Das Schänzli-Areal markiert den Beginn einer neuen Ära der Landschaftsplanung an der Birs. Das Siegerprojekt «Aqua fera» von Berchtold.Lenzin Landschaftsarchitekten, Versaplan und Holinger befreit den Fluss aus seiner starren Form und schenkt ihm Bewegungsfreiheit. Flachwasserzonen, Niederwasserrinnen und naturnahe Ufer schaffen Lebensräume für Fische, Vögel und Amphibien, stärken den Grundwasserschutz und machen die Auenlandschaft wieder erlebbar.
Besucherlenkung über Holzstege, Asthaufen und definierte Wege schützt sensible Bereiche, während Buvette und kleine Veranstaltungsflächen beim nördlichen Zugang Raum für Begegnung bieten. Gegen Süden wird das Gelände leiser, geht in das Schutzgebiet Vogelhölzli über und eröffnet neue Perspektiven auf eine revitalisierte Birs. Lärmschutzwälle entlang der Autobahn schirmen die Flächen ab und bilden zugleich eine neue Verbindung ins Käppeli-Quartier.
Stadt am Fluss
Direkt an das Naturareal grenzt das neue Quartier Am Schänzli. Drei Hochhäuser mit rund 400 Wohnungen, Büros, Gastronomie und Freizeitnutzungen formen mit grosszügigen Freiflächen und Gewerbeflächen ein lebendiges Stadtfragment am Eingangstor zu Basel. Die Überbauung erfüllt den SNBS-Gold-Standard, setzt auf Photovoltaik, Wärmerückgewinnung, begrünte Dächer und eine kompakte Bauweise mit Biodiversitätszonen zwischen den Gebäuden.
Die Mobilitätsstrategie priorisiert den Langsamverkehr. Velo-, Fuss- und Tramverbindungen vernetzen das Quartier mit Basel-Stadt, dem Naherholungsraum Birspark und den Hagnau-Arealen. Das Prinzip «Freiraum durch Dichte» zeigt hier seine Kraft mehr Lebensqualität durch verdichtetes, klug organisiertes Bauen.
Kooperation und Umsetzung
Finanziert wird die Arealentwicklung über Mehrwertabgaben der Grundeigentümer in Hagnau und durch öffentlich-private Kooperation mit der Gemeinde Muttenz. Der Quartierplanprozess, nach intensiver Mitwirkung der Bevölkerung verabschiedet, bildet die Grundlage für eine abgestimmte Gesamtentwicklung von Hagnau Ost, Hagnau West und dem Schänzli-Areal.
Der Baustart für die Hochhäuser erfolgte im Frühling 2025, die Realisierung erfolgt etappenweise bis 2029. Während Am Schänzli wächst, bleibt der südliche Flussraum unbebaut und entwickelt sich zum Rückgrat eines zusammenhängenden Grün-Netzes zwischen Stadt und Landschaft.
Zukunftsmodell für Stadt und Natur
Das Schänzli-Projekt steht sinnbildlich für die neue Generation schweizerischer Stadtentwicklung: ökologisch regenerativ, architektonisch präzis, sozial integriert. Es beweist, dass ökonomische Nutzungsdichte und ökologische Vielfalt sich nicht ausschliessen, sondern gegenseitig stärken können.
Mit «Aqua fera» wird die Birs nicht nur renaturiert, sie wird in den urbanen Alltag zurückgeführt. Muttenz zeigt damit, wie durch vorausschauende Planung Freiraum, Klimaresilienz und urbane Lebensqualität in Einklang gebracht werden können. Das Schänzli wird zum lebendigen Übergang zwischen Stadt und Natur und zu einem kraftvollen Symbol für die Rückkehr der wilden Wasser.
Schlagwort: Verdichtung
-

Rückkehr der wilden Wasser am Schänzli
-

Verdichtung im Wohnbestand ist bei der Bevölkerung unbeliebt
Höhere Gebäude in Städten könnten die Wohnungsnot lindern, sind aber in der Bevölkerung unbeliebt. Dies geht aus einer Befragung des Vergleichsportals Comparis hervor. Demnach sprachen sich 50 Prozent der in einer Umfrage von Comparis Befragten gegen den Bau von höheren Gebäuden mit mehr als sechs Stockwerken aus. Dagegen waren 45 Prozent der im November 2025 schweizweit 1039 befragten erwachsenen Personen damit einverstanden.
Höhere Häuser in städtischen Gebieten könnten aus Sicht von Immobilienexperte Harry Büsser von Comparis „eine politische Schneise zu mehr Wohnraum“ sein. „Lassen wir die Personen in den Städten Lift statt Auto fahren“, wird er in einer Mitteilung zur Studie zitiert. Sie zeige ein Dilemma: Steigende Mieten betreffen alle, doch mögliche Gegenmassnahmen werden mehrheitlich abgelehnt. So seien 68 Prozent der Befragten gegen eine Verdichtung mit weniger Grünflächen und kleineren Abständen. 66 Prozent lehnten neue Bauzonen auf Kosten von Landwirtschafts- oder Grünflächen ab. Lediglich die Einschränkung von Einsprachen habe eine relative Mehrheit gefunden: 47 Prozent sind dafür, 43 Prozent dagegen.
Die Studie belege zudem, dass Massnahmen zur Schaffung von zusätzlichem Wohnraum je nach Geschlecht und Alter unterschiedlich bewertet werden. Während 54 Prozent der Männer höhere Gebäude befürworten, liegt der Frauenanteil bei 36 Prozent. Dichtere Bebauungen fanden bei 33 Prozent männlichen Personen gegenüber 22 Prozent der Frauen Zustimmung. Ja zu neuen Bauzonen sagten 39 Prozent der befragten Männer gegenüber 21 Prozent Frauen. Büsser vermutet den Grund dafür in unterschiedliche Rollen und Tätigkeiten. Frauen übernehmen oft die Hauptlast für Familie und Nachbarschaft. Veränderungen im Wohnumfeld würden daher „wohl stärker als Verlust von Lebensqualität wahrgenommen“.
Den sich verschärfenden Wohnungsmangel bekämen insbesondere die 18- bis 35-Jährigen (65 Prozent) und Stadtbewohner (66 Prozent) zu spüren. Das erklärt Comparis zufolge, weshalb unter ihnen der Ansatz, in die Höhe zu bauen, die meiste Zustimmung fand: 52 Prozent der Befragten in der jungen Bevölkerungsgruppe wären mit einer über sechs Stockwerke hinausreichenden Bauweise einverstanden. Die Umfrage ergab ausserdem, dass höhere Häuser nur direkt in der Stadt akzeptiert werden (54 Prozent). In der Agglomeration befürworten diese nur 39 Prozent.
-

