Schlagwort: Strukturwandel

  • Die Schweizer Industrie im Stresstest

    Die Schweizer Industrie im Stresstest

    Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig. Externe Schocks wie der starke Franken, US-Zölle und Nachfragerückgänge in China treffen die Schweizer Industrie seit dem Frühjahr 2025 mit voller Wucht. In der Maschinen- und Technologiebasis brechen Auftragseingänge und Produktionskapazitäten spürbar ein. Im zweiten Quartal ging das Auftragsvolumen der MEM-Industrie laut Swissmem um über 13 Prozent zurück, in neun Quartalen nacheinander sank der Branchenumsatz. Die Exportabhängigkeit macht Schweizer Unternehmen besonders anfällig, da Wettbewerber in der EU deutlich niedrigere Zölle zahlen.​

    Stellenabbau bei den Grossen und die Folgen
    Sika baut weltweit 1’500 Stellen ab, hauptsächlich im Bausektor und Produktionsstandorten in China. Die Restrukturierung ist eine Reaktion auf zweistellige Umsatzverluste und einen schwächelnden Baumarkt. Gleichzeitig setzt Sika auf Investitionen in Digitalisierung und Automatisierung.​

    Kühne+Nagel kündigte ebenfalls bis zu 1’500 Jobverluste nach einem Gewinneinbruch und Margendruck an. Der Markt ist durch Überkapazitäten und US-Zölle stark belastet. Effizienzsteigerungen und Automatisierung führen zum Wegfall vieler Logistikarbeitsplätze.​

    SFS Group streicht 110 Stellen mit der Schliessung des Werks Flawil. Der dramatische Einbruch der Autoindustrie, der Umbau auf Elektromobilität und Konkurrenzdruck aus Asien führen zu Produktionsverlagerungen und dem Abbau qualifizierter Montagejobs.​

    Schindler hat im dritten Quartal 1’200 Arbeitsplätze rationalisiert, weil das globale Neuanlagengeschäft für Aufzüge, vor allem in China, einbrach. Rationalisierungen im Backoffice und Produktion sind die Folge.​

    Auch andere Branchengrössen wie Rieter (Maschinenbau) oder Helvetia (Versicherung) melden Hunderte von bevorstehenden Jobverlusten, oft mit dem Hinweis auf Auftragsrückgänge und Standortverlagerung ins Ausland.​

    Blue-Collar-Jobs und die Gefahr der Standortkrise
    Betroffen sind vor allem klassische Blue-Collar-Jobs – also Arbeitsplätze in Produktion, Montage, Logistik oder Instandhaltung. Die technologisch getriebenen Rationalisierungen, der Umstieg auf Elektromobilität im Automotive-Sektor und Effizienzprogramme in Logistik und Backoffice sorgen für Verlagerung ins Ausland oder Automatisierung der Prozesse. Laut Umfragen rechnet aktuell mehr als jeder dritte Finanzchef in der Schweiz mit weiterem Stellenabbau im eigenen Unternehmen.​

    Die Folgen reichen weit über die einzelnen Firmen hinaus. Regional droht die Verödung von Industriestandorten, soziale Abstiegsszenarien und Risiken für die gesellschaftliche Stabilität. Arbeitsmarktforscher warnen zudem, dass selbst die starke Pharmabranche von weiteren Rationalisierungswellen nicht verschont bleiben könnte.

    Gesellschaft und Politik im Dialog
    Öffentliche Diskussionen und Wirtschaftsforen ringen um Antworten. Standortförderung, gezielte Weiterbildung und Qualifikation, sozialpolitische Begleitmassnahmen und Innovationsförderung sind die zentralen Themen. Denn der Abbau ist Ausdruck eines doppelten Strukturwandels. Er ist Folge schwankender Weltwirtschaft, aber auch der rasanten Fortschritte von Digitalisierung und KI und wird sich nicht mit reiner Marktlogik lösen lassen.

  • Neue Regionalpolitik NRP in der Schweiz 

    Neue Regionalpolitik NRP in der Schweiz 

    Strukturwandel ganzheitlich begleiten 
    Die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus in den Zielregionen wird mit innovativen Angebots- und Infrastrukturentwicklungen gestärkt. Kooperationen sowie neue, strategisch positionierte Produkte steigern die regionale Wertschöpfung und eröffnen zusätzliche Einkommensquellen. Ziel ist es, das Potenzial einzelner Destinationen optimal auszuschöpfen und neue Impulse für nachhaltige Entwicklung zu setzen. 

    Digitalisierung als Schlüssel für Wettbewerbsfähigkeit 
    Die Digitalisierung ist mittlerweile ein integraler Bestandteil jeder Förderstrategie. Die NRP unterstützt Projekte im Bereich digitale Transformation, fördert Strategien zur Sensibilisierung und Vernetzung und stärkt so die Anschlussfähigkeit auch abgelegener Regionen. Dadurch wird gewährleistet, dass Innovation und Wertschöpfung zunehmend unabhängig von geografischen Standortnachteilen möglich sind. 

    Partnerschaft und Synergie als Erfolgsfaktor 
    Ein gezieltes Zusammenspiel mit anderen Förderpolitiken des Bundes bildet die Voraussetzung für die Wirkung der NRP. Die partnerschaftliche Umsetzung von Projekten und die Abstimmung verschiedener Entwicklungsstrategien fördern den Mehrwert und tragen zur nachhaltigen Lösung regionaler Herausforderungen bei. So wird die Standortförderung umfassend und zukunftsgerichtet vorangetrieben. 

