Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) haben in Zusammenarbeit mit der Hälg Group aus St.Gallen, der ebenfalls in St.Gallen ansässigen Osterwalder Gruppe und der Zürcher H2 Energy AG ein gemeinsames Projekt zur Wirkung von Wasserstoff-Brennstoffzellen durchgeführt. Das Experiment im Empa-Zentrum in Dübendorf zeigte, dass die aus den Brennstoffzellen gewonnene Elektroenergie in Quartiezentren die lokalen Stromnetze entlasten könnte, heisst es in einer Mitteilung.
Im Kern des Projektes ging es darum, den Stromverbrauch von Wärmepumpen zu entlasten, in dem aus lokalen Quartier-Energiezellen mittels Wasserstoff-Brennstoffzellen Elektroenergie produziert wird. Diese wird zum Betrieb der Wärmepumpen eingespeist und entlastet somit das Netz. Zugleich wurde im Experiment getestet, über spezielle Wärmeaustauscher mittlere Temperaturen von etwa 35 Grad Celsius an das Wärmenetz des NEST-Innovationsgebäude und den Empa-Campus in Dübendorf abzugeben. Der Test, der von Oktober 2023 bis September 2025 lief, zeigte, dass die Quartier-Energiezellen die Spitzen des Stromverbrauchs glätten und die Gesamtkosten der Spitzenlast um 10 Prozent senken konnten.
„Unsere Versuche zeigten, dass Brennstoffzellen elektrische und thermische Spitzenlasten in Gebäuden wirksam ausgleichen können. Damit wurde klar: Die wasserstoffbasierte Spitzenlastabdeckung ist technisch machbar und liefert wertvolle Erkenntnisse für die Steuerung komplexer Energiesysteme“, wird Binod Prasad Koirala, stellvertretender Leiter der Empa-Forschungsabteilung Urban Energy Systems, in der Mitteilung zitiert. Beim Verwenden von grünem Wasserstoff leisten die Brennstoffzellen zusätzlich einen Beitrag zur CO2-Reduzierung.
Die Youdera Group SA sichert sich eine strategische Investition durch Amundi Energy Transition. Laut einer Mitteilung sollen die Mittel die nächste Wachstumsphase des Unternehmens sowie einen Umsetzungsplan von rund 150 Millionen Euro für dezentrale Energieinfrastruktur im europäischen Gewerbe- und Industriesektor unterstützen.
Youdera bietet Unternehmen Energiemanagement an, bei dem Planung und Entwicklung, Finanzierung, Bau und Betrieb von Energieanlagen übernommen werden. Ziel ist es, die Abhängigkeit vom Stromnetz zu reduzieren, Energiekosten planbarer zu machen und die Elektrifizierung voranzutreiben. Das Angebot umfasst Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Sanierungen der Gebäudehülle, Wärmepumpen sowie weitere Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz.
Die Investition durch Amundi Energy Transition, einer Tochtergesellschaft des französischen Vermögensverwalters Amundi S.A., biete die Möglichkeit, das Modell europaweit zu skalieren, so Pedro Miranda, CEO und Mitgründer von Youdera. „In einer volatileren Welt müssen europäische Unternehmen entschlossen handeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“
Youdera wurde 2015 gegründet, hat seinen Sitz in Ecublens und seinen Hauptstandort im EPFL Innovation Park in Lausanne. Die Kernmärkte sind Schweiz, Spanien und Portugal, das Unternehmen sieht weiteres Wachstumspotential in Europa. „Da Gewerbe- und Industriekunden nach resilienteren und kosteneffizienteren Energielösungen suchen, sind wir überzeugt, dass Youdera bestens positioniert ist, um diesen wachsenden Marktbedarf zu decken“, lässt sich Claire Chabrier, Head of Direct Investments – Private Markets bei Amundi, zitieren.
Das Schweizer Gebäudeprogramm des Bundes und der Kantone, das Massnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs oder des CO2-Ausstosses von Liegenschaften fördert, hat 2024 rund 528 Millionen Franken an Fördermitteln ausgeschüttet. Die Höhe der Auszahlungen bleibt laut einer Mitteilung auf dem Niveau des Rekordjahres 2023 und ist erstmals seit 2016 stagniert.
Die Fördermittel für gebäudetechnische Anlagen stiegen 2024 um 5 Prozent auf rund 228 Millionen Franken (2023: 216 Millionen Franken) und ermöglichten den Austausch von 25’633 Öl-, Gas- oder Elektroheizungen, 84 Prozent davon durch klimafreundliche Wärmepumpen. 131 Millionen Franken wurden für Wärmedämmprojekte aufgewendet, 89 Millionen Franken für Systemrenovierungen und 23 Millionen Franken für Fernwärmprojekte.
