Schlagwort: Urban

  • Verdichtung verändert Städte

    Verdichtung verändert Städte

    Die Studie «Bautätigkeit und Verdrängung», erstellt von der ETH Zürich im Auftrag des Bundesamts für Wohnungswesen zeigt, dass in den letzten zwei Jahrzehnten ist die Siedlungsentwicklung in der Schweiz klar nach innen gerichtet ist. Vor allem durch Ersatzneubauten und Umnutzungen von Industrie- und Gewerbezonen entstehen in städtischen Gebieten neue Wohnungen und nicht mehr auf der grünen Wiese. In Städten wie Basel wurde ein Viertel der neuen Wohnungen auf ehemaligen Industrieflächen realisiert.

    Mehr Wohnungen trotz weniger Neubauten
    Obwohl die Anzahl neu gebauter Wohnhäuser leicht rückläufig ist, nimmt die Nettozahl an Wohnungen weiter zu. Der Grund liegt in der Effizienz der Verdichtung. In Basel, Genf und Lausanne entstehen pro abgerissene Wohnung bis zu doppelt so viele neue Einheiten wie in Bern oder Zürich. Die Nachverdichtung wird so zum zentralen Hebel für die Wohnraumschaffung in stark besiedelten Gebieten.

    Wer wird verdrängt?
    Die Schattenseite der Verdichtung zeigt sich in der sozialen Zusammensetzung der betroffenen Quartiere. Besonders in Zürich kommt es häufiger vor, dass Langzeitmietende aufgrund von Abbruch oder Totalsanierung ihre Wohnung verlieren. Wer ausziehen muss, hat oft ein deutlich tieferes Einkommen, bis zu 40 Prozent weniger als der Durchschnitt. In den Neubauten ziehen dagegen überdurchschnittlich einkommensstarke Haushalte ein.

    Migration und Einkommen als Risikofaktor
    Die Studie offenbart auch strukturelle Benachteiligung. Überdurchschnittlich häufig von Verdrängung betroffen sind Asylsuchende, Flüchtlinge und Menschen mit afrikanischem Geburtsland. Damit trifft die bauliche Verdichtung besonders jene, die am meisten auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sind und diesen in der gleichen Gemeinde oft nicht mehr finden. Trotzdem gelingt es einem beachtlichen Anteil der Betroffenen bis zu 64 Prozent, innerhalb ihrer Gemeinde zu bleiben.

    Städte im Wandel – sozial ausgewogen?
    Die Verdichtung ist aus raumplanerischer Sicht sinnvoll und notwendig. Doch sie verändert nicht nur das Stadtbild, sondern auch die soziale Struktur der Quartiere. Die Herausforderung der nächsten Jahre wird sein, den Wandel so zu gestalten, dass er nicht zur sozialen Spaltung führt, sondern zu durchmischten, resilienten Städten mit Wohnraum für alle.

  • Zukunft bauen heisst Verantwortung übernehmen

    Zukunft bauen heisst Verantwortung übernehmen

    Herr Binkert, Sie sind seit Jahrzehnten in der Immobilienentwicklung tätig. Was treibt Sie persönlich an, und welche Vision verfolgen Sie für die Zukunft der Architektur und Immobilienentwicklung?Immobilienentwicklung ist auch Raumentwicklung. Mit jedem Bauwerk verändern wir unsere Umwelt, den Raum um uns herum. Diese Veränderung soll eine Verbesserung sein, nicht eine Verschlechterung. Mich beschäftigt die Frage nach den Regeln, die wir beachten müssen, damit unsere gebaute Umwelt nachhaltig, lebenswert und zukunftsfähig bleibt. Ich sehe die Zukunft der Immobilienentwicklung in einer kreativen, ganzheitlichen Planung, die gesellschaftliche Bedürfnisse mit technologischen Möglichkeiten verbindet und dabei den Menschen und die Umwelt in den Mittelpunkt stellt.

    Welches Projekt hat Sie besonders geprägt?
    Jedes Projekt erweitert den Erfahrungshorizont – aber Greencity Zürich war für mich ein Wendepunkt. Dort entwickelten wir für Losinger Marazzi erstmals konkrete Regeln, wie ein Stadtteil geplant, gebaut und betrieben werden muss, um als wirklich nachhaltig zu gelten. Dieses Projekt hat mir gezeigt, wie tiefgreifend Nachhaltigkeit wirken kann, wenn sie systematisch gedacht und umgesetzt wird. Dass daraus Losinger Marazzi als erster «Grüner Generalunternehmer» der Schweiz hervorging, war ein starkes Zeichen dafür, dass Nachhaltigkeit auch wirtschaftlich ein Erfolgsmodell sein kann.

    Als Präsident der 2000-Watt-Smart-Cities Assoziation setzen Sie sich für nachhaltige und energieeffiziente Städte ein. Wie integrieren Sie Nachhaltigkeitsaspekte konkret in Ihre Projekte?
    In Greencity Zürich haben wir erstmals umfassende Regeln für Planung, Bau und Betrieb eines nachhaltigen Stadtteils entwickelt. Daraus entstand das Label «2000-Watt-Areal», das schweizweit über 50 Stadtquartiere zertifizieren konnte. Heute entwickeln wir es unter Autorisierung des Bundesamts für Energie weiter – mit Blick auf die Smart City. So konnten wir kürzlich das erste Projekt in Indien zertifizieren.

    Die grösste Herausforderung bleibt die Balance zwischen ökologischer, sozialer und ökonomischer Nachhaltigkeit – insbesondere international. In China sind gesellschaftliche Forderungen schwer umsetzbar, in Brasilien fehlt oft das Umweltverständnis, in den Emiraten ist Wirtschaftlichkeit kein Thema. Auch in der Schweiz braucht es Empathie, Verständnis und einen langen Atem, um tragfähige, nachhaltige Lösungen durchzusetzen.

    Sie haben internationale Erfahrung, unter anderem in den USA und Indien. Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten sehen Sie in der Stadtentwicklung zwischen der Schweiz und diesen Ländern?
    Der Hauptunterschied liegt im Wachstumstempo: Schwellenländer mit schnell wachsender Bevölkerung brauchen rasch und günstig viel neuen Raum – oft auf Kosten der Qualität. Nachhaltigkeit ist dort ein Versprechen für die Zukunft, dem oft mit Skepsis begegnet wird. Nachhaltigkeit kostet kurzfristig viel, bringt aber erst langfristig Erträge, dafür decken sie dann die Kosten gemäss unseren Annahmen um ein Vielfaches.

    In der westlichen Welt – wo das Wachstum stagniert oder rückläufig ist – stehen andere Werte im Vordergrund: Soziale Gerechtigkeit, Kreislaufwirtschaft, Biodiversität. Nachhaltige Entwicklung wird hier zunehmend als Voraussetzung für Lebensqualität verstanden. Die Forderung, dass der Westen auch für die nachhaltige Entwicklung in den Schwellenländern aufkommen müsse, bringt allerdings auch wohlhabende Länder wie die Schweiz an ihre Grenzen.

    Welche Trends sehen Sie in der zukünftigen Stadt- und Arealentwicklung und wie stellen Sie sich die Wohnformen der Zukunft vor, insbesondere im Hinblick auf den demografischen Wandel, die zunehmende Urbanisierung und Verdichtung?
    Wir stehen an einem Wendepunkt. Die Bauwirtschaft muss dringend aufholen in Bereichen wie Digitalisierung, Automatisierung und künstliche Intelligenz. Noch immer bauen wir «brick and mortar» – wie zur Römerzeit. Dabei haben sich die menschlichen Grundbedürfnisse kaum verändert, die technischen Möglichkeiten aber sehr wohl. Die Megatrends – demografischer Wandel, Gesundheit, Future of Work, Klimakrise – erfordern neue Antworten auf die Frage, wie wir wohnen. Wir müssen den Mut aufbringen, den Status-Quo zu hinterfragen, neue Wege zu gehen und Lösungen auszuprobieren, die es in der Vergangenheit noch nicht gab.