La Rasude Lausanne
La Rasude gehört zu den sechs städtischen Transformationspolen Lausannes und liegt direkt am Bahnhof sowie an einem der wichtigsten ÖV-Knoten der Romandie. Aus Sicht der Stadt ist dies der ideale Ort für eine Verdichtung, die kurze Wege, hohe Nutzungsdichte und bessere Lebensqualität verbindet. Der Plan d’affectation definiert hierfür die zulässigen Nutzungen, Gebäudevolumen und Anforderungen an Umwelt, Mobilität und Denkmalschutz.
Weiterbauen im Bestand statt Tabula rasa
Rund 70 Prozent der bestehenden Bauten werden erhalten, darunter das markante, von Alphonse Laverrière entworfene Gebäude an der Avenue de la Gare, dessen Schutz nach Kritik von Bund und Fachleuten in einem überarbeiteten Projekt ausdrücklich gesichert wurde. Einzelne Gebäude wie «Gare 45» und «Horizon» dürfen um zwei Geschosse erhöht werden, dazu kommen zwei neue Baukörper. Einer entlang der Gleise, einer im Quartierzentrum, deren Höhen so definiert sind, dass die bestehende Skyline und Sichtbezüge respektiert bleiben und der Edipresse-Turm nicht überragt wird.Wohnen, Arbeiten und soziale Mischung
Etwa 30 Prozent der Geschossflächen sind für Wohnen vorgesehen, mindestens 20 Prozent davon als logements d’utilité publique, also gemeinnützige Wohnungen. Insgesamt sollen so knapp 500 Personen in einem heute nicht bewohnten Quartier leben können. Parallel entsteht ein vielfältiger Nutzungsmix mit Büros, einem Hotel, Läden, frühkindlicher Betreuung, Kultur- und Freizeiträumen sowie quartiernahen Dienstleistungen. Rund 500 Quadratmeter werden zu kontrollierten, günstigen Mieten für Kulturschaffende und öffentliche Nutzungen reserviert.Öffentlicher Raum, Begrünung und Mobilität
Der heute geschlossene, stark versiegelte Komplex wird in ein offenes, fussgängerorientiertes Quartier überführt. Etwa die Hälfte des Areals soll künftig als öffentlicher Raum zur Verfügung stehen, ein grosser Teil davon mit Bäumen und Grünflächen, ergänzt durch begrünte Dächer, Photovoltaikanlagen und den Anschluss an erneuerbare Wärmequellen, um die CO₂-Bilanz deutlich zu verbessern. Die Erschliessung an der Oberfläche erfolgt primär zu Fuss und mit dem Velo, während eine Tiefgarage mit rund 275 Autoparkplätzen und rund 1200 Velostellplätzen die notwendigen Mobilitätsangebote unterirdisch bündelt.Politischer Prozess und Ausblick
Der Plan liegt bis zum 18. Dezember zur öffentlichen Einsicht auf. Einwendungen und Einsprachen fliessen in die weitere Überarbeitung ein, bevor der Beschlussweg über den Gemeinderat zum Kanton führt. Parallel sind Wettbewerbe für Architektur und öffentliche Räume mit partizipativen Formaten vorgesehen, um die Qualität der Umsetzung zu sichern. Der Baubeginn wird derzeit ab etwa 2029 anvisiert, mit einer gestaffelten Inbetriebnahme des neuen Quartiers zwischen 2031 und 2033. Vorausgesetzt, allfällige politische Referenden ändern den Zeitplan nicht. -

Neues Stadtquartier am Bahnhof Winterthur
Direkt beim Bahnhof entsteht auf einem nur 2’000 Quadratmeter grossen Areal das Projekt Stellwerk 2. Es kombiniert Wohnen, Arbeiten und Mobilität auf engem Raum. Der Neubau umfasst 66 Stadtwohnungen und rund 2’000 Quadratmeter Flächen für Büro, Bildung und Gesundheit. Im Erdgeschoss wird eine grosszügige Verkaufszone von 700 Quadratmetern für publikumsorientierte Nutzungen sorgen. Ziel ist die optimale Nutzung bestehender Bahngrundstücke, ohne zusätzliche Versiegelung.
In den oberen Geschossen entstehen kompakte Einheiten mit ein bis dreieinhalb Zimmern. Gästezimmer und Gemeinschaftsräume fördern flexible Wohnformen und soziale Interaktion. Ein Ansatz, der auf veränderte urbane Lebensstile reagiert. Entwickelt wurde das Projekt vom Zürcher Büro Esch Sintzel Architekten, das 2021 den Wettbewerb der SBB in enger Kooperation mit der Stadt gewann.
Drehkreuz für Zweirad und Alltag
Das Stellwerk 2 wird nicht nur gebaut, um zu wohnen und zu arbeiten, sondern um Bewegung zu ermöglichen. Im Untergeschoss entstehen 360 neue Veloabstellplätze mit Lademöglichkeiten für E‑Bikes, Lastenvelo-Zonen und Schliessfächern. Zusammen mit 150 kürzlich geschaffenen Plätzen im Bestand erweitert sich die Kapazität der benachbarten Velostation auf rund 510 Einheiten. Über einen neuen Durchgang wird der Neubau mit der bestehenden Anlage unter Stellwerk 1 verbunden.Für Stadträtin Christa Meier steht das Projekt sinnbildlich für den Wandel zur Mobilitätsstadt: Das Stellwerk werde zum eigentlichen Velohub Winterthurs und stärke die Rolle des Bahnhofs als multimodales Zentrum.
Realisierung in Etappen
Mit Stellwerk 2 zeigen SBB Immobilien und die Stadt Winterthur, wie städtebauliche Nachverdichtung und Verkehrswende ineinandergreifen können. Ein Ort, an dem Wohnen, Arbeiten und nachhaltige Mobilität zu einer neuen urbanen Einheit verschmelzen. -

St. Gallen moderne Stadtentwicklung mit Doppelbahnhof
Das Entwicklungsleitbild wurde in einem breiten, kooperativen Prozess durch Stadtplanung, Grundeigentümerschaften und Quartierverein gemeinsam entwickelt. Vier Workshops zwischen Juni 2024 und Mai 2025 sorgten für breite Beteiligung und ermöglichten es, spezifische Chancen der neun Teilgebiete herauszuarbeiten.
Potenziale und räumliche Schwerpunkte
Der Strukturplan identifiziert neun Teilgebiete, von der Straubenzellstrasse bis Debrunner Ost, die individuell und nutzungsdurchmischt weiterentwickelt werden sollen. Das Gebiet bietet ein zusätzliches Geschossflächenpotenzial von rund 80’000 m², das gezielt für Wohn- und Arbeitsplätze genutzt werden kann. Vorgesehen ist eine bessere Verknüpfung der Quartiere, mehr Grün- und Freiräume sowie neue öffentliche Plätze.Bahnhof als Motor urbaner Entwicklung
Die künftige Verschiebung des Bahnhofs Bruggen nach Osten und seine Fusion mit dem Bahnhof Haggen bilden einen Projektanlass. Sie eliminieren bestehende Barrieren und machen eine grossräumige Erschliessung möglich. Die geplanten Passerelle schafft neue Wegverbindungen und verbessert die Integration angrenzender Quartiere wie Lerchenfeld. Das Bahnhofsvorhaben beeinflusst die laufende Ortsplanungsrevision und dient als Hebel für nachhaltige, urbane Verdichtung.Zukunftsperspektiven und Planungssicherheit
Mit dem Entwicklungsleitbild erhalten Stadt und Grundeigentümerschaften erstmals eine verbindliche Orientierung für bevorstehende Umsetzungsprojekte in einzelnen Arealen. Die nächsten Schritte betreffen die Projektierung des Bahnhofs inklusive Passerelle und die Überführung der Erkenntnisse in die Gesamtrevision der Ortsplanung.Dank vorausschauender Planung und integrativer Projektstruktur steht das Gebiet Bruggen-Haggen vor dem Sprung zum urbanen, gemischt genutzten Stadtteil, mit hoher Aufenthaltsqualität, besserer Erreichbarkeit und gezieltem Flächenwachstum.
-

