Schlagwort: Verkehr

  • Eine App bringt alle Verkehrsmittel zusammen

    Eine App bringt alle Verkehrsmittel zusammen

    MixMyRide will Alternativen zum privat genutzten Personenwagen fördern und vernetzt deshalb alle Verkehrsmittel mit einer Mobilitäts-App. Bisher mussten Tram, Velo oder Mitfahrgelegenheit separat gebucht werden. Mithilfe von Daten über den öffentlichen Nahverkehr, dynamischen Daten über Fahrgemeinschaften und Bikesharing sowie intelligenten Algorithmen sollen nun Mobilitätsnachfrage und Angebot aufeinander abgestimmt werden. Die App wurde von einem schweizweiten Konsortium entwickelt, bestehend aus Instituten der ZHAW School of Engineering sowie der Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI). Zudem waren an der Entwicklung das WinLab der Stadt Winterthur, der Mobilitätsdienstleister BePooler, der Verkehrsberater Citec und das Lugano Living Lab beteiligt.

    Verkehrsmittel optimal kombinieren
    Die Mobilitäts-App dient in erster Linie als Reiseplanungssystem, das auf eigens entwickelten Algorithmen der Künstlichen Intelligenz basiert. Die App zeigt für die gewünschte Fahrt verschiedene Verkehrsmittel auf, indem es optimale Kombinationen von Streckenabschnitten auf der Grundlage der verfügbaren Mobilitätsdienste ermittelt, zu denen auch Fuss- und Velowege – entweder mit dem privaten Velo oder Bikesharing – sowie E-Trottinette gehören. Wenn eine Mitfahrgelegenheit gefunden wurde, ermöglicht MixMyRide zudem auch die Buchung und Organisation der Fahrt, indem es zwischen den Personen vermittelt, die eine Fahrt suchen oder anbieten.

    Wirksamkeit im realen Leben testen
    Die App steht bis Februar 2024 zur Verfügung und deckt die Regionen Lugano, Genf und Winterthur/Zürich ab. Während eines Jahres wird sie nun getestet. Die ZHAW-Forschenden haben die Entwicklung der App bezüglich Design und Funktionalität unterstützt und sind der lokale Ansprechpartner für die Testphase in der Region Winterthur/Zürich. Zudem sind sie federführend bei der Evaluation inklusive der Durchführung und Auswertung von Umfragen. «Die Testphase ermöglicht uns die Verhaltensänderungspotenziale durch MixMyRide zu evaluieren und allfällige Auswirkungen auf den Gesamtenergieverbrauch und den CO2-Ausstoss abzuschätzen», erklärt Uros Tomic vom ZHAW-Institut für Nachhaltige Entwicklung.

    Tester:innen für MixMyRide gesucht
    Alle interessierten Personen können jederzeit die MixMyRide-App aus dem iOS App Store oder dem Android Play Store herunterladen und testen. Wenn freiwillige App-Nutzende zusätzlich an den Umfragen und allfälligen Gruppeninterviews teilnehmen, helfen sie dabei, die Auswirkungen der App auf das Mobilitätsverhalten zu verstehen und können an Verlosungen teilnehmen.

    Weitere Informationen: mixmyride.com/de

  • Aargauer Departement wird für Mediation ausgezeichnet

    Aargauer Departement wird für Mediation ausgezeichnet

    Der Mediationspreis des Schweizerischen Dachverbandes Mediation (SDM) geht zum ersten Mal an einen Kanton. Das Aargauer Departement für Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) wird für seine konsensorientierten Verfahren bei Infrastrukturvorhaben geehrt. Das Vorgehen des BVU zeige, „dass gelebte Demokratie mit Mediation und mediationsähnlichen Partizipationsinteressen verschiedene Formen bietet, die weit über Mehrheitsentscheide hinaus gehen“, heisst es in der Begründung des SDM. Wo sich Kontroversen und unterschiedliche Interessen abzeichneten, würden die Möglichkeiten der Mediation genutzt. Das BVU unter seinem Generalsekretär Markus Büsser nehme eine Vorreiterrolle bei der Mediation im öffentlichen Bereich ein.

    Das BVU ist erfreut über die Auszeichnung. „In den Aufgabenbereichen des BVU gehören Zielkonflikte, Differenzen und unterschiedliche Perspektiven zum Tagesgeschäft“, wird Büsser in einer Mitteilung des Kantons zitiert. „Die Departementsleitung macht sich deshalb regelmässig Überlegungen, wie sie eine Kommunikations- und Konfliktkultur fördern kann, die eine dialogorientierte und nachhaltige Zusammenarbeit ermöglicht.“ Das BVU verweist etwa auf die Runden Tische bei der Erweiterung des Steinbruches Mellikon, den Auen im Rietheimer Feld und die Verrechnung der Netznutzungspreise für den Strom.

    Der Schweizer Mediationspreis wird 2023 zum dritten Mal verliehen. Ausgezeichnet wurde auch das Alterszentrum Haus Tabea in Horgen ZH. Der Preis wird im Rahmen des SDM-Kongresses übergeben, der am 16. und 17. Juni in Lausanne stattfindet.

  • Neue Drehscheibe der Energiebranche im Verkehrshaus Luzern

    Neue Drehscheibe der Energiebranche im Verkehrshaus Luzern

    Im Verkehrshaus Luzern ist mit dem «House of Energy» eine neue, langfristige Plattform rund um das Thema Energie entstanden. Nicht nur Verkehr und Mobilität sind mit Energie verbunden – für jede Art der Fortbewegung ist Energie vonnöten. Aber auch rund um das Brennthema Klimawandel spielt sie eine tragende Rolle: Allein der Verkehr in der Schweiz verursacht mehr als einen Drittel des CO2-Ausstosses.

    Die komplexen Zusammenhänge erschliessen sich vielen Menschen noch nicht. Dies will das Verkehrshaus mit der neuen Ausstellung ändern. Auf einer Fläche von 600 Quadratmetern sollen die Zusammenhänge und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft aufgezeigt werden: Wie agieren Wohnen und Mobilität miteinander? Wie könnten innovative Lösungen und die Energiezukunft der Schweiz im Jahr 2050 aussehen? Besucherinner und Besucher können hier Exponate und interaktive Attraktionen besichtigen, die die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Energie aufzeigen und erlebbar machen. Des Weiteren sind ab 2023 verschiedene Konferenzen und Events zum Thema Energie geplant.

    Das von Gigon Guyer Architekten aus Zürich eigens dafür gebaute Gebäude anstelle der ehemaligen Halle «Schienenverkehr 1» wurde mit energietechnischen Ausstattungen der neusten Generation konzipiert: Minergie P ist Standard, die Energiezentrale läuft via Wassernutzung, und auf dem Dach sowie auf der Fassade wurden Photovoltaikanlagen installiert. Dank dieser Energiezentrale soll das gesamte Verkehrshaus künftig grösstenteils mit erneuerbarer Energie betrieben werden können. Bei der Realisierung des Projekts arbeitete das Verkehrshaus mit Partnern aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Das «House of Energy» soll als Bildungsort für Schulen und Hochschulen sowie als Experimentierlabor und Innovationsstandort für das Initiieren und Begleiten von Aktivitäten und Projekten im Rahmen der nachhaltigen Mobilität dienen.

    Das Verkehrshaus der Schweiz in Luzern versteht sich mit seinen starken Besucherzahlen von 500’000 bis 600’000 Personen pro Jahr im Museum als Partner im Transformationsprozess hin zur angepeilten Netto-Null-Klimaneutralität im Jahr 2050. Mit der neuen Energieplattform sollen das Interesse und die Auseinandersetzung mit den Themen Energie und Mobilität mit Schwerpunkt Schweiz gefördert werden. Die Ziele umfassen die Wissensvermittlung, das Schaffen eines starken Bezugs zum Alltag der Besuchenden sowie die transparente Darstellung der Herausforderungen samt der möglichen Lösungsansätze und die Kommunikation in Bezug auf Schulen und die Berufswelt. Die interaktive Ausstellung wird im April 2023 eröffnet der Neubau und hat ohne Energiezentrale und Mieterausbau rund 37,8 Millionen Franken gekostet.

  • Bypass Luzern entlastet Strassennetz

    Bypass Luzern entlastet Strassennetz

    In den vergangenen zehn Jahren hat der Verkehr von und nach Luzern um rund 20 Prozent zugenommen. Prognostiziert ist ein weiteres Wachstum – die A2 und A14 stossen aber bereits jetzt an ihre Kapazitätsgrenzen. Bei der Verzweigung Rotsee vor Luzern treffen die Verkehrsströme der Nord-Süd-Achse A2 und der A14 von Zürich-Zug aufeinander. Auf der Stadtdurchfahrt kommen der regionale und lokale Ziel- und Quellverkehr hinzu. Um die Situation zu entspannen, will der Bund die Verkehrssituation auf den beiden Autobahnen mit dem Bypass Luzern massgebend verbessern. Ohne den Bypass würde der Ausweichverkehr auf das untergeordnete Strassennetz zunehmen und in der Folge auch den öffentlichen Verkehr behindern.

    Das Kernelement des Bypasses besteht aus zwei zweispurigen Tunnels mit einer Länge von 3760 Metern Richtung Norden und 3850 Metern Richtung Süden, die die Stadt Luzern und die Reuss unterqueren. Im Norden liegen die Anschlusspunkte im Bereich Ibach und im Süden im Bereich Grosshof (Luzern-Kriens). Der projektierte Tunnel-Bypass soll primär den Transitverkehr aufnehmen.

    Zudem ist ein Ausbau der A14 im Norden von heute vier auf künftig sechs Fahrstreifen ab der Verzweigung Rotsee bis Anschluss Buchrain geplant. Um dies zu bewerkstelligen, wird der Tunnel Rathausen mit einer dritten Röhre erweitert. Die Bauwerke werden an der Verzweigung Rotsee angepasst. Bei der Verzweigung Rotsee wird die Fahrspur A2/A14 Basel in Richtung Zug auf zwei Spuren ausgebaut, um den bestehenden Engpass zu eliminieren.

    Neu wird die A2 zwischen der Verzweigung Rotsee und dem Anschluss Luzern-Kriens zur Stadtautobahn, die ausschliesslich dem Ziel-, Quell- und Binnenverkehr der engeren Agglomeration Luzern dient. Daran erschlossen sind Emmen Süd, Luzern-Zentrum und Luzern-Kriens. Bei Bedarf, also beispielsweise im Ereignisfall oder bei Unterhalts- und Instandsetzungsarbeiten, dient die Stadtautobahn als Ausweichroute zum Bypass und umgekehrt.

    Die Grosshofbrücken als neues Eingangstor für die Stadt Kriens.

    Im Süden ist im Tunnel Spier zwischen den Anschlüssen Luzern-Horw und Hergiswil eine Ummarkierung auf je drei Fahrstreifen in beide Richtungen geplant. Der dritte Fahrstreifen verlängert jeweils die Ein- und Ausfahrtsspur. Die Stadt Kriens erhält mit den neuen Grosshofbrücken ein neues Eingangstor: Auf dem Dach ist eine Parkanlage mit Wegen vom Sonnenberg nach Kriens, Horw und Luzern geplant. Unterhalb der Brücke soll ein vielfältiger Nutzungsmix aus Cafés, Läden und Gewerbeflächen entstehen.

    Der Bypass Luzern sieht den Bau von drei neuen Strassenabwasserbehandlungsanlagen (SABA) in Rathausen, bei der Verzweigung Rotsee und bei Grosshof-Kriens vor. Dank diesen wird das Schmutzwasser der Autobahn auf ökologische Weise gereinigt, bevor es in die umliegenden Gewässer fliesst.

    Das Entlastungsprojekt Bypass soll den Verkehrsfluss auf den Autobahnen verbessern und die Funktionalität der Nord-Süd-Achse sicherstellen. Zudem werden damit Ausweichrouten bei Unfällen oder Unterhaltsarbeiten geschaffen. Die Zentralschweiz und die Agglomeration Luzern profitieren von einer besseren Erreichbarkeit, und die Stadtautobahn wird vom Durchgangsverkehr entlastet. Nicht zuletzt wird die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer erhöht.

    Der Tunnel Rathausen wird mit einer dritten Röhre erweitert.

    Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1,8 Mrd. Franken und werden vom Bund finanziert. Läuft alles nach Plan, soll der Bypass nach rund 12 Jahren Bauzeit – unter Vorbehalt der noch ausstehenden Plangenehmigungsverfügung – zirka 2035 befahrbar sein.

  • Kommission des Kantonsrats stimmt Verlängerung der Flughafenpisten zu

    Kommission des Kantonsrats stimmt Verlängerung der Flughafenpisten zu

    Die Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt des Kantonsrats Zürich spricht sich mit acht zu sieben Stimmen für die geplante Verlängerung der Pisten 28 und 32 am Flughafen Zürich aus, informiert der Kantonsrat Zürich in einer Mitteilung. Nach Ansicht der acht Kommissionsmitglieder aus SVP, FDP, Mitte und EVP wird eine Verlängerung der beiden Pisten ausschliesslich zur Konsolidierung des Flugbetriebs in den Spitzenzeiten und bei schlechten Wetterbedingungen führen. In der Mitteilung wird hier unter anderem grössere Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit angeführt.

    Die Minderheit aus SP, GLP und Grüne fürchtet dagegen, dass eine Verlängerung der Pisten auch für einen Ausbau der Kapazitäten am Flughafen Zürich genutzt wird. Sie lehnen jedoch jegliches Wachstum am Flughafen „aufgrund der drängenden Klimaprobleme“ ab, heisst es in der Mitteilung.

    Der Flughafen nimmt die Entscheidung „erfreut zur Kenntnis“, wie er in einer Mitteilung schreibt. Die Verlängerung der Pisten sei eine wichtige Massnahme, um die Sicherheitsmarge zu erhöhen und den Betrieb zu stabilisieren. Sie führten nicht zu einer Erhöhung der Kapazität. Es bestehe kein Zusammenhang zwischen der Länge der Pisten und der Zahl der landenden und startenden Flugzeuge.

    Auch die Zürcher Handelskammer (ZHK) begrüsst den Kommissionsentscheid. Das bestehende System habe sich als „zu wenig stabil“ erwiesen. Vermehrte Verspätungen gefährdeten „die Funktion des Flughafens Zürich als einziges interkontinentales Luftverkehrsdrehkreuz der Schweiz“, schreibt die ZHK in einem Kommentar. „Die bereits vom Bund geforderten Pistenverlängerungen ermöglichen es dem Flughafen, bei allen Wetterlagen zuverlässig und stabil zu funktionieren.“

    Im nächsten Schritt muss der Kantonsrat entscheiden. Das Vorhaben untersteht dem fakultativen Referendum.

  • UVEK bewilligt Projekte im Strassenbau

    UVEK bewilligt Projekte im Strassenbau

    Der Bund wird in diesem Jahr insgesamt rund 2,8 Milliarden Franken für neue oder fortgeführte Arbeiten am Schweizer Strassennetz ausgeben. Nun hat das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) die entsprechenden Bauprogramme genehmigt.

    Demnach fliesst der weitaus grösste Teil von 1,6 Milliarden Franken in den Unterhalt und die Verbesserung des bestehenden Nationalstrassennetzes. Für Projekte im Rahmen des Strategischen Entwicklungsprogramms Nationalstrassen und für grössere Vorhaben stehen 2023 total 482 Millionen Franken zur Verfügung. Diese Gelder werden einer Medienmitteilung des Bundesamts für Strassen zufolge hauptsächlich in die zweite Röhre des Gotthard-Strassentunnels, in den sechsspurigen Ausbau der Nordumfahrung Zürich (A1), in den Bypass Luzern (A2) und in die Umfahrung von Le Locle (A20) investiert.

    Dazu sind rund 453 Millionen Franken für die Pflege, den sogenannten betrieblichen Unterhalt, des Nationalstrassennetzes vorgesehen. Dazu zählen unter anderem der Winterdienst, Grünpflege, Beseitigung von Unfallschäden und Reinigung.

    Für Neubauten im Rahmen der 1960 beschlossenen Netzfertigstellung, einer Verbundaufgabe zwischen Bund und Kantonen, stehen in diesem Jahr 264 Millionen Franken zur Verfügung. Der grösste Kredit wurde mit 111 Millionen dem Kanton Wallis zugeteilt. Obwalden erhält 18 Millionen, Schwyz 12 Millionen und Uri 7 Millionen.

  • Bern erhält neuen RBS-Bahnhof

    Bern erhält neuen RBS-Bahnhof

    Der bestehende Bahnhof für den Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) war der erste unterirdische Bahnhof der Schweiz und wurde 1965 eröffnet. Geplant wurde er für täglich rund 16‘000 Fahrgäste. Heute frequentieren aber rund 60‘000 Passagiere täglich den kleinen, viergleisigen Bahnhof. Damit stiess er bereits mit dem Ausbau des Fahrplans 2014 an seine Kapazitätsgrenzen. Eine Verdichtung der Fahrpläne ist für den RBS mit dem in die Jahre gekommenen Bahnhof unmöglich. Und das ist ein Problem: Laut Prognosen wird die Nachfrage im öffentlichen Verkehr bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent steigen.

    Im Rahmen des Projekts «Zukunft Bahnhof Bern» entschied man sich deshalb für einen Neubau des RBS-Bahnhofs. So können künftig nicht nur mehr, sondern auch längere Züge anhalten. «Mit dem neuen RBS-Bahnhof können die Kapazitäten dank rund 12 Meter breiten Mittelperrons mit entsprechend mehr Platz aufgefangen werden. Zudem kann der RBS künftig bis zu 180 Meter lange Züge – das entspricht drei aneinandergehängten Zugkompositionen – einsetzen. Heute verkehren hier maximal sogenannte Doppeltraktionen, also zwei aneinandergehängte Züge», sagt Stefan Häberli, Mediensprecher, Regionalverkehr Bern-Solothurn RBS. Zudem soll dank der neuen Mittelperrons der Komfort für die Reisende gesteigert und die Sicherheit erhöht werden. Denn die heutigen Perrons seien zu kurz und zu schmal.

    Der neue RBS-Bahnhof entsteht seit dem Jahr 2017 rund 20 Meter unterhalb der Gleise 2 bis 7 des SBB-Bahnhofs. Für den Tiefbahnhof werden zwei grosse unterirdische Räume mit je zwei Gleisen gebaut sowie der bereits erwähnte 12 Meter breite Mittelperron. Über Rolltreppen und mit Liften gelangen die Passagiere von der Perronebene zur Unterführung Mitte, die zu den Gleisen des Fern- und S-Bahnverkehrs sowie in die Stadt führt. Für die Einfahrt in den RBS-Bahnhof entsteht ein neuer zweigleisiger Tunnel mit einer Länge von 700 Metern. Der geplante Tunnel zweigt aus dem bestehenden RBS-Schanzentunnel ab und verläuft grösstenteils unter dem Strassen- und Bahnareal. Der bestehende, unter dem Länggassquartier verlaufende RBS-Tunnel sowie der heutige RBS-Bahnhof werden aufgegeben.

    Bauvergabe an regionale Unternehmen
    Die Hauptarbeiten wurden von der RBS an zwei regionale Bauunternehmen vergeben: Der Rohbau des eigentlichen unterirdischen Bahnhofs wird von der Marti AG ausgeführt. Seit August 2021 wird von einem Zugangsstollen vom Installationsplatz Laupenstrasse im Gleisfeld westlich des Bahnhofs Bern her gearbeitet. Für den Zufahrtstunnel in Richtung Eilgutareal und Bahnhof Bern zeichnet die Frutiger AG verantwortlich. Die Bauarbeiten laufen seit September 2020 von der Baugrube Hirschenpark aus. Der bestehende Zufahrtstunnel zum Bahnhof Bern wurde bei laufendem Bahnbetrieb bis auf das Gewölbe ausgegraben. Später wird dieser mit dem neuen Zufahrtstunnel verbunden.

    Mit dem Projekt «Zukunft Bahnhof Bern» wird auch die Strasse entlastet. Abgestimmt auf den Ausbau des Bahnhofs will die Stadt Bern den Verkehr im Bahnhofumfeld neu organisieren und gestalten. So werden Massnahmen zur Reduktion des motorisierten Individualverkehrs im Bahnhofumfeld getroffen. Der Fuss- und Veloverkehr soll dafür ausgebaut werden.

    Die Fahrgäste sowie die Anwohnenden der RBS-Baustellen würden die Bauarbeiten relativ gut tolerieren, wie Häberli sagt: «Die Fahrgäste des RBS waren bisher nur bedingt von den Bauarbeiten betroffen, da das oberste Ziel darin besteht, diese ohne grössere Einschränkungen für den Bahnverkehr durchzuführen.» Nächsten Sommer werde jedoch eine grössere Einschränkung in Form eines mehrwöchigen Streckenunterbruchs zwischen Bern und Worblaufen notwendig sein, da ein Teil des Gewölbes des bestehenden Schanzentunnels (Zugangstunnel in den heutigen Bahnhof) freigelegt und abgerissen werde. Dieser Schritt sei nötig, damit dieser Abschnitt später mit dem neuen Tunnel verbunden werden könne. «Während dieser Zeit werden auf dem Abschnitt Bahnersatzbusse verkehren», so Häberli.

    Die Visualisierung zeigt den neuen RBS-Bahnhof.

    Die Anwohnenden würden regelmässig über die anstehenden Bauarbeiten und vor allem teils notwendigen Nachtarbeiten informiert. Dies geschehe mit regelmässigen Anwohnerschreiben und über den direkten Austausch mit Vertretern und Vertreterinnen der Anwohnerschaft. «Das Interesse an den Bauarbeiten ist generell sehr hoch, wir erhalten regelmässig Anfragen für Baustellenführungen. Aus diesem Grund werden wir am 3. September auch einen Tag der offenen Baustelle durchführen, an dem Interessierte die Baustellen besichtigen und direkt Fragen an die Fachpersonen stellen können», sagt der Kommunikationsspezialist

    Findlinge und
    Öl-Altlasten verzögern die
    Bauarbeiten

    Die Herausforderung während des Baus: Der SBB- und der bestehende RBS-Bahnhof müssen während der Bauzeit uneingeschränkt in Betrieb bleiben. Im Bahnhof Bern laufen zudem gleichzeitig mehrere grosse Bauprojekte. Ausserdem wird der bestehende RBS-Bahnhof mit nur sieben Metern Überdeckung unterfahren – die ersten 400 Meter Tunnel führen durch den bestehenden RBS-Schanzentunnel. Dieser wird unter laufendem Betrieb von Emch+Berger in einer Planergemeinschaft saniert.

    Ursprünglich war die Eröffnung des neuen RBS Bahnhofs auf Ende 2027 geplant. Verschiedene Faktoren wie hydrologische Schwierigkeiten, Öl-Altlasten im Bereich der Laupenstrase oder die Corona-Pandemie sorgten für eine Verzögerung der Bauarbeiten. «Der Zugang zur unterirdischen Baustelle für den künftigen RBS-Bahnhof liegt mitten im Gleisfeld westlich des Bahnhofs Bern an der Laupenstrasse und ist mittels eines schmalen Zugangsschachts bzw. -stollens erschlossen. Die Platzverhältnisse auf der unterirdischen Baustelle sind sehr eng. Das ist logistisch eine gewaltige Herausforderung, da jeder Bauschritt entsprechend gut koordiniert werden muss. Die geologischen Verhältnisse auf dieser Baustelle sind komplex. So erforderten die Verhältnisse des Baugrundes resp. der sogenannten Sohle im Schacht Laupenstrasse aus Sicherheitsgründen eine zusätzliche Verankerung, die ursprünglich nicht vorgesehen war. Zudem erschwerten Findlinge bei der Erstellung des Zugangsschachtes zur unterirdischen Baustelle die Bauarbeiten», erklärt Häberli.

    Deshalb benötigt der RBS für die letzte Bauphase mehr Zeit. So soll die Inbetriebnahme aktuell voraussichtlich Mitte 2029 erfolgen. Die Unterführung Mitte soll 2028 eröffnet werden. Die Terminverzögerung hat Einfluss auf die Finanzen: Statt den bisherigen 614 Millionen Franken wird der RBS-Bahnhof rund 730 Millionen Franken kosten. Die Mehrkosten werden von Bund und Kanton übernommen.

