Schlagwort: wiederverwendung

  • Forschungsprojekt fördert Wiederverwendung von Beton im Bauwesen

    Forschungsprojekt fördert Wiederverwendung von Beton im Bauwesen

    Der Gruppe Materialien und Strukturen des Institut du patrimoine construit, d’architecture, de la construction et du territoire (inPACT) der Haute école du paysage, d’ingénierie et d’architecture de Genève (HEPIA) leitet das Forschungsprojekt Concrete Upcycling Techniques (CUT). Das von Professorin Maléna Bastien Masse geleitete Projekt zielt darauf ab, die Wiederverwendung von Betonplatten in die Baupraxis zu integrieren, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Damit soll der CO2-Fussabdruck der Branche verringert werden. Das Projekt wird vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützt und in Zusammenarbeit mit dem Structural Xploration Lab der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) von Professor Corentin Fivet durchgeführt.

    Das Projekt will Betonplatten beim Abriss von Gebäuden aufbewahren. Die Platten werden vor Ort zersägt und anschliessend von den Forschern der HEPIA untersucht. Ziel ist es, herauszufinden, ob diese Platten wiederverwendet werden können. Die für die Wiederverwendung freigegebenen Platten werden anschliessend in Neubauten eingesetzt. Das Projekt untersucht auch, wie sie bei der Wiederverwendung miteinander verbunden werden können. Dabei werden fortgeschrittene Techniken und Materialien wie der hochleistungsfähige faserverstärkte Zementverbundwerkstoff (CFUP) verwendet.

    „Die Baubranche liebt Beton. Er ist ein unverzichtbarer, vielseitiger, anpassungsfähiger und kostengünstiger Werkstoff, aber auch extrem umweltschädlich. Eine Lösung drängt sich auf: die Wiederverwendung“, heisst es in der Mitteilung. „Durch die Rückgewinnung und Verwendung von Bauteilen aus bestehenden Bauwerken für neue Bauprojekte sinkt der Betonverbrauch, was zu einer geringeren CO2-Belastung führt.“

    Die HEPIA ist eine Hochschule mit Sitz in Genf, die in den Bereichen Ingenieurwesen, Architektur und Umwelt in der Ausbildung und Forschung tätig ist, insbesondere in den Bereichen Werkstoffe und nachhaltiges Bauen. Die Hochschule ist Teil der Fachhochschule Westschweiz (HES-SO).

  • Fehlende Klarheit bei gesetzlichen Vorgaben bremst Kreislaufwirtschaft

    Fehlende Klarheit bei gesetzlichen Vorgaben bremst Kreislaufwirtschaft

    Die Kreislaufwirtschaft wird noch immer durch eine Reihe von Hindernissen ausgebremst. Ein Bericht, den ecos mit Sitz in Basel und Rytec mit Sitz in Münsingen für die Baudirektion des Kantons Zürich erarbeitet haben, hat 71 solcher Hemmnisse zusammengetragen. Von ihnen gehen 28 Hemmnisse auf gesetzliche Vorgaben zurück, während 43 erst im tatsächlichen Vollzug der regulatorischen Vorgaben entstehen. Oft entstehen sie auch erst im Vollzug von Vorgaben.

    Besonders betroffen von regulatorischen Hemmnissen ist die Bau- und Immobilienwirtschaft mit ihrer hohen Regulierungsdichte. Hier sind Kriterien der Nachhaltigkeit oft zu wenig verbindlich oder werden unzureichend gewichtet. Gerade bei der Wiederverwendung werden Spielräume bei der Abweichung von Normen noch nicht ausgenutzt. Die Prozesse richten sich noch an der linearen statt der zirkulären Wirtschaft aus.

    Beim Handel und der Logistik fehlen oft noch die Infrastruktur für die Rückgabe gebrauchter Güter und Anreize für den Aufbau der entsprechenden Logistik. Private Sammelinitiativen werden durch unklare Umsetzungsspielräume gebremst. Die Kreislaufwirtschaft in Gewerbe und Industrie leidet unter anderem unter fehlenden Anreizen für Reparaturen und Wiederverwendung.

