Schlagwort: Start-ups

  • Finanzielle Realität beendet visionäres Raumkonzept

    Finanzielle Realität beendet visionäres Raumkonzept

    „Dies ist der Post, den wir nie machen wollten“, leitet Tadah einen Beitrag auf LinkedIn ein, in dem die Gründerinnen Klara Zuercher, Diana Wick Rossi, Sarah Steiner und Julia Cebreros die Schliessung ihres Coworking und Kids Space bekanntgeben. Ihnen zufolge hat das Geschäftsmodell trotz grosser Nachfrage und positiven Rückmeldungen „den finanziellen Anforderungen nicht standhalten“ können. Per Ende Juni wird der Betrieb daher eingestellt.

    Tadah an der Albisriederstrasse 253 in Zürich war als „nachhaltig eingerichteter Coworking Space für Eltern, für Teams, für Start-ups“ konzipiert, heisst es in der Selbstbeschreibung von Tadah. „Mit voller Flexibilität, auch in der Kinderbetreuung.“ Mit Tadah hatten die vier Gründerinnen einen Beitrag dazu leisten wollen, die Schweiz familienfreundlicher zu machen.

    Für die Coworking-Räumlichkeiten hat Tadah bereits einen Nachmieter gefunden. Die Räumlichkeiten werden als Start-up-Hub von der Norm Technologies AG übernommen. Für den Kids Space müssen noch Nachmieter gefunden werden.

  • Neues Start-up-Zentrum fördert Unternehmertum in Uzwil

    Neues Start-up-Zentrum fördert Unternehmertum in Uzwil

    Auf dem Gelände des Mahlwerks Uzwil, das sich auf dem Areal der Bühler Group befindet, wird ein zweiter startup space des IFJ Instituts für Jungunternehmen entstehen. Die Uze AG, das Immobilien- und Family-Office der Bühler Group, entwickelt diesen Teil des Areals auf dem Spickel zwischen Bahnhof- und Fabrikstrasse gemeinsam mit dem IFJ zum Innovationshub. Sein erstes Zentrum dieser Art betreibt das IFJ bereits seit zehn Jahren in Schlieren.

    Wie die Uze AG mitteilt, soll das Mahlwerk in Uzwil ab 2027 ein «lebendiger Ort für Startups, Unternehmer:innen und kreative Köpfe» sein, «mit modernen Office- & Engineer-Spaces, Events & Meetings sowie viel Platz für Innovation». Der Baustart erfolgt laut einer Mitteilung des IFJ am 12. Juni 2025.

    Im Zuge der Verdichtung und der Erneuerung von Immobilien verlagerte die Bühler Group die von ihr genutzten Flächen auf das angrenzende Hauptareal. Dadurch wurden 18’680 Quadratmeter frei für Neues. «Hier schlägt die Uze AG mit dem Mahlwerk ein neues Kapitel auf und führt die industrielle Tradition mit unternehmerischem Weitblick, Innovationskraft und internationaler Vernetzung weiter», so das IFJ.

    Das Mahlwerk schaffe «Raum für Wachstum, Begegnung und Bewegung – und vor allem für Sichtbarkeit und starke Verbindungen zu Unternehmen, Experten, Organisationen und Investor/innen». Zusätzlich zu den Flächen für Start-ups und KMU sollen auch Räumlichkeiten für Industrie- und Gewerbebetriebe entstehen.

  • Neue Technologien für nachhaltiges Bauen im Praxistest

    Neue Technologien für nachhaltiges Bauen im Praxistest

    Swiss Prime Site (SPS) hat zusammen mit dem Schlieremer Start-up-Förderer Venturelab vielversprechende Start-ups aus den Bereichen Cleantech, PropTech, EnterpriseTech und anderen für die Immobilienbranche relevanten Sektoren identifiziert. Das Immobilienunternehmen mit Hauptsitz in Zug hat laut einer Mitteilung von Venturelab die 25. Ausgabe seines Start-up Accelerator-Programms abgeschlossen. In Zusammenarbeit mit Venturelab zielt die Initiative von SPS darauf ab, Kontakte zu Start-ups zu knüpfen, die Lösungen entwickeln, die in das Unternehmen integriert werden können, und konzentriert sich dabei auf Bereiche wie intelligente Gebäude, gesunde Architektur, intelligente Materialien und Kreislaufwirtschaft, heisst es weiter.

    Unter den 70 Bewerbern wurden zehn Start-ups ausgewählt, die ihre Lösungen Ende März in einer virtuellen Pitch-Session vorstellten. Aus dieser Gruppe wurden vier zur Teilnahme am Beschleunigungsprogramm eingeladen, um ihre Geschäftsmodelle dem SPS-Vorstand vorzustellen. Bei drei Jungunternehmen wird der „innovative Ansatz für Nachhaltigkeit und die Ausrichtung auf die Umweltprioritäten der SPS“ hervorgehoben. Dabei handelt es sich um das auf Lösungen zum Bauen mit klimaneutralem Beton fokussierte ecoLocked mit Sitz in Berlin, das auf Wasserreinhaltung spezialisierte Unternehmen Vunanexus in Küsnacht ZH und Quanthome in Lausanne, das datengesteuerte Intelligenz für Investitionsentscheidungen anbietet. Sie werden weitere Gespräche mit SPS für kommende Projekte und Tests der Lösung führen, heisst es in der Mitteilung.

    „Selten findet man einen Pitch-Wettbewerb, bei dem die Organisatoren so sehr bemüht sind, es einem leicht zu machen und einen während des gesamten Prozesses zu beraten“. wird Ruth Beniermann von ecoLocked zu dem Auswahlprozess zitiert.

