In drei verschiedenen Pilotgebieten –einem Gewerbegebiet, einem Mischgebiet und einem Wohngebiet – sollen die ansässigen Unternehmen und die Bewohnerinnen und Bewohner sowohl bei der Produktion und Speicherung von Solarenergie (Pooling für den Eigenverbrauch) als auch bei der Nutzung von Elektrofahrzeugen (Sharing, «Mobility as a Service») zusammenarbeiten. Damit werden zwei Probleme angegangen, die sich in der Schweiz und in Winterthur im Rahmen der Energiestrategie 2050 abzeichnen: einerseits der schleppende Ausbau der Solarenergie und andererseits die hohe Dichte des fossil betriebenen motorisierten Individualverkehrs.
Das Projekt basiert auf der Zusammenarbeit verschiedener Partner aus Winterthur aus den Bereichen Hochschule/Bildung, Industrie, Hoch- und Tiefbau sowie Stadtverwaltung. Die Areale werden insbesondere mit dem Thema der Zusammenführung von Eigennutzung und Shared Mobility konfrontiert. Während bei Neubauten die Installation einer PV-Anlage inkl. ZEV schon bald selbstverständlich sein wird, ist auch hier das E-Fahrzeug-Sharing noch wenig verbreitet. ZEV^2 setzt hingegen bei bestehenden Gebäuden an und will durch die Kombination von Technologien (Messinfrastruktur, Energiemanagementsystem, Ladeinfrastruktur – und die digitale Vernetzung dieser drei Systeme) und Bedürfnissen (Nutzung, Abrechnung, Transparenz) die optimale Lösung für gemischte Gebiete gestalten.
Das Projekt wird von der Stadt Winterthur unter der Projektleitung der Fachstelle Klima durchgeführt. Das Projekt wird zudem vom Bundesamt für Energie mit dem Programm Front Runner finanziell unterstützt.
Weitere Informationen sind auf Anfrage bei der Programmleitung Smart City erhältlich.
Schlagwort: Verringerung
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Eigenverbrauchsgemeinschaft im doppelten Sinne
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EPFL-Doktorandin fordert kleinere Wohnungen
Der ökologische Fussabdruck des Wohnens in der Schweiz bis 2050 kann nur durch eine gemeinsame Anstrengung von Wohnungseigentümern und Mietern verkleinert werden. Diese Forderung nach kleineren Wohnflächen pro Kopf wird laut Medienmitteilung der Hochschule in Lausanne in der Doktorarbeit von Margarita Agriantoni erhoben. Sie ist Studentin des Bauingenieurwesens an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL).
Die Arbeit basiert auf Computersimulationen verschiedener Wohnszenarien für die nächsten 30 Jahre von 2020 bis 2050, heisst es weiter. Das Ergebnis lautet demnach: Wenn det Energieverbrauch von Wohnungen in der Schweiz deutlich gesenkten werden soll, muss die gesamte Branche ihre Praktiken überdenken. Das betrifft die Art und Weise, wie Wohnungen geplant und gebaut werden, ebenso wie die Art und Weise, wie sie genutzt werden. Pro Bewohner muss weniger Wohnfläche verbraucht werden.
Rund 58 Prozent der Schweizer Haushalte wohnen zur Miete. Die durchschnittliche Wohnfläche dieser Wohnungen ist in den letzten Jahren stetig gestiegen, ebenso wie die Wohnfläche pro Kopf – eine Kennzahl, die direkt mit dem ökologischen Fussabdruck eines Gebäudes korreliert, heisst es in der Mitteilung. Heute werde eine 100 Quadratmeter grosse Wohnung gleich gebaut oder beheizt, ob sie für zwei oder vier Personen bestimmt ist. „Die Pro-Kopf-Fläche ist die Kennzahl, die wir langfristig reduzieren müssen“, wird die Autorin Agriantoni zitiert. „Eine Verringerung der Fläche um nur ein paar Quadratmeter kann eine echte Wirkung haben.“
Agriantoni und ihre Kolleginnen und Kollegen haben 11’000 Wohnungen in Gebäuden in der ganzen Schweiz untersucht und 1000 Haushalte befragt.