    Die «Verhäuselung der Schweiz» kann nicht so weitergehen. Was in einer Schweiz mit 6 Mio. Einwohnern und beschränkter Mobilität noch funktionierte, führt heute zum Kollaps. Wir müssen uns wieder vermehrt als Teil des Universums verstehen, in dem wir nur eine von vielen Arten sind – nicht als Dominatoren. Wir sehen täglich die Folgen unseres kurzsichtigen Umgangs mit endlichen Ressourcen, mit abnehmender Biodiversität und der Verschleuderung von Energie.

    Wir werden in Zukunft zusammenrücken, Platz für Andere schaffen, effizienter und suffizienter leben. Damit das unsere Lebensqualität nicht schmälert, müssen wir dazu die technologischen Möglichkeiten, die sich uns heute schon bieten, und jene, die wir zukünftig entwickeln werden, besser nutzen. Wir werden urbaner leben als heute, wir werden die Bedürfnisse des täglichen Lebens in Fussgängerdistanz befriedigen, wir werden besser vernetzt sein.

    Wir haben mittlerweile 9 Millionen Einwohner erreicht in der Schweiz. Die Immobilienbranche redet seit längerem von einer 10-Millionen-Schweiz. Sind wir aus Ihrer Sicht genug vorbereitet darauf und wo sehen Sie noch Nachholbedarf?
    Auch die Vorstellung der 10-Millionen-Schweiz ist bereits überholt. Wenn wir unserer alternden Gesellschaft ein komfortables Leben ermöglichen wollen, brauchen wir zusätzliche junge und gut ausgebildete Arbeitskräfte, dann brauchen wir die 12-Millionen-Schweiz! Den zu erwartenden Migrationsströmen von Klimaflüchtlingen und Kriegsflüchtlingen müssen wir nachhaltige Lösungen anbieten, ohne aber unsere Kultur und Geschichte zu gefährden. Je schneller und besser wir uns darauf vorbereiten, desto mehr werden wir auch davon profitieren können.

    Wir sind auf die exogenen Paradigmenwechsel schlecht vorbereitet. Wir nehmen den Sog der Grossstädte zwar wahr, stellen diesem aber keine Alternativen gegenüber. Wir arbeiten immer noch mit Zonenplänen, obwohl diese unsere Produktion und unsere Lebensart nicht mehr abzubilden vermögen. Wir starren gebannt auf die erfolgreichen Publikumsmagnete Zürich, Basel und Genf, statt die schlummernden Qualitäten von Kleinstädten wie Lenzburg, Brugg, Wetzikon oder Glarus wahrzunehmen und zu nutzen. Hier besteht dringender Nachholbedarf.

    Unsere Vision der Smart City Switzerland ist nicht eine Megacity mit ausufernder Agglomeration – ganz im Gegenteil: Wir schlagen vor, wieder kleinteiliger zu werden. Nicht die grossen Schweizerstädte sollen wachsen, sondern die mittelgrossen und die gut vernetzten kleineren Städte werden verdichtet und urbanisiert – mit viel Grünraum dazwischen. Zur Urbanisierung gehört die Verbesserung des Angebots, die kulturelle Aufwertung, insbesondere aber auch die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Und dort, wo die Forschung zur Siedlungsentwicklung Lücken im Städtenetz ortet, müssen wir auch den Mut aufbringen, neue Städte zu bauen.

    Welche Rollen und langfristige Vision sehen Sie für den Wirtschaftsraum Glarus und welche Schlüsselprojekte werden die kommenden Jahre prägen?
    Glarus Nord ist das wirtschaftliche Rückgrat des Kantons – mit seiner Lage, seiner Infrastruktur und seiner Nähe zum Wirtschaftsraum Zürich bietet es enormes Potenzial für Produktion und Dienstleistungen. Glarus Süd hingegen punktet mit Natur, Freizeitwert und Lebensqualität. Diese beiden Räume sollten viel stärker im Sinne einer funktionalen Symbiose gedacht werden. Die Vision Glarus 2030 zeigt dafür klare Perspektiven, aber sie muss noch breiter getragen werden. Schlüsselprojekte in Näfels-Mollis und Niederurnen-Oberurnen wären ideale Katalysatoren, werden aber bisher zu wenig genutzt – auch nicht in der kürzlich festgesetzten kommunalen Richtplanung. Eng gefasste kantonale und bundesrechtliche Vorgaben zur Bauzonendimensionierung bremsen dabei die Entwicklung – hier braucht es Spielraum für zukunftsgerichtete Lösungen.

    Eine der Masterarbeiten Ihrer Studenten analysiert Glarus Nord als potenzielles Subzentrum im Wirtschaftsraum Zürich. Wie schätzen Sie das Entwicklungspotenzial dieser Region ein, insbesondere mit Blick auf Infrastruktur, Branchen, Arbeitsplätze
    und Wohnen?

    Das Potenzial von Glarus Nord ist beeindruckend. Unsere Studien zur Smart City Switzerland zeigen, dass beidseits des Walensees Platz für eine mittelgrosse Stadt vorhanden wäre – ob diese aber in Glarus Nord, Ausserschwyz oder im Sarganserland entsteht, hängt letztlich vom politischen Willen der Bewohner ab.
    Die erwähnte HSLU-Masterarbeit untersucht die Beziehung zwischen der Grossstadt Zürich und umliegenden Subzentren (Knoten zweiter Zentralität). Der heutigen Situation des Brain-Drains und der Salär-Söldner, die zwischen dem ländlichen Raum Glarus und dem städtischen Zürich hin- und herpendeln, wird die Vision der 15-Minuten-Stadt Glarus Nord gegenübergestellt. Die Masterarbeit bestätigt die gegenseitige Abhängigkeit von Raumplanung und Wirtschaftsförderung, von Verdichtung und Nutzungsvielfalt, von Arbeitsplätzen und Wohnraum.

    Was muss aus planerischer und politischer Sicht passieren, damit Glarus nicht nur mitwächst, sondern auch mitgestaltet?
    Aus der Perspektive von Smart City Switzerland muss das Bundesamt für Raumentwicklung ARE die gesamtschweizerische Raumplanung überarbeiten und neue Freiräume für die verdichtete Siedlungsentwicklung schaffen. Auf dieser Grundlage können bestehende Städte verdichtet, oder sogar neue Regionalstädte (Knoten zweiter Zentralität) und Kleinstädte (Knoten dritter Zentralität) entwickelt werden.

    Für Glarus heisst das konkret: aktives Lobbying in Bern, um Glarus Nord als Wirtschaftsstandort zu positionieren. Nur so kann sich der Kanton aus der Rolle des passiven Mitläufers im Finanzausgleich befreien. Es braucht eine klare Entscheidung zwischen Abwarten und aktiver Mitgestaltung. Wer mitgestalten will, muss investieren – in Planung und Entwicklung, Infrastrukturen, Standortmarketing und politische Überzeugungsarbeit.

    Welche Rolle spielt der kantonale Richtplan dabei und welche Einflussmöglichkeiten gibt es auf kommunaler Ebene?
    Der kantonale Richtplan reflektiert die heutige Situation und denkt diese linear weiter. Die Paradigmenwechsel, die in den nächsten Jahren auf uns zukommen, werden darin nicht abgebildet. Der Richtplan bietet auch ungenügende Flexibilität, um auf die neuen exogenen und endogenen Herausforderungen reagieren zu können.

    Die Einflussmöglichkeiten auf die übergeordnete Richtplanung sind beschränkt. Die Kommune ist vom Kanton abhängig, und der Kanton seinerseits vom Bund. Zudem macht die Forderung nach Planbeständigkeit jede Innovation schwierig. Die Reaktionszeiten sind zu lang. Dennoch gibt es Hebel: Pilotprojekte und Entwicklungsschwerpunkte (ESP) ermöglichen es, innovative Ideen zu testen und neue Stadtmodelle zu erproben.

    Der heutige 105. immoTable in Glarus leistet einen wichtigen Beitrag zur dringend nötigen Diskussion, ob Glarus zum Standort für die Zukunft werden will.

