Schlagwort: Studie

  • Chatbots jede dritte Antwort ist falsch

    Chatbots jede dritte Antwort ist falsch

    In der internationalen Newsguard-Analyse wurden zehn der meistgenutzten Chatbots, darunter ChatGPT, Gemini, Perplexity und Claude, auf ihre Antworten zu aktuellen Nachrichtenthemen getestet. Die Fehlerquote liegt bei durchschnittlich 35 Prozent, was nahezu eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Besonders betroffen sind Fragen zu Politik, Gesundheit und internationalen Ereignissen. Viele Systeme behandeln fragwürdige Quellen wie bewährte Nachrichtenmedien und geben Desinformation auch dann weiter, wenn sie gezielt zur Täuschung platziert wurde.

    Beispiele für propagierte Fake News
    Die Studie zeigt prominent, wie oft KI mit erfundenen Skandalen und politischen Zitaten manipuliert wird. So bestätigten sechs von zehn Systemen fälschlicherweise, Moldaus Parlamentspräsident habe sein Volk als «Schafherde» beleidigt. Dahinter steckt eine Fälschung samt KI-generierter Tonaufnahme und Fake News-Seite. In einem anderen Fall verbreitete ein Chatbot das Gerücht, der ukrainische Präsident besitze Immobilien im Wert von 1,2 Milliarden Dollar, eine frei erfundene Geschichte, gestützt auf eine angebliche Whistleblowerin, die nie existierte.

    Unterschiede zwischen den Modellen
    Während der KI-Assistent Claude mit einer Fehlerquote von lediglich 10 Prozent als verlässlichster Anbieter gilt, liegt Gemini bei rund 17 Prozent. Chatbots wie Perplexity, Grok, You.com, Mistral und Meta bewegen sich zwischen 33 und 57 Prozent Fehleranteil. Die Systeme antworten heute in fast allen Fällen sofort. Auch dann, wenn sie zu wenig validierte Informationen nutzen und Qualitätseinbussen in Kauf nehmen.

    Quellenlage und Auskunftsfreude
    Die gestiegene Fehlerquote hängt vor allem mit der Auskunftsbereitschaft der Modelle zusammen. Wo sie früher lieber gar nichts sagten, liefern sie nun stets eine Antwort. Auch auf unsichere oder manipulative Quellen. Insbesondere bei Nachrichten aus Regionen mit wenigen seriösen Websites oder bei politischen Kampagnen laufen Chatbots Gefahr, Propaganda-Netzwerke oder Social-Media-Desinformation unkritisch zu verstärken.

    Folgen für Informationssicherheit
    Die automatisierte, überzeugende Verbreitung von Falschinformationen durch KI-Chatbots erhöht die Risikodynamik in der Medienlandschaft. Faktenchecker warnen, dass Desinformation subtil in den Alltag sickert und das gesellschaftliche Bewusstsein prägt. Oft schwer erkennbar und damit umso folgenreicher! Die Qualitätssicherung bei KI-gestützten Auskunftssystemen wird damit zur zentralen Herausforderung für die digitale Informationszukunft.

  • Eigenheime stehen weiterhin hoch im Kurs

    Eigenheime stehen weiterhin hoch im Kurs

    «Der Traum vom Eigenheim ist bei der Schweizer Bevölkerung weiterhin stark verbreitet», schreibt die Hochschule Luzern (HSLU) in einer Mitteilung. Sie stützt sich dabei auf die aktuelle Ausgabe der Retail Banking-Studie, die jährlich vom Institut für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) der HSLU erstellt wird. Ihr zufolge würden vier von zehn Menschen in der Schweiz gerne eine Immobilie erwerben.

    Das IFZ hat dabei zwei Gruppen von Immobilieninteressierten ausgemacht. Dies sind in der ersten Gruppe mehrheitlich aus den jüngeren Generationen stammende «Dreamer», die ihr erstes Eigenheim suchen. Sie sind dabei vor allem mit finanziellen Problemen konfrontiert. In der zweiten Gruppe sind mehrheitlich Angehörige älterer Generationen zu finden, die bereits über eine eigene Immobilie verfügen. Diese «Zweitkäufer» haben weniger finanzielle Probleme als vielmehr Schwierigkeiten, ein ihren aktuellen Bedürfnissen entsprechendes Objekt zu finden. Beide Gruppen setzten bei der Suche nach dem Eigenheim vor allem auf persönliche Empfehlungen und den Zufall.

    Der Zinssatz spielt sowohl bei der Aufnahme einer neuen als auch bei der Verlängerung einer bestehenden Hypothek eine wichtige Rolle für Eigenheimsuchende. Insbesondere bei einer Verlängerung ist die Bereitschaft zum Wechsel des Hypothekaranbieters gering, drei von zehn Immobilienbesitzenden lehnen sie unabhängig von der Höhe der Zinsdifferenz ab. «Die Hausbank geniesst in vielen Fällen noch immer grosse Loyalität, besonders wenn ein Wechsel mit zusätzlichen Hürden verbunden ist», erläutert Studienleiter Andreas Dietrich in der Mitteilung.

  • Quantenverschränkung – Der ultraschnelle Tanz der Teilchen

    Quantenverschränkung – Der ultraschnelle Tanz der Teilchen

    Quantenverschränkung tritt auf, wenn zwei oder mehr Teilchen in einem Zustand bleiben, in dem der Zustand eines Teilchens untrennbar mit dem des anderen verknüpft ist. Selbst über große Entfernungen bleibt diese Verbindung bestehen, sodass eine Veränderung an einem Teilchen eine unmittelbare Rückwirkung auf das andere hat. Albert Einstein beschrieb diesen Effekt als „spukhafte Fernwirkung.“ Diese grundlegende Eigenschaft der Quantenphysik ist ein wichtiger Baustein für viele zukunftsweisende Anwendungen.

    Die Rolle der Zeit in der Quantenverschränkung
    Die Quantenverschränkung ist zwar extrem schnell, jedoch nicht augenblicklich. Mit hochpräzisen Messmethoden hat die TU Wien festgestellt, dass sich die Entstehung der Verschränkung über eine Zeitspanne von Attosekunden entfaltet. Die Forschung zeigt, dass Quantenprozesse zwar unmittelbar wirken, aber zeitlich messbar sind. Ein Laserpuls löst hierbei ein Elektron aus einem Atom heraus, wodurch ein weiteres Elektron in einen höheren Energiezustand versetzt wird – diese beiden Elektronen sind dann verschränkt.

    Messung von Attosekunden – Der Blick ins Unvorstellbare
    Die Zeitspanne, in der Quantenverschränkung abläuft, ist so kurz, dass sie in Attosekunden gemessen wird – einer Milliardstel einer Milliardstelsekunde. Diese Messungen wurden mithilfe fortschrittlicher Simulationen und ultrakurzer Laserpulse durchgeführt und ergaben, dass die „Geburtszeit“ der Elektronenverschränkung bei 232 Attosekunden liegt. Dieser Fortschritt erlaubt es Forschenden, die Dynamik dieser ultrakurzen Prozesse direkt zu beobachten und in Experimenten nachzustellen.

    Simulationen auf Attosekunden-Ebene – Ein Durchbruch in der Quantenforschung
    Durch die Kombination von Simulationen und Experimenten konnten Forschende der TU Wien den Ablauf der Quantenverschränkung präzise nachvollziehen. Die Ergebnisse, publiziert in der „Physical Review Letters,“ gelten als Meilenstein und schaffen neue Perspektiven für Anwendungen in der Quantenkryptographie und bei Quantencomputern, bei denen Verschränkung eine zentrale Rolle spielt. Die Möglichkeit, Quantenprozesse in Attosekunden zu analysieren, eröffnet neue Wege für die Weiterentwicklung von quantentechnologischen Systemen.

    Das Zeitverständnis in der Quantenphysik
    Die aktuelle Forschung zeigt, dass das klassische Verständnis von Zeit zur Beschreibung von Quanteneffekten nicht ausreicht. In der Quantenwelt entstehen und vergehen Zustände in winzigen Zeitspannen, die für uns kaum begreiflich sind. „Das Elektron springt nicht einfach aus dem Atom heraus, es ist eine Welle, die langsam aus dem Atom herausschwappt“, erklärt Prof. Iva Březinová von der TU Wien.

    Anwendungen der Quantenverschränkung – Eine Technologie für die Zukunft
    Die Quantenverschränkung ist weit mehr als ein faszinierendes Phänomen; sie bildet die Grundlage für revolutionäre Technologien wie Quantenkryptographie, die extrem sichere Kommunikationssysteme ermöglicht, und Quantencomputer, die potenziell komplexe Berechnungen schneller und effizienter als klassische Computer durchführen. Durch die Entschlüsselung der ultraschnellen Prozesse der Quantenverschränkung gewinnen Forschende Einblicke, die es ermöglichen, diese Technologien sicher und effizient zu gestalten.