  • Private Investoren treiben Innovation in Zürich voran

    Private Investoren treiben Innovation in Zürich voran

    Der Finanzplatz Zürich ist nicht nur ein bedeutendes Zentrum für Banken und Versicherungen, sondern auch ein Schlüsselfaktor für die Entwicklung junger Unternehmen. Private Investoren wie Private-Equity- und Venture-Capital-Gesellschaften, Multi und Single Family Offices sowie Stiftungen unterstützen Start-ups durch gezielte Investitionen, die Innovationen und wirtschaftliches Wachstum fördern.

    Laut der neuen Studie «Finanzplatz Zürich 2025/2026», die vom kantonalen Amt für Wirtschaft und der städtischen Abteilung Stadtentwicklung in Auftrag gegeben wurde, sind in der Region Zürich 208 Private-Equity- und Venture-Capital-Gesellschaften sowie über 2800 Stiftungen aktiv. Sie beschäftigen insgesamt rund 3800 Mitarbeitende und haben in den letzten zehn Jahren massgeblich zur Entwicklung des Innovationsstandorts Zürich beigetragen.

    Wachstum und Finanzierungslücken im Start-up-Ökosystem
    Zwischen 2014 und 2024 wurden in der Region Zürich über 900 Start-ups gegründet, die in verschiedenen Finanzierungsrunden insgesamt 9,6 Milliarden Franken Kapital aufgenommen haben. Fast die Hälfte des gesamten Finanzierungsvolumens von Start-ups in der Schweiz. Bei den Unternehmen, deren Investorenstruktur bekannt ist, stammt rund ein Drittel der Mittel von regionalen Geldgebern.

    Die Studie zeigt jedoch, dass viele Start-ups nach der anfänglichen Förderung durch Acceleratoren, Inkubatoren und Stiftungen in der nächsten Wachstumsphase auf Finanzierungshürden stossen. Während Private-Equity- und Venture-Capital-Gesellschaften verstärkt in die Expansionsfinanzierung einsteigen, bleibt eine Finanzierungslücke bestehen. Dies kann dazu führen, dass junge Unternehmen ins Ausland abwandern, um dort Kapital für ihre Skalierung zu sichern.

    Zürich als attraktiver Standort für Beteiligungskapital
    Die Region Zürich bietet aufgrund ihres starken Marktumfelds, der internationalen Vernetzung und der Verfügbarkeit hochqualifizierter Fachkräfte optimale Bedingungen für Investoren. Besonders Single Family Offices spielen eine wachsende Rolle, da sie langfristig orientierte Investitionen in innovative Projekte ermöglichen. Schweizer Single Family Offices investieren durchschnittlich 12 Prozent ihres verwalteten Vermögens in Venture Capital, wovon rund 24 Milliarden Franken in Projekte innerhalb der Schweiz fliessen.

    Laut Michael Grass von BAK Economics, die die Studie durchgeführt hat, ist es entscheidend, die Finanzierungslücke in der Wachstumsphase von Start-ups zu schliessen. Dies würde nicht nur die Innovationskraft der Region sichern, sondern auch das Abwanderungsrisiko reduzieren.

    Initiative «Stärkung Investorenstandort» startet
    Basierend auf den Ergebnissen der Studie startet der Kanton Zürich das Teilprojekt «Stärkung Investorenstandort» im Rahmen der Initiative «Innovationsstandort 2030». Die Volkswirtschaftsdirektion hat den Auftrag, gezielt Massnahmen zur Verbesserung der Standortattraktivität für Risikokapitalgeber zu entwickeln. Ziel ist es, die Investitionsbedingungen für Start-ups und Scale-ups zu optimieren und die Finanzierungsmöglichkeiten in der Region auszubauen.

    Mit Dialogen zwischen Politik, Wirtschaft und Investoren sollen konkrete Strategien entwickelt werden, um Zürich als führenden Standort für Beteiligungskapital weiter zu stärken. Die Stadt Zürich engagiert sich bereits aktiv in der Start-up-Förderung, unter anderem mit Inkubatoren wie BlueLion und Startzentrum Zürich sowie dem städtischen Programm KlimUp für nachhaltige Innovationen.

    Die Ergebnisse der Initiative sollen dazu beitragen, Zürich als dynamischen und wettbewerbsfähigen Investitionsstandort weiterzuentwickeln und den Wirtschaftsstandort langfristig zu sichern.

  • Europa braucht mehr Kapital für Start-ups

    Europa braucht mehr Kapital für Start-ups

    Die wirtschaftliche Stärke Europas hängt massgeblich von technologischen Innovationen ab. Doch der Zugang zu Kapital bleibt für viele Start-ups in der Wachstumsphase eine Herausforderung. Die neue Studie «Mapping investors for European innovators», veröffentlicht von der Beobachtungsstelle für Patente und Technologie des EPA zeigt, dass private und öffentliche Investoren eine entscheidende Rolle bei der Förderung neuer Technologien spielen. Im Vergleich zu den USA fehlt es in Europa jedoch an Kapital für spätere Finanzierungsphasen, was das Wachstum innovativer Unternehmen behindert.

    Technology Investor Score als Orientierungshilfe
    Um technologieorientierten Unternehmen die Suche nach Kapitalgebern zu erleichtern, führt das EPA den Technology Investor Score ein. Diese neue Kennzahl gibt an, welchen Anteil Unternehmen mit Patentanmeldungen am Portfolio eines Investors ausmachen. Der TIS hilft Start-ups, geeignete Partner zu identifizieren und fördert gezielt Investitionen in technologische Innovationen.

