Schlagwort: Temperatur

  • Ein natürlicher Weg zu höherer Wohnqualität

    Ein natürlicher Weg zu höherer Wohnqualität

    Wärmeempfindung beim Menschen
    Holz kann Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen und wieder abgeben, wirkt also wie ein Puffer für Schwankungen in der Luftfeuchtigkeit. Der Mensch spürt in erster Linie nicht die Temperatur, sondern den Zu- und Abfluss von Wärme. Stein und Metall isolieren schlecht und entziehen unserem Körper schnell Wärme – sie fühlen sich kalt an. Im Gegensatz dazu isoliert Holz gut und entzieht unserem Körper langsam Wärme – bei gleicher Oberflächentemperatur fühlt es sich deshalb wärmer an. Dies ist der Kern des U-Werts. Je kleiner dieser U-Wert ist, desto weniger Wärme dringt durch das Material hindurch, und umso geringer sind die Heizkosten. Bauteile aus Holz erreichen dank der integrierten Wärmedämmung in der Tragschicht immer einen niedrigeren U-Wert.

    Effektive Wärmedämmung im Winter
    Um im Winter die Wärmeenergie in den Innenräumen zu bewahren und ein Entweichen nach draussen zu verhindern, wird an der Innenseite der Aussenwände eine luftdichte Schicht angebracht. Diese Schicht muss auch den Feuchtetransport von innen nach aussen blockieren, um schädliche Kondenswasserbildung in den Aussenwänden zu vermeiden – sie wirkt also diffusionshemmend. Das Energielabel Minergie-P setzt sogar einen Blower-Door-Test voraus, um die Luftdichtigkeit des fertig gebauten Hauses zu überprüfen.

    Optimale Belüftung von Räumen
    Die effektivste Methode zur Belüftung von Räumen ist während der Nacht. Danach folgt im Winter die geschätzte Wärmestrahlung der Sonne, die an heissen Sommertagen abgeschirmt werden sollte. Für Fenster gibt es bewegliche Beschattungselemente oder speziell beschichtete Gläser. Die Wärmespeicherkapazität steht an vierter Stelle nach dem Einfluss interner Wärmequellen. Diese kann bei Holzbauten bereits mit einer doppelten Gipsbeplankung erreicht werden.

    Effektiver Lärmschutz
    Im Bauwesen wird zunächst zwischen Bauphysik und Raumakustik unterschieden. Die Bauphysik konzentriert sich auf die Schalldämmung durch Bauteile, während die Raumakustik darauf abzielt, den Nachhall durch Oberflächen zu absorbieren, um Sprache oder Musik klar und präzise hörbar zu machen. Moderne Holzbauten bieten effektiven Schutz vor unerwünschtem Lärm. Insbesondere bei Mehrfamilienhäusern sind Trittschallgeräusche aus benachbarten Wohnungen besonders zu berücksichtigen.

    Luftschall und Körperschall im Fokus
    In der Bauakustik wird unterschieden zwischen Luftschall und Körperschall. Strassenlärm kann beispielsweise als Luftschall durch die Aussenwände in den Wohnraum dringen. Trittschall ist eine Form von Körperschall, die insbesondere bei Deckenkonstruktionen beachtet werden muss. Im Holzbau können durch mehrschalige Konstruktionen ähnlich hohe Schalldämmwerte wie bei einschaligen massiven Bauteilen erreicht werden, jedoch mit deutlich geringerer Masse. Eine mehrschalige Konstruktion bietet besonders gute Schalldämmung, wenn die Kopplung der Schalen gering ist. Wichtige Faktoren sind eine ausreichend grosse flächenbezogene Masse der Schalen, ein grosser Schalenabstand, die Vermeidung von Hohlraumresonanzen und eine elastische Verbindung der Schalen mit der Konstruktion. Massnahmen zur Verbesserung des Schallschutzes von Holz-Deckenkonstruktionen umfassen die Beschwerung der Rohdecke mit zusätzlicher Masse und die Verwendung eines geeigneten Fussbodenaufbaus mit schwerem Estrich und weicher Trittschalldämmung. Eine abgehängte Unterdecke kann zusätzlich den Schallschutz verbessern. Im Holzbau haben Schallnebenwege nur einen geringen Einfluss, wie Studien im Projekt ‹Schallschutz im Holzbau› zeigen. Optimierte Deckenkonstruktionen erzielen gute Resultate sowohl bei Schallnebenwegen als auch bei direkter Schallübertragung über die Geschossdecke. Durch einfache Massnahmen können Nebenwegübertragungen bei Holz-Ständerwandkonstruktionen so reduziert werden, dass sie wesentlich geringer sind als die direkte Schallübertragung über die Geschossdecke.