Energieeffiziente Neubauten nach Minergie-P oder GEAK-A/A-Standards erhielten im vergangenen Jahr 43 Millionen Franken, eine deutliche Steigerung von 76 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 17 Millionen Franken flossen in Informations- und Ausbildungsprojekte sowie Qualitätssicherung, zwei Drittel davon in die Erstellung von kantonalen Energieausweisen mit Beratungsbericht.
Die Subventionsverpflichtungen aus dem Gebäudeprogramm beliefen sich 2024 auf rund 542,5 Millionen Franken, davon flossen mit 190 Millionen Franken der grösste Teil in Haustechnikprojekte und mit 123 Millionen Franken rund ein Viertel in Systemsanierungen.
Dank der Fördermittel des Bundes und der Kantone wurden laut der Mitteilung 2024 Massnahmen umgesetzt, die längs ihrer Lebensdauer rund 12 Milliarden Kilowattstunden und 3,5 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Auch die Wirkung pro Förderfranken verbesserte sich von 152 Franken pro Tonne CO2 (2023) auf 147 Franken im Jahr 2024.
Die Flughafen Zürich AG baut eine unterirdische Energiezentrale, gelegen zwischen Parkhaus 6, dem Hotel Radisson Blu und dem Operation Center 1. Die Zentrale wird mit Wärmepumpen und Kältemaschinen mit einer Gesamtleistung von 12 bis 15 Megawatt ausgestattet. Mittelfristig deckt sie so rund zwei Drittel des Wärme- und Kältebedarfs des Terminals und der umliegenden Gebäude am Flughafenkopf. Die Inbetriebnahme ist für Herbst 2027 geplant, informiert die Flughafen Zürich AG in einer Mitteilung.
Das Unternehmen erkundet zeitgleich eine eiszeitliche Rinne in 300 Metern Tiefe, um dort thermische Energie zu speichern und wieder nutzbar zu machen. Einen ersten Brunnen gibt es bereits seit 2024, ein zweiter wird gebaut. Die Erkundung der Rinne wird vom Bundesamt für Energie gefördert.
Die Rinne soll zukünftig zusammen mit der Energiezentrale und einem geplanten Niedertemperaturnetz jährlich rund 6500 Tonnen CO2 einsparen und dazu beitragen, die CO2- Emissionen am Flughafenkopf bis 2030 um 35 Prozent auf 15’900 Tonnen jährlich zu senken. Bis 2040 will die Flughafen Zürich AG ihre unternehmenseigenen CO2-Emissionen auf Netto-Null senken.
«Technisch setzen wir mit unserem Plan zur Dekarbonisierung der Infrastruktur auf innovative Systeme. Die Kombination aus Wärmepumpen, saisonaler Energiespeicherung in einer eiszeitlichen Rinne oder über Erdsondenfelder sowie einem Niedertemperaturnetz erlaubt es uns, die Klimawirkung beim Heizen und Kühlen signifikant zu reduzieren», wird Guido Hüni, Leiter Energie und Dekarbonisierung der Flughafen Zürich AG, zitiert.
Wärmepumpen gelten als Schlüsseltechnologie für die Energiewende im Gebäudesektor. Doch wie effizient arbeiten sie im Alltag? Forschende der ETH Zürich haben im Rahmen der bisher grössten Feldstudie 1023 Anlagen in zehn europäischen Ländern über zwei Jahre hinweg analysiert. Das Ergebnis zeigt, die tatsächliche Effizienz variiert stark mit etlichen dramatischen Abweichungen von den technischen Standards.
Fehlkonfiguration und Überdimensionierung Zahlreiche Wärmepumpen sind falsch eingestellt oder überdimensioniert. Die Heizkurve ist oft zu hoch angesetzt, Nachtabsenkungen führen zu unnötigem Nachheizen und hohe Heizgrenzen verlängern die Laufzeiten. In der Schweiz wurde bei 41 % der getesteten Anlagen ein überhöhter Temperaturhub festgestellt. 17 % der Luftwärmepumpen in der internationalen Studie lagen sogar unterhalb der geltenden Effizienzstandards.
Digitale Hilfsmittel als Lösungsansatz Die Forschenden fordern europaweit einheitliche Standards für die digitale Überwachung von Wärmepumpen. Intelligente Steuerungssysteme und Algorithmen könnten die Betriebseffizienz kontinuierlich analysieren und Optimierungsvorschläge liefern. Erste Pilotprojekte mit Smart Metern und KI-gestützter Datenauswertung in der Schweiz bestätigen dieses Potenzial.
