Schlagwort: Swiss Life

  • Wachstum bei Prämien und Gebühren im Berichtshalbjahr

    Wachstum bei Prämien und Gebühren im Berichtshalbjahr

    Die Swiss Life-Gruppe weist im ersten Halbjahr einen Betriebsgewinn von 903 Millionen Franken aus. Im Jahresvergleich entspricht dies einem Wachstum um 3 Prozent in lokaler Währung, informiert die international aktive Versicherungsgruppe aus Zürich in einer Mitteilung. Der Reingewinn fiel mit 602 Millionen Franken hingegen um 30 Millionen Franken geringer als im Vorjahreshalbjahr aus. Als Begründung führt Swiss Life im Jahresvergleich um 36 Millionen Franken höhere Steueraufwendungen an.

    „Wir konnten sowohl unser Versicherungs- als auch unser Fee-Geschäft weiter ausbauen und erzielten einen höheren Betriebsgewinn“, wird Gruppen-CEO Matthias Aellig in der Mitteilung zitiert. Konkret hat Swiss Life die eigenen Prämieneinnahmen um 5 Prozent in lokaler Währung auf 12,1 Milliarden Franken ausgebaut. Die Gebührenerträge zogen gleichzeitig um 2 Prozent in lokaler Währung auf 1,27 Milliarden Franken an. „Zudem steigerten wir die Nettoneugeldzuflüsse im Anlagegeschäft für Drittkunden deutlich und unsere Solvenz ist unverändert stark“, erklärt Aellig. „Mit diesen Ergebnissen sind wir erfolgreich in unser Unternehmensprogramm Swiss Life 2027 gestartet und auf Kurs.“

    Im Programm Swiss Life 2027 hat sich die Gruppe zum Ziel gesetzt, ihr Ergebnis im Gebührengeschäft bis 2027 auf über 1 Milliarde Franken im Jahr zu steigern. Im Berichtshalbjahr wurde ein Ergebnis von 392 Millionen Franken erzielt. Für die Eigenkapitalrendite sieht Swiss Life 2027 ein Zielband von 17 bis 19 Prozent vor. Im Berichtshalbjahr lag die Eigenkapitalrendite bei 17,6 Prozent.

  • Swiss Life investiert in Entwicklung des Flughafens JFK

    Swiss Life investiert in Entwicklung des Flughafens JFK

    Der Zürcher Lebensversicherer Swiss Life investiert über seine Sparte Swiss Life Asset Managers in ein Entwicklungsprojekt am Flughafen JFK in New York. Einer Medienmitteilung zufolge hat sich Swiss Life Asset Managers zu einer Minderheitsbeteiligung am Neubau des Terminal One verpflichtet. Gemeinsam mit JLC Infrastructure und anderen Konsortialpartnern wird eine Summe von 9,5 Milliarden Dollar bereitgestellt.

    Entstehen soll ein rund 223’000 Quadratmeter grosses „hochmodernes“ Terminal. Es stelle eine „Infrastrukturanlage mit attraktivem langfristigem Wachstumspotenzial dar und passt sehr gut in die Anlagestrategie unseres Fonds“, so Sinisha Ponzio, Head of Value Add Infrastructure bei Swiss Life Asset Managers, in der Mitteilung.

    Für Swiss Life Asset Managers stellt die neue Investition die dritte Anlage im Luftfahrtsektor dar. Der Versicherer sieht dies als einen „Vertrauensbeweis für die Zukunft der modernen Luftfahrt“. Swiss Life Asset Managers erwartet keine Abschwächung in der Luftfahrtbranche. Hervorgehoben werden in diesem Zusammenhang die bessere Kapazitätsauslastung der Fluggesellschaften, neue Flugzeugbestellungen, der technologische Fortschritt und die Errichtung moderner Flughafenanlagen.

