Schlagwort: Wasserstoff

  • Brennstoffzellen sollen Stromnetze unterstützen

    Brennstoffzellen sollen Stromnetze unterstützen

    Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) haben in Zusammenarbeit mit der Hälg Group aus St.Gallen, der ebenfalls in St.Gallen ansässigen Osterwalder Gruppe und der Zürcher H2 Energy AG ein gemeinsames Projekt zur Wirkung von Wasserstoff-Brennstoffzellen durchgeführt. Das Experiment im Empa-Zentrum in Dübendorf zeigte, dass die aus den Brennstoffzellen gewonnene Elektroenergie in Quartiezentren die lokalen Stromnetze entlasten könnte, heisst es in einer Mitteilung.

    Im Kern des Projektes ging es darum, den Stromverbrauch von Wärmepumpen zu entlasten, in dem aus lokalen Quartier-Energiezellen mittels Wasserstoff-Brennstoffzellen Elektroenergie produziert wird. Diese wird zum Betrieb der Wärmepumpen eingespeist und entlastet somit das Netz. Zugleich wurde im Experiment getestet, über spezielle Wärmeaustauscher mittlere Temperaturen von etwa 35 Grad Celsius an das Wärmenetz des NEST-Innovationsgebäude und den Empa-Campus in Dübendorf abzugeben. Der Test, der von Oktober 2023 bis September 2025 lief, zeigte, dass die Quartier-Energiezellen die Spitzen des Stromverbrauchs glätten und die Gesamtkosten der Spitzenlast um 10 Prozent senken konnten.

    „Unsere Versuche zeigten, dass Brennstoffzellen elektrische und thermische Spitzenlasten in Gebäuden wirksam ausgleichen können. Damit wurde klar: Die wasserstoffbasierte Spitzenlastabdeckung ist technisch machbar und liefert wertvolle Erkenntnisse für die Steuerung komplexer Energiesysteme“, wird Binod Prasad Koirala, stellvertretender Leiter der Empa-Forschungsabteilung Urban Energy Systems, in der Mitteilung zitiert. Beim Verwenden von grünem Wasserstoff leisten die Brennstoffzellen zusätzlich einen Beitrag zur CO2-Reduzierung.

  • Wasserstoff kann viel, aber nicht alles

    Wasserstoff kann viel, aber nicht alles

    Das Fraunhofer ISI analysierte im Rahmen eines Meta-Faktenchecks 774 Einzelaussagen und verdichtete sie zu 77 Kernaussagen. Dabei entstand kein neues Meinungspapier, sondern eine Synthese des aktuellen Wissensstands. Das Resultat ist differenziert, aber in den Kernpunkten unmissverständlich. Hauptautor Nils Bittner bringt es auf den Punkt, Wasserstoff kann enorme Wirkung entfalten, wo es keine gleichwertigen Alternativen gibt. Wo es solche Alternativen gibt, kostet sein Einsatz wertvolle Ressourcen und Zeit.

    Der Effizienz-Engpass
    Das Grundproblem liegt in der Physik. Grüner Wasserstoff entsteht durch Elektrolyse. Dabei werden je nach Verfahren rund 50 bis 60 kWh Strom pro Kilogramm benötigt. Kompression, Transport und Rückumwandlung schlucken weitere Energie. Am Ende bleibt oft nur ein Bruchteil der ursprünglich eingesetzten Kilowattstunden übrig. Wärmepumpen und Batteriefahrzeuge nutzen denselben Strom deshalb um ein Vielfaches effizienter.

    Wo H₂ unverzichtbar bleibt
    Trotzdem gibt es Bereiche, in denen Wasserstoff keine sinnvolle Alternative hat. Die Stahlindustrie braucht ihn zur Reduktion von Eisenerz, die Chemieindustrie als Grundstoff für Ammoniak und Methanol. Luftfahrt, Schifffahrt und Schwerlastverkehr lassen sich kaum direkt elektrifizieren . Hier ist Wasserstoff das Mittel der Wahl. Auch für die saisonale Langzeitspeicherung von Energie über Wochen und Monate gibt es derzeit keine vergleichbare Alternative. In der Schweiz deckt sich diese Einschätzung mit der Wasserstoffstrategie des Bundes, die H₂ primär für Hochtemperatur-Prozesswärme und schwer dekarbonisierbare Verkehrssektoren vorsieht.

    Das Henne-Ei-Problem bremst den Hochlauf
    Eine funktionierende Wasserstoffwirtschaft braucht Infrastruktur, wie Pipelines, Kavernenspeicher, Elektrolyseanlagen. Doch Unternehmen investieren erst, wenn die Versorgung gesichert ist und Netzbetreiber bauen erst, wenn genügend Nachfrage vorhanden ist. Dieses Henne-Ei-Problem verlangsamt den Markthochlauf erheblich. Das Fraunhofer ISI empfiehlt deshalb eine Konzentration auf industrielle Cluster statt ein flächendeckendes Netz bis in Wohngebiete.

    Importe lösen das Problem nur halb
    Deutschland wird bis zu 80 Prozent seines Wasserstoffbedarfs importieren müssen. Der Transport über grosse Distanzen erfordert meist eine Umwandlung in Ammoniak oder Flüssigwasserstoff, mit weiteren Energieverlusten. Statt fossiler Abhängigkeiten entstehen so neue globale Lieferketten. Auch die Schweiz wird nicht zum Wasserstoff-Selbstversorger. Die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft haben im Februar 2026 erstmals eine gemeinsame Wasserstoffstrategie verabschiedet und kalkulieren für 2050 mit einem Bedarf von 0,4 bis 3,4 Prozent des Gesamtenergiebedarfs, konzentriert auf Industrie und Schwerverkehr.

  • Wasserstoffanlage in Seewen sistiert – Marktentwicklung bleibt entscheidend

    Wasserstoffanlage in Seewen sistiert – Marktentwicklung bleibt entscheidend

    Die ebs Wasserstoff AG sistiert laut einer Mitteilung ihr Projekt zur Herstellung von Wasserstoff am Standort des Belagswerkes in Seewen. Der Absatz und die Wirtschaftlichkeit seien derzeit nicht ausreichend gegeben, begründet sie die Entscheidung. Die Marktsituation werde aber beobachtet. Sollte die Nachfrage steigen, könnte das Projekt wieder aufgenommen werden.

    An der ebs Wasserstoff AG sind der Schwyzer Energieversorger ebs Energie AG zu 60 Prozent, der Strassen- und Tiefbauer A. Käppeli’s Söhne AG Schwyz zu 25 Prozent und der Basler Energieversorger IWB zu 15 Prozent beteiligt. Gemeinsam haben sie 2022 ein Baugesuch für eine Produktionsanlage in Seewen eingereicht.

    Die Anlage sollte laut einer Aufstellung von ebs mit einer Leistung von 5 bis 6 Megawatt Wasserstoff für bis zu 100 Lastwagen am Tag herstellen. Dieser hätte für 11,1 Millionen Lastwagenkilometer pro Jahr gereicht und 7,8 Millionen Kilogramm CO2 eingespart. Die Investitionskosten wurden auf 16,8 Millionen Franken geschätzt.

    Der Wasserstoff hätte zum Teil auch von der ebs Erdgas + Biogas AG in das Gasnetz eingespeist werden können. Die Abwärme aus der Elektrolyse hätte im Belagswerk verwendet werden können. 

  • Power-to-X-Tracker zeigt Dynamik in der Schweiz

    Power-to-X-Tracker zeigt Dynamik in der Schweiz

    Mit dem neuen Power-to-X-Tracker legen das Swiss Power-to-X Collaborative Innovation Network (SPIN) und die Coalition for Green Energy & Storage (CGES) eine landesweite Übersicht zu Power-to-X-Aktivitäten vor. Die interaktive Plattform kartiert alle bekannten Projekte, von Pilotanlagen bis zu kommerziellen Anwendungen. Damit zeigt sich das rasante Wachstum einer Technologie, die zum Herzstück der Energiewende werden könnte.

    Das Ziel ist klar, Wissen bündeln, Synergien fördern und Investitionen erleichtern. „Der Tracker schafft eine gemeinsame Datengrundlage, die Zusammenarbeit und Entscheidungsprozesse beschleunigt“, betonen die CGES-Co-Direktoren Christoph Sutter und Antonello Nesci.

