Schlagwort: Strategien

  • Energiestadt stärkt Klimapolitik mit neuen Zertifizierungsstandards

    Energiestadt stärkt Klimapolitik mit neuen Zertifizierungsstandards

    Der Trägerverein Energiestadt will seine 644 Gemeinden und Städte als Mitglieder künftig vor allem auf dem Weg zur Klimaneutralität unterstützen. In 30 Jahren Engagement habe vieles, was anfangs als fortschrittlich galt, zum Standard etabliert werden können, schreibt Energiestadt in einer entsprechenden Mitteilung. Um weiter als Schrittmacher zu agieren, sollen Zertifizierung und Unterstützung der Mitglieder konsequent auf das Netto-Null-Ziel ausgerichtet werden.

    Das Label Energiestadt zeichnet Städte und Gemeinden für eine nachhaltige Energie- und Klimapolitik aus. Der Zertifizierungsprozess wird dabei künftig netto-null-relevante Strategien und Massnahmen besonders stark gewichten. Als Beispiele werde in der Mitteilung der Ausstieg aus Erdgas beim Heizen und die Förderung von Elektromobilität genannt. Für die höchste Auszeichnung als Gold-Stadt muss in Zukunft nachgewiesen werden, dass Strategien und Massnahmen konsequent verfolgt werden und mit dem Netto-Null-Ziel vereinbar sind. Gleichzeitig will Energiestadt den Zertifizierungprozess für kleinere Gemeinden vereinfachen.

    «Mit den neuen Instrumenten stärkt Energiestadt seine Rolle als führendes Kompetenzzentrum für lokale Energie- und Klimapolitik in der Schweiz», wird Maren Kornmann, Co-Geschäftsführerin von Energiestadt, in der Mitteilung zitiert. «So bietet Energiestadt als einzige Organisation ein umfassendes Paket für die Planung, Umsetzung und das Monitoring von Netto-Null-Massnahmen auf lokaler Ebene an.»

  • Fachkräftemangel – eine Branchenanalyse von SVIT Zürich

    Fachkräftemangel – eine Branchenanalyse von SVIT Zürich

    [smartslider3 slider=“19″]

    Die Untersuchung der Rollenverteilung in der Bewirtschaftung und die Entwicklung spezialisierter Profile könnten den Frust bei der Verwaltung grosser Portfolios mindern. Insgesamt fordert der Fachkräftemangel im Immobiliensektor tiefgehende strukturelle Anpassungen, um die Arbeitsbedingungen und die Zufriedenheit der Fachkräfte zu verbessern. Ob die Branche diese Strategien erfolgreich umsetzen wird, bleibt abzuwarten.

    Strukturprobleme und Lösungsvorschläge
    Experten sind sich einig, dass es strukturelle Herausforderungen gibt, die schwer zu ändern sind. Dennoch gibt es zahlreiche Verbesserungsmöglichkeiten, wie etwa die Vereinfachung und Standardisierung von Prozessen, effiziente Systeme und intelligente Digitalisierungen. Darüber hinaus könnte die Förderung von Führungskompetenzen organisatorische Herausforderungen besser bewältigen. Ein verbessertes Konfliktmanagement und die proaktive Förderung von Talenten und Quereinsteigern sind weitere mögliche Schritte zur Bewältigung des Fachkräftemangels.

    Die Rollenverteilung in der Bewirtschaftung beleuchten
    Die Aufgabenbereiche der «Bewis» (Bewirtschafter) umfassen Tätigkeiten, die spezifische Fähigkeiten und Kompetenzen erfordern. Die Zuweisung dieser Aufgaben innerhalb eines Unternehmens wird massgeblich durch das Geschäftsmodell für die Bewirtschaftung bestimmt. Um den Frust im Umgang mit grossen Portfolios zu reduzieren, wurden vier unterschiedliche «Bewi»-Profile identifiziert und entsprechende Lösungsansätze entwickelt. Allrounder werden dabei von Juniors und Sachbearbeitern unterstützt. Ein effizienteres Unterstützungssystem könnte dazu beitragen, den Frust bei der Verwaltung grosser Portfolios zu verringern.

    Die digitale Bewirtschaftung fördert klare Prozesse, integrierte Systeme und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Eine fortschrittliche IT-Infrastruktur ist hierbei essenziell. Spezialisten und integrierte «Bewis» arbeiten in Teams mit anderen spezialisierten Fachleuten. Attraktive Karrierewege und komplementäre Kompetenzen sind hier wesentliche Erfolgsfaktoren. Ein eng definierter Aufgabenbereich könnte zudem dazu beitragen, den Arbeitsfrust zu mindern.

