Schlagwort: Verwertung

  • Ständeratskommission setzt Massstäbe für eine stärkere Kreislaufwirtschaft

    Ständeratskommission setzt Massstäbe für eine stärkere Kreislaufwirtschaft

    Die Kommission folgt grösstenteils den Beschlüssen des Nationalrates, hält aber am Monopol der Kantone für die Entsorgung von Siedlungsabfällen fest. Sie stimmt zu, dass private Sammlungen durch Unternehmen nur mit Genehmigung des Bundesrates für bestimmte Abfallarten zulässig sind. Dies soll sicherstellen, dass die öffentliche Hand nicht einspringen muss, falls private Sammlungen aufgrund wirtschaftlicher Unrentabilität eingestellt werden.

    Die Kommission spricht sich zudem für eine Stärkung der Wiederverwendung von Abfällen aus und setzt sich für eine Gleichstellung der Wiederverwendung mit der stofflichen Verwertung ein. Eine Minderheit fordert sogar eine höhere Priorität für die Wiederverwendung. Hinsichtlich der stofflichen Verwertung von Abfällen wird betont, dass Verpflichtungen nur unter bestimmten Bedingungen gelten.

    Im Gegensatz zum Nationalrat lehnt die Kommission eine Entpackungspflicht für unverkaufte biogene Produkte ab, da sie den ökologischen Nutzen als gering und die wirtschaftlichen Kosten als hoch einschätzt. Des Weiteren wird eine lebenszyklus-orientierte Betrachtung der Umweltbelastung von Produkten und Gebäuden hervorgehoben.

    In Bezug auf Altlastensanierungen im Rahmen der Teilrevision des Umweltschutzgesetzes (22.085) stimmt die Kommission nicht allen Vorschlägen des Bundesrates zu, erweitert jedoch die Bundesabgeltungen für bestimmte Altlasten-Standorte.

    Zusätzlich hat die Kommission Massnahmen zur Lärmbekämpfung erörtert, darunter lärmabhängige Gebühren für Flughäfen und die Möglichkeit für Gemeinden, die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h festzulegen.

    Die Sitzung unter dem Vorsitz von Ständerätin Adèle Thorens Goumaz fand am 16. November 2023 statt, wobei Bundesrat Albert Rösti teilweise anwesend war.

  • 10 Millionen Franken Fördermittel für Betonrecycling-Technologie

    10 Millionen Franken Fördermittel für Betonrecycling-Technologie

    Fast 40% der globalen CO2-Emissionen sind auf den Bau- und Gebäudesektor zurückzuführen. Jährlich werden weltweit rund 30 Milliarden Tonnen Beton hergestellt und die Nachfrage steigt weiter an. Das Bindemittel Zement und der Verbundwerkstoff Beton sind wichtige Baustoffe – ihre Produktion trägt allerdings zum Klimawandel bei. Schätzungen gehen davon aus, dass alleine die Zementindustrie für mehr als 8% der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Mit reCO2ver® hat Sika eine innovative Technologie entwickelt, die eine vollständige Wiederverwertung von Beton-Abbruchmaterial ermöglicht und in der Betonbranche einzigartig ist.

    17’000 Tonnen CO2-Speicherung in  Beton-Abbruchmaterial bis ende 2030

    Sikas bereitet Altbeton nicht nur in die qualitativ hochwertigen Einzelteile Kies, Sand und Zementstein auf, sondern kann dank eines chemischen Verfahrens zusätzliches CO2 binden. Zirka 15 Kilogramm CO2 können pro Tonne Abbruchmaterial dauerhaft gespeichert werden. Darüber hinaus wird das im Prozess entstehende Zementsteinpulver durch Sika

    Additive in seiner Leistungsfähigkeit optimiert und kann so erneut als Zementersatz in der Betonproduktion eingesetzt werden. Seit Oktober 2021 ist eine Pilotanlage in der Schweiz in Betrieb – die Testphase wurde nun erfolgreich abgeschlossen.