    Die Erforschung der Quantenverschränkung auf der Attosekunden-Skala stellt einen Durchbruch in unserem Verständnis der Quantenphysik dar und bietet ein enormes Potenzial für die Technologien der Zukunft. Das präzise Verständnis dieser Prozesse erlaubt es, Anwendungen wie Quantenkryptographie und Quantencomputer weiterzuentwickeln und damit die Welt der Informationsverarbeitung und -sicherheit grundlegend zu verändern.

  • Keine komplexen Denkfähigkeiten bei ChatGPT & Co.

    Keine komplexen Denkfähigkeiten bei ChatGPT & Co.

    Die Untersuchung, die auf der Jahrestagung der Association for Computational Linguistics in Bangkok vorgestellt wird, kommt zu dem Schluss, dass Large Language Models wie ChatGPT keine Anzeichen für die Entwicklung eines differenzierten oder planvollen Denkvermögens zeigen. Stattdessen demonstrieren diese Modelle nur die Fähigkeit, auf einfache Anweisungen zu reagieren. Dies widerlegt die weit verbreitete Annahme, dass KI-Modelle durch Skalierung zunehmend intelligentere Verhaltensweisen an den Tag legen könnten.

    Hintergründe der Studie
    Die Studie, geleitet von Prof. Dr. Iryna Gurevych von der TU Darmstadt und Dr. Harish Tayyar Madabushi von der University of Bath, untersuchte sogenannte «emergente Fähigkeiten» der KI-Modelle. Diese Fähigkeiten, die mit zunehmender Modellgrösse und Datenmenge beobachtet wurden, weckten sowohl Hoffnungen als auch Ängste hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung von Künstlicher Intelligenz. Die aktuelle Forschung zeigt jedoch, dass diese Fähigkeiten eher auf einfache Lerneffekte und nicht auf komplexes, selbstständiges Denken zurückzuführen sind.

    Implikationen für die Zukunft der KI-Nutzung
    Die Ergebnisse der Studie haben bedeutende Auswirkungen auf die Nutzung von KI-Systemen. Prof. Gurevych warnt davor, sich auf die Modelle zu verlassen, um komplexe Aufgaben ohne menschliche Unterstützung zu lösen. Sie betont, dass Nutzende explizite Anweisungen und Beispiele geben sollten, um die Systeme effektiv einzusetzen. Zudem bleibt die Tendenz der Modelle, plausibel klingende, aber falsche Ergebnisse zu erzeugen, eine Herausforderung.

    Fokus auf zukünftige Risiken
    Obwohl die Studie zeigt, dass LLMs keine komplexen Denkfähigkeiten entwickeln, bedeutet dies nicht, dass KI keine Bedrohung darstellt. Prof. Gurevych fordert, den Fokus der Forschung auf die realen Risiken der KI-Modelle zu legen, insbesondere auf deren Potenzial zur Generierung von Fake News. Die Erkenntnisse der Studie liefern eine wertvolle Grundlage, um die tatsächlichen Fähigkeiten von KI-Modellen besser zu verstehen und ihren Einsatz in der Praxis sicherer zu gestalten.

  • Studie zu Wohneigentum in der Schweiz veröffentlicht

    Studie zu Wohneigentum in der Schweiz veröffentlicht

    Houzy, in Zürich angesiedelte Plattform für Wohneigentümer, hat eine aktuelle Studie in Auftrag gegeben und veröffentlicht. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, wollte das Unternehmen Daten sammeln, wie sich Wohneigentümer in der Schweiz aktuell und künftig verhalten. Für die repräsentative Studie wurden online 80‘000 Haushalte von Houzy befragt. 1906 Haus- und Wohneigentümer beantworteten den Fragebogen von Januar bis Ende März 2024. Von ihnen waren drei Viertel Haus- und ein Viertel Wohnungseigentümer.

    Im Fokus der Studie stehen die Bereiche Sanierung, Heizung und Energieversorgung. Dabei zeigte sich, dass im vergangenen Jahr 69,4 Prozent aller Wohneigentümer Handwerkerdienstleistungen in Anspruch genommen haben. Im Durchschnitt lag ein Auftragsvolumen bei 15‘000 Franken.

    Neben Sanierungen richtete sich der Blick auch auf alternative Heizungen. 5 Prozent der Eigentümer planen für 2024, ihre Heizungen zu modernisieren und Alternativen zu fossilen Brennstoffen zu finden. Dabei wollen 33,5 Prozent der Haushalte, die noch mit Öl, und 8,85 Prozent derjenigen, die mit Gas heizen, ihre Heizungen umstellen. Ein Zehntel der Schweizer Wohneigentümer plant für das laufende Jahr, Solaranlagen zu installieren, um benötigten Strom zumindest teilweise selbst zu produzieren.

    Ein weiterer Blick richtete sich auf Absichten, das Wohneigentum zu veräussern. Ein Siebtel der befragten Wohneigentümer bekundete derartige Absichten. 20 Prozent davon möchten ihr Wohneigentum noch 2024 verkaufen. Hochgerechnet bedeutete dies, dass in diesem Jahr 3,2 Prozent aller Häuser und Wohnungen in der Schweiz auf den Markt kämen, heisst es in der Mitteilung.

  • Mehrheit möchte Wohnraum nicht verkleinern

    Mehrheit möchte Wohnraum nicht verkleinern

    Die Studie Wohnraumnutzung aus individueller Sicht der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat ergeben, dass 70 Prozent der Befragten nicht bereit sind, ihren Wohnraum zu verkleinern. Unter den Personen, die in sogenannten Empty Nests leben, also mit leerstehenden Räumen flügge gewordener Kinder, empfinden nur 26 Prozent ihr Zuhause als zu gross. Ein Zimmerüberschuss von zwei Zimmern, also zwei Zimmern mehr als Personen im Haushalt leben, wird von den befragten Personen als ideal angegeben, so die ZHAW in einer Mitteilung. Von den umzugsbereiten Befragten zeigen sich laut Studie lediglich 42 Prozent bereit, ihre Zimmerzahl zu verkleinern. 32 Prozent wollen nicht von ihren Vorstellungen bezüglich Wohnkosten abweichen.

    «Es zeigt sich, dass die Kombination von Umzug und Verkleinerung – also zwei einschneidenden Veränderungen gleichzeitig – besonders herausfordernd ist», wird Selina Lehner, Co-Leiterin der Studie, zitiert. «Wenn zudem wichtige Anreize fehlen, wird diese Entscheidung häufig aufgeschoben.» Nur jede dritte befragte Person ist der Meinung, dass ältere Paare oder Alleinstehende in zu grossen Wohnungen ihren Wohnraum für jüngere Familien freigeben sollten. Dabei spielt laut ZHAW eine Rolle, dass die Neumiete für kleinere Wohnungen häufig teurer ist als die Bestandsmiete in der grösseren Wohnung.

    An Wichtigkeit gewinnt das häusliche Büro. 61 Prozent der Befragten geben an, künftig zuhause ein Arbeitszimmer einrichten zu wollen. Denn «ein externes Büro ist beispielsweise nicht gleich attraktiv wie ein Büro in den eigenen vier Wänden», so Studien-Co-Leiter Holger Hohgardt.

    An der Studie haben im Frühjahr 2024 insgesamt 1097 Personen in der Deutschschweiz und der Westschweiz teilgenommen. Die ZHAW führte die Erhebung in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Wohnungswesen, der Fédération Romande Immobilière, dem Hauseigentümerverband Schweiz und Raiffeisen Schweiz durch.

  • Grüne Städte als Wegbereiter für globale Klimawirkung

    Grüne Städte als Wegbereiter für globale Klimawirkung

    Die MCC-Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Nature Cities, beleuchtet vier zentrale Methoden zur CO2-Entnahme in urbanen Umgebungen, die bis zur Mitte des Jahrhunderts jährlich eine Gigatonne CO2 binden könnten. Zu den untersuchten Methoden zählen die Beimischung von Pflanzenkohle zu Zement, der verstärkte Einsatz von Holz im Bauwesen, die Anreicherung städtischer Böden mit Pflanzenkohle und die Installation von CO2-Filtern in Geschäftsgebäuden. Diese Ansätze könnten zusammen einen bedeutenden Beitrag zur Erreichung städtischer Netto-null-Emissionen leisten.

