Schlagwort: Versorgungssicherheit

  • Das Netz wird zum Nadelöhr der Schweiz

    Das Netz wird zum Nadelöhr der Schweiz

    Mit 11 zu 0 Stimmen bei 2 Enthaltungen hat die Energiekommission des Ständerates die Gesetzesänderung zur Beschleunigung beim Aus- und Umbau der Stromnetze angenommen. Die Kommission macht damit klar, dass der Ausbau der Netzinfrastruktur politisch nicht mehr als Nebenschauplatz behandelt werden soll.

    Das ist mehr als ein technischer Schritt. Die Kommission betont ausdrücklich die herausragende Bedeutung einer einheimischen, erneuerbaren Energieversorgung und verlangt, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen dieser Bedeutung endlich folgen. Das Stromnetz wird damit vom Begleiter zum strategischen Rückgrat der Energiepolitik.

    Freileitung vor Erdkabel
    In einem zentralen Punkt setzt die Kommission einen klaren Akzent. Leitungen des Übertragungsnetzes sollen in erster Linie als Freileitungen realisiert werden. Erdkabel bleiben die Ausnahme und sollen nur in besonderen Fällen geprüft werden. In Bauzonen soll dieser Grundsatz jedoch nicht gelten.

    Damit rückt die politische Priorität sichtbar auf Tempo und Umsetzbarkeit. Denn je komplexer die Interessenabwägung, desto länger dauern Verfahren. Genau hier will die Vorlage ansetzen und Planungsprozesse straffen.

    Mehr Spielraum beim Ersatz
    Besonders relevant ist der Blick auf den Bestand. In den kommenden Jahren erreicht ein grosser Teil der Netzinfrastruktur das Ende seiner Lebensdauer. Laut Swissgrid sind bereits heute strukturelle Engpässe spürbar und zwei Drittel des 6700 Kilometer langen Übertragungsnetzes sind über 40 Jahre alt.

    Die Kommission will deshalb den Ersatz bestehender Hoch- und Höchstspannungsleitungen erleichtern, auch auf bestehenden oder direkt angrenzenden Trassees. Dieses Prinzip soll neu auch für Teile des Verteilnetzes über 36 kV gelten. Das ist ein Signal mit Wirkung. Nicht jeder Netzausbau beginnt auf der grünen Wiese. Vieles entscheidet sich im schnelleren Ersatz des Bestehenden.

    Die stille Hürde der Energiewende
    Hinzu kommt ein Detail mit grosser Wirkung. Künftig sollen Transformatorenstationen unter bestimmten Bedingungen auch ausserhalb der Bauzone möglich sein, wenn innerhalb der Bauzone kein verhältnismässiger Standort gefunden wird. Auch das zeigt, wo die Energiewende im Alltag hängen bleibt. Oft nicht an der Strategie, sondern am Grundstück.

    Der Vorstoss trifft deshalb einen wunden Punkt. Die Schweiz hat die Produktion erneuerbarer Energie beschleunigt, doch das Netz droht zum Flaschenhals zu werden. Wenn Verfahren weiter Jahre dauern, bremsen nicht fehlende Ideen die Wende, sondern fehlende Leitungen.

  • Infrastrukturprojekt ersetzt Freileitungen durch moderne Netze

    Infrastrukturprojekt ersetzt Freileitungen durch moderne Netze

    Die Aargauer Gemeinden Bellikon, Remetschwil und Teile von Oberrohrdorf werden nicht mehr über Holzstangenleitungen aus dem Tal versorgt, sondern mittels einer neuen Kabelleitung. Mit dieser hat die AEW Energie AG laut einer Mitteilung ein zentrales Infrastrukturprojekt am Rohrdorferberg fertiggestellt und in Betrieb genommen. Im Zuge dessen konnten 1,6 Kilometer bestehende Holzstangenleitungen zurückgebaut werden – „ein Beitrag zu einem robusteren, wartungsärmeren Netz und zu einer Aufwertung des Landschaftsbildes“, so der Aargauer Energieversorger.

    Die sogenannte Rohrdorferbergleitung zwischen Künten und Fislisbach hat eine Gesamtlänge von 11,2 Kilometern. Insgesamt wurden acht Transformatorenstationen in die neue Leitung eingeschlauft. Davon profitieren den Angaben zufolge insbesondere Betriebe „mit erhöhten Anforderungen an die Versorgungssicherheit“.