    Der Bericht teilt die Hemmnisse in vier Kategorien ein. Zu den ersten drei gehören diejenigen, die bei ihrer Beseitigung eine hohe Wirkung erzielen würden. Sie sind abgestuft nach der Möglichkeit des Kantons, auf sie Einfluss zu nehmen. Die vierte Kategorie vereint Massnahmen mit geringer Wirkung und geringer Einflussmöglichkeit.

    Der Kanton will sich in den nächsten Schritten auf die beiden Kategorien von Hemmnissen  konzentrieren, deren Aufhebung eine hohe Wirkung erzielt und auf die der Kanton hohe Einflussmöglichkeiten hat. Das betrifft 33 Hemmnisse. Die Hemmnisse mit der geringsten Relevanz werden nicht weiterverfolgt.

    Der Bericht stützt sich auf die Befragung von 122 Personen und auf Workshops mit insgesamt 80 Teilnehmenden.

  • Stadt prüft neue Ansätze zur Reduktion von Abfall und Ressourcenverbrauch

    Stadt prüft neue Ansätze zur Reduktion von Abfall und Ressourcenverbrauch

    Der Regierungsrat von Basel-Stadt prüft derzeit ein Pilotprojekt mit dem Berner Start-up Pretty Good zur systematischeren Sammlung und Reparatur von gebrauchten oder nur schwach defekten Alltagsgegenständen. Das geht aus einer Antwort auf eine Vorlage aus dem Grossen Rat hervor.

    Der Regierungsrat verweist dabei auf Pilotprojekte, die in Bern und Zug mit Pretty Good durchgeführt worden sind. Deren Resultate zeigten, dass ein solcher Ansatz ökologischen Nutzen bringe und ökonomisch umsetzbar seien. Diese Projekte trügen sich aber finanziell noch nicht selbst. Das würde auch bei einem Pilotprojekt in Basel der Fall sein. Deshalb werde sich der Regierungsrat dafür einsetzen, weitere Geldgeber an Bord zu holen.

    Kommt es in Basel zu einem Pilotprojekt, dann soll das lokale Gebrauchtwaren- und Reparaturgewerbe einbezogen werden. Ziel sei es, ein starkes Netz an Reparaturbetrieben und Verkaufsstellen aufzubauen.

    Entsorgung + Recycling der Stadt Bern und Pretty Good haben 2023 ein Pilotprojekt lanciert, bei dem funktionsfähige und leicht defekte Alltagsgegenstände auf zwei Entsorgungshöfen der Stadt abgegeben werden konnten. Davon konnten 74 Prozent wieder aufbereitet werden, von denen fast 84 Prozent anschliessend verkauft wurden. Ein Grossteil der Gegenstände waren Elektronikgüter. Das Projekt wurde vom Branchenverband Swico, der Berner Kantonalbank und der Burgergemeinde Bern unterstützt.

    Pretty Good ist einerseits als Verein mit Sitz in Langnau i.E. und andererseits als GmbH mit Sitz in Bern organisiert. Nach dem Piloten in Bern weitete es das Projekt auf weitere Standorte im Kanton Bern und in Zug aus.

    Der Basler Regierungsrat reagierte mit seiner Antwort auf einen Anzug des SVP-Grossrats Beat K. Schaller und weiterer Mitglieder des Grossen Rates.

  • Digitaler Marktplatz fördert Kreislaufwirtschaft im Bau

    Digitaler Marktplatz fördert Kreislaufwirtschaft im Bau

    Die Zirkular GmbH mit Sitz in Basel hat ihre neue Plattform rematerial lanciert. Wie es in einer Mitteilung heisst, soll der neue Online-Baumarkt hochwertige, wiederverwendbare Bauelemente anbieten. Darin werden zum Beispiel LED-Leuchten angeboten, die von Fachbetrieben aufbereitet wurden und nun mit Garantie angeboten werden. Bauteile können auch für einen Monat reserviert oder für Just-in-Time Lieferungen bis zu 24 Monate zwischengelagert werden. Die aus Rückbauten gesammelten Bauelemente sind systematisiert eingelagert.