    Schlüssel zur Defossilisierung
    Power-to-X-Verfahren ermöglichen, erneuerbaren Strom in chemische Energieträger umzuwandeln. Damit wird erneuerbare Energie speicherbar und vielseitig nutzbar, etwa in der Industrie, Mobilität oder Wärmeversorgung. Für SPIN-Co-Präsident Martin Bäumle sind diese Technologien entscheidend für den Übergang zu einer klimaverträglichen Wirtschaft. „Transparente Daten und vernetzte Akteure sind die Basis, um aus Ideen skalierbare Lösungen zu machen“, erklärt Bäumle.

    Vernetzung von Forschung, Wirtschaft und Politik
    Präsentiert wird der Tracker an der CGES-Jahresveranstaltung bei Swissgrid in Aarau. Hinter der Initiative steht eine breite Allianz aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlichem Sektor – getragen vom ETH-Bereich. Durch die systematische Erhebung und Visualisierung der Projekte entsteht erstmals ein Überblick über die Schweizer Power-to-X-Landschaft, der Forschung, Politik und Investoren gleichermassen Orientierung bietet.

  • Neues Speicher-Konzept für stabile Stromnetze vorgestellt

    Neues Speicher-Konzept für stabile Stromnetze vorgestellt

    Das Zuger Greentech-Unternehmen PLAN-B NET ZERO und seine Tochtergesellschaft PLAN-B NET ZERO BESS GmbH haben am diesjährigen D-A-CH-Wasserstoffsymposium an der Höheren Technischen Bundeslehr- und Versuchsanstalt Wiener Neustadt ihr neues Konzept für einen Energiespeicher vorgestellt. Er verbindet laut einer Unternehmensmitteilung Batteriespeicher (Battery Energy Storage System, BESS), grünen Wasserstoff und Künstliche Intelligenz (KI) zu einem integrierten, flexiblen Energiesystem, das Stromnetze stabilisiert und die Versorgungssicherheit erhöht.

    Klasse Netzplanung reiche in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht mehr aus, weil volatile Einspeisung von Energie aus Wind und Photovoltaik, der langsame Netzausbau und zunehmende Wetterextreme die Netzstabilität belasten, argumentierte Tjark Connor Hennings-Huep, Experte für Batteriesysteme von PLAN-B NET ZERO an dem Symposium: „Wir brauchen intelligente dezentrale Systeme, die selbstständig auf Schwankungen reagieren können.“

    Wie das Unternehmen betont, sieht es kombinierte Batterie-Wasserstofflösungen nicht als Konkurrenz zu anderen Systemen, sondern als ergänzenden Baustein in einem resilienteren Energiesystem regionaler Energiezentren. „Beide Technologien bilden zusammen die Brücke zu einem robusten, vollständig erneuerbaren Energiesystem und bieten in der Kombination zusätzliche Parameter in Sachen Steuerung und Flexibilität“, so Hennings-Huep.

    Ergänzt werden Batteriespeicher und Wasserstoff durch KI-gestützte Prognose- und Steuerungsalgorithmen, die Erzeugung, Speicherung und Verbrauch dynamisch ausbalancieren. „Unser Ziel“, so der Fachmann, „ist ein Energiesystem, das sich selbst stabilisiert – digital, dezentral und dekarbonisiert.“

  • Klimaneutrale Industrie – Vision 2026

    Klimaneutrale Industrie – Vision 2026

    Der 2022 gegründete Verein zur Dekarbonisierung der Industrie setzt sich zum Ziel, Emissionen durch innovative Technologie auf ein Minimum zu senken. An vorderster Front steht das Verfahren der Methan-Pyrolyse, das durch die Abspaltung von Wasserstoff aus Methan eine emissionsfreie Energienutzung ermöglicht. Der verbleibende Kohlenstoff wird als Ressource genutzt, etwa als Humus in der Landwirtschaft oder als Baustoff, wodurch der Kohlenstoff langfristig gebunden wird.

    Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Forschung und Politik
    Ohne die Zusammenarbeit von 16 führenden Unternehmen, der Empa und der Politik des Kantons Zug wäre das Projekt kaum realisierbar. Gemeinsam leisten sie einen Beitrag zur Entwicklung und Skalierung des Pyrolyse-Verfahrens, das bis 2026 von der Labor- auf die Industriegrösse hochskaliert werden soll. Die Partner stellen finanzielle Mittel von über 8 Millionen CHF bereit und setzen damit ein starkes Zeichen für die Dekarbonisierung der Industrie.

    Methan-Pyrolyse Reduktion von CO2-Emissionen
    Der Verein konzentriert sich auf die Methan-Pyrolyse, ein Verfahren, das den CO2-Ausstoss bei der Nutzung von Erdgas minimiert. Anstelle der traditionellen Verbrennung wird Wasserstoff aus Methan gewonnen, während der Kohlenstoff in fester Form vorliegt und so keine Emissionen verursacht. Diese Technologie könnte pro erzeugter Kilowattstunde bis zu 270 g CO2 einsparen und ist damit ein potenzieller Schlüssel für die Netto-Null-Ziele bis 2050.

    Nachhaltiges Ökosystem ohne Abfall
    Der Verein arbeitet daran, ein Ökosystem zu schaffen, das alle Komponenten des Verfahrens optimal nutzt. Durch den Kreislaufgedanken sollen nicht nur Wasserstoff, sondern auch Kohlenstoff und Abwärme effizient weiterverwendet werden, um Abfälle zu vermeiden. Diese ganzheitliche Strategie schafft ein Modell, das sich ideal in eine klimafreundliche Zukunft einfügt.

    Mitgliedschaft im Verein zur Dekarbonisierung der Industrie
    Unternehmen, die sich für die klimaneutrale Zukunft der Industrie engagieren und von den Erkenntnissen des Vereins profitieren möchten, können Mitglied werden. Der Verein ist steuerbefreit und Spenden sind im Kanton Zug abzugsfähig. Mitglieder gewinnen Zugang zu fortschrittlichem Wissen und unterstützen eine Initiative, die den Grundstein für eine emissionsfreie
    Industrie legt.

  • Neue Partnerschaft fördert Wasserstoff aus Holzabfällen

    Neue Partnerschaft fördert Wasserstoff aus Holzabfällen

    H2 Bois erhält einen neuen Minderheitsaktionär. Auf Januar 2025 steigt der Waadtländer Energieversorger Romande Energie laut einer Mitteilung mit einem Anteil von 33,7 Prozent ein. Die in der Holzwirtschaft tätige Groupe Corbat mit Sitz in Vendlincourt JU wird dann 50,3 Prozent und das Beratungsunternehmen Planair Vision SA mit Sitz in La Sagne NE 16 Prozent des 2021 von ihnen gegründeten Unternehmens halten.

    H2 Bois will 2025 eine Anlage zur Herstellung von Wasserstoff aus Holzabfällen bauen und 2026 in Betrieb nehmen. Bei der Herstellung entsteht auch Biokohle, welche das im Holz enthaltene CO2 zu einem Teil dauerhaft speichern kann. Im für 2030 geplanten Vollausbau sollen so aus 14‘000 Tonnen Holz und Holzabfällen insgesamt 450 Tonnen sauberer Wasserstoff hergestellt und 2500 Tonnen CO2 pro Jahr gespeichert werden können. H2 Bois nutzt eine Technologie der französischen Haffner Energy.

    Der Wasserstoff wird über eine 1,5 Kilometer lange Gasleitung in eine Industriezone im Ort transportiert. Dort wird er von Industrieunternehmen und über eine Tankstelle für die Mobilität genutzt. Die Biokohle wird in der Landwirtschaft verwendet.

    Für Romande Energie bildet die Beteiligung einen Schritt in Richtung einer dekarbonisierten Westschweiz. «Diese Beteiligung erlaubt uns, an einem kühnen Projekt mitzuarbeiten, das in der Nutzung einer innovativen Negativemissionstechnologie ein Pionier in der Schweiz ist», wird Jérémie Brillet in der Mitteilung zitiert, bei Romande Energie für den Bereich Wasserstoff zuständig.

    Benjamin Corbat, Generaldirektor der Groupe Corbat, begrüsst die Beteiligung von Romande Energie. «Wir freuen uns auf den Start der Produktion, aber auch darauf, neue Wege in der lokalen Holznutzung zu gehen.»