  • MFO-West wird zum Stadtquartier

    MFO-West wird zum Stadtquartier

    Der Kauf des 25’500 m² grossen ABB-Areals durch die Stadt Zürich für netto 106 Millionen Franken ist mehr als ein Grundstückserwerb. Er ist der strategische Entscheid mit langfristiger Wirkung. Dank des 2021 abgeschlossenen städtebaulichen Vertrags und der 2025 in Kraft gesetzten Sonderbauvorschriften kann Zürich auf einem zentral gelegenen Stück Stadt Zukunft gestalten. Dies mit hoher Dichte, durchmischten Nutzungen und konsequenter Bürgerbeteiligung.

    Transformation durch Teilhabe
    Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die frühzeitige und transparente Einbindung von Anwohner, Verbänden und Quartierorganisationen. Die Bedürfnisse aus dem Quartier flossen direkt in den partizipativen Strategieprozess ein. So wurde aus einem Industrieareal ein urbanes Entwicklungskonzept mit hoher gesellschaftlicher Akzeptanz. Die Stadtplanung gewinnt damit nicht nur Fläche, sondern Vertrauen.

    Nutzungsmix als Innovationstreiber
    Das Nutzungskonzept sieht drei Neubauzonen und drei Bestandsareale vor. Geplant ist ein Mix aus gemeinnützigem Wohnraum, quartiernaher Versorgung, kreativer Gewerbenutzung und öffentlich zugänglichen Freiräumen. Mit dem Haus für Kultur- und Kreislaufwirtschaft entsteht ein Leuchtturmprojekt für innovative urbane Nutzung. Die Verbindung von Kultur, Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Aktivität macht das Areal zu einem Katalysator für neue Wertschöpfungsmodelle im urbanen Raum.

    Zwischennutzung als Impuls für Standortqualität
    Bevor die Bautätigkeit beginnt, werden Hallen und Freiflächen gezielt zwischengenutzt. Eine Strategie, die Leben ins Quartier bringt, soziale Kontakte fördert und bereits vor Baubeginn Identität stiftet. Zwischennutzungen gelten zunehmend als Erfolgsfaktor für Standortattraktivität und Resilienz in Transformationsräumen.

    Public-Private-Partnerschaft mit Vorbildfunktion
    ABB bleibt mit 500 Arbeitsplätzen in Oerlikon verankert und unterstützt die Entwicklung. Das Projekt zeigt, wie eine vorausschauende Stadtentwicklung mit privaten Eigentümern konstruktiv zusammenarbeitet. Ein Modell, das auf andere urbane Konversionsflächen übertragbar ist. Die Kombination aus städtischer Steuerung und unternehmerischer Kooperationsbereitschaft ist richtungsweisend.

    MFO-West ist kein Einzelfall, sondern ein beispielhaftes Modell für die urbane Transformation ehemaliger Industrieareale. Wer in solche Entwicklungsräume investiert, kann neue städtische Qualitäten mitgestalten. Von der sozialen Integration über innovative Nutzungskonzepte bis zur nachhaltigen Wertschöpfung. In Zeiten von Wohnraummangel, Klimazielen und neuen Mobilitätsformen sind Areale wie MFO-West der Schlüssel zur Stadt von morgen.

  • LG-Areal wird zum urbanen Stadtquartier

    LG-Areal wird zum urbanen Stadtquartier

    Die Transformation des LG-Areals verfolgt das Ziel, einen lebendigen, offenen Stadtteil zu schaffen, der sich durch architektonische Qualität und urbanes Flair auszeichnet. Grundlage für das Projekt bildet ein Bebauungsplan, der sicherstellt, dass die städtebaulichen und architektonischen Standards sowie soziale und ökologische Aspekte in die Planung einfliessen. In einem Studienverfahren wurde das Team Salewski Nater Kretz, pool Architekten, Studio Vulkan Landschaftsarchitektur und mrs partner als Sieger gekürt, deren Konzept die Basis für die Quartiersentwicklung bildet.

    Grundstückskauf durch die Stadt Zug
    Um die städtische Nutzung und die Preisentwicklung auf dem LG-Areal langfristig zu beeinflussen, plant die Stadt Zug den Kauf einer zentralen Parzelle am Theilerplatz. Die Kosten für das Grundstück belaufen sich auf CHF 65 Millionen. Dieses Geschäft wird demnächst vom Grossen Gemeinderat behandelt. Durch diesen Erwerb kann die Stadt Zug Einfluss auf die Quartiersgestaltung nehmen und sicherstellen, dass im Herzen der Stadt Zug zeitnah bezahlbarer Wohnraum entsteht, so wie dies im Juni 2023 von der Stadtzuger Bevölkerung mit der Annahme der 2000-Wohnungen- Initiative gefordert wurde.

    Umbauarbeiten auf dem LG-Areal
    Während die langfristigen Entwicklungsabsichten für die Aufwertung des LG-Areals im politischen Planungsverfahren sind, werden auf dem Grundstück der UBS Fund Management (Switzerland) AG aktuell bereits zwei bestehende Gebäude saniert. Es handelt sich um die Gartenstadt 2a und das Backsteingebäude am Zählerweg 3-9, welche beide an die Shedhalle mit dem «Freiruum» angrenzen. Dieser Umbau wird von der Immobilienentwicklerin und Totalunternehmerin Losinger Marazzi AG ausserhalb des ordentlichen Bebauungsplanverfahrens auf dem LGAreal durchgeführt und etappenweise umgesetzt.

    Bezug bis 2027
    Das Gebäude an der Gartenstadt 2a soll bis Mitte 2026 fertiggestellt sein und neuen Gewerbemietern Platz bieten. Die rund 60 Wohnungen am Zählerweg 3-9 wiederum werden voraussichtlich anfangs 2027 bezugsbereit sein. Läuft alles nach Plan, wird der «Freiruum» zu diesem Zeitpunkt ins Erdgeschoss des 200 Meter langen Gebäudes übersiedeln. Mit der Rechtskraft des Bebauungsplans LG-Areal kann in einer weiteren Etappe die Shedhalle saniert werden, um dem «Freiruum» ab 2029 seine langfristig nutzbaren Räumlichkeiten anzubieten.
    Neues Stadtquartier
    Bis 2032 wird die einst «verbotene Stadt» zum offenen und durchmischten Quartier mit Industriecharakter und städtischem Flair. Rund 1200 Wohnungen und 2300 Arbeitsplätze sollen dereinst angeboten werden. Der Theilerplatz, das Herzstück des neuen Stadtquartiers, wird mit einladenden Aufenthaltsorten und grünen Freiräumen zu einem zentralen Ort der Begegnung für Quartierbewohnende und die städtische Bevölkerung umgestaltet.

  • Antworten auf die Herausforderungen der urbanen Zukunft

    Antworten auf die Herausforderungen der urbanen Zukunft

    Derzeit leben rund 56 % der Weltbevölkerung in Städten, eine Zahl, die bis 2050 auf 70 % ansteigen wird. Diese Urbanisierung bringt zahlreiche Herausforderungen mit sich, darunter steigende Ansprüche an Raum und Flächennutzung sowie Zielkonflikte zwischen verschiedenen Sektoren. Eine vorausschauende Planung ist unerlässlich, um Städte, ländliche Räume und die Gebiete dazwischen zukunftsfähig zu gestalten. Die BAU 2025 zeigt, welche Antworten es bereits gibt und wo neue Wege entwickelt werden müssen.

    Verschwimmende Grenzen zwischen Stadt und Land
    Traditionell waren Stadt und Land durch klare geographische und funktionale Grenzen definiert: Städte als Bevölkerungs-, Industrie- und Dienstleistungszentren und das Land als landwirtschaftlich geprägter Raum. Diese Grenzen verschwimmen jedoch zunehmend, und die Herausforderungen für Stadt, Land und den Raum dazwischen werden immer ähnlicher. Themen wie demografischer Wandel, notwendige Infrastruktur, Mobilität sowie nachhaltige Raumplanung und Siedlungsentwicklung betreffen alle Regionen gleichermassen.