    Die Studie analysierte über 6100 Investoren in Europa sowie 8000 Kapitalgeber in den USA und zeigt, dass 88 % der europäischen Investoren Unternehmen mit Patenten in ihrem Portfolio haben. Doch nur 8 % dieser Investoren konzentrieren sich mehrheitlich auf Start-ups mit Patenten. Ein klares Zeichen für zurückhaltende Kapitalflüsse in innovative Wachstumsunternehmen.

    Europa muss in die Skalierung investieren
    Ein zentrales Problem des europäischen Innovationsökosystems ist die unzureichende Finanzierung in späten Entwicklungsphasen. Während öffentliche Investoren wie der Europäische Innovationsrat, die Europäische Investitionsbank oder nationale Innovationsagenturen die Frühphasenfinanzierung stark unterstützen, fehlen in Europa private Kapitalgeber für skalierungsfähige Start-ups.

    Die Analyse zeigt, dass 62 % der 100 grössten europäischen privaten Investoren sich auf Early-Stage-Finanzierungen konzentrieren, während nur 22 % in spätere Phasen investieren. Zum Vergleich: In den USA sind 98 der 100 wichtigsten Investoren private Kapitalgeber, von denen mehr als die Hälfte gezielt in die Skalierung von Start-ups investiert. Diese Finanzierungslücke in Europa führt dazu, dass vielversprechende Technologieunternehmen ins Ausland abwandern, um dort bessere Wachstumsbedingungen zu finden.

    Gezielte Lösungen für mehr Kapitalzugang
    Um diese Herausforderungen zu bewältigen, hat das EPA seinen Deep Tech Finder um eine neue Filterfunktion erweitert. Das kostenlose Onlinetool ermöglicht Start-ups eine gezielte Suche nach Investoren basierend auf Kriterien wie Finanzierungsphase, Standort und Technologiefokus. Damit können technologiegetriebene Unternehmen effizient Kapitalgeber finden, die sich auf ihre spezifischen Bedürfnisse spezialisiert haben.

    Zusätzlich bietet die Beobachtungsstelle für Patente und Technologie eine neue Informationsplattform, die detaillierte Einblicke in Finanzierungsstrategien, Investorenprofile und die Nutzung von Patenten zur Kapitalbeschaffung gibt. Ziel ist es, Start-ups und KMU zu unterstützen, damit sie ihr volles Innovationspotenzial ausschöpfen können.

    Europas Innovationskraft stärken
    Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die Notwendigkeit, die Finanzierungsstrukturen in Europa zu optimieren. Öffentliche Gelder allein reichen nicht aus, um den Übergang von der Idee zur Marktreife zu gewährleisten. Mehr privates Kapital für spätere Wachstumsphasen ist erforderlich, um innovative Unternehmen in Europa zu halten und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

  • Geothermiepaneele in Tiefgarage liefern Wärme für Wohnkomplex

    Geothermiepaneele in Tiefgarage liefern Wärme für Wohnkomplex

    Die Tiefgarage im Komplex Margencel in Aigle produziert künftig saubere Wärme. Wie der Geothermieanbieter Enerdrape und das Immobilienunternehmen Next Immobiliermitteilen, haben sie eine Anlage in Betrieb genommen, die künftig 85 Megawattstunden Wärme pro Jahr produzieren soll. Damit können rund 50 Wohnungen mit einer Fläche von 90 Quadratmetern mit Wärme und Warmwasser versorgt werden.

    Enerdrape hat dafür 332 seiner Geothermiepaneele installiert. Die Paneele des 2021 gegründeten Jungunternehmens mit Sitz in Renens werden im Untergrund von Gebäuden installiert. Sie nehmen dort die Energie auf, die über eine Wärmepumpe in die Gebäude geführt und dort für die Heizung und Kühlung genutzt wird.

    Der Komplex Margencel umfasst fünf Gebäude mit 5300 Quadratmetern Gewerbefläche und 103 Wohnungen. «Dieses Projekt ist Teil unserer Strategie, unseren CO2-Ausstoss zu verringern und umweltfreundliche Technologien zu verwenden», wird Next Immobilier-CEO Benjamin Favre in der Mitteilung zitiert.

    Enerdrape und Next Immobilier wollen die Lösung nun auch in anderen Liegenschaften des Immobilienunternehmens mit Sitz in Lausanne installieren. «Gemeinsam legen wird die Grundlagen, um diese Initiative auch in anderen Arealen umzusetzen und damit zu einer nachhaltigen Zukunft beizutragen», wird Enerdrape-CEO Margaux Peltier zitiert.

  • Der Ypsomed Innovationspreis 2025 wurde vergeben

    Der Ypsomed Innovationspreis 2025 wurde vergeben

    Die Yuon Control AG aus Oberburg und mit Sitz im Technopark Zürich hat es auf den mit 50’000 Franken dotierten ersten Platz des Ypsomed Innovationspreises 2025 geschafft, informiert Ypsomed in einer Mitteilung. Die Ausgründung der Berner Fachhochschule entwickelt Technologien für Gebäudeautomation und Energiemanagement. Mit den Systemen von Yuon Control können Daten aus verschiedenen Quellen zur Analyse und Optimierung von Energieflüssen und Gebäudefunktionen genutzt werden.

    Zwei weitere Jungunternehmen wurden mit jeweils einem mit 25’000 Franken dotierten zweiten Preis ausgezeichnet. Dabei handelt es sich zum einen um Santella. Das Start-up-Projekt an der Universität Bern will den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung senken. Im ersten Schritt entwickelt Santella dazu Impfstoffe für die Geflügelindustrie.