    Um den Klimamehrwert der Anlagen standardisiert belegen zu können, entwickelt Sika gemeinsam mit South Pole ein Klimaschutzprogramm gemäss den Vorgaben des Schweizer Bundesamts für Umwelt (BAFU). Ein bedeutender Meilenstein in Bezug auf die Umsetzung und Verwendung dieser Technologie zur CO2-Abscheidung und -Speicherung wurde nun erreicht: Die Schweizer Stiftung Klimarappen garantiert den Kauf von CO2-Zertifikaten aus diesem Programm von anfänglich CHF 10 Millionen bis Ende 2030.

    Die Implementierung der industriellen Anlagen ist zentraler Bestandteil des zertifizierten Klimaschutzprogramms. Bis Ende 2030 sollen so rund 17’000 Tonnen CO2 in Beton-Abbruchmaterial gespeichert werden. Dies entspricht ungefähr der CO2-Menge, die beim Bau von 850 Einfamilienhäusern aus Beton freigesetzt wird. Philippe Jost, Head Construction Sika: «Mit unserer Innovationsstärke und unseren nachhaltigen Technologien ermöglich wir es unseren Kunden in der Bau- und Fahrzeugindustrie, ihren ökologischen Fussabdruck zu verkleinern und den Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit zu vollziehen. Wir freuen uns sehr, dass die reCO2ver®-Technologie gezielt gefördert wird. Wir sind davon überzeugt, dass wir durch das Programm einen grossen Mehrwert für die Baubranche, die Umwelt und für die nachfolgenden Generationen schaffen.»

  • Recyclingcenter Ostschweiz setzt mit innovativer Aufbereitungsanlage neue Massstäbe

    Recyclingcenter Ostschweiz setzt mit innovativer Aufbereitungsanlage neue Massstäbe

    An der Niederstettenstrasse 28 in Niederstetten bei Wil SG ist eine neue Bodenwaschanlage entstanden. Mit der vollautomatischen Anlage bereitet die RCO ab sofort auch belastete Bauabfälle auf und führt diese als hochwertige Materialien in den Baustoffkreislauf zurück. Die RCO rechnet mit rund 200’000 Tonnen aufbereitetem Baumaterial pro Jahr, das so wiederverbaut werden kann. Damit könnten jährlich über 500 Einfamilienhäuser aus nachhaltigem Baumaterial entstehen. 

    Waschen statt deponieren 
    Die nassmechanische Aufbereitungsanlage löst die seit rund zwei Jahrzehnten betriebene trockenmechanische Anlage ab. “Mit der Bodenwaschanlage können wir nun auch Materialien entgegennehmen und aufbereiten, die bis anhin deponiert werden mussten. Dazu gehören etwa verschmutzte Aushubmaterialien”, sagt Samuel Graf, Verwaltungsratsmitglied der RCO. “Das spart nicht nur wertvollen Deponieraum, sondern schont auch die natürlichen Kiesressourcen.” Die Materialien finden anschliessend eine breite Anwendung im Hoch- und Tiefbau, beispielsweise als Sand oder Kies für die Betonproduktion. 

    Baustoffrecycling auf nächstem Level 
    Die hochmoderne Verfahrenstechnik sortiert, klassifiziert und dosiert die verschiedenen Materialkomponenten. “Zudem lassen sich Schad- und Fremdstoffe effizient entfernen, was für eine deutlich verbesserte Qualität der Produkte sorgt”, erklärt Stefan Eberhard, Delegierter des Verwaltungsrates. “Die so produzierten Baustoffe sind qualitativ hochwertig und normkonform – das zeigt auch unser Betriebsgebäude.” Dieses besteht zu einem sehr grossen Teil aus rezykliertem Baumaterial und dient der RCO als Showroom, um Kunden und der Öffentlichkeit die vielen Vorteile von nachhaltigem Baumaterial visuell aufzuzeigen. 

    Über die RCO 
    Die RCO wurde 2018 von den beiden Unternehmen Holcim Kies und Beton AG und Zürcher Kies und Transport AG gegründet. Mit dem gemeinsamen Know-How treiben Holcim und Zürcher Innovationen im Baustoffrecycling voran, schliessen Materialkreisläufe noch konsequenter und bedienen den Ostschweizer Markt mit hochwertigen Baustoffen.