    Raumordnung und Raumentwicklung
    Zentral für die nachhaltige Gestaltung unserer Lebensräume sind die Aufgaben der Raumordnung und Raumentwicklung. Diese reichen von der nachhaltigen Flächennutzung und Vermeidung von Flächenversiegelung bis hin zur Förderung sozialer Integration und Lebensqualität. Die «Neue Leipzig Charta» dient als Grundsatzdokument der Nationalen Stadtentwicklungspolitik und bietet einen Leitfaden für innovative und nachhaltige Lösungen in der Stadtplanung und Quartiersentwicklung. Die digitale Transformation und veränderte Ansprüche an Konsum und Mobilität erfordern eine neue Mischung aus Produktion, Arbeit und Wohnen zugunsten lebendiger Quartiere.

    Transformation des Bestands
    Die Anpassung und Aufwertung bestehender Bausubstanz ist eine zentrale Zukunftsaufgabe der Bauwirtschaft. Intelligente Konzepte für die flexible Um- und Weiternutzung bestehender Gebäude helfen, die kulturelle Identität zu bewahren und Emissionen zu minimieren. Beispiele dafür sind die Umnutzung ehemaliger Industrieareale zu lebendigen Stadtquartieren sowie die Innenentwicklung im ländlichen Raum, die vorhandene Bausubstanz revitalisiert und nutzt. Innovative Projekte verknüpfen öffentliche Infrastruktur und soziale Dienstleistungen, fördern nachhaltige Ressourcennutzung und beleben Ortskerne.

    Ökologische Transformation als Zukunftsinvestition
    Die ökologische Transformation unserer Städte und ländlichen Räume ist eine echte Zukunftsinvestition. Sie führt zu klimagerechten Lebensverhältnissen und bietet wirtschaftlichen Mehrwert für alle Beteiligten. Architekten, Innen- und Landschaftsarchitekten sowie Stadtplaner verbinden ökologische, soziale, ökonomische, funktionale und gestalterische Aspekte und unterstützen die Harmonisierung von Einzelinteressen mit dem Gemeinwohl. Prof. Lydia Haack, Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer, betont die Bedeutung der «KlimaKulturKompetenz» und die Verantwortung der Mitglieder, die ökologische Transformation im Planen und Bauen voranzutreiben.

    Bezahlbarer Wohnraum
    Bezahlbarer Wohnraum ist entscheidend für die Stabilisierung lokaler Gemeinschaften und der Wirtschaft. Die Schaffung von 400.000 Wohnungen pro Jahr, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, steht im Gegensatz zum Rückgang der Wohnungsbaugenehmigungen. Neue Strategien zur Umnutzung von Bestandsgebäuden, wie Bürogebäuden oder Krankenhäusern, sowie innovative Wohnformen, die auf Gemeinschaft und Offenheit setzen, sind Ansätze zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums und zur Förderung der sozialen Interaktion.

    Neue Formate und Prozesse
    Nachhaltige Entwicklung in der Stadt-, Raum- und Regionalplanung erfordert neue Prozesse, Methoden und Instrumente, um schnell auf aktuelle Herausforderungen reagieren zu können. Die rasante Digitalisierung und der technologische Fortschritt der letzten 20 Jahre erfordern dynamische Prozesse, die kontinuierlich angepasst werden müssen. Szenarienentwicklung und innovative Beteiligungsformate fördern neue Wege der Mitgestaltung und Akzeptanz. Best Practices und skalierbare Impulse werden auf der BAU 2025 ebenso präsentiert wie die dafür notwendigen Produkt- und Systeminnovationen.

  • Ein globales Zentrum für Internationalität und Innovation

    Ein globales Zentrum für Internationalität und Innovation

    Genf spielt eine zentrale Rolle auf der internationalen Bühne, nicht nur als Sitz der Vereinten Nationen und von fast 400 NGOs, sondern auch als Sitz zahlreicher multinationaler Unternehmen, insbesondere in den Bereichen Forschung und Entwicklung. Diese Positionierung unterstreicht die Bedeutung von Genf als globales Zentrum für internationale Zusammenarbeit, unterstützt durch eine akademische Landschaft, die zu den besten der Welt zählt.

    AusgezeichneteInfrastruktur
    Als eine der wirtschaftsfreundlichsten Städte Europas verfügt Genf über eine ausgezeichnete Infrastruktur, die internationale Kongresse und Geschäftsreisende anzieht. Der internationale Flughafen von Genf liegt nur wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernt und bietet Direktflüge zu etwa 150 Zielen in der ganzen Welt. Das gut ausgebaute internationale Eisenbahnnetz, einschließlich des TGV, der Paris in nur drei Stunden erreicht, und des Léman Express, Europas größtem regionalen Eisenbahnnetz, erhöht die Zugänglichkeit von Genf erheblich.

    Förderung multilateraler Diskussionen
    Genf ist Gastgeber wichtiger internationaler Diskussionen, von den Vereinten Nationen über das Internationale Komitee des Roten Kreuzes bis hin zu den Weltwirtschaftsforen. Diese Diskussionen sind Teil des Erbes von Genf und spiegeln die Stadt als Knotenpunkt für internationale Verhandlungen und Schiedsgerichte wider. Die Weltorganisation für geistiges Eigentum dokumentiert hier die vielen Innovationen, die aus den lokalen Forschungs- und Entwicklungszentren hervorgegangen sind.

    Nachhaltige Stadtentwicklung
    Zusätzlich zu seiner Rolle als internationales Zentrum setzt Genf neue Maßstäbe in der nachhaltigen Stadtentwicklung. Ein Subventionsprogramm mit einem Budget von 500 Mio. CHF soll die energetische Sanierung von Gebäuden beschleunigen und die Klimaziele erreichen. Dieses Engagement zeigt, dass Genf bestrebt ist, bis 2050 klimaneutral zu werden und unterstützt damit private und öffentliche Eigentümer bei der Modernisierung ihrer Immobilien.
    Genf zeigt eindrucksvoll, wie eine Stadt gleichzeitig ein Zentrum für internationale Politik und Wirtschaft und ein Zentrum zur Förderung der nachhaltigen Entwicklung sein kann. Durch diese Dualität stärkt Genf seine Position als ein Ort, an dem globale Herausforderungen auf innovative und effektive Weise angegangen werden.

  • Neuer Master-Studiengang für urbanen Wandel

    Neuer Master-Studiengang für urbanen Wandel

    Mit Beginn des Herbstsemesters 2025 bietet die Fakultät für Architektur, Bau- und Umweltingenieurwissenschaften (ENAC) der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) einen Master-Studiengang für die Herausforderungen des städtischen Wandels an. Ein Master-Abschluss in Urbanen Systemen soll die ENAC-Studierenden in die Lage versetzen, Spezialisten für die Anpassung von Städten und umliegenden Gebieten an den Klimawandel zu werden, heisst es in einer Medienmitteilung der EPFL.

    Angesichts des Klimawandels muss sich die Schweiz mit Experten für Stadtmanagement im weitesten Sinne ausstatten, heisst es von der EPFL. Der neue Masterstudiengang ist in Zusammenarbeit mit der Praxis entwickelt worden. Er bietet den Absolventen der ENAC-Bachelorstudiengänge Bauingenieurwesen und Umwelttechnik die Möglichkeit, sich auf den nachhaltigen Wandel von Städten und umliegenden Gebieten zu spezialisieren, heisst es weiter. Der Masterstudiengang stehe auch anderen verwandten Disziplinen, einschliesslich der Architektur, offen, sofern sie einen Antrag stellen.

    Der Studiengang hat drei Spezialisierungen: Mobilität und Transport in einem sich verändernden Klima, nachhaltige Übergänge in städtischen Systemen und Gesundheit und Wohlbefinden in der städtischen Umwelt.

    Am Ende des Programms erhalten die Studierenden einen EPFL Master of Science MSc in Urban Systems. Dieses Diplom berechtigt sie zum Führen des Titels EPF qualified engineer.

  • Baustoff Holz als Schlüssel für die Entwicklung urbaner Gebiete

    Baustoff Holz als Schlüssel für die Entwicklung urbaner Gebiete

    Effiziente Nutzung von Energie und Schutz des Klimas in Gebäuden
    In Anbetracht des hohen Energieverbrauchs von Gebäuden und ihres Beitrags zum CO2-Ausstoss ist es entscheidend, den Energiebedarf sowohl während der Bauphase als auch während der Nutzung von Gebäuden zu senken. Der Holzbau trägt durch seine CO2-speichernde Natur und effiziente Produktionsmethoden wesentlich zur Reduzierung der sogenannten grauen Energie bei.