Effizienz steigert Akzeptanz Ein effizienter Betrieb senkt nicht nur den Stromverbrauch, sondern erhöht auch das Vertrauen in die Technologie. Dies ist entscheidend, um Wärmepumpen als klimafreundliche Lösung flächendeckend zu etablieren. Die ETH-Studien zeigt, die Technik ist bereit, nun braucht es Standards, Kontrolle und mehr Bewusstsein für den Betrieb.
Energie Wasser Bern will den Nordosten von Bern mit klimafreundlicher Wärme versorgen. Dafür plant der Berner Energieversorger den Aufbau einer entsprechenden Wärmeproduktionsinfrastruktur, informiert ewb in einer Mitteilung. Als Wärmequelle soll dabei unter anderem das Wasser der Aare dienen.
Konkret will ewb der Aare am westlichen Ufer auf Höhe der Engehalde Wasser entnehmen und in eine bereits bestehende Kaverne leiten. Hier soll dem Wasser Wärme entzogen werden, die im Anschluss zu einer neu zu bauenden Energiezentrale Aare Wyler auf der östlichen Seite des Flusses transportiert wird. Liegenschaften in an die Energiezentrale angrenzenden Quartieren könnten dann mit Fernwärme aus den Wärmepumpen der Energiezentrale beheizt werden. Darüber hinaus denkt ewb die Einrichtung einer zweiten, kleineren Energiezentrale Aare Engehalde auf der Westseite des Flusses an. Sie könnte das Gebiet Tiefenau mit Fernwärme versorgen.
Das Unternehmen hat bereits ein Konzessionsgesuch für den Bau eines Fassungsbauwerks sowie die Entnahme und Rückgabe des Wassers aus der Aare beim Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern eingereicht, erläutert ewb. Das Unternehmen rechnet mit einem Entscheid im Frühjahr 2026. In der Zwischenzeit soll ein genauer Standort für die geplante Energiezentrale Aare Wyler gefunden werden.
Zu den Erfolgen zählen die Einführung einer Beschaffungsrichtlinie für CO2-freie Fahrzeuge in der kantonalen Verwaltung sowie die Schaffung einer Rechtsgrundlage zur finanziellen Unterstützung von Hochwasserschutzmassnahmen. Zwei Massnahmen, die abgeschlossen wurden, während sich weitere 47 in der Umsetzung befinden. Neufahrzeuge der Verwaltung müssen nun über ein CO2-freies Antriebssystem verfügen, was einen wichtigen Schritt in Richtung einer klimafreundlicheren Verwaltung darstellt. Zusätzlich wurde mit dem Wasserwirtschaftsgesetz die Grundlage geschaffen, Hochwasserschutzprojekte zu fördern, die für die Anpassung an den Klimawandel unerlässlich sind.
Öffentlichkeitsarbeit als Schlüssel zur Sensibilisierung Ein weiterer zentraler Aspekt der Klimastrategie ist die Sensibilisierung der Öffentlichkeit. Jedes Jahr wird ein «Klimaspaziergang» zu einem klimarelevanten Thema organisiert, um den Bürgerinnen und Bürgern Projekte vorzustellen. Der diesjährige Fokus lag auf der energetischen Sanierung eines Mehrfamilienhauses, das von der Effizienzklasse G auf die Klasse B verbessert wurde. Dies zeigt, wie effektive Sanierungsmassnahmen dazu beitragen können, den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen zu reduzieren.
Herausforderungen im Bereich fossile Brennstoffe und erneuerbare Energien Die aktuellen Klimazahlen zeigen, dass der Anteil der Ölheizungen in Wohn- und Dienstleistungsgebäuden um 5 Prozent gesunken ist, während der Anteil an Wärmepumpen im gleichen Zeitraum um ebenso viel gestiegen ist. Dennoch bleibt der Anteil der Erdgasheizungen unverändert, was den klimapolitischen Zielen widerspricht. Um das Ziel einer klimafreundlichen Energieversorgung zu erreichen, muss der Übergang von fossilen Brennstoffen zu erneuerbaren Energien beschleunigt werden. Positiv zu vermerken ist, dass die Elektrizitätsproduktion aus Photovoltaikanlagen im Kanton seit 2015 mehr als verdoppelt wurde. Dies zeigt, dass die Nutzung erneuerbarer Energien voranschreitet, auch wenn nach wie vor erhebliche Anstrengungen erforderlich sind, um die gesetzten Klimaziele zu erreichen.