  • Swiss Life Asset Managers baut Immobilienfonds aus

    Swiss Life Asset Managers baut Immobilienfonds aus

    Swiss Life Asset Managers hat für den Immobilienfonds Swiss Life REF (CH) European Properties zwei Büroliegenschaften in Berlin und Antwerpen, eine Industrieliegenschaft im Raum Stuttgart und eine Wohnimmobilie in Oldenburg erworben, informiert der zur Swiss Life-Gruppe gehörende Vermögensverwalter in einer Mitteilung. Gleichzeitig sei eine Büroliegenschaft in Oxford gewinnbringend verkauft worden.

    Damit hat das im Fonds gehaltene Vermögen aktuell den Stand von knapp 715 Millionen Euro erreicht. Im anhaltenden Tiefzinsumfeld liessen sich mit Investitionen in europäische Immobilien weiterhin attraktive Renditen erziele, schreibt Swiss Life Asset Managers. Der Vermögensverwalter plant, im Herbst dieses Jahres eine weitere Kapitalerhöhung für den Fonds durchzuführen.

    In der Mitteilung kommuniziert Swiss Life Asset Managers auch das eigene Engagement für Nachhaltigkeit. „Umwelt-, Sozial- und Governance Faktoren (ESG) werden bei Swiss Life Asset Managers systematisch in die Anlage- und Risikomanagementprozesse einbezogen“, schreibt das Unternehmen. Im letzten Jahr hat der Swiss Life REF (CH) European Properties 72 Prozent beim Global Real Estate Sustainability Benchmark erzielt und damit drei Sterne sowie den Green Status erhalten, informiert Swiss Life Asset Managers. Bereits 2018 hat das Unternehmen die Prinzipien für nachhaltiges Investieren der Vereinten Nationen unterzeichnet.

  • Wohnlagen im Grünen werden attraktiver

    Wohnlagen im Grünen werden attraktiver

    Schweizerinnen und Schweizer ziehen eher selten um. Und wenn, dann liegt bei der Hälfte aller Umzüge der neue Wohnort nur fünf Kilometer vom alten entfernt. Die durchschnittliche Entfernung liegt bei 13 Kilometern. Das zeigt eine repräsentative Befragung zur Haus- und Wohnsituation in der Schweiz von Swiss Life.

    Wie der Lebensversicherungskonzern in einer Medienmitteilung ausführt, leben knapp 60 Prozent der Wohneigentümerinnen- und -eigentümer und 25 Prozent der Mietenden bereits seit zehn Jahren oder länger in ihrem derzeitigen Zuhause. Gleichzeitig hat jedoch für rund 30 Prozent der Befragten der Wunsch nach Wohnen im Grünen oder wenigstens mit Terrasse während der Pandemie zugenommen.

    Rund zwei Drittel der Wohneigentümerinnen und -eigentümer verspüren seit dem Erwerb eines Eigenheims mehr Lebensqualität und Selbstbestimmung. 37 Prozent gaben an, mit ihrer aktuellen Wohnsituation vollkommen zufrieden zu sein, vor allem jene mit Wohneigentum. 15 Prozent sind mässig bis gar nicht zufrieden. Ihnen fehlt mehrheitlich Platz oder ein Garten, oder sie stören sich an Lärm- und Umweltbelastung.

    Über 60 Prozent jener, die sich den Erwerb von Wohneigentum in den nächsten fünf Jahre vorstellen können, erwarten, dass sich ihre Lebensqualität damit verbessern würde. Doch nur 21 Prozent von ihnen suchen aktiv nach einem eigenen Zuhause.

    Anforderungen an den idealen Wohnort bezüglich Kosten, Ausstattung und Sicherheit variieren je nach Sprachregion. Zudem ist auf dem Land ein Garten zentral, in der Stadt die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Wird diese als gut wahrgenommen, sinkt die Bereitschaft von Pendlern umzuziehen.