    Modernisierung und Erneuerung der Gebäudestruktur
    Viele Gebäude in Deutschland sind über 25 Jahre alt und müssen modernisiert und energetisch saniert werden. Der Holzbau bietet hier innovative Lösungen, wie z.B. Aufstockungen zur effizienten Flächennutzung und Nachverdichtung, verbunden mit einer verbesserten Energiebilanz. Die zunehmende Urbanisierung und Landflucht erfordern intelligente Baukonzepte in den Städten.

    Urbanisierung und die Rolle des Holzbaus
    Der Holzbau erweist sich als ideale Lösung für die vertikale und horizontale Nachverdichtung. Durch sein geringes Gewicht und den hohen Vorfertigungsgrad eignet sich der Holzbau besonders für den Einsatz in dicht bebauten Metropolen.

    Der Holzbau ist mehr als nur eine traditionelle Bauweise – er ist eine Antwort auf die drängenden Fragen unserer Zeit nach Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Ähnlich wie Beton und Stahl zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat der Holzbau das Potenzial, zukünftige Bauaufgaben effizient und nachhaltig zu lösen und so zu einer nachhaltigeren Gestaltung unserer Stadtlandschaften beizutragen.

  • Greencity Vergé setzt neue Massstäbe in Sachen Nachhaltigkeit

    Greencity Vergé setzt neue Massstäbe in Sachen Nachhaltigkeit

    Vergé ist mehr als ein Wohnprojekt, es ist eine Antwort auf die drängenden Fragen des urbanen Zusammenlebens und der ökologischen Verantwortung. Im Süden Zürichs auf einem ehemals industriell genutzten Areal gelegen, steht Vergé für den Übergang zu einem neuen Verständnis von Wohnen, das sowohl die Bedürfnisse seiner älteren Bewohnerinnen und Bewohner berücksichtigt als auch aktiv zur urbanen Lebensqualität beiträgt.

    Der Entwurf von Vergé verbindet moderne Architektur mit ökologischer Nachhaltigkeit. Durch die Verwendung nachwachsender und leichter Materialien setzt das Projekt nicht nur gestalterische Akzente, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des ökologischen Fussabdrucks. Die Gestaltung des Innenhofs als sozialer Treffpunkt und die sorgfältige Auswahl der Bepflanzung fördern die Biodiversität und bieten den Bewohnern einen Rückzugsort im Einklang mit der Natur.

    Ein oft unterschätzter Hebel liegt in der Wahl der Materialien für die Innenwände. Wenn man nichttragende Innenwände aus Leichtbau anstelle von Beton erstellt, kann dies laut Lennart Rogenhofer, Chief Climate Officer der Losinger Marazzi AG zu einer Reduktion von CO2-Emissionen um etwa 50% führen. Ähnliche Einsparungen ergeben sich, wenn anstelle einer Beton-Putz-Fassade eine Holzfassade verwendet wird. Diese entspricht dem Ziel, nachhaltige und wenig verarbeitete Rohstoffe zu nutzen. Zudem hat sich Losinger Marazzi grundsätzlich dazu entschieden, in ihren Projekten so weit wie möglich CO2-reduzierten Beton einzusetzen. Die Reduktion der grauen Emissionen mit einer schlankeren Tragstruktur, die die Betonmenge durch Optimierung der Deckenstärken und Stützenraster minimiert, ist schwer zu quantifizieren. Rogenhofer erklärt: «Das liegt daran, dass kein ’nicht optimiertes‘ Projekt als Vergleich existiert.». Greencity mit dem letzten Baufeld Vergé zeigt eindrucksvoll, dass der Immobiliensektor eine Schlüsselrolle bei der Erreichung der Klimaziele spielt. Durch den Einsatz von Wärmerückgewinnungstechnologien und die Einbindung in das Nahwärmenetz wird eine weitestgehend autonome Energieversorgung angestrebt, wobei die Zertifizierung nach dem SNBS Gold Standard angestrebt wird.

    Durch die Fokussierung auf nachhaltiges und energieeffizientes Bauen kann nicht nur die Lebensqualität der Bewohner verbessert, sondern auch ein entscheidender Schritt in eine nachhaltigere Zukunft gemacht werden.

    Das Projekt wird durch Losinger Marazzi erbaut und diese hat sich seit fast 20 Jahren als Vorreiterin in Sachen Nachhaltigkeit in der Immobilien- und Baubranche positioniert und setzt konsequent ihre Klimastrategie um, die der Strategie des Mutterkonzerns Bouygues Construction folgt. Seit Ende 2023 ist das Unternehmen SBTi zertifziert und bleibt weiterhin führend im Bereich Nachhaltigkeit. Diese Zertifizierung bestätigt, dass die firmeneigenen CO2-Reduktionsziele für direkte und indirekte Unternehmensemissionen (inkl. Scope 3) gemäss internationalen Standards (GHG Protocol) berechnet wurden und im Einklang mit den Pariser Klimazielen stehen. Eine externe, unabhängige Prüfungsgesellschaft überprüft zudem, dass die zertifizierten Unternehmen ihre Ziele nicht durch CO2-Kompensation, sondern durch tatsächliche CO2-Reduktion erreichen. Aus diesem Grund wurde bereits im Jahr 2021 ein CO2-Absenkpfad erstellt, um die strategischen Entscheidungen zu lenken.

  • Zukunft für 500 gemeinnützige Wohnungen im Josef-Areal

    Zukunft für 500 gemeinnützige Wohnungen im Josef-Areal

    Die neu gegründete IG Zentrum Hardbrücke (IGZH) setzt sich leidenschaftlich für ein vielfältiges, urbanes und ökologisches Zürich-West ein. Die IGZH sieht die Notwendigkeit, das Quartier mit mehr Leben zu erfüllen, insbesondere durch die Steigerung des derzeit niedrigen Wohnanteils von nur 12 Prozent. Aus diesem Grund hat die IG Zentrum Hardbrücke eine Untersuchung in Auftrag gegeben, um herauszufinden, ob und wie auf dem Josef-Areal, das im Besitz der Stadt Zürich ist, Wohnungen realisiert werden können.

    Dringender Bedarf an Wohnraum in Zürich-West
    Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen, dass, abhängig von der Ausnutzung des Areals, bis zu 500 gemeinnützige Wohnungen auf dem Josef-Areal gebaut werden könnten. Die Förderung von gemeinnützigem Wohnraum soll dazu beitragen, die Vielfalt im Quartier zu erhöhen. Angesichts des Scheiterns der Pläne für Wohnungen auf dem benachbarten Neugass-Areal und der Ankündigung der SBB, vorerst keine Wohnungen an der Neugasse zu bauen, ist dieser zusätzliche Wohnraum umso dringlicher.

    Wohnungen sind nun wichtiger denn je
    Die IG Zentrum Hardbrücke ist sich bewusst, dass die Stadt bereits weit fortgeschrittene Pläne für die Entwicklung des Josef-Areals hat, die jedoch keine Wohnungen vorsehen. Die IGZH ist jedoch der Ansicht, dass sich die Situation nach dem Scheitern des Neugass-Projekts grundlegend geändert hat und dass das Quartier dringend Wohnraum benötigt. Die IGZH sieht die Gelegenheit auf dem Josef-Areal als eine Chance, die nicht vertan werden sollte.

    Wohnungen als sinnvolle Ergänzung
    Eine Arbeitsgruppe der IG Zentrum Hardbrücke hat verschiedene Szenarien für Wohnungen auf dem Josef-Areal erarbeitet, die im Hochparterre-Sonderheft „Josef will wohnen“ veröffentlicht wurden. Es wird deutlich, dass die Idee, Wohnungen auf dem Josef-Areal zu errichten, nicht im Widerspruch zu den Plänen der Stadt steht. Das Konzept der Arbeitsgruppe ermöglicht auch die Umsetzung des Hallenbads für Schulkinder, der Alterswohnungen, der Quartierräume und der Grünflächen. Lediglich der Werkhof für das Tiefbauamt könnte am Stadtrand besser untergebracht werden als in zentraler Lage mitten im Quartier.