Die Zukunft des Tessiner Immobilienmarktes im Zentrum des immoTable Ticino
Unter der Moderation von Natascia Valenta sprachen Michele Bertini (La Mobiliare), Nicolas Daldini (SVIT Ticino), Gian-Luca Lardi (Schweizerischer Verband der Bauunternehmer) und Sandro Montorfani (Abteilung Privates Baugewerbe, Stadt Lugano).
Die Debatte berührte zentrale Fragen wie die Neuplanung und Verdichtung des Territoriums, die Vereinfachung der Verfahren für Baugenehmigungen und die Notwendigkeit, die Rechtsvorschriften zu straffen, um die Entscheidungsprozesse zu beschleunigen.
Es wurde auch betont, dass die Investitionen im Tessin heute positiv sind, dank des Rückgangs der Leerstände, die sich hauptsächlich auf veraltete Immobilien konzentrieren.
Zu den künftigen Herausforderungen gehörten auch die Frage der ÖPP (öffentlich-private Partnerschaften) und der schrumpfenden Mittel für die Erneuerung vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Bevölkerung und des zu erneuernden Gebäudebestands. Ein Thema, das in den kommenden Jahren von entscheidender Bedeutung sein wird.
Erinnert wurde auch an die strategische Rolle Italiens als Wirtschaftspartner und Quelle für qualifizierte Arbeitskräfte sowie an die Auswirkungen der jüngsten Abstimmungen über den Eigenmietwert, die sich erheblich auf die Finanzen des Kantons und der Gemeinden auswirken werden.
Trotz der Herausforderungen bleibt die Sonnenstube eine dynamische und attraktive Region für Immobilieninvestitionen, die bereit ist, die Chancen eines sich wandelnden Marktes zu nutzen.
-

Aufstocken und Anbauen leicht gemacht
Die Weiterentwicklung bestehender Bauten bietet klare Vorteile. Sie spart Ressourcen, verringert die CO2-Emissionen und reduziert das Bauabfallvolumen. Im Gegensatz zum Abriss bleibt das Quartierbild erhalten und oft entstehen niedrigere Neuvermietungen, was für günstigen Wohnraum sorgt. Auch die lokale Baukultur profitiert davon, denn gewachsene Strukturen und identitätsstiftende Elemente bleiben erhalten, was das Gemeinschaftsgefühl stärkt.
Hohe Hürden hemmen Umbauten
Aktuell erschweren veraltete Vorschriften, komplexe Verfahren und mangelnde Rechtssicherheit zahlreiche Erweiterungsprojekte. Gerade ältere Gebäude entsprechen nicht den neuesten Regelwerken, sodass viele Eigentümer vor dem Aufwand zurückschrecken und lieber neu bauen.Gesetzesrevision bringt Erleichterungen
Die neue Vorlage der Baudirektion sieht gezielte Vereinfachungen vor. Das Herzstück ist die Erleichterungsbestimmung, § 220a E-PBG.: Sie erlaubt den Eigentümern, von bestimmten Vorschriften abzuweichen, etwa bei Grenzabständen, Fassadenhöhe und Anzahl Vollgeschosse. Ziel ist, das weiterentwickelte Gebäude besser in die bestehenden Bauordnungen einzupassen, mehr Spielraum beim Umbau zu schaffen und gleichzeitig Rechtssicherheit zu bieten.Verdichtung und bessere Ausnützung
Gerade in Wohnbauten wird es leichter, zusätzliche Wohneinheiten zu realisieren. Die Regelung fördert, dass Grundstücke ihr gesamtes Potenzial gemäss Gemeinde-Zonenordnung ausschöpfen können, ohne den Bestand zu verlieren. Das ist ein wichtiger Schritt zu mehr Verdichtung und smarter Flächennutzung in Stadt und Land.Weitere Vereinfachungen und Aktualisierungen
Die Revision greift auch Forderungen des Kantonsrats auf. So werden Verfahren für Solaranlagen und Treppenlifte vereinfacht. Überholte Vorschriften bei Brandschutz und Mindesthöhen sollen gestrichen werden. Das erleichtert die Umnutzung von Bürogebäuden zu Wohnungen und setzt Impulse für innovative Bauprojekte.Chance für Zürich
Die geplanten Erleichterungen beim Umbau und der Erweiterung bestehender Gebäude ermöglichen nachhaltige Stadtentwicklung, ökologisch, sozial und kulturell. Die Gesetzesrevision schafft Klarheit und motiviert Eigentümer, Potenzial im Bestand zu nutzen statt neu zu bauen. -

Architekturpreis prämiert herausragende Bauprojekte im Kanton Zürich
Die Stiftung für die Auszeichnung guter Bauten im Kanton Zürich hat um achten Mal den alle drei Jahre vergebenen Architektur Preis Kanton Zürich verliehen. Die Jury prämierte jeweils vier Projekte in den Kategorien Auszeichnung und Anerkennung, die durch gestalterische Qualität und ihren innovativen Umgang mit aktuellen Herausforderungen überzeugen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Die Stiftung wird von der Baudirektion des Kantons Zürich, der Zürcher Sektion des Bundes Schweizer Architektinnen und Architekten, dem Schweizerischen Werkbund und der Zürcher Kantonalbank getragen.
In der Kategorie Auszeichnung wurden das Zürcher Hochhausensemble Leutschenbach und die Gesamtinstandsetzung der Wohnsiedlung Im Birkenhof prämiert sowie die provisorischen Sportbauten im Kanton Zürich und das Schulhaus Wallrüti in Winterthur.
Anerkannt wurden das Ensemble dreier Wohngebäude in Kleinandelfingen, der Erweiterungsneubau der Kantonsschule Limmattal in Urdorf, das Projekt Gemeinschaftliches Wohnen im Roten Kamm in Zürich und das Hobelwerk, Haus D in Winterthur. Die Swiss Life Arena in Zürich erhielt den Publikumspreis. Dieser wurde in einem Online-Voting vergeben, das von Mitte April bis Ende Mai lief.
Die Stiftung prämierte ausserdem das Hobelwerk, Haus D in Winterthur mit dem Nachhaltigkeitspreis Der Grüne Leu. Dieser zeichnet Architekturschaffende aus, die sich der ökologischen Nachhaltigkeit gewidmet und dabei eine eigene Ästhetik und Architektursprache entwickelt haben.
„Eine gute Architektur sorgt für Wohlbefinden, Effizienz und Werterhalt. Dabei trägt sie der Nachhaltigkeit in vielen Dimensionen Rechnung. Zum Beispiel im Erreichen der gesellschaftlichen Zielsetzung der Verdichtung unseres Siedlungsgebietes nach Innen mit gleichzeitiger Schaffung von wertvollen Erholungsräumen“, wird Heinz Stecher, Key Account Manager Bau/Immobilien der Zürcher Kantonalbank und Stiftungsrat, in der Mitteilung zitiert.
-