    Die Plattform rematerial kann zusammen mit dem ebenfalls von Zirkular entwickelten Planungsinstrument Planular genutzt werden. In diesem Modul können Architekten, Planer und Bauherren aus einer Datenbank die für ihr jeweiliges Projekt erforderlichen Bauteile aussuchen. Dabei ist der Weg des Baumaterials über die Schritte Quellobjekt, Bauteil, Lager und Zielobjekt nachvollziehbar abzurufen.

    Mit beiden Modulen unterstützt die Zirkular GmbH nachhaltiges Bauen mittels Kreislaufwirtschaft, wie es sich zum Beispiel in Bauprojekten wie im Basler Kleinquartier Lysbüchel Süd dargestellt hat.

  • Ressourcen schonen und Gebäudelebenszyklen verlängern

    Ressourcen schonen und Gebäudelebenszyklen verlängern

    ETH-Professorinnen Catherine De Wolf und Maria Conen setzen sich für eine radikale Umkehr in der Bauwirtschaft ein. Anstatt alte, energetisch ineffiziente Gebäude zu opfern, plädieren sie für deren Erhalt, Sanierung und Erweiterung. Neben ökologischen Aspekten stehen dabei soziale und kulturelle Faktoren im Fokus. Gebäude beherbergen Identitäten und Geschichten, deren Erhalt wesentlich für das Stadtleben ist. Nachhaltigkeit wird so zur Verbindung von Umwelt, Gesellschaft und Architektur.

    Wiederverwendung von Baumaterialien
    Ein gutes Beispiel ist die Wiederverwendung von Glaselementen der Aussenrolltreppen des Centre Pompidou in Paris als Bürotrennwände. Die aufwändige Demontage, Sortierung und Reintegration ist kostenintensiv, bietet aber enorme ökologische Vorteile durch deutliche CO₂-Einsparungen und die Vermeidung von Abfall.

    Baumaterialien wie Holz und Beton bergen grosses, bislang ungenutztes Potenzial für die Wiederverwendung. Während Holz oft schlicht verbrannt wird, könnten Betonplatten ausgeschnitten und als Wandelemente dienen. Stahlträger werden zwar recycelt, aber meist energieintensiv eingeschmolzen, statt formstabil wiederverwendet zu werden. Die Herausforderungen liegen in der technischen Machbarkeit, Kosten und komplexen Planung.

    Digitalisierung und Materialpässe zur Optimierung
    Digitale Instrumente wie Materialpässe sollen künftig den Überblick über die Herkunft, Zusammensetzung und Nutzungsdauer von Bauteilen erleichtern. So werden Re-Use und Rückbau effizienter und transparenter. Die Harmonisierung solcher Standards ist Forschungsgegenstand, um in der Branche verbindliche Lösungen zu schaffen.

    Rechtliche und normtechnische Barrieren
    Ein weiterer Hemmschuh sind die heute vorherrschenden Normen, die primär auf Neubauten ausgelegt sind und Umbauten sowie den Kontext bestehender Gebäude unzureichend berücksichtigen. Dies erschwert Sanierungen und Arbeiten am Bestand aus energetischer Sicht. Gesetze und Vorschriften müssen künftig flexibler gestaltet werden, um zirkuläre Bauweisen zu fördern.

    Kreislaufwirtschaft als Wegbereiter für CO₂-Reduktion
    Die Baubranche ist verantwortlich für rund 50 Prozent der Ressourcenerschöpfung und erhebliche Mengen CO₂-Emissionen. Kreislaufwirtschaft mindert diese erheblich, indem sie Materialkosten, Abfälle und Energieverbrauch durch Wiederverwendung und modulares Bauen reduziert. Die Rückbaubarkeit durch verschraubte oder gesteckte statt verklebte Verbindungen ist dabei ein Schlüssel.

    Herausforderungen und Zukunftsperspektiven
    Die grösste Herausforderung liegt im Aufwand der Demontage und Wiederverwendung sowie der Suche nach Abnehmern für wiederverwendete Materialien. Das Fehlen umfassender Marktstrukturen erschwert eine flächendeckende Umsetzung. Hier setzen Initiativen wie digitale Marktplätze und die Einbindung von spezialisierter Ingenieurskompetenz an.