  • Zukunft der erneuerbaren Treibstoffe in der Schweiz

    Zukunft der erneuerbaren Treibstoffe in der Schweiz

    Die Schweiz ist bei der Nutzung von erneuerbaren Energien für die Herstellung von Treibstoffen im Vergleich zu Ländern wie Deutschland eine Nachzüglerin. Sie sei aber mit ihren Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die in diesem Bereich tätig sind, gut aufgestellt, den Rückstand aufzuholen. Das ist das Ergebnis der beiden Power-to-X-Tage im Schlieremer JED, die von Swiss Power-to-X Collaborative Innovation Network (SPIN), Avenergy Suisse und Swissmem organisiert worden sind.  Rund 140 Vertretende aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, darunter Bundesrat Guy Parmelin und die Zürcher Regierungsrätin Carmen Walker Späh, sprachen über Möglichkeiten der Skalierung der Power-to-X-Produktion.

    Die Teilnehmenden wiesen darauf hin, dass der Aufbau von Power-to-X auf die Zusammenarbeit von Industrie, Finanzwirtschaft und Forschung angewiesen sei und die richtigen Rahmenbedingungen brauche. „Die Industrie kann einen Teil machen, aber der Marktlauf von neuen Technologien geht nicht ohne die Hochschulen und die Finanzwelt an Bord zuhaben“, hat etwa Patrik Meli, Co-Präsident von SPIN, gemäss einem Blogbeitrag zum ersten Tag der Veranstaltung gesagt.

    Markus Bareit, Projektleiter Wasserstoff beim Bundesamt für Energie, verwies auf die Wasserstoffstrategie für die Schweiz, welche der Bundesrat in den nächsten Wochen verabschieden wolle. Der Kanton Zürich wiederum plant ein Kompetenzzentrum für nachhaltige Flugtreibstoffe (Sustainable Aviation Fuel, SAF). Synhelion-Mitgründer Philipp Furler verwies darauf, dass der SAF-Anteil bis 2035 verfünfzigfacht werden solle. Auch regionale Initiativen sind Teil des Umbaus, etwa der Verein zur Dekarbonisierung der Industrie in Zug und der Wasserstoffbus, der seit März in Brugg AG fährt.

    Laut einer Mitteilung von SPIN sollen die Ergebnisse der Diskussionen in den nächsten Wochen aufbereitet und veröffentlicht werden.

  • Kanton Zug treibt Transformation zur CO2-Neutralität voran

    Kanton Zug treibt Transformation zur CO2-Neutralität voran

    Der Kanton Zug hat eine neue Energie- und Klimastrategie vorgelegt. Sie enthält gemäss einer Medienmitteilung 40 neue Massnahmen mit einer breiten Themenpalette. Damit soll der Wandel zur CO2-Neutralität beschleunigt werden.

    Angaben des Regierungsrats zufolge geht es zum einen um Investitionen in Pilotprojekte zum Ausbau des erneuerbaren Energiesektors. Dazu zähle die Energiespeicherung mittels Wasserstoff. Im energieintensiven Bausektor sollen Gebäude zu «Energiedrehscheiben» werden, welche sowohl Energie verbrauchen als auch produzieren. Für Privatpersonen und Unternehmen will die Regierung über langfristige Förderprogramme Anreize schaffen. In puncto Mobilität setzt der Kanton auf Elektroantriebe für eigene Fahrzeuge.

    Mit dem Nachhaltigkeits- und Innovationsprojekt KERB (Klima, Energie, Ressourcen, Biodiversität) soll zum anderen in der Landwirtschaft angesetzt werden. Mit einer «angepassten Bewirtschaftung» werde die Reduktion des CO2-Ausstosses bereits heute gefördert. Um sie zu stärken, sollen Negativemissionstechnologien zum Einsatz kommen. Deren Potenzial werde derzeit in Studien untersucht.

    Als weitere Stellschraube sieht der Kanton eine Naturgefahrenstrategie vor. Priorität hätten eine klimaverträgliche Siedlungsentwicklung und die Verwendung von klimaangepassten Strassenbelägen.

    In allen Bereichen will der Kanton die Gesamtbevölkerung einbinden. «Es braucht das Engagement der Gemeinden, der Wirtschaft, der Wissenschaft und insbesondere auch der Bevölkerung», wird Baudirektor Florian Weber zitiert.

  • Schweizer Cleantech-Startups erobern den südafrikanischen Markt

    Schweizer Cleantech-Startups erobern den südafrikanischen Markt

    Im Rahmen des Academia-Industry Training Cleantech-Programms (AIT) konnten vier Schweizer Cleantech-Startups ihre innovativen Lösungen in Südafrika präsentieren. Subasol, Neology Hydrogen, Gaia Turbine und Soft Power stellten ihre zukunftsweisenden Technologien vor und bekamen die Möglichkeit, wertvolle Kontakte zu knüpfen und den Zugang zu einem aufstrebenden Markt zu sichern.

    Subasol überzeugt mit Photovoltaik-Speicherlösungen
    Subasol, das innovative PV-Speichersysteme für den afrikanischen Markt entwickelt, gewann den Pitch-Wettbewerb und setzte sich gegen starke Konkurrenz durch. Die lokal montierten Speichersysteme sollen die Energieversorgung in ländlichen und netzfernen Gebieten Afrikas sichern und tragen damit erheblich zur nachhaltigen Entwicklung des Kontinents bei.

    Kostengünstiger Wasserstoff für die Zukunft
    Neology Hydrogen punktete mit einer Technologie, die Ammoniak in Wasserstoff umwandelt und so kostengünstige und leicht zugängliche Wasserstofflösungen für den globalen Markt bietet. Durch diese Innovation wird der Übergang zu einer wasserstoffbasierten Wirtschaft beschleunigt.

    Praxisnahe Lösungen für saubere Energie
    Gaia Turbine und Soft Power ergänzten das Teilnehmerfeld mit kompakten Wasserturbinen und nachhaltigen Kochlösungen für Entwicklungsländer. Beide Startups bieten praxisnahe Lösungen, um den Einsatz erneuerbarer Energien weltweit zu fördern und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren.

    Zukunftsweisender Austausch
    Im nächsten Schritt ist ein Austauschprogramm geplant, bei dem fünf südafrikanische Unternehmer die Schweiz besuchen werden, um ihre Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln und Kooperationsmöglichkeiten zu erkunden. Dieses Programm ist ein bedeutender Schritt zur Förderung internationaler Cleantech-Partnerschaften und zur Erschließung neuer Märkte.

    Cleantech made in Switzerland erobert Südafrika
    Der Erfolg der Schweizer Startups zeigt das Potenzial innovativer Cleantech-Lösungen auf dem afrikanischen Markt. Die Teilnahme am SA Innovation Summit hat den Grundstein für zukünftige Kooperationen gelegt und bietet vielversprechende Perspektiven für den internationalen Ausbau.

  • Grüner Wasserstoff: Studie identifiziert Kanada als Top-Standort

    Grüner Wasserstoff: Studie identifiziert Kanada als Top-Standort

    Forschende des Paul Scherrer Instituts (PSI) haben sich der Frage gewidmet, wo Wasserstoff effizient und kostengünstig hergestellt werden kann, mit dem Ziel den Klimawandel zu stoppen und zukünftig keine neuen Treibhausgase mehr auszustossen. Laut einer Mitteilung haben die Forschenden geografische und ökonomische Daten und Prognosen zusammengestellt, um den Aufbau einer Wasserstoffökonomie zu beschreiben. Dafür haben sie vier Szenarien mit einem Wasserstoffbedarf zwischen 111 und 614 Megatonnen pro Jahr analysiert. Die Studie ist aktuell in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ zu lesen.

    Für die Herstellung von Wasserstoff gibt es verschiedene Technologien. Bei der sogenannten Polymerelektrolytmembran-Elektrolyse (PEM) wird der Wasserstoff in einem Elektrolyseur aus Wasser gewonnen. Der grosse Vorteil bei diesem Verfahren besteht darin, dass die Energie für die Umsetzung aus grünem Strom gewonnen werden kann. Zu lösen ist die Frage, wo der hohe Bedarf an Ökostrom am ehesten zu decken ist.

    „Wir haben dazu vor allem ökonomische Kriterien angelegt“, wird Tom Terlouw, Doktorand am PSI und Erstautor der Studie, in der Mitteilung zitiert. „Sprich, wo ist die Produktion am günstigsten?“ Dabei kristallisierten sich zwei Schwerpunkte heraus: Wo gibt es genug Wind oder Sonne, um den enormen Bedarf an Ökostrom zu decken? Und wo gibt es ausreichend freie Flächen, um die zur Produktion notwendigen Anlagen aufzustellen? Hier erwies sich Kanada als optimal. „Dort existieren viele freie Flächen, die sehr windig und daher ideal zum Aufstellen von Windturbinen sind“, ergänzt Terlouw. Weiterhin bieten sich die zentralen USA, Teile Australiens, die Sahara, Nordchina und Nordwesteuropa an. Mitteleuropäische Länder wie die Schweiz sind dagegen weniger geeignet, da dort weder freie Flächen noch ausreichende Sonneneinstrahlung vorhanden sind. Des Weiteren weisen die Forscher darauf hin, dass auch bei der Herstellung von grünem Wasserstoff noch Restemissionen an Treibhausgasen aus der Herstellung und dem Transport der benötigten Materialien entstehen. Um diese Restemissionen auszugleichen, müssten entsprechende Mengen Kohlendioxid aus der Atmosphäre gefiltert werden, heisst es in der Studie.