Verdichtung und Wohnungsbau über Gleisanlagen
Gerade in zentral gelegenen Bahnhofsgebieten schlummert ein enormes, bisher ungenutztes Potenzial. Die Überbauung von Gleisfeldern ist eine städtebauliche Entwicklungsstrategie, die weltweit bereits erfolgreich angewendet wird, etwa in Metropolen wie London, New York oder Wien. Auch in Schweizer Städten rückt diese Möglichkeit immer mehr ins Zentrum der Debatten um nachhaltige Verdichtung und innovative Stadtentwicklung.
Politische Initiativen und Reaktionen
Ständerat Josef Dittli hat einen Vorstoss eingereicht, der den Bundesrat auffordert, Konzepte und Prozesse zur Nutzung von Flächen über Gleisen zu prüfen. Dabei steht insbesondere die technische und rechtliche Machbarkeit sowie die nachhaltige Integration in die bestehende Stadtstruktur im Fokus. Der Bundesrat reagierte positiv und sieht in den Gleisflächen ein grosses Potenzial für den Wohnungsbau in zentralen Lagen. Die Beratung des Geschäfts erfolgt nun im Ständerat und verspricht neue Impulse für urbane Entwicklungsprojekte.Auch auf kantonaler Ebene, etwa in Zürich durch die FDP, werden ähnliche Initiativen vorangetrieben, mit dem Ziel, den Flächenbedarf im urbanen Raum besser zu nutzen und die Lebensqualität zu steigern.
Chancen und Herausforderungen
Die Realisierung solcher Bauprojekte erfordert innovative Verfahren und interdisziplinäre Zusammenarbeit von Behörden, Schienenverkehrsbetrieben, Bauunternehmen und Stadtplanern.Zentral sind dabei:
- Sicherstellung der Funktionalität und Sicherheit des Bahnverkehrs
- Nachhaltige und energieeffiziente Bauweise
- Integration mit bestehenden Infrastrukturen und dem Stadtbild
- Rechtsklare und transparente Prozesse für Planung und Baubewilligung
Die Nutzung von Raum über Gleisfeldern bietet eine vielversprechende Antwort auf die Herausforderungen der urbanen Verdichtung und Wohnraumbeschaffung. Mit politischen Vorstössen auf verschiedenen Ebenen und der positiven Haltung des Bundesrats könnten diese Potenziale künftig sinnvoll erschlossen und zukunftsorientierte Stadtentwicklungsprojekte realisiert werden.
-

Verdichtung verändert Städte
Die Studie «Bautätigkeit und Verdrängung», erstellt von der ETH Zürich im Auftrag des Bundesamts für Wohnungswesen zeigt, dass in den letzten zwei Jahrzehnten ist die Siedlungsentwicklung in der Schweiz klar nach innen gerichtet ist. Vor allem durch Ersatzneubauten und Umnutzungen von Industrie- und Gewerbezonen entstehen in städtischen Gebieten neue Wohnungen und nicht mehr auf der grünen Wiese. In Städten wie Basel wurde ein Viertel der neuen Wohnungen auf ehemaligen Industrieflächen realisiert.
Mehr Wohnungen trotz weniger Neubauten
Obwohl die Anzahl neu gebauter Wohnhäuser leicht rückläufig ist, nimmt die Nettozahl an Wohnungen weiter zu. Der Grund liegt in der Effizienz der Verdichtung. In Basel, Genf und Lausanne entstehen pro abgerissene Wohnung bis zu doppelt so viele neue Einheiten wie in Bern oder Zürich. Die Nachverdichtung wird so zum zentralen Hebel für die Wohnraumschaffung in stark besiedelten Gebieten.Wer wird verdrängt?
Die Schattenseite der Verdichtung zeigt sich in der sozialen Zusammensetzung der betroffenen Quartiere. Besonders in Zürich kommt es häufiger vor, dass Langzeitmietende aufgrund von Abbruch oder Totalsanierung ihre Wohnung verlieren. Wer ausziehen muss, hat oft ein deutlich tieferes Einkommen, bis zu 40 Prozent weniger als der Durchschnitt. In den Neubauten ziehen dagegen überdurchschnittlich einkommensstarke Haushalte ein.Migration und Einkommen als Risikofaktor
Die Studie offenbart auch strukturelle Benachteiligung. Überdurchschnittlich häufig von Verdrängung betroffen sind Asylsuchende, Flüchtlinge und Menschen mit afrikanischem Geburtsland. Damit trifft die bauliche Verdichtung besonders jene, die am meisten auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sind und diesen in der gleichen Gemeinde oft nicht mehr finden. Trotzdem gelingt es einem beachtlichen Anteil der Betroffenen bis zu 64 Prozent, innerhalb ihrer Gemeinde zu bleiben.Städte im Wandel – sozial ausgewogen?
Die Verdichtung ist aus raumplanerischer Sicht sinnvoll und notwendig. Doch sie verändert nicht nur das Stadtbild, sondern auch die soziale Struktur der Quartiere. Die Herausforderung der nächsten Jahre wird sein, den Wandel so zu gestalten, dass er nicht zur sozialen Spaltung führt, sondern zu durchmischten, resilienten Städten mit Wohnraum für alle. -

Zuger Stadtparlament unterstützt Bebauungsplan Metalli
Der Bebauungsplan Metalli ist in den politischen Bewilligungsprozess gegangen, informiert die Zug Estates Gruppe in einer Mitteilung. Die auf den Wirtschafts- und Lebensraum Zug konzentrierte Immobiliengesellschaft plant, die bestehende Einkaufsallee in einen lebendigen Stadtteil weiterzuentwickeln. Dabei sollen zusätzlicher Wohnraum und neue öffentliche grüne Aussenräume entstehen.
Der Stadtrat der Stadt Zug hatte dem Bebauungsplan Metalli bereits am 8. April zugestimmt. Am 17. Juni fand der Bebauungsplan in erster Linie auch die Zustimmung des Grossen Gemeinderats der Stadt Zug. Nun gehen die Pläne in die öffentliche Auflage, bevor sie voraussichtlich im Frühjahr 2026 zur zweiten Lesung in den Grossen Gemeinderat zurückkehren. Danach kann Zug Estates den eigentlichen Planungsprozess mit einem Architekturwettbewerb einleiten.
Der Bebauungsplan Metalli sieht die Schaffung von 160 neuen Wohnungen vor, von denen 130 zusätzlich zum bestehenden Wohnangebot entstehen. Dafür sind Aufstockungen bestehender Gebäude und ein neues Hochhaus geplant. Als Eingangstor der Metalli soll ein neuer Platz mit Verbindung zum Bahnhofsareal fungieren. Zudem will Zug Estates eine öffentliche und parkähnliche Dachterrasse anlegen.
«Mit dem Vorhaben Lebensraum Metalli greifen wir bewährte Qualitäten auf und erhalten die charakteristische Architektur der Metalli mit ihren Glasdächern, Arkaden und der typischen Materialisierung», wird Peter Wicki, Leiter Projektentwicklung Zug Estates, in der Mitteilung zitiert. «Durch die gezielte Aufwertung und Modernisierung der Infrastruktur sowie durch die Attraktivitätssteigerung der Einkaufsallee ist der Lebensraum Metalli zudem eine Chance für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Detailhandels sowie der Gastronomie.»
-

