Schlagwort: swissolar

  • Schweiz baut Solarstrom weiter massiv aus

    Schweiz baut Solarstrom weiter massiv aus

    Der Zubau von Solarstrom hat 2024 laut einer Mitteilung von Swissolar einen neuen Rekord erreicht. Laut dem Branchenverband wurden Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 1798 Megawatt errichtet, ein Plus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt waren damit Ende 2024 bereits 8170 Megawatt installiert. Damit wurden 5961 Gigawattstunden Strom erzeugt.

    Solarstrom erreichte 2024 einen Anteil von 10,4 Prozent am Strombedarf. Im Vorjahr waren es 8,25 Prozent gewesen. Für 2025 erwartet Swissolar einen Anteil von 14 Prozent. «Solarstrom ist schon heute ein zentraler Bestandteil unserer Energieversorgung und auf bestem Weg neben der Wasserkraft zur zweiten tragenden Säule unserer Stromversorgung zu werden», wird Swissolar-Geschäftsführer Matthias Egli in der Mitteilung zitiert.

    Swissolar verweist auch auf die Bedeutung von Solarstrom für das Winterhalbjahr. So wurden zwischen Anfang Oktober 2024 und Mitte April 2025 rund 2400 Gigawattstunden Solarstrom erzeugt, etwa ein Drittel der Jahresproduktion.

    Die Zahl der neu installierten Batteriespeicher ist 2024 um 4 Prozent gewachsen. In Einfamilienhäusern wurden bereits 47 Prozent aller Solaranlagen mit Batteriespeichern ausgestattet, im Vorjahr waren es erst 42 Prozent. Insgesamt betrug die installierte Speicherkapazität Ende 2024 bereits 896 Megawattstunden, genug für den Verbrauch von 100‘000 Haushalten für einen Tag.

  • Zwei neue Ausbildungsberufe für die Solarbranche starten 2024

    Zwei neue Ausbildungsberufe für die Solarbranche starten 2024

    Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation hat gemäss einer Medienmitteilung des Fachverbands Swissolar den Weg für zwei neue Berufsbilder geebnet. Die zweijährige Lehre Solarmonteur:in EBA und die dreijährige Ausbildung Solarinstallateur:in EFZ bereiten laut dem Fachverband für Sonnenenergie auf eine berufliche Karriere in der Photovoltaiktechnik und Solarbranche vor.

    Die Bildungspläne wurden von Swissolar, dem Bildungszentrum Polybau sowie Vertreterinnen und Vertretern der Branche entwickelt, mit pädagogischer Unterstützung der Eidgenössischen Hochschule für Berufsbildung. Die neuen Berufe seien „ein wichtiger und dringlicher Schritt, um dem Fachkräftebedarf in der rasch wachsenden Schweizer Solarwirtschaft zu begegnen und um die Branche weiter zu professionalisieren“, wird Rita Hidalgo, Leiterin Bildung und Wissensmanagement bei Swissolar, zitiert. Aktuell zähle die Solarwirtschaft 10’000 Vollzeitstellen, die sich bis 2050 verdoppeln können, so der Verband.

    Für Betriebe bietet Swissolar ab Frühjahr 2023 Vorbereitungsseminare an. Berufsinteressentinnen und -interessenten können bei Informationsveranstaltungen ab Herbst 2023 erfahren, welche Herausforderungen und Betätigungsfelder im Bereich der regenerativen Energien auf sie warten. Mit Beginn des Schuljahres 2024/2025 sollen die ersten Auszubildenden starten können. Als Schulungsstandorte sind die Polybau-Bildungszentren in Uzwil SG und Les Paccots FR vorgesehen.

  • Photovoltaik beschleunigt Wachstum

    Photovoltaik beschleunigt Wachstum

    Der Anteil des Solarstroms am gesamten Stromverbrauch in der Schweiz habe knapp 6 Prozent erreicht, erläutert Swissolar in einer Mitteilung. Der Verband der Schweizer Solarenergiebranche stützt sich dabei auf die vom Bundesamt für Energie veröffentlichte Statistik Sonnenenergie. Ihr zufolge ist der Zubau der Photovoltaik 2021 im Jahresvergleich um 43 Prozent auf 683 Megawatt gestiegen. Insgesamt sind damit Anlagen mit einer Leistung von zusammen rund 3,65 Gigawatt installiert. Sie produzierten 2021 insgesamt 2,84 Terawattstunden Solarstrom.

