Schlagwort: Treibhausgase

  • Zwischenbilanz klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden

    Zwischenbilanz klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden

    Der Zwischenbericht zur klimaneutralen Landwirtschaft in Graubünden bietet einen Einblick in die Fortschritte und Herausforderungen dieses wegweisenden Projekts. Mit Blick auf die 52 beteiligten Betriebe wurden in der Pilotphase zunächst die Treibhausgasemissionen ermittelt. Darauf aufbauend wurden gezielte Maßnahmen zur Emissionsreduktion oder -kompensation entwickelt.

    Die Gesamtemissionen Betriebe belaufen sich auf etwa 15’000 Tonnen CO2-Äquivalente jährlich, vergleichbar mit dem Treibhausgas-Ausstoß von rund 1’100 Personen in der Schweiz. Ein Schwerpunkt liegt auf den Auswirkungen tierischer Lebensmittelproduktion, insbesondere den Emissionen aus der Wiederkäuerhaltung. Das Methan von Rindern, Schafen und Ziegen trägt 30-mal stärker zur Erwärmung bei als CO2. In diesem Zusammenhang werden auch Unterschiede zwischen verschiedenen Betriebstypen deutlich.

    Die Umsetzung der Projektmaßnahmen begann im Jahr 2022. Die Frage, ob die Pilotbetriebe in dieser Phase ihre Emissionen signifikant reduzieren konnten, wird jedoch erst nach Abschluss der Pilotphase Ende 2025 abschließend beantwortet werden können. Aktuell sind zahlreiche betriebliche Anpassungen erforderlich, um eine schrittweise Reduktion der Emissionen zu erreichen. Dies betrifft unter anderem Bodenbearbeitung, Tierhaltung, Fütterung, Lagerung von Wirtschaftsdüngern, sowie die Nutzung erneuerbarer Energien.

    Die Erkenntnis aus der Pilotphase, dass natürliche Prozesse wie die Lagerung und Ausbringung von Wirtschaftsdüngern sowie Tierhaltung durch Methan- und Lachgasemissionen stärker zur Treibhausgasbelastung beitragen als der Treibstoffverbrauch von Traktoren, ist überraschend. Trotz der Herausforderungen bleiben die teilnehmenden Betriebe motiviert. Sie erfahren sowohl gesellschaftliche Unterstützung als auch Anerkennung für ihre Bemühungen, die Klimakrise anzugehen. Auch in anderen Betrieben sowie benachbarten Kantonen weckt das Projekt großes Interesse und fördert ähnliche Initiativen.

    Die Pilotphase wird Ende 2025 abgeschlossen sein. Ziel ist es, die gewonnenen Erfahrungen ab 2026 auf alle rund 2000 Landwirtschaftsbetriebe in Graubünden auszudehnen. Es wird daran gearbeitet, Lösungsansätze für eine klimaneutrale Landwirtschaft zu entwickeln und umzusetzen. Klimaneutralität bleibt eine Vision, aber die Landwirtschaft bietet die Möglichkeit, Treibhausgase durch „negative Emissionen“ zu kompensieren, etwa durch den Aufbau von Kohlenstoff im Boden.

    Der Kauf klimaneutral erzeugter Produkte durch Konsumenten trägt zur Förderung einer klimaneutralen Landwirtschaft bei. Die Pilotphase fördert Projekte wie regionalen Lieferservice mit Gemüse-Abonnements. Eine langfristig erfolgreiche klimaneutrale Landwirtschaft erfordert die Bereitschaft der Konsumenten, entsprechende Produkte zu konsumieren und gegebenenfalls einen höheren Preis zu akzeptieren. Der gesellschaftliche Trend zu pflanzlicher Ernährung unterstützt solche Initiativen.

    Obwohl die Herausforderung der Klimaneutralität trotz intensiver Bemühungen bestehen bleibt, zieht Projektleiter Müller zur Halbzeit der Pilotphase eine positive Bilanz der Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure. Die Vision einer klimaneutralen Landwirtschaft wird von den Pilotbetrieben weiterhin mit Begeisterung und Enthusiasmus verfolgt.

  • Fünf Technologien auf dem Weg zu Netto-Null

    Fünf Technologien auf dem Weg zu Netto-Null

    Die TA-Swiss-Studie hat zum Ziel, Politik und Öffentlichkeit über Chancen, Grenzen und Risiken verschiedener Methoden zur CO2-Entnahme und Speicherung zu informieren. Dabei wurden Aspekte wie Machbarkeit, Klimawirksamkeit, Kosten, Ressourcenverbrauch und Auswirkungen auf Umwelt und Bevölkerung betrachtet.