    Modulares Bauen und flexible Nutzungskonzepte wie z.B. museale Nutzung von weniger gut isolierten Gebäuden, zeigen praktikable Zukunftsperspektiven. Vor allem die junge Generation von Studierenden und Forschenden an ETH und anderen Instituten treibt Innovationen voran, was Hoffnung auf eine nachhaltigere Bauwirtschaft macht.

  • CO2-neutrales Gewerbegebäude mit Rampe und Dachgarten

    CO2-neutrales Gewerbegebäude mit Rampe und Dachgarten

    Felix Partner Architektur und Design aus Zürich haben zum Baustart ihres Projekts Green Spin in Winterthur die ersten demontierten Bauteile des früheren Stewi-Hauptsitzes in Winterthur-Grüze zur Wiederverwertung symbolisch an deren Abnehmer übergeben. Denn die meisten Abbruchteile landen laut einer Medienmitteilung nicht auf der Deponie, sondern werden in anderen Bauten wiederverwendet. Ebenso werde der Abrissbeton geschreddert und zur Herstellung von Recycling-Beton genutzt.

    An gleicher Stelle wird ein Dienstleistungsgebäude für gewerbliche Mieter entstehen. Einziehen sollen ab Spätsommer 2027 Unternehmen, die auch selbst den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit legen.

    Der Rohbau ist als CO2-neutrale Holzkonstruktion geplant. Ausserdem werden ein begrünter Innenhof sowie ein Dachgarten realisiert. Photovoltaikmodule an den Fassaden und Windräder liefern ökologischen Strom, geheizt wird mit Erdwärme. Das Gebäude soll nach dem internationalen Nachhaltigkeitsstandard BREEAM zertifiziert werden.

    Herzstück ist eine bis zu sechs Meter breite und sanft um den Innenhof herum ansteigende Rampe. Sie erschliesst die Mietflächen auf allen Ebenen, auch mit dem Velo. Ergänzt werden die Flächen für Gewerbe, Büros, Produktion oder Sport durch Gastronomiebetriebe sowie einzelne Detailhandelsgeschäfte.

    «Ich hoffe, dieses Projekt inspiriert andere, ebenfalls gross zu denken und mutig zu handeln», habe FDP-Nationalrat Andri Silberschmidt in seiner Ansprache anlässlich des Baustarts gesagt. Der Winterthurer Stadtbaumeister Jens Andersen habe betont, das Projekt «passt bestens zu unserer Strategie einer nachhaltigen Stadtentwicklung».

  • Ehemalige Sporthalle wird zum Feuerwehrdepot

    Ehemalige Sporthalle wird zum Feuerwehrdepot

    Eine nicht mehr benutzte Beachvolleyball-Stahlhalle aus Bern hat eine neue Heimat im Tessin gefunden, erläutert öbu in einem Beitrag auf LinkedIn. Der Verband für nachhaltiges Wirtschaften hat die Entwicklung des Kreislaufwirtschaftsprojekts in seiner LinkedIn-Gruppe zum Thema Kreislaufwirtschaft thematisiert. Beachcenter Bern hatte die nicht mehr benötigte Halle im Juni vergangenen Jahres interessierten Abholern kostenlos zur Verfügung gestellt.

    Nun stehe fest, dass die Halle im Dorf Peccia in der Gemeinde Lavizzara wieder aufgebaut wird, informiert öbu. Dort soll sie das bei den Unwettern im letzten Sommer beschädigte Feuerwehrdepot ersetzen und als Lager- und Mehrzweckhalle dienen. Die zwischen 6 und 8 Meter hohe Halle soll dafür neu zwei Zwischengeschosse bekommen. Sie werden mit wiederverwerteten oder lokal verfügbaren Materialien realisiert.

    Zudem muss die Konstruktion für die Gegebenheiten am neuen Standort umgebaut werden, erläutert öbu. Dabei wird die ehemals quadratische Halle mit einem Grundriss von etwa 30 mal 30 Metern geteilt und als Rechteck mit Seitenlängen von 15,2 mal 38,8 Metern aufgebaut. Alle vorhandenen Materialien wie die Stahlkonstruktion, die Fassadenelemente, die Sandwichplatten für Fassade und Dach, die Schiebetore sowie die Oberlichter und Lampen finden erneut Verwendung. Die Um- und Neubauten werden von den Architekturbüros urbane landschaften aus Basel und Zanini Gozzi aus Paradiso TI realisiert. Im Sommer dieses Jahres soll die Halle ihrer neuen Bestimmung zugeführt werden können.