    Der andere zweite Preis ging an Xemperia aus Bulle FR. Die Ausgründung der Universität Freiburg will die Früherkennung und Überwachung von Krebserkrankungen verbessern. Dazu entwickelt Xemperia Technologien, bei denen Molekulardiagnostik mit Datenanalyse und auf Künstlicher Intelligenz basierender Mustererkennung kombiniert wird.

    Insgesamt hatten sich 34 Projekte um den Innovationspreis beworben. «Wir freuen uns, dass wir auch dieses Jahr drei herausragende Projekte ins Rampenlicht rücken dürfen», wird Simon Michel, Präsident des Ypsomed Innovationsfonds, in der Mitteilung aus seinem Beitrag bei der Preisverleihung zitiert. Sie hätten «das Potenzial, unsere Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig zu prägen – vorausgesetzt, sie finden den Weg in die praktische Anwendung». Dazu will der Ypsomed Innovationspreis einen Beitrag leisten.

  • Europas Innovationsfinanzierung stärken

    Europas Innovationsfinanzierung stärken

    Technologie-Start-ups sind entscheidend für den Fortschritt disruptiver Innovationen. Doch finanzielle Hürden hemmen ihr Wachstum, wie eine neue Studie des EPA verdeutlicht. Der Vergleich mit den USA zeigt, dass es in Europa insbesondere in späteren Finanzierungsphasen an privatem Kapital fehlt. Dies zwingt viele innovative Unternehmen dazu, ausserhalb Europas nach Investoren zu suchen.

    Ein neues Bewertungssystem
    Mit dem TIS hat das EPA eine präzise Kennzahl entwickelt, um die Spezialisierung von Investoren auf patentierte Technologien zu bewerten. Der TIS basiert auf über 1000 Einzelwerten und gibt an, wie hoch der Anteil patentaktiver Unternehmen im Portfolio eines Investors ist. Damit können Start-ups gezielt nach Kapitalgebern suchen, die besonders innovationsfreundlich sind.

    Öffentliche Investoren als zentrale Stütze
    Die Studie zeigt, dass öffentliche Institutionen eine tragende Rolle bei der Innovationsförderung spielen. Programme wie der Europäische Innovationsrat, nationale Förderagenturen wie Innosuisse oder Bpifrance und die Europäische Investitionsbank bieten essenzielle Unterstützung in frühen Finanzierungsphasen. Allerdings fehlt es an einer nahtlosen Anschlussfinanzierung durch private Investoren, was die Skalierung innovativer Technologien erschwert.

    Europäische und US-amerikanische Finanzierungsmodelle im Vergleich
    Während in Europa 62% der privaten Investoren auf Early-Stage-Finanzierungen fokussiert sind, liegt der Anteil bei den 100 grössten US-Investoren mit späterem Finanzierungsfokus deutlich höher. 98 der Top-100-Investoren in den USA sind privat, über die Hälfte davon spezialisiert auf Wachstumsfinanzierung. Diese Unterschiede verdeutlichen die Lücke in der europäischen Kapitalstruktur.

    Neue digitale Tools zur Investorenfindung
    Um Start-ups den Zugang zu Kapital zu erleichtern, erweitert das EPA seine digitalen Werkzeuge. Der Deep Tech Finder wurde um einen Filter ergänzt, der Investoren gezielt nach Finanzierungsphase, Standort und Technologiefeld auffindbar macht. So können Start-ups effizient passende Kapitalgeber identifizieren und ihre Finanzierungschancen verbessern.

    Wege zu einem stärkeren Innovationsökosystem
    Die Studie unterstreicht den Handlungsbedarf für eine bessere Vernetzung von öffentlicher und privater Innovationsfinanzierung in Europa. Mit neuen digitalen Hilfsmitteln wie dem TIS und dem Deep Tech Finder setzt das EPA entscheidende Impulse, um die Finanzierungslücke zu schliessen und Start-ups langfristig im europäischen Markt zu halten.

  • Graubünden entdecken – ein Zuhause für Unternehmen und Arbeitskräfte

    Graubünden entdecken – ein Zuhause für Unternehmen und Arbeitskräfte

    Gute Rahmenbedingungen sowie umsichtige Investitionen von Privaten und der öffentlichen Hand steigern die Attraktivität des Wirtschafts- und Lebensraums Graubünden zusätzlich. So schafft der Kanton Raum für unternehmerische Tätigkeiten, insbesondere für Industrie, Innovation und Forschung. Zu diesem Öko-System gehören nebst den hervorragend erschlossenen Industrieflächen topmoderne Ausbildungsmöglichkeiten an der Fachhochschule und in der beruflichen Weiterbildung, aber auch Raum für Innovation, wie ihn der TECHNOPARK® Graubünden mit seinen Dienstleistungen für technologieorientierte Jungunternehmen an zentraler Lage beim Bahnhof Landquart bietet. Der Kanton fördert innovative Vorhaben zudem finanziell gezielt mit Beiträgen und Darlehen.