    Um die durch den vorgesehen Ausstieg aus fossilen Energien und Kernkraft entstehende Lücke zu schliessen, müsste die Solarstromproduktion jedoch auf 45 Terawattstunden jährlich gesteigert werden, meint Swissolar. Dieses Ziel sei mit der Nutzung von knapp 40 Prozent der derzeit bestehenden Dachflächen bis 2050 erreichbar. In einem 11-Punkte-Plan legt Swissolar dar, wie sich die Solarproduktion bis 2035 auf 25 Terawattstunden steigern liesse. „Damit wären die Wasserreserven in den Stauseen trotz Atomausstieg auch im Spätwinter und Frühling genügend gross“, heisst es in der Mitteilung.

    Für 2022 geht Swissolar von einem weiteren Wachstum beim Zubau um 25 bis 30 Prozent auf 850 bis 900 Megawatt auf. Ohne Engpässe bei Personal und Material könnte die Steigerung noch höher ausfallen, meint Swissolar. Dafür fordert der Verband verlässliche Rahmenbedingungen ein. „Wer jetzt seine berufliche Laufbahn auf die Solarenergie ausrichtet, möchte sicher sein, dass das politisch bedingte ‚Stop-and-Go‘ des letzten Jahrzehnts der Vergangenheit angehört“, wird Swissolar-Geschäftsleiter David Stickelberger in der Mitteilung zitiert.

  • Swissolar-Präsident Jürg Grossen im Gespräch

    Swissolar-Präsident Jürg Grossen im Gespräch

    Im letzten Jahr hat der Photovoltaik-Zubau einen neuen Rekord erreicht. Hält dieser Boom längerfristig an?
    Jürg Grossen: Er muss sogar noch stark zunehmen, wir müssen zwei bis drei Mal schneller zubauen als bis heute. Das ist keine einfache Aufgabe. Es braucht die richtigen Förderinstrumente und Anreize, dann schaffen wir es.

    An welche Instrumente denken Sie?
    Grossen: An einen Mix aus verschiedenen Massnahmen. Wir müssen die Einmalvergütung für neue Solaranlagen weiterführen und schauen, dass genügend Geld im Topf ist. Heute wird der Zubau durch die finanziellen Mittel begrenzt. Dies können wir verhindern, indem der Netzzuschlagsfonds flexibler wird und sich auch temporär verschulden kann. Und durch eine leichte Erhöhung des Netzzuschlages – der gesetzlichen Abgabe pro verbrauchter Kilowattstunde Strom.

    Zusätzlich benötigen wir Anreize, um den Eigenverbrauch von selbst produziertem Solarstrom weiter zu erhöhen. Heute kann man sich unter gewissen Bedingungen bereits innerhalb seiner Nachbarschaft zusammenschliessen, um Solarstrom gemeinsam zu verbrauchen. Diese Zusammenschlüsse müssen wir ausweiten. Beispielsweise auf regionale Energiegemeinschaften, die gegen eine reduzierte Netzgebühr auch das lokale Verteilnetz nutzen können. Nicht zuletzt braucht es eine gewisse Vereinheitlichung bei den Abnahmevergütungen für Solarstromproduzenten. Heute gibt es in der Schweiz je nach Verteilnetzbetreiber eine Vergütung zwischen 3 bis 20 Rappen pro Kilowattstunde. Das ist schwer erklärbar.