  • PriceHubble sichert sich 34 Millionen Dollar

    PriceHubble sichert sich 34 Millionen Dollar

    Die Zürcher PriceHubble AG hat eine Serie B-Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen. Von neuen und bestehenden Investoren konnte das Proptech 34 Millionen Dollar einnehmen, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. Es fokussiert auf Immobilienbewertungen und Objekteinsichten auf der Basis von Big Data Analytics und Künstlicher Intelligenz. Angeführt wurde diese Runde von Digital+ Partners. „Bedeutsame Investitionen“ erhielt das international wachsende Unternehmen eigenen Angaben zufolge von Latitude Ventures, TX Ventures und Business Angels. Auf grosse Nachfrage sei es auch bei den bestehenden Investoren gestossen, darunter Swiss Life und btov/Helvetia Venture Fund.

    Dies sei eine der grössten B-Runden in der europäischen Proptech-Szene, so Dr. Stefan Heitmann, Mitgründer und Verwaltungsratspräsident von PriceHubble. CEO Julien Schillewaert hält sie für einen „wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Verwirklichung unserer Vision, der unangefochtene Marktführer für datengetriebene digitale Lösungen für die Immobilien- und Finanzbranche in Europa und Asien zu werden“.

    Dafür sei PriceHubble „mit der Kombination aus einem exzellenten Team, einer ausgereiften technologiegetriebenen Organisation und einer Best-in-Class-UX ist PriceHubbel bestens gerüstet, um das Wachstum weiter anzutreiben, zusätzliche Top-Talente anzuziehen und die Go-to-Market-Organisation international zu skalieren“, so Patrick Beitel, Mitgründer und Geschäftsführer bei Digital+ Partners.

    Das 2016 in Zürich gegründete Unternehmen ist mittlerweile in neun Märkten aktiv: Schweiz, Frankreich, Deutschland, Österreich, Japan, Niederlande, Belgien, Tschechische Republik und Slowakei. Der B2B-Kundenstamm habe sich in den vergangenen zwölf Monaten verdreifacht. Mittlerweile bestehe er aus 800 Unternehmen.

  • Immobilienfonds von Swiss Life Asset Managers erhöht Kapital

    Immobilienfonds von Swiss Life Asset Managers erhöht Kapital

    Swiss Life Asset Managers hat eine Kapitalerhöhung des Immobilienfonds Swiss Life REF (LUX) German Core Real Estate SCS, SICAV-SIF erfolgreich abgeschlossen, informiert der zur Swiss Life-Gruppe gehörende Vermögensverwalter in einer Mitteilung. Insgesamt seien 108,7 Millionen Euro aufgenommen worden, heisst es dort weiter. Die Mittel sollen zum Erwerb von auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Liegenschaften in Deutschland eingesetzt werden.

    Unter anderem werde Swiss Life Asset Managers bereits vertraglich gesicherte Wohnimmobilien erwerben, die sich durch Energieeffizienz und Ertragspotenzial auszeichneten, erläutert das Unternehmen in der Mitteilung weiter. Allgemein sollen im Fonds weiterhin mindestens 50 Prozent Wohnimmobilien gehalten werden. Ein Teil der neu eingespielten Mittel wird jedoch für den Erwerb kommerziell genutzter Liegenschaften in guten bis sehr guten Lagen deutscher Städte genutzt werden.

    Swiss Life Asset Managers habe bereits 2018 die Prinzipien der UNO für verantwortliches Investieren unterschrieben, wird in der Mitteilung weiter erläutert. Ihr zufolge wendet das Unternehmen entsprechende Kriterien für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung sowohl beim Kauf als auch bei der Bewirtschaftung von Immobilien an.

  • «Wir halten nichts von einer politischen Lösung»

    «Wir halten nichts von einer politischen Lösung»

    Wie hat sich der Immobilienmarkt seit Beginn der Coronakrise verändert?
    Marcel Hug: In der Bewirtschaftung hat die Arbeit massiv zugenommen. In der Vermarktung sehen wir das Gegenteil: Dieser Bereich ist praktisch zum Erliegen gekommen.

