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  • Baukultur im Fokus, NFP 81 beginnt

    Baukultur im Fokus, NFP 81 beginnt

    Am 13. und 14. Mai 2025 traf sich die NFP-81-Community erstmals persönlich in Thun. Rund 80 Vertreterinnen und Vertreter aus 13 Forschungsteams präsentierten ihre Projekte in kurzen Vorträgen und gewährten dabei Einblick in die beeindruckende thematische Breite des Programms. Ergänzt wird diese akademische Vielfalt durch die 45 Praxispartnerinnen und -partner, die mit ihrem Praxiswissen die Forschungsarbeiten bereichern. Insgesamt sind über 130 Personen direkt am Programm beteiligt. Ein klares Zeichen für die starke Verankerung des NFP 81 in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft.

    Impulse aus der Praxis: Stadt Thun als Gastgeberin
    Der erste Veranstaltungstag endete mit zwei aufschlussreichen Vorträgen von Dr. Raphael Lanz, Stadtpräsident von Thun und Florian Kühne, Stadtarchitekt von Thun. Beide betonten die entscheidende Rolle eines offenen Dialogs in der Baukultur und die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit. Diese Perspektiven lieferten wichtige Impulse für die Arbeit in den Forschungsprojekten, die das Ziel haben, ökologische und soziale Fragen in der Baukultur stärker zu verknüpfen.

    Austausch über gemeinsame Herausforderungen
    Der zweite Veranstaltungstag diente dazu, die gemeinsamen Herausforderungen und Schnittmengen der vielfältigen Forschungsvorhaben zu identifizieren. Dr. Oliver Martin vom Bundesamt für Kultur und Prof. Ivana Katurić, Co-Autorin eines Handbuchs für das New European Bauhaus, gaben den Auftakt für einen intensiven Austausch. In gemischten Breakout-Sessions diskutierten die Teilnehmenden engagiert darüber, wie sich unterschiedliche Perspektiven und Kompetenzen bündeln lassen, um innovative und nachhaltige Lösungen für den gebauten Raum zu entwickeln.

    Gemeinsame Vision und positives Fazit
    Zum Abschluss des Treffens zeigte sich Prof. Dr. Paola Viganò, Präsidentin der Leitungsgruppe, erfreut über den intensiven Austausch und die Aufbruchstimmung: «Ich freue mich zu sehen, dass hier eine Gruppe entsteht, die ein gemeinsames Ziel teilt. Wir alle möchten mit diesem Programm den Diskurs über den ökologischen und sozialen Wandel des gebauten Raums voranbringen.» Dieser Satz bringt das gemeinsame Selbstverständnis der Teilnehmenden auf den Punkt: Das NFP 81 ist keine Aneinanderreihung isolierter Projekte, sondern eine Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Mission.

    Transparenz und Partizipation
    In den kommenden Tagen werden auf der Webseite des NFP 81 die Porträts der einzelnen Projekte aufgeschaltet. Neben prägnanten Beschreibungen der Forschungsvorhaben werden dort auch die Praxispartner vorgestellt, die im Programm eine tragende Rolle einnehmen. Dieser transparente Einblick soll nicht nur den Austausch innerhalb der Community fördern, sondern auch eine breitere Öffentlichkeit ansprechen und zum Mitdenken und Mitwirken einladen.

  • Meyer Burger will in Glarus Solarmodule herstellen

    Meyer Burger will in Glarus Solarmodule herstellen

    Der Thuner Anlagenbauer Meyer Burger will in Linthal GL eine Produktion von Solarpanelen aufbauen. Das geplante Werk soll eine Kapazität von 400 Megawatt aufweisen und über 100 Mitarbeiter im Dreischichtbetrieb beschäftigen, heisst es in einer Mitteilung des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE).

    Das Projekt steht im Zusammenhang mit der geplanten Neuausrichtung von Meyer Burger. Das in Gwatt BE ansässige Unternehmen will künftig nicht mehr Maschinen zur Herstellung von Paneelen bauen und verkaufen, sondern selbst in die Panel-Produktion einsteigen.