Verbesserungspotenzial in der kantonalen Verwaltung Die kantonale Verwaltung hat sich das Ziel gesetzt, als Vorbild im Klimaschutz zu agieren. Trotz erster Fortschritte zeigt sich, dass der Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser in kantonalen Gebäuden nur um 2 Prozent gesenkt werden konnte. Mehr als die Hälfte der Wärmeenergie wird weiterhin aus fossilen Brennstoffen gewonnen. Die CO2-Emissionen aus der Verbrennung dieser Brennstoffe sind seit 2016 nahezu unverändert geblieben, was auf zusätzlichen Handlungsbedarf hinweist.
Anpassungen der energetischen Anforderungen und zukünftige Schritte Der Regierungsrat hat rasch umsetzbare Massnahmen in die Vernehmlassung gegeben, um die Nutzung erneuerbarer Energien zu stärken. Diese betreffen unter anderem den Heizungsersatz und die Eigenstromerzeugung bei Neubauten. Ein Beispiel ist die Vorgabe, dass in kantonseigenen Gebäuden künftig bei einem Heizungsersatz immer ein System mit erneuerbaren Energien zum Einsatz kommen soll. Insgesamt zeigt sich, dass der Kanton Schaffhausen auf dem richtigen Weg ist, jedoch weiterhin gezielte Massnahmen erforderlich sind, um den Wandel hin zu einer klimaneutralen Zukunft zu beschleunigen.
Die Schweiz hat 2022 insgesamt 41,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente an Treibhausgasen ausgestossen, informiert das Bundesamt für Umwelt (BAFU) in einer Mitteilung zum Schweizer Treibhausgasinventar 2022. Es ist vom BAFU im April beim UN-Klimasekretariat eingereicht worden. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Schweiz im Berichtsjahr 3,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente weniger verursacht. Im Vergleich zum Basisjahr 1990 gingen die Emissionen um 24 Prozent zurück.
Der Gebäudesektor kann sich dabei den Löwenanteil der Verringerung von Emissionen gutschreiben. Hier lag der Treibhausgasausstoss mit 9,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten 44 Prozent tiefer als 1990. „Wegen des ausserordentlich milden Winters wurden im Vergleich zum Vorjahr weniger Heizöl und Gas für die Beheizung der Gebäude verbrannt“, erläutert das BAFU. Seine Fachleute weisen gleichzeitig darauf hin, dass der Trend trotz starker Zunahme der beheizten Flächen nach unten zeigt. Hintergrund sind Verbesserungen der Energieeffizienz und der Einbau von Wärmepumpen.
Der Industriesektor konnte seine Emissionen mit 9,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten im Vergleich zu 1990 um 27 Prozent senken. Im Verkehrssektor wurden 13,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente verursacht, dies entspricht einem Rückgang um 8 Prozent gegenüber dem Basisjahr. Die übrigen Emissionen lagen mit 8,9 Millionen Tonnen um knapp 13 Prozent unter dem Wert von 1990.
Die Stadtverwaltung von Luzern will sich bis 2035 vom Verbrauch fossiler Brennstoffe befreien. Wie aus einer Medienmitteilung der Stadt hervorgeht, sollen in einem ersten Schritt bis 2030 die etwa 200 Dienstfahrzeuge von Benzin- und Diesel- durch Elektroantrieb ersetzt werden. Bis zum Zieljahr 2035 sollen zudem in den etwa 150 Liegenschaften der Stadt die Heizungen und Warmwasserversorgungen von Öl- beziehungsweise Gasbefeuerung auf erneuerbare Systeme wie etwa Wärmepumpen umgestellt werden. Auf den Dächern dieser Gebäude sollen Photovoltaikanlagen Strom erzeugen. Damit könnten 35 bis 40 Prozent des derzeitigen städtischen Bedarfs gedeckt werden.
Bei der bereits vor fünf Jahren begonnenen Umstellung der Heizsysteme konnte die Verwaltung in einem aktuellen Bericht bereits auf 65 umgestellte Objekte verweisen. Ziel beim Heizungsumbau ist, ab 2035 insgesamt 3300 Tonnen CO2 weniger zu emittieren. Die Kosten des Umbaus werden auf etwa 60 Millionen Franken geschätzt.
„Wir fordern nicht nur andere Liegenschaftsbesitzende auf, aktiv zu werden, wir packen auch selber an“, wird Katja Dürst, Leiterin der Abteilung Umweltschutz, in der Mitteilung zitiert.
