Schlagwort: Wachstumskurs

  • Pistor baut ihren Hauptsitz aus

    Pistor baut ihren Hauptsitz aus

    Die Pistor AG hat seit über 40 Jahren ihren Hauptsitz an der Hasenmoosstrasse – nahe des Bahnhofs Rothenburg Station. Das Unternehmen bietet über 25’000 Produkte sowie innovative Dienstleistungen an: «Als Grosshändlerin und Dienstleisterin beliefern wir seit längerem nicht nur Bäckereien und Confiserien, sondern auch Gastronomie- und Gesundheitsbetriebe wie beispielsweise Spitäler und Altersheime. Letztere wollen wir vermehrt mit Medizinalverbrauchsartikeln beliefern», erklärt der Pistor-CEO, Patrick Lobsiger. Er betont, dass das Unternehmen grundsätzlich auf Wachstumskurs sei, weshalb mehr Platz benötigt werde.

    Vorgesehen sind auf knapp 32’000 Quadratmetern vor allem Lager-, Warenumschlags- und Distributionsflächen. Hinzu kommen Auto-, LKW- und Veloparkplätze sowie neue Büroflächen. Diese sollen auf der Wiese zwischen dem Hauptsitz und dem ACE Café realisiert werden. Da das Grundstück in der Landwirtschaftszone liegt, ist eine Umzonung Voraussetzung. Diese erfüllt die Vorgaben des Teilrichtplans Siedlungslenkung 2030 von Luzern Plus. Die Rothenburger Stimmbevölkerung hat diesem Vorhaben am 12. März 2023 zugestimmt. Der Regierungsrat des Kantons Luzern muss den Entscheid der Stimmberechtitgen in einem Genehmigungsverfahren noch formell bestätigen. Lobsiger freut sich über das Vertrauen der Rothenburgerinnen und Rothenburger: «Mit der ausgebauten Infrastruktur und unseren hochautomatisierten Logistiklösungen wollen wir unseren Genossenschaftern und Kunden die effizienteste und zuverlässigste Lieferkette am Markt bieten», sagt Lobsiger.

    Der Neubau soll ab 2026 in drei Etappen in einer CO2-reduzierenden Bauweise erstellt werden. Für jede Etappe sind rund zwei Jahre eingeplant. Keines der Gebäude wird die Höhe von 30 Metern überschreiten. Eine ökologische Aufwertung der Neubauten durch eine Begrünung der Umgebung ist vorgesehen. Die Flachdächer sollen ebenfalls begrünt und mit sickerfähigem Belag sowie Photovoltaikanlagen ausgestattet werden. Der für den Ausbau des Hauptsitzes veranschlagte zweistellige Millionenbetrag soll auch den Erwerb von weiteren E-LKWS umfassen. Allein bis Ende 2023 will Pistor AG ihren Bestand von heute drei auf neu elf E-LKWs ausbauen.

    Das Unternehmen mit derzeit rund 616 Mitarbeitenden gilt als wichtiger Arbeitgeber in Rothenburg. Mit der Erweiterung könnten weitere Arbeitsplätze für die Zentralschweiz geschaffen werden.

  • Miele baut ein Werk in den USA

    Miele baut ein Werk in den USA

    Dank ihrer hochwertigen Herde, Backöfen, Kochfelder, Dampfgarer, Dunstabzugshauben und weiterer attraktiver Produkte gehört die Business Unit Cooking seit vielen Jahren zu den wichtigsten Wachstumstreibern der Miele Gruppe – mit zuletzt mehr als 1,1 Mrd. Franken Umsatz und einem Zuwachs von fast 13 Prozent. «Auch für die kommenden Jahre planen wir mit steigenden Stückzahlen», sagt Cooking-Chef Uwe Brunkhorst, «und damit stossen wir mit unseren bisherigen Produktionsstandorten in Arnsberg, Bünde und Oelde an die Grenze unserer Kapazitäten.» 

    Für die Entscheidung, künftig auch in den USA zu produzieren, gibt es mehrere gute Gründe. «Schon heute sind die Vereinigten Staaten für Miele der grösste Markt ausserhalb Deutschlands, mit zuletzt deutlichen Wachstumsraten, aber auch noch viel Potenzial», sagt Axel Kniehl, Geschäftsführer Marketing & Sales der Miele Gruppe. Vor Ort zu produzieren, sei daher ein konsequenter Schritt und ein starkes Signal für die Kundinnen und Kunden dort. Ausserdem erspart dies die Gerätetransporte über den Atlantik: «So reduziert sich die Lieferzeit von heute bis zu zehn Wochen auf wenige Tage und wird zugleich das Klima entlastet», sagt Stefan Breit, Geschäftsführer Technology. Zur weiteren CO2-Ersparnis solle dann auch das Gros der Zulieferteile aus den USA kommen. 