    Neue Innovationszentren im Alpenraum
    Mit Weitblick und Innovationsgeist entstehen an mehreren Orten in Graubünden zukunftsweisende Projekte. Ab 2024 wird im Gebiet Rossboden in Chur auf über 11’000 m2 Fläche geforscht, gearbeitet und getüftelt. Das Gebäude bietet Platz für rund 300 Arbeitsplätze, diverse Co-Working- und Meeting-Spaces sowie eine Veranstaltungsarena, ein Restaurant und eine Kindertagesstätte. Die ITW-Unternehmensgruppe als Investorin und Projektentwicklerin des liug. Innovationszentrums ermöglicht so ein Zusammenspiel von Arbeiten, Forschen und Leben. Mit einer Fläche von 1200 m2 bietet der Inkubator InnoQube Swiss als Partner und Mieter Start-ups, Unternehmen, Investoren und Unternehmern die perfekte Umgebung, um zu wachsen und zu gedeihen.

    Ein weiteres wegweisendes Projekt entsteht im Oberengadin: der von mia Engiadina initiierte «InnHub La Punt». Das Zentrum mit Arbeits-, Seminar- und Sportmöglichkeiten wird privatwirtschaftlich finanziert und von Kanton, Region und Gemeinde unterstützt. Neben Arbeits- und Seminarräumen und lokalen Geschäften entstehen unter anderem Wohnungen, ein Zentrum für Medizin und Sport und ein Café. Die Arbeits- und Seminarräume sollen stunden-, tages- oder monatsweise genutzt werden können. Als Architekt des 40-Millionen-Projekts konnte der weltbekannte Sir Norman Foster gewonnen werden, der mit dem Engadin seit langem verbunden ist. Die Eröffnung ist für 2026 geplant.

    Forschungs- und Bildungsstandort für die Zukunft
    Das überrascht vielleicht viele: Graubünden ist ein ausgesprochener Forschungsplatz. Das Schweizer Forschungs- und Entwicklungscenter für Mikrotechnologie (CSEM) in Landquart stellt neue Technologien bereit, damit Innovationen zu marktfähigen Produkten werden. Auch der Forschungshub Davos verleiht der Bündner Startup-Szene wichtige Impulse: Hier sind das weltbekannte WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) und das auf die Folgen des Klimawandels im Berggebiet spezialisierte CERC zuhause. In der Höhenluft der Alpenstadt forschen auch renommierte Institute im Bereich Life Science praxisnah, wie etwa das AO Research Institute (ARI), das Schweizerische Institut für Allergie- und Asthmaforschung (SIAF) oder CK-CARE. Mit einem Leuchtturmprojekt im Bereich translationale Medizin ist eine weiterer Forschungsschwerpunkt in Davos geplant. Die Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung sollen möglichst ohne Umwege in anwendbare Massnahmen oder Therapien übersetzt werden können.
    In Davos weitet auch die Fachhochschule Graubünden ihr Engagement in den Regionen weiter aus. So ist hier im Juli das Reallabor Prättigau/Davos eröffnet worden. Als Kompetenzzentrum im Berggebiet aufgebaut, wird es die regionalen Akteure bei der Standortentwicklung und der Umsetzung der strategischen Felder einbeziehen und unterstützen. Der Fokus liegt auf der Stärkung des ganzjährigen Tourismus sowie der örtlichen Ökonomie, Innovation, Forschung, Entwicklung und KMU-Landschaft.
    Für den Bildungs-, Forschungs- und Wirtschaftsstandort Graubünden ist das geplante Fachhochschulzentrum von grosser Bedeutung. Die fünf Standorte mit aktuell über 2400 Studierenden in Chur werden in einem attraktiven Campus zusammengeführt. Beim Bauprojekt spielt der Einsatz natürlicher Ressourcen wie Holz eine wichtige Vorbildrolle für nachhaltiges Bauen. Das Ziel des Zentrums ist, junge Leute in Graubünden auszubilden, zu fördern, also mit einem zukunftsorientierten und qualitativ hochstehenden Bildungs- und Forschungsangebot die Abwanderung von Fachkräften zu reduzieren und die Zuwanderung von Talenten zu fördern.

    Florierende Hightech-Branche im Alpenrheintal
    Aus Bildung, Forschung und Innovation entstehen neue Ideen für bestehende und neue Unternehmen im Kanton Graubünden. Im Bündner Rheintal und dem Vorderen Prättigau sind über 6000 Mitarbeitende bei international tätigen Hightech-Unternehmen beschäftigt, wie zum Beispiel bei der Hamilton-Gruppe, EMS-CHEMIE, INTEGRA Biosciences, TRUMPF, WITTENSTEIN, Gritec oder oder Georg Fischer Piping. In den letzten Jahren haben insbesondere bereits ansässige Firmen weiter vor Ort investiert und dadurch viele neue Arbeitsplätze geschaffen. Diese Investitionsentscheide standen firmenintern im Standortwettbewerb und unterstreichen die guten Rahmenbedingen für Wachstum in Graubünden. Das verfügbare Knowhow und das Qualitätsverständnis der Mitarbeitenden wird auch von IT-Firmen wie Inventx geschätzt, die sich langfristig zum Standort Chur bekennt und einen Neubau für fast 300 hochdigitalisierte Arbeitsplätze realisiert

