtschaftliche Vernetzung

    Gemeinden am Zürichsee stärken wirtschaftliche Vernetzung

    Die Standortförderung Goldküste hat ihr erstes Jahresprogramm veröffentlicht. Der Verein wurde im September 2025 von den elf Gemeinden des Bezirks Meilen und dem Amt für Wirtschaft des Kantons Zürich gegründet.

    Wie es in einer Mitteilung heisst, profitieren die Mitglieder von kostenfreier Teilnahme an Veranstaltungen, Exkursionen und Hintergrundgesprächen, direktem Zugang zu Entscheidungsträgerinnen und -trägern sowie erhöhter Sichtbarkeit. Die erste Mitgliederversammlung findet am 15. April in Stäfa ZH statt. Dort wird als Gastreferent Dr. Moritz Lechner sprechen, Co-Gründer und Co-Verwaltungsratspräsident von Sensirion.

    Als weitere Programmpunkte nennt die Mitteilung einen Mitglieder-Lunch mit Werkstattbesuch bei der Micro Mobility Systems AG in Küsnacht und einen Mitglieder-Znüni in der Gemeindeverwaltung Zumikon. Im August folgt eine After-Work-Exkursion in den Seepark Uetikon, wo auf dem ehemaligen Areal der chemischen Fabrik Wohnungen für gut 600 Personen entstehen. Zudem steht eine Exkursion zum Zürcher Kantonsrat auf dem Plan.

  • 27 Jahre Engagement für Schlierens Transformation

    27 Jahre Engagement für Schlierens Transformation

    Seit 1998, also über 27 Jahre, prägt Albert Schweizer die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Schlieren. In dieser Zeit hat er nicht nur Unternehmen angesiedelt und Flächen organisiert, sondern auch Dialoge zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung geführt. Stets mit einer klaren Philosophie, Netzwerke und Vertrauen statt blinder Zahlenoptimierung.

    «Schlieren ist rasant gewachsen, aber kontrolliert, mit einer Standortförderung, die nicht nur auf Zahlen, sondern auf Netzwerke und Vertrauen baut», beschreibt diese Herangehensweise von Albert Schweizer  treffend. Aus einer klassischen Industriestadt wurde ein dynamischer Technologiestandort.

    Von der Industrie zur Biotechnologie
    Schweizers Fähigkeit, Chancen konsequent in Projekte umzusetzen, machte den Unterschied. Er organisierte Flächen, löste Knoten, lancierte Feste und schuf die Bedingungen für Unternehmen, um sich in Schlieren niederzulassen und zu wachsen. Besonders beeindruckend ist die Umwandlung früherer Industriebrachen zu Zentren der Biotechnologie und Medizintechnik. Ein strategischer Wandel, der Schlieren neu positionierte.

    Verdiente Pensionierung
    Im kommenden Frühling 2026 tritt Albert Schweizer seine wohlverdiente Pensionierung an. Für die Stadt Schlieren endet damit eine Ära, deren Spuren aber bleiben – in den Netzwerken, die er aufgebaut hat, in den Projekten, die er initiierte, und in der Kultur der Standortförderung, die er mitgestaltete.

    «Wir sind stolz darauf, wie sich Schlieren entwickelt hat», würdigt auch Stadtpräsident Markus Bärtschiger die Leistungen von Albert Schweizer.

    Mit der Pensionierung von Albert Schweizer geht nicht nur ein erfahrener Standortförderer, sondern auch der Architekt des modernen Schlieren. Seine Auszeichnung ist ein verdientes Finale einer einflussreichen Karriere, die zeigt, dass nachhaltige Entwicklung von Menschen kommt – von solchen, die nicht nur Wirtschaft managen, sondern Vertrauen aufbauen.