    Welche Bereiche des Immobilienmarkts sind besonders betroffen?
    Vor allem auch die Bewirtschaftung – gerade zum Zügeltermin per Ende März fuhr das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) einen Schlingerkurs. Wir vom SVIT mussten relativ kurzfristig eine Kampagne bewerkstelligen, um zu überzeugen, dass man auch unter Coronabedingungen zügeln kann. Eines unserer grossen Mitglieder, die Livit, hatte Ende März über 1000 Wohnungswechsel. Nur zwei Umzüge konnten nicht stattfinden. Hier wurde seitens Mieterverbände aus einer Mücke ein Elefant gemacht. Auf die nächsten Zügeltermine hin wird sich diese Thematik sicher normalisieren. Aktuell stehen die Diskussionen rund um die Mietzinsreduktion bei den Geschäftsmieten im Vordergrund. Hier sehen wir eine der grössten Herausforderungen.

    Was sind aktuell die grössten Probleme der SVIT-Mitglieder?
    Unsere Mitglieder sind hauptsächlich Bewirtschaftungsunternehmen. Bei der Diskussion um mögliche Mietzinsreduktionen sind sie in der Rolle des Vermittlers zwischen Eigentümern und Geschäftsmietern. Aus diesem Grund haben wir auf unserer Webseite entsprechende Hilfsmittel bereitgestellt. Mitglieder können beispielsweise nachschauen, welche Geschäftsmieter überhaupt betroffen sind, wie man bei den Verhandlungen am besten vorgehen soll usw. Auch bei Stockwerkeigentum- Verwaltungen herrscht zurzeit grosse Unsicherheit: Wann können/dürfen Eigentümerversammlungen wieder stattfinden? Auch bei Mietern sehen sich unsere Mitglieder mit sehr vielen Fragen konfrontiert. Darunter zum Beispiel, ob die Benutzung der Gemeinschaftswaschmaschine in Coronazeiten sicher ist. Wir haben eine lange Liste von FAQs auf unserer Homepage aufgeschaltet. In solchen Zeiten ist das Bedürfnis nach Sicherheit und Antworten auf die drängenden Fragen enorm hoch.

    Wie lautet Ihre konkrete Empfehlung bei der Diskussion um Mietzinsreduktionen bei den Geschäftsmieten?
    Wir plädieren dafür, der Verhandlungslösung zuerst wirklich eine Chance zu geben. Der Bundesrat hat diese Lösung empfohlen – doch bevor sie überhaupt umgesetzt werden kann, wird diese bereits als untauglich kritisiert. Niemand kann aktuell statistische Zahlen präsentieren. Nach unserem Kenntnisstand laufen die Verhandlungen.

    «Es könnte zu Gerichtsfällen kommen»

    Hätten Sie sich eine klare Regelung seitens des Bundes gewünscht?
    Wir halten aktuell nichts von einer politischen Lösung via Notrecht, das ja immer einen Eingriff in das bestehende Privatrecht darstellt. Wir stehen allerdings den kantonalen Lösungen offen gegenüber. Die gängigste geht in der Tendenz zur Drittel-Lösung: 1/3 der Miete übernimmt der Mieter, 1/3 der Vermieter und 1/3 der Staat. Wenn die Verhandlungslösungen auf Bundesebene tatsächlich scheitern sollten, könnte man immer noch auf eine solche Lösung zurückgreifen. Auch die im Raum stehende 70:30-Lösung (70 Prozent Erlasse der Miete) lehnen wir ab. Vordergründig einfache Regelungen sind aus unserer Sicht schlicht nicht möglich. Es stellen sich bei jeder politischen Lösung sofort zahlreiche Detailfragen: Was macht man mit gestaffelten oder indexierten Mieten, was mit den Parkplätzen, was mit einem Fitnesscenter, das im hinteren Bereich noch Büros hat, wie behandelt man ein Restaurant, welches zusätzlich ein Take-Away anbietet? So einfach, wie sich gewisse Politiker die Lösung vorstellen, ist diese am Ende eben auch nicht.

    Was für eine kantonale Lösung würden Sie sich denn wünschen?
    Alle kantonalen Lösungen, welche auf Verhandlungen basieren, finden wir grundsätzlich positiv. Solange nicht beide Parteien (Mieter/Vermieter) zu einer Einigung kommen, springt auch der Staat nicht ein. Wir plädieren für die Verhandlungslösung und erhalten von verschiedenen Seiten Signale, dass man damit erfolgreich ist. Genaue Zahlen gibt es noch nicht. Und bis wir sie haben, halten wir andere Lösungen als die der Verhandlungen für falsch.