    Alle Modelle zum Schweizer Energiemix 2050 gehen inzwischen davon aus, dass Photovoltaik neben der Wasserkraft zur zweiten Säule der Energieversorgung wird. Warum hat die Solarenergie ein so grosses Gewicht erhalten?
    Grossen: Einerseits haben sich die Preise für Solarmodule stark reduziert und ihre Leistung ist immer besser geworden. Somit wird die Produktion von Solarstrom günstiger. Andererseits haben wir in den letzten Jahren gelernt, wie viel die Photovoltaik zur Stromversorgung beitragen kann. Ich habe als Lehrling Ende der 80er-Jahre Solaranlagen auf SAC-Hütten montiert. Mein damaliger Chef war überzeugt, dass man PV-Anlagen nie rentabel am Netz betreiben kann. Er ist in diesem Glauben gestorben. Wir haben in unserem Geschäft auch erst in den letzten 15 Jahren wieder angefangen, PV-Projekt zu planen und haben mit der Zeit gesehen, dass damit – insbesondere auch in Kombination mit der E-Mobilität – ein riesiger Beitrag geleistet werden kann. Zudem wird der PV-Strom genau dort produziert, wo er auch gebraucht wird, im Gebäude. 

    Der Schweiz fehlt künftig vor allem Winterstrom. Mit welchen Konzepten kann die Photovoltaik hier einen grösseren Beitrag zur Schliessung dieser Lücke leisten?
    Den Hauptanteil erreichen wir mit Anlagen an Gebäuden in den Bergregionen und im Mittelland. Schon heute liefern die Anlagen 30 Prozent des Stroms im Winter und mit einer besseren Ausrichtung und der Nutzung von Fassaden und Balkonen kann man noch mehr erreichen. In den Bergen ist der Ertrag im Winter zwar doppelt so hoch, aber gerade für Anlagen ausserhalb der Siedlungsgebiete sind die Kosten viel höher. Deshalb sollte man dafür vor allem bestehende Infrastruktur nutzen – beispielsweise Staumauern, Seilbahnstationen oder Hotels.

    Wir werden im Sommer künftig viel zu viel Solarstrom haben. Den müssen wir in synthetische Gase oder Treibstoffe umwandeln.

    Und im Winter wieder in Strom verwandeln?
    Ja, sinnvollerweise in Wärme-Kraftkoppelungsanlagen, bei denen man im Winter gleichzeitig noch Wärme gewinnt. Bei einer reinen Umwandlung zurück zu Strom ist der Energieverlust sehr hoch. Einen Teil wird man auch als Wasserstoff nutzen und damit die Verluste reduzieren können. Beispielsweise in Lastwagen oder Baumaschinen.

    Sie haben gesagt, dass wir zwei bis drei Mal schneller ausbauen müssen. Schon heute ist es schwierig, Solarmonteure zu finden. Wie gewinnen wir die dafür nötigen Fachkräfte?
    Mit Swissolar werden wir ein Programm starten, dass es Quereinsteigern erleichtert, in dieses Berufsfeld einzusteigen. Denn es wird Branchen geben, die künftig viel weniger Personal benötigen, etwa Autogaragen, Tankstellen oder die Ölheizungsbranche. Es wäre super, wenn wir diese Fachkräfte für den Solarausbau gewinnen könnten. Zudem wollen wir eine Ausbildung mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis etablieren, damit eine Ausbildung direkt ab Schule möglich wird. 

    Der Fachkräftemangel ist eine grosse Herausforderung. Wir können aber auch als Branche noch besser werden. Die Montage von Solaranlagen muss «industrieller» werden. Für den Hausbesitzer darf es keinen erheblichen Unterschied machen, ob er ein Dach mit oder ohne Solarmodule bauen lässt.

