Schlagwort: Verkehrshaus

  • Neue Drehscheibe der Energiebranche im Verkehrshaus Luzern

    Neue Drehscheibe der Energiebranche im Verkehrshaus Luzern

    Im Verkehrshaus Luzern ist mit dem «House of Energy» eine neue, langfristige Plattform rund um das Thema Energie entstanden. Nicht nur Verkehr und Mobilität sind mit Energie verbunden – für jede Art der Fortbewegung ist Energie vonnöten. Aber auch rund um das Brennthema Klimawandel spielt sie eine tragende Rolle: Allein der Verkehr in der Schweiz verursacht mehr als einen Drittel des CO2-Ausstosses.

    Die komplexen Zusammenhänge erschliessen sich vielen Menschen noch nicht. Dies will das Verkehrshaus mit der neuen Ausstellung ändern. Auf einer Fläche von 600 Quadratmetern sollen die Zusammenhänge und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft aufgezeigt werden: Wie agieren Wohnen und Mobilität miteinander? Wie könnten innovative Lösungen und die Energiezukunft der Schweiz im Jahr 2050 aussehen? Besucherinner und Besucher können hier Exponate und interaktive Attraktionen besichtigen, die die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Energie aufzeigen und erlebbar machen. Des Weiteren sind ab 2023 verschiedene Konferenzen und Events zum Thema Energie geplant.

    Das von Gigon Guyer Architekten aus Zürich eigens dafür gebaute Gebäude anstelle der ehemaligen Halle «Schienenverkehr 1» wurde mit energietechnischen Ausstattungen der neusten Generation konzipiert: Minergie P ist Standard, die Energiezentrale läuft via Wassernutzung, und auf dem Dach sowie auf der Fassade wurden Photovoltaikanlagen installiert. Dank dieser Energiezentrale soll das gesamte Verkehrshaus künftig grösstenteils mit erneuerbarer Energie betrieben werden können. Bei der Realisierung des Projekts arbeitete das Verkehrshaus mit Partnern aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Das «House of Energy» soll als Bildungsort für Schulen und Hochschulen sowie als Experimentierlabor und Innovationsstandort für das Initiieren und Begleiten von Aktivitäten und Projekten im Rahmen der nachhaltigen Mobilität dienen.

    Das Verkehrshaus der Schweiz in Luzern versteht sich mit seinen starken Besucherzahlen von 500’000 bis 600’000 Personen pro Jahr im Museum als Partner im Transformationsprozess hin zur angepeilten Netto-Null-Klimaneutralität im Jahr 2050. Mit der neuen Energieplattform sollen das Interesse und die Auseinandersetzung mit den Themen Energie und Mobilität mit Schwerpunkt Schweiz gefördert werden. Die Ziele umfassen die Wissensvermittlung, das Schaffen eines starken Bezugs zum Alltag der Besuchenden sowie die transparente Darstellung der Herausforderungen samt der möglichen Lösungsansätze und die Kommunikation in Bezug auf Schulen und die Berufswelt. Die interaktive Ausstellung wird im April 2023 eröffnet der Neubau und hat ohne Energiezentrale und Mieterausbau rund 37,8 Millionen Franken gekostet.

  • SVIT Swiss Real Estate Forum 2022 – Digitalisierung, Disruption und Datenflut im Fokus 

    SVIT Swiss Real Estate Forum 2022 – Digitalisierung, Disruption und Datenflut im Fokus 

    Nach der offiziellen SVIT Delegiertenversammlung am Donnerstagvormittag referierte im Konferenzsaal des Verkehrshaus Luzern zunächst der Strategie- und Innovationsberater Maks Giordano. Er zeigte auf, was passiert und wie man reagieren kann «wenn Zukunft in exponentiellen Schritten kommt». Giordano ist überzeugt, dass nach Mobilfunk und World Wide Web unsere Industrien jetzt durch die dritte Welle der digitalen Disruption und mit deren exponentiellen Entwicklungen der Technologie, nochmals grundlegend verändert werden. «In diesen Zeiten der Hyper-Innovation und des Hyper-Wachstums ist es zwingend erforderlich, dass wir alle die notwendigen Fähigkeiten erlernen, um diesen Wandel zu bewältigen», so seine Botschaft. 