  • Basel baut Zukunft mit Verantwortung

    Basel baut Zukunft mit Verantwortung

    Herr Hess, Sie begleiten den Wirtschaftsraum Basel seit vielen Jahren in unterschiedlichen Funktionen. Welche Meilensteine oder prägenden Entwicklungen sind Ihnen in dieser Zeit besonders in Erinnerung geblieben? 
    Heute interessieren sich Politik und Verwaltung viel stärker für die Bedürfnisse der Wirtschaft als zu Beginn meiner Tätigkeit für den Kanton. Sichtbare Beispiele des gegenseitigen Vertrauens sind die Arealentwicklungen von Novartis, Roche oder Lonza und die milliardenschweren Investitionen dieser und weiterer Unternehmen am Standort. Neben der Pflege der bestehenden Unternehmen hat Basel-Stadt auch die Innovationsförderung massiv verstärkt. Knapp 68 Millionen Franken fliessen seit 2024 über acht Jahre in neun Programme in den Bereichen Life Sciences, Digitale Innovation und Nachhaltige Wirtschaft. Das jüngste Kind ist das Basler Standortpaket. Der Kanton investiert hier je nach Haushaltslage 150 bis 500 Mio. Franken pro Jahr in die Stärkung der Standortattraktivität. Die Gelder gehen fast gänzlich an baselstädtische Unternehmen. 

    Basel gilt als einer der dynamischsten Wirtschaftsstandorte der Schweiz.  
    Wie beurteilen Sie die aktuelle wirtschaftliche Lage im Kanton Basel-Stadt? 
    Dank unserer Branchenstruktur geht es Basel-Stadt wirtschaftlich gut. Auch die erratische Wirtschaftspolitik der USA hat noch kaum Spuren hinterlassen, auch wenn sie unsere Unternehmen vor Herausforderungen stellt. Die aktuelle Position des Standorts lässt sich zum Beispiel am kantonalen Wettbewerbsindikator der UBS ablesen, wo Basel-Stadt auch dieses Jahr den zweiten Platz aller Schweizer Kantone belegt. Oder am Triple A-Rating, das die Ratingagentur S&P dem Kanton erneut verliehen hat. Beides ermutigt uns, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen – als innovative und verlässliche Partnerin der Wirtschaft. 

    Was ist der aktuelle Fokus der Standortförderung bei urbanen Arealen und beim Wohnungsbau? 
    Der kantonale Richtplan sieht vor, bis 2035 eine Einwohner- und Beschäftigtenzahl von je 220’000 anzustreben. Menschen benötigen Wohnraum, aber auch Flächen zum Arbeiten und idealerweise kurze Wege zwischen Wohn- und Arbeitsort. Wir streben an, Unternehmen im Kanton Basel-Stadt genügend verfügbare Flächen in hoher Qualität als Standortvorteil bereitzustellen. Ein besonderer Fokus gilt dabei der Sicherung von Produktionsflächen und einem optimierten Flächenangebot für Scale-Ups.  

    Welche Herausforderungen ergeben sich durch knappe Flächen und eine hohe Nachfrage? Wie löst Basel-Stadt diese? 
    Eine grosse Herausforderung ist in Basel-Stadt die Flächenkonkurrenz im durch Kantons- und Landesgrenzen begrenzten verfügbaren Raum. Von Akteuren aus der Immobilienprojektentwicklung hören wir oft, dass es in Basel kein Problem sei, in die Höhe zu bauen. Wichtig ist auch, das Potenzial der Transformationsareale optimal zu nutzen, um mehr Raum für Wohn- und Arbeitsflächen zu schaffen.  

    Was sind die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Basler Standortpaket für die Arealentwicklung? 
    Das Basler Standortpaket ist für Arealentwickler und Investorinnen attraktiv, da in Basel-Stadt steuerpflichtige Unternehmen mit Ausgaben für Forschung und Entwicklung, Elternzeit sowie Klimaschutz und Energieeffizienz substanzielle Förderbeiträge erhalten können. Dies erleichtert die Ansiedlung und fördert das Wachstum von Unternehmen auf Arealen im Kanton.   

