Schlagwort: Villa

  • Museum Langmatt in Baden wird bis 2026 gesamtsaniert

    Museum Langmatt in Baden wird bis 2026 gesamtsaniert

    ERNE ist an der Gesamtsanierung des Badener Museums Langmatt beteiligt. Konkret soll die Baufirma aus Laufenburg einen Teil des Umbaus der Villa übernehmen. «Die Arbeiten umfassen den Rückbau von ganzen Räumen im Gebäudeinneren und den anschliessenden Wiederaufbau von Bodenplatten, Wänden und Decken, die Erneuerung der Kanalisation sowie den Teilabbruch der Aussenfassade inklusive Fassadensanierung», erläutert ERNE in einer Beitrag auf LinkedIn. Zudem hat ERNE Sitzbänke und Stahlstützen für den Neubau eines gläsernen Pavillons versetzt.

    Die Gesamtsanierung betrifft die Villa sowie den umliegenden öffentlichen Park und wird sich über dieses und das nächste Jahr erstrecken. Die im Museum beheimatete Privatsammlung des französischen Impressionismus in Europa wird währenddessen auf Europatournee geschickt. Im Frühling 2026 soll das Museum Langmatt wieder eröffnet werden.

  • Entwicklung Schlössli-Areal in Burgdorf

    Entwicklung Schlössli-Areal in Burgdorf

    Das Schlössli-Areal in Burgdorf liegt direkt am Bahnhof und ist nur einen Katzensprung von der Altstadt und der Emme entfernt. Das Gebiet bildet den nördlichen Bahnhofzugang und fungiert als wichtige Fussgängerverbindung zwischen den zwei Stadtteilen. Nachdem hier Überbauungsprojekte über mehrere Jahrzehnte aufgrund denkmalpflegerischer und wirtschaftlicher Aspekte scheiterten, wurde das Areal nun erfolgreich von der zur Marti-Gruppe zählenden Marti Gesamtleistungen AG im Auftrag der Schlössli Burgdorf AG entwickelt. Die Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG hat sich als Investorin zum Kauf und zur Realisierung des Projekts verpflichtet. Die Marti Gesamtleistungen AG ist ebenso als Totalunternehmerin für die Realisierung zuständig.

    Geplant ist die Schaffung von mehr Wohnraum in Burgdorf. Zu diesem Zweck wird zum einen die historische Villa Schmid saniert. Sie entstand zusammen mit der Parkanlage in den Jahren 1869/70 und zählt damit als historischer Zeitzeuge der Industrialisierung. Die Villa steht deshalb unter Denkmalschutz und war zudem eine der ersten Bauten nördlich der Gleise. Sie wird so umgebaut, dass zwei grosszügige Wohnungen darin Platz finden. Auch das Parkumfeld wird im Rahmen des Projekts wiederhergestellt. Darüber hinaus sind zwei flankierende Nebengebäude projektiert. In den beiden Neubauten entstehen insgesamt 54 Mietwohnungen mit 2,5 bis 5,5 Zimmern.

    Der Berner Architekt Walter Hunziker hat das Projekt entworfen. Für die Weiterentwicklung zeichnet die Rykart Architekten AG verantwortlich. Eine umweltschonende und energieeffiziente Energieversorgung mittels Grundwasser-Wärmepumpe und die Zertifizierung des Projekts im Minergie-Baustandard wird von der Bauherrschaft vorgenommen.

    Die Gebäude werden unterirdisch durch eine Einstellhalle miteinander verbunden. In den Erdgeschossen der beiden Neubauten sind Flächen für Dienstleistung und Gewerbe vorgesehen – genauso wie entlang der öffentlichen Fusswegverbindung zwischen Kirchbergstrasse und der Bahnhofunterführung. Zudem finanziert die Stadt Burgdorf an dieser Achse eine öffentliche Velostation. Die umliegende Parklandschaft soll eine möglichst grosse Biodiversität aufweisen.

    Die Baueingabe wurde im April 2022 eingereicht. Die Bauarbeiten auf dem Areal sollen 2025 abgeschlossen sein.

  • Das Jugendstil-Wahrzeichen von Nancy

    Das Jugendstil-Wahrzeichen von Nancy

    Führung florierte das Unternehmen und eröffnete unter anderem Filialen in Paris, London und Berlin.