  • Pilotprojekt zur Nutzung von Wasserstoff zur Netzstabilisierung gestartet

    Pilotprojekt zur Nutzung von Wasserstoff zur Netzstabilisierung gestartet

    Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) untersucht im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE) den Einsatz von Wasserstoff und Brennstoffzellen, um an kältesten Tagen ein Entlasten des Stromnetzes zu ermöglichen. Wie es in einer Medienmitteilung dazu heisst, wurde dazu das Gemeinschaftsprojekt H2 districts initiiert, an dem ausser der Empa die Hälg Group, die Osterwalder Gruppe und die H2 Energy AG beteiligt sind. Für das Pilotprojekt wird auf dem Gelände der Empa in Dübendorf ein Simulationsmodell für den Betrieb unter Spitzenlasten errichtet.

    Die Osterwalder Gruppe bringt dazu ihre Expertise ein und liefert erneuerbaren Wasserstoff. Die H2 Energy AG trägt ihre langjährigen Erfahrungen auf dem Gebiet von Brennstoffzellen ein. Für den Bereich Gebäudetechnik zeichnet die Hälg Group verantwortlich.

    „Wir werden dazu auf dem Empa-Campus in Dübendorf im Rahmen der beiden Forschungsplattformen ‚NEST‘ und ‚move‘ eine reale Anlage aufbauen und die Parameter für einen netzschonenden Betrieb und das CO2-Einsparpotenzial validieren“, wird Philipp Heer, Leiter Energy Hub und stellvertretender Leiter der Empa-Forschungsabteilung Urban Energy Systems, in der Mitteilung zitiert. Das Projekt wird vom BFE gefördert und hat eine voraussichtliche Laufzeit bis zum September 2025.

  • Erster Schweizer Wasserstoffkongress

    Erster Schweizer Wasserstoffkongress

    Am 28. März fand in Yverdon-les-Bains der erste Schweizer Wasserstoffkongress statt. Der Anlass brachte Unternehmerinnen und Unternehmer, Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie politische Entscheidungsträgerinnen und -träger zusammen. Die Vielfalt der Rednerinnen und Redner ermöglichte es, das Thema unter zahlreichen Aspekten abzudecken. Der erste Schweizer Wasserstoff-Kongress wurde in Zusammenarbeit mit Planair, CleanTech Alps und dem Westschweizer H2-Netzwerk organisiert und war ein voller Erfolg.

    Wasserstoff ist kein Allheilmittel, um alle Energieprobleme der Schweiz zu lösen, aber er bietet zahlreiche Möglichkeiten. Beim ersten Schweizer Wasserstoffkongress gab es einen fruchtbaren Austausch und eine starke Zusammenarbeit. Dies verdeutlicht die Bedeutung des Themas für die Schweiz, und alle Beteiligten sind bereit, gemeinsam zu arbeiten, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu stärken und eine nachhaltige Energiezukunft aufzubauen.

    Was von diesem Tag festgehalten werden muss
    Vertreter und Vertreterinnen aus der Energie-, Gas- und Industriebranche, Unternehmer und Unternehmerinnen sowie Politiker sind sich einig: Die Schweiz muss unbedingt an das europäische Netz angeschlossen werden. Es ist entscheidend, dass unser Land diese Chance nicht verpasst.

    Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Forderung nach einer klaren Strategie und geeigneten Rahmenbedingungen seitens des Bundes, um den Markt voranzutreiben.

    Trotz der bestehenden operativen Herausforderungen konnten beim Kongress positive Bilanzen von laufenden Projekten wie Green Gaz in Aigle und Hydrospider gezogen werden. Die Teilnehmer erhielten Einblicke in die Entwicklung von Wasserstoffprojekten wie H2 Bois, Gruyère Hydrogène Power und Prhysm.

    Zudem präsentierte aeesuisse ihre Positionierung zum Thema Wasserstoff mit der Veröffentlichung der Broschüre «10 Punkte zum Thema Wasserstoff».

    Eine Leidenschaft, die unsere Grenzen übersteigt
    Wasserstoff ist mehr denn je ein aktuelles Thema. Er bewegt die Fachwelt und die Politik über die Grenzen der Schweiz hinaus. In Europa werden die Diskussionen über seine Chancen und Risiken beschleunigt und in vollem Gang gehalten. Der Schweiz und ihrem Kompetenzpool kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. «Wir erleben derzeit eine starke Begeisterung für Wasserstoff, mit grossen Ankündigungen auf internationaler Ebene. Die Schweiz ist in vielen Bereichen führend in der Innovation, z. B. bei der Kompression oder der Speicherung. Wir müssen daher unsere Führungsposition ausbauen und dürfen uns nicht von der europäischen Konkurrenz überholen lassen», sagt Laurent Scacchi Direktor Westschweiz der aeesuisse.

  • Wasserstoffprojekt ein Standort mit Potenzial

    Wasserstoffprojekt ein Standort mit Potenzial

    Die Lage in Domat/Ems, direkt neben einer Hauptverkehrsachse der Schweizer Alpen und in unmittelbarer Nähe zu Stromproduzenten und einem Elektrizitätswerkbetreiber entsteht ein wegweisendes Wasserstoffprojekt. Gerade für LKWs, die an strategischen Knotenpunkten Wasserstoff tanken müssen, ist die Lage im Bündner Rheintal von grossem Wert.

    Das technische Leistungsspektrum der neu geplanten Einrichtung beeindruckt: In voller Kapazität kann die 2 MW-Anlage pro Jahr über 300’000 kg Wasserstoff generieren. Das entspricht dem Energiegehalt von 1’000’000 Litern Diesel. Eine derartige Produktionsrate beeinflusst nicht nur die Diversität der Energiequellen, sondern kann auch einen erheblichen positiven Einfluss auf die Umwelt haben, indem sie den jährlichen CO2-Ausstoß um mehr als 3’600 Tonnen verringert.

    Energiespeicher als grösste Herausforderung
    Seit geraumer Zeit sind erneuerbare Energien im Gespräch. Jedoch bringt ihre Speicherung einige Herausforderungen mit sich, insbesondere weil die Natur vorgibt, wann und in welchem Umfang Energie produziert wird. An dieser Stelle tritt Wasserstoff als optimales Speicherelement auf den Plan. Besonders in Zeiten hoher Energieproduktion im Sommer kann es vorteilhaft sein, überschüssigen Strom in Wasserstoff zu konvertieren. Für einen rentablen Betrieb ist jedoch eine konstante Produktion unerlässlich. Aktuelle gesetzliche Vorgaben legen nahe, solche Anlagen in der Nähe von Energieerzeugungsstätten zu bauen.

    Die ersten Überlegungen in diese Richtung wurden 2017 angestoßen. Bald darauf machte sich das Expertenteam der Fanzun AG auf die Suche nach einem passenden Standort. Urs Simeon, Partner und Projektleiter, äußerte: «Uns war bewusst, dass das Thema Wasserstoff eine Menge Aufklärung benötigt. Deswegen haben wir früh damit begonnen, uns intensiv damit auseinanderzusetzen und konnten so rasch ein umfassendes Fachwissen aufbauen.» Laut Simeon war die größte Hürde in der Planungsphase die wirtschaftliche Kalkulation – denn das Projekt ist nur dann sinnvoll, wenn es auch wirtschaftlich tragfähig ist.

    Am Anfang stand ein norwegischer Investor
    Bei der Suche nach den Wurzeln dieses Projekts stößt man auf den Namen Per Sandven, einen visionären Investor aus Norwegen, der für seine wegweisenden und nachhaltigen Ansätze bekannt ist. Sandven, als Mitbegründer und ehemaliger Hauptanteilseigner, spielte eine zentrale Rolle bei der Gründung und Entwicklung von Calanda Solar. Er hatte auch einen bedeutenden Einfluss auf die Umsetzung des angrenzenden Photovoltaik-Projekts Calinis. Dieses Vorhaben, angesiedelt im ehemaligen Steinbruch von Felsberg und betrieben von Rhiienergie, war 2020 die größte Photovoltaik-Einrichtung im Kanton Graubünden. Mit einem bemerkenswerten Jahresertrag von 1’500’000 kWh versorgt sie etwa 400 Haushalte mit Strom.