Der Verkauf von Wärmepumpen hat sich auf hohem Niveau eingependelt. Dies zeigt ein Blick auf die von GebäudeKlima Schweiz erfassten Marktzahlen. In den Jahren 2021 und 2022 verzeichnete der Schweizer Hersteller- und Lieferantenverband der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik regelmässig über 20 Prozent Absatzwachstum bei den Wärmepumpen. Im zweiten Quartal 2023 war es gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres noch ein Plus von zehn Prozent. «Das hat etwas Ruhe in den Markt gebracht und ermöglicht es uns, den angestauten Wärmepumpen-Bestelleingang vom vergangenen Jahr schrittweise abzubauen», so Luigi Di Cola, Geschäftsführer von Hoval Schweiz und Vorstandsmitglied von GebäudeKlima Schweiz. Tatsächlich hatte man die letzten zwei Jahre teilweise Lieferfristen von bis zu zwölf Monaten. Der Wärmepumpenmarkt sei seit 2020 vor dem Hintergrund der gestiegenen Preise für fossile Brennstoffe und der angestrebten Energiewende um über 50 Prozent gewachsen, erklärt Luigi Di Cola. Gleichzeitig gingen die Zahlen bei den fossilen Wärmeerzeugern vor allem im kleinen Leistungsbereich stark zurück. «Für grössere Öl- und Gasheizungen besteht jedoch weiterhin eine Nachfrage, dies unter anderem im Zusammenhang mit bivalenten Heizsystemen.»
Zunahme bei Fernwärme Als Reaktion auf die Nachfrageexplosion hat beispielsweise Hoval die Produktion von Wärmepumpen um 300 Prozent ausgebaut, was nun seine Wirkung zeigt. Hinzu kommt, dass sich auch die Lieferketten wieder etwas stabilisiert hätten, wenn auch noch nicht ganz. «Leider kamen nicht ganz alle Zulieferer nach mit dem Ausbau der Kapazitäten. Das hat nun zur Folge, dass manchmal plötzlich spezifische Elemente wie beispielsweise Plattenwärmetauscher fehlen und wir dadurch einzelne Wärmepumpenmodelle nicht mehr produzieren können. Oder aber es fehlt an Wasserspeichern, so dass die Gesamtanlage nicht installiert werden kann.» Die Lieferketten dürften sich gemäss Luigi Di Cola in den nächsten Monaten jedoch weiter normalisieren. Auch rechnet der Geschäftsführer von Hoval Schweiz in absehbarer Zeit nicht mehr mit so hohen Wachstumszahlen bei den Wärmepumpen wie in den vergangenen Jahren. Zum einen, da viele Anlagenbesitzer mit geringeren finanziellen und/oder planerischen Hürden bereits gewechselt hätten. «Zum anderen beobachten wir in urbanen Gebieten nun eine starke Absatzzunahme von Fernwärmestationen, was natürlich Einfluss auf andere Heiztechnologien hat.»
Weiterhin früh planen Als Hausbesitzer sollte man sich trotzdem noch immer frühzeitig Gedanken zur Zukunft der eigenen Heizung machen. So hat sich auf Seiten der Hersteller und Lieferanten die Situation zwar beruhigt. «Jetzt werden die bestellten Anlagen aber umgesetzt, entsprechend hoch ist die Auslastung bei den Installationsbetrieben», beobachtet Luigi Di Cola. Seitens Hersteller und Lieferanten unternehme man deshalb alles, um den Planern und Installateurinnen die Arbeit mit guten Dokumentationen und weiteren Hilfestellungen so weit wie möglich zu vereinfachen. Gleichzeitig wirbt der Geschäftsführer von Hoval Schweiz um Verständnis bei den Endkunden für allfällige entstehende Installationsengpässe und rät weiterhin, die Planung mit allen Beteiligten rechtzeitig in Angriff zu nehmen sowie die Gas- oder Ölheizung keinesfalls zu früh auszubauen.
Helion hat ein eigenes Schulungszentrum in Betrieb genommen. Am Helion TrainingCenter lernen künftige Fachkräfte der Energiebranche praxisnah „wie auf einer echten Baustelle“, heisst es in einer Medienmitteilung des Anbieters von Energielösungen zur Eröffnung. Das Schulungszentrum bestehe aus einem Modell-Einfamilienhaus mit Schräg- und Flachdach in Originalgrösse. Es biete Raum für die Ausbildung von mehr als 200 Solarfachkräften pro Jahr. Zudem seien 50 Schulungen pro Jahr möglich.