    So konnte der 1859 geborene Franzose mit nur 39 Jahren den Bau einer prachtvollen Villa in Auftrag geben. Er vertraute dabei auf den damals erst 26 Jahre alten Architekten Henri Sauvage (1873–1932). Die beiden Herren lernten sich im Haus des gemeinsamen Freundes kennen – dem Bildhauer Alexandra Charpentier. Sauvage hatte noch nie zuvor an einem solchen Projekt mitgearbeitet. Die einzige Erfahrung, die Sauvage vorweisen konnte, war einige Monate Arbeit beim Brüsseler Architekten Paul Saintenoy. Majorelle gefielen die Jugendlichkeit und Kühnheit des Architekten wie auch dessen gute Vernetzung in die Kunstwelt. So zog er Sauvage dem erfahrenen, in Nancy ansässigen Architekten Lucien Weissenburger vor. Weissenburger durfte das Projekt aber immerhin vor Ort ausführen.

    Das Fotoalbum der Familie Majorelle lieferte wichtige Hinweise
    In den Jahren 1901–1902 wurde die Villa nach den Plänen von Sauvage gebaut. Sie war das erste komplett im Jugendstil errichtete Haus in Nancy und gilt als Paradebeispiel. Sauvage errichtete die Villa aber nicht im Alleingang: Er rief andere renommierte Künstler hinzu. Zum Beispiel seine Pariser Freunde, den Keramikkünstler Alexandre Bigot und den Maler Francis Jourdain. Bigot führte die Keramiken aus, Jourdain entwarf die dekorativen Gemälde im Speisesaal. Die Möbel stammen aus Majorelles eigener Produktion. Der Hausherr übernahm auch die Schmiedearbeiten und die Geländer. Die Buntglasfenster in den Haupträumen (Treppenhaus, Esszimmer, Wohn- und Schlafzimmer) wurden vom Meisterglaser Jacques Gruber gestaltet. Der Grossteil dieser Künstler gehörte der im Jahr 1901 von Emile Gallé mitgegründeten Ecole de Nancy an.

    Vier Jahre lang wurde die Villa Majorelle in aufwändiger Restaurationsarbeit innerlich wie äusserlich wieder instand gesetzt. Das komplett im Jugendstil gehaltene Gebäude wurde im Jahr 1898 von Louis Majorelle, selbst Möbelschreiner, Designer und Kunstschmied, in Auftrag gegeben. Majorelle wollte eigentlich Maler werden und studierte in jungen Jahren an der School of Fine Arts in Paris. Nach dem Tod seines Vaters musste er frühzeitig in seine Heimatstadt Nancy (F) zurückkehren, um das Familienunternehmen zu übernehmen. Er liess moderne Möbel herstellen und liess sich dabei von der Natur und von Emile Gallé inspirieren. Gallé spezialisierte sich auf das Material Glas und leistete auf diesem Gebiet Pionierarbeit. Er zählt zu den Begründern des Jugendstils. Unter Louis Majorelles Florale Elemente ziehen sich von der Fassade bis ins Innere des Hauses: Sie finden sich in Ornamenten, Schnitzereien, Mosaiken und Emailarbeiten. Architekt Sauvage ordnete die Fenster und Aussentüren so an, dass sie der Logik der Innenraumaufteilung entsprachen, und brach mit der Tradition des horizontalen symmetrischen Gebäudes. Fliessende Formen und dekorative Motive ziehen sich durch die gesamte Architektur. Sauvage spielte mit den Gegensätzen: Der nackte Euville-Stein steht im Kontrast zu der Polychromie von Ziegeln, Steinzeug, Holz und Eisenarbeiten. Der ständige Präsenz von Holz zieht sich wie ein roter Faden durch die Inneneinrichtung und schafft eine Verbindung zum Äusseren der Villa.