    Bei den fünf Technologien handelt es sich um:

    • die Speicherung von CO2 als Biomasse im Wald und die Verwendung von Holz
    • die Speicherung in Form von Humus im Boden und den Einsatz von Pflanzenkohle
    • die Abscheidung und Speicherung von CO2 bei der Verbrennung von Biomasse  (BECCS)
    • die Entnahme aus der Luft und Speicherung  (DACCS)
    • die beschleunigte Verwitterung von Abbruchbeton und Gestein (Carbonatisierung)

    Jede der fünf NET wurde anhand des aktuellen Wissensstands und mithilfe von Experteninterviews bewertet. Mögliche Chancen, Risiken, Synergieeffekte und Konflikte wurden aus Systemsicht identifiziert und betrachtet. Darauf basierend wurden allgemeine und spezifische, technologiebezogene Handlungsoptionen und Empfehlungen abgeleitet und zusammen mit ausgewählten Stakeholdern reflektiert.

    Die wichtigsten allgemeinen Empfehlungen der Studie
    Damit der Beitrag von NET zum Netto-Null-Ziel umwelt- und gesellschaftsverträglich umgesetzt werden kann, sollten sich Politik und Gesellschaft frühzeitig mit dem Thema auseinandersetzen. Dies erfordert insbesondere, dass die Öffentlichkeit mittels faktenbasierter und nachvollziehbarer Informationen in die Gestaltung der Einsatzbedingungen der NET einbezogen wird.

    Es braucht eine übergreifende Strategie zur Nutzung begrenzter Ressourcen, wie erneuerbarer Energie, Wasser, Biomasse und Boden, und zur Finanzierung für die Entwicklung und Umsetzung der NET.

    Um das Potential der unterschiedlichen Technologien zu bestimmen, sind weitere Untersuchungen nötig.

    Die langfristig der Atmosphäre entzogene Menge an CO2 muss transparent und einfach erfasst werden können, um einen verlässlichen Bewertungsrahmen zu schaffen und zu vermeiden, dass dasselbe CO2 mehrmals gezählt wird.

    Die Mindestzeitdauer der CO2-Fixierung, ab welcher eine Technologie bzw. ein NET-Projekt im Sinne der Klimastrategie anerkannt wird, sollte reflektiert werden.

    NET können beim Erreichen des Netto-Null-Ziels nur ergänzend zur prioritären Reduktion der Treibhausgasemissionen zum Einsatz kommen. Daher ist es wichtig, dass für die Reduktion von CO2-Emissionen und für die CO2-Entfernung getrennte Ziele gelten.

    Die Schweiz hat momentan eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung von NET. Dieser Wettbewerbsvorteil sollte mit der Förderung der entsprechenden Forschung und Entwicklung, sowie von Demonstrationsprojekten weiter gestärkt werden.

  • Winterthur will bis 2040 klimaneutral werden

    Winterthur will bis 2040 klimaneutral werden

    Die Stimmberechtigten in Winterthur sprechen sich für eine klimaneutrale Stadt bis 2040 aus. Am 28. November hatten zwei Varianten einer Netto-Null beim Ausstoss von CO2 zur Abstimmung gestanden. Die eine sah die Erreichung des Klimaneutralität bis 2050, die zweite bereits bis 2040 vor. In der Stichfrage habe sich die Variante bis 2040 durchgesetzt, erläutert die Stadtverwaltung Winterthur in einer Mitteilung.

    Netto-Null-Emissionen bedeuten, dass nicht mehr Treibhausgase ausgestossen werden, als gleichzeitig von natürlichen und technischen Speichern aufgenommen werden können. Mit einer Klimaneutralität bis 2040 hat sich die Stadt Winterthur dabei ein ehrgeizigeres Ziel als der Kanton Zürich und der Bund gesetzt. Beide wollen Netto-Null-Emissionen bis 2050 erreichen.

    Bei der Volksabstimmung in Winterthur stimmten 61,31 Prozent der Variante bis 2040 zu. Das Klimaziel einer Netto-Null bis 2050 wurde von 63,59 Prozent der Abstimmenden gutgeheissen. In der Stichfrage setzte sich das Ziel der Klimaneutralität bis 2040 mit 60,41 Prozent der Stimmen durch.