Ziel seien acht bis zehn Lehrstellen pro Jahr. Auch Quereinsteigende könnten auf dem Weg der Erwachsenenbildung zu Solarspezialisten qualifiziert werden. Dank der Verknüpfung von Photovoltaik, Elektromobilität, bidirektionalem Laden und Wärmepumpen decke das Schulungszentrum die Ausbildung von Fachpersonal sowohl für die Energie- als auch die Mobilitätsbranche ab. „Beide Bereiche werden die Zukunft prägen“, wird Anja Bates, Leiterin HR der AMAG Gruppe, zitiert. Helion ist Teil von AMAG.
Die Anlage bilde mit einer 200 Quadratmeter grossen Gesamtfläche schweizweit die umfangreichste Lernumgebung für erneuerbare Energien. Das Schulungszentrum könne dem „hohen Qualitätsanspruch an die dringend benötigten Fachkräfte“ nachkommen, wird Frank Rutschmann, Leiter Sektion Erneuerbare Energien beim Bundesamt für Energie, zitiert. Sie seien „unser Kapital für den Ausbau der erneuerbaren Energien“.
Helion schult bereits seit vier Jahren auf eigene Initiative neues Personal, darunter zahlreiche Quereinsteigende. Diese bekamen vor Schaffung der Solarausbildungen „Solarinstallateur:innen und Solarmonteur:innen mit Eidgenössischem Berufsattest“ in einem zweiwöchigen Kurs die Kenntnisse vermittelt. Damit sei der Grundstein für das hauseigene Helion TrainingCenter gelegt worden. Es wird vom Bundesamt für Energie und vom Kanton Solothurn unterstützt.
SENS eRecyling hat mit dem Hersteller- und Lieferantenverband der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik GebäudeKlima Schweiz sowie der Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz eine nachhaltige Lösung für die Entsorgung von Wärmepumpen entwickelt. Ausgediente und an den Installateur beziehungsweise Hersteller oder Importeur zurückgegebene Wärmepumpen werden dabei von SENS eRecyling abgeholt und zu Verwertungsbetrieben gebracht, die über die erforderlichen Bewilligungen und eine SENS-Lizenz zur Verarbeitung solcher Geräte verfügen. Dort wird den Wärmepumpen das klimaschädliche Kältemittel entzogen und fachgerecht vernichtet. Rohstoffe wie Metalle und Kunststoffe werden wiederaufbereitet und in den Rohstoffkreislauf zurückgeführt.
Am 1. Juli soll der Startschuss für die neue Branchenlösung fallen, informiert SENS eRecycling in einer Mitteilung. Finanziert wird das Modell aus dem vorgezogenen Recyclingbeitrag, der beim Kauf einer Wärmepumpe anfällt. „Viele Hersteller und Importeure sehen in der neuen Branchenlösung eine Möglichkeit, ihre Rücknahmepflicht von ausgedienten Wärmepumpen auf effiziente und unkomplizierte Art wahrzunehmen“, wird SENS eRecycling- Geschäftsführer Pasqual Zopp in der Mitteilung zitiert.
Nach Angaben von Konrad Imbach, Geschäftsleiter von GebäudeKlima Schweiz, kommen die Hersteller und Importeure von Wärmepumpen, die sich der Branchenlösung bereits angeschlossen haben, auf einen Marktanteil von 70 bis 80 Prozent. Stephan Peterhans, Geschäftsführer der Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz ist davon überzeugt, dass sich auch fast alle der übrigen Betriebe der Branche bis Ende Jahr dazu entscheiden werden.
Das Wohnareal Stockacker in Reinach zeigt, dass sich der Einsatz von erneuerbaren Energien bei einer integralen Energie- und Mobilitätslösung auch wirtschaftlich lohnt. Es besteht aus vier Gebäuden mit insgesamt 77 Wohnungen. Das Areal ist eine Art «Smart City» im Kleinen, die zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien setzt. Das Schweizer Unternehmen Energie 360° hat für das Areal eine integrale Energielösung entwickelt.
Alles spielt zusammen Die Energielösung beinhaltet Wärme, Kälte, Strom, Elektromobilität sowie Smart Solutions. Wärmepumpen, Solaranlagen, ein Batteriespeicher und Elektroladestationen werden mit einer intelligenten Steuerung verbunden und bilden so ein integrales Energiesystem. Das heisst: Alle Elemente sind optimal aufeinander abgestimmt und kommunizieren miteinander. Dadurch lassen sich der Eigenverbrauch des Solarstroms erhöhen, Stromspitzen brechen sowie Synergien zwischen Wärme, Kälte, Strom und Mobilität dynamisch nutzen.