    Die Villa Majorelle gilt als einzigartige experimentelle Arbeit. Henri Sauvage sagte später: «Ich habe dort zwei Jahre lang gearbeitet und bin meinem ersten Kunden von Herzen dankbar für die unerhörte Freiheit, die er mir geschenkt hat. Trotz meines jungen Alters hat er mir nie eine Budgetbeschränkung oder seine persönlichen Vorstellungen auferlegt.» Nach der Fertigstellung lebte Louis Majorelle gemeinsam mit seiner Frau Jane Kratz und dem gemeinsamen Sohn Jacques dort. Das Bauwerk ist auch unter dem Namen «Villa Jika» – nach den Initialen von Jane Kratz – bekannt.

    Louis Majorelle verstarb 1926, die Villa erbte sein Sohn, welcher das Haus dem Staat verkaufte. Dieser liess darin zunächst Büros errichten. Die allmähliche Wiederentdeckung des Jugendstils führte dazu, dass die Villa 1975 als historisches Denkmal eingestuft und schliesslich 1996 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Seit 2003 ist die Villa im Besitz der Stadt Nancy. In den letzten Jahren erfolgten immer wieder kleinere Renovationen an der Villa. Bei der jüngsten und umfassendsten Renovierung wurde die Villa in den Zustand von 1926 zurückversetzt. Die Renovationsarbeiten betreute das Atelier Grégoire André. Wichtige Informationen zum ursprünglichen Aussehen des Hauses lieferten Artikel und Publikationen aus der Entstehungszeit der Villa. Auch das Fotoalbum der Familie Majorelle diente als wertvolle Informationsquelle.

    Einige nachträglich gemachten Änderungen wurden dieses Mal zurückgebaut: So entfernte man ein Erkerfernster an der Nordfassade und brachte auf dem Dach die vor einigen Jahren aus Sicherheitsgründen entfernten Kaminhauben wieder an. Die Fassade wurde gereinigt und beschädigtes Mauerwerk ersetzt. Zwei Jahre lang dauerten nur schon die Arbeiten an der Aussenfassade und am Dach.

    Original Gruber-Fenster bei Bombardierung zerstört
    Aber auch das Innere des Gebäudes erfuhr eine komplette Restauration in enger Zusammenarbeit mit dem Musée de l’Ecole de Nancy und eines Komitees aus Jugendstil-Spezialisten und Kunsthistorikern. Um angemessene Empfangsbereiche für Besucher zu schaffen, sind im Bereich der Küche und Speisekammer die Kasse, Garderobe und der Souvenirshop untergebracht. Neu wurde ein Lift eingebaut, ansonsten wurden die Holz- und Mosaikböden sowie die Glasarbeiten vollständig überarbeitet.

    Das Wohnzimmer enthält ein aufwändiges Stuckdekor mit Tannenzapfenmotiv, welches sich auch auf den Möbeln und dem Kamin wiederfindet. Dasselbe Motiv wurde ebenfalls auf dem Buntglasfenster von Jacques Gruber eingesetzt. Das Gruber-Fenster wurde allerdings bei der Bombardierung Nancys im Jahr 1916 zerstört und durch ein anderes im orientalischen Stil gehaltenes Fenster ersetzt, das auch heute noch zu sehen ist.

    Fast 100 Möbel, Gemälde und Kunstobjekte fanden anschliessend aus dem Musée de l’Ecole den Weg in die Villa. Die Möbel sind grösstenteils original. Es wurden Werke ausgewählt, die von Louis Majorelle entworfen wurden und / oder von Firmen, mit denen er zusammengearbeitet hatte (Manufacture Daum, Manufacture Keller et Guérin, den keramischen Werkstätten de Rambervillers und Frères Mougin). Die Auswahl hing vor allem von der Ähnlichkeit mit den auf den alten Fotos sichtbaren Gegenständen ab. In der gleichen Weise hat das Museum aus seiner Sammlung auch Gemälde ausgewählt, die von Louis Majorelle oder seinem Sohn Jacques hergestellt wurden.

    Zwischen 2021 und 2022 erfolgen noch kleinere Renovationen im Innern der Villa, welche aber keine Schliessung des Hauses erfordern. Die Arbeiten umfassen die Nachbildung der Badezimmer, Schaffung von Lehr- und Bildungsbereichen im ersten Stock sowie die Renovierung des Ateliers von Louis Majorelle im 2. Stock. Die Kosten belaufen sich bislang auf 2,5 Millionen Euro. ■