    Bauherr:
    Regionalverkehr Bern-Solothurn RBS
    Investitionsvolumen:
    CHF 730 Mio.
    Zeitraum:
    2017–2029
    Beteiligte Bauunternehmen:
    Marti AG, Frutiger AG, Emch+Berger

  • «Zukunft Bahnhof Bern» schreitettrotz Verzögerungen voran

    «Zukunft Bahnhof Bern» schreitet
    trotz Verzögerungen voran

    Der Kanton und die Stadt Bern, der Bund, die SBB und der RBS spannen zusammen und haben gemeinsam das Projekt «Zukunft Bahnhof Bern» (ZBB) geplant. Das Gesamtprojekt ist in verschiedene Teilbereiche gegliedert:

    • Die SBB sind für den Bau der neuen unterirdischen Passage «Unterführung Mitte» verantwortlich. Die Arbeiten hierzu laufen seit dem Jahr 2017. Die neue Unterführung wird von der bestehenden Unterführung, dem Bubenbergplatz und von der Länggasse her zugänglich sein.
    • Der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) baut einen neuen RBS-Bahnhof unterhalb des SBB-Bahnhofs.
    • SBB Immobilien baut das Bubenbergzentrum 10-12 neu.
    • Die Stadt Bern trifft abgestimmt auf den Ausbau des Bahnhofs Massnahmen, um den Verkehr im Bahnhofumfeld neu zu organisieren und zu gestalten. Dazu gehört auch eine Verlängerung der neuen «Unterführung Mitte» vom neuen Bahnhofzugang Bubenberg direkt zum Hirschengraben.

    Mit diesem Grossprojekt verbessert der Kanton Bern seine Erreichbarkeit und fördert die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts. Reisende profitieren künftig von mehr Platz und kürzeren Wegen innerhalb des Bahnhofs, in die Stadt und zu den Trams und Bussen. Die Publikumsanlagen im Bahnhof Bern werden so ausgebaut, dass sie der Entwicklung der Reisendenzahlen in Zukunft gerecht werden. «Vor Baustart 2016 gab es täglich ungefähr 270’000 Ein- und Aussteigende pro Tag im Bahnhof Bern. Anfang 2020 waren es bereits 320’000 und die Prognosen sprechen von rund 375’000 Ein- und Aussteigenden ab 2030. Entsprechend ist der Ausbau konzipiert», erklärt Angela Disch, Gesamtprojektleiterin SBB Infrastruktur.

    Der Umbau sei eine «Operation am offenen Herzen», sagt Disch und führt aus: «Schliesslich bauen wir unter anderem direkt unterhalb der befahrenen Gleise eine komplett neue Personenunterführung – und darunter entsteht auch noch der neue RBS-Bahnhof.» Eine der grössten He-rausforderungen sei es, die Bedürfnisse der verschiedenen Bauherrinnen und der Reisenden aufeinander abzustimmen. Ausserdem brauche es viel Rücksicht auf die Anwohnenden. «Nicht zuletzt sind in diesem urbanen Raum Flächen für Logistik, Maschinen und Baumaterial Mangelware», sagt Disch.

    Für «Zukunft Bahnhof Bern» wird mit Investitionen von gut einer Milliarde Franken gerechnet. Davon fallen rund 730 Millionen auf den RBS-Bahnhof. Das Projekt der SBB ist mit 375 Millionen budgetiert, und die Verkehrsmassnahmen der Stadt Bern sollen mit maximal 112 Millionen Franken zu Buche schlagen – die Stadtberner Stimmberechtigten haben den entsprechenden Kredit im März 2021 genehmigt. Die Kosten werden anteilsmässig vom Bund, dem Kanton Bern sowie der Stadt Bern getragen.

    Während sich die Bauarbeiten am RBS-Bahnhof verzögern, laufen die Arbeiten der SBB nach Plan. Allerdings wirken sich die Verzögerungen der Bauarbeiten des RBS-Bahnhofs auf den Ausbau der Publikumsanlagen aus. Statisch sind die Projekte der RBS und der SBB voneinander abhängig, da der RBS unterhalb der SBB-Baustelle und der bestehenden Perronhalle baut. Die SBB können die Ausbauarbeiten zur neuen Unterführung somit erst 2023 weiterführen, wenn der RBS Teile der Kaverne Nord (eine der beiden unterirdischen Hallen des neuen RBS-Bahnhofs) so weit gebaut hat, dass sie belastbar genug sind. Aus diesem Grund dürften die SBB ihre Ausbauten nach heutigem Stand ab April 2028 in Betrieb nehmen – rund ein Jahr später, als ursprünglich geplant.

    Nach Plan kann das Bubenbergzentrum 10-12 gebaut werden. Die Bauarbeiten starteten im März 2022 (siehe S. 40). Seit dem Jahr 2019 abgeschlossen sind der Bau des Zugangsstollens auf der Grossen Schanze sowie die Perronverlängerung. Ausserdem wurden die Perrons der Gleise 12/13 und 9/10 für ein barrierefreies Ein- und Aussteigen erhöht. Bis März 2023 werden Mikropfahlarbeiten an den Gleisen 1-8 vorgenommen, bevor die Unterführung weiter Richtung Süden ausgebaut werden kann.

    Auch der RBS-Bahnhof vermeldet trotz der Verzögerung Fortschritte: Bei der Kaverne Nord laufen die Ausbrucharbeiten auf der zweiten von vier Ebenen. Mit der definitiven Gewölbesicherung wurde zudem bereits begonnen. Währenddessen wird in der Südkaverne die Logistikkaverne fertiggestellt. Im Januar dieses Jahres konnten die Ausbrucharbeiten für den unteren Tunnelquerschnitt im Raum Hirschenpark/Eilgut abgeschlossen und mit den Betonierarbeiten für das Tunnelgewölbe begonnen werden. Rund 20 Meter unter den Abstellgleisen von SBB und BLS – im Untergrund des Eilguts – stehen die Aushubarbeiten kurz vor dem Abschluss. Hier sollen bis im Sommer 2022 die Bodenplatten eingebaut werden, auf denen später die Gleise für die RBS-Züge verlegt werden.

    Beim städtischen Projekt (Verkehrsmassnahmen Stadt Bern) liegt seit Februar 2022 die Vorprüfung vor, welche durch das kantonale Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) durchgeführt wurde. Der Gemeinderat der Stadt Bern hat aufgrund der Ergebnisse anschliessend entschieden, ein gartendenkmalpflegerisches sowie ein Baumgutachten für die geplante Umgestaltung des Hirschengrabens in Auftrag zu geben. Ein archäologisches Gutachten soll zudem die genaue Situation der Tränke unter dem Hirschengraben eruieren. Diese Zusatzabklärungen sorgen für eine Verzögerung bei der öffentlichen Auflage des Projekts, die nun Ende 2022 / Anfang 2023 erfolgen dürfte. Die Bauarbeiten kann die Stadt Bern somit frühestens 2024 aufnehmen.

    Die Inbetriebnahme des neuen Bahnhofs Bern war von Anfang an gestaffelt vorgesehen. Das Credo lautet: Was fertig ist, wird in Betrieb genommen. So wird sichergestellt, dass die Öffentlichkeit schnellstmöglich vom neuen Bahnhof profitieren kann. Eine grosse Eröffnung ist also nicht geplant.


  • Shoppi Tivoli übernimmt Bahnhof der Limmattalbahn

    Shoppi Tivoli übernimmt Bahnhof der Limmattalbahn

    Mit einer feierlichen „Schlüsselübergabe“ ist die Haltestelle „Shoppi Tivoli“ der Limmattalbahn (LTB) am Montag von der Betreiberin Aargau Verkehr (AVA) an das Einkaufzentrum Shoppi Tivoliübergeben worden. Laut Medienmitteilung von Shoppi Tivoli nahmen daran die Geschäftsleitungen der Aargau Verkehr AG sowie der Shoppi Tivoli Management AG und weitere Gäste teil, darunter der Gemeindepräsident von Spreitenbach, Markus Mötteli.

    Für Severin Rangosch, CEO Aargau Verkehr, ist die Realisierung der Limmattalbahn ein Bekenntnis zur Region. Man glaube an ihr Potenzial, wird Rangosch zitiert.

    Patrick Stäuble, Centerleiter und CEO von Shoppi Tivoli, wird zitiert, das Management sei „stolz, heute den Shoppi Tivoli-Bahnhof präsentieren zu können“. Für das Einkaufzentrum sei dies extrem wichtig, aber auch für die anliegenden Einrichtungen, darunter die Umwelt Arena und das gesamte Quartier Tivoli Garten mit seinen Angeboten fürs Wohnen, einem Ärztezentrum, Shopping-Angebote oder einem Kindergarten.

    Das Shoppi Tivoli bereite sich auf den Bahnhof vor, in dem es seinen Service auf die besonderen Bedürfnisse der Reisenden erweitere. So gibt es schon jetzt fünf neue Schnell-Restaurants am Eingang zum LTB-Bahnhof. Und sie sind auch nach dem offiziellen Ladenschluss noch zugänglich. Dazu wird nach Angaben von CEO Stäuble auch ein Restaurant gehören, das sieben Tage die Woche offen ist.

    „Die Haltestelle entsteht direkt unter der CenterMall. Man steigt also aus der Bahn, nimmt die Rolltreppe und ist schon im Shoppi Tivoli. Diese Anbindung wird für uns ein grosser Meilenstein, denn entlang der Limmattalbahn findet Entwicklung statt“, wurde Stäuble in einem Interview mit dem regionalen Standortförderer Limmatstadt AG zitiert.

  • Graubünden erhält in Sedrun neues touristisches Zentrum

    Graubünden erhält in Sedrun neues touristisches Zentrum

    Die Andermatt Swiss Alps AG beabsichtigt, erstmals auch auf der Bündner Seite des Oberalppasses zu investieren: An einzigartiger Lage am Talende in Sedrun/Dieni sollen auf dem Gelände des heutigen Parkplatzes gegenüber der Talstation Dieni der SkiArena Andermatt-Sedrun bis 2027 13 Gebäude mit 410 Hotelzimmern entstehen. Davon sind 204 Hostel- sowie 206 Doppel- und Dreibettzimmer geplant. 119 zusätzliche Wohneinheiten stehen zum Verkauf und werden touristisch bewirtschaftet. Es handelt sich um unterschiedlich grosse Einheiten vom Studio bis zur 5,5 Zimmer Wohnung. Die Resort Dieni Development AG, die sich im Besitz der Andermatt Swiss Alps AG (ASA) befindet, hat dafür ein Baugesuch eingereicht.

    «Das Resort Dieni ist ein wegweisendes Projekt, das in der Region und im Kanton Graubünden neue Massstäbe setzt», so Raphael Krucker, CEO der Andermatt Swiss Alps AG. Insgesamt sind 1’800 Betten geplant – sowie 478 Parkplätze, wovon 150 für Gäste der SkiArena Andermatt-Sedrun zur Verfügung stehen. Zum Resort gehören ausserdem drei Restaurants, zwei Bars, verschiedene Retailflächen sowie Freizeitangebote wie Spa, Bowling, Boulder, Kino, Fitness und Gaming. «Die Andermatt Swiss Alps AG investiert dazu 170 Millionen Franken», so Raphael Krucker weiter. Die Zahl der Hotelbetten in der Surselva erhöht sich damit um über 20 Prozent.

    Mit dem Resort Dieni wird das touristische Angebot in Sedrun in Richtung preisgünstige und auf Familien/Gruppen ausgerichtete Wohnungen und Hotelzimmer ergänzt. Das Resort ist konzipiert für junge Familien und Gruppen. Mit ski-in/ski-out und dem alpinen Erlebnis am Berg in Dieni/Sedrun entsteht ein neues touristisches Zentrum im Kanton Graubünden. Gemeindepräsident Martin Cavegn dazu: «Dieses Grossprojekt ist ein Meilenstein für die Gemeinde Tujetsch und die ganze Surselva. Um im Wettbewerb mithalten zu können, braucht es neue Hotels und bewirtschaftete Ferienwohnungen.»