Verdichtung verändert Städte
Die Studie «Bautätigkeit und Verdrängung», erstellt von der ETH Zürich im Auftrag des Bundesamts für Wohnungswesen zeigt, dass in den letzten zwei Jahrzehnten ist die Siedlungsentwicklung in der Schweiz klar nach innen gerichtet ist. Vor allem durch Ersatzneubauten und Umnutzungen von Industrie- und Gewerbezonen entstehen in städtischen Gebieten neue Wohnungen und nicht mehr auf der grünen Wiese. In Städten wie Basel wurde ein Viertel der neuen Wohnungen auf ehemaligen Industrieflächen realisiert.
Mehr Wohnungen trotz weniger Neubauten
Obwohl die Anzahl neu gebauter Wohnhäuser leicht rückläufig ist, nimmt die Nettozahl an Wohnungen weiter zu. Der Grund liegt in der Effizienz der Verdichtung. In Basel, Genf und Lausanne entstehen pro abgerissene Wohnung bis zu doppelt so viele neue Einheiten wie in Bern oder Zürich. Die Nachverdichtung wird so zum zentralen Hebel für die Wohnraumschaffung in stark besiedelten Gebieten.Wer wird verdrängt?
Die Schattenseite der Verdichtung zeigt sich in der sozialen Zusammensetzung der betroffenen Quartiere. Besonders in Zürich kommt es häufiger vor, dass Langzeitmietende aufgrund von Abbruch oder Totalsanierung ihre Wohnung verlieren. Wer ausziehen muss, hat oft ein deutlich tieferes Einkommen, bis zu 40 Prozent weniger als der Durchschnitt. In den Neubauten ziehen dagegen überdurchschnittlich einkommensstarke Haushalte ein.Migration und Einkommen als Risikofaktor
Die Studie offenbart auch strukturelle Benachteiligung. Überdurchschnittlich häufig von Verdrängung betroffen sind Asylsuchende, Flüchtlinge und Menschen mit afrikanischem Geburtsland. Damit trifft die bauliche Verdichtung besonders jene, die am meisten auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sind und diesen in der gleichen Gemeinde oft nicht mehr finden. Trotzdem gelingt es einem beachtlichen Anteil der Betroffenen bis zu 64 Prozent, innerhalb ihrer Gemeinde zu bleiben.Städte im Wandel – sozial ausgewogen?
Die Verdichtung ist aus raumplanerischer Sicht sinnvoll und notwendig. Doch sie verändert nicht nur das Stadtbild, sondern auch die soziale Struktur der Quartiere. Die Herausforderung der nächsten Jahre wird sein, den Wandel so zu gestalten, dass er nicht zur sozialen Spaltung führt, sondern zu durchmischten, resilienten Städten mit Wohnraum für alle. -

Verdichtung verdrängt in Genf weniger Mietende als in Zürich
Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) haben laut einer Mitteilung im Auftrag des Bundesamtes für Wohnungswesen (BWO) untersucht, wie sich die bauliche Verdichtung auf die Zusammensetzung der Bevölkerung auswirkt. Die Studie «Bautätigkeit und Verdrängung» zeigt, dass die Auswirkungen sich in den fünf grössten Agglomerationen deutlich unterscheiden.
Genf, Lausanne und Bern weisen eine höhere Wohnungsbautätigkeit auf als Zürich, verdichten aber wirksamer. Zwischen 2020 und 2023 entstanden dort durch Ersatzneubauten 1,6 bis zweimal so viele Wohnungen pro abgebrochene Wohnung wie in Zürich. In der Agglomeration Zürich wurden zudem 5,4 mal so viele Ersatzneubauten erstellt als Gebäude aufgestockt, während in Genf, Basel und Bern doppelt so viele Gebäude aufgestockt wurden, wie Ersatzneubauten erstellt wurden.
Die durchschnittliche Zimmergrösse von Ersatzneubauten in der Deutschschweiz ist zudem um 25 Prozent grösser als in abgebrochenen Wohnungen. In der Romandie wurden die Wohnungen bloss um 6 bis 8 Prozent grösser. Bauliche Verdichtung führt so in der Romandie zu einem höheren Anstieg der Nutzungsdichte als in der Deutschschweiz.
Trotz der höheren Verdichtung in der Westschweiz waren in der Agglomeration Zürich im Zeitraum 2015 bis 2020 insgesamt 1,02 Prozent der Gesamtbevölkerung (14‘373 Personen) von Verdrängung durch Hausabbrüche oder Totalsanierung betroffen. Das sind relativ an der Gesamtbevölkerung zwölfmal mehr als die 467 Betroffenen in der Genfer Agglomeration (0,08 Prozent).
Die Studie zeigt auch, dass verdrängte Haushalte ein um 30,5 bis 39,6 Prozent tieferes Medianeinkommen aufwiesen als die Gesamtbevölkerung. Damit seien gerade diejenigen von Verdrängung betroffen, die Schwierigkeiten hätten, eine neue bezahlbare Wohnung zu finden, heisst es in der Mitteilung des BWO.
-