    Insgesamt investierte die AEW 3 Millionen Franken in das Projekt. „Mit dem konsequenten Ausbau und der Verkabelung unserer Netzinfrastruktur erhöhen wir nicht nur die Versorgungssicherheit für die Bevölkerung, sondern schaffen auch die Voraussetzungen für ein flexibles und zukunftsfähiges Energiesystem“, so Christoph Fischer, der bei der AEW den Geschäftsbereich Netze leitet.

  • Strombranche warnt vor sinkender Sicherheit der Stromversorgung

    Strombranche warnt vor sinkender Sicherheit der Stromversorgung

    Der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) hat laut einer Mitteilung erstmals den Stromversorgungs-Index Schweiz vorgelegt. Der Index bewertet die Stromversorgung der Schweiz für das Jahr 2035 mit 82 Punkten, für 2050 sogar nur mit 69 Punkten.

    Der Index bewertet die Stromversorgung in fünf Kategorien. Die Stromnachfrage pro Kopf werde vor allem wegen der Elektromobilität und der Rechenzentren weiter steigen; für 2050 gibt der Index 86 Punkte. Der Ausbau der erneuerbaren Energien sei zu langsam, gerade für die Versorgung im Winter. Solaranlagen auf dem Dach reichten dafür nicht aus, die Projekte in der Produktion von Wind- und Wasserkraft würden verzögert oder abgebrochen. Für 2050 gibt der Index dafür 83 Punkte. Die Flexibilität des Stromsystems wird für 2050 sogar nur mit 52 Punkten bewertet. Das Bundesziel für den Ausbau saisonaler Speicher werde deutlich verfehlt. Der Zubau der Stromproduktion erhält 63 Punkte. Dabei werde der Wegfall der heimischen Kernkraft ab 2040 den Bedarf erhöhen. Der Ausbau der Netze wird nur mit 57 Punkten bewertet.

    Der VSE weist in der Mitteilung darauf hin, dass die Importe nicht beliebig erhöht werden könnten und in Mangellagen keine Sicherheit böten. „Die Schweiz steht vor einer entscheidenden Weggabelung: Ohne entschlossene energiepolitische Entscheidungen, konkrete Investitionen in neue Produktionskapazitäten und eine deutliche Beschleunigung der Bewilligungsverfahren riskieren wir unsere Versorgungssicherheit“, wird VSE-Präsident Martin Schwab in der Mitteilung zitiert.

  • Mobilfunknetze müssen Notstrom erhalten

    Mobilfunknetze müssen Notstrom erhalten

    Der Bundesrat verschärft die Anforderungen an die Ausfallsicherheit der Mobilfunknetze. Künftig müssen Betreiber an wichtigen Standorten und Antennen eine Notstromversorgung installieren, die den Betrieb bei Stromunterbrüchen während mindestens vier Stunden aufrechterhält.

    Im Fokus steht die Sicherheit der Bevölkerung. Notrufe, klassische Telefonie und Internetzugang sollen auch dann funktionieren, wenn das reguläre Stromnetz ausfällt. Dazu zählen ausdrücklich auch Radioprogramme, die über das Internet verbreitet werden, als Informationskanal in Krisensituationen.

    Staffelung bis 2034
    Die neuen Vorgaben gelten nicht für alle Dienste gleichermassen und nicht sofort. Ab 2031 müssen Notrufe während mindestens vier Stunden möglich sein. Andere Mobilfunkdienste, wie  allgemeiner Datenverkehr, müssen erst ab 2034 über diesen Zeitraum hinweg abgesichert werden.

    Um die Netze in einer Mangellage nicht zu überlasten, erhalten Betreiber zudem einen klaren Handlungsspielraum. Sie dürfen die Übertragung von Videos und TV-Programmen einschränken, um Kapazitäten für prioritäre Dienste wie Notrufe, Sprachverbindungen und zentrale Informationsangebote zu sichern.

    Kompromiss nach Kritik aus der Branche
    Ursprünglich plante der Bundesrat deutlich strengere Anforderungen. Die Mobilfunknetze hätten auch bei Stromausfällen von bis zu drei Tagen und wiederholten Abschaltungen stabil bleiben sollen. Telekomunternehmen und Wirtschaftsverbände kritisierten diese Vorgaben in der Vernehmlassung als kaum umsetzbar und zu aufwändig.

    In einem moderierten Dialog unter Leitung von Bundesrat Albert Rösti einigten sich Mobilfunkbetreiber und Verwaltung auf die jetzt beschlossene Lösung. Sie erhöht das Schutzniveau der Netze, ohne die Branche mit maximalen Szenarien zu überfordern, und liegt im Rahmen dessen, was auch andere europäische Länder verlangen.