    Der neue Dorfteil wird eingebettet in eine grosszügige Landschaft mit Blick talabwärts und in die Berge. Die Lage direkt an der ganzjährigen Bahnverbindung Chur-Andermatt und am modernsten und grössten Skigebiet im Gotthardgebiet sowie die ganzjährige Erreichbarkeit auf der Strasse machen den Standort einzigartig. Zusätzlich erstellt die Gemeinde eine Busverbindung zwischen Sedrun und Dieni.

    Für das Resort Dieni wird ein möglichst nachhaltiger Bau und Betrieb angestrebt. Dazu gehört die Wahl von nachhaltigen Materialien, aber auch ein state-of-the art Betrieb. Das Resort wird CO 2-neutral von einer Holzpellet-Heizung mit Wärme versorgt; 50 Prozent der Dachfläche wird mit 1’500 m2 Photovoltaik ausgerüstet. Bauherr ist die Resort Dieni Development AG (RDD) im Besitz der Andermatt Swiss Alps AG (ASA), als Betreiberin fungiert ebenfalls die ASA bzw. deren Partnerunternehmen aus der Orascom Gruppe, die Orascom Hotel Management. Ein Drittpartner als Joint Venture-Partner ist denkbar.

    Die Andermatt Swiss Alps AG investiert im Kerngeschäft Immobilien und touristische Infrastruktur in den nächsten Jahren rund 350 Millionen Franken, um die Vision «The Prime Alpine Destination» umzusetzen. Zusätzlich werden aus der Partnerschaft mit Vail Resorts, Inc. 149 Millionen Franken aufgewendet. Mit deren langjähriger Erfahrung im Entwickeln von Skigebieten wird so das Gästeerlebnis am Berg mit neuen Bahnen, zusätzlicher Beschneiung und neuen Restaurants verbessert.

  • Drohnenschwärme messen Verkehr

    Drohnenschwärme messen Verkehr

    Ein Team um den Leiter des Labors für städtische Verkehrssysteme (LUTS) an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne, Professor Nikolas Geroliminis, misst den Verkehr mit bisher unerreichter Genauigkeit. Dafür setzt es Drohnenschwärme ein. Die Videobilder wandelt es in Algorithmen um und analysiert die Daten. „Unser Ziel ist es nicht, den Verkehr zu überwachen, sondern die Ursachen für Staus zu finden und Lösungen auf der Grundlage von Fakten anzubieten“, wird Postdoktorand Manos Barmpounakis in einer Mitteilung zitiert.

    Das LUTS hat seine multidisziplinären Methode 2018 und 2019 getestet. Im vergangenen Sommer wurde sie bei der Überwachung und Bewertung von Parkflächen im Hafen von Pully VD erprobt. Mitte Mai 2022 wurde ein neues Experiment in Nairobi, der Stadt die im Hinblick auf Staus weltweit auf Platz 4 liegt, durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass auch kulturelle Besonderheiten wie die Matatus genannten Kleinbusse zu berücksichtigen sind, „die je nach Bedarf Fahrgäste in einem unbeschreiblichen Verkehrschaos absetzen und aufnehmen“. Traditionelle Modellierungsansätze seien hierfür nicht direkt anwendbar.

    Für weitere Experimente erhielt das Labor einen Zuschuss von der Innovationsagentur Innosuisse. Damit soll diese CityDronics genannte Technologie durch ein in der Schweiz ansässiges Start-up zu einer marktfähigen Lösung weiterentwickelt werden. Es werde als erstes Drohnen in die urbane Mobilität integrieren. Mit Multisensoren könnten die Drohnen auch Belastungen durch CO2 und Lärm messen. An CityDronics seien bereits mehrere Städte interessiert.

  • Neue Entwicklung soll Bahnlärm senken

    Neue Entwicklung soll Bahnlärm senken

    Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa), der Hochschule für Wirtschaft und Ingenieurwissenschaften des Kantons Waadt und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) haben gemeinsam neue Rail Pads entwickelt. Diese Bauteile bestehen zumeist aus elastischem Kunststoff und stecken zwischen Schienen und Betonschwellen, wie die Empa in einer Mitteilung erklärt. Sie werden zur Schonung von Schienen eingesetzt.

    Bestehende Rail Pads haben allerdings Grenzen. Insbesondere wenn der Schutz der Schienen stark erhöht wird, führt dies gleichzeitig zu mehr Lärmbelastung. Diese Herausforderung wollen die Forschenden nun lösen. Nach mehreren Tests im Labor erwies sich ein Bauteil mit einem Polyisobutylen (PIB)-Anteil von über 50 Prozent, eingelegt in eine Schale aus einem härteren Ethylenvinylacetat (EVA)-Kunststoff, als die wirkungsvollste Option. Es kann gleichzeitig den Bahnlärm senken und die Schienen schonen.

    In einem nächsten Schritt sollen die neuen Rail Pads im März auf einer Bahnstrecke in Nottwil getestet werden. „Diese Rail Pads lassen sich leicht herstellen. Auf der 100 Meter langen Strecke werden wir fast 400 Stück brauchen“, erklärt Bart van Damme von der Empa-Abteilung Akustik und Lärmminderung. Deshalb sei bereits ein Unternehmen an Bord, das die Herstellung der bereits patentierten Bauteile übernimmt.

  • Ein Leuchtturm am Tor zu Bern

    Ein Leuchtturm am Tor zu Bern

    Das neue Gewerbe- und Dienstleistungsgebäude am östlichen Tor zur Stadt Bern soll durch verschiedenste Nutzungen an Lebendigkeit gewinnen. Neben konventionellen Büroräumlichkeiten, flexibel buchbaren Büroräumen für Kleinmietende und Start-ups sowie einem zukunftsorientierten Gastronomie- und Eventbereich sind auch Gewerbeflächen für die Nutzung im Gesundheitsbereich möglich.

    BERN 131 wurde als Multispace konzipiert, wodurch grösstmögliche Flexibilität in der Innenraumgestaltung besteht. Multispace ist ein modulares Raumkonzept mit offenen Bürostrukturen und verschiedenen Sonderflächen – etwa für den Austausch, Pausen oder Rückzugsmöglichkeiten. Diese Raumvielfalt macht Multispace attraktiv und eignet sich gut für die neue, individualisierte Arbeitswelt. Gespräche mit verschiedenen Mietinteressierten sind im Gange.
    Die Architektur und die geschickte Planung von BERN 131 garantieren eine hohe Qualität des Arbeitsumfelds trotz der exponierten Lage. Der geplante Neubau profitiert von einer hohen Sichtbarkeit und der unmittelbaren Nachbarschaft zur Wankdorf City. In diesem jungen und aufstrebenden Stadtquartier sind zwei von drei Bauetappen abgeschlossen. Die SBB, die Schweizerische Post und andere Grossfirmen haben hier neue Hauptsitze bezogen. Rund um BERN 131 gibt es ausserdem verschiedene Gastronomie-Angebote, Supermärkte und Business-Unterkünfte. Der Bahnhof Wankdorf ist in rund fünf Gehminuten, diverse Autobahnanschlüsse sind in zwei Fahrminuten erreichbar.

    Das Gebäude in der Form eines Kreisbogendreiecks wird sechs Etagen haben. Die einzelnen Etagen können durch die drei Erschliessungskerne und einen Ring, der sich um das begrünte Atrium legt, erschlossen werden. Die Geschossflächen können flexibel auf verschiedenste Flächenbedürfnisse aufgeteilt werden. Das Gebäude wird grösstenteils in Skelettbauweise mit Holzstützen, Holzunterzügen und Holzhybridecken errichtet. Bei der horizontalen Aussteifung des Gebäudes setzt man auf Erschliessungskerne in Massivbauweise.

    Photovoltaik-Anlagen an der Fassade und auf dem Dach, Energieerzeugung über Erdwärmesonden, ein innovatives Lüftungskonzept mit Wärmerückgewinnung sowie die Nutzung von Regenwasser tragen zur Nachhaltigkeit und Energieeffizienz bei. Die Verwendung von Holz und Holzwerkstoffen schafft zudem eine schöne Raumqualität und ein angenehmes Raumklima.

    Mit seiner Architektur, seiner ausgewogenen Betriebsenergiebilanz sowie zahlreichen gebäudetechnischen Innovationen soll das Gebäude ein Vorzeige- und Leuchtturmprojekt in Sachen Nachhaltigkeit und Ingenieurskunst werden.

    Die Baueingabe erfolgte Mitte Mai 2021; die rechtskräftige Baubewilligung wird zeitnah erwartet. Der Baustart ist auf das zweite Quartal 2022 geplant. Im dritten Quartal 2024 soll BERN 131 bezugsbereit sein.

  • Künstliche Intelligenz analysiert CO2-Ausstoss des Verkehrs

    Künstliche Intelligenz analysiert CO2-Ausstoss des Verkehrs

    Eine an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) entwickelte Analysemethode kann Aussagen darüber treffen, wie sich der Verbrauch der Fahrzeugflotte eines Landes von Jahr zu Jahr verändert. Diese neue Methode basiert auf Mathematik und Deep Learning-Techniken. Laut einer Mitteilung ist sie in der Lage aufzuzeigen, wo die Politik sowie Autokäuferinnen und -käufer ansetzen könnten, um die CO2-Emissionen zu reduzieren.

    Das zu analysieren, sei in den vergangenen Jahren zunehmend schwierig geworden. Denn Fahrzeuge liessen sich aufgrund technischer Neuerungen nicht mehr in klassische Segmente wie Klein-, Mittel- und Oberklasse einteilen. Zudem würden Neufahrzeuge immer grösser und schwerer. Dazu nähmen die Hubräume ab, bei gleichzeitig immer besseren Wirkungsgraden der Motoren.

    Deshalb bezeichnet die Empa-Abteilung Fahrzeugantriebssysteme ihre Analysetechnik als „wichtigen Durchbruch“: Sie ermögliche es, „die CO2-Emissionen separat zu bewerten und durch die Analyse grosser Datenbanken eine genaue automatische Fahrzeugklassifizierung vorzunehmen“, erläutert Forscherin Naghmeh Niroomand. „Dies erleichtert die Analyse von Flottenveränderungen in einem Land oder einem grossen Unternehmen.“ Dank dieser neuen Methode würden „subjektive und expertenbasierte Faktoren“ beseitigt und die Datenbanken aus der ganzen Welt vergleichbar.

    Für die Schweiz konnte das Team die durchschnittlichen CO2-Emissionen neu zugelassener Personenwagen berechnen. Wären weniger schwere Fahrzeuge wie SUVs auf Schweizer Strassen unterwegs, würde dies die Dekarbonisierung am wirksamsten voranbringen, so Niroomand. Hilfreich wäre es auch, Fahrzeuge mit geringerer Leistung in derselben Fahrzeugklasse zu kaufen.

  • «Der Switzerland Innovation Park Ost hat eine Ausstrahlung weit über die Kantonsgrenzen hinweg»

    «Der Switzerland Innovation Park Ost hat eine Ausstrahlung weit über die Kantonsgrenzen hinweg»

    Zur Person
    Beat Tinner ist seit 2020 Mitglied der St. Galler Kantonsregierung und steht dem Volkswirtschaftsdepartement des Kantons St. Gallen vor. Er absolvierte eine kaufmännische Ausbildung beim Schweizerischen Bankverein (heute UBS) und danach einen Sprachaufenthalt in der Westschweiz. Er wurde 1997 im Alter von 26 Jahren Gemeindepräsident von Wartau und bekleidete das Amt bis 2020. Von 2000 bis 2020 war er Mitglied des Kantonsrats und davon die letzten vier Jahre Fraktionschef der FDP.

    Herr Regierungsrat Tinner, wie kann man die St. Galler Wirtschaft am treffendsten porträtieren?
    Wir sind primär ein Industriestandort, der sich ausgehend von der Textil- und Maschinenindustrie inzwischen erfolgreich im Hochtechnologiebereich etabliert hat. Dies verdanken wir besonders der Innovations- und Tatkraft vieler Unternehmer, die sich wie Bühler Group, Leica Geosystems oder SFS Group vom KMU zum Konzern entwickelt haben. Wir haben eine starke Bildungstradition: vom dualen Bildungsweg ausgehend über die regional verankerte, interkantonale Fachhochschule Ost bis zur internationalen Spitzenuniversität HSG. Die Wirtschaftsstruktur ist regional zwar recht heterogen, dafür sind wir breit diversifiziert und somit krisenresistenter. Dies alles, kombiniert mit einem technologie- und wirtschaftsfreundlichen Umfeld, bildet unseren einzigartigen Charakter.