    Die energiepolitischen Diskussionen drehten sich in den letzten Monaten vor allem um Versorgungssicherheit und drohende Lücken. Wie beurteilen Sie die Situation?
    Ich bin sehr froh, dass diese Diskussion endlich aufs Tapet kommt. Denn sie ist wichtig und berechtigt. Nicht berechtigt ist die Panik, die einige verbreiten. Wir werden die Probleme nicht mit neuen Kernkraftwerken lösen können. Wir müssen – neben dem Aufbau einer Speicherreserve für den Winter – vor allem auf der Nachfrageseite ansetzen. Studien sprechen davon, dass im dümmsten Fall während rund fünfzig Stunden in einem Jahr Strom fehlen könnte. Es gibt genügend Verbraucher, die bereit wären, ihren Stromverbrauch kurzfristig für eine gewisse Zeit zu drosseln, wenn sie dafür entschädigt werden. Es geht also nicht nur um zusätzliche Produktion, sondern auch um einen intelligenten Stromverbrauch. Hier werden in Zukunft auch die Elektroautos eine grosse Rolle spielen können. Denn wir werden Batterien nicht nur aufladen, sondern sie auch flexibel als Speicher nutzen können. Das wird bei der ganzen Diskussion zur Versorgungssicherheit noch zu wenig berücksichtigt. 

    Viele waren sehr überrascht, wie schnell die E-Mobilität in den letzten zwei Jahren gewachsen ist. Sie sind ein Elektroauto-Fahrer der ersten Stunde. Auch überrascht?
    Überhaupt nicht. Aber erfreut und erleichtert. Ich habe 2010 ein E-Auto gekauft und gesehen, mit wie wenigen PV-Modulen ich viele Kilometer fahren kann. Das war genial. Und die Autos sind seitdem viel besser geworden. Heute ist der Komfort im E-Auto besser als im Verbrenner-Auto. Das verdanken wir Elon Musk, der mit Tesla der Branche gezeigt hat, wie es gehen kann.

    Welche Entwicklungen erwarten Sie im Bereich der Batterien?
    Ich bin vorsichtig geworden mit solchen Prognosen. Wir haben in den letzten Jahrzehnten bei den PV-Modulen und den Computerchips immer gehört: Das geht nicht mehr besser und kleiner. Und wir wurden immer wieder von der technologischen Entwicklung eines Besseren belehrt. Deshalb sehe ich grundsätzlich keine harten Limits. Energiedichte und Gewicht werden noch viel besser und Elektroautos in wenigen Jahren günstiger sein als Verbrenner.

    Mir ist dabei noch eines wichtig. Wir müssen die Batterien künftig mehr als einmal nutzen: Zehn Jahre im Auto, mindestens zehn Jahre im Gebäude und erst danach zum Recycling. Wir brauchen keine neuen Batterien aus der Fabrik in den Gebäuden oder den Quartierspeichern, sondern können auf ausgemusterte Batterien aus den E-Fahrzeugen setzen. 

    Sie gehen in Ihren Szenarien von einer starken Verbesserung bei der Energieeffizienz aus. Dieses Thema ist in den letzten Jahren eher etwas in den Hintergrund gerückt. Braucht es wieder eine Sensibilisierungskampagne wie damals, als Bundesrat Adolf Ogi demonstrierte, wie wir stromsparend Eier kochen können? Oder löst die Technik alle Probleme?
    Es ist sicher nicht verkehrt, die Menschen immer wieder an eine effiziente Energienutzung zu erinnern, dabei geht es nicht primär um Verzicht. Ich koche mein Frühstücksei noch immer nach dem Ogi-Prinzip. Das war eine tolle Idee. Man darf aber auch nicht vergessen, dass im Bereich Energieeffizienz enorm viel geschehen ist. Wir brauchen heute pro Kopf deutlich weniger Energie. Der Verbrauch hat sich von Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum entkoppelt. Auch der Gesamtenergie-Verbrauch ist in den letzten zehn Jahren deutlich gesunken und liegt heute tiefer als 1990. Zudem verbesserte sich die Energieeffizienz bei den Elektrogeräten um 30 bis 60 Prozent. Und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Die aktuell höheren Energiepreise werden sicher auch helfen, dass die Energieeffizienz noch etwas attraktiver wird.