    Die politische Entscheidung ist gefragt
    Um Wohnungen auf dem Josef-Areal überhaupt in Betracht zu ziehen, ist ein aktives politisches Handeln erforderlich. Das Josef-Areal ist derzeit als Zone für öffentliche Bauten und Anlagen (ZöBA) ausgewiesen, in der Wohnungen nicht erlaubt sind. Eine Umnutzung ist jedoch möglich und hängt von politischem Willen ab. Die IG Zentrum Hardbrücke hofft, dass die Veröffentlichung von „Josef will wohnen“ die notwendigen Diskussionen in Gang setzt.

  • CFO-Wechsel bei SF Urban Properties AG

    CFO-Wechsel bei SF Urban Properties AG

    Reto Schnabel wird sich in seiner Rolle als CFO der Fondsleitungsgesellschaft zukünftig vollumfänglich auf die finanzielle Führung der Swiss Finance & Property Funds AG und deren Produkte und Mandate konzentrieren.

    Alexander Vögele, Verwaltungsratspräsident der SF Urban Properties AG: «Ich danke Reto herzlich für die geschätzte und gewissenhafte Zusammenarbeit. Mithilfe seiner finanziellen Führung konnten wir ein ertragsstarkes Portfolio weiter ausbauen. Mit Sascha Küng können wir die Position ideal und vorausschauend nachbesetzen.»

    Sascha Küng (38) stiess im März 2021 als Finance Manager zur Swiss Finance & Property Funds AG. Er ist diplomierter Wirtschaftsprüfer, verfügt über einen MSc in Wirtschaftsinformatik und ein CAS in der Immobilienbewertung

  • Urbane Dörfer lädt zur Eröffnung nach Melchenbühl ein  

    Urbane Dörfer lädt zur Eröffnung nach Melchenbühl ein  

    Die Genossenschaft Urbane Dörfer mit Sitz in Bern lädt am Samstag, 26. August, ab 17 Uhr zur Eröffnungsfeier des Projekts Melchenbühl nach Muri-Gümligen ein. Dort, direkt bei der Tramhaltestelle Melchenbühl in Gümligen, eröffnet die Genossenschaft einen vielfältigen Begegnungsort. Es ist das zweite Pilotprojekt von Urbane Dörfer neben dem Urbanen Dorf Webergut in Zollikofen BE. Laut einem zu diesem Anlass herausgegebenen Flyer mit Einladung wird am 26. August zunächst ein Kreativort mit Kaffee und Bar, Coworking und Atelier eröffnet. Langfristig sollen 60 Wohneinheiten entstehen.

    Am 1. März 2023 hat Urbane Dörfer das Areal übernommen. Die ungenutzte Wiesenfläche, ein zweistöckiges Werkstatt- und Bürogebäude mit Innenhof und ein Zeithorizont von zwei bis drei Jahren schaffen Raum für Ideen aus der Bevölkerung, das Testen von zukünftigen Nutzungen des Urbanen Dorfes und für einen Begegnungsort, heisst es auf der Internetseite zum Projekt.

    Am neuen Kreativort wird es Benela’s Kaffee und Bar im Erdgeschoss geben. Im Obergeschoss sollen Atelier und Coworking Space einen schöpferischen Nährboden für Kreativschaffende und Selbstständige schaffen. Die Kreativwerkstatt diene als Workshop-Raum für kreative Projekte.

    Zur Zukunft des Pilotprojekts heisst es, langfristig entstehe auf dem Areal ein vielfältiger Wohn-, Arbeits- und Kreativort und eine Basis für gelebte Nachbarschaft. Geplant sind 60 Wohneinheiten, gemeinschaftlich genutzte Flächen und öffentliche Gewerbeflächen. Das partizipative Wohnprojekt sei „eine Keimzelle für ein nachhaltiges urbanes Leben“.

    Dann folgt noch der Hinweis, dass der Anlass bei jedem Wetter stattfinde und eine Anmeldung nicht erforderlich sei.

  • Urban Manufacturing!

    Urban Manufacturing!

    Vor über zehn Jahren erstellten wir für eine Wirtschaftsregion eine interne Studie zur nutzerzentrierten Standortentwicklung. Im Kernfokus standen Hightech-Unternehmen, deren Bedürfnisse in Ansiedlungsprozessen berücksichtigt werden sollten. Mit Hightech-Unternehmen waren nicht bloss die «Googles» und «Facebooks» der heutigen Wirtschaft gemeint, sondern allgemein Firmen, die mit modernsten Mitteln wirtschaften, also auch produzierendes Gewerbe. Grössere Firmen, die einen neuen Standort suchten, waren interessiert, eine ihnen thematisch nahestehende Hochschule in geografischer Nähe zu haben. Dies, um den Austausch mit Wissenschaft und Lehre sicherstellen zu können und um in relativer Nähe um Studienabgänger:innen mit attraktiven Angeboten buhlen zu können. Google macht es vor: 2004 startete das amerikanische Unternehmen in Zürich mit zwei Mitarbeitenden. Heute bietet die Hightech-Firma in Zürich rund 5’000 Arbeitsplätze an. Dies nicht bloss, weil Zürich eine schöne Stadt ist, sondern vor allem weil die renommierte «Eidgenössische Technische Hochschule» (ETH) in Zürich zu Hause ist. Die Studie ergab auch, dass Mitarbeitende solcher Firmen ein grosses Freizeit- und Kulturangebot vor Ort, also kurze Wege, suchen. Auch wenn Landpreise in der Stadt höher liegen als auf dem Land: Viele Unternehmen legen Wert auf «spannende» Gebäude für ihre Unternehmensbasis (siehe beispielhaftes Artikelbild). Die Stadt bietet oft interessante Brachen, in denen früher Industriefirmen angesiedelt waren. Als PR-Effekt und aus Sicht eines guten Employer Brandings ist dies nicht zu unterschätzen.

    Warum also sollten sich urbane Standorte überlegen, künftig wieder vermehrt Angebote für produzierendes Gewerbe zu schaffen? Die Antwort: Mindergenutzte Flächen werden funktional durchmischt und damit aufgewertet. Die Kommune trägt zu kürzeren Wegen bei, entlastet den teilweise überlasteten Nahverkehr, das Pendleraufkommen vermindert sich, was zu einer erhöhten Nachhaltigkeit eines Standorts führt. Indem Arbeitsplätze in der Kommune geschaffen werden, wird die Kaufkraft gesteigert und damit einhergehend auch die Gewerbesteuereinnahmen. Urban Manufacturing ist ein Megatrend, bei dem man zwischen «urbaner Industrie», «urbanen Manufakturen» (Handwerk) und «urbaner Landwirtschaft» (Urban Farming) unterscheidet. Ein Zukunftsthema, das für jede Stadt und urbane Region sehr interessant ist und als Thema in der Standortentwicklung im Auge behalten werden sollte. Warum nicht einmal ein Zukunftsbild erstellen, das zeigt, wie ein nachhaltiger Standort künftig mit einer gesunden Durchmischung von produzierendem Gewerbe, Freizeit und Wohnen aussehen könnte?