    Prüfung weitergehender Härtung
    Mit der Teilrevision der Fernmeldedienstverordnung ist die Diskussion über Versorgungssicherheit noch nicht abgeschlossen. In einer zweiten Etappe prüft das zuständige Departement, in welchem Umfang eine weitergehende Härtung der Netze für Szenarien wie Strommangellagen oder mehrtägige Ausfälle realistisch umsetzbar ist.

    Dabei arbeiten mehrere Bundesdepartemente zusammen, unter anderem Wirtschaft, Bildung und Forschung sowie Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport. Bis spätestens Ende 2027 soll feststehen, ob und wie zusätzliche Massnahmen nötig sind, damit die Schweiz auch in ausserordentlichen Lagen möglichst verlässlich mit Mobilfunkdiensten versorgt bleibt.

  • Tessin zeigt Weg zur modernen Stromversorgung

    Tessin zeigt Weg zur modernen Stromversorgung

    Das europäische Energiesystem steht vor der grössten Transformation seiner Geschichte. Verkehr, Industrie und Gebäude werden elektrifiziert, der Strombedarf steigt massiv und die Produktion wird dezentraler und volatiler. Für die Schweiz bedeutet das, ihre Netze grundlegend anzupassen. Im Tessin hat man früh die Weichen gestellt. Bereits 2013 holte der Kanton die grossen Akteure, Swissgrid, die Azienda Elettrica Ticinese (AET) und die SBB an einen Tisch, um Stromnetze und Raumplanung gemeinsam zu denken.

    Die Analyse zeigte klar, dass die in den 1950er-Jahren entstandene Infrastruktur ineffizient war.  Jede Institution hatte für sich Leitungen gebaut, ohne auf Gesamtsicht oder Landschaftsräume Rücksicht zu nehmen. Das Ergebnis ist ein Flickenteppich an Trassen durch sensible Gebiete. Heute ermöglichen gemeinsame Planungen die Bündelung mehrerer Leitungen auf einer Strecke mit dem Resultat, dass ganze 140 Kilometer überflüssig werden.

    Projekte mit nationaler Strahlkraft
    Kernstück der Umsetzung sind drei Grossprojekte, Airolo – Lavorgo in der Leventina, All’Acqua – Vallemaggia – Magadino und Lavorgo – Magadino in der Riviera und im Piano di Magadino. Sie bilden das Rückgrat für eine sichere Versorgung der nächsten Generationen. Gleichzeitig schaffen sie die Voraussetzung für den Rückbau alter Leitungen, was das Landschaftsbild deutlich entlastet.

    Langwierige Verfahren als Bremse
    Der Bau neuer Hochspannungsleitungen dauert in der Schweiz oft mehr als 15 Jahre. Durch die enge Abstimmung im Tessin konnten jedoch Vertrauen, Koordination und gemeinsame Vorschläge entwickelt werden, die föderale Verfahren beschleunigen sollen. Dabei werden Gemeinden und Bevölkerung aktiv einbezogen, um breit abgestützte Lösungen zu erreichen.

    Landschaftsschutz und Versorgungssicherheit im Gleichklang
    Das Tessin vereint sensible Lebensräume, historische Dörfer und touristisch bedeutende Landschaften mit Seen und Bergen. Der Balanceakt zwischen Versorgungssicherheit und Landschaftsschutz wird hier in beispielhafter Weise gemeistert. Statt einseitig Stromtrassen zu planen, wird das Territorium als Gesamtsystem betrachtet. Ein Ansatz, der die Akzeptanz erhöht und Konflikte reduziert.

    Bundesrat will Modell ausweiten
    Der innovative Prozess blieb nicht unbemerkt. Der Bundesrat hat die Vorteile erkannt und in einer Vorlage vorgeschlagen, das Tessiner Modell auf weitere Kantone auszuweiten. Damit könnte aus einer regionalen Pionierleistung ein nationales Erfolgsmodell werden, mit Signalwirkung für die gesamte Energiewende.

    Das Tessin zeigt, wie die Modernisierung kritischer Infrastrukturen gelingen kann mit technisch effizient, landschaftsverträglich und politisch mehrheitsfähig. Der Rückbau von 140 Kilometern Leitungen ist dabei nur der sichtbarste Erfolg. Entscheidend ist das neue Denken, das Versorgungssicherheit und Lebensqualität gleichermassen stärkt.