    Städtische Strategien für das Klima und mehr
    Quirina Rodriguez Mendez, Doktorandin am MCC und Hauptautorin der Studie, betont, dass diese Techniken nicht nur im Hinblick auf den Klimaschutz, sondern auch für die Umweltqualität und das Wohlbefinden in Städten von grossem Nutzen sind. So könnte die Anwendung spezieller Farbpigmente und Oberflächenmaterialien zur Verbesserung des Rückstrahlvermögens urbaner Flächen die Temperatur in Städten signifikant senken und den Energiebedarf für Klimaanlagen reduzieren.

    Lokale Aktionen mit globaler Wirkung
    Die Studie unterstreicht die Rolle von Städten als «Versuchslabore» für den Klimaschutz, in denen lokale Massnahmen schnell umgesetzt werden können und potenziell global ausweitbar sind. Felix Creutzig, Leiter der MCC-Arbeitsgruppe und Co-Autor der Studie, hebt hervor, dass lokale Klimalösungen, obwohl oft unterschätzt, eine beeindruckende Wirkung erzielen und die Lebensqualität verbessern können. Die Forschungsergebnisse bieten wichtige Einsichten und Empfehlungen für Politiker, die städtische Infrastrukturen und Richtlinien gestalten.

  • Neue Wohnformen im Fokus einer aktuellen Studie

    Neue Wohnformen im Fokus einer aktuellen Studie

    In einer Zeit, in der das soziale Miteinander zunehmend in den Vordergrund rückt, liefert eine neue Studie von Dr. Joëlle Zimmerli von Zimraum und Stratcraft wertvolle Einblicke in die Gestaltung begegnungsfördernder Wohnformen. Unterstützt durch die Age-Stiftung, den SVIT Zürich und das Swiss Real Estate Institute, geht die Untersuchung der Frage nach, wie Liegenschaften geplant und verwaltet werden müssen, um verschiedene Arten von Begegnungen zu ermöglichen und zu fördern.

    Die Studie identifiziert und analysiert drei Hauptkategorien von Begegnungsformen: niederschwellige Begegnungen, die spontan und zufällig erfolgen; nachbarschaftliche Begegnungen, die durch bewusste architektonische Entscheidungen wie Laubengänge oder attraktive Freiraumangebote begünstigt werden; und gemeinschaftliche Begegnungen, die durch speziell geplante und verwaltete Infrastrukturen wie Gemeinschaftsräume entstehen.

    Entscheidend für den Erfolg dieser Begegnungsformen ist die Anpassung an die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe. Die Studienautoren betonen, dass es keine universell beste Lösung gibt, sondern dass die Auswahl der Begegnungsform von den spezifischen Erwartungen und Bedürfnissen der Bewohner abhängt. Bauherren und Entwickler sind daher gefordert, bereits in der strategischen Planungsphase klar zu definieren, welche Zielgruppe angesprochen werden soll und welche Anforderungen an die Bewirtschaftung und das soziale Miteinander in den Wohnprojekten gestellt werden.

    Mit dieser fundierten Analyse leistet die Studie einen wichtigen Beitrag zur Diskussion über die Zukunft des Wohnens und zeigt auf, wie durchdachte Planung und Bewirtschaftung das Zusammenleben in der modernen Gesellschaft positiv beeinflussen können. Sie bietet eine wertvolle Orientierungshilfe für alle, die in der Immobilienbranche tätig sind und die Bedeutung von sozialen Interaktionen und Gemeinschaft innerhalb von Wohnprojekten verstärken möchten.

  • Teilzeitarbeit hat Auswirkungen auf Vorsorge und AHV-Finanzierung

    Teilzeitarbeit hat Auswirkungen auf Vorsorge und AHV-Finanzierung

    In der Schweiz nimmt die Teilzeitarbeit, besonders unter Frauen, zu. Das Bundesamt für Statistik (BFS) berichtet, dass im Jahr 2022 rund 30 Prozent der alleinstehenden Frauen ohne Kinder in Teilzeit arbeiteten, im Vergleich zu nur 15 Prozent der Männer. Diese Arbeitsweise beeinflusst nicht nur das individuelle Einkommen und die Vorsorgeleistungen, sondern auch die Finanzierung der umlagefinanzierten AHV.

    Eine Studie von UBS-Ökonomen unter dem Titel «Teilzeit: Auswirkungen auf die Altersvorsorge» beleuchtet, dass Teilzeitarbeit zu reduzierten Vorsorgeleistungen und einer verminderten Sparkapazität führt. Dies betrifft insbesondere Alleinstehende ohne Kinder, wobei die entstehende Vorsorgelücke oft überproportional zur Pensumsreduktion ausfällt. Bei Paaren hingegen kann Teilzeit in Verbindung mit einkommensabhängigen Kita-Subventionen weniger dramatische Auswirkungen haben.

    Die UBS-Studie «AHV 2030 – Arbeitsmarktszenarien zur fiskalischen Nachhaltigkeit der AHV» zeigt, dass eine veränderte Arbeitsmarktbeteiligung direkte Auswirkungen auf die AHV-Finanzierungslücke hat. Steigende Erwerbsbeteiligung der Frauen könnte diese Lücke leicht reduzieren, während eine verringerte Beteiligung der Männer die Lücke vergrössern würde. Eine höhere Erwerbsbeteiligung von älteren Arbeitskräften hätte ebenfalls einen positiven Effekt.

    Die zukünftigen Entwicklungen des Arbeitsmarktes und gesellschaftliche Trends wie eine bessere Work-Life-Balance oder vermehrte Kinderbetreuung durch Männer könnten weitere Strukturreformen der AHV notwendig machen. Die UBS-Ökonomen betonen, dass Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt allein nicht ausreichen, um die Finanzierungslücke der AHV zu schliessen.

  • Studienergebnisse zur zukünftigen Wohn- und Arbeitsgestaltung

    Studienergebnisse zur zukünftigen Wohn- und Arbeitsgestaltung

    Nach zwei Jahren der Pandemie zeigt sich: Unsere Vorstellungen von Lebens- und Arbeitsräumen haben sich gewandelt. Dies geht aus einer Studie der HIG Immobilien Anlage Stiftung hervor, die sich mit der Balance zwischen Individualität und Gemeinschaft sowie Arbeit und Privatleben in multifunktionalen Räumen befasst. Hierbei wurden sowohl ideale Vorstellungen als auch mögliche Kompromisse abgefragt. Insbesondere Preis und Mobilität sind zentrale Faktoren in der Wohnraumauswahl.

    Drei konkrete Szenarien, die unterschiedliche Wohnformen skizzieren, wurden auf Basis der Erhebung entwickelt. Bei einer Online-Umfrage unter 331 Teilnehmern wurden diese zur Auswahl gestellt, wobei individuelle Anpassungsoptionen den Wohnungsendpreis beeinflussten.

    Die drei Szenarien sind:
    Gemeinsam allein wohnen: Ideal für Alleinstehende, wie Senioren oder Studierende, die sich mehrere Stockwerke eines Hauses teilen, aber dennoch über private Räume verfügen und von gemeinsamen Services profitieren.

    Quartierleben mit Services: Ein Mix aus Wohnformen für Singles, Paare und Familien in einem Quartier, mit zusätzlichen Gemeinschaftsräumen und Serviceangeboten.

    Micro-Living-Pool: Perfekt für Personen mit hohem Mobilitätsbedarf, bietet möblierte Kleinwohnungen an zentralen Standorten in der Schweiz, die es erlauben, wochenweise zu wechseln und von einem breiten Dienstleistungsangebot zu profitieren.

    Aus der Umfrage geht hervor, dass das zweite Szenario mit 65% die höchste Beliebtheit genoss und auch am besten bewertet wurde. Der Hauptentscheidungsfaktor für viele war der Preis, gefolgt von Individualisierungs- und Serviceangeboten. Interessanterweise bevorzugen viele das Landleben gegenüber dem Stadtleben, wobei Mobilitätsangebote höher gewichtet werden als andere Aspekte wie Freizeitmöglichkeiten.

    Als Fazit betont die HIG Immobilien Anlage Stiftung ihre Rolle als Immobilienentwicklerin und hebt ihre Bemühungen um Nachhaltigkeit und ein bedarfsorientiertes Raumangebot hervor. Die Ergebnisse weisen auf eine wachsende Bereitschaft hin, auf ein eigenes Auto zu verzichten, wenn gute öffentliche Verkehrsverbindungen und Sharing-Angebote vorhanden sind. Um zukünftige Entwicklungen besser zu antizipieren, setzt die HIG weiterhin auf den Dialog mit der Bevölkerung.