    Finanzielle Anreize für nachhaltiges Wachstum 
    Die NRP setzt umfangreiche strukturelle und finanzielle Impulse durch Globalbeiträge und gezielte Fördermittel, wodurch die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität von Regionen gesteigert und neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet werden. 

    Die Neue Regionalpolitik ist mehr als ein Förderinstrument. Sie schafft Zukunftsperspektiven für Regionen, die bisher im Schatten der grossen Zentren standen. Ihre Programme und Strategien sind der Schlüssel für nachhaltigen Strukturwandel und den Aufbau starker, resilienter Standorte in der Schweiz. 

  • Winterthur: Der Standort für Innovation und Entrepreneurship

    Winterthur: Der Standort für Innovation und Entrepreneurship

    Früher eine Industriehochburg, hat sich Winterthur heute zu einem wichtigen Technologiestandort und zu einer wahren Geburtsstätte für innovative Startups entwickelt. Die Wirtschaft ist breit diversifiziert, und die Beschäftigungszahlen nehmen jährlich zu. In den Backsteinhallen von einst werden heute Industrie-Software geschrieben und Sensoren für smarte Fabriken entwickelt. In der ehemaligen Industriestadt Winterthur steckt heute enorm viel technisches Know-how. Schon früh hat man begonnen, technische Fachkräfte professionell auszubilden. Der Industriekonzern Sulzer gründete beispielsweise bereits 1870 die erste firmeneigene Berufsschule, kurz danach entstand das Technikum, die heutige Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW. Weitere Berufs- und Hochschulen folgten. Die Region Winterthur ist heute ein Hotspot für praxisorientierte Bildung und Forschung, was den Wandel zur Technologiestadt begünstigte.

    ZHAW befeuert das Innovationssystem
    Die ZHAW, mit rund 11’000 Studierenden die grösste Fachhochschule der Schweiz, betreibt enge Forschungskooperationen mit der Privatwirtschaft, so dass das enorme Wissen, welches täglich an der ZHAW produziert wird, in die Unternehmen fliesst und das Innovationssystem befeuert. Deshalb vernetzt die Standortmarketingorganisation House of Winterthur die hiesigen Unternehmen mit der ZHAW oder verweist bei Firmenbesuchen auf spezifische Innovationsförderprogramme. Deren Kernaufgabe ist es auch, die Stärkung des regionalen Innovationssystems voranzutreiben.

    Schwerpunkt Gesundheit, Energie und Maschinen
    Unternehmen wählen einen Standort vor allem aufgrund des Innovationspotenzials aus. Diese Innovationssysteme macht House of Winterthur sichtbar und zeigt deren Entwicklungsmöglichkeiten auf. Bei Ansiedlungen ist immer zentral, inwiefern ein neues Unternehmen das Innovationssystem bereichert. Da Kooperationen zwischen Unternehmen im Innovationsprozess immer wichtiger werden, organisiert House of Winterthur verschiedene Netzwerkveranstaltungen, wie Tech-Lunches oder spezifische Smart-Health-Veranstaltungen. Um die wichtigsten Innovationsökosysteme der Region zu stärken, lancierten House of Winterthur, der Technopark Winterthur sowie die Handelskammer und Arbeitgebervereinigung Winterthur eine Clusterinitiative mit den Schwerpunkten Gesundheit, Energie und Maschinen. Der Mix aus Industrie, lebendiger Startup-Szene, Kultur- und Freizeitangeboten sorgt dafür, dass Winterthur gleichermassen für Arbeitskräfte wie auch für Einwohner und Familien attraktiv ist und bleibt.

    Testimonials

    Christian Fehrlin
    Inhaber und CEO DEEPIMPACT


    «Als langjähriger Einwohner und Ge­schäftsinhaber kann ich auf kompetente, zuverlässige Unterstützung der Stadt zäh­len. Die Standortförderung bie­tet wertvolle Beratung und Informatio­nen zur Entwicklung unserer Firma in Winterthur. Ein idealer Standort für Software-Entwick­lung, mit günstigeren Preisen und angenehmer Arbeitsatmosphäre, in unmittelbarer Nähe zu Zürich.»

    Dr. Suzanne Thoma
    CEO und VRP Sulzer


    «Sulzer ist seit 1834 in Winterthur verwurzelt. Derselbe Innovations- und Pioniergeist, der Sulzer damals als Technologieführer etablierte, treibt uns heute noch an. Unsere Technologien lösen nachhaltig dringliche Probleme unserer Gesellschaft, und wir investieren weiterhin dort, wo wir begonnen haben – genau wie vor zwei Jahrhunderten.»

    Bernhard Winter
    CEO Scewo AG

    «Wir sind sehr zufrieden mit dem Standort Winterthur. Nicht nur die Entwicklung von unserem Treppen steigenden Rollstuhl findet hier statt, sondern auch die Produktion, die wir vor ein paar Wochen hierher gezügelt haben.»

    Fabrice Billard
    CEO Burckhardt Compression AG

    «Winterthur überzeugt als attraktiver Wirtschaftsstandort durch seine Lage im Wirtschaftsraum Zürich, seine gut ausgebildeten Arbeitskräfte und die hohe Lebensqualität für Mitarbeitende.»

    Wirtschaftscluster 2020