    Arbeiten und leben in der Naturmetropole
    Der florierende Wirtschaftsstandort Graubünden trumpft auch als Natur- und Freizeitparadies. Vor der Arbeit noch eine morgendliche Joggingrunde durch die Weinreben von Jenins? In der Mittagspause auf dem Mountainbike den Kopf lüften und dabei das Bergpanorama geniessen? Oder nach getaner Arbeit mit der Familie von Preda nach Bergün schlitteln? Umgeben von einer majestätischen Bergwelt bietet der Kanton Graubünden mit seinem vielseitigen Outdoor-Angeboten und Naherholungsgebieten unzählige Möglichkeiten, Arbeit und Freizeit zu verbinden.
    Dank seiner Lage an der europäischen Nord-Süd-Achse, die bereits im Mittelalter als wichtiger Handelsweg genutzt wurde, erlangte Graubünden eine besondere Bedeutung. Davon zeugen zwei römische Passverbindungen, die untere und die obere Strasse, die das römische Reich über Graubünden mit den germanischen Gebieten im heutigen Deutschland verbanden.
    Die gut erschlossene Lage, das attraktive Kostenumfeld und die intakte Natur sind auch für die Wohnbevölkerung vorteilhaft. Die günstigen Lebenshaltungskosten, moderate Steuerbelastung und niedrige Krankenkassenprämien machen Graubünden für Arbeits- und Fachkräfte sehr attraktiv. Hier gehen finanzielle Freiheit und hohe Lebensqualität Hand in Hand. Familien schätzen die vielseitigen Schulausbildungen, Förderprogramme, das dichte Netz an Angeboten und Projekten für Kinder und Jugendliche. Zudem sorgt die ausgeprägte Innovations-Atmosphäre in Graubünden für spannende Jobs in internationalen Konzernen und aufstrebenden Start-ups, wo technische Geräte, innovative Werkzeugmaschinen oder Roboter entwickelt werden.

    Tourismus als treibender Faktor
    Der Tourismus spielt eine zentrale Rolle in Graubünden. Er beschäftigt rund ein Drittel der einheimischen Bevölkerung. Die kulturelle Vielfalt, landschaftliche Schönheiten, eine leistungsfähige Infrastruktur und weltberühmte Destinationen wie Davos und St. Moritz machen Graubünden zu einer Top-Feriendestination. Die Vielfalt der Natur und Landschaft, deren Schönheit und Attraktivität sowie intakte Lebensräume bilden eine wichtige Grundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen. Deshalb spielt der Umweltschutz bei der touristischen Weiterentwicklung eine entscheidende Rolle. So mausert sich Graubünden zum Bikerkanton und trumpft mit Anbietern wie der Rhätischen Bahn mit einem komfortablen ÖV-Angebot. Das zieht sowohl bei den Gästen als auch bei der Wohnbevölkerng und trägt zum attraktiven Lifestyle in Graubünden bei.

  • «Die Stadt Winterthur wird oft unterschätzt»

    «Die Stadt Winterthur wird oft unterschätzt»

    Herr Roth, Sie haben das Rechtsanwaltspatent, waren als Abteilungsleiter der Financial Intelligence Unit des Fürstentums Liechtenstein in Vaduz tätig und haben das Musikkollegium Winterthur geleitet. Was hat Sie 2020 dazu bewogen, das Amt des Direktors von House of Winterthur anzunehmen?
    Samuel Roth: Ich fand es sehr spannend, an der Schnittstelle von Wirtschaft, Bildung, Tourismus und Kultur tätig zu sein und mich so für die Region Winterthur zu engagieren.

    Was konnten Sie in den bald drei Jahren seit Ihrem Amtsantritt bewegen?
    Roth: Mir war es wichtig, unsere Tätigkeit auf unsere Kernkompetenzen Kommunikation und Vernetzung zu fokussieren. Damit können wir die Region als Technologiestandort, Bildungszentrum und Kulturstadt profilieren. Zu diesem Zweck haben wir ein attraktives Programm mit rund 40 Veranstaltungen pro Jahr auf die Beine gestellt. Besonders beliebt sind die «Tech-Lunches»: Unsere Gäste können jeweils Produktionsbetriebe besichtigen oder die Anlässe zum Thema «House-Kultur» besuchen, in deren Rahmen wir beispielsweise mit unseren Mitgliedern die Winterthurer Musikfestwochen besuchen.

    Frau Lomoro, House of Winterthur entstand 2017 aus den beiden Vereinen Winterthur Tourismus und Standortförderung Region Winterthur. Die Stadt fährt damit ein Sondermodell: Themen wie Wirtschaft, Tourismus, Bildung und Kultur sind unter einem Dach vereint. Wo liegen die Vorteile?
    Antonietta Lomoro: Die verschiedenen Stakeholder haben in Standortförderungsfragen nur noch einen Ansprechpartner statt wie zuvor zwei. Das Marketing für die Region stammt nun aus einem Guss. Zudem fördern wir die gegenseitige Vernetzung der verschiedenen Anspruchsgruppen.

    Welche Synergien konnten durch den gemeinsamen Auftritt erzielt werden?
    Lomoro: Arbeitskräfte legen heute mehr Wert auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance. Sie schätzen das grossartige Freizeit- und Kulturangebot in der Region Winterthur. Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen achten darauf, dass ihre Mitarbeitenden an einem attraktiven Standort arbeiten können, wo nebst den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch die Lebensqualität stimmt. Es macht deshalb Sinn, diese Standortvorteile aus einer Hand zu bewerben.

    Wie viele Personen beschäftigt House of Winterthur? Wie hoch ist das Budget?
    Lomoro: House of Winterthur beschäftigt derzeit 20 Personen in Vollzeitäquivalenten. Das Budget umfasst 3,5 Millionen Franken.

    Winterthur verfügt über eine vielfältige Wirtschaft, eine lebendige Altstadt, ein hochkarätiges Kulturangebot und eine angesehene Fachhochschule. Warum muss man eine Stadt, die so viel bietet, noch vermarkten?
    Roth: Winterthur ist zwar die sechstgrösste Stadt der Schweiz, wird jedoch oft unterschätzt. Es ist deshalb wichtig, dass House of Winterthur die Qualitäten der Region als herausragender Technologiestandort, praxisorientiertes Bildungszentrum und grossartige Kulturstadt zur Geltung bringt.