  • Zürich investiert in Grossbatteriespeicher für mehr Versorgungssicherheit

    Zürich investiert in Grossbatteriespeicher für mehr Versorgungssicherheit

    Der Stadtrat von Zürich hat dem Gemeinderat einen Rahmenkredit in Höhe von 20 Millionen Franken beantragt. Laut einer Mitteilung soll der Kredit für den Ausbau von freistehenden Grossbatteriespeichern des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich (ewz) dienen.

    Die eigenständig betriebenen Anlagen dienen dem Speichern grosser Energiemengen, wie sie zum Beispiel von erneuerbaren Quellen wie Solar- oder Windenergie erzeugt werden. Zusätzlich zu den bestehenden Kraftwerken können die Grossspeicher in Spitzenzeiten Energie in das Netz einspeisen und somit einen Beitrag zur Stabilität des Energiesystems und zur Versorgungssicherheit liefern. Insbesondere unter den Anforderungen einer zunehmende Elektrifizierung, wie etwa die Umstellung auf Elektrofahrzeuge und Wärmepumpen, kann hier ein wichtiger Beitrag geleistet werden.

    Wie es in der Mitteilung weiter heisst, kann der Stadtrat innerhalb dieses Rahmenkredites Projekte des ewz eigenständig bewilligen und damit Entscheidungswege deutlich verkürzen. Für das ewz bedeutete dies, mit dem zügigen Abwickeln auch grösserer Projekte in wettbewerbsintensiven Geschäftsfeldern konkurrenzfähig zu bleiben.

  • Diskussion um Versorgungssicherheit und Abhängigkeit von Atomkraft

    Diskussion um Versorgungssicherheit und Abhängigkeit von Atomkraft

    Das Kernkraftwerk Gösgen (KKG) modernisiert sein Speisewassersystem. Seit Ende Juni ist es deshalb vom Netz genommen. Die Wiederaufnahme der Stromproduktion verzögere sich nun um weitere sechs Monate, heisst es in einer Mitteilung

    Das KKG macht dafür die steigenden Sicherheitsanforderungen verantwortlich. Es brauche punktuelle Verstärkungen des Systems. Auch die Nachweisführung gegenüber den Behörden brauche mehr Zeit. Das KKG kann erst wieder angefahren werden, wenn das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) die Freigabe erteilt. Das KKG könne daher voraussichtlich Ende Februar 2026 wieder ans Netz gehen, heisst es in der Mitteilung.

    Die Betreiber erwarten einen Produktionsausfall während dieser acht Monate in Höhe von fast 6 Terawattstunden und einen entgangenen Ertrag von 500 Millionen Franken, schreibt Alpiq in einer Mitteilung

    Alpiq ist mit 40 Prozent der grösste Einzelaktionär und erwartet einen Ertragsausfall von 200 Millionen Franken. Axpo ist mit 25 Prozent der zweitgrösste Aktionär, gefolgt von der Stadt Zürich mit 15 Prozent, der Axpo-Tochter CKW mit 12,5 Prozent und Energie Wasser Bern (ewb) mit 7,5 Prozent. Die Aktionäre müssen den fehlenden Strom nun obendrein am freien Markt beschaffen, um ihren Lieferverpflichtungen nachzukommen.

    Das KKG deckt gut ein Zehntel des Schweizer Stromverbrauchs. Kernkraftkritiker wie die Schweizerische Energie-Stiftung SES weisen auf die Risiken der zentralisierten Stromerzeugung hin. „Die Abhängigkeit von einzelnen Atomkraftwerken stellt für die sichere Stromversorgung ein Klumpenrisiko dar“, wird Geschäftsleiter Nils Epprecht in einer SES-Mitteilung zitiert. „Wir tun gut daran, unsere Stromproduktion so rasch wie möglich auf viele dezentrale, erneuerbare Anlagen zu verlagern.“

  • Tiefbauarbeiten für Stromnetz am Bahnhof Stadelhofen gestartet

    Tiefbauarbeiten für Stromnetz am Bahnhof Stadelhofen gestartet

    Das Dietiker Bauunternehmen Walo Bertschinger startet laut einer Mitteilung mit Tiefbauarbeiten an den Kabelanlagen des Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) direkt am Bahnhof Zürich-Stadelhofen. Walo hat einen von 2024 bis 2028 gehenden Jahresauftrag von ewz erhalten. Damit wirke Walo als eines von vier Unternehmen an wichtigen Infrastrukturprojekten mit, heisst es weiter. Noch im Februar starte Walo Bertschinger mit Tiefbauarbeiten an den Kabelanlagen von ewz direkt am Bahnhof Stadelhofen, heisst es weiter.