  • Zum umweltfreundlichen Spital mit «Best Practices»

    Zum umweltfreundlichen Spital mit «Best Practices»

    Im Gesundheitssektor wurde der Umweltaspekt bisher oft vernachlässigt. Das Forschungsprojekt „Green Hospital – Ressourceneffizienz bei Schweizer Spitälern“ hat dazu beigetragen, das Bewusstsein für umweltrelevante Prozesse in Schweizer Spitälern zu schärfen. Im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms „Nachhaltige Wirtschaft: ressourcenschonend, zukunftsfähig, innovativ“ (NFP 73) wurde eine Liste von praxisorientierten Maßnahmen veröffentlicht, um Spitäler in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie zu unterstützen.

    Die Studie, geleitet von Matthias Stucki am ZHAW-Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen, hat ergeben, dass insbesondere die Bereiche Wärme, Catering, Gebäudeinfrastruktur und Medikamente für den Großteil der Umweltbelastung durch Spitäler verantwortlich sind. Aber auch andere Faktoren wie Stromverbrauch, Abfallmanagement und die Verwendung von medizinischen Produkten spielen eine Rolle.

    Die aus der Studie abgeleiteten „Best Practices“ wurden aus einer Vielzahl von Literaturquellen und Praxisbeispielen zusammengestellt. Diese Massnahmen zielen darauf ab, die Umweltauswirkungen bei gleichbleibender Qualität der Gesundheitsdienstleistungen zu minimieren. Dabei wurde besonderer Wert auf die Auswahl von Maßnahmen mit hoher Klimarelevanz und großer Umsetzbarkeit gelegt.

    Insgesamt zeigt die Studie, dass die größten Chancen für eine Verbesserung der Umweltbilanz in der Konstruktion von langlebigen und ressourceneffizienten Gebäuden, der Nutzung erneuerbarer Energien und der Einführung von pflanzenbasierten Gerichten im Verpflegungsangebot liegen.

    Dieses Forschungsprojekt stellt einen wichtigen Schritt dar, um die schweizerische Krankenhauslandschaft nachhaltiger zu gestalten und setzt einen Meilenstein für zukünftige Initiativen in diesem Bereich.

  • Baumeisterverband begegnet Fachkräftemangel

    Baumeisterverband begegnet Fachkräftemangel

    Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) geht von einem steigenden Fachkräftemangel in der Bauwirtschaft aus. Er hat daher vom Kompetenzzentrum Demografik eine „Studie zur langfristigen Entwicklung der Konjunktur und Fachkräfte im Bauhauptgewerbe“ anfertigen lassen, informiert der Verband in einer Mitteilung. Der Ende Juni am Tag der Bauwirtschaft in Lugano vorgestellten Studie zufolge könnte der am Bauvolumen gemessene Fachkräftemangel bis 2040 etwa 16 Prozent erreichen. Dies würde jährlich Umsatzeinbussen von bis zu 800 Millionen Franken verursachen und damit Arbeitsplätze in der Bauwirtschaft gefährden.

    In Lugano zeigte SBV-Zentralpräsident Gian-Luca Lardi aber auch Lösungsansätze auf. „Wenn wir den Umsatz pro Kopf jährlich um 0,5 Prozent steigern, können wir 50 Prozent des Fachkräftemangels wettmachen“, wird Lardi in der Mitteilung aus seiner Ansprache an der traditionellen Netzwerk-Veranstaltung der Branche zitiert. Diese Produktivitätssteigerung soll nach Ansicht des Verbands hauptsächlich über Digitalisierung und Innovation erfolgen. Gleichzeitig schlug Lardi vor, „mehr Lernende auszubilden, die Fachkräfte länger im Beruf zu halten und letztlich auch mehr Quereinsteiger zu rekrutieren“. Damit könne die andere Hälfte der Lücke geschlossen werden, so der Zentralpräsident.

  • Pensimo gibt Studie zum Schweizer Wohnungsmarkt heraus

    Pensimo gibt Studie zum Schweizer Wohnungsmarkt heraus

    Die auf Immobilienanlagen spezialisierte Pensimo Management AG in Zürich gibt laut einer Mitteilung auf LinkedIn das Buch „Der Schweizer Wohnungsmarkt“ heraus. Michel Schneider, stellvertretender CEO und Leiter Mandate Schweiz & International, bezeichnet die Publikation als die erste solide, ökonomische „Auslegeordnung“ zum Schweizer Wohnungsmarkt. Die Analyse von Geschichte und Gegenwart des Wohnungsbaus und Wohnungsmarkts in der Schweiz ist von Frank Bodmer verfasst worden, Privatdozent an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Basel.

    Die 144 Seiten starke Broschüre wird vom Zürcher Verlag Park Books publiziert. Sie bereitet in elf Kapiteln und mit zahlreichen Diagrammen viel statistisches Material auf. Es werden Entwicklungslinien nachgezeichnet und die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen analysiert. „Jetzt, wo der Superzyklus vorbei ist, kommt der Band zum ‚richtigen‘ Zeitpunkt“, sagt Schneider.

    Die Immobilienmärkte sind international seit vielen Jahren in den Schlagzeilen. Das aktuell erreichte Preisniveau weckt auch in der Schweiz Befürchtungen vor einer neuen Immobilienkrise und schränkt den Zugang weiter Teile des Mittelstands zu Wohneigentum ein, heisst es zum Inhalt der Bodmer-Studie auf der Internetseite des Verlags Park Books. Zwar seien am Mietwohnungsmarkt Verwerfungen früherer Wachstumsphasen vermieden worden. Dennoch könnten politische Eingriffe nachteilig wirken und die Versorgung einer wachsenden Bevölkerung mit hochwertigem Wohnraum gefährden.

    Die Zürcher Pensimo Management AG investiert im Auftrag von vier Anlagestiftungen in werthaltige Immobilien, hauptsächlich in der Schweiz, aber auch im Ausland.

  • Energiesituation bei Schweizer KMU und Familienunternehmen: Sorge ja, Krise nein

    Energiesituation bei Schweizer KMU und Familienunternehmen: Sorge ja, Krise nein

    Auf dem Sorgenbarometer der Unternehmen rangiert die Energiekrise mit 45 % der Nennungen ex aequo mit der Inflation auf Platz drei. Noch mehr Sorgen bereiten den Entscheidungstragenden die aktuellen Lieferkettenprobleme. Den Spitzenplatz belegt mit 65 % der Nennungen der Fachkräftemangel. Dieser beschäftigt Schweizer Unternehmen unabhängig von Branche oder Grösse. 45 % der Befragten geben an, dass ihnen die Energiekrise überhaupt oder fast keine Sorgen bereiten würde. 47 % gehen nicht davon aus, dass ihre Umsätze unter der Energiekrise leiden. 22 % beziffern die erwarteten Umsatzeinbussen auf 1 % bis 4 %.

    Bereit für den Notfall

    82 % der Studienunternehmen sind überzeugt, ihr wirksamstes Energiesparpotenzial zu kennen. Schon heute reduzieren 54 % der Befragten ihren Stromverbrauch. 30 % haben einen Krisenstab etabliert, der Massnahmen konzipiert hat oder an solchen arbeitet. Nur gut jedes zehnte Unter-nehmen (12 %) erläutert, keine Massnahmen geplant oder umgesetzt zu haben. Jene Unternehmen, die bereits Energiesparmassnahmen entwickelt haben, sehen diese zu 57 % als sofort und zu 24 % als innerhalb weniger Wochen wirksam. Zwei Drittel der Befragten könnten ihren Betrieb auch dann aufrechterhalten, wenn aufgrund eines Energiemangels die Strom- und Gaszufuhr reduziert werden würde.

    Arbeitsplätze und Existenz gesichert

    88 % der Studienunternehmen denken nicht an einen Stellenabbau, um den steigenden Energiekosten entgegenzuwirken. Für knapp zwei Drittel (63 %) ist auch Homeoffice keine gangbare Lösung. Bei der Frage der Existenzbedrohung sind sich die Studienunternehmen einig: 91 % der Befragten sehen die Existenz ihres Unternehmens in den kommenden sechs Monaten durch die Energiekrise nicht gefährdet.

    Über diese Studie

    Die Kurzstudie zur Energiekrise wurde von PwC im November 2022 auf der Grundlage eines Online-Fragebogens durchgeführt. 137 Schweizer Unternehmen haben an der Umfrage teilgenommen. Sie stammen zu 42 % aus der verarbeitenden Industrie. Zudem sind Baugewerbe, Detailhandel, Informatik, Kommunikation, Unterhaltung, Gastgewerbe, Energie und Finanzwelt vertreten. 47 % der Studienunternehmen beschäftigen mehr als 250 Mitarbeitende, 17 % weniger als 50 Mitarbeitende.