    Weitere Projekte sind in Planung
    In der Vergangenheit haben Sandven und Fanzun bereits Hand in Hand gearbeitet, wie beispielsweise bei dem 105%-PlusEnergie-Hotel Muottas Muragl in Samedan, welches zudem mit einem Solarpreis ausgezeichnet wurde. Ihre Kooperation verdeutlicht das geteilte Streben und die gemeinsame Vision, den Wandel hin zu einer umweltfreundlicheren und klimaneutralen Energiezukunft voranzutreiben. Derzeit plant die Fanzun AG zusätzliche Initiativen im Segment der Hochgebirgs-Solaranlagen, auch als «Solarexpress» bezeichnet.

  • Einsatz von stationären Wasserstoff-Brennstoffzellen zur Unterstützung der Energiewende

    Einsatz von stationären Wasserstoff-Brennstoffzellen zur Unterstützung der Energiewende

    Wasserkraft, Photovoltaik und Windenergie bilden die tragenden Säulen einer erneuerbaren und ökologisch nachhaltigen Energieinfrastruktur in der Schweiz. Allerdings birgt die vermehrte Integration von Solarenergie und Windkraft in das Stromnetz gewisse Risiken, da diese Energiequellen volatilen Charakter aufweisen und somit eine potenzielle Gefahr für das Netzgleichgewicht darstellen.

    Die Verwendung von Wasserstoff bietet eine Möglichkeit, solche Energieschwankungen auszugleichen. Überschüssige, unvorhersehbare Solar- und Windenergie wird nicht direkt ins Netz eingespeist, sondern zur Wasserstoffproduktion mittels Elektrolyse verwendet. In Zeiten von Energiemangel, beispielsweise bedingt durch Windstille und stark bewölktes Wetter im Winter, kann der gespeicherte Wasserstoff als Energiequelle verwendet werden.

    Seit 2020 beschäftigt sich die Hälg Group mit dem Thema „stationäre Wasserstoff-Brennstoffzelle in Gebäuden“. In diesem Zusammenhang wurde ein Projektteam aus drei Partnerfirmen gebildet: Die Osterwalder AG in St. Gallen ist verantwortlich für die Produktion von grünem Wasserstoff durch Wasserkraft und dessen Transport, H2Energy fungiert als Technologie- und Produktionspartner im Bereich der Brennstoffzellen, während die Hälg Group als Anbieter von integralen Gebäudetechnik- und Energiesystemen für Planung, Realisierung und Betreuung des der gesamten Gebäudetechnik Gebäuden zuständig ist. Die Vision dieses Projektteams besteht darin, ideale Energienetzwerke zu schaffen, in dem umweltfreundlich erzeugten Wasserstoff als Energiespeicher die Lücken anderer erneuerbarer Energien schließt.

    Stationäre Wasserstoff-Brennstoffzelle: ein vielversprechender Ansatz für eine grüne Energiewirtschaft
    Die Grundlage des Wasserstoff-Brennstoffzellensystems existiert seit annähernd zwei Jahrhunderten. Die verstärkte Nutzung von Wasserstoff als Energiemedium und Substitut für fossile Energiequellen hat in jüngster Vergangenheit eine signifikante Weiterentwicklung der Brennstoffzellentechnologie bewirkt. Essentiell für die ökologische Verträglichkeit dieses Verfahrens ist die Herstellungsmethode des Wasserstoffs. Der sogenannte «graue» Wasserstoff entsteht durch die Zerlegung fossiler Brennstoffe. Hingegen wird «grüner» Wasserstoff durch Elektrolyse von Wasser unter Einsatz von umweltschonenden Energiequellen wie Wasserkraft, Solarenergie und Windkraft gewonnen.

    Indem, im Ökosystem der Projektgruppe ausschließlich «grüner» Wasserstoff verwendet wird, generiert die stationäre Brennstoffzelle umweltverträglich Elektrizität und Wärme. Dabei werden in der Brennstoffzelle Wasserstoff und Sauerstoff vereint. Durch die Anwendung elektrischer Spannung zwischen einer Anode und einer Kathode reagieren die beiden Elemente und vereinigen sich zu Wasserdampf. Im Zuge dessen entstehen zudem elektrische Energie und Wärme, welche unmittelbar zur Versorgung von Gebäuden und Arealen genutzt werden können. Das dabei anfallende Wasser wird weiterverwendet.

     Die Wasserstoff-Brennstoffzelle zeichnet sich gerade deshalb durch ihre Umweltfreundlichkeit aus, da im Verlauf der chemischen Reaktion keine Schadstoffemissionen entstehen oder freigesetzt werden. Lediglich reiner, energiearmer und unbedenklicher Wasserdampf entweicht als «Abgas». Folglich wird die Funktion der Wasserstoff-Brennstoffzelle als gänzlich emissionsfrei erachtet.

    Vorteile der Gebäudetechniklösung Wasserstoff-Brennstoffzellen

    • Maximiert den Wert der Immobilie und steigert ihre Attraktivität
    • Steigert die Reputation des Anlageeigentümers und setzt ein fortschriftliches verantwortungsbewusstes Statement in Sachen Umweltschutz, Klimawandel und Green Transformation.
    • Notstromversorgung im Gebäude: Teil- oder Vollautarkie möglich
    • Senkung von Leistungs- und Anschlusskosten
    • Geringe Wartungskosten aufgrund nicht beweglicher Teile
    • Modulare Bauweise: ab 80 kWel / 78 kWth, beliebig skalierbar.
    • Reduktion von Winterstrombedarf, Netzbelastung, Winterstromlücken
    • Mithilfe bei der Dekarbonisierung, Umweltschutz und bei der Reduktion von Treibhausgasen
    • Peak-Shaving des elektrischen Netzbezug

    Ideales Energienetzwerk
    Es ist von Bedeutung, dass Energieerzeuger und -verbraucher auf eine breite Palette umweltfreundlicher Technologien zurückgreifen können. Hierzu zählen neben Wasserstoff-Brennstoffzellen auch Wärmepumpen, Kältemaschinen, Solarthermie, Windenergie und Photovoltaik sowie Batteriekurzzeitspeicher und bidirektional verwendbare E-Fahrzeuge.  Weitere Informationen unter https://haelg.ch/stationaere-wasserstoff-brennstoffzelle/

  • Greenpower: Einzigartiges Energie-Ökosystem in Dagmersellen

    Greenpower: Einzigartiges Energie-Ökosystem in Dagmersellen

    In Dagmersellen soll in den nächsten Jahren ein schweizweit einzigartiges Energie-Ökosystem entstehen. Das Transportunternehmen Galliker, die Milchverarbeiterin Emmi, die Indu- striegase-Produzentin PanGas und die Energieversorgerin CKW haben Ende 2022 eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet.

    Das Projekt ist für die Partner ein wichtiger Schritt zur Erreichung der Energiestrategie-Ziele der beteiligten Unternehmen und der Schweiz. «Zusammen wollen wir die Energiewende vorantreiben und mit dem geplanten Energie-Ökosystem einen signifikanten Beitrag zur Dekarbonisierung und Diversifizierung der Energieversorgung leisten», erklärt Martin Schwab, CEO von CKW.

    Am Anfang des Energie-Ökosystems steht ein von CKW betriebenes Holzheizkraftwerk zur Produktion von Wärme und Strom. PanGas wird einen Teil des Stroms für die Herstellung von Wasserstoff zur Versorgung der LKW-Flotte von Galliker verwenden. Zusätzlich gewinnt PanGas aus dem Verbrennungsprozess grünes CO2; beispielsweise für den Einsatz in der Nahrungsmittelindustrie.

    «Bei PanGas beschäftigen wir uns seit jeher mit Wasserstoff. Es freut uns sehr, dass wir mit diesem Projekt massgeblich zur CO2-Reduktion beitragen können und dem Schweizer Dekarbonisierungsziel ein grosses Stück näherkommen», so Roger Britschgi, Managing Director PanGas.

    Mit der erneuerbaren Energie aus dem Holzheizkraftwerk deckt Emmi einen Teil der am Produktionsstandort Dagmersellen benötigten Wärmeenergie für die Produktion von Frischkäsespezialitäten wie Mozzarella oder Ricotta sowie Milchpulver ab. Mit Blick auf die Kreislaufschliessung liefert Emmi zudem demineralisiertes Wasser aus der Produktion von Milchprodukten für die Wasserstoff-Herstellung.