Eigentümerpartizipation «Ziegelbrückstrasse» in Glarus Nord
Die Gemeinde Glarus Nord möchte Bauherren dazu motivieren, bei komplexeren Bauprojekten partizipative Verfahren durchzuführen. Ihr «Leitfaden Mitwirkung und Kommunikation für Planungsprozesse» skizziert für unterschiedliche Planungssituationen, wie Bedürfnisse der Bevölkerung und künftiger Nutzer frühzeitig antizipiert werden können. Um als gutes Beispiel voranzugehen, initiierte die Gemeinde für das bauliche Verdichtungsgebiet «Ziegelbrückstrasse» zwischen dem Bahnhof Ziegelbrücke, dem Jennyareal und dem Dorfkern Niederurnen einen partizipativen Prozess: Sie involvierte die betroffenen Eigentümer zwischen Oktober 2024 und Februar 2025 in die Erarbeitung eines Leitbildes, das als Grundlage für die Ausarbeitung eines Rahmenplans für das Gebiet diente.
Rahmenbedingungen für die Entwicklung gestalten
Mit dem Leitbild sollte das bauliche Mass und die Nutzungsmischung definiert werden. Weil das Gebiet zu den dorftbildprägenden Verdichtungs- und Aufwertungsgebieten gehört, standen auch qualitative Eckpunkte einer Entwicklung, die dem Charakter und der Geschichte des Gebiets gerecht werden, zur Diskussion. Die Gemeinde sah auch die öffentliche Hand in der Pflicht, und hielt deshalb die Erwartungen an die Gestaltung und Aufwertung der Kantonsstrasse fest, die durch das Gebiet führt. Damit stellt sie sich mit einer breit abgestützten Grundlage für den Austausch mit dem Kanton auf, der für die Sanierung der Strasse verantwortlich ist.Das gemeinsam erarbeitete Leitbild diente der Gemeinde als Grundlage für einen behördenverbindlichen Rahmenplan. Der Rahmenplan wiederum definiert die Leitlinien, wie in Zukunft mit der neuen eigentümerverbindlichen Nutzungsplanung entlang der Ziegelbrückstrasse gebaut werden darf. Die involvierten Eigentümer gestalteten mit ihrer Mitwirkung beim Leitbild mit, wie und was sie künftig auf ihren Grundstücken bauen können.
Ein schlanker Mitwirkungsprozess
Die Eigentümer im Gebiet wurden eingeladen, an zwei Abendveranstaltungen mit der Gemeinde teilzunehmen. Der erste Abend diente der Information und Mitwirkung, der zweite der Präsentation der Ergebnisse. Über 56 Eigentümer von 127 Parzellen nahmen die Gelegenheit wahr und beteiligten sich selbst oder mit einer Stellvertretung an den Veranstaltungen.Im ersten Workshop erhielten sie Einblick in das vorgesehene Planungsinstrument und wurden zu verschiedenen Varianten zu den künftigen Entwicklungsmöglichkeiten konsultiert. Mit der Priorisierung der Varianten konnten sie die Entscheidung zum erwünschten Leitbild beeinflussen. Im zweiten Workshop präsentierte die Gemeinde den auf Basis der erwünschten Variante erarbeiteten Rahmenplan.
Ein lohnender Aufwand für die Gemeinde
Partizipative Prozesse sind aufwändig, sie kosten Zeit, Geld und politisches Kapital. Für die Gemeinde lohnte sich der aufwändige Weg, weil sich damit die Chancen erhöhen, dass Eigentümer aktiv werden: Mit der frühzeitigen Information über mehr bauliche Möglichkeiten können sie ihre Investitionsplanung anpassen und allfällige bereits vorhandene Absichten auf die Entwicklungsabsichten der Gemeinde abstimmen.Die Diskussion um das Leitbild trägt dazu bei, Eigentümer auf ein gemeinsames Zukunftsbild des Verdichtungs- und Entwicklungsgebiets auszurichten und ihnen zu vermitteln, dass Themen wie die Adressierung von Gebäuden auf die Strasse, die Körnigkeit der Bebauung, die Ausbildung des Sockelgeschosses oder die Materialisierung nicht nur Privatsache sind, sondern auch eine Wirkung auf das Quartierbild haben, und damit die Attraktivität und den Wert des Standorts für alle beeinflussen.
Der partizipative Prozess bot der Gemeinde die Gelegenheit, auf ihre Bauberatung aufmerksam zu machen und die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass Grundeigentümer mit Investitionsabsichten ihre Planungen zu einem frühen Zeitpunkt mit der Gemeinde besprechen und abstimmen, bevor sie ein kaum mehr anpassbares Vor- oder Bauprojekt ausgearbeitet haben. Im besten Fall regt der Prozess einige Eigentümer an, grösser zu denken und Kooperationen mit anderen Grundeigentümern einzugehen oder Themen wie die Bereitstellung von Parkplätzen bei Bauprojekten gemeinsam anzugehen.
Die Gemeinde konnte die Veranstaltungen auch dazu nutzen, Aufwertungen auf öffentlichem Grund mit den Bedürfnissen und Vorstellungen der Eigentümer abzustimmen und zu testen, welche Akzeptanz Massnahmen wie begrünte Mittelstücke auf der Strasse oder eine Temporeduktion auf gewissen Strassenabschnitten haben.
Mehr Planungssicherheit für Grundeigentümer
Partizipative Prozesse kosten auch die Teilnehmenden Zeit. Im Fall Ziegelbrückstrasse lohnte sich der Aufwand für die Eigentümer allein deshalb, weil sie über die Mitwirkung am behördenverbindlichen Rahmenplan Entscheidungen zu grundeigentümerverbindlichen Themen beeinflussen konnten: die Grundsatzfrage zur Ausgestaltung der mit der neuen Nutzungsplanung möglichen Dichte und Nutzungsmischung. Der Rahmenplan bietet den Eigentümern zudem mehr Planungssicherheit, da er die Gleichbehandlung im Bewilligungsprozess stärkt.Im Rahmen des Prozesses erhielten die Eigentümer ein besseres Verständnis davon, was die Erwartungen der Gemeinde an bauliche Entwicklungen sind, und konnten sich inspirieren, welche Beiträge sie neben baulichen Entwicklungen an die Quartiersaufwertung leisten können – beispielsweise mit der Gestaltung der Gärten und Strassenvorzonen oder kleineren Erneuerungsprojekten. Mit der Gelegenheit, sich an der Veranstaltung über die Pläne der Nachbarinnen und Nachbarn zu informieren, erhalten Eigentümer schliesslich mehr Sicherheit darüber, dass sie mit ihren Investitionen nicht allein handeln.
-

Raumkonzept Schweiz ohne Substanz
Mit der Überarbeitung des Raumkonzepts Schweiz sollte ein strategischer Kompass für die räumliche Entwicklung bis 2050 entstehen. Doch das im Dezember 2024 vorgelegte Dokument behandelt entscheidende Themen wie Verdichtung, Infrastruktur und Nutzungskonflikte unzureichend. Dabei ist die Nachfrage nach intelligent genutztem Raum, belastbare Infrastruktur und zukunftsfähigen Lösungen für wachsende Städte und Regionen dringend wie nie zuvor.
Verdichtung bleibt ungelöst
Die Darstellung einer fortgeschrittenen Innenentwicklung steht im Widerspruch zur Realität. Ersatzneubauten, ein zentrales Mittel für verdichtetes Bauen, sind weiterhin mit Unsicherheiten und Hürden behaftet. Es mangelt an einem pragmatischen Umsetzungskonzept, das klare Spielregeln schafft, Investitionen erleichtert und Standortentwicklung beschleunigt . Ein Versäumnis mit Folgen für den Wohnungsbau und die Wettbewerbsfähigkeit urbaner Räume.Verkehr wird blockiert statt ermöglicht
Ein weiteres Defizit zeigt sich bei der Verkehrsinfrastruktur. Das Raumkonzept vernachlässigt den Bedarf an leistungsfähigen Verkehrswegen und fördert ein Gegeneinander von Strasse und Schiene. Für eine nachhaltige Standortentwicklung braucht es jedoch vernetzte Mobilitätsstrategien, die den wirtschaftlichen Anforderungen ebenso gerecht werden wie den gesellschaftlichen.Ohne politische Rückendeckung bleibt alles Theorie
Neben inhaltlichen Schwächen fehlt dem Konzept eine klare politische Legitimation. Ohne breit abgestützte Governance-Strukturen bleibt das Papier wirkungslos. Der Schweizerische Baumeisterverband hat daher Änderungsanträge eingereicht und lehnt den Entwurf in seiner jetzigen Form ab.Fazit für die Immobilienwirtschaft
Wer Standorte entwickeln und die Schweiz als attraktiven Lebens- und Wirtschaftsraum mitgestalten will, braucht solide Rahmenbedingungen und eine realitätsnahe Planungspolitik. Das aktuelle Raumkonzept bietet beides nicht. Es ist Zeit für ein praxisorientiertes Leitbild, das Planungssicherheit schafft, Investitionen ermöglicht und die Standortattraktivität langfristig stärkt. -