    Was, wenn trotz allem keine Einigung gefunden werden kann?
    Dann wird es Gerichtsfälle geben. Die Frage lautet in diesem Fall: Handelt es sich um einen Mangel an der Mietsache oder nicht. Hier scheiden sich die Geister, Juristen sind sich uneinig. Entscheide vor Gericht wären zwar unschön, aber am Ende wohl die Konsequenz daraus. Auch die Lösung der Schiedsgerichte halte ich nicht für die Richtige. Die Rechtslage ist in diesem Fall so unklar, dass sich auch diese Juristen nicht auf Präzedenzfälle staatlicher Gerichte beziehen können. Im Gegensatz zu den Schiedsgerichten haben Gerichte eine staatliche Legitimation mit demokratisch legitimierten, neutralen Richtern und so per Se eine erhöhte Glaubwürdigkeit. Es ist ihre Aufgabe das Recht auszulegen.

    «Wir waren selber erstaunt, um wie viel Geld es geht.»

    Wie ist das Feedback Ihrer Mitglieder bei den Verhandlungslösungen – sind sie erfolgreich?
    Es lässt sich noch keine klare Tendenz erkennen. Ich habe mit grossen Unternehmen wie Livit, Privera, Wincasa usw und mit unseren KMU Kontakt. Die institutionellen Eigentümer brauchen aufgrund der grossen Menge an Mietverträgen eine klare Linie. Die Credit Suisse beispielsweise hat Mietzinse erlassen. Die Swiss Life prüft jeden Einzelfall und hilft vor allem den kleineren Gewerbebetrieben mit einer Mietzinsreduktion. Die Raiffeisen-Gruppe wiederum hat allen betroffenen Geschäftsmietern für drei Monate die Miete erlassen. Generell ist aber keine Einheitlichkeit zu erkennen. Ich höre, dass auch bei den KMUs ein Entgegenkommen stattfindet. Dort kennen sich Mieter und Vermieter in der Regel persönlich und die Verhandlungen finden statt. Die Solidarität ist in der KMU-Welt gross. Dementsprechend höre ich aus diesem Bereich viel Positives.

    Wo liegt das Problem der Vermieter, die solchen Forderungen nicht nachkommen wollen oder können?
    Wir haben auf der Vermieterseite unterschiedliche Situationen. Es gibt Vermieter, die auf den Mieterlös existentiell angewiesen sind. Wenn jemand beispielsweise ein Mehrfamilienhaus als Altersvorsorge hat und dort ein Coiffeursalon eingemietet ist, wird er nicht so einfach auf die Miete verzichten können. Hingegen gibt es private Eigentümer, die sich einen solchen Mietzinserlass leisten können und dementsprechend nicht in eine Notsituation geraten. Auch hier zeigt es sich, dass pauschale Lösungen zu unerwünschten Resultaten führen würden.

    Eine Studie im Auftrag des SVIT zeigt: Mit jedem Tag Stillstand stehen betroffene Gewerbe- und Verkaufsbetriebe fälligen Mietzinsen von 15 Mio. Franken gegenüber. Eine enorm hohe Zahl.
    Mit dieser Studie wollten wir zu Versachlichung der Thematik beitragen. Wir waren selber erstaunt, um wie viel Geld es tatsächlich geht. Unsere Mitglieder sind froh über die Studie. Damit kann gezeigt werden, dass dieses Thema angegangen werden muss und eine volkswirtschaftliche Relevanz hat. Viele unserer Mitglieder stehen zwischen den Ansprüchen des Eigentümers und des Mieters. Diese Situation bringt es mit sich, dass ein grosser Druck auch auf unseren Bewirtschaftern lastet. Auch wenn der Lockdown vorbei ist, wird dieses Thema uns wohl noch länger begleiten. Unsere Mitglieder wünschen sich zufriedenstellende Lösungen für beide Parteien.