    Das Energie-Ökosystem soll als geschlossener Kreislauf funktionieren.

    «Dieses im Verbund mit drei regional verankerten nationalen Partnern konzipierte einzigartige Energie-Ökosystem ermöglicht eine nachhaltigere Produktion unserer Milchprodukte und verringert unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen», so Marc Heim, Leiter Emmi Schweiz.

    Das Holzheizkraftwerk wird im Vollausbau Strom und Wärme produzieren. Gut einen Drittel der Wärme nutzt Emmi. Weitere mögliche Wärme-Abnehmer sind die örtliche Industrie sowie Wärmeverbunde in den umliegenden Dörfern. Das Holzheizkraftwerk soll soweit möglich mit regionalen Waldhackschnitzeln und Altholz betrieben werden. Dafür sind bis zu 200’000 Tonnen Holz pro Jahr notwendig.

    Die vier Unternehmen planen, insgesamt rund 200 Mio. Franken in die Produktion, die Verteilung und die Nutzung der erneuerbaren Energien zu investieren. Bis das Energie-Ökosystem gebaut werden kann, braucht es weitere Planungs- und Bewilligungsschritte. In der Detailplanung soll die gesamte Wertschöpfungskette organisiert werden. Bevor Baugesuche eingereicht werden können, muss auch die Zonenplanung der Gemeinde Dagmersellen angepasst werden.

    Die Bevölkerung wird regelmässig über den Projektstand informiert. Die aktuelle Planung rechnet mit einer Inbetriebnahme frühestens im Jahre 2027.

  • Revolutionärer Energiespeicher

    Revolutionärer Energiespeicher

    Die Mehrfamilienhäuser im Seebrighof speichern Solarstrom in Form von Wasserstoff. Dr. Martin Nicklas, Leiter Energiecontracting bei EKZ, erklärt das revolutionäre Power-to-Gas-Konzept: «An Sommertagen wird die Solaranlage auf dem Dach des Seebrighofs mehr Strom produzieren als die Bewohnenden nutzen können. Daraus macht die sogenannte Power-to-Gas-Anlage Wasserstoff. Im Winter ist der Energiebedarf höher. Dann wandelt man den gespeicherten Wasserstoff in Energie um. In den Brennstoffzellen der Anlage entsteht daraus zu rund 55 Prozent Strom. Die restlichen 45 Prozent der Energie entweichen als Abwärme, mit der man das Gebäude beheizt.» Der Wasserstoff wird aus Leitungswasser produziert, das direkt in der Anlage aufbereitet wird. Quasi als Abfallprodukt entsteht dabei Sauerstoff, der in die Umgebungsluft entweicht. Dies ist umweltfreundlich, weil der Wasserstoff im Winter mit Sauerstoff aus der Luft wieder in Wasser und erneuerbare Energie umgewandelt wird. Damit schliesst sich der Kreislauf. Für die Produktion verwendet die Anlage ausschliesslich lokal produzierten Solarstrom, und das öffentliche Stromnetz wird entlastet.

    EKZ als Vorreiter
    Mit einer Batterie im Haus werden kurzzeitige Schwankungen in der Solarstromproduktion im Sommer aufgefangen und so zum Beispiel Solarstrom für die Nacht gespeichert. Die danach freibleibenden Überschüsse wandelt die P2G-Anlage konstant in Wasserstoff um. Dadurch kann sie kostengünstiger realisiert und effizienter betrieben werden. Für Nicklas übernimmt EKZ hierzulande eine Vorreiterrolle in der Umstellung auf die erneuerbare Energieversorgung: «Schweizweit wird zum ersten Mal eine P2G-Anlage realisiert, die kostengünstig auch in anderen Immobilien unterschiedlicher Grössen – sogar bei bestehenden Gebäuden – eingesetzt werden kann. Mit der Anlage prüfen wir das Potenzial der saisonalen Energiespeicherung von Solarstrom für den Winter.» In der Schweiz gibt es einige wenige Immobilien mit Wasserstoff-Anlagen, auch im Kanton Zürich. Der Unterschied des Projekts im Seebrighof ist das standardisierte Konzept, welches einfach und kostengünstig auf andere Gebäude angewendet werden kann.

    Power-to-Gas-Anlage
    Doch es kommt noch besser: Dank der Power-to-Gas-Anlage kann der grösste Teil des Solarstroms direkt lokal verbraucht werden. Die elektrische Effizienz der P2G-Anlage beträgt über alle Prozesse rund 30 bis 35 Prozent. Der Rest fällt als Abwärme an, die im Sommer für die Warmwassererwärmung und im Winter für die Heizung verwendet wird. Könnte man sich im Seebrighof komplett eigenständig mit Energie versorgen? – «Dies wäre technisch möglich und wird in einzelnen Objekten bereits auch so gemacht. Allerdings wäre dies sehr kostenintensiv und war daher in diesem Projekt nicht das Ziel.»

    Ungefährliche Wasserstoff-Lagerung
    Bei der Lagerung von brennbaren und potenziell explosiven Gasen wie etwa Erdgas oder Wasserstoff sind die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Diese Massnahmen werden von den Behörden überprüft, um sichere Installationen zu gewährleisten. Wasserstoff wird üblicherweise im Aussenbereich gelagert, wobei sich allfälliges Leckage-Gas schnell verflüchtigt und somit ein explosives Gemisch verhindert wird. Im aktuellen Fall wird gemäss Nicklas das H2 in handelsüblichen Gasflaschen gelagert, welche die schweizerischen Sicherheitsstandards und Normen voll erfüllen.

    Wann lohnt sich eine P2G-Anlage?
    Die Antwort hängt von vielen Faktoren ab und muss sich immer auf das konkrete Bauobjekt und die Ansprüche der Bauherrschaft beziehen, wie Nicklas ausführt: «Grundsätzlich stellt sich die Frage, wie oft der Wasserstoffspeicher pro Jahr aufgeladen werden kann. Denn mit jedem Ladezyklus erwirtschaftet die Anlage einen Deckungsbeitrag, der zur Amortisation beiträgt. Auch dieses Potenzial testen wir mit der Anlage und entwickeln das Konzept entsprechend weiter.» Die Bauherrschaft des Seebrighofs beweist mit dem Projekt aber durchaus auch Pioniergeist. So lässt sie die Anlage nicht nur aus rein monetärer Betrachtung installieren. Man möchte hier vorneweg gehen und einen Beitrag leisten zur Reduktion der Versorgungslücke im Winter – die Gesellschaft unabhängiger machen von Energieimporten aus fossilen Quellen. Die Anlage am Seebrighof kann dank kostengünstiger Umsetzung gut finanziert werden, so Nicklas. Sie leiste einen wesentlichen Beitrag zur Erforschung saisonaler Speichertechnologien: «Wie wirtschaftlich die Technologie effektiv ist, ist Gegenstand unserer Untersuchungen. In den nächsten Jahren rechnen wir allerdings nochmal mit einer deutlichen Preisreduktion auf dem Wasserstoffmarkt, was der Technologie Auftrieb verleihen könnte.

    Energiestrategie 2050
    In der bundesrätlichen Energiestrategie 2050 nehmen Speichertechnologien auf der Basis von Gasen und Flüssigkeiten einen hohen Stellenwert ein. EKZ erreicht mit der ersten standardisierten Power-to-Gas-Anlage einen wichtigen Meilenstein, der für die zukünftigen Entwicklungen beispielhaft sein könnte. Nicklas sagt abschliessend: «Wollen wir Wärme- und Stromversorgung wie auch die Mobilität mit erneuerbaren Energiequellen vollumfänglich speisen, braucht es Anstrengungen in allen Bereichen. Wasserstoff als Speichermedium kann dazu beitragen, die Herausforderungen der Stromversorgung im Winter zu entschärfen».

  • Partner wollen Wasserstoff in den Gebäudesektor bringen

    Partner wollen Wasserstoff in den Gebäudesektor bringen

    Romande Energie, GreenGT sowie die Nomads-Stiftung und die Realstone Group spannen zusammen, um lokalen Wasserstoff in der Energieversorgung des Immobiliensektors einzusetzen. Im Rahmen eines Projekts namens Aurora wollen die Westschweizer Partner dafür nötige Lösungen entwickeln.