    Schweizerische Vereinigung für Standortmanagement SVSM –  der Dachverband für Standort- und Wirtschaftsförderung
    Die SVSM ist eine praxisorientierte und unabhängige Anlaufstelle für Fragen rund um das Thema Standortmanagement und Wirtschaftsförderung. Als Dachverband zählt sie rund 80 Mitglieder aus den Bereichen Standortmanagement, Regionenmarketing, Wirtschaftsförderung und Immobilien. Die Vereinigung fördert den interdisziplinären Erfahrungsaustausch und das Networking und setzt sich für die Professionalität im Standortmanagement ein. Mit der Veranstaltungsreihe «SVSM Dialog» organisiert die SVSM halbjährlich eine hybride Fachtagung mit wechselndem Fokus auf dem Standortmanagement bzw. der Wirtschaftsförderung. Seit 2007 vergibt die Organisation die SVSM Awards für innovative Projekte in der Standort- und Wirtschaftsförderung und wählt eine verdiente Persönlichkeit zur/zum Standortmanager:in des Jahres.

    www.svsm-standortmanagement.ch
    info@svsm-standortmanagement.ch

  • Neues Stadtquartier in Bern soll grün, urban und nachhaltig werden

    Neues Stadtquartier in Bern soll grün, urban und nachhaltig werden

    Auf dem Viererfeld/Mittelfeld soll Wohn- und Lebensraum für rund 3000 Bewohnerinnen und Bewohner geschaffen werden. Das Stadtquartier soll urban, nachhaltig, grün und wegweisend sein in Bezug auf eine zukunftsweisende Mobilität sowie hinsichtlich vielfältigen und durchmischten Wohnungsbaus und ökologischer Standards. Angestrebt wird die Zertifizierung als 2000-Watt-Areal.

    Mindestens 50 Prozent der Wohnfläche sind für den gemeinnützigen Wohnungsbau reserviert. Die Stadt Bern will so langfristig preisgünstigen Wohnraum schaffen und erhalten. Geplant sei ein Zuhause für Menschen mit den vielfältigsten Lebensentwürfen und -umständen. Dieses Ziel beeinflusst laut Stadtpräsident Alec von Graffenried auch das Vorgehen in der Planung: «Die Nachbarschaft und die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner werden das Projekt mitprägen, damit sich schon bald viele Menschen im Viererfeld/Mittelfeld wohlfühlen können.»

    Das neue Quartier soll aus unterschiedlichen, aber zueinander passenden Häusern bestehen und dadurch Vielfalt in der Einheit bieten. Geplant sind fünf Teilgebiete mit unterschiedlichen Bebauungsmustern. In einem der Teilgebiete soll eine Schule entstehen.

    Etwa die Hälfte des Viererfelds und ein Drittel des Mittelfelds bleiben grün und stehen als Stadtteilpark für Spiel und Naherholung zur Verfügung. An einer Hauptachse des Viererfelds befinden sich alle wichtigen öffentlichen Räume und publikumsorientierten Nutzungen. Eine zweite wichtige Verbindung führt vom Länggassquartier über das Mittelfeld in den Stadtteilpark mit seiner Allmend, seinen Sportflächen und dem Gartenland.

    Der Stadtrat Bern hat Anfang Jahr entschieden, den Stimmberechtigten die Baurechtsabgabe von Land auf dem Viererfeld/Mittelfeld und die nötigen Kredite für die nächsten Schritte in einer einzigen Abstimmung vorzulegen. Die Abstimmung war für Mai 2022 vorgesehen. Aufgrund einer Stimmrechtsbeschwerde gegen die Volksvorlage hat der Gemeinderat entschieden, diese Abstimmung abzusagen und die Vorlage aufzuteilen: Die Stimmberechtigten sollen über Kredite und Baurechtsvergaben separat abstimmen.

    Der Abschluss von Reservationsvereinbarungen mit den Investorinnen und Investoren der ersten Etappe erfolgt nach der Volksabstimmung. Danach beginnt die Projektierung der ersten Bauetappe und zu einem späteren Zeitpunkt die Evaluation der Bauträgerschaften für die weiteren Etappen. Die Bauarbeiten für die Infrastrukturen auf dem Viererfeld/Mittelfeld sollen voraussichtlich im Jahr 2026 beginnen. Mit dem geplanten Baustart der ersten Wohnbauten ab 2027 wären ab 2029 die ersten Wohnungen bezugsbereit. Der Bau des Schulhauses im Viererfeld wird mit einer separaten Vorlage zur Abstimmung gebracht.

    Das neue Quartier in der Stadt Bern soll aus fünf Teilgebieten (Nord, West, Ost, Zentrum, Mittelfeld) und viel Grünfläche (Stadtteilpark und Mittelfeldpark) bestehen.

    Städtebaulicher Wettbewerb –
    Siegerteam Städtebau und Stadtteilpark:

    • Städtebau: Ammann Albers StadtWerke GmbH, Zürich
    • Landschaftsarchitektur: Raderschallpartner ag landschaftsarchitekten bsla sia, Meilen
    • Architektur: huggenbergerfries, Architekten AG ETH SIA BSA, Zürich
    • Soziales: Zeugin-Gölker Immobilienstrategien GmbH, Zürich
    • Mobilität: Basler & Hofmann AG, Zürich

    Prämierte Projekte Wohnen mit Weiterbearbeitung
    (Architekten, Reihenfolge gemäss Rangierung):

    • pan m GmbH & Martin Dubach Architekt ETH (neu: Studio DIA),
      Zürich
    • Hosoya Schaefer Architects AG, Zürich
    • agps architecture AG, Zürich
    • huggenbergerfries Architekten AG, Zürich
    • Bürgi Schärer Architekten AG, Bern / Futurafrosch Architektur und Raumentwicklung GmbH, Zürich / henson architekten GmbH, Zürich
    • BHSF Architekten, Zürich / van Wageningen Architekten, Amsterdam
    • camponovo baumgartner architekten GmbH, Zürich / Blättler Heinzer Architektur GmbH, Zürich

    Idee/Nutzung:
    Stadtquartier mit Wohn- und Lebensraum für 3000 Bewohnerinnen und Bewohner
    LAGE: Stadt Bern
    PLANUNG UND REALISIERUNG: 2012 bis 2034
    BAUSTART: Voraussichtlich 2026
    GRUNDEIGENTÜMERIN: Stadt Bern, Fonds für Boden und Wohnbaupolitik, Baufelder, Abgabe im Baurecht
    NEUE EINWOHNER:INNEN: ca. 3000
    NEUE WOHNUNGEN: ca. 1100
    NEUE ARBEITSPLÄTZE: ca. 600

  • Super-Core-Wohnimmobilien für Rendite und Nachhaltigkeit

    Super-Core-Wohnimmobilien für Rendite und Nachhaltigkeit

    Um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, muss die Welt gemäss Pariser Klimaabkommen bis 2050 klimaneutral werden. Bei der Senkung des CO2-Ausstosses kommt Immobilieninvestoren eine wichtige Rolle zu. Denn nach Angaben des World Green Building Council verursachen Gebäude beim Betrieb und Bau rund 40 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen.

    Das 2050er-Klimaziel stellt eine grosse Herausforderung dar, weil es tiefgreifende Massnahmen im Gebäudebereich erfordert. Zugleich bietet es aber auch Chancen, insbesondere wenn es um nachhaltigen Wohnraum in gefragten Grossstädten geht. In Anlehnung an besonders risikoarme Immobilien in Toplage (Core-Assets) lässt sich in Kombination mit dem Faktor Nachhaltigkeit von einer aufstrebenden Anlageklasse „Super-Core“ sprechen.

    Anlageentscheidungen werden zunehmend nicht mehr nur auf Basis von Renditeerwartungen, sondern auch anhand von Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsaspekten (ESG-Kriterien) getroffen. Daher unternehmen Fondsmanager grosse Anstrengungen, um Nachhaltigkeitskriterien zu erfüllen und transparent zu kommunizieren. Viele Mittel fliessen in die Optimierung der ESG-Profile potenzieller Investments, beispielsweise in Form von Green-Building-Zertifizierungen oder der Klimaneutralisierung ganzer Fonds.

    Klar ist aber auch, dass die Branche insgesamt klare Regeln braucht, wenn sie ihr Potenzial zur Bewältigung der Klimakrise voll ausschöpfen soll. Ein entsprechender gesetzlicher Rahmen bietet eine solide Grundlage, um professionelle Investoren auf ihrem Weg zu nachhaltigeren Entscheidungsprozessen zu unterstützen.

    Finanzielle und soziale Rendite

    Diese Entwicklung schafft auch neue Investmentchancen, nicht zuletzt mit der neuen Anlageklasse Super-Core. Wohnimmobilien in etablierten urbanen Regionen mit starkem ESG-Profil sind per se nachhaltig – ökologisch, sozial und wirtschaftlich. Sie sind auch von Natur aus risikoarm, denn gefragte Wohngegenden in attraktiven Städten haben sich historisch als extrem krisensicher erwiesen.