  • Swissolar will mehr Sonne im Standardstrom

    Swissolar will mehr Sonne im Standardstrom

    Rund 5 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs in der Schweiz werden derzeit durch im Inland produzierten Solarstrom gedeckt, erläutert Swissolar in einer Mitteilung. In den Standard-Stromprodukten der Energieversorger betrage der Anteil an Solarstrom jedoch durchschnittlich nur 1,85 Prozent, heisst es dort weiter. Der Verband der Schweizer Solarenergiebranche setzt sich gemeinsam mit dem Stromvergleichsdienst myNewEnergy dafür ein, den Solaranteil der Standardprodukte in einem ersten Schritt auf diese 5 Prozent zu erhöhen.

    „Dieser Wert sollte jährlich mindestens um die jeweilige Zubaumenge erhört werden“, wird Swissolar-Geschäftsleiter David Stickelberger in der Mitteilung zitiert. „Rund 1 Prozent würde dem notwendigen Zubau von Photovoltaik-Anlagen entsprechen.“

    Die Mehrheit der Haushalte wähle kein spezielles Stromprodukt und erhalte daher das Standardangebot des jeweiligen Energieversorgers, erläutert Swissolar in der Mitteilung weiter. Bei einem auf den Anteil am Stromverbrauch aufgestockter Solarstromanteil im Standardprodukt werde der vergleichsweise teure Strom auf eine grosse Anzahl Abnehmende aufgeteilt, argumentiert Swissolar. Dies halte den Produktpreis niedrig und erschliesse neue Absatzmärkte für Anbietende von Solarstrom, die bisher „auf ihrem sauberen Strom sitzen“ blieben.

    „Wichtig ist dabei, dass diese Zertifikate ausschliesslich aus Schweizer Solaranlagen stammen, denn nur solche leisten einen effektiven Beitrag an eine sichere und saubere Stromversorgung in unserem Land“, erklärt Stickelberger. „Allein um die AKW zu ersetzen, brauchen wir 20 Terawattstunden Solarstrom.“

  • Sonnenenergie ist um fast 50 Prozent gewachsen

    Sonnenenergie ist um fast 50 Prozent gewachsen

    Die Statistik Sonnenenergie 2020 des Schweizerischen Fachverbands für Sonnenenergie, Swissolar, belegt, dass der Photovoltaikzubau in der Schweiz gegenüber dem Vorjahr um 48 Prozent gestiegen ist. Damit ist ein Rekordwert von 493 Megawatt erreicht. Die Leistung von nahezu 3 Gigawatt deckte 4,7 Prozent des Strombedarfs im Land.

    Laut einer Medienmitteilung von Swissolar sind die Zuwächse bei Anlagen auf Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungsbauten sowie bei Photovoltaik (PV)-Anlagen über 100 Kilowatt besonders hoch. Die durchschnittliche Anlage war 24,5 Kilowatt gross. Im Vorjahr waren es noch 22,5 Kilowatt. Rund 15 Prozent der PV-Anlagen auf Einfamilienhäusern werden mit einem Batteriespeicher kombiniert. Deren Verkaufszahl wuchs gegenüber dem Vorjahr um 65 Prozent.

    Weltweit wurden im vergangenen Jahr 18 Prozent mehr Gigawatt PV-Leistung installiert als im Vorjahr. Die jährliche Stromproduktion entspricht etwa der von 115 Atomkraftwerken (AKW) von der Grösse Gösgens. Sie deckte 3,7 Prozent des weltweiten Strombedarfs. Gemäss Swissolar-Statistik ist alle 20 Tage die Produktionskapazität eines AKW hinzugekommen.

    Der Verkauf von Kollektoranlagen zur Nutzung der Solarwärme ist um rund 18 Prozent gesunken. Gründe seien unter anderem in der Dominanz von Wärmepumpen im Neubau und bei Heizungssanierungen zu suchen.

    Für die Dekarbonisierung des Energiesystems und für den Ersatz von Atomkraft bedarf es laut Swissolar eines massiven Ausbaus der Solarenergie auf rund 50 Gigawatt, mit einer jährlichen Stromproduktion von 45 Terawattstunden. Dazu müsste die Schweiz jährlich etwa 1500 Megawatt zubauen. Das entspreche dem Dreifachen des jetzigen jährlichen Zubaus.