    Aurora soll verschiedene Aspekte der Erzeugung, Verteilung und Nutzung von Wasserstoff umfassen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Das Ziel sei es, integrierte Lösungen wie die Wasserelektrolyse oder die Brennstoffzelle in bestehende Systeme wie die Photovoltaik und die Batteriespeicherung einzuführen.

    Das gemeinsame Projekt soll mehrere Jahre dauern. Zunächst ist die Modellierung, dann die Installation der entwickelten Systeme in mehreren Gebäuden vorgesehen. Danach sollen die Entwicklungen vermarktet werden.

    Die Nomads-Stiftung ist eine private, gemeinnützige Stiftung, welche multidisziplinäre Zusammenarbeit fördert. GreenGT ist in der Wasserstofftechnik tätig und bietet auch Beratungen an. Die Realstone Group ist ein Spezialist für kollektive Immobilienanlagen. Romande Energie ist ein Energieversorger, der auf erneuerbare Energien setzt.

  • Erster Schweizer Wasserstoff-Hub entsteht in den Rheinhäfen

    Erster Schweizer Wasserstoff-Hub entsteht in den Rheinhäfen

    Der erste Schweizer Wasserstoff-Hub soll in den Hafenarealen von Birsfelden und Muttenz entstehen. Darauf haben sich laut Medienmitteilung vier Partnerunternehmen geeinigt. Schweizerische Rheinhäfen, der Energiekonzern Varo, der Tankstellenbetreiber AVIA und der Basler Energieversorger IWB haben eine gemeinsame Absichtserklärung für den Aufbau eines solchen Wasserstoff-Knotens unterzeichnet. Wasserstoff werde als grüner Energieträger eine wichtige Rolle in der CO2-neutralen Zukunft spielen, heisst es in der Mitteilung.

    Die vier Partner aus der Energiewirtschaft und Logistik sehen die Häfen Muttenz und Birsfelden als optimale Standorte für einen Wasserstoff-Hub, heisst es in der von Varo verbreiteten gemeinsamen Medienmitteilung. Das Projekt H2-Hub Schweiz solle Produktion, Verteilung und Anwendung von Wasserstoff einschliessen. Die Pläne sehen vor, den Wasserstoff nicht nur mit der bestehenden Infrastruktur zu verteilen, sondern die grüne Energie vor Ort zu produzieren, zu speichern und zur Verfügung zu stellen. Die Tanklagergesellschaft AVIA AG und das Energieunternehmen Varo Energy Holding AG seien bereits in den Rheinhäfen tätig.

    IWB (Industrielle Werke Basel) produziert und verkauft erneuerbare und CO2-neutrale Energie als Strom, Wärme und Kälte und für Mobilität. IWB hat laut der Mitteilung gemeinsam mit der Tankstellenbetreiberin und AVIA-Mitgliedsfirma Fritz Meyer AG die GreenH2 AG gegründet. Das Unternehmen soll Wasserstoffproduktionsanlagen bauen.

    Im H2-Hub Schweiz sollen bald Anwendungen von Wasserstoff getestet werden, als Treibstoff für Lastwagen, die Bahn, andere Strassenfahrzeuge und Schiffe.

  • Axpo will Wasserstoff produzieren

    Axpo will Wasserstoff produzieren

    Axpo will aus der Wasserkraft des Rheins künftig grünen Wasserstoff herstellen. Dafür soll bereits im Herbst 2022 eine Wasserstoffproduktionsanlage beim Kraftwerk Eglisau-Glattfelden in Betrieb genommen werden, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. Diese soll jährlich 350 Tonnen Wasserstoff produzieren. Damit können den Angaben von Axpo zufolge über 1,5 Millionen Liter Diesel pro Jahr im Strassenverkehr eingespart werden.

    Die neue Wasserstoffproduktionsanlage wird eine Leistung von 2,5 Megawatt aufweisen. Sie kann aber auf 5 Megawatt erweitert werden. Ausserdem plant Axpo auch die Realisierung von weiteren Anlagen an anderen Standorten. Das Unternehmen hat für das Geschäftsfeld Wasserstoff bereits eine eigene Abteilung aufgebaut.

    Beim Transport des Wasserstoffs zu den Tankstellen arbeitet Axpo mit der in Opfikon ansässigen Hydrospider AG zusammen. Dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftsunternehmen von H2 EnergyAlpiq und der Linde GmbH. Sowohl Axpo als auch Hydrospider sehen grosses Potenzial für Wasserstoff im Bereich der Mobilität. Bereits heute würden mehr als 50 Lastwagen mit Brennstoffzellen in der Schweiz verkehren. Bis 2026 dürften es den Partnern zufolge mehr als 1600 sein.

    Axpo hatte bereits 2015 eine Wasserstoffproduktionsanlage beim gleichen Kraftwerk geplant. Damals wurde das Projekt aber nicht weiterverfolgt, weil das Absatzvolumen von Wasserstoff unter den Erwartungen des Unternehmens blieb. „Seither hat der Kampf gegen den Klimawandel deutlich an Bedeutung gewonnen und Wasserstoff hat sich als geeigneter Energieträger für die Dekarbonisierung von Mobilität und Industrie bestätigt“, wird Guy Bühler, Leiter des Bereichs Hydrogen bei Axpo, in der Mitteilung zitiert.

  • Energieunternehmen wollen Ausbau von Wasserstoff vorantreiben

    Energieunternehmen wollen Ausbau von Wasserstoff vorantreiben

    Der am Donnerstag neu gegründete Verein der Schweizer H2-Produzenten will sich für bessere Standortbedingungen zur Produktion von grünem Wasserstoff stark machen. Dem Verein gehören bisher sieben Energieunternehmen an. „Gemeinsam werden sie der CO2-neutralen Wasserstoffproduktion in der Schweiz zum Durchbruch verhelfen“, heisst es in ihrer Medienmitteilung.

    Wichtige Anwendungsbereiche fänden sich unter anderem im Schwerlastverkehr, als Ersatz für Diesel auf nicht elektrifizierten Bahnstrecken und in der Chemieindustrie. Vorzugsweise erfolge die Produktion direkt ab einem Wasser- oder Windkraftwerk. Denn nur, wenn der für die Produktion von Wasserstoff notwendige Strom aus erneuerbaren Quellen stamme, sei er CO2-neutral.

    Während das benachbarte Ausland die Wasserstofftechnologie als unverzichtbaren Bestandteil der Energiewende anerkenne und sie entsprechend staatlich fördere, tue sich die Schweiz damit noch schwer. „Zudem ist die Herstellung von Wasserstoff in der Schweiz bisher nur an einer beschränkten Anzahl von Standorten möglich“, wird Arthur Janssen, Präsident des neuen Vereins sowie Leiter Innovation und Strategie bei der Basler Energieversorgerin IWB, in der Mitteilung zitiert.

    Zusätzlich zu diesen regulatorischen Hürden verfügten nur wenige Akteure über ausreichendes Wissen. Deshalb wollen sich die Vereinsmitglieder gegenseitig bei Planung und Bau neuer Produktionsanlagen unterstützen. Auch mit Universitäten und Forschungsinstituten wolle der Verein eng zusammenarbeiten.

    Zu den Gründungsmitgliedern zählen: Elektrizitätswerk Altdorf, Oiken, St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke, Satom, SIG und die Gemeinschaftsunternehmen Swiss H2 Generation AG (von ENGIE Services AG und Groupe E) sowie greenH2 (Fritz Meyer AG und IWB).

  • Trafigura investiert in H2 Energy

    Trafigura investiert in H2 Energy

    Der niederländische Rohstoffhandelsriese Trafigura mit Niederlassung in Genf investiert in grossem Stil in die Zürcher H2 Energy Holding. In einem ersten Schritt hat sich das Unternehmen laut seiner Medienmitteilung dazu verpflichtet, 62 Millionen Dollar bereitzustellen. 20 Millionen davon fliessen als Kapitaleinlage in die H2 Energie AG. Damit soll die Entwicklung der Produktion, der Speicherung und des Vertriebs von grünem Wasserstoff für Tankstellen und Industriekunden unterstützt werden.

    Trafigura, einer der weltweit grössten Händler fossiler Rohstoffe, werde die verbleibenden gut 40 Millionen Dollar für die Gründung und Finanzierung eines 50:50-Gemeinschaftsunternehmens, H2 Energy Europe mit Sitz in Zürich, zur Verfügung stellen. Es soll grüne, auf Wasserstoff basierende Ökosysteme in die Märkte bringen. Zudem werde es in ganz Europa mit Ausnahme der Schweiz Investitionen in die Wasserstoffinfrastruktur und in Projekte tätigen, die mit Wasserstoff arbeiten.