    Wie begleitet und unterstützt der Kanton Basel-Stadt die Umwandlung von Industriearealen in moderne Wohn- und Arbeitsquartiere? 
    Durch einen aktiven und systematischen Austausch mit Unternehmen und mit Grundeigentümerinnen. Im AWA wissen wir nicht nur über vertrauliche, potenzielle Entwicklungsschritte eines Unternehmens Bescheid, sondern können dem Unternehmen auch dafür benötigte Entwicklungsflächen vermitteln.  

    Welche Rolle spielen Investoren und Entwickler heute für den Standort Basel? 
    Beide spielen eine wichtige Rolle. Sie investieren in unternutzten, teilweise brach liegenden Boden, um diesen zu entwickeln und einen substanziellen Mehrwert für den Standort Basel zu generieren. Transformationsareale stehen aufgrund ihrer Grösse aber auch im Fokus der Öffentlichkeit. Dieser Verantwortung müssen alle Beteiligten Rechnung tragen. 

    Wie trägt die Förderung von Start-ups und Life Sciences zur Immobilienentwicklung bei? 
    Ein konkretes Beispiel: Der Kanton betreibt seit 14 Jahren den Tech Park Basel. Wir bieten dort kleinteilige Labor- und Büroflächen zu attraktiven Mietkonditionen an. Startups, die dem Tech Park Basel entwachsen, suchen dann grössere Flächen zu kommerziellen Konditionen. Wir produzieren also eine Pipeline von reifen, gut finanzierten Startups (meist Biotechs) zu Gunsten des privaten, nicht subventionierten Immobilienmarktes. 

    Welche Zukunftstrends sehen Sie für Basel bis 2030, vor allem hinsichtlich Digitalisierung und neuer Arbeitsformen? 
    Die Arbeitsplatzqualität ist heute viel wichtiger als früher. Die Digitalisierung könnte die Flexibilisierung der Flächenanmietung weiter vorantreiben. Unsere Erfahrung zeigt, dass einige Unternehmen Mietflächen suchen, bei denen etwa ein Meetingraum flexibel per App gebucht werden kann. Derartige Büroflächen sind, obwohl Basel ein gesundes Flächenangebot hat, bei Immobilienvermittlungen noch gar nicht so einfach zu finden.  

    Sie werden in den nächsten Jahren in den wohlverdienten Ruhestand treten.  
    Welche Fähigkeiten sind für Ihre Nachfolge besonders wichtig?
    Fähigkeiten sind wichtig. Noch wichtiger sind aber persönliche Eigenschaften. Zu diesen zählen unternehmerisches Denken, Begeisterungsfähigkeit, Lernbereitschaft, Ausdauer und Freude, gemeinsam in einem tollen Team jeden Tag den Standort weiterzuentwickeln. Mit dem Begriff «Ruhestand» habe ich ohnehin etwas Mühe. Ich liebe meine Arbeit als «öffentlicher Unternehmer» und möchte mich auch nach dem Abschied von meiner heutigen Position im Mai 2027 auf Gebieten, die mir persönlich wichtig sind, engagieren.

  • Neue Impulse für die Region Schwarzbubenland

    Neue Impulse für die Region Schwarzbubenland

    Das Forum Schwarzbubenland hat die Standortförderung für die Bezirke Dorneck und Thierstein neu besetzt. Wie die Vereinigung mitteilt, hat es den Nationalrat Christian Imark mit dem Mandat betraut. Sie wolle damit den Bedürfnissen einer dynamischen Wirtschaftslage noch besser gerecht werden.

    Der Standortförderer soll zum einen neue Unternehmen ansiedeln helfen, um die Wirtschaftsbasis zu stärken. Zum anderen soll er lokale Unternehmen bei der Bewältigung aktueller Herausforderungen und beim Wachstum unterstützen. Schliesslich soll Imark die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Bildung und Politik intensivieren.

    „Christian Imark bringt als erfahrene Persönlichkeit aus Politik und Wirtschaft das ideale Rüstzeug mit, um unsere Region bekannter zu machen, erfolgreich zu positionieren und neue Impulse zu setzen“, wird Dieter Künzli, Präsident des Forums Schwarzbubenland, in der Mitteilung zitiert.