    Schlüssel zur Lösung des Fachkräftemangels
    Der Fachkräftemangel im Immobiliensektor ist ein vielfältiges und komplexes Problem, das tiefgehende strukturelle und organisatorische Anpassungen erfordert. Durch kluges Konfliktmanagement, gezielte Förderung von Talenten und die Anpassung von Rollen innerhalb der Bewirtschaftung können einige der bestehenden Herausforderungen angegangen werden.

    Es bleibt abzuwarten, wie die Branche diese Strategievorschläge umsetzt, um die Arbeitsbedingungen und Zufriedenheit ihrer Fachkräfte zu verbessern.

  • Die Sustainability Days 2023 zeigen, es ist Zeit zu handeln

    Die Sustainability Days 2023 zeigen, es ist Zeit zu handeln

    Unter dem Motto «Get things done» präsentierten die Sustainability Days in den vier Kongress- und Ausstellungsformaten SmartSuisse, Re‘ Summit, Future-Proof Infrastructure und MUT – Messe für Umwelttechnik während dem 28. und 29. März 2023 Trends, konkrete Lösungen in Form von innovativen Produkten und Dienstleistungen sowie Strategien und Ausblicke. «Wir freuen uns, dass die Sustainability Days mit ihren 15 Themenschwerpunkten rund um Nachhaltigkeit einen so hohen Anklang gefunden haben. Unser Ziel ist, uns künftig als zentrale Plattform für eine nachhaltige Zukunft in den Bereichen Smart City, Corporate Sustainability,
    Umwelttechnik und Infrastruktur zu etablieren», sagt Julien Rousseau, Brand Director der Sustainability Days, zufrieden.


    Denkanstösse von nationalen und internationalen Stimmen
    Den Auftakt der Kongressreihen mit insgesamt über 170 Referierenden machte am 28. März unter anderem Marco Lambertini, Sonderbeauftragter und ehemaliger Director General von WWF International. Er plädiert für die Einleitung eines tiefgreifenden Wandels unseres Wirtschaftsmodells, um zu einer naturfreundlichen Gesellschaft zu werden und die Entwicklung von der Umweltzerstörung abzukoppeln. Auch der Keynote Speaker und Architekt Thomas Rau unterstreicht die Notwendigkeit eines schnellstmöglichen Wandels. Für ihn dabei ein wichtiger Weg: die Kreislaufwirtschaft. Seines Erachtens müssen wir die Wertschöpfungskette neu denken, hin zu einer Werterhaltungskette. Material muss in einer begrenzten Welt als etwas betrachtet werden, das nur vorübergehend genutzt und anschliessend wieder dem Kreislauf der Dinge übergeben wird.


    Auch der politische Blickwinkel auf das Thema Nachhaltigkeit spielte eine grosse Rolle. So diskutierten die Schweizer Stadtpräsidentinnen und -präsidenten Stefanie Ingold (Solothurn), Beat Jans (Basel), Michael Künzle (Winterthur), Barbara Thalmann (Uster) und Beat Züsli (Luzern) über das Ziel klimaneutraler Städte. Einigkeit herrschte darüber, dass der Klimaschutz in diesem Kontext keine Alibiübung sei. Dies zeige unter anderem, was für Massnahmen und Überlegungen bereits aufgegleist bzw. angedacht seien. Städte hätten durchaus eine Vorbildfunktion, da sie oftmals über mehr Ressourcen verfügen. Regula Rytz, ehemalige
    Nationalrätin und Präsidentin der Grünen Schweiz, warf als Historikerin einen Blick auf das Thema «Sustainable Technology: zwischen echter Transformation und Fortschrittsmythen». Laut ihr brauchen neue Herausforderungen in der Umweltpolitik neue Formen von nachhaltiger
    Technologie – und es braucht Pioniergeist für echte Transformation. Pekka Timonen, Bürgermeister von Lahti, stellte in seiner Keynote die Erfolgsgeschichte der traditionellen Industriestadt vor. So hat sich Lahti zu Finnlands führender grüner Stadt und zu einem Vorreiter unter den nachhaltigen Städten Europas entwickelt.


    In weiteren Keynotes und Sessions stand der Klimawandel als solcher im Fokus. Der Generalsekretär der UN-Organisation WMO, Petteri Taalas, zeigte eindrücklich den Klimawandel sowie die damit einhergehenden Klimakatastrophen und zukünftige Szenarien mit globaler Auswirkung auf. Man müsse jetzt handeln, wenn die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels in diesem Jahrhundert verhindern werden sollen. Und auch Prof. Dr. Reto Knutti, Professor für Klimaphysik an der ETH Zürich und Redner beim Re‘ Summit, das gemeinsam mit sun21 organisiert wird, teilt diese Ansicht. Nach ihm können den Klimawandel nur eine vollständige Abkehr von fossilen Brenn- und Treibstoffen sowie Netto-Null Emissionen vor 2050 begrenzen. Die Hindernisse seien dabei nicht primär technisch wirtschaftlicher Natur, sondern eine Kollision von Identitäten und die Frage, wie man auf die Herausforderungen reagieren solle. Neu war im Rahmen der SmartSuisse die Erweiterung der Themenschwerpunkte um Health, welches auf reges Interesse stoss. So diskutierten z.B. beim Health Podium Expertinnen und Experten aus der Praxis unter dem Aspekt Datensicherheit vs. Datennutzung, ob Gesundheitsdaten das neue Gold sind.