    Weitere Infos
    www.pwc.ch/de/publications/2022/energiekrise-bei-familienunternehmen-und-kmu.pdf

  • Studie sieht deutlich höheres Potenzial für Windenergie

    Studie sieht deutlich höheres Potenzial für Windenergie

    Die Schweiz könnte deutlich mehr Strom aus Windenergie erzeugen als bisher angenommen. Einer Studie der Berner Firma Meteotest im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE) zufolge könnten Windräder allein im Winterhalbjahr 19 Terawattstunden produzieren, heisst es in einer Medienmitteilung des BFE. In einer Vorgängerstudie von 2012 waren die Wissenschaftler noch von 3,7 Terawattstunden pro Jahr ausgegangen. Zum Vergleich: Die Schweiz verbrauchte 2021 insgesamt 58,11 Terawattstunden Strom.

    Der Grossteil des Potenzials liegt mit 17,5 Terrawattstunden im Mittelland. Im Jurabogen und in den grossen Alpentälern könnten zusammen mehr als 7,8 Terawattstunden, im Alpenraum über 4,2 Terawattstunden pro Jahr produziert werden.

    Seit der letzten Studie haben sich sowohl die politischen Bedingungen als auch die Technik weiterentwickelt. So sind heutige Windkraftanlagen höher, haben grössere Rotoren und produzieren ein Mehrfaches im Vergleich zu älteren Anlagen. Ausserdem kommen „mit der Zuerkennung des nationalen Interesses für Windparks“ mehr Flächen wie Wälder und Gebiete im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler (BLN) infrage. Sie unterliegen jedoch höheren Anforderungen an die Windenergieproduktion.

    „Schon ein Teilausbau von 30 Prozent des gesamten Windenergiepotenzials – das entspricht rund 1000 Windenergieanlagen – könnte wesentlich zu einer sichereren Stromversorgung der Schweiz und zu einer Verringerung der Auslandabhängigkeit beitragen“, heisst es in der Medienmitteilung.

    Ausgeschlossen von der Berechnung wurden bewohnte Gebiete mit einem Puffer von 300 Metern, geschützte Landschaften wie Moore, Nationalparks und Biotope sowie geheime Anlagen des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport.

  • Negative Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die Immobilienbranche in der Schweiz

    Negative Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die Immobilienbranche in der Schweiz

    Der Ukraine-Krieg hat globale, wirtschaftliche Auswirkungen. Wie spürt man ihn im hiesigen Immobilienmarkt? Dieser Frage ist PriceHubble mit einer Umfrage unter Immobilienfachleuten aus allen Bereichen der Immobilienwirtschaft nachgegangen.

    55 Prozent der Immobilienfachleute, welche an der aktuellen Studie «Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die Immobilienbranche in der Schweiz» teilgenommen haben, sind der Meinung, dass sich die Ukraine-Krise in den nächsten zwölf Monaten negativ auf ihr Unternehmen auswirken könnte. 31 Prozent finden, dass es keine Auswirkung abzeichnen wird. 14 Prozent der Antwortenden sehen demgegenüber eine positive Entwicklung für ihr Geschäft.

    Gründe für eine Veränderung sind, laut der Befragten, der Anstieg der Baukosten, die steigenden Hypothekarzinsen sowie ein stagnierender oder abnehmender Käufermarkt. So kommentiert ein Immobilienverwalter: «Der Anstieg der Materialkosten und der Lieferzeiten wirkt sich sowohl auf die Baustellen als auch auf die Einkaufspreise aus. Infolgedessen werden die Käufer auf bereits vorhandene Waren zurückgreifen und Bauprojekte aufgeben.»

    Generell sehen mehr Immobilienfachleute (28 Prozent) einen Rückgang in der Anzahl der Mandate in den nächsten zwölf Monaten, als einen Anstieg (17 Prozent). Über 55 Prozent der Befragten rechnen mit keiner Veränderung in der Anzahl der Mandate.

    50 Prozent der Antwortenden sind der Meinung, dass Projekte aufgrund des Ukraine-Krieges nicht verschoben werden. 9 Prozent rechnen mit einer Verschiebung um bis zu 6 Monate, 12 Prozent mit einem Aufschub von 6 bis 12 Monaten, 26 Prozent von 12 bis 18 Monaten, 2 Prozent mit einer Verschiebung der Projekte um 18 bis 24 Monate und weitere 2 Prozent sogar um bis zu 24 bis 30 Monaten.

    Entwicklung Luxusimmobilien schwer voraussehbar
    Bei den Luxusimmobilien geben 34 Prozent der Befragten an, dass sie einen Anstieg der Preise erwarten. Demgegenüber meinen 31 Prozent, dass mit einem Rückgang zu rechnen ist. 35 Prozent sind der Meinung, dass sich die Preise in diesem Segment nicht verändern.

    Viele der Befragten geben in der Kommentarspalte zu dieser Frage an, dass sie einen Rückgang beim generellen Interesse von Objekten dieses Segments erwarteten. Andere sind der Meinung, dass Luxusimmobilien krisenresistent seien und die starke Nachfrage bestehen bleibe. Auch sind viele überzeugt, dass das Angebot stabil bleibe.

    «Luxusimmobilien in der Schweiz, insbesondere an exklusiven Lagen, werden tendenziell immer Abnehmer finden (aus dem Inland wie auch Ausland) und deshalb kann es sein, dass die Preise dafür gleich bleiben oder allenfalls steigen können», kommentiert ein Makler.

    Preisentwicklung von energieeffizienten Objekten bleibt spannend
    Bei der Frage, ob eine stärkere Preisänderung beim Kauf für Immobilien mit einer hohen Energieeffizienzklasse (A oder A+) zu erwarten sei, herrscht ein Unentschieden: 50 Prozent sagen «Ja» und 50 Prozent sagen «Nein».

    Zur Nachfrage nach Immobilien mit einer hohen Energieeffizienzklasse seit Beginn der Ukraine-Krise geben 68 Prozent der befragten Immobilienfachleute an, dass sie keine Veränderung feststellen. «Aber sie wird kommen, die Menschen werden langsam sensibel dafür», wurde diese Frage von einem Immobilienverwalter kommentiert. So meinen 32 Prozent der Befragten, dass die Nachfrage bereits gestiegen ist.

    Bezüglich Mietpreise für Immobilien mit hoher Energieeffizienzklasse (A oder A+): Hier gaben 69 Prozent der Teilnehmenden an, dass es keine Veränderungen geben wird. 31 Prozent erwarten demgegenüber eine Veränderung.

    Weitere Ergebnisse, beispielsweise zur Auswirkung der steigenden Hypothekarzinsen, zur Entwicklung von Mieten oder Verkaufspreisen von Wohnimmobilien können der kompletten Studie entnommen werden.

  • Der Traum vom Einfamilienhaus auf dem Land bleibt immer öfter ein Traum

    Der Traum vom Einfamilienhaus auf dem Land bleibt immer öfter ein Traum

    Das Einfamilienhaus erweist sich einmal mehr als Wohntraum Nummer 1 in der Schweiz. Bei Personen im Alter von 25 bis 30 Jahren ist der Wert mit 64 Prozent am höchsten. Stehen soll es auf dem Land. Ländliche Gegenden bleiben mit 48 Prozent Zustimmung auch in diesem Jahr die bevorzugte Wohnumgebung. 90 Prozent der Menschen, die auf dem Land leben, wollen auch in Zukunft dortbleiben. Bei der Stadtbevölkerung zeigt sich ein anderes Bild: Nur 65 Prozent der Befragten erachten die aktuelle Wohnumgebung als den bevorzugten Wohnort. Finanzielle Gründe sind die am meisten genannte Hürde (40%), die gegen einen Umzug spricht. Der Arbeitsweg bleibt trotz vermehrtem Home-Office der zweitwichtigste Hinderungsgrund.

    Kosten und Aussenbereich dominieren bei der Wahl eines Zuhauses – nicht das Home-Office
    Wichtigstes Kriterium bei der Wahl einer Wohnung resp. eines Hauses bleiben die Wohnkosten, gefolgt vom Aussenbereich. Neu abgefragte Kriterien wie das separate Zimmer für Home-Office oder ökologische Faktoren werden kaum als entscheidend genannt, aber von rund der Hälfte der Befragten zumindest als wichtiges Kriterium angesehen. Eine Lademöglichkeit fürs E-Auto, Service-Dienst-leistungen oder Luxuseinrichtung spielen bei der Wahl eines Zuhauses kaum eine Rolle.
    Bezüglich der Lage soll die Traumimmobilie ruhig (66%) und naturnah (66%) stehen. Zudem ist eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr (51%) gefragt. Hier hat sich im Vergleich zum Vorjahr wenig verändert. Die Nachbarschaft wird von 41 Prozent der Befragten als besonders wichtig angegeben und liegt damit neu auf Rang 4 – zwei Plätze höher als letztes Jahr. Und auch die Nähe zur medizinischen Versorgung gewinnt einen Platz auf Kosten der Nähe zur Kinderbetreuungsstätte oder der Schule.