Wärmepumpen nutzen die Erdwärme mittels Erdsonden als Energiequelle. Betrieben werden sie mit der Photovoltaikanlage. Im Winter werden so die 77 Wohnungen der Überbauung beheizt, im Sommer durch sogenanntes «Free Cooling» gekühlt.
Dabei wird den Wohnungen über die Bodenheizung Wärme entzogen und ins Erdreich abgegeben. Die Erdsonden können sich dadurch regenerieren, und die Bewohner profitieren gleichzeitig von einer leichten Abkühlung der Wohnräume. In der Garage gibt es Ladestationen für Elektroautos, welche über Solarstrom geladen werden.
Batterieraum könnte Solarstrom speichern Auch ein Batterieraum ist bereits vorbereitet, wo später Speicher installiert werden können – beispielsweise mit ausgedienten «Second-Life»-Fahrzeug batterien. Diese würden tagsüber per Solarstrom geladen und stünden abends, wenn viel Strom verbraucht wird, zur Verfügung. Zum jetzigen Zeitpunkt rechnet sich dies finanziell noch nicht, das Energiesystem wäre aber einsatzfähig. Mittelfristig sollen zudem Elektrofahrzeuge bi-direktional ins System eingebunden werden: Das Auto wird zum Pufferspeicher, ist also sowohl Stromlieferant als auch Strombezüger.
Die Energielösung im Stockacker-Areal sorgt für eine hohe Versorgungssicherheit bei tiefen Investitions- und Betriebskosten. Mieterinnen und Mieter profitieren von tieferen Energiekosten und höherem Wohnkomfort.
AMAG mit Sitz in Cham erwirbt von dem Zuger Unternehmen Bouygues Energies & Services den Geschäftsbereich Helion. Darauf hat sich das Autohandelsunternehmen mit dem Anbieter für Gebäude- und Energieversorgungstechnik am 2. September vertraglich geeinigt, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht.
Demnach soll der Kauf bis Anfang November abgeschlossen sein. Der auf Photovoltaik, Wärmepumpen und E-Mobility spezialisierte Geschäftsbereich Helion soll als eigenständige Aktiengesellschaft vollständig in die neu gegründete Geschäftseinheit AMAG Energy & Mobility der AMAG Group AG eingegliedert werden. AMAG übernimmt alle Mitarbeitenden von Helion im Rahmen einer Betriebsübernahme.
Die AMAG-Gruppe ist auf den Import und Vertrieb von Fahrzeugen der Marken Volkswagen, Audi, SEAT, Skoda, Cupra und VW Nutzfahrzeuge spezialisiert. In Zukunft möchte sie sich „zur führenden Anbieterin nachhaltiger individueller Mobilität entwickeln“. Im Bereich Elektromobilität möchte das Unternehmen mit Hilfe der Übernahme des Solarspezialisten neue Dienstleistungen für seine Kunden anbieten und den Strom für den Betrieb der von ihm verkauften elektrischen Fahrzeuge selbst produzieren.
„Helion ermöglicht es, über unser Handels- und Servicepartnernetz unseren Privatkunden Komplettlösungen rund um die Elektromobilität anzubieten“, wird Helmut Ruhl, CEO der AMAG Group, in der Medienmitteilung zitiert.
Geleitet wird der neu gegründete Bereich AMAG Energy & Mobility von Martin Everts. Er war bisher Head of Corporate Development der AMAG und ist ausgewiesener Energieexperte. Helion wird den Angaben zufolge weiterhin vom bisherigen Führungsteam rund um die beiden Gründer Noah Heynen und Samuel Beer geleitet.
Enormes Solarpotenzial Nach einem stetigen Anstieg über die Jahre verzeichnete die Photovoltaik 2020 einen Rekordzubau. Laut der «Statistik Sonnenenergie» des Bundesamts für Energie (BFE) waren Ende 2020 rund 118’000 Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von fast 3 Gigawatt installiert. Das starke Marktwachstum setzte sich auch 2021 fort, so dass die Photovoltaik (PV) heute laut Angaben von Swissolar über 6 Prozent des Schweizer Strombedarfs abdeckt. Fachleute gehen davon aus, dass dieser Trend anhalten wird, nicht zuletzt angesichts der Bestrebungen nach viel mehr energetischer Unabhängigkeit.
Ökologische und ökonomische Vorteile Für Besitzende von Immobilienportfolios bringen Photovoltaikanlagen eine ganze Reihe an Vorteilen. Zum einen können sie sich gegen steigende Strompreise absichern. Zum andern erfüllen sie bereits heute künftig mögliche Eigenstromproduktionsvorgaben. Auch hinsichtlich Förderbeiträgen machen neue Regeln die Produktion von Solarstrom in Zukunft attraktiver. Zusätzlich profitieren Portfoliobesitzerinnen und -besitzer mit eigenen Solaranlagen von einem klaren Reputationsvorteil.
