Schlagwort: Waldwirtschaft

  • Schweizer Holz soll Pflicht werden

    Schweizer Holz soll Pflicht werden

    Die Schweizer Wälder produzieren jährlich 10,4 Millionen Kubikmeter Holz, verbraucht werden davon gerade einmal 5 Millionen. Insgesamt landen aber 10 Millionen Kubikmeter Holz auf Schweizer Baustellen. Der Rest kommt aus dem Ausland, weil er deutlich günstiger ist. Ein Ressourcenpotenzial, das brach liegt, obwohl die Nachfrage vorhanden wäre.

    Was der Nationalrat fordert
    Nationalrat Daniel Ruch (FDP/VD), von Beruf Waadtländer Forstunternehmer, hat eine Motion eingereicht, die das Waldgesetz ändern soll. Bei Bauten, die mit Bundesgeldern subventioniert werden, soll künftig Schweizer Holz eingesetzt werden, ohne dass den Bauherrschaften dadurch Mehrkosten entstehen. Der Nationalrat hat die Motion angenommen, jetzt liegt der Ball beim Ständerat.

    Der Bundesrat bremst
    Bundesrat Martin Pfister, der den rekonvaleszenten Umweltminister Albert Rösti an der Debatte vertrat, stellte sich gegen eine direkte Subventionierung. Der Bund fördere nachhaltiges Holz bereits bei eigenen Bauten und Anlagen. Eine gesetzliche Grundlage dafür besteht seit der Waldgesetz-Revision von 2017. Für neue Subventionen fehle angesichts der angespannten Bundesfinanzen der Spielraum, und Wettbewerbsverzerrungen seien zu vermeiden.

    Kein neues Thema, aber neuer Druck
    Bereits 2021 nahm der Nationalrat eine ähnliche Motion zur vollständigen Wertschöpfungskette der Holzwirtschaft mit 151 zu 29 Stimmen an, ebenfalls gegen den Willen des Bundesrats. Einzelne Kantone wie Thurgau und Zug haben auf kantonaler Ebene schon Holzförderung in ihre Gesetzgebung integriert. Der Handlungsdruck wächst.

    Was auf dem Spiel steht
    Holz ist der einzige vollständig erneuerbare Baustoff der Schweiz. Wer ihn konsequent einsetzt, stärkt die regionale Wertschöpfung, reduziert Transportemissionen und schützt den Wald vor Überalterung. Ob der Ständerat die Motion stützt oder abbremst, entscheidet, ob diese Logik endlich auch rechtlich verankert wird.

  • Neue Broschüren fördern Nutzung von Berner Holz

    Neue Broschüren fördern Nutzung von Berner Holz

    Die kantonale Plattform der Berner Wald- und Holzwirtschaft, Lignum Holzwirtschaft Bern, will das Bewusstsein für den Wald fördern und die Nachfrage nach einheimischem Holz fördern. Um Behörden und Verwaltungen die nachhaltige Waldnutzung zu ermöglichen, hat der der Zusammenschluss aus Berner Waldbesitzern, dem Bernischen Sägereiverband, der Holzbau Schweiz Sektion Bern und Berner Oberland, dem Schreinermeisterverband Bern und Berner Oberland und Holzenergie Kanton Bern unter dem Titel «Wald und Holz Kompass» eine Reihe von Broschüren publiziert. Die praxisnahen Unterlagen wurden mit Unterstützung der Wyss Academy for Nature erarbeitet, informiert Lignum Holzwirtschaft Bern in einer Mitteilung.

    Die Reihe «Wald und Holz Kompass» ist in eine Übersichtsbroschüre und drei themenspezifische Broschüren gegliedert. Die Übersichtsbroschüre trägt den Titel «Wald und Holz Kompass für Berner Regionen». Die drei themenspezifischen Broschüren setzen sich mit regionalem Holz in öffentliche Bauten, effizienten Strukturen der Waldwirtschaft und finanziellen Anreizen zur Sicherstellung gewisser Waldleistungen auseinander. Alle Broschüren können unter lignumbern.ch/wald-holz-kompass/ heruntergeladen werden.

    Das Mandat für Lignum Holzwirtschaft Bern wird von Volkswirtschaft Berner Oberland betreut.

  • Aargauer Wald speichert aktuell 40 Millionen Tonnen CO2

    Aargauer Wald speichert aktuell 40 Millionen Tonnen CO2

    Die Abteilung Wald des Aargauer Departements Bau, Verkehr und Umwelt hat den Beitrag des Aargauer Walds zur CO2-Bilanz des Kantons untersucht. „Der Wald leistet bereits heute einen nicht zu vernachlässigenden Beitrag, um das Ziel Netto-Null Treibhausgasemissionen bis 2050 zu erreichen, das Potenzial ist aber noch nicht ausgeschöpft“, schreibt das Departement in einer Mitteilung zur entsprechenden Studie. Als wesentliche Akteure für Verbesserungen hat die Studie Waldwirtschaft, Holzverarbeitung und Bauwirtschaft identifiziert.