    Traum vom Eigenheim ungebrochen, scheitert aber meist an Angebot und Finanzierung
    Knapp die Hälfte der Befragten (46%) träumt von einer (weiteren) eigenen Wohnimmobilie. Dabei hat sich der Wunsch bei den jüngeren Befragten im Vergleich zum Vorjahr noch einmal verstärkt. Besonders ausgeprägt ist er nach wie vor bei der heutigen Mieterschaft: 62 Prozent träumen davon, ein Eigenheim zu kaufen. Schwierigkeiten bereiten das knappe Angebot (58%) und die hohen Preise (49%). Hinzu kommen strenge Finanzierungskriterien, welche einer Überhitzung des Immobilienmarktes vorbeugen sollen, aber zunehmend in Kritik geraten. 50 Prozent der Befragten beurteilen die geltenden Kriterien als nicht mehr der heutigen Realität entsprechend und sagen, dass der Kauf auch mit weniger Einkommen möglich sein sollte. «Die Immobilienpreise sind im Vergleich zu den Löhnen überdurchschnittlich gestiegen, was mit den starren Finanzierungsregeln dazu führt, dass sich mittlerweile Neukäufer ihre erste Immobilie erst mit 44 Jahren leisten können. Jüngeren Familien und Paaren wird das Wohneigentum dadurch unter anderem auch systembedingt verwehrt», so Martin Tschopp, CEO von MoneyPark.

    Landleben macht zufrieden, Eigentum noch zufriedener
    Glücklich ist, wer bereits ein Eigenheim hat. Zwei Drittel der Eigentümerinnen und Eigentümer geben an, sehr zufrieden zu sein, während es bei den Mieterinnen und Mietern nur ein Drittel ist. Die Zufriedenheit korreliert mit den Wohnkosten: Zwei Drittel der Eigentümerinnen und Eigentümer wenden weniger als 20 Prozent ihres Einkommens fürs Wohnen auf, während dies bei den Mieterinnen und Mietern nur für einen Drittel gilt. Die Auswertung zeigt zudem, dass Bewohnerinnen und Bewohner ländlicher Regionen eine signifikant höhere Zufriedenheit mit der aktuellen Wohnsituation (58% sind sehr zufrieden) aufweisen als Agglomerations- und Stadtbewohnerinnen und -bewohner (45% resp. 41%). Zudem fällt in der Deutschschweiz (53%) die Zufriedenheit deutlich höher aus als in der Westschweiz (40%) – mit Höchstwerten in der Ostschweiz (61%) und Tiefstwerten in der Genferseeregion (39%).

    Hohe Zufriedenzeit hält vom Verkauf ab
    Wer ein Eigenheim besitzt, möchte dieses auch gerne behalten. Nur drei Prozent der befragten Eigentümerinnen und Eigentümer möchten ihre Immobilie in den nächsten drei Jahren verkaufen. Weitere 15 Prozent planen den Verkauf in vier bis acht Jahren. Ein Blick auf die Altersgruppen zeigt, dass insbesondere Eigentümerinnen und Eigentümer bis zum 40. Altersjahr (24%) und Pensionierte (23%) Verkaufsabsichten hegen. Was primär von einem Verkauf abhält, ist die Zufriedenheit mit der aktuellen Wohnsituation (73%). Auch der Wunsch, das Eigenheim in der Familie weiterzugeben (31%), die emotionale Verbundenheit (30%) und die Annahme, dass der Wert der Immobilie weiter steigen wird (16%), lassen die Befragten von einem Verkauf absehen.
    Über ein Drittel der Befragten (37%) würde eine geerbte Immobilie vermieten und ein weiteres knappes Drittel (29%) würde sie selbst bewohnen. Für einen Verkauf würde sich nur ein knappes Fünftel (19%) entscheiden. «Dass Immobilien eine attraktive Kapitalanlage darstellen, hat sich auch bei Privatpersonen herumgesprochen. Dass deshalb geerbte Liegenschaften oft vermietet und nicht verkauft werden, führt zu einer zusätzlichen Verknappung des Angebots an Wohneigentum», so Dr. Roman H. Bolliger, CEO von alaCasa.ch.

    Jede/r Zweite hat in den letzten beiden Jahren substanziell ins Eigenheim investiert
    Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie anfangs 2020 hat knapp die Hälfte der befragten Eigentümerinnen und Eigentümer (47%) mehr als CHF 10’000.- ins Eigenheim investiert. Jede fünfte Investition (20%) stand unter dem Einfluss der Pandemie. Entweder wurde investiert, weil das Eigenheim wichtiger geworden ist, oder weil aufgrund der Corona-Einschränkungen Geld gespart und so ins Eigenheim investiert werden konnte. Dass das private Draussen wichtiger geworden ist, zeigen sowohl die getätigten wie auch die geplanten Investitionen deutlich: In keinen anderen Bereich wurde häufiger investiert als in den eigenen Garten respektive Aussenbereich (32%). Bäder (28%) und Küchen (27%) belegen die Plätze 2 und 3, dicht gefolgt von Maler- und Gipserarbeiten (26%) sowie neuen Bodenbelägen (25%). Und es geht weiter: 54 Prozent der Eigentümerinnen und Eigentümer planen in den nächsten drei Jahren substanziell in ihr Zuhause zu investieren. Die Bedeutung der Pandemie nimmt dabei ab: Nur für sieben Prozent der geplanten Investitionen ist sie der Auslöser. Dabei zeigt sich bei Solaranlagen eine starke Zunahme von 9 auf 17 Prozent. Auch Ladestationen für Elektroautos, Fassadenrenovationen, neue Fenster und Türen sowie Investitionen in Heizung, Lüftung und Klima werden vermehrt geplant.
    «Investitionen ins eigene Zuhause sind ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, weshalb der ganzheitliche Blick auf Eigenheim, Versicherung und Vorsorge so wichtig ist. Investitionen können den Wert einer Liegenschaft steigern oder einfach Freude machen. Im Fall von werterhaltenden Arbeiten lassen sich zudem Steuervorteile realisieren, da diese Kosten abzugsfähig sind. So oder so ist der investierte Betrag aber nicht mehr bar verfügbar. Das gilt es beispielsweise bei der Pensionsplanung zu bedenken. Und natürlich empfehlen wir nach jeder grösseren Investition, die Versicherung zu überprüfen – egal, ob bei einer Photovoltaik-Anlage oder bei einer neuen Gartenlaube», so Ralph Jeitziner, Leiter Vertrieb Schweiz, Helvetia Versicherungen.

    Grüne Hypotheken werden als attraktiv angesehen, aber es fehlt an Wissen
    Es bleibt abzuwarten, ob die aktuell vieldiskutierte Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu einem weiteren Investitionsschub in energetische Massnahmen führen wird. Heute profitieren nur sieben Prozent der befragten Eigentümerinnen und Eigentümer von einer grünen Hypothek oder einem entsprechenden Abschlag bei den Hypothekarzinsen. Knapp ein Fünftel der befragten Eigentümerinnen und Eigentümer (18%) weiss nicht, ob das Eigenheim die Kriterien für eine grüne Hypothek erfüllt. Nur elf Prozent geben an, dass sich ihre Immobilie qualifiziert. Von ihnen und von all jenen, die bereits eine grüne Hypothek haben, würden 63 Prozent bei einer Verlängerung (wiederum) eine grüne Hypothek wählen.