    Christian Imark (Jahrgang 1982) gehört seit 2015 für die Schweizerische Volkspartei (SVP) dem Nationalrat an. Er ist zugleich Inhaber der Airboxx GmbH, einem auf die Vermietung von Festzelten spezialisierten Unternehmen mit Sitz in Fehren SO. Das Mandat Standortförderung umfasst ein Pensum von 30 Prozent.

    Imark tritt an die Stelle von Karoline Sutter, welche die Standortförderung 2022 übernommen hat. Damals bestand das Mandat noch aus der Standortförderung des Schwarzbubenlandes und des angrenzenden Baselbieter Laufentals. Sutter hatte das Mandat zusammen mit Rita Stoffel-Meury übernommen.

  • Neuausrichtung der Standortförderung in Schlieren

    Neuausrichtung der Standortförderung in Schlieren

    Christina Doll leitet ab 1. Dezember die Stelle der Standortförderung in der Stadt Schlieren. Die 44-Jährige übernimmt laut städtischer Mitteilung den Posten von Albert Schweizer, der nach 27 Jahren Tätigkeit bei der Stadt in Pension geht. 

    Der Stellenwechsel ist verbunden mit einer Intensivierung der Standortförderung. Christina Doll wird die Funktion in einer 80-Prozent-Stelle ausführen. Vorgänger Schweizer hatte die Position mit 30 Prozent zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Liegenschaftsleiter ausgefüllt. Die Anhebung der Arbeitszeit ist aus Sicht des Stadtrats nötig, „um den Wirtschaftsstandort Schlieren erfolgreich weiterzuentwickeln“. Unternehmen sollen künftig eine direkte Ansprechpartnerin für ihre Anliegen haben.  

    Die Wirtschaftsgeografin mit einem Abschluss an der Universität Hannover gilt aufgrund langjähriger Erfahrung in der Standortförderung als gut vernetzt. Zuletzt machte sie sich als stellvertretende Geschäftsführerin beim Aufbau der Flughafenregion Zürich als Wirtschaftsnetzwerk und Standortentwicklung verdient. Nebenberuflich habe die 44-Jährige als Gastdozentin an verschiedenen Hochschulen vermittelt, wie Organisationen durch partizipative Methoden und Nutzung kollektiver Intelligenz ihre Entwicklungspotenziale besser ausschöpfen können. Sie ist Gewinnerin des Scholarship für den EMBA Digital Leadership der Hochschule für Wirtschaft Zürich 2022. 

  • Neues Weiterbildungsangebot für professionelles Standortmanagement

    Neues Weiterbildungsangebot für professionelles Standortmanagement

    Die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) bietet in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Standort Schweiz eine Weiterbildung im Bereich Standortmanagement an. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, handelt es sich bei dem Kurs um das schweizweit erste CAS im Bereich Standortförderung. Es wird zum zweiten Mal von der FHNW veranstaltet, der Kurs beginnt am 26. März 2026 auf dem Campus Brugg-Windisch.

    Der Lehrgang umfasst die Module Standortanalyse und Standortmarketing, Wirtschaftsförderung und Clustermanagement, Standortentwicklung, Innovation, Change Management und Kommunikation. Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden bei den Veranstaltungen mit lokalen Besonderheiten von Standorten und den Bedürfnissen der dort Wohnenden beziehungsweise angesiedelten Unternehmen vertraut gemacht. Als Wirtschafts-, Marketing- und Kommunikationsexperten können Standortmanager Entwicklungskonzepte für Standorte entwerfen und diese praktisch bei Behörden und in der Politik vertreten und umsetzen, heisst es vonseiten der FHNW.

    Der Zertifizierungslehrgang (CAS) unfasst 15 Seminartage, verteilt auf zwei Semester. Die Kursgebühr beträgt 600 Franken je Kurstag. Mitglieder des Netzwerks Standort Schweiz erhalten 10 Prozent Rabatt.