    Im ersten Schritt wird Miele in seinem neuen Werk die 30-Zoll-Backöfen sowie die grossen und vielseitigen Standherde («Range Cooker») fertigen, die beide speziell für Nordamerika konzipiert sind. Später kommen grossformatige Dunstabzugshauben hinzu. Der Produktionsstart ist für Ende 2024 vorgesehen, mit 150 Beschäftigten bis Ende 2025. Die Entscheidung für den konkreten Standort wird in den kommenden Monaten fallen und kommuniziert werden. Wie eine zweite Ausbaustufe aussehen könnte, wird mit Blick auf weitere Produktgruppen und das dafür nötige Personal, zu einem späteren Zeitpunkt geprüft. 

    Heute verteilt sich die Produktion der Business Unit Cooking wie folgt: Aus dem Werk Bünde (ca. 730 Beschäftigte) kommen Kochfelder und Dampfgarer sowie Wärmeschubladen, aus Arnsberg (ca. 250 Beschäftigte) die Dunstabzugshauben und aus Oelde (ca. 670 Beschäftigte) die Herde, Backöfen und Dialoggarer. Die Dampfbacköfen, also Backöfen und Dampfgarer in einem Gerät, werden modellabhängig in Bünde oder Oelde produziert. Alle Standorte befinden sich im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Durch eine Produktion der grossformatigen Baureihen in dem neuen Werk werden Arnsberg, Bünde und Oelde aber nicht etwa geschwächt, im Gegenteil: «Wir werden effizienter durch weniger Komplexität und gewinnen zugleich die dringend benötigten Kapazitäten für die künftigen Stückzahlenzuwächse der übrigen Modellreihen», so Uwe Brunkhorst. 

    Das neue Werk mitgerechnet, zählen dann insgesamt 16 Standorte zum internationalen Produktionsverbund der Miele Gruppe, davon acht in Deutschland und je einer in Österreich, China, Tschechien, Rumänien, Polen und eben in den USA. Hinzu kommen die beiden Werke der italienischen Medizintechnik-Tochter Steelco Group.

  • Ende des Immobilien-Booms wird wahrscheinlicher

    Ende des Immobilien-Booms wird wahrscheinlicher

    «Der Schweizer Eigenheimmarkt präsentiert sich noch solid», sagt Donato Scognamiglio, CEO der IAZI AG. «Der erneute Wertzuwachs unterstreicht, dass die Hypothekarkonditionen die Nachfrage bis anhin kaum beeinflussen.» Gerade in Zeiten erhöhter Geldentwertung und Unsicherheit an den Märkten wachse der Wunsch, Kapital in Sachwerte wie Immobilien umzuwandeln. Rückläufige Bautätigkeit und Angebotsverknappung wirken ebenfalls stützend. Allerdings reagiert der Schweizer Eigenheimmarkt eher träge auf Veränderungen. Die SWX IAZI Preisindizes basieren auf effektiv bezahlten Preisen. Vom Kaufentscheid bis zur Unterschrift beim Notar können gut und gerne ein paar Monate verstreichen. Ein Abflachen der Wachstumskurve im nächsten Quartal ist deshalb denkbar.

    Wer Mehrfamilienhäuser in der Schweiz erwerben wollte, musste ebenfalls mit höheren Werten rechnen: Die Transaktionspreise für Renditeliegenschaften haben im 3. Quartal 2022 mit 1.9% stark zugelegt, wie der «SWX IAZI Investment Real Estate Price Index» zeigt. Auf Jahresbasis erreicht die Preisentwicklung die Marke von 6.0%.

    Auch wenn in den aktuellen Zahlen noch kein Abbremsen der Preisentwicklung ersichtlich ist: Die Zeichen verdichten sich, dass der jahrelange Immobilien-Boom zu einem vorläufigen Ende kommt. Die Renditedifferenzen von Immobilienfonds, Immobilienaktien sowie Direktanlagen zur Schweizer Bundesobligation sind bereits stark gesunken. Jeder weitere Zinsschritt reduziert die relative Attraktivität von Immobilien. Solange die Notenbanken die rekordhohe Inflation nicht unter Kontrolle bringen, sind weitere Anhebungen der Leitzinsen fast unvermeidlich. Zudem ist davon auszugehen, dass es bis Ende Jahr bei einigen institutionellen Investoren aufgrund der Verluste an der Börse zu einem Portfolio-Rebalancing kommen könnte, also zu vermehrten Verkäufen von Renditeobjekten. Der Korrekturdruck auf die Preise von Immobilienanlagen stiege damit weiter.