  • Nachhaltiges Bauen mit wiederverwendbaren Carbonbeton-Platten

    Nachhaltiges Bauen mit wiederverwendbaren Carbonbeton-Platten

    Die Einführung von Carbonfaser-verstärkten Betonplatten durch die ZHAW markiert einen bedeutenden Fortschritt im Hochbau. Diese Platten, die in der Fabrik vorgefertigt und zugeschnitten werden, können vor Ort schnell montiert werden. «Unser Bausystem aus Carbonbeton funktioniert ähnlich wie Lego, aber wie eine moderne Version davon, mit massgeschneiderten Bauteilen», erklärt ZHAW-Forscher Josef Kurath. Dieses System verkürzt nicht nur die Bauzeiten erheblich, sondern ermöglicht auch flexible Anpassungen und Erweiterungen von Gebäuden.

    Nachhaltigkeit und Wiederverwendung
    Ein Paradebeispiel für die Anwendung dieser Technologie ist der 120 Quadratmeter grosse Pavillon in Winterthur, der als Innovationslabor für nachhaltiges Bauen dient. Dank eines neuen Sharing-Modells können rund 90 Prozent des verwendeten Materials wiederverwendet werden, was im Vergleich zu herkömmlichen Methoden, bei denen nur etwa 10 Prozent wiederverwendbar sind, einen erheblichen Fortschritt darstellt. Angesichts der Tatsache, dass Zement für acht Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich ist, stellt diese Entwicklung einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des ökologischen Fussabdrucks dar.

    Carbonfasern als Herzstück
    Die CPC-Betonplatten (Carbon Prestressed Concrete) zeichnen sich durch ihre Langlebigkeit und Umweltfreundlichkeit aus. «Dank der neuen Leichtbauweise in Beton reduzieren wir den CO2-Fussabdruck um den Faktor zwei bis vier und sparen bis zu 75 Prozent Material gegenüber einer herkömmlichen Bauweise», erläutert Kurath. Die Kombination aus vorgespannten Carbonfasern und Beton bietet hervorragende strukturelle Eigenschaften: Carbon absorbiert Zugkräfte, während Beton Druck- und Querkräfte aufnimmt. Dadurch entstehen bei Belastung keine Risse, und die Platten behalten ihre Form und Tragfähigkeit bei geringerer Dicke.

    Industrielle Fertigung und Zukunftsaussichten
    Die CPC-Platten werden im ersten Werk in Deutschland von Holcim hergestellt, während die Carbonfasern in der Schweiz produziert werden, zukünftig mit biobasiertem Kohlenstoff. «Die entwickelten Platten sollen künftig auch hierzulande produziert und das neue Bausystem breit im Hochbau eingesetzt werden können – gerade der Schweizer Markt ist dafür prädestiniert», sagt Kurath. Ein Schwerpunkt der weiteren Forschung liegt auf der Optimierung der Platten für Schall- und Brandschutz sowie auf erdbebensicheren Konstruktionen. Innovative Verbindungstechniken ermöglichen nahezu endlose horizontale Ebenen ohne zusätzliche Verbindungselemente, was die Flexibilität und Effizienz des Bauens weiter erhöht.

  • Sieger der Bern Upcycling Challenge sind gekürt

    Sieger der Bern Upcycling Challenge sind gekürt

    Die Sieger der ersten Bern Upcycling Challenge stehen fest: Scrimber, Mymyio und Second Life Recharger. Der Preis des Departements Wirtschaft der Fachhochschule Bern und des Förderfonds der Berner Kantonalbank ist mit insgesamt 30’000 Franken dotiert. Er wurde beim 2. Anwenderforum in Bern verliehen.

    Laut einer Medienmitteilung soll der Wettbewerb die Transformation zu einer Kreislaufwirtschaft in der Region stimulieren und einen aktiven Beitrag zum nachhaltigen Umbau der Unternehmen leisten. Gleichzeitig soll die Grossregion Bern als wichtiger Standort für die Kreislaufwirtschaft positioniert werden.

