Schlagwort: Verkehrsentwicklung

  • Graubünden baut grösser, teurer, länger

    Graubünden baut grösser, teurer, länger

    128 Baustellen bedeuten nicht Entlastung, sondern Konzentration. Statt vieler kleiner Eingriffe stehen 2026 aufwendige Infrastrukturprojekte im Vordergrund, die mehr Arbeitskräfte, längere Bauzeiten und höhere Budgets erfordern. Bei 67 der 128 Baustellen werden Lichtsignalanlagen eingesetzt, um den Verkehr geordnet durchzuleiten. Das Tiefbauamt Graubünden hat klare Prioritäten gesetzt.

    La Punt befreit vom Durchgangsverkehr
    Das grösste Projekt ist die Umfahrung La Punt im Engadin. Ein 584 Meter langer Tunnel führt künftig unter dem Dorfzentrum hindurch, eine 55 Meter lange Brücke quert den Inn. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 80 Millionen Franken, die Bauzeit auf acht Jahre bis 2033. Nach dem Spatenstich im September 2025 werden 2026 die Voreinschnitte im Gebiet Arvins erstellt. Für La Punt ist es eine Befreiung und für das Engadin ein Qualitätssprung.

    Neuer Tunnel für die Surselva
    Zwischen Disentis und Curaglia ersetzt ein rund 500 Meter langer Neubau den maroden Tunnel Las Ruinas samt zwei dazugehörigen Galerien. Drei Jahre dauern die Arbeiten, der Verkehr bleibt während der gesamten Bauzeit in Betrieb. Weil der neue Tunnel teils direkt neben dem bestehenden verläuft, sind nächtliche Sperren unumgänglich. Ein Eingriff, der Rücksicht verlangt, aber notwendig ist.

    Malix fünf Jahre Arbeit vor dem Abschluss
    Auf der Julierstrasse zwischen Chur und Malix stehen die Zeichen auf Finale. Das Teilstück liegt in einem Rutschgebiet und wurde über fünf Jahre stabilisiert, verbreitert und begradigt. Bis Juli sollen die letzten Arbeiten abgeschlossen sein. Als sichtbares Zeichen des Neubeginns erhält die Strecke einen Velostreifen. Ein Projekt, das aus der Not entstand und als modernes Strassenstück endet.

    Infrastruktur als Investition
    Graubünden zeigt mit seiner Bausaison 2026, dass Infrastruktur kein Selbstläufer ist. Wer 1360 Kilometer Kantonsstrassen durch alpines Gelände, Rutschgebiete und Hochwasserzonen betreibt, muss kontinuierlich investieren. Weniger Baustellen, grössere Projekte, das ist keine Sparübung, sondern eine strategische Entscheidung für nachhaltige Qualität.

  • Öffentliche Mitwirkung zum Agglomerationsprogramm Luzern

    Öffentliche Mitwirkung zum Agglomerationsprogramm Luzern

    Das Agglomerationsprogramm Luzern der fünften Generation (AP LU 5G), nimmt erstmals die Städte Sursee und Sempach sowie mehrere neue Gemeinden wie Meierskappel und Neuenkirch auf. Diese Erweiterung des Perimeters unterstreicht die zunehmende Bedeutung der regionalen Kooperation bei der nachhaltigen Entwicklung von Siedlungs- und Verkehrsstrukturen. Der Fokus des AP LU 5G liegt auf der Abstimmung der Verkehrsentwicklung mit der Siedlungsplanung, um die Herausforderungen des Wachstums und der Mobilität in der Region optimal zu bewältigen.

    Schlüsselprojekte Durchgangsbahnhof und Bypass
    Zentral im AP LU 5G sind die Schlüsselprojekte Durchgangsbahnhof Luzern und der Autobahn-Bypass A2 Luzern. Diese vom Bund finanzierten Grossprojekte bilden das Rückgrat der langfristigen Verkehrsplanung im Raum Luzern. Ergänzend dazu sind flankierende Massnahmen und Projekte von Kanton und Gemeinden vorgesehen, wie die Erweiterung von Abstellanlagen und die Schaffung durchgehender Busspuren, um die Leistungsfähigkeit und Flexibilität des Verkehrssystems weiter zu verbessern.

    Investitionen in den Gesamtverkehr und den Fuss- und Veloverkehr
    Das AP LU 5G plant umfassende Investitionen in die Verkehrs- und Siedlungsentwicklung. Der Gesamtverkehr, einschliesslich wichtiger Verkehrsdrehscheiben wie dem Ausbau des Bahnhofs Ebikon, wird mit 216 Millionen Franken bis 2031 gefördert. Auch der Fuss- und Veloverkehr, mit Massnahmen zur Optimierung des kantonalen Velonetzes und der Verbesserung der Naherholung, erhält hohe Priorität. Die Projekte in diesem Bereich werden mit insgesamt 129 Millionen Franken unterstützt.

    Öffentliche Mitwirkung und zukünftige Schritte
    Die öffentliche Mitwirkung bietet Gemeinden, Fachleuten und der interessierten Bevölkerung die Möglichkeit, sich aktiv in die Gestaltung des AP LU 5G einzubringen. Die Stellungnahmen und Anregungen, die bis zum 1. Oktober 2024 eingereicht werden können, fliessen in die Überarbeitung und Finalisierung des Programms ein. Am 2. September 2024 findet in Rothenburg eine Informationsveranstaltung statt, um den Entwurf und die vorgesehenen Massnahmen detailliert zu erläutern. Anmeldungen sind bis zum 28. August 2024 möglich.

    Nach Abschluss der öffentlichen Mitwirkung wird das Programm überprüft und angepasst. Die Verabschiedung durch die Regierung ist für 2025 geplant, bevor das AP LU 5G beim Bund zur Prüfung eingereicht wird.