Schlagwort: Steuerpolitik

  • Kanton Luzern plant Massnahmen für erfolgreiche Standortförderung

    Kanton Luzern plant Massnahmen für erfolgreiche Standortförderung

    Der Kanton Luzern plant als Reaktion auf die weltweiten Steuerentwicklungen ab 2026 ein Massnahmenpaket, um Rahmenbedingungen für Unternehmen und die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern. Das Investitionspaket umfasst laut einer Mitteilung im ersten Jahr 250 Millionen Franken, ab 2027 dann jährlich 300 Millionen Franken und soll „in einen breiten Massnahmenfächer“ fliessen.

    Die weltweiten Entwicklungen könnten zu massiven Einbussen beim Wettbewerbsvorteil führen, heisst es in der Mitteilung. Entwicklungen wie die OECD-Mindestbesteuerung könnten dazu führen, dass der Kanton seinen Vorteil in Form tiefer Unternehmensgewinnsteuern verlieren könnte. Dies könnte dazu führen, dass internationale Grosskonzerne nicht mehr in Luzern investieren – zu Lasten von Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen vor Ort. Die Rede ist von einem entgangenen Fiskalertrag in Höhe von 1100 Millionen Franken für Bund, Kanton und Gemeinden.

    Durch Innovationsförderung, Verbesserungen bei der Steuerbelastung, mehr Digitalisierung, Erschliessung von Wirtschaftsflächen, Verfügbarkeit von Wirtschafts- und Wohnflächen sowie eine kundenorientierte Verwaltung sollen ansässige globale Grossunternehmen attraktivere Rahmenbedingungen erhalten.

    Die Bevölkerung soll von einer geringeren Steuerbelastung, besserer Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie von Kultur und Digitalisierung profitieren. Das Votum der Stimmbevölkerung soll im September 2026 erfolgen.

  • Schweizer Steuerlandschaft im Wandel

    Schweizer Steuerlandschaft im Wandel

    Im Jahr 2025 ist der durchschnittliche Gewinnsteuersatz für Unternehmen in der Schweiz von 14,6 auf 14,4 Prozent gesunken. Spitzenreiter bleibt der Kanton Zug mit nur 11,85 Prozent, während Bern (20,54%), Zürich (19,61%) und Wallis (17,12%) die oberen Ränge im Steuerranking besetzen. Auf den ersten Blick ein Zeichen für die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts, doch die Dynamik ist differenzierter.

    Tatsächlich haben einige Kantone ihre Steuersätze sogar leicht erhöht. Genf etwa stieg von 14 auf 14,7 Prozent, Basel-Stadt wird 2026 auf 14,53 Prozent anheben. Hintergrund ist die Einführung der globalen Mindestbesteuerung von 15 Prozent für Unternehmen mit hohen Gewinnen. Kantone, die bislang als Tiefsteuerstandorte galten, passen sich an, um die drohende Ergänzungssteuer abzufedern und Einnahmen selbst zu behalten. Für Investoren bedeutet das, während der steuerliche Vorteil bleibt, ist Flexibilität gefragt, um auf kantonale Unterschiede und die künftigen Anpassungen reagieren zu können.

    Standort bleibt wettbewerbsfähig
    Auch bei den Spitzensteuersätzen für Privatpersonen zeigt sich ein leichter Rückgang. Von durchschnittlich 32,7 auf 32,5 Prozent. Besonders Genf (-1,7 Prozentpunkte) und Schwyz (-0,61) haben die Sätze gesenkt. Doch die Rangliste bleibt stabil. Schwyz (21,98%), Zug (22,68%) und Nidwalden (24,1%) bilden weiterhin die Spitze. Genf, Waadt und Bern bleiben die teuersten Kantone für Top-Verdienende. Für Immobilienentwickler und hochqualifizierte Arbeitskräfte sind diese Standortunterschiede bei der Einkommenssteuer weiterhin ein entscheidender Faktor, insbesondere bei internationalen Projekten.

    Globale Mindeststeuer Stabilität in der Schweiz, Unsicherheiten international
    Über 50 Länder weltweit haben die Mindeststeuer von 15 Prozent für grosse Unternehmen bereits umgesetzt. Doch die USA, ursprünglich Treiber der Initiative, haben die OECD-Vorgaben bislang nicht in nationales Recht übernommen. Im Gegenteil, die neue US-Administration stellt das Projekt zunehmend in Frage. Experten wie Stefan Kuhn von KPMG Schweiz betonen, dass diese Unsicherheiten im schlimmsten Fall zu einer Rückkehr des Steuerwettbewerbs oder zu digitalen Sondersteuern führen könnten. Für die Schweiz ist das Signal dennoch klar, die globale Mindeststeuer wird auch hier zur Realität. Die Stabilität der Umsetzung und die Planbarkeit bleiben ein Standortvorteil gegenüber ungewissen internationalen Entwicklungen.

    Kantone stärken Standortattraktivität mit gezielten Projekten
    Parallel zu den Steueranpassungen investieren viele Kantone in Projekte zur Standortförderung. Luzern, Basel-Stadt, Zug und andere haben bereits Programme beschlossen, die ansässige Unternehmen und Neuansiedlungen unterstützen. Für Immobilienentwickler bedeutet das, Chancen für neue Projekte, Anreize für Investitionen in Gewerbeflächen und Wohnraum sowie eine solide Grundlage für langfristig tragfähige Geschäftsmodelle.