    Wie kommt House of Winterthur bei der Bevölkerung und den Unternehmen an?
    Lomoro: Die Bevölkerung von Winterthur hat 2017 mit einer klaren Mehrheit der Gründung von House of Winterthur zugestimmt. Nach Ablauf der ursprünglichen Subventionsvereinbarung mit der Stadt hat das Stadtparlament die Vereinbarung ohne Gegenstimme um weitere fünf Jahre verlängert. Die Tätigkeit von House of Winterthur stösst bei den Unternehmen auf positive Resonanz, was sich an der regen Beteiligung an unseren Veranstaltungen zeigt.

    Wie haben sich die Mitgliederzahlen von House of Winterthur in den letzten drei Jahren entwickelt?
    Lomoro: Seit Anfang 2020 ist die Anzahl um 20 Prozent auf insgesamt 420 Mitglieder gestiegen.

    «Der Tourismus hat sich seit Corona fast vollständig
    erholt»

    Wie attraktiv ist Winterthur als Wirtschaftsstandort?
    Roth: Wir führen jedes Jahr eine Unternehmensbefragung durch, an der jeweils über 300 Unternehmen teilnehmen. Die letzte Umfrage hat ergeben, dass fast 87 Prozent der Unternehmen eher bis sehr zufrieden mit den Rahmenbedingungen am Standort Winterthur sind. Grund dafür sind die Nähe zu den Hochschulen und die gute Verfügbarkeit von Fachkräften. die Stadt ist auch für Start-ups attraktiv. So findet mit den «Start-up Nights» jährlich der grösste Start-up-Event der Schweiz in Winterthur statt.
    Welche Massnahmen treffen Sie, um die Attraktivität weiter zu steigern?
    Lomoro: Mit «Winterthur 2040» hat der Stadtrat definiert, wie er Winterthur fit für die Zukunft machen möchte. Unsere Aufgabe ist es, die Vorzüge und Chancen der ganzen Region zur Geltung zu bringen.

    Welche Areale, Immobilien sowie Standorte werden seitens der Unternehmen derzeit am meisten gesucht?
    Lomoro: Wir haben viele Anfragen bekommen – und zwar für das Sulzerareal in der Stadtmitte und The Valley im Kemptthal. Aktuell stellen wir fest, dass sich das Interesse an Flächen in Neuhegi und im Zentrum von Effretikon stark erhöht.

    Welche Regulierungen weisen dringenden Anpassungsbedarf auf?
    Roth: Für die Wirtschaft ist jede Regulierung eine zu viel. Manchmal braucht es jedoch Regulierungen, um das Zusammenspiel von Wohnen und Arbeiten zu fördern, um kurze Wege zu ermöglichen sowie eine Belebung des öffentlichen Raums und eine hohe Nutzungsvielfalt zu erreichen.

    Wie soll sich der Wirtschaftsstandort Winterthur in den nächsten 10 Jahren entwickeln?
    Roth: Die Anzahl der Arbeitsplätze hat sich in den letzten Jahren proportional zum Bevölkerungswachstum von ca. einem Prozent pro Jahr entwickelt. Wir gehen deshalb davon aus, dass nicht nur die Bautätigkeit zu einem weiteren Wirtschaftswachstum beiträgt, sondern sich auch neue Technologieunternehmen in Winterthur ansiedeln werden. Zudem hat unsere Unternehmensbefragung gezeigt, dass fast die Hälfte der befragten Unternehmen in den nächsten Jahren Investitionen planen. Die Region Winterthur sieht deshalb rosigen Zeiten entgegen.

    Wie positioniert sich die Stadt im Bereich des Tourismus und auf welchem Stand ist er heute?
    Lomoro: Der Tourismus hat sich seit Corona fast vollständig erholt und liegt – gemessen an der Anzahl Logiernächte – nur noch 15 Prozent unter dem Rekordjahr 2019. Zu den wichtigsten touristischen Attraktionen in der Region gehören der Rheinfall, das Technorama, und an dritter Stelle folgt überraschenderweise der Skills Park. Auch der FC Winterthur und die Pfadi Winterthur sind Publikumsmagnete. Die Kulturstadt punktet mit der internationalen Ausstrahlung der Museen, der grossen Vielfalt an Festivals oder den internationalen Kurzfilmtagen sowie dem Casinotheater und dem Musikkollegium Winterthur.

    Im letzten Jahr hat House of Winterthur die Anzahl Vorstandsmitglieder reduziert. Was waren die Beweggründe?
    Roth: Mit den bis anhin 15 bis 16 Vorstandsmitgliedern war der Vorstand zu gross besetzt. Dadurch konnten sich die einzelnen Vorstandsmitglieder nur ungenügend einbringen. Gemäss Statuten darf nun der Vorstand nur noch maximal 9 Mitglieder aufweisen, was die Effizienz der Vorstandstätigkeit stark erhöht.

    Stehen in den kommenden Jahren weitere interne Veränderungen an?
    Roth: House of Winterthur ist grundsätzlich auf Kurs. Die Generalversammlung wählt am 25. Mai einen neuen Vorstand. Dieser wird die Strategie überprüfen und allenfalls notwendige Anpassungen vornehmen.