    Der Waldwirtschaft kommt dabei die grösste Bedeutung zu. Aktuell speichert der Aargauer Wald 40 Millionen Tonnen CO2, heisst es in der Mitteilung. Dies entspreche „ziemlich genau den heutigen jährlichen inländischen Gesamtemissionen“. Diese langfristige Speicherung von CO2 muss nach Ansicht der Studienverfassenden durch naturnahe Bewirtschaftung, Bodenschutz und langfristige Anpassung der Wälder an den Klimawandel gestützt werden.

    Holzverarbeitung und Bauwirtschaft können in geringerem Masse zu Verbesserungen beitragen. Die Modellierung eines CO2-optimierten Szenarios hat gezeigt, dass gestärkte Kaskadennutzung der Ressource Holz bis 2100 zusätzlich bis zu 11,1 Tonnen CO2 speichern oder vermeiden kann. Dies entspricht einer jährlichen Senkung der Emissionen im Kanton Aargau um bis zu 3,7 Prozent. Unter Kaskadennutzung wird der mehrmalige Einsatz des Rohstoffes Holz in einer Kreislaufwirtschaft verstanden. Wird dieselbe Menge an Holz hingegen direkt zur Energiegewinnung verwendet, reduziert sich der Beitrag auf 6,5 Millionen Tonnen oder maximal 2,2 Prozent CO2-Reduktion.

  • Die vielseitige Welt des Holzes

    Die vielseitige Welt des Holzes

    Nutzung des Holzes
    Nach einer gewissen Zeit erreicht der Baum sein Wachstumslimit. Dies ist der perfekte Zeitpunkt, um den Baum zu fällen – er ist bereit zur Ernte. Je nach Baumart variiert die Dauer bis zur Erntereifen zwischen 60 und 150 Jahren. Bis dahin hat der Baum genug Zeit gehabt, sich durch Samen in den Lücken des Waldes zu vermehren. Die Pflanzen im Jungwald, die am besten an die lokalen klimatischen Bedingungen angepasst sind, setzen sich durch. Auf diese Weise bleibt der Wald dank natürlicher Selektion gesund. Bei der Durchforstung werden begehrte und gut gewachsene Bäume als Zukunftsbäume stehen gelassen. Durch das hohe Lichtangebot in den Lücken, die durch gefällte Bäume entstehen, können sich am Boden eine Vielzahl von Sträuchern und einjährigen Pflanzen ansiedeln – die Biodiversität in einem so bewirtschafteten Wald nimmt zu.

    Der majestätische Wald der Schweiz
    Etwa ein Drittel der gesamten Landfläche der Schweiz ist von geschütztem Wald bedeckt. Dieser Wald bietet Schutz vor Naturkatastrophen, ist Lebensraum für Tiere und Pflanzen, ein Ort der Erholung und Freizeit sowie eine Holzquelle. Nachhaltigkeit ist ein grundlegendes Prinzip, das verlangt, dass der Wald all diese Funktionen langfristig erfüllt, ohne mehr Holz zu ernten, als nachwächst. Im Schweizer Wald wächst alle zehn Minuten genug Holz nach, um ein Einfamilienhaus zu bauen. Die Schweizer Wälder bestehen zu etwa 60% aus Nadelbäumen und zu 40% aus Laubbäumen. Ein Grossteil des geschlagenen Holzes wird zu Schnittholz und Hobelware verarbeitet, während 10% für die Papier- und Holzwerkstoffplattenherstellung genutzt werden. Ein Viertel wird direkt als Brennholz verwendet. In der Schweiz wächst jährlich rund 10 Millionen Kubikmeter Holz nach, von denen nur die Hälfte genutzt wird. Holz ist ein langlebiger Werkstoff, der selbst nachwächst und eine wichtige Rolle im ökologischen Gleichgewicht spielt. Es ist daher sinnvoll und empfehlenswert, unser eigenes Holz zu nutzen.

    Merkmale von Holz
    Holz ist ein leichtes und zugleich starkes Material, das im Verhältnis zu seinem Gewicht vierzehnmal mehr Gewicht tragen kann als Stahl. Aufgrund seiner natürlichen Zellstruktur sind die statischen Eigenschaften von Holz richtungsabhängig. Längs zur Faser ist Holz am widerstandsfähigsten, da es in dieser Richtung hundertmal höhere Zugkräfte und viermal höhere Druckkräfte aushalten kann als quer zur Faser. Das Verständnis dieser statischen Eigenschaften ist für den Bau mit Holz von entscheidender Bedeutung. Zudem verleiht die warme und angenehme Haptik des Holzes den Räumen eine besondere Atmosphäre. Die Holzfasern im verbauten Holz reagieren ständig auf die Luftfeuchtigkeit und tragen so zu einem ausgeglichenen Raumklima bei.