    Comedy und Politgeflüster 
    Im Anschluss bot Comedian Kaya Yanar ein «Best Of» seines bisherigen Schaffens in der Fernseh- und Komikerszene, ehe dann am Nachmittag eine erste Podiumsdiskussion anstand. SVIT Forum-Moderator Urs Gredig begrüsste die Politiker Hans Egloff (SVP, Präsident HEV Schweiz) und Michael Töngi (Grüne, Vize-Präsident des Schweizerischen Mieterinnen- und Mieterverbands) sowie Martin Tschirren, Direktor des BWO Bundesamts für Wohnungswesen, auf der Bühne. Sie analysierten gemeinsam die derzeitige politische und gesellschaftliche Stimmungslage hinsichtlich einer möglichen Totalrevision des Schweizer Mietrechts, das aus dem Jahr 1990 stammt. Generell halten sie angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Nationalrat nur kleinere Änderungen für möglich, auch wenn Egloff und Töngi grundlegende Modifikationen und Teilrevisionen verlangten. Bundesamtleiter Tschirren gab zu bedenken, dass in der vor uns liegenden Zeit eine Verschärfung der Wohnungsknappheit droht. Dies sei vorrangig in den Grossstädten und -zentren festzustellen. 

    Bundesrat sieht Handlungsbedarf bei Mieten 
    Am Ende des ersten Tages des SVIT Forum 2022 richtete Bundesrat Guy Parmelin, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung und Bundespräsident im 2021, eine Grussbotschaft an die SVIT-Delegierten und -Gäste. Er betonte, die neue Bedeutung für das Wohnen als eine Folge der Corona-Pandemie. Vor allem Arbeitende in Büros hätten sich nun angesichts von Homeoffice und Videokonferenzen vom Zuhause aus vermehrt Gedanken über ihre Wohnsituation gemacht. Es gelte heute zu reagieren auf stark steigende Wohnungs- und Energiepreise. Zudem sei die Wohneigentumsquote in der Schweiz wieder im Rückwärtsgang: Während diese noch im 2015 bei 38,4 Prozent lag, habe sie im 2019 bereits nur noch 36,4 Prozent betragen, zitierte Parmelin aus den Zahlen des BFS und des Bundesamts für Wohnungswesen. Bei der Mietzinsgestaltung sieht er einen «gewissen Handlungsbedarf». Konkret wurde er bei einer allfälligen Überprüfung der Orts- und Quartiersüblichkeit. Hier werde es schon bald eine Expertengruppe geben, die sich dieses Themas annehme. Zu den jüngsten Entwicklungen auf der Zinsseite sagte Parmelin: «Die Schweizerische Nationalbank kommt zurück auf den normalen Weg.» 

    Schifffahrt und Achterbahn 
    Der erste Event-Tag wurde mit einer Schiffrundfahrt auf dem Vierwaldstättersee auf der MS Diamant abgerundet. Der zweite Tag des SVIT Forum 2022 am Freitag begann mit einem eindrücklichen Impulsreferat des früheren AMD-Chefs und heutigen Start-up-Investors Carsten Maschmeyer, der die Hohen und Tiefen seiner Wirtschaftskarriere schilderte und dem Publikum seine «Erfolgsformel durch Chancen und Krisen hindurch für ein erfülltes Leben» verriet. 

    Datenrechte digitalisierter Dienstleister 
    Die zweite Podiumsdiskussionsrunde, moderiert von «Immobilia»-Herausgeber Ivo Cathomen, beschäftigte sich mit der Zukunft der Immobiliendienstleister. Er hatte hierzu Oliver Hofmann, CEO der Wincasa AG, Béatrice Schaeppi, Chefin des gleichnamigen Familienunternehmens, sowie Severin Krebs, Geschäftsführer der Pfannenstiel Immobilien AG, auf das Podium eingeladen. Die drei Unternehmensleader schilderten, wie die Digitalisierung die Arbeit des Bewirtschafters heute in vielerlei Hinsicht beeinflusst und bestimmt. Als die wichtigsten Baustellen für Dienstleistungen in der Immobilienbranche identifizierten sie die Datenhoheit bzw. den Datenschutz sowie die Befriedigung der unterschiedlichen Kundenbedürfnisse und die Rekrutierung von Fachpersonal. 

    Das SVIT Swiss Real Estate Forum 2022 endete am Freitagmittag im Verkehrshaus Luzern mit einer Verabschiedung durch SVIT-Präsident Andreas Ingold und schliesslich mit einem Thai-Stehlunch im Foyer, während draussen ein erster grosser Gewitterschauer des Tages niederging.