    H2 Energy habe „ein erfolgreiches Geschäftsmodell entwickelt, das in jedem Teil der Wasserstoff-Wertschöpfungskette präsent ist“, wird Jeremy Weir, Executive Chairman und CEO von Trafigura, in der Mitteilung zitiert. „Und sie haben durch die grossangelegte Bereitstellung von Brennstoffzellenlösungen eine Nachfrage nach Wasserstoff geschaffen.“ Nun werde Trafigura seine Fähigkeit einbringen, traditionelle Lieferketten weiterzuentwickeln und neue Märkte zu erschliessen.

    Der gemeinsame Fokus liege auf einer gewinnbringenden Dekarbonisierung verschiedener Sektoren, so H2 Energy-Chef Rolf Huber. „Das Joint Venture mit Trafigura wird es den Partnern ermöglichen, die geplanten Projekte europaweit durchzuführen. Darüber hinaus wird es uns ermöglichen, Brennstoffzellenanwendungen für den Transportsektor zu Lande und zu Wasser, aber auch für stationäre Anwendungen weiterzuentwickeln.“

  • Coop liefert mit Wasserstoff-Lastwagen aus

    Coop liefert mit Wasserstoff-Lastwagen aus

    Coop wird ihre Verkaufsstellen künftig vermehrt mit Wasserstoff-Lastwagen beliefern. Einen der weltweit ersten serienmässig produzierten Brennstoffzellen-Elektro-Lastwagen hat die Lebensmittelgenossenschaft laut einer Medienmitteilung am Mittwoch in Betrieb genommen. Bis zum Jahresende werden insgesamt sieben davon im Einsatz sein. Weil dabei ausser Wasserdampf keine weiteren Emissionen entstehen, geht Coop von einem Einsparpotenzial von 80 Tonnen CO2 pro Lastwagen und Jahr aus. Zudem etabliere Coop weitere Wasserstofftankstellen in der Schweiz.

    Wie es in der Mitteilung weiter heisst, arbeite Coop dafür mit dem Schweizer Unternehmen H2 Energy AG und der Hyundai Motor Company zusammen. Hyundai gelte als weltweit führend in der Entwicklung der Wasserstoff-Brennstoffzellentechnik. Leistungsvermögen, Betankungszeit und Reichweite ihrer Wasserstoff-Lastwagen seien vergleichbar mit jenen von konventionellen Lastwagen.

    Coop habe sich zum Ziel gesetzt, bis 2023 in den relevanten Bereichen des Unternehmens CO2-neutral zu sein. Daher leiste der Lebensmittelgross- und -detailhändler „Pionierarbeit“ für eine Elektromobilität mit grünem Wasserstoff. 2018 wurde auf Initiative von Coop der Förderverein H2 Mobilität Schweiz gegründet. Ihm gehören sieben grosse Betreiber von Tankstellen und Lastwagenflotten an.

    „Der Verein H2 Mobilität Schweiz fördert den sauberen, CO2-freien motorisierten Individualverkehr in der Schweiz und implementiert die Technologie der Wasserstoffmobilität im Strassenverkehr auf privatwirtschaftlicher Basis“, so Jörg Ackermann, Mitglied des Coop-Managements und Präsident des Fördervereins. Der Verein hat zum Ziel, bis 2023 in der ganzen Schweiz ein flächendeckendes Netz von Wasserstofftankstellen zu schaffen.

  • Erste industrielle Power-to-Gas-Anlage entsteht in Dietikon

    Erste industrielle Power-to-Gas-Anlage entsteht in Dietikon

    Das Vorzeigeprojekt für die Nutzung erneuerbarer Energien entsteht in Zusammenarbeit von acht Energieversorgern und der Stadtwerke-Allianz Swisspower. Das Projekt solle aufzeigen, wie Power-to-Gas-Anlagen die erneuerbare Stromproduktion ergänzen und dabei wirtschaftlich betrieben werden können, heisst es in einer Medienmitteilung. Die bislang grösste Power-to-Gas-Anlage der Schweiz wird eine Elektrolyse-Leistung von 2,5 Megawatt erreichen und ab dem Winter 2021 zu 2022 synthetisches erneuerbares Gas ins Netz einspeisen.

    Das Funktionsprinzip der neuen Anlage wird in der Mitteilung so beschrieben: „Die Power-to-Gas-Anlage nutzt erneuerbaren Strom aus der Kehrichtverwertungsanlage, um Wasserstoff zu produzieren. Dieser wird mit dem CO2 im Klärgas gemischt, wodurch erneuerbares Methangas entsteht. Aus Abfall und Abwasser gewinnt Limeco so einen CO2-neutralen Energieträger.“ Im bestehenden Gasnetz ersetzt das erneuerbare Gas somit fossile Energieträger. Nach den Angaben können dadurch jährlich 4000 bis 5000 Tonnen CO2 eingespart werden.

    Zum Spatenstich des Bauprojekts erklärte Stefano Kunz, Verwaltungsratspräsident von Limeco und Stadtrat von Schlieren: „Mit der Kehrichtverwertung und der Abwasserreinigung am gleichen Standort haben wir die perfekten Voraussetzungen, um grünes Gas zu produzieren.“ Ronny Kaufmann, CEO der Stadtwerke-Allianz Swisspower, welche das Projekt mitinitiiert hat, sagt: „Das Projekt zeigt: Für ein erneuerbares und klimaneutrales Energiesystem müssen wir zusammenarbeiten, über Unternehmensgrenzen hinweg.“ Das Bundesamt für Energie (BFE) unterstützt das Projekt im Rahmen seines Pilot- und Demonstrationsprogramms.

    Anlagen wie die in Dietikon entstehende sind für die Umsetzung der Energiestrategie 2050 wichtig. Die sieht vor, den Strom aus der Kernkraft durch Solar-, Wasser- und Windkraft zu ersetzen. Damit wird künftig im Sommer viel mehr Strom produziert als verbraucht. Im Winter hingegen, wenn der Energiebedarf grösser ist, muss die Schweiz Strom importieren. Power-to-Gas ist eine Schlüsseltechnologie, um überschüssigen erneuerbaren Strom saisonal zu speichern.

  • Wasserstoff kann günstiger produziert werden

    Wasserstoff kann günstiger produziert werden

    Fachleute des Instituts für Innovation und Technologiemanagement der Hochschule Luzern (HSLU) haben den wirtschaftlichen Mehrwert einer umweltfreundlichen Herstellung von Wasserstoff untersucht. Ihre Arbeit hat laut einer Medienmitteilung nachgewiesen, dass der Einsatz von Wasser-Elektrolyseuren zur Stabilisierung des Stromnetzes bei Über- oder Unterlasten die Herstellungskosten um bis zu 15 Prozent reduziert.

    Bei der Wasser-Elektrolyse wird Wasser mithilfe von Strom in Sauerstoff und Wasserstoff zerlegt. Noch ist dabei der Wirkungsgrad problematisch: Bei der Herstellung entsteht Abwärme, die sich nicht immer gut nutzen lässt. Zudem ist der Preis für Strom aus erneuerbaren Energien hoch. Beides macht klimafreundlichen Wasserstoff zum heutigen Zeitpunkt vergleichsweise teuer. Auch das Tankstellennetz für Autos ist noch dünn. „Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sich das ändert. In der Schweiz sind grössere Offensiven dafür bereits in Vorbereitung“, so Christoph Imboden, Dozent für Energiewirtschaft an der HSLU.

    Das EU-Projekt QualyGrid untersuchte mit elf Partnern aus acht Ländern eine vielversprechende Lösung, um die Herstellungskosten zu senken. Ziel des Projekts war, Präqualifikationstests für Wasser-Elektrolyseure zu standardisieren und damit ihre Zulassung zu vereinfachen.

    Die Forschenden der HSLU berechneten in diesem Rahmen den geldwerten Vorteil von Wasser-Elektrolyseuren. Weil es dafür noch keine Datengrundlage gab, musste der Wert ihrer Dienstleistung für die verschiedenen Netzbetreiber in Europa erst zusammengetragen werden. Schliesslich konnte die Forschungsgruppe nachweisen, dass der Einsatz von Wasser-Elektroyseuren zur Stabilisierung des Stromnetzes die Herstellungskosten von Wasserstoff um bis zu 15 Prozent reduziert. „Damit wird der Schritt zu einer breiten Einführung der Wasserstofftechnologie deutlich erleichtert“, heisst es in der Medienmitteilung.