    Doch gemäss der bundesrätlichen Botschaft vom 18. Juni zum Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien solle dieser Zubau von 2023 bis 2035 lediglich bei 700 Megawatt pro Jahr liegen. Ausserdem enthalte die Gesetzesvorlage Elemente, die den weiteren Ausbau der Solarenergie gefährden.

    „Das Parlament muss hier rasch korrigieren“, fordert Swissolar. Als Wegweiser könne der Beschluss des österreichischen Parlaments dienen, bis 2030 eine hundertprozentig erneuerbare Stromversorgung zu erreichen. Ausserdem sei „auf unverantwortliche und den Volkswillen missachtende Bestrebungen zur Verlängerung der AKW-Laufzeiten zu verzichten“. Nach dem knappen Nein zum CO2-Gesetz sei es nun an den Kantonen, den Ausstieg aus Öl und Gas in Gebäuden zu betreiben.

  • Swissolar fordert höheres Tempo beim Solarausbau

    Swissolar fordert höheres Tempo beim Solarausbau

    Der Zubau von Solaranlagen in der Schweiz war 2020 etwa 30 bis 39 Prozent höher als im Vorjahr und damit auf Rekordniveau. Das ist zumindest die Schätzung des Verbands Swissolar auf Basis von bereits verfügbaren Zahlen zur Statistik Sonnenenergie 2020, welche im Juli veröffentlicht wird.

    In einer Mitteilung anlässlich der Nationalen Photovoltaiktagung in Bern weist Swisssolar darauf hin, dass das Tempo beim Zubau weiter beschleunigt werden muss. Die Energieperspektiven 2050+ des Bundesrats rechnen mit einer jährlichen Solarstromproduktion von 34 Terawattstunden bis 2050. Swissolar würde sogar 45 Terawattstunde anstreben. Allerdings müsse der jährliche Zubau für beide Ziele im Vergleich zum Vorjahr um den Faktor drei bis vier gesteigert werden, so Swissolar.

    Für ein rascheres Tempo beim Zubau müssten laut Swissolar auch die Rahmenbedingungen optimiert werden. Der Einschätzung des Verbands zufolge werde der Ausbau von Photovoltaikanlagen in der Schweiz vorwiegend auf Dächern und an Fassaden von Gebäuden stattfinden. Eine Auswertung von Swissolar zeigt hier, dass kleinere und mittlere Anlagen von unter 150 Quadratmetern auf den Dächern von Ein- und Mehrfamilienhäusern fast die Hälfte des „einfach erschliessbaren“ Solarpotenzials bergen. Der Verband fordert daher, dass prioritär für diese Anlagen Investitionssicherheit geschaffen werden soll. Mittelfristig dürfte auch die Winterproduktion von Strom zunehmend wichtiger werden. Hier dürften laut dem Verband insbesondere alpine Solaranlagen eine wichtige Rolle spielen.

  • Schweizer Photovoltaik verzeichnet 2020 Rekordzubau

    Schweizer Photovoltaik verzeichnet 2020 Rekordzubau

    Die Photovoltaik in der Schweiz ist im vergangenen Jahr 2020 kräftig ausgebaut worden. Nach Einschätzung des Schweizerischen Fachverbands für Sonnenenergie war dies laut einer Medienmitteilung aber nicht genug, um die gesteckten Klimaziele zu erreichen. Der Fachverband  Swissolar vertritt die Interessen von 740 Verbandsmitgliedern mit rund 6000 Arbeitsplätzen der Solarenergiebranche. In der Mitteilung von Swissolar wird die 2020 zusätzliche verbaute Photovoltaikkapazität auf eine Leistung von 430 bis 460 Megawatt geschätzt. Die endgültigen Jahreszahlen werden erst Mitte Jahr vorliegen.

    Die Neuninstallationen entsprechen einem Wachstum von 30 bis 39 Prozent gegenüber 2019. Die Anmeldezahlen bei der Zertifizierungs- und Förderstelle Pronovo lassen darauf schliessen, dass das Wachstum nicht nur bei kleinen Anlagen, sondern auch bei solchen über 100 Kilowatt Leistung stattfand, heisst es von Swissolar.