    Wie meistert die St. Galler Wirtschaft die gegenwärtige Pandemie?
    Dank der wirtschaftlich bedeutenden, wiedererstarkenden Exportwirtschaft, der stabilen Bauwirtschaft und erneuter Konsumfreude ist wieder Optimismus zu spüren. Die nicht direkt betroffenen Branchen sind stabil durch die Krise gekommen. Dabei hat sicher auch das Instrument der Kurzarbeit mitgeholfen. Es wird jetzt wieder investiert und gebaut. Ausserdem konnten wir die schwerwiegenden Härtefälle mit Bundes- und Kantonsmitteln überbrücken.

    Ein von Ihnen erklärtes Ziel in der Pandemiezeit ist die Wiederbelebung und Stärkung der St. Galler Unternehmen. Welche Massnahmen haben Sie getroffen?
    Die aktuellen kantonalen Massnahmen umfassen die Unterstützung in Härtefällen, einen Schutzschirm für Sportanlässe sowie eine Unterstützung der Seilbahnunternehmen und Tourismusdestinationen. Die ersten beiden Instrumente werden vom Bund mitfinanziert, das dritte vom Kanton. Die Unterstützungsvorlage ist am 26. September vom St. Galler Stimmvolk gutgeheissen worden. Letztes Jahr wurden bereits Covid-Kredite bereitgestellt. Uns ist es gelungen, die direkt betroffenen Unternehmen wo nötig zu stützen, auch dank engem Dialog zwischen Kanton, Bund und Wirtschaft. Eine allgemeine Strukturbereinigung können und wollen wir mit den Massnahmen jedoch nicht aufhalten.

    Welche Vorzüge hat der Kanton St. Gallen als Standort für Unternehmen?
    Der Kanton liegt anteilsmässig beim Maschinenbau, der Präzisionstechnik, Elektronik und den optischen Technologien sowie bei unternehmensbezogenen IT-Dienstleistungen signifikant über dem Schweizer Mittelwert. In diesen Technologieschwerpunkten gibt es viele, gut ausgebildete Fachkräfte und bestens funktionierende Netzwerke. Im Vergleich zu anderen Landesregionen ist hier Bauland zu erschwinglichen Preisen erhältlich, und die Mieten sind moderat. Generell sind die Rahmenbedingungen sehr unternehmerfreundlich, beispielsweise durch schlanke Bewilligungsprozesse und kurze Wege. Einfach gesagt: Wer in St. Gallen etwas umsetzen will, ist willkommen und kommt mit seinen Projekten schneller und meist günstiger ans Ziel als anderswo.

    Wo muss sich der Kanton noch verbessern, wenn er für ansiedlungswillige Unternehmen attraktiver werden will?
    Bei der Unternehmensbesteuerung gibt es sicher noch ein paar Punkte zu verbessern. Bei der Infrastruktur haben wir im öffentlichen Verkehr einen Quantensprung mit der schnellen Bahnverbindung nach München gemacht, bezüglich Strasse fehlt bislang noch eine internationale Hochleistungsverbindung im Osten. Die Umsetzung der neuen Bau- und Planungsgesetzgebung ergab einen Moment lang eine gewisse Planungsunsicherheit, was mit einer weiteren Revision des Gesetzes abgefedert werden kann. Der Vollzug spielt sich jedoch inzwischen ein und bietet erneut verlässliche Rahmenbedingungen.

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    Der Park Ost soll
    international wahrgenommen werden
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    Welches sind die Schwerpunkte der Standortförderung im Kanton St. Gallen?
    Innovation und Start-ups sind ein wesentlicher Schwerpunkt, was sich beispielsweise mit der erfolgreichen Bewerbung bei Switzerland Innovation zeigt. Bezüglich Promotion sind wir mit unseren Nachbarkantonen Thurgau, Appenzell und mit der St. Gallen-Bodensee-Area unterwegs. Momentan sind wir durch Corona etwas eingeschränkt – wir hoffen aber, dass die stark auf persönlichen Kontakten beruhende Promotion bald wieder in Schwung kommt. Punkto Bereitstellung von Immobilien und der Arealentwicklung nehmen wir eine aktive Rolle ein; wir initiieren und begleiten als Kanton selber Entwicklungen, das heisst: Wir unterstützen Gemeinden bei überkommunalen Arealentwicklungen und vermitteln Immobilienangebote an Interessenten.

    Welche Vorhaben in Sachen Verkehr und Mobilität stehen ganz oben auf Ihrer Agenda?
    Ein Doppelspurausbau im Rheintal, der ab 2024 einen Halbstundentakt zwischen Chur und St. Gallen erlaubt, der laufende Doppelspurausbau für die S-Bahn nach Rapperswil sowie Kapazitätssteigerungen Richtung Zürich durch den Ausbau am Bahnknoten Wil. Zudem arbeiten wir bereits an den Ausbauschritten für kommende Generationen. Eine Trambahn in St. Gallen soll vertiefter geprüft werden, ebenso eine Anbindung zu Cargo sous Terrain.
    Welche gelungenen Mobilitäts-Projekte würden Sie als Ihre bisherigen «ÖV-Meilensteine» bezeichnen?
    Im Juni konnte ich den Doppelspurausbau mit dem neuen Bahnhof Rorschach einweihen. Dies ist ein Teil der laufend verbesserten Eurocity-Verbindung zwischen Zürich, St. Gallen und München. Der Spatenstich zum vorher erwähnten Doppelspurausbau nach Rapperswil ist im September erfolgt. Allein diese Beispiele zeigen, dass bezüglich Infrastruktur einiges läuft.

    Das Vorantreiben von Innovationen ist Ihnen ein grosses Anliegen. Wie wichtig ist die kürzlich erfolgte Gründung des Innovationsparks Ost?
    Die Gründung der «Switzerland Innovation Park Ost AG», wie es jetzt offiziell heisst, ist der Schlüssel. Damit können wir einerseits die Ostschweizer Innovationsnetzwerke nachhaltig festigen und uns gleichzeitig mit dem Thema auf der internationalen Landkarte positionieren. Wir sind überaus glücklich, dass die Ostschweiz nun auch Teil dieses Schweizer Netzwerks ist. Bereits bei der Erarbeitung des Bewerbungsdossiers sind die Akteure von Forschung, Wirtschaft und der öffentlichen Hand in eine sehr konstruktive Zusammenarbeit getreten. Jetzt ist es entscheidend, dass die konkrete Manifestation der Infrastruktur gelingt. Ich bin zuversichtlich, dass wir dies schaffen, weil wir auf einem lebendigen Innovations- und Unternehmensstandort bei der Empa St. Gallen aufbauen können.

    Was ist der aktuelle Stand des Campus-Projekts Buchs?
    Buchs ist als Standort der Ostschweizer Fachhochschule, der Berufsschule und des Forschungs- und Innovationszentrums Rheintal RhySearch bereits gut aufgestellt. Aus diesem Grund, und da auch Baulandreserven vorhanden sind, ist der Campus Buchs zum Aussenstandort des Park Ost deklariert worden. Aktuell sind mehrere Projekte für die Aufwertung des Campus in Arbeit, unter anderem ein Motel für Studenten, Dozenten und Arbeitskräfte. In Kürze wird für die Brusa Elektronik AG ein Neubau eröffnet. Dieser Neubau ist als privatwirtschaftlich finanziertes Projekt gelungen, das dennoch zum Campus Buchs gerechnet wird. Der Brusa Neubau stellt ein Element im Konzept des «Zentrums Präzisionsindustrie» dar, wofür weitere baureife Flächen beim Campus verfügbar sind.

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    Co-Working-Spaces haben von der Pandemie profitiert
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    Welche Bedeutung haben die beiden Projekte für die Region und den Kanton St. Gallen?
    Der Park Ost hat eine Ausstrahlung weit über die Kantonsgrenzen hinweg und soll schliesslich auch international wahrgenommen werden. Die in der Ostschweiz und Liechtenstein bereits gelebte Innovationskultur wird damit klar sichtbar. Der Campus Buchs ist für das industriell geprägte Alpenrheintal ein Nukleus für Innovation, Bildung und Technologie.

    Welche weiteren wichtigen Projekte in Sachen Innovation und Forschung stehen in naher Zukunft an?
    Priorität hat momentan sicher die Umsetzung des Park Ost. Aus den Netzwerken der Empa, HSG, Kantonsspital sowie der Industrie gilt es konkrete Angebote und Innovationsprojekte zu kreieren. Besonders innovative Kooperationsformen werden angeregt und bei Bedarf unterstützt. Im Erstkontakt mit den KMU spielt dabei das Innovations-Netzwerk Ostschweiz INOS mit seinen regionalen Kontaktstellen eine wichtige Rolle.

    Das Thema Co-Working-Spaces ist auch im Kanton St. Gallen von grosser Bedeutung. Wie sind die neu gegründeten Co-Working-Spaces durch die Krisenzeit gekommen?
    Nach den mir vorliegenden Informationen gab es zwar im Lockdown einige Leerstände und Einbussen. Die Büros, auch die neu gegründeten, haben jedoch insgesamt von der Situation profitiert: Einige sind vom Homeoffice in das Co-Working ausgewichen und haben jetzt Gefallen an der neuartigen Arbeitsform gefunden.

    Welche Entwicklung erwarten Sie in diesem Bereich?
    Aufgrund der Flexibilisierung und Digitalisierung der Arbeitswelt entspricht diese Arbeitsform zunehmend einem Bedürfnis. Zukunftsfähig erscheint mir besonders das Modell, wenn beispielsweise in Inkubatoren wie dem Startfeld eine innovative Atmosphäre durch ähnlich interessierte Arbeitskräfte, Start-ups und Freiberufliche entsteht.

    Mit dem «Energiekonzept 2021–2030» stehen bis 2030 rund 150 Millionen Franken für energetische Investitionen zur Verfügung. Welche Punkte sind für Eigentümer von Wohn- und Geschäftsliegenschaften die wichtigsten?
    Zusätzlich zur bisherigen Förderung von energetischen Sanierungen werden die Beratungsangebote ausgeweitet, beispielsweise die finanzielle Unterstützung für die Betriebsoptimierung von Mehrfamilienhäusern und Dienstleistungsbauten. Weitere Zusätze sind die Produktion und Nutzung erneuerbarer Energien, etwa durch eigene Solarmodule sowie der sommerliche Wärmeschutz.

  • «Wir rechnen mit einem Trend nach urbanem Wohnen»

    «Wir rechnen mit einem Trend nach urbanem Wohnen»

    Zur Person
    Stephan Attiger (FDP) leitet seit 2013 das Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau. Auf nationaler Ebene vertritt der 54-Jährige als Präsident der Bau- und Umweltdirektorenkonferenz (BPUK) und als Vorstandsmitglied der Energiedirektorenkonferenz (ENDK) die Anliegen des Kantons. Der gebürtige Badener arbeitete lange Zeit in den Führungsetagen verschiedener Schweizer Unternehmen, bevor er in die Politik wechselte. Er war unter anderem von 2006 bis 2013 Stadtpräsident der Stadt Baden und von 2009 bis 2013 Grossrat des Kantons Aargau.

    Sie leiten das Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau. Wie muss man sich einen typischen Arbeitstag bei Ihnen vorstellen?
    In den letzten Monaten waren meine Arbeitstage covidbedingt eher untypisch: Ich war häufig im Homeoffice, physische Treffen waren selten, und offizielle Anlässe fanden fast gar nicht statt. Aber auch sonst ist nicht jeder Tag gleich, und der Ablauf hängt stark vom Terminkalender ab. Grundsätzlich bespreche ich am frühen Morgen mit meinen engsten Mitarbeitenden die kurzfristig anstehenden Themen und was mittel- und langfristig ansteht. Danach folgen Meetings auf verschiedenen Stufen: Regierungsrat, Departement, Abteilungen, bilaterale Gespräche und Sitzungen mit Externen. Zwischendurch studiere ich Akten.