    Über die Wohntraumstudie
    Die Wohntraumstudie von MoneyPark, alaCasa und Helvetia Versicherungen ist die grösste unabhängige Untersuchung zur Zufriedenheit und zu den Wünschen der Schweizer Bevölkerung bezüglich ihrer Wohnsituation. Seit 2015 geht die Studie einmal im Jahr der Frage nach, wie die «Wohnträume» in der Schweiz konkret aussehen. Befragt wurden 1’001 Personen mit Wohnsitz in der Schweiz mittels repräsentativer Online-Umfrage im Februar 2022.
    Die integrale Studie finden Sie unter www.moneypark.ch/wohntraumstudie

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    Über MoneyPark
    MoneyPark ist der führende Spezialist für Hypotheken und Immobilien in der Schweiz und beschäftigt über 300 Mitarbeitende. Das junge Fintech bietet mit der Kombination aus persönlicher Beratung und wegweisender Technologie umfassende und massgeschneiderte Hypotheken- und Immobilienlösungen. Dabei unterstützt MoneyPark seine Kundinnen und Kunden mit unabhängiger Expertise – von der Suche über die Finanzierung, während der Eigentumsphase und beim Verkauf von Immobilien. Für die Finanzierung hält MoneyPark mit Hypothekar- und Vorsorgeangeboten von mehr als 150 Anbietern, darunter Banken, Versicherungen und Pensionskassen, die grösste Finanzierungsauswahl an einem Ort bereit. Die unabhängige Beratung erfolgt entweder in einer der schweizweit mehr als 20 Filialen oder ortsunabhängig via Telefon oder online. Institutionellen Investoren bietet MoneyPark ganzheitliche Hypothekarlösungen dank einem Setup aus leistungsfähigem Vertrieb und effizienter Portfoliobewirtschaftung.

    Über alaCasa.ch
    alaCasa.ch ist ein unabhängiges Expertennetzwerk für Wohnimmobilien und engagiert sich seit über 20 Jahren für eine hohe Dienstleistungsqualität rund ums Wohneigentum. Partner von alaCasa.ch sind professionelle Immobilienexperten für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser. Sie zeichnen sich aus durch eine fundierte Ausbildung und eine langjährige Berufserfahrung. Dadurch können sie ihre Kunden kompetent und sicher bei Fragen rund um ihre Liegenschaft unterstützen. alaCasa-Partner sind unabhängig, etabliert und verfügen über eine tadellose Reputation.

    Über Helvetia
    Helvetia Versicherungen mit Sitz in St. Gallen hat sich seit 1858 zu einer erfolgreichen internationalen Versicherungsgruppe mit über 12 000 Mitarbeitenden und mehr als 7 Millionen Kundinnen und Kunden entwickelt. In der Schweiz ist Helvetia die führende Schweizer Allbranchenversicherung. Seit jeher ermöglicht sie ihren Kundinnen und Kunden, Chancen wahrzunehmen und Risiken einzugehen – Helvetia ist für sie da, wenn es darauf ankommt. Helvetia ist als beste Partnerin überall dort präsent, wo Absicherungsbedürfnisse entstehen, mit Versicherungs-, Vorsorge- und Anlagelösungen aus einer Hand sowie einfachen Produkten und Prozessen. Mit ImmoWorld bietet Helvetia ihren Kundinnen und Kunden eine umfassende Immobilienplattform kombiniert mit persönlicher Beratung in allen finanziellen Belangen rund um Suche, Kauf, Besitz und Verkauf eines Eigenheims. Dabei behalten die Expertinnen und Experten stets auch Versicherung und Vorsorge im Blick.

  • Zweitwohnungen machen höchsten Preissprung

    Zweitwohnungen machen höchsten Preissprung

    Die Preise von Einfamilienhäusern legten 2021 im Vergleich zum Vorjahr im Mittel um 9 Prozent auf 1,42 Millionen Franken zu. Die Preise von Eigentumswohnungen stiegen im Durchschnitt um 8,3 Prozent auf 0,91 Millionen Franken. Das zeigen die Zahlen der jährlich vom Immobilienmarktplatz Homegate und dem Swiss Real Estate Institute der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) vorgelegten Home Market Price Analysis. Wie es in einer Medienmitteilung heisst, sei dies die höchste Preisdynamik bei Wohneigentum seit zehn Jahren.

    Für Zweitwohnungen stiegen die Preise im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent. „Bei Erstwohnungen sind die Preissteigerungen schon erstaunlich“, so Peter Ilg, Leiter des Swiss Real Estate Institute. „Aber bei Zweitwohnungen ist aufgrund der strikten Angebotsbegrenzung durch die Zweitwohnungsinitiative ein Markt geschaffen worden, der sich hervorragend für Immobilienspekulation eignet.“

    Eigentumswohnungen sind nach wie vor in der Region Zürich am teuersten, Einfamilienhäuser in der Region Genfersee. Der starke Preisanstieg scheine zumindest bei den Einfamilienhäusern zu weniger Verkaufstransaktionen zu führen. Sie sanken um 10 Prozent.

    Auf Gemeindeebene gibt es zwischen den Regionen grosse Unterschiede: Mit dem gleichen Budget von 3,1 Millionen Franken, für das es in Erlenbach ZH ein Haus gab, konnte man in Brugg AG gut sechs Einfamilienhäuser kaufen. Die tiefsten Durchschnittspreise für Eigentumswohnungen wurden in der Gemeinde Sainte-Croix VD mit 0,28 Millionen Franken bezahlt, die höchsten in Zumikon ZH mit 2,37 Millionen Franken.

  • Das kostet die Schweiz

    Das kostet die Schweiz

    Ein bedeutender Teil der Ausgaben von SchweizerInnen setzt sich aus den Bereichen Wohnen, Mobilität, Versicherungen, Freizeit und Sport  zusammen. Die SMG Swiss Marketplace Group zeigt in ihrer jährlichen Datenauswertung «Das kostet die Schweiz» umfassende Erkenntnisse über die tatsächlichen Lebenskosten in der Schweiz.

    Dafür wurde auf den Online-Plattformen ImmoScout24, Homegate, FinanceScout24, AutoScout24, Car For You, MotoScout24, anibis.ch, tutti.ch und Ricardo die Zahlen aus dem Jahr 2021 erhoben. «Als digitaler Pionier wollen wir mit wegweisenden Produkten das Leben der Menschen in der Schweiz vereinfachen», sagt Gilles Despas, CEO von SMG Swiss Marketplace Group. «Mit unseren Plattformen geben wir ihnen die Möglichkeit, einfach und schnell Produkte anzubieten, zu kaufen sowie Preise zu vergleichen. Gerade in einem teuren Land wie der Schweiz ist Preistransparenz wichtig, um die Lebenshaltungskosten im Auge zu behalten.» 

    Immobilienmarkt: Eigentumswohnung in Zug dreimal so teuer wie im Jura
    Betrachtet man die Immobilienpreise in der Schweiz, zeigen sich grosse kantonale Unterschiede. Während eine 4.5-Zimmer-Wohnung im Jahr 2021 im Kanton Jura im Schnitt 516’000 Franken kostete, war es in den Kantonen Genf oder Zug mit über 1’700’000 Franken mehr als das Dreifache. Nimmt man den meistgesuchten Wohnungstyp, die 3.5-Zimmer-Mietwohnung, als Referenzobjekt, so zeigen sich im Jahr 2021 Unterschiede bei den Mietkosten zwischen den Kantonen von über 110 Prozent. Während Mieter:innen im Kanton Jura im Schnitt gerade einmal 1’135 Franken zahlten, liegt dieser Wert im Kanton Zug mit 2’428 Franken mehr als doppelt so hoch. Insgesamt sind die Mietpreise für 3.5-Zimmer-Wohnungen gegenüber 2020 in einem Grossteil der Kantone im vergangenen Jahr gleich geblieben oder sogar zurückgegangen.

    Die detaillierten Ergebnisse der Studie zu den einzelnen Bereichen sind auf «Das kostet die Schweiz» zu finden. 

  • Innovationspark Zürich hat Milliardenpotenzial

    Innovationspark Zürich hat Milliardenpotenzial

    Die Stiftung Switzerland Innovation Park Zürich hatte das Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Economics beauftragt, eine wissenschaftlichen Studie zur volkswirtschaftlichen Bedeutung des Innovationsparks Zürich (IPZ) anzufertigen. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich direkte und indirekte Wertschöpfung des IPS bei Vollausbau auf rund 2,7 Milliarden Franken im Jahr summieren könnten. Der Kanton Zürich würde mit einem Anteil von 90 Prozent an der Gesamtwertschöpfung besonders stark profitieren.

    Die umfangreiche Studie ist in sieben Abschnitte gegliedert, die von der Motivation für die Analyse über die Bedeutung von Innovation für Wirtschaft und Gesellschaft, der Stellung des Kantons Zürich im Innovationswettbewerb bis zur detaillierten Auswertung der Rolle, die der Innovationspark Zürich bei der Förderung von Wachstum und Wohlstand spielen könnte, reichen. Dem Kanton Zürich wird in der Studie eine Unterrepräsentierung in Industrie und hier insbesondere in den Hightech-Branchen bescheinigt. Den Studienautoren zufolge könnte der IPZ entscheidend zur Aufwertung des Kantons als Innovationsstandort beitragen.