    Aus Sicht des Verbandes muss allerdings noch mehr getan werden. „Um den wegfallenden Atomstrom zu ersetzen und den zusätzlichen Strombedarf für die Elektrifizierung des Verkehrs und der Heizungen zu decken, muss der jährliche Zubau in den nächsten Jahren auf etwa 1500 Megawatt gesteigert werden – also auf das nahezu Vierfache des letzten Jahres“, wird Swissolar-Geschäftsleiter David Stickelberger zitiert. Dies sehen auch die kürzlich veröffentlichten Energieperspektiven 2050+ des Bundesamtes für Energie vor.

    Um das zu erreichen, braucht es aus Sicht der Solarbranche eine Reihe von politischen Massnahmen. So sei eine stärkere Förderung von Anlagen ohne Eigenverbrauch notwendig. Das erfordere staatliche Anreize, damit Dächer von Ställen, Lagerhäusern, Parkplatzüberdachungen, Lärmschutzwände und weitere Infrastrukturen mit Solaranlagen ausgestattet werden. Oft sei das nicht der Fall, weil der Strom nicht an Ort und Stelle verbraucht werden kann. Weitere Massnahmen seien die Pflicht zur Eigenstromerzeugung bei Neubauten, der Abbau von Hürden bei der Erstellung von Freiflächenanlagen, die oft nur mit Schwierigkeiten eine Baubewilligung erhalten.

    Aus Sicht von Swissolar braucht es auch eine Förderung von Bund und Kantonen für Solarthermieanlagen. Der Beitrag der Solarwärme zur Energiewende werde noch unterschätzt.

  • Öffentlicher Verkehr soll Photovoltaik ausbauen

    Öffentlicher Verkehr soll Photovoltaik ausbauen

    Die Photovoltaik bietet allen Transportunternehmen des öffentlichen Verkehrs die Möglichkeit, ihre Energieversorgung zu einem grossen Teil in die eigene Hand zu nehmen. Darauf verweist ein neuer Leitfaden des Bundesamts für Verkehr. Die Behörde hat ihn zusammen mit dem Schweizerischen Fachverband für Solarenergie, Swissolar, erarbeitet.

    Wie Swissolar in einer Zusammenfassung dieses Leitfadens schreibt, könne die Solarenergie einen entscheidenden Beitrag zum Ersatz der nicht erneuerbaren Energien im öffentlichen Verkehr leisten. Augenblicklich liege der Stromverbrauch aller Verkehrsunternehmen bei etwa 2,7 Terawattstunden. Hinzu kommen 120 Millionen Liter Diesel. Soll der gesamte öffentliche Verkehr in Zukunft CO2-neutral betrieben werden, benötigt er rund 3,5 Terawattstunden Strom. Davon würden bereits heute 2 Terawattstunden, also 60 Prozent, von den Wasserkraftwerken der SBB produziert.

    Die Produktion der restlichen 1,5 Terawattstunden mit Sonnenenergie würde etwa 1 Quadratmeter Photovoltaik-Modulfläche pro Einwohner in der Schweiz erfordern. Dieselbe Fläche pro Einwohner liefert die benötigte Energie, um eine Person in einem Jahr 2500 Kilometer weit mit dem Zug zu befördern. Wie das Bundesamt für Energie in seinem Magazin energeia plusangibt, beträgt das Potenzial für Solarstrom am Schweizer Gebäudepark der Verkehrsunternehmen 67 Terawattstunden pro Jahr. Das übertreffe den gesamten aktuellen Schweizer Stromverbrauch um 10 Prozent.

    Der Leitfaden berät kleine und grosse Transportunternehmen bei Investitionsmöglichkeiten und Bewilligungsverfahren für Immobilien, Bahntechnik und Infrastruktur. Zudem geht er auf Fördermöglichkeiten und den Eigenverbrauch ein. Er liefert auch konkrete behördliche Empfehlungen, die den öffentlichen Verkehr dabei unterstützen, klimaneutral zu werden.