    Soll man jetzt sein Eigenheim oder seine Gewerbeliegenschaft verkaufen beziehungsweise kaufen?
    Ich glaube, dass die Coronakrise ein kurzfristiges Ereignis ist. Eine Investition ins Eigenheim oder in eine Gewerbeliegenschaft ist hingegen etwas Langfristiges. Ich halte einen Kauf/Verkauf zu diesem Zeitpunkt für genauso gut oder schlecht wie vor zwei oder drei Monaten. Grundsätzlich sind Immobilien immer eine gute und relativ risikoarme Möglichkeit, um zu investieren – das sieht man, wenn man einen Blick auf die Börse wirft. Natürlich muss man bei einer Gewerbeliegenschaft jeweils prüfen, ob sie marktgängig ist. Derzeit sehen wir aber situationshalber sehr wenige Transaktionen. Wobei ich nicht glaube, dass die Coronakrise einen relevanten Einfluss auf aktuelle Verkaufspreise hat.

    «Den politischen Druck spüren wir auch im bürgerlichen Lager»

    Wird die Coronakrise den Immobilienmarkt langfristig verändern?
    Der Onlinehandel hat mit der Coronakrise nochmals einen Boom erlebt. Die Retailflächen dürften in Zukunft noch mehr unter Druck kommen. Das Thema Homeoffice wird zudem einen Einfluss auf die Büroflächen haben. Jetzt erleben viele Unternehmen, wie gut die Arbeit im Homeoffice funktioniert. Müssen die Mitarbeitende später nur noch ein- oder zweimal wöchentlich im Büro erscheinen, sind Unternehmer nicht mehr auf einen zentralen Standort wie etwa die Innenstadt angewiesen. Die zentralen Büroflächen werden meines Erachtens unter Druck geraten.

    Wie gross wird Ihres Erachtens der Schaden für die Immobilienbranche sein?
    Der Schaden wird vorübergehend sein. Bei den Bewirtschaftern besteht dieser vor allem in mehr Arbeit zum selben Honorar. Es gibt aber auch die Verbindung Bewirtschaftungsvertrag und Mietzinsen. In der Regel erhalten die Bewirtschafter einen bestimmten Prozentsatz der Mietzinsen als Honorar. Nehmen die Leerstände oder Mieterlasse zu, entfallen dem Bewirtschafter einen Teil der Honorare. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass unsere Branche gestärkt aus der Krise hervorgehen wird.

    Man liest oft, dass die Immobilienbranche verhältnismässig gut wegkommen dürfte. Teilen Sie diese Einschätzung?
    Das kommt immer darauf an, mit wem Sie es vergleichen. Die Branche ist
    sicher kein Profiteur, aber auch nicht so stark wie beispielsweise der Tourismus oder die Gastronomie betroffen. Wir stellen fest, dass das in gewissen Medien dargestellte Bild der reichen Immobilieneigentümer, welche als Einzige ungeschoren aus der Krise kommen wollen, uns in der politischen Arbeit nicht hilft. Wir spüren, dass der politische Druck auch im bürgerlichen Lager erheblich ist, da das betroffene Gewerbe stark unter den coronabedingten Folgen leidet. Grundsätzlich ist aber die Investition in Immobilien meines Erachtens ein langfristig sinnvolles Engagement. Das sieht man auch, wenn man sich die letzten 30 Jahre anschaut. Das vielbesagte Platzen der Immobilienblase sehe ich nicht auf uns zukommen. Genauso wenig wie die seit Jahren angekündigte Zinswende. Genau solange die Immobilienpreise steigen, wird das Platzen der Blase prophezeit. Ich halte mich da lieber an Fakten als an Prognosen.

    Wo sehen Sie die Chancen nach Corona?
    Ganz klar in der Digitalisierung, beschleunigt durch die aktuelle Lage. Hier wird es nochmals einen Schub geben. Ich sehe hier grosse Chancen für eine Effizienzsteigerung in der Branche.