    Vielfalt der Holzarten – Unterschiede im Wald und im Wohnbereich
    Nicht alle Hölzer sind identisch. Die Merkmale und das Erscheinungsbild von Holz variieren je nach Baumart – es gibt eine breite Palette von leicht bis schwer, weich bis hart und hell bis dunkel. Jede Holzart besitzt daher spezifische Eigenschaften, die sich für unterschiedliche Zwecke eignen. Beispielsweise eignet sich das mit natürlichen Gerbstoffen konservierte Kernholz der Edelkastanie oder der Eiche besonders gut für den Aussenbereich, während die langfaserige Esche für stark beanspruchte Teile verwendet wird. Feinfaserige Hölzer wie Buche oder Ahorn finden Verwendung in der Möbelherstellung. Die Förderung verschiedener Baumarten durch die Verwendung unterschiedlicher Holzarten trägt zur Erhöhung der Biodiversität bei. Jeder Baum wächst individuell, daher kann sein Holz mehr oder weniger Äste aufweisen, breitere oder schmalere Jahresringe haben, etwas heller oder dunkler sein und krumm oder gerade gewachsen sein. Jeder Baumstamm und jedes Teilstück werden entsprechend ihrer Qualitäten genutzt. Ausgewählte Stämme von hoher Qualität werden in Sägewerken zu einer Vielzahl von gesägten Produkten wie Balken, Brettern, Latten, Pfosten und Leimholz verarbeitet. Holz, das krumm und astig ist oder Stämme mit kleinem Durchmesser, werden in Plattenwerken zu Span- und Faserplatten umgewandelt. Die besten Qualitäten werden zu Furnier verarbeitet. Es ist sowohl aus ökologischer als auch aus ökonomischer Sicht entscheidend, die passende Qualität für den jeweiligen Anwendungsbereich im Voraus mit dem Lieferanten festzulegen.

    Holzwerkstoffe
    Die grossen Formate der Holzwerkstoffe haben einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des modernen Holzbaus geleistet. Die Produktion von Holzwerkstoffen folgt einem simplen Prinzip: Das Holz wird in Bretter, Späne oder Fasern zerkleinert und anschliessend mithilfe von Leim in eine neue Form gebracht. Dadurch entstehen Produkte mit einheitlichen Eigenschaften in festgelegter Dicke und Grösse. Holzwerkstoffe bieten somit einen Mehrwert und eröffnen vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten mit Holz. Als kostengünstiges Baumaterial für den täglichen Bedarf sind Holzwerkstoffe unverzichtbar und in einer breiten Auswahl bei Holzhändlern und Baumärkten erhältlich.

  • Jakob Stark präsidiert Lignum

    Jakob Stark präsidiert Lignum

    Lignum hat Ende April seine Frühjahrversammlung online abgehalten, wie jetzt aus einer Medienmitteilung der Dachorganisation der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft hervorgeht. Dabei hat auch Wirtschaftsminister Guy Parmelin ein Grusswort geschickt und darin auf das Potenzial von Holz verwiesen. Einerseits würden in der Schweiz zunehmend Bauherren und Architekten auf Holz setzen und andererseits würden Wald und Holz zur Erreichung der Energie- und Klimaziele des Bundes beitragen. Es herrsche weltweit eine enorme Nachfrage nach dem Material.

    Lignum wird nun von Jakob Stark geführt. Der Thurgauer Ständerat hat die Präsidentschaft von Sylvia Flückiger übernommen. Zu ihrem Abschied hielt alt Nationalratspräsident Ruedi Lustenberger die Laudatio und unterstrich dabei, dass die Holzbranche sowohl in wald- wie in holzpolitischer Hinsicht von der Arbeit Flückigers profitiert habe.

    Der neue Präsident Stark sieht für die Zukunft immer mehr Anwendungsgebiete für den Werkstoff Holz. Nicht nur im Gebäude-, sondern auch im Infrastrukturbereich, beispielsweise im Brückenbau, wie er in einem Interview sagt. Zudem würde es auch Möglichkeiten geben, Holz gemeinsam mit Beton zu nutzen: „Modernes Bauen ist hybrid, man mischt.“ Als Kompetenzzentrum zur Anwendung von Holz am Bau käme Lignum eine wesentliche Bedeutung für eine positive Zukunft von Holz in der Schweiz zu. Zudem habe Holz klimapolitisch den Vorteil, „dass das verwendete Holz viel CO2 bindet und damit einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion der Treibhausgase bzw. zur Bremsung der Klimaerwärmung leisten kann, und das erst noch sehr kostengünstig“, so Stark.