    Raumakustik in Wohnungen
    In grossen oder stark belegten Räumen ist es wichtig, die Nachhallzeit für die Raumakustik zu berücksichtigen. Eine zu lange Nachhallzeit kann die Behaglichkeit beeinträchtigen. Früher wurden Massnahmen zur Raumakustik hauptsächlich in öffentlichen Gebäuden und Grossraumbüros ergriffen. Heutzutage rücken auch Privatwohnungen in den Fokus, da hier ebenfalls grosse Raumvolumen und harte, schallreflektierende Oberflächen vorhanden sind. Um die optimale Nachhallzeit zu erreichen, sollte ein Teil der Raumverkleidung mit akustisch wirksamen Paneelen versehen sein. Die Raumakustik kann durch Akustikpaneele an abgehängten Decken oder Wandverkleidungen verbessert werden. Diese bestehen oft aus oberflächenbearbeiteten Holzwerkstoffplatten, die aufgrund unterschiedlicher Perforationen oder Schlitze verschiedene Frequenzen absorbieren.

    Effektive Abschirmung von Elektrosmog
    Die Schweiz wird immer mehr von nichtionisierender Strahlung, auch bekannt als «Elektrosmog», durchdrungen. In stark belasteten Gebieten müssen unabhängig von der Bauweise Massnahmen ergriffen werden. Fenster können effektiv mit Wärmeschutzgläsern oder Sonnenschutzfolien abgeschirmt werden. Bei der Rahmengestaltung kann gleichzeitig ein Metallgewebe eingefügt werden, um die elektromagnetischen Strahlen der hauseigenen Elektroinstallationen später im Innenraum abzuschirmen. Da elektromagnetische Strahlen Strom induzieren, müssen alle Abschirmungen mit der Erdung verbunden sein.

    Einfluss auf das Raumklima
    Die Qualität der Luft in einem Raum hängt vor allem von der Verwendung schadstoffarmer Materialien und einem angemessenen Luftaustausch ab. Während Düfte wie Parfüm, Arvenholz oder ätherische Öle als angenehm empfunden werden, sind Gerüche von Reinigungsmitteln, Zigarettenrauch oder Abgasen unangenehm für den Menschen. Flüchtige organische Verbindungen sind vielfältig und können in bestimmten Konzentrationen Mensch und Umwelt schädigen. Wenn ein Raum nicht ausreichend gelüftet wird, können sich flüchtige organische Verbindungen zu störenden oder reizenden Konzentrationen ansammeln. Der in Schafwolle enthaltene Stoff Keratin wirkt als Katalysator für flüchtige organische Verbindungen und wird heutzutage zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit und zur Verbesserung der Raumluftqualität eingesetzt.

  • Neues Whitepaper: Synergien dank integrierter Energielösungen

    Neues Whitepaper: Synergien dank integrierter Energielösungen

    Integrierte Energielösungen für Areale und Überbauungen bringen Mehrwerte für alle Stakeholder*innen. Sie vernetzen sämtliche Komponenten der Energieversorgung intelligent miteinander, wodurch Produktion, Verbrauch und Speicherung als Gesamtsystem optimal zusammenspielen. Auf diese Weise lassen sich Effizienzpotenziale nutzen, der Autarkiegrad erhöhen und die sichere Versorgung neuer und bestehender Liegenschaften langfristig gewährleisten. Das neue Whitepaper «Integrierte Energielösungen für Areale und Überbauungen» von ewz und Faktor dient Eigentümerschaften als Wissensgrundlage bei der Planung.

    Komponenten integrierter Energielösungen
    Um die Synergien nutzen zu können, muss die Energielösung bereits in einer frühen Phase als vernetztes System geplant werden.  

    Wärme und Kälte aus lokalen, erneuerbaren Quellen
    Eine gute Möglichkeit, Areale oder Überbauungen mit CO2-freier bzw. neutraler lokaler Wärme und Kälte zu versorgen, sind thermische Netze. Diese lassen sich in verschiedenen Massstäben (für Überbauungen, Areale und ganze Quartiere) und auf verschiedenen Temperaturniveaus realisieren und betreiben: Hochtemperaturnetze nutzen als Energiequelle meist Holz oder die Abwärme von Kehrichtverbrennungsanlagen. Erdwärme, See-, Fluss- und Grundwasser oder Abwärme (z.B. aus Rechenzentren) kommen meist in Netzen mit einem mittleren oder tiefen Temperaturniveau zum Einsatz. Die tiefsten Betriebstemperaturen erreichen Anergienetze respektive Niedertemperaturnetze, die im Sommer über ein Freecooling Gebäude auch kühlen. Um die Effizienz zu erhöhen, lassen sich verschiedene Netztypen und Energiequellen miteinander kombinieren (siehe Coté Parc und Greencity).