    Branchenübergreifende Begegnungen
    Ein weiteres Highlight war die Networking Dinner Party am Dienstagabend. Bei einem Drei-Gänge-Menü in lockerer Atmosphäre kamen Teilnehmende aller Formate zusammen, um branchenübergreifend miteinander ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und zu diskutieren. Unterhaltsam durch den Abend geführt wurden sie dabei vom Stand Up-Comedian und Zauberer Michel Gammenthaler sowie von «The Blackouts», die mit ihrer LED-Show gezeigt haben, wie Kunst und Technologie genutzt werden können, um eine Botschaft zu transportieren und Menschen zu inspirieren. Zu Gast war auch der Schweizer Abenteurer und Visionär
    Bertrand Piccard, der bei seinem Auftritt von seiner Weltumrundung in einem Solarflugzeug ohne Treibstoff berichtete. Als Pionier in der Betrachtung der Ökologie durch die Linse der Rentabilität setzt er sich heute für erneuerbare Energien und saubere Technologien ein.


    Konkrete Lösungen zum Anfassen und Ausprobieren
    Die Begleitausstellung bot reichlich Gelegenheit zum fachlichen Austausch sowie zum Netzwerken. 72 Anbieterinnen und Anbieter präsentierten ihre Lösungen und Innovationen und konnten wichtige Kontakte mit den Besuchenden sowie auch anderen Mitwirkenden knüpfen. «Die SmartSuisse ist für die SBB ein wichtiger Treffpunkt, um sich mit anderen Expertinnen und Experten auszutauschen, unsere Projekte weiterzuentwickeln und neue Ideen zu generieren. Dies ganz im Sinne des Smart City Lab Basel Mottos ‚vernetzen, entwickeln, testen, erleben’»,
    heisst es seitens Smart City Lab Basel, SBB AG.


    In der Ausstellung gab es zudem spannendes zu erleben: Der Aussteller SAAM (Swiss Association for Autonomous Mobility) stellte im Rahmen der SmartSuisse das von SwissMoves initiierte Projekt des teleoperierten Fahrens vor und bot den Besuchenden die Möglichkeit an, in einem aus Fribourg gesteuerten Fahrzeug auf einer Teststrecke mitzufahren. Ebenfalls Teil der Ausstellung war die MUT – Messe für Umwelttechnik, die mit ihrem Angebot das Fachpublikum der Schweizer Umwelttechnikbranche bediente. «Das Treffen der Cleantech-Industrie an der MUT zeigt die Notwendigkeit, ökologische und pragmatische Lösungen zu fördern», sagt Andreas Knecht von der Mokesa AG, welche Ausstellerin an der Messe für Umwelttechnik war.

    Virtuell diskutiert: nachhaltige Infrastrukturprojekte
    Das Future-Proof Infrastructure diskutierte am 28. März virtuell die Herausforderungen, denen sich Infrastrukturprojekte stellen müssen, um Nachhaltigkeit zu erreichen, wie z.B. finanzielle und politische Widerstandsfähigkeit. Hierfür brachte der virtuelle Kongress wichtige internationale Interessenvertreter, Investoren sowie Infrastrukturexpertinnen und -experten zusammen. Die Diskussionen machten deutlich, dass in allen Sektoren ein immenses inanzierungsdefizit bei Infrastrukturinvestitionen besteht und es dringend notwendig ist, den Klimawandel durch die Verbesserung nachhaltiger Ergebnisse der Infrastruktur zu bekämpfen. Lösungen für die Finanzierung von Infrastrukturen wurden unter anderem vom FAST-Infra Panel angesprochen, das darauf abzielt, private Investitionen in wertvolle Infrastrukturen freizusetzen. Ausserdem wurde erörtert, wie Einrichtungen zur Projektvorbereitung wichtige Infrastrukturprojekte in Ländern mit begrenztem Zugang zu finanziellen und technischen Ressourcen ans Licht bringen können. Partner des Formats ist die Global Infrastructure Basel Foundation (GIB). Die zweite Ausgabe der Sustainability Days findet voraussichtlich vom 9. bis 11. April 2024 in Basel statt.