    Welche Meilensteine haben Sie in Sachen Bau bislang erreicht?
    Da gibt es einerseits zahlreiche grössere und kleinere Bauten, die ich einweihen durfte – nicht nur im Strassenbau, sondern auch im Umweltbereich wie etwa Hochwasserschutz- und Renaturierungsprojekte. Auch Letztere wirken sich direkt und positiv auf die Wohn- und Standortattraktivität aus. Daneben haben wir wichtige Grundlagen für die Planung und spätere Umsetzung von Mobilitätsvorhaben geschaffen. Mit der letzten Revision des Richtplans und der neuen kantonalen Mobilitätsstrategie mobilitätAARGAU wollen wir die Siedlungs- und die Verkehrsentwicklung aufeinander abstimmen. Sie setzt deshalb gezielt räumliche Akzente und differenzierte Ziele pro Raumtyp für die einzelnen Verkehrsmittel. Das wiederum wirkt sich auf den Tief- und den Hochbau aus. Als Kanton nehmen wir auch eine Vorbildfunktion ein.

    Inwiefern?
    Wir fördern zum Beispiel in den Aussenräumen unserer Liegenschaften vermehrt Biodiversität und Aufenthaltsqualität. Wir suchen nach guten Lösungen, wie Biodiversitätsthemen bei Neubauten und bei der Pflege bestehender Liegenschaften berücksichtigt werden können. Klimaanpassungs-Massnahmen an Gebäuden und in deren Umfeld leisten einen Beitrag, unsere klimapolitischen Ziele zu erreichen. Ein gutes Beispiel ist zudem der Neubau des Amtes für Verbraucherschutz, bei dem wir als nachhaltigen Baustoff Holz aus den Aargauer Wäldern einsetzen wollen.

    Welches sind aktuell die bedeutendsten Bauprojekte im Hochbau?
    Ein zurzeit laufendes grosses Projekt im Bereich der kantonalen Immobilien ist der Neubau des Polizeigebäudes im Telliquartier in Aarau. Hier sollen die auf zahlreiche Standorte verteilten Einheiten der Kantonspolizei zusammengeführt werden. Die Baubewilligung ist bereits vorhanden. Auch startete der Kanton Ende März das Anhörungsverfahren für den neuen Standort einer Kantonsschule im Fricktal. Die Anhörungen zum erwähnten Neubau für das Amt für Verbraucherschutz und das Projekt zum Zusammenzug der Informatik Aargau in einem Gebäude in Unterentfelden konnten abgeschlossen werden. Alle Baumassnahmen werden nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit umgesetzt. Bei der Planung liegt jeweils ein besonderes Augenmerk auf die im Gebäude gebundene graue Energie, und der Zeitpunkt für neue Nutzeranforderungen wird auf den Instandsetzungszeitpunkt abgestimmt.

    Der Aargau hat eine grosse Anzahl Entwicklungsareale, die Platz für zusätzliche Einwohner bieten könnten. Wie sehen hier die Pläne aus?
    Der kantonale Richtplan bezeichnet 21 Wohnschwerpunkte mit Arealen, die für eine hochwertige Siedlungsentwicklung prädestiniert sind. Diese sollen einen namhaften Beitrag dazu leisten, das erwartete Bevölkerungswachstum der nächsten 10 bis 20 Jahre an geeigneten, gut erreichbaren Orten aufzufangen. Die Areale sollen nicht nur mit einer angemessenen Dichte den haushälterischen Umgang mit dem Boden unterstützen, sondern auch im Interesse einer nachhaltigen Entwicklung zu qualitativ hochstehenden und attraktiven Wohnstandorten werden. Dies ist die Aufgabe der Gemeinden, die in der Nutzungsplanung die geeigneten Rahmenbedingungen und Anforderungen bestimmen. Der Kanton unterstützt sie dabei.

    Arealentwicklungen stolpern häufig über die Verkehrsproblematik. Helfen Sie hier aktiv bei der Lösungssuche?
    Es ist effektiv so, dass gerade bei Arealentwicklungen hohe Anforderungen an die Verkehrsplanung gestellt werden. Dies, weil viele Unbekannte bestehen bezüglich zukünftiger Ansprüche. Hier muss die Verkehrsplanung ein flexibles Gerüst bereitstellen, um auf die verschiedenen Anforderungen der Investoren reagieren zu können. Soweit der Kanton betroffen ist, übernimmt er einen aktiven Part oder setzt an den Schnittstellen die Rahmenbedingungen.

    Das Projekt zur Verlängerung der Limmattalbahn von Killwangen-Spreitenbach bis Baden schlägt derzeit hohe Wellen. Mit welchen Argumenten versuchen Sie, die Gegner der Verlängerung umzustimmen?
    Die Berichterstattung in den Medien vermittelt leider ein verzerrtes Bild von der allgemein grossen Akzeptanz zu diesem Projekt. In der öffentlichen Anhörung haben die Regionalplanungsverbände und alle Gemeinden im Perimeter der neuen Tramstrecke sowie die meisten Verbände der Limmattalbahn zugestimmt. Eine breite Zustimmung hat auch die konkret vorgeschlagene Linienführung erhalten. Die Vorbehalte aus der Bevölkerung, die aus der Anhörung hervorgegangen sind, nehmen wir sehr ernst. Zum Beispiel haben wir zusätzliche Varianten für die Linienführung aufgenommen. Diese und weitere beanstandete Punkte werden wir bis zur Festsetzung im Richtplan genauer untersuchen und mit den übrigen kantonalen Interessen sowie mit den erwähnten Vorbehalten abwägen.

    Die Zersiedelung ist auch im Aargau ein Problem. Haben die Gemeinden bei der Raumentwicklung Fehler gemacht?
    Wichtig ist, dass der Blick in die Zukunft geht. Im heutigen Bestand sollen die Potenziale erkannt werden, die für eine nachhaltige Entwicklung besser genutzt werden können. Die Revision des Raumplanungsgesetzes von 2013 hat gezeigt, dass mit der Siedlungsentwicklung nach innen, also der Nutzung der bestehenden Reserven, die Entwicklungsbedürfnisse der nächsten 20 Jahre abgedeckt werden können. Die Eindämmung der Zersiedelung nehmen wir sehr ernst. Der Richtplan 2015 legt das Siedlungsgebiet abschliessend fest. Der Verbrauch von Fruchtfolgeflächen ist bereits stark zurückgegangen.

    Wie gut oder schlecht funktioniert die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit bei der Raumentwicklung?
    Bei dieser Zusammenarbeit kommt vor allem den Regionalplanungsverbänden eine wichtige Rolle zu. Sie haben auch gemäss Baugesetz die kommunalen Nutzungsplanungen regional abzustimmen. Die Koordination entlang der Gemeindegrenzen funktioniert.

    Wie sieht für Sie eine optimale Bodenressourcennutzung aus?
    Der haushälterische Umgang mit dem Boden ist ein zentrales Anliegen. Das Bauen in die Höhe kann aber nicht schrankenlos erfolgen. Die Siedlungsqualität und das Ortsbild sind immer zu berücksichtigen. Und bei unterirdischen Bauten ist darauf zu achten, dass genügend Flächen bleiben, wo man grosse Bäume pflanzen und Wasser versickern kann. Das ist entscheidend zur Vermeidung von Wärme-Inseln im Siedlungsgebiet und für das Grundwasser. Der Klimawandel stellt uns vor grosse Herausforderungen. Eine optimale Nutzung der Ressource Boden, eine nachhaltige Siedlungsentwicklung und hochwertige Wohn- und Arbeitsplatzgebiete sind keine Gegensätze.

    Der Kanton Aargau ist bereits heute in Sachen Digitalisierung gut aufgestellt. Wie sehen hier die Zukunftspläne im Baubereich aus?
    Die Digitalisierung von Bauprojekten mit Building Information Modeling (BIM) ist bei uns ein grosses Thema. Momentan beschäftigen wir uns mit rund 20 BIM-Pilotprojekten. Anfang Jahr wurde so auch die erste Baumeistersubmission als Teil eines Pilotprojekts im Einladungsverfahren ausgeschrieben. Unser Ziel ist, dass BIM ab 2025 bei allen neu startenden Projekten der Abteilung Tiefbau standardmässig für die Projektabwicklung eingesetzt wird. Den gleichen «Fahrplan» haben Astra und SBB.

    Pandemien hatten schon früher Einfluss auf die Stadtplanung. Wird Corona die Stadtplaner in Zukunft vor neue Herausforderungen stellen?
    Unsere Dörfer und kleinen Städte sind als Orte der kurzen Wege bestens geeignet für den Fuss- und Veloverkehr. Das ist eine sehr gute Ausgangslage, auch in Pandemiezeiten. An immer mehr Orten gibt es die Möglichkeit, in Co-Working-Spaces zu arbeiten. So lassen sich lange Reisezeiten vermeiden, auch wenn der Platz für Homeoffice knapp ist. Wichtig sind attraktive öffentliche Räume und gut erreichbare Naherholungsmöglichkeiten. Diese sind nicht erst seit Corona sehr gesucht. Dass diese Pandemie die Stadtplanung völlig auf den Kopf stellt, glaube ich nicht.

    Laut einer Analyse von Wüest & Partner hat der Kanton Aargau neben Genf, Waadt und Zürich das höchste Potenzial an neuem Wohnraum und Entwicklungsarealen. Was wird sich im Aargau in 10 Jahren verändert haben?
    Gemäss unserer Prognose werden wir besonders an gut erreichbaren Lagen, in Bahnhofsnähe, in den Zentren unserer Dörfer und Städte mehr attraktiven Wohnraum erhalten. Bestehende Bauten werden umgenutzt, zum Teil wird neu gebaut. Wir rechnen mit einem Trend nach urbanem Wohnen, nicht zuletzt wegen der demografischen Entwicklung. Mehr ältere Leute zieht es an zentrale Lagen, wo sie von Dienstleistungen, kurzen Distanzen und vom kulturellen Angebot profitieren können. Aber auch das Wohnen im Grünen wird attraktiv bleiben. Viele der rund 100’000 Einfamilienhäuser im Aargau werden saniert und energetisch auf den neusten Stand gebracht oder sogar durch Neubauten ersetzt werden.

  • Kanton genehmigt Gestaltungsplan Rai in Bergdietikon

    Kanton genehmigt Gestaltungsplan Rai in Bergdietikon

    Der vom Gemeinderat eingereichte Gestaltungsplan für das Gebiet Rai in Bergdietikonist vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau genehmigt worden. Das gibt der Gemeinderat in einer Mitteilung bekannt. Enthalten darin ist ein Rückblick auf die 40-jährige Geschichte um das Land Rai. Sie begann mit dem Kauf von vier Parzellen Land im Gebiet Rai zwischen 1980 und 1990, um das mögliche Bauland nicht Spekulanten zu überlassen.

    Nach der Genehmigung des Kantons wird es in einem nächsten Schritt an die konkrete Umsetzung des Bauvorhabens gehen. Laut der Mitteilung des Gemeinderats sind als erster Schritt Massnahmen zur Stabilisierung des an einem Hang gelegenen Geländes zu realisieren. Die Implenia Immobilien AG muss dazu ein Baugesuch für die geplanten Arbeiten bei der Gemeinde Bergdietikon einreichen. Das von der Heinrich Jäckli AG und Basler & Hofmann AG erarbeitete Konzept schlägt dabei vor, die Hangbewegungen durch tiefe, in der Fallrichtung des Hanges angeordnete Sickergräben deutlich zu verlangsamen. Für die künftige Erschliessung und Bebauung des Gebiets Rai wurden zwischen 1991 und 2005 Baugrunduntersuchungen und Bewegungsmessungen durchgeführt. Aus ihnen folgt, dass die Hangbewegungen soweit reduziert werden können, dass Erschliessung und Bebauung möglich werden.