    Solarstrom mit hohem Eigenverbrauchsanteil nutzen
    Ein Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) trägt dazu bei, einen möglichst hohen Eigenverbrauchsgrad zu erzielen und so die Photovoltaikanlage schneller zu amortisieren. Dazu kommt: Für die ZEV-Teilnehmenden ist der Solarstrom oftmals günstiger als der Strom aus dem öffentlichen Netz. Lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG), deren Einführung auf 2025 oder 2026 zu erwarten ist, ermöglichen die Versorgung mit Solarstrom über Grundstücke hinweg und nutzen dabei das Verteilnetz.

    Microgrids schaffen Planungs- und Versorgungssicherheit
    Mit Strom-Arealnetzen können Überbauungen, Areale oder Quartiere mit elektrischer Energie versorgt werden. Microgrids respektive die mit den smarten Komponenten ausgestatteten Smart Grids integrieren sowohl Stromerzeuger als auch Stromverbraucher. Sie tragen zur Netzstabilität bei, indem Verbraucher selektiv zugeschaltet, Speicher geladen oder die Produktion gedrosselt werden kann.

    Ladeinfrastruktur und Elektromobilität als neuer Standard
    Ein wichtiger Aspekt nachhaltiger Areale ist auch die Elektromobilität. Um der steigenden Nachfrage nach Elektroladestationen gerecht zu werden, ist es ratsam, den Bau der Ladeinfrastruktur frühzeitig anzugehen. Über ein Lastmanagement lässt sich der Strombedarf der Ladestation(en) mit dem der anderen Verbraucher im Gebäude koordinieren und das Aufladen regeln.

    Energiespeicherung für mehr Effizienz
    Da der Anteil erneuerbarer Energien künftig zunehmen wird, kommt der Energiespeicherung eine immer grössere Bedeutung zu. Als Speicher kommen beispielsweise Batterien von Elektroautos infrage, die sich für das bidirektionale Laden eignen. Auch stationäre Batteriespeicher dienen dazu, überschüssigen Solarstrom aufzunehmen und bei Bedarf wieder zur Verfügung zu stellen. Thermische Speicher lassen sich mit Solarstrom aufladen, der sonst ins öffentliche Netz eingespeist werden müsste. Damit können sie Lastspitzen brechen, aber auch dazu beitragen, Wärmeerzeuger kleiner zu dimensionieren. Auch Erdsondenfelder nehmen überschüssige Wärme (z.B. von Sonnenkollektoren oder Abwärme) auf, um das Erdreich zu regenerieren und Räume zu kühlen.

    Emissionen und Kosten langfristig senken
    Um Energiekosten und Treibhausgasemissionen langfristig zu senken, lohnt sich ein kontinuierliches Energiemonitoring. Dieses überwacht die Verbrauchswerte beispielsweise für Strom, Wärme oder Kälte einer Liegenschaft laufend und dient als Basis für die Justierung. Ein Energiemonitoring ist auch mit Blick auf das ESG-Reporting relevant, das für gewisse Firmen bereits heute Vorschrift ist. Die laufende Überprüfung der Verbrauchsdaten und ein professioneller Betrieb bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Effizienz- und Umweltziele zu erreichen und Transparenz gegenüber verschiedenen Anspruchsgruppen zu schaffen.

    Energy-as-a-Service
    Nutzen statt besitzen – dieses Prinzip eignet sich hervorragend für integrierte Energielösungen ganzer Überbauungen oder Areale. Für Kunden reduziert sich neben dem zeitlichen Aufwand auch das finanzielle Risiko bei einer deutlich höheren Versorgungssicherheit. Entscheidet sich eine Bauherrschaft für ein Energy-as-a-Service-Modell, lagert sie Planung, Bau, Betrieb und/oder Finanzierung der gesamten Energieinfrastruktur über Jahrzehnte aus. Damit verbunden ist auch die Gewissheit, dass die Anlagen zuverlässig und effizient betrieben werden.

    Mehr erfahren Sie in unserem neuen Whitepaper «Integrierte Energielösungen für Areale und Überbauungen».