Mehr Anreize für verdichtetes und ökologisches Bauen
In einer Zeit, in der der Kampf gegen die Klimaerwärmung und die Wohnungsnot immer dringlicher wird, sind alle, die im Baubereich tätig sind, mehr denn je gefordert. Der Gebäudepark ist für einen erheblichen Anteil des CO2-Ausstosses verantwortlich und der Bedarf an neuen Wohnungen wächst schneller als jemals zuvor. Es ist daher unerlässlich, schnell zu handeln.
Trotz zahlreicher Initiativen und politischer Vorstösse scheint der Fortschritt in der Lösung dieser Probleme immer noch zu langsam zu sein, und die Fronten verhärten sich zunehmend. Bernhard Lanzendörfer plädiert für eine gemeinsame Suche nach schnellen, innovativen, erschwinglichen und sozialen Lösungen, anstatt sich in ideologischen Standpunkten zu verlieren.
Ein Beispiel für einen ideologischen Standpunkt ist die Petition des Vereins Countdown 2030, die sich vehement gegen den Abriss von Gebäuden ausspricht. Bernhard Lanzendörfer argumentiert, dass rigide Ideen wie diese die Probleme nicht lösen werden und fordert eine differenzierte Betrachtung unter baulichen, ökologischen und sozialen Gesichtspunkten.
Angesichts der Wohnungsnot ist eine substanzielle Verdichtung des Wohnraums oft nur durch einen Ersatzneubau möglich. Der Bauen-im-Bestand-Ansatz stösst hier schnell an Grenzen, insbesondere wenn es um die Modernisierung und Aufstockung von bestehenden Gebäuden geht.
Um ökologisches und soziales Bauen zu fördern, schlägt Lanzendörfer vor, dass die Politik konkrete Anreize schaffen sollte. Dies könnte beispielsweise durch Belohnungen für die ökologische Ertüchtigung von Gebäuden oder eine höhere Ausnützungsziffer für ökologische Vorzeigeprojekte geschehen.
Angesichts der steigenden Bevölkerungszahlen und der zunehmenden Zersiedelung ist es unumgänglich, auch in die Höhe zu bauen. Obwohl dies auf Widerstand stossen mag, ist es laut Lanzendörfer die einfachste Lösung, um jeden Quadratmeter besser zu nutzen.
Es ist wichtig, innovative Konzepte nicht durch ideologische Barrieren zu behindern. Die Bauindustrie hat bereits grosse Fortschritte bei der Entwicklung klimafreundlicher Produkte gemacht, und auch die Politik unterstützt den Einsatz von umweltfreundlichen Baustoffen durch neue Regulatorien im Umweltschutzgesetz.
-

Verdichtung trotz Lärmbelastung in den Flughafengemeinden
Der Zürcher Kantonsrat hat am Montag beschlossen, dass die Flughafengemeinden Oberglatt, Niederglatt und Niederhasli trotz bereits bestehender Lärmbelastung zusätzliche Wohnungen bauen dürfen. Diese Umklassierung im Richtplan erlaubt eine Verdichtung in Gemeinden, die bereits zusammengewachsen sind. Lokale Behörden unterstützten die Entscheidung für zusätzlichen Wohnraum, der Platz für etwa 5000 Menschen bieten könnte.
Gegen diesen Beschluss waren die Grünen, die AL und Teile der SP, die Bedenken hinsichtlich der steigenden Zahl von Lärmbetroffenen äusserten. Die geplante Verdichtung stelle einen klaren Widerspruch zur Lärmproblematik dar, so die Kritiker.
Barbara Franzen von der FDP erkannte einen Interessenskonflikt mit der Flughafenpolitik, betonte jedoch, dass der Siedlungsraum bereits den Charakter einer «urbanen Wohnlandschaft» habe. Stefan Schmid von der SVP unterstützte die Verdichtung und argumentierte, dass das Bevölkerungswachstum diese Massnahme erforderlich mache.
Baudirektor Martin Neukom von den Grünen befürwortete ebenfalls die Umklassierung und betonte, dass die betroffenen Gemeinden diese Entwicklung wünschten. Er erkannte zwar einen Interessenskonflikt, verwies jedoch darauf, dass das Potenzial für innere Verdichtung vorhanden sei und die Gebiete gut erschlossen seien.
-

Neue Wege in der Schweizer Umwelt- und Baugesetzgebung
In einer jüngsten Sitzung hat die UREK-N mit einer Mehrheit von 14 zu 8 Stimmen bei einer Enthaltung einen entscheidenden Gesetzesentwurf angenommen. Der Entwurf, der im Rahmen der parlamentarischen Initiative 19.409 entwickelt wurde, sieht vor, das Verbandsbeschwerderecht im NHG so zu modifizieren, dass kleinere und mittelgrosse Bauprojekte, insbesondere Wohnbauten mit einer Geschossfläche unter 400 Quadratmetern, nicht mehr unter dieses Recht fallen. Diese Projekte müssen sich innerhalb der Bauzonen befinden, um von der Regelung ausgenommen zu werden. Die Kommission hebt hervor, dass diese Änderung im Einklang mit dem im Umweltschutzgesetz (USG) verankerten Beschwerderecht steht, das sich lediglich auf grössere Projekte mit Umweltverträglichkeitsprüfungen bezieht.
Trotz der Zustimmung zur Änderung gab es auch Opposition innerhalb der Kommission. Eine Minderheit unterstrich die Bedeutung des Verbandsbeschwerderechts für den Schutz des historischen und natürlichen Erbes und sprach sich gegen die Neuerungen aus. Andere Minderheiten schlugen vor, die Referenzfläche auf 250 Quadratmeter zu reduzieren oder bestimmte Wohnungen von den neuen Regelungen auszunehmen.
Neben dieser wichtigen gesetzgeberischen Änderung behandelte die Kommission auch das Bundesgesetz über die Aufsicht und Transparenz in den Energiegrosshandelsmärkten. Die Kommission trat ohne Gegenantrag in die Beratungen ein, da sie die Bedeutung einer angemessenen Aufsicht über diese Märkte anerkennt, insbesondere in Anbetracht der volkswirtschaftlichen Relevanz einer sicheren Stromversorgung. Dabei wurde die Notwendigkeit betont, die Schweizer Regelungen nicht unnötig von den EU-Vorgaben abweichen zu lassen.
Des Weiteren wurden Differenzen bei der Vorlage zur Schweizer Kreislaufwirtschaft, insbesondere im Hinblick auf die Lockerung des Siedlungsabfallmonopols, grösstenteils ausgeräumt. Uneinigkeit herrschte jedoch weiterhin über die Entpackung unverkaufter biogener Produkte.
In weiteren Geschäften lehnte die Kommission eine Motion zur Verdichtung und zum gemeinnützigen Wohnungsbau ab und reichte einstimmig ein Postulat zur Optimierung der Nutzung von Energieholz ein. Abschliessend wurden verschiedene Wirtschaftsdachverbände, Umweltorganisationen und Branchenvertretungen zur Umsetzung der parlamentarischen Initiative «Grundlagen für ein CO2-Grenzausgleichssystem schaffen» angehört.
Die Sitzungen der Kommission fanden unter dem Vorsitz von Nationalrat Christian Imark und zum Teil in Anwesenheit von Bundesrat Albert Rösti in Bern statt, wobei wichtige Schritte zur Anpassung der Schweizer Umwelt- und Baugesetzgebung unternommen wurden.
-