    Das Hauptargument für eine Ansiedlung des Werks in Linthal ist ein Solar-Park-Projekt auf dem in 1860 Metern über dem Meer gelegenen Limmernsee in Glarus Süd. Dort soll eine schwimmende Photovoltaikanlage mit einer Kapazität von 250 Megawatt pro Jahr installiert werden. Der Solar-Park Limmern (SPL) auf dem Speichersee der Kraftwerke Linth-Limmern AG (KLL, Axpo) könnte 300 Gigawattstunden Strom erzeugen und damit den Bedarf von 75’000 bis 100’000 Vierpersonenhaushalten decken.

    Für Glarus sprechen auch noch weitere Vorteile. So sei nicht nur die günstige Energieversorgung durch die Technischen Betriebe Glarus Süd (tbgs) garantiert, sondern auch das Bauland verfügbar. Zudem sei der Kanton Glarus bereit, steuerliche Anreize zu setzen. Darüber hinaus profitiere das Werk auch vom effizienten Bewilligungsverfahren, dem Bahnanschluss für den Warentransport und dem interessanten Schweizer Markt.

  • Meyer Burger wird zum Hersteller von Solartechnik

    Meyer Burger richtet sich strategisch neu aus, um sein geistiges Eigentum besser zu schützen. Der Verwaltungsrat des Maschinenbauers mit Sitz in der Gemeinde Thun hat laut einer Medienmitteilung entschieden, seine Fertigungsanlagen für Solarzellen und Solarmodule nur noch exklusiv zum eigenen Gebrauch herzustellen. Für eine eigene, gross skalierte Zell- und Modulproduktion wird Meyer Burger auf einer ausserordentlichen Generalversammlung am 10. Juli eine Kapitalerhöhung von 165 Millionen Franken beantragen.

    Ein Grossteil der heute weltweit produzierten Solarmodule basierten auf den Technologien von Meyer Burger. Dennoch habe das Unternehmen aus seiner Technologieführerschaft in den vergangenen Jahren keinen Gewinn erzielen konnte. Mit dem Verkauf seiner Maschinen habe Meyer Burger die proprietäre Technologie aus der Hand gegeben und die Realisierung des geschaffenen Mehrwerts weitestgehend seinen Kunden überlassen.

    „Der Wandel vom Maschinenanbieter zum vertikal integrierten Zell- und Modulhersteller ist der richtige und konsequente Schritt, um uns einen angemessenen Anteil am Wert zu sichern, den unsere global führende Technologie generiert“, erklärt Verwaltungsratspräsident Franz Richter. „Der nächste Technologieschritt ist vergleichbar mit dem Übergang von 4G auf 5G in der mobilen Kommunikation“, so CEO Gunter Erfurt. „Nur Meyer Burger hat die 5G-Technologie der PV-Industrie zur Marktreife geführt. Wir können mit unseren Produkten bereits in einem Jahr am Markt sein.“

    Meyer Burger will die Produktion im ersten Halbjahr 2021 starten. Aktuell lägen Kaufabsichtserklärungen von potenziellen Kunden aus Europa und den USA im Umfang von über 2 Gigawatt pro Jahr vor. Dieser zu erwartenden Nachfrage entsprechend sei beabsichtigt, durch Aufnahme von insgesamt rund 180 Millionen Franken Fremdkapital im Jahr 2021/22 die jährliche Kapazität bis 2022 auf 1,4 Gigawatt Zell- und 0,8 Gigawatt Modulproduktion auszuweiten. Meyer Burger erwartet auf dieser Basis innerhalb von drei Jahren einen jährlichen Umsatz von 400 bis 450 Millionen Franken und eine EBITDA-Marge von 25 bis 30 Prozent.

    Langfristig werde ein Ausbau auf mindestens 5 Gigawatt angestrebt. Bei entsprechender Nachfrage seien weitere Modulfertigungen im europäischen und amerikanischen Raum geplant, die aus zentraler Zellenfertigung beliefert werden können.