    ewz ist verantwortlich für den sicheren und effizienten Betrieb des Verteilnetzes in der Stadt Zürich und in Teilen des Kantons Graubünden, heisst von ewz. Eine moderne und intelligente Mess- und Netzinfrastruktur gewährleiste die Versorgungssicherheit in der Stadt Zürich. Langfristig unterstütze diese Infrastruktur das Zürcher Netto-Null-Ziel 2040 und die Erhaltung der Lebensqualität in der Stadt. Zugleich sei sie Voraussetzung für die weitere Vernetzung und Digitalisierung.

  • Stadtrat plant Neuorganisation der Wärmeversorgung

    Stadtrat plant Neuorganisation der Wärmeversorgung

    Bisher gibt es auf Stadtgebiet drei städtische Anbieter von Wärmenetzen: Das Elektrizitätswerk ewz, Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ) und die Energie 360° AG. Neu sollen sämtliche grossflächigen Wärmenetze unter dem Dach von ewz vereint werden. Durch die gemeinsamen Anstrengungen zur Erreichung der städtischen Netto-Null-Ziele haben die drei Anbieter von Fernwärmenetzen ihre Zusammenarbeit in den letzten Jahren intensiviert. Vor rund zwei Jahren hat dann der Stadtrat mit der Gründung der Geschäftsstelle Wärme Zürich diese Zusammenarbeit formalisiert. Seither koordiniert Wärme Zürich den Ausbau der Netze der drei Anbieter. Derzeit wird geprüft, ob die bestehenden Wärmenetze auch physisch untereinander verbunden werden können, damit auf Stadtgebiet Schritt für Schritt ein Gesamtnetz entsteht, das die Versorgungssicherheit weiter erhöht. Die geplante Neuorganisation trägt diesen Veränderungen Rechnung und stellt die nächste Integrationsstufe im Bereich der Wärmeversorgung dar. 

    Umsetzungsplan in Arbeit 
    Ein Projekt unter der Leitung der Stadtratsmitglieder Michael Baumer (Vorsteher des Departements der Industriellen Betriebe), Simone Brander (Vorsteherin des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements) sowie Andreas Hauri (Vorsteher der Gesundheits- und Umweltdepartements) wird bis Ende Jahr in einem Umsetzungsplan aufzeigen, wie und in welchem Zeitraum eine solche Neuorganisation erfolgen kann. In diesem Zeitraum erfolgt auch die Vernehmlassung bei den Personalverbänden. 

    Integration der Fernwärmeaktivitäten von ERZ 
    Die Fernwärmeaktivitäten von ERZ werden in ewz integriert. Mit dem Umsetzungsplan wird aufgezeigt, wie die Integration der Fernwärmeaktivitäten ausgestaltet werden soll und wie und zu welchem Zeitpunkt die betreffenden Mitarbeitenden von ERZ zu ewz wechseln sollen. Die Fachleute von ERZ werden die neue Organisation mit ihrem Wissen und ihrer langjährigen Erfahrung im Wärmebereich entscheidend mitprägen. 

    Neue Perspektiven für Energie 360° 
    Auch Energie 360° wird einen Teil ihrer Wärmenetze in der Stadt Zürich ans ewz übertragen, wobei die Mitarbeitenden bei Energie 360° verbleiben. Eigentum und Betrieb des Gasnetzes sowie alle übrigen Aktivitäten verbleiben bei Energie 360°. Energie 360° ist eine Aktiengesellschaft im Besitz der öffentlichen Hand. Haupteigentümerin ist die Stadt Zürich. An der Strategie der Firma, die Transformation in der gesamten Schweiz voranzutreiben und bis 2040 ausschliesslich erneuerbare Energie zu liefern, wird festgehalten. Da sich der Tätigkeitsschwerpunkt von Energie 360° zukünftig noch stärker auf Aktivitäten ausserhalb der Stadt verlagert, will der Stadtrat dem Unternehmen neue Perspektiven bieten und das Feld für Kooperationen öffnen. Um hier mehr Handlungsfreiheit zu gewinnen, soll die Kompetenz des Stadtrats zur Veräusserung von Anteilen dieses Unternehmens ausgedehnt werden.