  • Switzerland Innovation Tech4Impact fördert sechs Start-ups

    Switzerland Innovation Tech4Impact fördert sechs Start-ups

    Das Programm Switzerland Innovation Tech4Impact ist in diesem Jahr zum dritten Mal durchgeführt worden. Dabei werden sechs auf Nachhaltigkeit fokussierte Jungunternehmen mit Fördergeld in der Höhe von je 85’000 Franken sowie Zugang zu einem Netzwerk an Industriepartnern unterstützt.

    Zu den Gewinnern gehören mit den Firmen Openversum und Aseptuva zwei Start-ups aus dem Kanton Zürich. Openversum aus der Stadt Zürich entwickelt neuartige Filter für Trinkwasser. Aseptuva aus Winterthur entwickelt ein Gerät, das die Haut dank speziellen UV-Strahlen vor Infektionen schützt. Damit will es das Risiko einer Spitalinfektion senken.

    Weiter hat die Firma Gaia Technologies aus Bern gewonnen. Das Start-up entwickelt eine neuartige Technologie für die Wiederverwertung von Agrarabfällen zu Biokomponenten und anderen Ressourcen. Diese sollen etwa bei Kosmetika oder im Lebensmittelbereich eingesetzt werden.

    Ausgezeichnet wurden auch die rematter AG aus Zug, die TOSA swisstech SA aus Courroux JU und ein Projekt an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL).

    Rematter entwickelt wiederverwertbare Bodenplatten für den Einsatz in Mehrfamilienhäusern. TOSA swisstech arbeitet an einem neuartigen Gerät, das Wasserstoff besonders effizient in Strom umwandelt. Beim EPFL-Projekt wird eine nanoporöse Membran auf Basis von Graphen entwickelt, die bei der Abscheidung von CO2 bei Verbrennungsprozessen eingesetzt werden soll.

    Switzerland Innovation Tech4Impact ist eine gemeinsame Initiative der in Bern ansässigen Switzerland Innovation sowie E4S Tech4Impact und collaboratio helvetica.

  • Microsoft kauft CO2-Zertifikate von neustark

    Microsoft kauft CO2-Zertifikate von neustark

    Der Technologieriese Microsoft setzt bei der Reduzierung seines CO2-Fussabdrucks auf das Jungunternehmen neustark. Die Ausgliederung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) mit Sitz in Bern hat eine Technologie entwickelt, mit der CO2 aus der Atmosphäre dauerhaft in Recyclingbeton gespeichert werden kann. Dafür wird flüssiges CO2 in Abbruchmaterial eingeleitet. Die Technologie der Firma ist bereits mehrfach in einer Pilotanlage getestet worden.

    Neustark setzt im Rahmen seines Geschäftsmodells auch auf den Verkauf von CO2-Zertifikaten. Damit können Unternehmen ihren CO2-Ausstoss kompensieren. Microsoft wird einer Medienmitteilung zufolge solche Zertifikate von neustark beziehen. Das Technologieunternehmen will bis 2030 mehr CO2 aus der Atmosphäre entfernen als es selbst ausstösst.

    „Microsoft hat sich für neustarks technologiebasierte Lösung für Carbon Removal entschieden, weil die Leistung bereits 2022 erbracht werden kann und ein erhebliches Skalierungspotenzial hat“, heisst es in der Mitteilung.

    Weiter wird Microsoft neustark auch im Rahmen seines Förderprogramms für Schweizer Start-ups unterstützen. Dabei erhält das Jungunternehmen kostenlosen Zugriff auf verschiedene Software-Lösungen von Microsoft.

  • Holcim treibt Innovationen von Start-ups voran

    Holcim treibt Innovationen von Start-ups voran

    Der Zuger Zementriese Holcim spannt mit drei Schweizer Jungunternehmen zusammen, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. Das Ziel ist es, innovative Technologien im Bausektor voranzutreiben und die Nachhaltigkeit zu fördern.

    In Zusammenarbeit mit dem Freiburger Start-up Mobbot soll beispielsweise die Integration von Recyclingbaustoffen in die 3D-Drucktechnologie vorangetrieben werden. Mobbot hat die dafür nötige 3D-Druck-Technologie entwickelt. Gemeinsam mit Holcim will es nun eine Betonrezeptur entwickeln, die den Einsatz von wiederverwertetem Material im 3D-Druck ermöglicht.

    Eine weitere Kooperation hat Holcim mit der in Bern ansässigen Firma neustark geschlossen. Die Ausgliederung aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) entwickelt eine Technologie, mit der CO2 aus der Atmosphäre dauerhaft in Recyclingbeton gespeichert werden kann. Dafür wird flüssiges CO2 in Abbruchmaterial eingeleitet. Im Rahmen der Zusammenarbeit untersucht neustark das CO2-Umwandlungspotenzial des von Holcim rezyklierten Abbruchbetons. Holcim optimiert wiederum den von neustark hergestellten Beton. Holcim hält es für möglich, die Lösung von neustark künftig in seinen Recyclingprozess zu integrieren.

    Die dritte Zusammenarbeit hat Holcim mit der Tessiner Jungfirma HeatNeutral vereinbart. Diese hat ein innovatives Verbrennungssystem entwickelt, das die Dekarbonisierung von Produktionsanlagen vorantreiben soll. Die Heizanlage arbeitet den Angaben zufolge besonders effizient und erreicht eine nahezu 100-prozentige Verbrennung von Kraftstoffen. Es wird also bei gleicher Leistung weniger Brennstoff benötigt. Ausserdem kann das System von HeatNeutral auch CO2-neutrale Öle wie Pflanzenöle, Altspeiseöle und auch Biodiesel verbrennen. Holcim testet die Lösung in seinem Betonwerk in Birsfelden BL.