Kantonale Liegenschaften in Riehen gewinnen Nachhaltigkeitspreis
Die Liegenschaften des Kantons Basel-Stadt am Hirtenweg 16 bis 28 in Riehen haben den diesjährigen internationalen Preis für nachhaltige Architektur gewonnen, informiert das kantonale Finanzdepartement in einer Mitteilung. Mit dem Preis zeichnen die Fakultät für Architektur der Universität Ferrara und das Baustoffunternehmen Fassa Bortolo jedes Jahr Projekte aus, „die sich auf die Bedürfnisse der Menschen ausrichten und eine Vorbildfunktion im schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen einnehmen“, heisst es dort weiter. Die kantonalen Liegenschaften haben sich im diesjährigen Wettbewerb gegen zahlreiche weitere Projekte aus aller Welt durchgesetzt.
Die international zusammengesetzte Jury wurde dabei vor allem durch zwei Aspekte der Liegenschaften in Riehen überzeugt. Dies war zum einen die sozialverträgliche Verdichtung von Wohnraum. Von den fünf bereits auf der Parzelle befindlichen Gebäuden hat der Kanton drei saniert. Die übrigen beiden wurden abgerissen und durch drei Neubauten ersetzt. Dadurch konnte die Anzahl der Wohnungen von 32 auf 63 fast verdoppelt werden.
Zum anderen gab die ressourcenschonende Massivholzbauweise im von Projektteam Harry Gugger Studio AG, Erne AG Holzbau und Fontana Landschaftsarchitektur realisierten Projekt den Ausschlag. Dabei wurden die Holzmodule in einer Produktionshalle vorgefertigt und dann innerhalb kürzester Zeit vor Ort montiert. Während der gesamten Bauarbeiten konnten die Bewohnenden der Liegenschaften zudem vor Ort bleiben. Bewohnende der rückgebauten Gebäude zogen vor dem Abriss ihres alten Hauses in einen bereits fertiggestellten Neubau um.
-

Urbanistica fordert Rückkehr zur Stadtplanung
Stadtplanung sei mit der Entstehung der individuellen Mobilität in Vergessenheit geraten, schreibt Urbanistica in einer Mitteilung. Die neue Vereinigung für guten Städtebau will die Disziplin der Stadtplanung wiederbeleben. Nur so könne der im Raumplanungsgesetz definierte Auftrag der Verdichtung innerer Siedlungsentwicklung nachhaltig erfüllt und genügend bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden, meint Urbanistica.
Die Vereinigung hat ein Manifest lanciert, mit dem ein Diskurs über Stadtplanung und Städtebau in Gang gesetzt werden soll. Zersiedlung und Wohnungsknappheit werden darin primär als eine Folge verfehlter Raumplanung bezeichnet. Ihnen soll durch Stadtplanung und Städtebau vor allem in den Agglomerationen begegnet werden. „Guter Städtebau führt zu geringerem Verkehrsaufkommen, effizienterer Bodennutzung, attraktiven öffentlichen Räumen, verbessertem Stadtklima und sozialer Durchmischung“, heisst es in These 3 des Manifests.
Stadtplanung wird dabei als „eine zentrale Aufgabe der öffentlichen Hand“ definiert. Dabei sollen „ausgewiesene Planungsteams“ in Konkurrenzverfahren Lösungen und Impulse für die Stadtentwicklung generieren. Die Finanzierung könnte durch bereits vorhandene Steuern, Abgaben und Förderprogramme erfolgen, meint Urbanistica.
-

Urbanistica fordert Rückkehr zur Stadtplanung
Stadtplanung sei mit der Entstehung der individuellen Mobilität in Vergessenheit geraten, schreibt Urbanistica in einer Mitteilung. Die neue Vereinigung für guten Städtebau will die Disziplin der Stadtplanung wiederbeleben. Nur so könne der im Raumplanungsgesetz definierte Auftrag der Verdichtung innerer Siedlungsentwicklung nachhaltig erfüllt und genügend bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden, meint Urbanistica.
Die Vereinigung hat ein Manifest lanciert, mit dem ein Diskurs über Stadtplanung und Städtebau in Gang gesetzt werden soll. Zersiedlung und Wohnungsknappheit werden darin primär als eine Folge verfehlter Raumplanung bezeichnet. Ihnen soll durch Stadtplanung und Städtebau vor allem in den Agglomerationen begegnet werden. „Guter Städtebau führt zu geringerem Verkehrsaufkommen, effizienterer Bodennutzung, attraktiven öffentlichen Räumen, verbessertem Stadtklima und sozialer Durchmischung“, heisst es in These 3 des Manifests.
Stadtplanung wird dabei als „eine zentrale Aufgabe der öffentlichen Hand“ definiert. Dabei sollen „ausgewiesene Planungsteams“ in Konkurrenzverfahren Lösungen und Impulse für die Stadtentwicklung generieren. Die Finanzierung könnte durch bereits vorhandene Steuern, Abgaben und Förderprogramme erfolgen, meint Urbanistica.
-

«Verdichtung oder Verdrängung? Wenn Neubauten ersetzen»
Für die Stadt Zürich lässt sich seit den 2000er Jahren eine rasante bauliche Dynamik beobachten. Während die in den zurückliegenden Dekaden favorisierte horizontale Erweiterung der Stadt längst an ihre Grenzen gestossen ist und kaum Baulandreserven existieren, wird nunmehr aktiv eine nachhaltige Verdichtung nach Innen mittels Ersatzneubauten gefördert. Ziel ist es, mehr ressourcensparenden Wohnraum zu schaffen, um den bestehenden Bedarf zu decken und das prognostizierte Bevölkerungswachstum aufzufangen. Die Transformation ist tiefgreifend: So wird beispielsweise bis zu einem Drittel des Wohnungsbestandes des Stadtteils Schwamendingen in den nächsten Jahrzehnten durch Neubauten ersetzt. Auch was denkmalpflegerisch geschützt ist, ist Verfügungsmasse.
Diese Veränderung von niedrig-verdichteten zu hoch-verdichteten Quartieren zieht grundlegende räumliche und soziale Veränderungen nach sich. Der Abriss von Bestandsbauten geht nicht selten mit dem Verlust besonders preisgünstigen Wohnraums und einer Verdrängung der bestehenden Wohnbevölkerung einher; mit einschneidenden Folgen insbesondere für vulnerable Gruppen wie Ältere, kinderreiche Familien und Personen mit niedrigeren Einkommen.
Wie auch ihre Vorgängerinnen, bezieht sich die aktuelle Erneuerungswelle auf quantitative und wissenschaftliche Argumentationen: Waren es zu Beginn des 20. Jahrhunderts Versprechen von Hygiene, Tugend und Bezahlbarkeit, legitimieren heute die Schlagworte «Nachhaltigkeit», «Qualität» und «Diversität» Abriss und Neubau. Doch was als Handlung in einem Moment nur folgerichtig erscheinen mag, ist oft schon innerhalb weniger Jahrzehnte kaum mehr verständlich.
«Verdichtung oder Verdrängung?» macht Zusammenhänge sichtbar und rückt Fragen in den Vordergrund. Die Ausstellung ist multiperspektivisch angelegt und liefert keine fertigen Antworten auf die brennenden Fragen, sondern zeigt auf, wie auch rational begründete Argumente stets historisch kontingent sind und Betroffene sowie Beteiligte die resultierende Transformation unterschiedlich begründen, deuten und erleben.
Das ZAZ BELLERIVE Zentrum Architektur Zürich präsentiert vom 26. Januar bis 26. März 2023 die Ausstellung «Verdichtung oder Verdrängung? Wenn Neubauten ersetzen». Ein Ausstellungs- und Vermittlungsprojekt in Kooperation mit den Studiengängen MAS GTA und MAS in Housing, D-ARCH, ETH Zürich. Mit Gastbeiträgen von Countdown 2030, Mieten-Marta, Newrope/ETH Professur für Architektur und Urbane Transformation.