    In den Jahren seit Erwerb des Gebietes Rai durch die Gemeinde habe das Thema der Nutzung die politische Debatte immer wieder bestimmt, schreibt Gemeindeschreiber Patrick Geissmann in dem Bericht über das Land Rai. Zu Wort kommen Pius Achermann, Gemeindeammann von 1994 bis 2005. Er wird zitiert: „Die Bedeutung des Rai-Gebietes erreichte während meiner Amtszeit einen hohen Stellenwert. Kaum eine Gemeinderatssitzung verging, ohne das Thema Rai zu behandeln. Rai wurde zu einem Dauerthema.“

    Für Paul Meier, Gemeindeammann von 2006 bis 2009, war das Land Rai „ein Reizwort während meinen 16 Jahren im Gemeinderat.“ Und Gerhart Isler, Gemeindeammann 2010 bis 2017, wird zitiert, dass das Thema mit dem Einbeziehen der Implenia Development AG und konkreten Planungsarbeiten versachlicht wurde. Ralf Dörig, Gemeindeammann seit 2018, wird zitiert: „Es freut mich natürlich sehr, dass die rund 40-Jährige Geschichte rund um das Land ‚Rai‘ nun mit einem rechtskräftigen Gestaltungsplan abgeschlossen werden kann.“ Über viele Legislaturen sei mit Hochdruck und Engagement an Lösungen gearbeitet worden, aber es habe auch Rückschläge gegeben. Jetzt liege ein erfolgreicher Abschluss der gesamten Planung vor.

  • Regierung bremst bei Verkehrsplanung für Baden

    Regierung bremst bei Verkehrsplanung für Baden

    Das neue Gesamtverkehrskonzept für den Raum Baden-Wettingen muss in eine planerische Zusatzschlaufe gehen. Der Aargauer Regierungsrat hat laut einer Mitteilung beschlossen, das Konzept auf der Stufe Zwischenergebnis zu belassen. Damit reagiert er auf Vorbehalte, die in der öffentlichen Anhörung geäussert worden sind.

    So wurde in der Anhörung gefordert, dass die Badener Hochbrücke auch künftig mit Autos befahren werden könne. Damit entfiele auch die Notwendigkeit einer neuen Limmatbrücke zwischen Baden und Wettingen. Im Siggenthal wird zudem eine höhere Verkehrsbelastung befürchtet. Mit der planerischen Zusatzschlaufe könne künftig auch die Weiterführung der Limmattalbahn über Killwangen hinaus in die Planungen einbezogen werden.

    Der Regierungsrat macht allerdings eine Ausnahme im Gesamtverkehrskonzept: Der Velosteg zwischen Neuenhof und Würenlos solle bereits jetzt im Richtplan festgesetzt werden. Damit könnten die Bundesmittel für das Vorhaben gesichert werden.

    Das Gesamtverkehrskonzept für den Raum Brugg-Windisch soll dagegen im Richtplan festgesetzt werden. Dazu zählen die Zentrumsentlastung und die Veloroute.

  • Schweiz unterzeichnet internationale Erklärung für E-Mobilität

    Schweiz unterzeichnet internationale Erklärung für E-Mobilität

    Die Schweiz hat laut einer Medienmitteilung des Bundesamts für Energie (BFE) am Donnerstag im Rahmen des Global e-Mobility Forum 2020 eine internationale Deklaration für das Null-Emissionen-Ziel im Verkehr unterzeichnet. Diese Erklärung trägt den Titel „Katowice Partnership for E-Mobility“. Sie wurde im Dezember 2018 bei der Weltklimakonferenz im polnischen Kattowitz geboren. Heute gehören ihr 44 Staaten und rund drei Dutzend subnationale Verwaltungseinheiten, Städtebünde und Nichtregierungsorganisationen an.

    Bereits damals hatten sich nach Angaben der Ausrichter 38 Länder aus fünf Kontinenten sowie Organisationen und Allianzen dieser Erklärung angeschlossen, ebenso wie 1500 Städte und Regionen sowie 1200 Unternehmen. Insgesamt repräsentierten sie über ein Drittel der Weltbevölkerung. Die Schweiz habe die Erklärung seinerzeit wegen der „anstehenden gesetzgeberischen und politischen Arbeiten nicht unterzeichnet“, so das BFE in der Mitteilung.

    Jedoch hätten noch im Dezember 2018 das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) und „zahlreiche Schweizer Akteure“ die Roadmap Elektromobilität 2022 „sehr erfolgreich“ lanciert. Ziel dieser Roadmap ist, den Anteil der Elektrofahrzeuge an den Neuzulassungen bis 2022 auf 15 Prozent zu erhöhen. „Damit steht der Unterzeichnung der ,Katowice Partnership for E-Mobility‘ nichts mehr im Wege.“

    Sie bringe „keine Rechte und Verpflichtungen“ mit sich. Doch die unterzeichnenden Länder und Organisationen sollen emissionslose Fahrzeuge fördern, Flottenziele festlegen und international zusammenarbeiten. Weitere Ziele seien die Förderung des grünen öffentlichen Verkehrs, der Ausbau einer intelligenten Infrastruktur, die Verbesserung der Luftqualität sowie Forschung und Entwicklung in diesen Bereichen.

  • E-Busse verbinden Zürcher ETH-Standorte

    E-Busse verbinden Zürcher ETH-Standorte

    Das in Bassersdorf ZH ansässige Verkehrsunternehmen Eurobus hat neu drei vollelektrische Gelenkbusse von Mercedes-Benz im Einsatz. Die erst vor wenigen Wochen vorgestellten Fahrzeuge der Modellreihe eCitaro G werden auf dem sogenannten ETH-Link zwischen den beiden Standorten der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich eingesetzt. Es sind die ersten, die im Linienbetrieb fahren.

    Die 18,13 Meter langen vollelektrischen Gelenkbusse fahren zu 100 Prozent mit grünem Schweizer Wasserstrom. Ihre Kapazität liegt bei 38 Sitz-, 93 Steh- und zwei Rollstuhlplätzen. Zudem bieten sie öffentliches WLAN, USB-Ladesteckdosen und Klimatisierung. Sie ersetzen ab sofort die bisherigen dieselbetriebenen Shuttle-Busse zwischen dem Zürcher Zentrum und Hönggerberg. An der Haltestelle Hönggerberg tanken sie jeweils neuen Strom.

    „Die neuen Elektrobusse zeichnen sich neben ihrer Umweltfreundlichkeit vor allem durch die ruhige Fahrweise, den komfortablen Niederflureinstieg sowie das ansprechende Innen- und Aussendesign aus“, wird der Geschäftsführer der Eurobus welti-furrer AG, Patrick Nussbaumer, in einer Medienmitteilung von Daimler zitiert. „Die ETH setzt damit ein klares Zeichen und stärkt ihre Position als zukunftsorientiertes Bildungsinstitut.“

    Armin Krieg, Leiter Vertrieb Linienbusse der Winterthurer Daimler-Tochter EvoBus (Schweiz) AG, zeigt sich zufrieden, „dass wir mit der Einführung des eCitaro G unseren angekündigten Fahrplan der E-Mobilität in Stadtbussen konsequent fortführen und die Innovations- und Technologieführerschaft von Daimler Buses ausgerechnet im Epizentrum der technisch-naturwissenschaftlichen Forschung und Lehre unterstreichen dürfen.“

  • Kanton Zürich und SBB planen Velo- und Busprojekte gemeinsam

    Kanton Zürich und SBB planen Velo- und Busprojekte gemeinsam

    Der Kanton Zürich will bei anstehenden Projekten enger mit der SBB zusammenarbeiten. Damit wollen beide Partner laut einer kantonalen Medienmitteilung Synergien nutzen und Kosten sparen. Für den Kanton Zürich habe sich gezeigt, dass es sinnvoll ist, die drei kantonalen Vorhaben zum Ausbau des Velo- und Busnetzes ins Grossprojekt Brüttenertunnel zu integrieren und gemeinsam mit der SBB an diesen Projekten zu arbeiten.

    „Das Projekt Brüttenertunnel bietet die Chance, in der Region Glattal Hand in Hand das bis dato umfangreichste Veloprojekt im Kanton Zürich zu realisieren und den öffentlichen Verkehr auszubauen“, wird Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh in der Mitteilung zitiert. Gemäss Gesamtverkehrskonzept des Kantons Zürich soll der Anteil des Veloverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen bis 2030 kontinuierlich auf 8 Prozent erhöht werden.

    Deshalb hat der Regierungsrat beim Kantonsrat einen Objektkredit in Höhe von 73,1 Millionen Franken beantragt. Damit soll das Pilotprojekt einer Veloschnellroute von Zürich-Oerlikon über Wallisellen und Dübendorf ins Zürcher Oberland „hindernisfrei, zusammenhängend, sicher und komfortabel“ realisiert werden.

    Als Zubringer zu dieser Veloschnellroute ist eine Velohauptverbindung vom Quartier Im Lampitzäckern in Dietlikon entlang der SBB-Strecke in Richtung Baltenswil eine Velohauptverbindung gedacht. Auch sie ist Bestandteil dieses Synergieprojekts. Mit der Umgestaltung der Bahnhofstrasse soll die Velostrecke in Dietlikon und Wangen-Brüttisellen durchgehend zur Hauptverbindung ausgebaut und die Netzlücke Richtung Baltenswil geschlossen werden.

    Schliesslich wird im Zuge der Bauarbeiten am Brüttenertunnel die Unterführung Baltensilerstrasse in Bassersdorf aufgehoben. Als Ergänzung plant der Kanton eine Busspur, um den Busbetrieb von Baltenswil zum Bahnhof Bassersdorf bevorzugen zu können.

    Das Plangenehmigungsverfahren für den Brüttenertunnel und die drei Begleitprojekte läuft von 2023 bis 2025. Die Begleitprojekte werden der Öffentlichkeit vor der frühestens für Ende 2034 geplanten Inbetriebnahme des Tunnels etappenweise übergeben.

  • Terra Raetica soll Alpenbahnkreuz erhalten

    Terra Raetica soll Alpenbahnkreuz erhalten

    Vertreter aus Graubünden, Südtirol, Tirol und der Lombardei haben sich darauf verständigt, die grenzüberschreitende Mobilität im Dreiländereck zwischen der Schweiz, Österreich und Italien vor allem auf der Schiene zu verbessern. Bei einem Treffen in Graun im Vinschgau unterzeichneten sie laut einer Medienmitteilung des Kantons Graubünden eine entsprechende Absichtserklärung.

    Demnach wollen die vier Regionen in der sogenannten Terra Raetica ihre Massnahmen zur Schaffung eines integrierten Mobilitätssystems aufeinander abstimmen. Mit einem attraktiven Alpenbahndrehkreuz und der Anbindung an das internationale Schienennetz soll der alpenquerende Strassenverkehr verringert werden. Damit nehme auch die Umweltbelastung ab, „was wiederum eine touristische Aufwertung mit sich bringt“, heisst es in der Mitteilung.

    „Heute legen wir den Grundstein für eine intensive Zusammenarbeit und Zukunftsvision, ein Schienen-Alpenkreuz zwischen Österreich, Italien und der Schweiz“, wird der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter zitiert. „Die Mobilität der Zukunft braucht einen mutigen Ansatz und dieser darf nicht an den Ländergrenzen Halt machen.“ Das Motto laute seit Jahren „Grenzenlos mobil – und das autofrei“, so seine Stellvertreterin und Tiroler Verkehrslandesrätin Ingrid Felipe.

    Laut dem Bündner Regierungsvizepräsidenten Mario Cavigelli werde durch diese Vereinbarung eine wertvolle Plattform geschaffen, um sich über Bedürfnisse und Massnahmen im öffentlichen Verkehr (ÖV) grenzüberschreitend auszutauschen. So könnten im Interesse von Bevölkerung und Wirtschaft Transportketten und Umsteigemöglichkeiten zwischen den verschiedenen ÖV-Systemen der vier Anrainerregionen „bestmöglich“ abgestimmt werden.

    Im November startet eine Fachleutegruppe mit den Planungsarbeiten für einer Bahnverbindung in der Terra Raetica. Begleitet wird sie von einem Lenkungsausschuss aus Regierungsvertretern und -vertreterinnen der vier Anrainerregionen.

  • ABB Schweiz modernisiert SBB-Lokomotiven

    ABB Schweiz modernisiert SBB-Lokomotiven

    Im Rahmen des neuen Auftrages werden 18 SBB-Lokomotiven der neuesten Generation mit Traktionsumrichtern von ABB modernisiert, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. Der in Zürich ansässige und international tätige Technologiekonzern ist mit seinem Schweizer Hauptsitz in Baden vertreten und fertigt Traktionsumrichter in seinem Werk in Turgi AG. ABB hat von den SBB bereits 2014 einen Auftrag zur Modernisierung von Lokomotiven mit Traktionsumrichtern erhalten. Durch den nun erhaltenen Folgeauftrag werde ABB die gesamte Flotte Re 460 modernisieren. Dabei handelt es sich um die Lokomotiven der meisten Intercity-Züge.