PV-Strom vom eigenen Dach ist überdies in den meisten Fällen günstiger als Strom aus dem Netz. Dass der Stromverbrauch durch Wärmepumpen und die Elektromobilität in Zukunft noch steigen wird, trägt zur finanziellen Attraktivität von PV-Anlagen bei. Auch die Verbesserung der Ökobilanzen wird immer wichtiger, denn Nachhaltigkeitsaspekte gehören bei immer mehr Unternehmen zur Strategie. Überdies sind PV-Anlagen auch deshalb interessant, weil sie den Wert von Liegenschaften steigern. Produzieren die Photovoltaikanlagen mehr Strom als vor Ort verbraucht werden kann, ist es möglich, den Solarstrom in weiteren Liegenschaften zu nutzen.
Beim Solarprojekt von ALDI SUISSE beispielsweise spielen Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit eine zentrale Rolle. In etwas mehr als nur einem Jahr hat ewz 68 Filialdächer zwischen Romanshorn und Genf mit Photovoltaikanlagen ausgerüstet. Den Grossteil des Solarstroms verbraucht ALDI SUISSE selbst für den eigenen Filialbetrieb. Die realisierte Lösung ermöglicht dank der grossen PV-Anlagen einen hohen Solarertrag bei einem durchschnittlichen Eigenverbrauch von 55 bis 60 Prozent.
Hoher Eigenverbrauch steigert Wirtschaftlichkeit Bereits heute steht in rund 90 Prozent der Neubauten eine Wärmepumpe, und die Neuzulassungen von Elektroautos steigen weiter stark an. Wirklich CO2-arm sind Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge aber nur, wenn sie erneuerbaren Strom nutzen. Die Kombination mit einer Photovoltaikanlage ist daher sinnvoll: Solarstrom senkt die CO2-Emissionen, und ein hoher Eigenverbrauch erhöht die Wirtschaftlichkeit der PV-Anlage. Dies, weil die Herstellungskosten für Solarstrom tiefer sind als der Stromtarif für Haushalte und weil die Energieversorger den ins Netz eingespeisten Solarstrom zu einem tiefen Tarif vergüten.
Eine gute Möglichkeit, einen grossen Teil des Solarstroms selbst zu verbrauchen, ist die Organisation mehrerer Endverbrauchenden in einem Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV). Diese sind sowohl in Mietliegenschaften als auch unter Immobilienbesitzenden möglich. Der Eigenverbrauchsgrad von Photovoltaikanlagen beträgt durchschnittlich 30 bis 40 Prozent. Mit Eigenverbrauchslösungen lässt sich dieser Wert deutlich steigern.
Durch die gezielte Steuerung von Verbrauchern wie Wärmepumpen oder Elektrofahrzeuge wird ein grosser Teil des Stroms vor Ort verwendet. Der Vorteil für Immobilienbesitzende und ihre Mietparteien: Die Kosten für Solarstrom liegen mit 8 bis 16 Rappen pro Kilowattstunde tiefer als der Stromtarif für Haushalte, der mit 15 bis 25 Rappen pro Kilowattstunde zu Buche schlägt.
Ein interessantes Praxisbeispiel hierfür ist das Projekt «Côté Parc» in Genf. 776 Photovoltaikpanels auf den Dächern des Areals bilden die Grundlage für eine integrierte Solarlösung mit Wärmepumpen, Ladestationen für Elektroautos und eigenem Arealstromnetz inklusive Eigenverbrauchslösung für die Nutzenden.
Für Immobilienbesitzende mit grossen Dachflächen (ab ca. 700 m2) ist ein Contracting-Modell eine prüfenswerte Option. Dabei übernimmt der Anbieter alle Leistungen – von der Planung über die Finanzierung, die Realisierung bis zum Betrieb über mehrere Jahrzehnte. Inklusive der Integration von Photovoltaikanlagen ist es eine ganzheitliche Energielösung mit Wärme-, Kälteversorgung, Elektromobilität und Eigenverbrauchsmodellen.
Geschäftskundinnen und -kunden von ewz können sich dabei auf effiziente und massgeschneiderte Lösungen von kompetenten Teams mit langjähriger Erfahrung verlassen. Investitions-, Wartungs- und Instandhaltungskosten fallen während der Vertragsdauer keine an. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit – in der Regel 20 bis 30 Jahre – geht die Photovoltaikanlage in das Eigentum der Kunden über.
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