    Nach Ansicht der Autoren könnte der IPZ die neben dem entsprechenden Wagniskapital für Transformationsinnovationen notwendige „Wagnisfläche“ bilden. Der Park solle sich als „Verbindungsstück zwischen Hochschulen, Forschungsinstituten, Start-Up-Szene sowie forschender Industrie“ positionieren, heisst es in der Studie. Dort geschaffene Strukturen könnten die Ansiedlung von „globalen Playern“ in innovativen Bereichen wie „Mobilität, Raumfahrt, Aviatik, Robotics, Greentech oder New Materials“ ermöglichen.

    Die Zürcher Handelskammer (ZHK) sieht in dem Ergebnis der Studie eine Bestätigung ihrer langjährigen Unterstützung des Innovationsparks. Sie zeige auf, wie wichtig dieser für den Wirtschafts- und Forschungsstandort ist, schreibt sie in einer Stellungnahme zur Studie. Die ZHK hoffe, dass der aufgezeigte Mehrwert des Innovationsparks zu einer Beschleunigung der laufenden Verfahren führe.

  • Energieversorger setzen auf Zusammenarbeit

    Energieversorger setzen auf Zusammenarbeit

    Zunehmende Digitalisierung und branchenübergreifende Zusammenarbeit eröffnen den Energieversorgungsunternehmen (EVU) in der Schweiz neue Geschäftsfelder. Laut den Ergebnisse der Stadtwerkestudie 2020 des Beratungsunternehmens EY und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft sehen 80 Prozent der Energieversorger grosses Synergiepotenzial bei der Telekommunikation, 71 Prozent in der Wohnungswirtschaft und 69 Prozent in der Wärmeindustrie. Die Umfrage wurde laut einer Medienmitteilung in der Schweiz und in Deutschland durchgeführt, schweizweit unter 49 EVU.

    Damit, so heisst es in einer Medienmitteilung von EY, habe sich das Potenzial für Kooperationen aus Sicht der EVU noch einmal erhöht: 2019 sahen nur 50 Prozent grosses Synergiepotenzial in der Telekommunikation und 67 Prozent in der Wohnungswirtschaft. Die Wärmeindustrie wurde damals nicht abgefragt.

    Auf der Suche nach aussichtsreichen Geschäftsmodellen würden die EVU künftig noch stärker über den eigenen Tellerrand schauen, so Benjamin Teufel, Leiter des Energiesektors in der Schweiz. „Insbesondere die Wohnungswirtschaft bietet sich als Kooperationspartner an: Dezentrale und klimafreundliche Energielösungen werden immer wichtiger.“ Wie EY in einem weiteren Artikel ausführt, seien auf digitalen Daten basierende Plattformgeschäfte für die Wohnungswirtschaft denkbar. „Stadtwerke sind prädestiniert, die Betreiber dieser Plattformen zu sein“, heisst es dort.

    Insgesamt 71 Prozent der EVU erwarten, dass sie bei der dezentralen Stromerzeugung als Plattformbetreiber auftreten können, 67 Prozent in der Elektromobilität und 71 Prozent im Bereich Smart Metering, also der Nutzung intelligenter Stromzähler. Entsprechend zeigt die Stadtwerkestudie 2020 auch, dass 84 Prozent der Energieversorger das Smart Metering für die wichtigste Technologie der digitalen Transformation halten. „Die Smart Meter werden als Datendrehscheibe zu zahlreichen neuen Anwendungen, Produkten und Geschäftsmodellen führen“, wird Teufel hierzu zitiert.

    Im Artikel „Wie Stadtwerke in Zukunft von Smart Metering profitieren können“ erklärt EY: „Je mehr Unternehmen die Smart Meter-Daten für ihr Business nutzen und je mehr diese Services untereinander vernetzt werden können, desto stärker wächst das Plattformgeschäft. Typischerweise partizipiert der Plattform-Betreiber, hier das Stadtwerk, an den Transaktionserlösen.“

  • Schweizer Baubranche muss umdenken

    Schweizer Baubranche muss umdenken

    Die fast fertige Studie über Lage und Zukunft der Schweizer Bauindustrie von PwC Schweiz ist im März angesichts der Covid-19 Pandemie und deren wirtschaftlichen Auswirkungen überarbeitet und fortgeschrieben worden. Dabei zeigte sich ein deutlicher Wandel in den Zukunftserwartungen. Aus den zusätzlichen Rückmeldungen wurden die Einschätzungen „seit Covid-19“ abgeleitet und diese der ursprünglichen Einschätzung „vor Covid-19“ gegenübergestellt, heisst es in einer Medienmitteilung von PwC Schweiz zur Studie. Neu sind nur noch 58 Prozent der 130 an der Studie teilnehmenden Firmen positiv gestimmt (92 Prozent vor Covid).

    PwC Schweiz überschreibt seine Studie mit „Wandel vollziehen, Bewährtes mitnehmen“. Darin heisst es unter anderem: „Nur wer differenziert, gewinnt. Gefragt sind Kreativität und Pioniergeist. So steht der Bauindustrie ein Paradigmenwechsel hin zu mehr Differenzierung über vernetztes Zusammenarbeiten bevor. Dazu bietet gerade die Digitalisierung interessante Möglichkeiten. Sie reduziert Schnittstellen, erhöht die Qualität der Plan- und Führungsprozesse und begünstigt die Reduktion von Fehlerkosten und Leerläufen auf dem Bau.“ Covid-19 dürfte den „Abbruch von Silostrukturen in der Baubranche und den anstehenden Umbau rigider Denkmuster antreiben.“

    „Auch schon vor der Krise zeichnete sich ab, dass ein Paradigmenwechsel erforderlich ist, um im Bau Bestand zu haben – und dies obwohl die Schweizer Baubranche in zahlreichen Lebensbereichen auch in Zukunft eine tragende Rolle spielt», so Roland Schegg, Director und Leiter Consulting von Familienunternehmen & KMU bei PwC Schweiz.

    Zwar sähen 87 Prozent der Unternehmen in der Digitalisierung eine Chance, nur 62 Prozent aber gäben ihr einen hohen Stellenwert. Der Einsatz digitaler Technologien habe schon vor Jahren begonnen, heisst es bei PwC. Aber er beschränke sich meist auf Administration, Marketing, Kommunikation oder das Zeichnen der Pläne. Notwendig sei, Baudurchführung und Betrieb und ebenfalls zu digitalisieren. Insbesondere könnten die heute vielfach getrennten Plan- und Ausführungsprozesse intelligent verbunden werden.

    Die Baubranche der Schweiz trägt rund 15 Prozent zum Bruttoinlandprodukt bei. Etwa 330’000 Vollzeitstellen sind im Hoch- und Tiefbau angesiedelt. Das entspricht einem Drittel aller Beschäftigten im industriellen Sektor.

  • Bündner Luxusresidenzen sollen seltener leer stehen

    Bündner Luxusresidenzen sollen seltener leer stehen

    Die Fachhochschule (FH) Graubünden hat untersucht, wie die Wertschöpfung bei oftmals leerstehenden Luxusresidenzen verbessert werden kann. In diesem Zusammenhang ging das Institut für Tourismus und Freizeit (ITF) der Frage nach, wie deren Besitzerinnen und Besitzer zu überzeugten Vermietenden werden können. Sie seien in Graubünden bisher „eher stiefmütterlich behandelt“ worden, schreibt die FH in einer Mitteilung. Weil der Trend jedoch von Hotellogiernächten zur eigenen Ferienwohnung gehe, dürfe diese Klientel nicht vernachlässigt werden.

    Für eine Bedürfnisanalyse sei jedoch die bestehende Datenlage zu dünn. Deshalb untersuchten die Forschenden in ihrer Studie die Vermietungsbereitschaft bei ähnlichen Prestigeobjekten. Im globalen Yacht-Chartermarkt machten sie neben hohen administrativen Hürden auch psychologische Motive als Hemmnis für eine Vermietung aus. Dazu zählen Eingriffe in die Privatsphäre und eine limitierte Flexibilität bei der Eigennutzung.

    Die wichtigste Erkenntnis aus dieser Bedürfnisanalyse laute jedoch, „dass es sich sowohl bei der Vermietung von Superyachten als auch Luxusresidenzen um Vertrauenssache handelt“. Damit das Potenzial der oftmals leerstehenden Luxusimmobilien in den alpinen Hochpreisdestinationen genutzt werden könne, müssten „alle anfallenden Aufgaben von einer Koordinatoren-Rolle verwaltet werden“. Ihre Aufgabe sei es, ein möglichst reibungsloses Ineinandergreifen aller Service-Beteiligten zu garantieren. „Der Rest kommt dann wie von selbst, denn zufriedene Vermietende generieren zufriedene Mietende“, heisst es in der Mitteilung.