    SBB realisiert für die Flotte ein Modernisierungsprogramm, durch welches deren Lebensdauer um 20 Jahre verlängert wird. Durch die neuen Traktionsumrichter und zusätzliche technische Massnahmen können jährlich rund 30 Gigawattstunden Energie eingespart werden, „das sind fünf Gigawattstunden mehr als ursprünglich erwartet“, so ABB. Diese Energieeinsparungen entsprechen laut der Mitteilung dem „durchschnittlichen Stromverbrauch von 10’000 Schweizer Haushalten“. Dazu wird die auf dem Technologiestand der 90er Jahre basierende Leistungselektronik durch energieeffiziente wassergekühlte IGBT-Traktionsumrichter (insulated-gate bipolar transistor) ersetzt. Durch diese Umrüstung und durch mit Wasser statt Öl betriebene Kühlsysteme kann der Energieverbrauch gesenkt werden.

    „Wir freuen uns, dass wir mit unserer Antriebslösung Partner in diesem bedeutenden Modernisierungsprojekt im Schweizer Heimmarkt sind und in enger Zusammenarbeit mit den SBB zu einem energieeffizienten Weiterbetrieb der Fahrzeuge beitragen“, wird Robert Itschner in der Mitteilung zitiert, Country Managing Director bei ABB Schweiz.

  • RVBW plant Einsatz von vier E-Bussen

    RVBW plant Einsatz von vier E-Bussen

    Auf der RVBW-Linie 5 verkehren ab März 2021 vier Elektrobusse. Sie werden Fahrgäste zwischen der Baldegg via Bahnhof Baden nach Ennetbaden befördern. Die neuen Busse sind mit einer innovativen Technologie von ABB Schweiz ausgestattet. Das gibt der Kanton Aargau als Besteller der öV-Leistungen in einer Medienmitteilung bekannt.

    Das Projekt werde in enger Zusammenarbeit mit der ABB durchgeführt. Das Bundesamt für Energie hat es als unterstützungswürdiges Leuchtturmprojekt eingestuft. Die Antriebstechnologie wird am ABB-Standort Turgi entwickelt. Auch die Ladestation stammen von ABB. Die Batterien werden in Baden produziert.

    An den beiden Endhaltestellen wird jeweils eine Ladestation installiert. Dort können Busse in bis zu sechs Minuten aufgeladen werden. Der Kanton beteiligt sich mit knapp 1,5 Millionen Franken an den Investitionskosten für die Ladeinfrastruktur.

    Die RVBW-Linie 8 zwischen Neuenhof und Wettingen wird bereits seit Mitte Dezember 2019 versuchsweise für zwei Jahre mit einem Elektrobus betrieben. Auf diesen beiden Linien will die RVBW erste betriebliche Erfahrungen mit dem Einsatz von E-Bussen sammeln. Künftig beabsichtigt die RVBW, sämtliche Stadtbuslinien elektrisch zu betreiben. Die Umstellung von Verbrennungs- auf Elektromotoren soll schrittweise erfolgen.

  • Aargau treibt Weiterführung von Limmattalbahn voran

    Aargau treibt Weiterführung von Limmattalbahn voran

    Der Regierungsrat hat eine Botschaft zuhanden des Grossen Rates verabschiedet, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Demnach soll die Fortführung der Limmattalbahn von Killwangen nach Baden nun auf die Stufe Zwischenergebnis angehoben werden. Bislang wird das Projekt im kantonalen Richtplan als Vororientierung geführt.

    Der Kanton verweist in der Mitteilung auf die enge Verknüpfung der Limmattalbahn und des regionalen Gesamtverkehrskonzepts Ostaargau (rGVK OASE) im Raum Baden. Demnach sollen Massnahmen im Raum Baden „vorerst im Richtplan auf Stufe Zwischenergebnis verbleiben“. „Die Massnahmen für das rGVK OASE im Raum Brugg-Windisch sollen dagegen durch den Beschluss des Grossen Rats noch vor Ende 2020 auf die Stufe Festsetzung angehoben werden.“

    Die Limmattalbahn sei „ein zentraler Baustein für die Bewältigung der zukünftigen und wachsenden Mobilitätsbedürfnisse im Korridor Killwangen-Neuenhof-Wettingen-Baden“. Durch sie könne die hohe Standortgunst und der Erhalt der wirtschaftlichen Funktionsfähigkeit der Region sichergestellt werden. In der Botschaft des Regierungsrates werden auch die neuen Haltestellen in Wettingen und Spreitenbach behandelt. „Die zukünftige SBB-Haltestelle Wettingen Tägerhard soll S-Bahn, Bus und Limmattalbahn miteinander verknüpfen und den geplanten Wohnschwerpunkt Tägerhard-Ost optimal an den öV anbinden.“ Sie soll daher ebenso als Zwischenergebnis in den kantonalen Richtplan aufgenommen werden wie die künftige Haltestelle der Limmattalbahn im Osten von Spreitenbach, welche „langfristig eine dichte, urbane Wohn- und Gewerbenutzung ermöglichen“ soll.

  • Der öffentliche Verkehr der Schweiz ist sicher

    Der öffentliche Verkehr der Schweiz ist sicher

    Die Zahl der schweren Unfälle im öffentlichen Verkehr war im Jahr 2019 mit 212 erneut tief – dasselbe gilt für die Zahl von 25 Todesopfern, wie das Bundesamt für Verkehr (BAV) mitteilt. Erneut kamen keine Passagiere ums Leben. Gemessen an der Transportleistung ist die Eisenbahn nach wie vor das sicherste aller Verkehrsmittel.

    Laut dem Sicherheitsbericht passierten die meisten Unfälle, weil andere Verkehrsteilnehmer die Regeln im Strassenverkehr missachteten. Deshalb waren auch vor allem Busse und Trams in die Unfälle verwickelt. Als weiter Ursache wir die Unaufmerksamkeit von Reisenden genannt, gefolgt von Leichtsinn und Gedankenlosigkeit.

    Die Schweiz belegt im europäischen Vergleich in der Sicherheit des öffentlichen Verkehrs den zweiten Rang. Nach einer Auswertung der Periode 2008 bis 2017 des Bundesamts für Statistik (BFS) ist das Risiko, im Zug tödlich zu verunfallen, pro Personenkilometer 59-mal tiefer als im Auto.

    Auch bei der Sicherheit an Bahnübergängen konnte eine europäische Spitzenplatzierung erreicht werden. Dies dank entsprechenden Sanierungsmassnahmen der letzten Jahre. In der Schweiz gibt es knapp 4400 Bahnübergänge; davon erfüllten Ende 2019 rund 4200 die höchsten Sicherheitsanforderungen.

  • Bern: Neuer Vizedirektor im Bundesamt für Energie

    Bern: Neuer Vizedirektor im Bundesamt für Energie

    Simon Jungo wurde vom Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) zum Vizedirektor des BFE ernannt. Sein Vorgänger Marc Kenzelmann wird per Ende Juni 2020 nach sieben Jahren sein neues Amt als Direktor des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats ENSI antreten.

    Der 47-jährige Simon Jungo verfügt über mehrjährige Erfahrung im Bundesumfeld sowie über Fachwissen und Erfahrung im Risiko- und Krisenmanagement. Von 2006 bis 2012 arbeitet er im Stab des Sicherheitsausschusses des Bundesrates, zuletzt als Chef Operationen und stellvertretender Chef des Stabs. Von 2012 bis 2019 war er Leiter Öffentliche Sicherheit SBB und Geschäftsleitungsmitglied der Division Personenverkehr. Aktuell ist er Leiter Konzernsicherheit SBB.

    Simon Jungo hat nach einer kaufmännischen Berufslehre die höhere kaufmännische Gesamtschule HKG (heute HFW) absolviert und schliesst aktuell an der Fachhochschule Bern das Executive MBA Innovation ab.

  • 5 Prozent weniger Autos auf Luzerns Strassen

    5 Prozent weniger Autos auf Luzerns Strassen

    Experten schätzen, dass die Mobilität in Luzern bis zum Jahr 2030 um 30 Prozent zunimmt. Um diese Zunahme zu bewältigen, wird ab Frühling 2020
    das «Gesamtverkehrskonzept Agglomerationszentrum Luzern» umgesetzt. Das Gesamtverkehrskonzept wurde gemeinsam von der Stadt Luzern, dem Kanton Luzern, dem Verkehrsverbund Luzern und dem Gemeindeverband LuzernPlus entwickelt. Dabei soll die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden erhöht, der Bus-, Velo- und Fussverkehr ausgebaut und die Aufenthalts- und Lebensqualität im Agglomerationszentrum erhöht werden.

    Staus bilden sich in der Luzerner Innenstadt vor allem zu den Hauptverkehrszeiten. Autolenker weichen dann gerne auf Quartierstrassen aus, was die Lebensqualität und Verkehrssicherheit der Anwohner beeinträchtigt. Das Problem: Aufgrund der Topografie können in Luzern keine neuen und auch keine breiteren Strassen gebaut werden. Wie Verkehrsmodelle zeigen, würde der Verkehr auch zu den Stosszeiten fliessen, wenn 5 Prozent weniger Autos auf den Hauptstrassen unterwegs wären.

    Damit dieser Prozentsatz erreicht wird, richtet die Stadt neben den bereits vierzehn bestehenden neun weitere Dosierstellen auf Quartiersstrassen ein. So müssen sich Autolenker bei den Einfahrten auf die Hauptstrassen einige Minuten gedulden, bis die Ampeln auf grün schalten. Zudem werden neu fünf zusätzliche Parkhausausfahrten zwischen 17 und 19 Uhr mit Ampeln gesteuert, wie dies bereits seit längerem erfolgreich beim Bahnhof-Parking gehandhabt wird.

    Separate Busspuren, neue Busschleusen und Fahrbahnhaltestellen
    Sensoren erfassen zu jeder Zeit das Verkehrsaufkommen der Stadt Luzern. Zeichnet sich eine Stautendenz ab, greifen automatisch die Dosierprogramme, und zwar von innen nach aussen: Zunächst wird der Verkehr in unmittelbarer Nähe des Staus dosiert. Löst sich der Stau dadurch nicht auf, werden weiter entfernte Dosieranlagen dazugeschaltet. Ausserdem wird der öffentliche Verkehr konsequent gefördert: Der Busverkehr wird ausgebaut und beschleunigt. Im Vergleich zu heute soll der öffentliche Verkehr bis zum Jahr 2030 einen Kapazitätsausbau von 60 bis 70 Prozent erfahren.

    Dies beispielsweise mit Hilfe einer separaten Busspur auf der Alpenstrasse, zusätzlichen vier Busschleusen, wie es unter anderem an der Luzernerstrasse (Grenzhof) geplant ist, oder auch neuen Fahrbahnhaltestellen – so zum Beispiel an der Zürichstrasse. In der zu den Stosszeiten stark frequentierten Dreilindenstrasse ist hingegen kein Platz für eine Busspur: Hier soll der Autoverkehr während der Hauptverkehrszeit auf die Adligenswilerstrasse umgeleitet werden. Geplant sind zudem der Einsatz grösserer Busse, ein erhöhter Fahrplantakt sowie neue Buslinien. Ein weiteres Projekt sieht eine verkehrsfreie Bahnhofstrasse vor.

    Die Massnahmen wurden in zwei Prioritäten unterteilt. Die 27 Massnahmen erster Priorität werden ab 2020 umgesetzt. Frühestens ein halbes Jahr nach der Umsetzung wird deren Erfolg kontrolliert. Wenn nötig, werden dann die Massnahmen zweiter Priorität wie zum Beispiel die «Dosieranlage Bundesplatz», «Einfahrtssperre Hirschmattstrasse», «neue Verkehrsführung Pilatusplatz mit Dosierung Parkhaus Kesselturm» oder «Vereinfachung Knoten Hirschengraben» realisiert.

    Die Gesamtkosten der Massnahmen in erster Priorität werden auf 3,3 Millionen Franken geschätzt, wie Thomas Karrer von Tiefbauamt Stadt Luzern sagt. Die Stadt Luzern steuert dazu 1,46 Millionen Franken bei. ■