    Super-Core bietet zudem die Möglichkeit, eine soziale Rendite zu erzielen. Grossinvestoren sind in der Lage, digital gestützt grosse Wohnungsbestände effizient und professionell zu verwalten. Damit steigt die Lebensqualität der Bewohner. Sie leben gerne in der Nachbarschaft und ziehen seltener um. Dies gilt umso mehr, wenn soziale Infrastruktur wie Kindertagesstätten, Grünflächen und Nahversorgungsangebote schon in der Bauphase fest integriert werden. Die Investoren wiederum profitieren von der geringeren Mieterfluktuation, einem höheren Vermietungsstand und einem insgesamt nachhaltigeren Umfeld.

    Super-Core bedeutet auch, Gebäude gemäss moderner Nachhaltigkeitskriterien zu errichten. Neue naturnahe Materialien sowie zunehmend beliebte Methoden wie z.B. die Modular-Bauweise können sowohl den CO2-Ausstoss als auch die Bauzeit- und kosten massiv senken. Dabei werden die Komponenten in Fabriken hergestellt und dann vor Ort zusammengesetzt.

    Es geht nicht nur um ESG

    Den Blick auf Neubauten zu verengen, wäre allerdings falsch. Die allermeisten Häuser, in denen wir in den nächsten 50 Jahren leben werden, sind bereits gebaut. Die nachhaltige Sanierung bestehender Gebäude wird darum immer wichtiger. Zwar ist jedes Gebäude anders, trotzdem gibt es viele Möglichkeiten, mit relativ geringen Kosten spürbare Ergebnisse zu erzielen. Zu den einfachen Massnahmen gehören etwa Änderung der Beleuchtung, , Lüftung und  Dämmung, moderne Wärme- und Wasserversorgung und Photovoltaikanlagen. Greenwashing und Sanierung nur der Mietsteigerung willens sind dabei unbedingt zu vermeiden. Investoren wie Mieter würden dagegen zurecht aufbegehren.

    So wichtig Nachhaltigkeit auch ist, die Attraktivität von Super-Core-Wohnimmobilien liegt ebenso sehr in ihrer finanziellen Sicherheit. Abgesehen vom Bereich Logistik hat sich kein anderes Immobilienmarktsegment in den letzten Jahren als so stabil in Bezug auf Cashflow und Bewertungen erwiesen wie Wohnimmobilien. Die neue Anlageklasse Super-Core ist eine echte Bereicherung für Immobilien-Investoren.

  • Schweiz und VAE diskutieren Stadt der Zukunft

    Schweiz und VAE diskutieren Stadt der Zukunft

    Der Schweizer Pavillon hat am 21. März auf der Expo in Dubai Fachleute von Universitäten der Schweiz und der Vereinigten Arabischen Emirate, privaten Unternehmen und öffentlichen Akteuren unter dem Motto „Smart Connected Cities“ zusammengebracht. Dabei geht es um intelligente Lösungen für das Management von Wasser, Mobilität und anderen Herausforderung in sich zunehmend verdichtenden Städten. Einige dieser Projekte wurden in der Schweiz bereits umgesetzt und könnten in der Region Mittlerer Osten/Nordafrika (MENA) Nachahmer finden.

    Organisiert wurde die Veranstaltung von der Fachhochschule Westschweiz (HES-SO). Sie ist das offiziell vom Schweizer Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation beauftragte Leading House MENA. Sein Ziel ist es, die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und den Ländern der MENA-Region zu fördern.

    Bei der Durchführung arbeitete die HES-SO mit Swissnex, der Schweizer Botschaft in den VAE und dem Swiss Business Hub Middle East zusammen. „Internationale technologieübergreifende Kooperationen, die vernetzte Lösungen für die exponentiell wachsende Nachfrage einer wachsenden Bevölkerung und die damit einhergehende Verdichtung der Lebensräume anbieten, sind der einzige Weg, die Herausforderungen zu meistern“, wird Dante Larini, Projektleiter von Swissnex im Schweizer Pavillon, in einer Medienmitteilung zitiert. „Die Veranstaltung hat uns gezeigt, wie sehr und nahtlos die Technologie die Verwaltung der Städte und das tägliche Leben ihrer Bewohner verändern kann.“

    Eine Grundsatzrede über die Chancen und Risiken cyberphysischer Räume hielt Josef Spillner von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch die Zusammenarbeit der ZHAW und der privaten Universität des Emirats Schardscha (Sharjah University) vorgestellt.

  • Made in Zürich bricht Lanze für urbane Produktion

    Made in Zürich bricht Lanze für urbane Produktion

    Made in Zürich will „urbane Produktivisten“ aller Art vereinigen, erläutert die 2018 gegründete Initiative in ihrer Selbstdarstellung. Schon bei ihrer Gründung habe sich die Made in Zürich-Initiative vorgenommen, Fragen zur Produktion in der Stadt nachzugehen, schreibt die Initiative in einer aktuellen Mitteilung. Dazu hat Made in Zürich die Studie „Standorte für urbane Produktion und Retail – SUPR“ erstellt.

    In der Studie werden historische Entwicklungen und aktuelle Trends untersucht und daraus Vorschläge für die urbane Produktion entwickelt. Darüber hinaus loten die Analysten die Rahmenbedingungen urbaner Produktion in Zürich aus. Unter anderem gehen sie der Frage nach, was urbane Produzenten brauchen und welche Stadtgebiete sich für die urbane Produktion eignen.

    Der Leitfaden soll „Handlungsanleitungen und Denkanstösse“ liefern, schreibt die Made in Zürich-Initiative in der Mitteilung. Als Adressaten werden dort „die öffentliche Hand, Entwicklerinnen und nicht zuletzt die Produzierenden selbst“ genannt.

    Im fünften Kapitel der Studie gehen die Autoren dabei auf besonders zu beachtende Aspekte der urbanen Produktion ein. Das gesamte Schlusskapitel der Studie ist Handlungsempfehlungen zur Umsetzung von Standorten für urbane Produktion und Retail gewidmet.

  • Swiss Prime Site Solutions  entwickelt neues Quartier

    Swiss Prime Site Solutions entwickelt neues Quartier

    Swiss Prime Site Solutions entwickelt für die Swiss Prime Anlagestiftung einen neuen „Lebensraum“, wie es in einer Medienmitteilung von Swiss Prime Site Solutions heisst.Der Grundstein für das Projekt Riverside ist am 10. Juli 2020 gelegt worden. Die Entwicklung steht unter dem Motto „Urban leben – von der Natur umgeben“. Gestartet werden die Bauarbeiten im Nordwesten, wo das Areal direkt an der Aare und am nächsten bei der Stadt Solothurn liegt. Von dort aus entwickelt sich das neue Quartier in weiteren Bauetappen nach Süden und Osten.

    „Wer im Riverside lebt und arbeitet, hat dort neben einer schicken Wohnung oder einem modernen Arbeitsplatz mit zeitgemässer Infrastruktur auch ein facettenreiches Quartier inklusive Naherholung an der Aare, das höchsten Ansprüchen gerecht wird“, erklärt  Anastasius Tschopp, CEO Swiss Prime Site Solutions. Er spricht von einem „Leuchtturmprojekt für unsere Mandantin Swiss Prime Anlagestiftung (SPA) und gleichzeitig bedeutend für die ganze Region Solothurn“.

    Zunächst sollen 140 Mietwohnungen direkt am Uferweg der Aare gebaut werden. Die ersten Mieterinnen und Mieter sollen im Winter 2021 einziehen können. Kapitalgeber und gleichzeitig Investoren der SPA sind über 280 Schweizer Pensionskassen. „Für die SPA führen wir derzeit die sechste Emission durch“, so Tschopp. Die Zeichnungsfrist dauert noch bis zum 22. Juli 2020. Das Entwicklungsprogramm des Kunden SPA belaufe sich aktuell auf rund 600 Millionen Franken und umfasst schweizweit Projekte und Immobilien.