    Gleichzeitig wird deutlich, nicht die Steuerpolitik entscheidet über die Attraktivität eines Standorts, sondern auch die begleitenden Massnahmen wie Infrastruktur, Fachkräftesicherung und Digitalisierung. Hier entstehen für Entwickler und Investoren neue Räume für innovative Projekte,

     gerade auch in einem Marktumfeld, das von wachsenden Anforderungen an Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz geprägt ist.

    Industriepolitik und Zölle
    Neben den Steuern gewinnen internationale Handelsfragen wieder an Gewicht. Die Diskussionen um US-Zölle, bilaterale Handelsabkommen und strategische Industriepolitik treiben weltweit eine Reindustrialisierung voran. Für Schweizer Standorte heisst das, die Nachfrage nach geeigneten Produktions- und Logistikflächen könnte steigen. Gleichzeitig wird der Schutz strategischer Industrien wieder stärker politisch unterstützt, was neue Investitionsfelder im Bereich der Hightech- und Industrieproduktion eröffnen könnte.

    Schweiz bleibt stark – Augen auf Irland und Asien
    Im internationalen Vergleich liegt die Schweiz weiterhin auf Augenhöhe mit anderen europäischen Top-Standorten. Irland besteuert Unternehmensgewinne mit 12,5 Prozent, Ungarn mit 9 Prozent. Guernsey, die Bahamas und die Cayman Islands bleiben mit null Prozent Tiefsteuerparadiese, für die Schweiz jedoch kein Vergleich. Stattdessen konkurriert der Standort mit attraktiven Metropolen wie Hongkong (16,5%) oder Singapur (17%), die mit zusätzlichen Förderprogrammen locken. Auch China, Indien und Brasilien setzen mit hohen Sätzen (25-34%) weiterhin auf andere Steuerstrategien, bieten aber selektiv tiefe effektive Belastungen für strategische Industrien. Die Schweiz bleibt wettbewerbsfähig und ergänzt diesen Vorteil durch stabile politische und rechtliche Rahmenbedingungen.

  • Steuern über dem nationalen Durchschnitt

    Steuern über dem nationalen Durchschnitt

    Der Steuerbelastungsmonitor 2024 bestätigt es erneut, der Kanton Zürich ist bei den Unternehmenssteuern ein Hochsteuerkanton. Nur der Kanton Bern besteuert Firmengewinne noch stärker. Dies macht Zürich weniger attraktiv für Unternehmen, insbesondere im Vergleich zu tiefer besteuerten Nachbarkantonen wie Schwyz und Zug, die zudem von ihrer geografischen Nähe zu Zürich profitieren.

    Attraktive Steuerpolitik
    Im Gegensatz zu den Unternehmenssteuern schneidet der Kanton Zürich bei den Einkommen- und Vermögenssteuern für Privatpersonen deutlich besser ab. Mittlere Einkommen zwischen 60’000 und 200’000 Franken werden im kantonalen und kommunalen Vergleich moderat besteuert. Zürichs Gemeinden belegen in dieser Kategorie vordere Plätze. Besonders mittlere Einkommen von Ehepaaren und Familien profitieren von der Steuerstruktur.

    Rund ein Drittel der Zürcher Gemeinden senkte zuletzt den Steuerfuss. Dennoch verlor der Kanton im nationalen Vergleich einen Rang und liegt nun auf Platz 13. Die Vermögenssteuern leiben stabil und rangieren auf Platz 10 im nationalen Vergleich – unter dem Schweizer Mittel.

    Zürich verliert seit 2006 an steuerlicher Attraktivität für Unternehmen
    Seit 2006 hat der Kanton Zürich zwölf Plätze in der Rangliste der Unternehmenssteuerbelastung eingebüsst. Während andere Kantone die Steuern für juristische Personen teils markant gesenkt haben, blieb Zürich relativ starr. Dies führte dazu, dass die Konkurrenzstandorte Basel-Stadt und Genf, die traditionell für internationale Unternehmen attraktiv sind, nun deutlich tiefere Steuerbelastungen aufweisen. Besonders kritisch für Zürich ist auch der direkte Vergleich mit den Kantonen Schwyz und Zug, die im Gegensatz zu Zürich stark von ihrer Nähe zur Wirtschaftsmetropole profitieren, ohne deren Steuerlast zu tragen.

    Zürich bleibt international attraktiv
    Im internationalen Vergleich sieht die Lage anders aus. Trotz der hohen Steuerlast im nationalen Rahmen, bleibt Zürich im globalen Wettbewerb um die Unternehmensansiedlung konkurrenzfähig. Länder wie die USA und viele westeuropäische Staaten (mit Ausnahme Irlands) belasten ihre Unternehmen weitaus stärker. Diese Wettbewerbsfähigkeit konnte die Schweiz auch in Zeiten wirtschaftlicher Krisen wahren, obwohl viele OECD-Länder ihren Steuerdruck in den vergangenen Jahren erhöht haben.