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  • Suurstoffi: Arealentwicklung mit Modellcharakter

    Suurstoffi: Arealentwicklung mit Modellcharakter

    «Die Suurstoffi bietet alles, was wir für unsere Arbeit benötigen. Hier bringt man uns nicht mehr so schnell weg», sagt Sanofi-Aventis-CEO Andrea Meyer. Ein schönes Kompliment für die Zug Estates, die in den letzten zehn Jahren in Rotkreuz ein Quartier entwickelt hat, das mit seiner Architektur, Begrünung und Energieeffizienz überzeugt. Das einst unattraktive Areal wurde neu belebt. «Die Gemeinde Rotkreuz hat eine ausgezeichnete Makrolage und ist mit dem öffentlichen Verkehr gut erschlossen», sagt Martin Jöri, Leiter strategisches Arealmanagement bei Zug Estates. «Das Areal liegt direkt neben dem Bahnhof, ist aber auch mit dem motorisierten Individualverkehr gut erreichbar. Das Quartier ist eine Art Dorf im Dorf, und der Campusgedanke ist omnipräsent.»

    Ein gesunder Mix
    Alles in allem schätzt Jöri den Mix aus Wohnen, Gewerbe, Forschung, Schule und Gastronomie. Auch die typische Quartierinfrastruktur mit einem Coiffeur oder Arzt gefällt ihm. Gemäss neustem Baustand ist das Areal praktisch fertiggestellt: «Ein Baufeld mit zwei Bürogebäuden (Suurstoffi S. 18/19) ist noch nicht entwickelt – die Baubewilligung ist jedoch vorhanden. Der Bau wird nachfragegerecht ausgelöst, wenn vorgängig ein ausreichender Vermietungsstand erreicht werden konnte.» Rückblickend erachtet Jöri das hohe Bautempo mit dem Ziel einer termingerechten Inbetriebnahme als grösste Hürde, die es zu nehmen galt.

    «Zero-Zero»-Ziel
    Die Suurstoffi geht mit einem vorbildlichen Energiekonzept neue Wege. Auf dem Areal bilden die solare Nutzung, mehrere dynamische Erdspeicher und ein Anergienetz die Basis zur Erreichung des Ziels «Zero-Zero». Das heisst: Das rund 165’000 Quadratmeter grosse Suurstoffi-Areal setzt auf CO2-Neutralität. Die Energie fürs Heizen und Kühlen wird durch Erdspeicher und Gebäudeabwärme generiert, Strom liefern verschiedene Solarstrom-Anlagen. Ziel ist die komplette Selbstversorgung mit Primärenergie für Heizung und Wasseraufbereitung. Es war just dieses ehrgeizige Energiekonzept, das Jöri am Bau besonders reizte: «Es handelt sich um eine zukunftsgerichtete Vision eines CO2-freien Quartiers mit möglichst viel Energie, die aus eigener Produktion bereitgestellt wird. Aber auch die Architektur ist toll. Hier findet sich kein Einheitsbrei. Jedes Baufeld weist eine abwechslungsreiche Gestaltung auf. Zudem legten wir viel Wert auf einen grünen und qualitativ hochstehenden Aussenraum.»

  • «Das Energiesystem der Suurstoffi funktioniert»

    «Das Energiesystem der Suurstoffi funktioniert»

    Was ist das Einzigartige am Suurstoffi-Energiekonzept?
    Martin Jöri: Wir schaffen es, für ein über 100’000 Quadratmeter grosses
    Areal die gesamte Wärme- und Kältebereitstellung für Wohnen und Gewerbe CO2-neutral und mit einem eigenständigen Arealsystem bereitzustellen. Im Gegensatz zu anderen Arealen sind wir nicht von einem externen Fernwärmenetz abhängig.

    Warum sind Energiekonzepte wie dasjenige der Suurstoffi heutzutage noch nicht Standard?
    Der klassische Immobilieninvestor ist nach wie vor konservativ unterwegs. Er setzt auf etablierte Lösungen. Nachhaltigkeit spielt, wenn es um die konkrete Umsetzung energetischer Systeme geht, nur eine kleine Rolle. Dies ist verständlich, da gewisse Risiken nicht wegzudiskutieren sind.

    An welche Risiken denken Sie dabei?
    Dass das CO2-freie Energiesystem der Suurstoffi funktioniert, war keineswegs von Beginn weg klar. Es gab kaum Erfahrungswerte, nur Planzahlen. Das Zusammenspiel der einzelnen Systeme mit unzähligen Variablen ist sehr komplex. Heute können wir sagen: Das System funktioniert. Das Risiko und der finanzielle Aufwand haben sich gelohnt, da das System mit jedem Ausbauschritt durch Skaleneffekte noch effizienter wird. Gewisse Nachjustierungen sind jedoch nach wie vor nötig.

    Könnte das System Suurstoffi 1:1 auf andere Areale übertragen werden?
    Wenn sich keine Hindernisse aus der Geologie ergeben, ist dies durchaus denkbar.

    Das Energiesystem der Suurstoffi funktioniert. Ist das Projekt damit abgeschlossen?
    Nein, zwei Themen werden uns weiterhin beschäftigen: Zum einen muss der operative Betrieb sichergestellt werden. Dies bedeutet, dass wir den Kälte- und den Wärmebedarf für das ganze Jahr gewährleisten müssen. Dazu brauchen wir eine übergeordnete Arealsteuerung für die Planung von Wärme- und Kälteleistungen über Wochen und Monate. Zum anderen gilt es, das System kurzfristig zu optimieren. So müssen beispielsweise alle Wärmepumpen aufeinander abgestimmt werden, um Leistungsspitzen im Stromverbrauch zu reduzieren. Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir die geplante E-Mobilität ins Gesamtsystem integrieren. Unser Ziel ist es, die Elektrolasten möglichst dynamisch zu verteilen und die E-Autos als Elektrobatterie zu nutzen.

    Stehen ausser der Optimierung des Energiesystems der Suurstoffi noch weitere Projekte auf Ihrer Agenda?
    Ja, wir sind an der Umsetzung des Zusammenschlusses zum Eigenverbrauch für die Suurstoffi. Dies ermöglicht uns, den auf dem Areal produzierten Strom direkt unseren Mietern zu verkaufen. Des Weiteren soll die Elektromobilität auf beiden Arealen umgesetzt werden. Im April 2020 haben wir die Metalli an den Seewasserverbund Circulago angeschlossen und damit das Ende des Erdöl- und Erdgaszeitalters für Zug Estates eingeleitet. Weitere Themen sind ein digitales Abrechnungssystem auf Basis von Zählerdaten sowie CO2-Senkungen in der Alltagsmobilität.

    Führt Digitalisierung im Bereich der Gebäudeautomation zu mehr Nachhaltigkeit?
    Dank der Digitalisierung und «Internet of Things» können wir unseren Mietern in Zukunft vereinfachte, individualisierte und verbrauchsabhängige Abrechnungen anbieten. Dies erhöht die Transparenz und wird einen gewissen Anreiz schaffen, den eigenen Energieverbrauch zu reduzieren.

    Zur Person
    Martin Jöri ist seit 15 Jahren im Energiesektor tätig und war unter anderem für den europaweiten Auf- und Ausbau der erneuerbaren Energien bei Alpiq und CKW verantwortlich. Bei BKW konnte er die Machbarkeit vom Plusenergiequartier Ittigen im Auftrag von Losinger Marazzi nachweisen. In seiner jetzigen Position als Leiter Strategisches Arealmanagement bei Zug Estates setzt er sich für die Umsetzung der Vision Zero-Zero für die Areale Suurstoffi und Metalli ein.