    Auf Platz 1 wählte die Jury das Projekt Scrimber. Dessen hochwertige tragenden Bauprodukte aus Holz können Beton und Stahl und damit CO2-Emissionen im Bauwesen ersetzen. Die Holzplatten werden aus minderwertigen Holzsortimenten wie kleinere, unregelmässige Stammquerschnitte oder Seitenware aus Sägewerken sowie aus Altholz hergestellt. Nach einer ersten Nutzungsphase in einem Gebäude können die Teile wiederverwendet werden.

    Platz 2 ging an die Upcycling-Möbel von Mymyio. Sie werden mit ausgemustertem Büromaterial hergestellt, was aber nicht erkennbar ist. Mymyio kann aus Lagerbeständen mit wertvollen Rohstoffen sogar massgeschneiderte Produkt- und Projektlösungen anbieten.

    Auf Platz 3 landete das Projekt Second Life Battery Recharger, ein System, mit dem alte Batterien von E-Bikes neu genutzt werden können. Es wurde von der Ausbildungs- und Erlebnisplattform Swiss Bike Park Oberried entwickelt, gemeinsam mit Partnern wie Gustoil, Petrusso, Thömus, Twinner, Stromer und der GVB Kulturstiftung.

  • Corentin Fivet wird neuer Chef des Smart Living Labs

    Corentin Fivet wird neuer Chef des Smart Living Labs

    Corentin Fivet übernimmt im Frühjahr die Leitung des Smart Living Labs an der Freiburger Niederlassung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL). Er ist seit  2016 Professor an der EPFL und hat laut Medienmitteilung bahnbrechende Methoden zur Wiederverwendung von Betonplatten, Wänden und Trägern aus Holz oder Stahl entwickelt. Das Smart Living Lab feiert 2024 sein zehnjähriges Bestehen.

    Als Fivet eine Assistenzprofessur an der EPFL in Freiburg antrat, war sein Forschungsgebiet noch jung, heisst es in der Mitteilung. «Es war einfach, die Literatur zu sichten, da kaum etwas veröffentlicht worden war», wird er zitiert. Damals war die Wiederverwendung tragender Strukturen noch nicht so weit verbreitet wie heute. Und auch das Smart Living Lab selbst befand sich gerade in der Anfangsphase. Das Smart Living Lab ist eine gemeinsame Initiative von drei Schweizer Universitäten – der EPFL, der Hochschule für Technik und Architektur Freiburg (HEIA-FR) und der Universität Freiburg.

    «Wir haben jetzt rund ein Dutzend Forschungsgruppen, die zahlreiche Erfolge erzielt haben – darunter auch einige, die international anerkannt wurden. Meine Ernennung zum akademischen Direktor des Zentrums markiert den Beginn der nächsten Phase», wird Fivet weiter zitiert.

    Fivet wird am 1. April 2024 die akademische Leitung des Smart Living Labs übernehmen und mit Martin Gonzenbach zusammenarbeiten, der weiterhin die operative Leitung innehaben wird. Fivet will das Ziel des Smart Living Labs weiterverfolgen: als Katalysator für Nachhaltigkeit und Wohlbefinden in der gebauten Umwelt zu dienen, heisst es in der Mitteilung. Eines seiner ersten Ziele werde es sein, das Weiterbildungsangebot des Zentrums für Architekten, Bauingenieure, Bauleiter und Immobilienverwalter zu erweitern.

  • Ständeratskommission setzt Massstäbe für eine stärkere Kreislaufwirtschaft

    Ständeratskommission setzt Massstäbe für eine stärkere Kreislaufwirtschaft

    Die Kommission folgt grösstenteils den Beschlüssen des Nationalrates, hält aber am Monopol der Kantone für die Entsorgung von Siedlungsabfällen fest. Sie stimmt zu, dass private Sammlungen durch Unternehmen nur mit Genehmigung des Bundesrates für bestimmte Abfallarten zulässig sind. Dies soll sicherstellen, dass die öffentliche Hand nicht einspringen muss, falls private Sammlungen aufgrund wirtschaftlicher Unrentabilität eingestellt werden.

    Die Kommission spricht sich zudem für eine Stärkung der Wiederverwendung von Abfällen aus und setzt sich für eine Gleichstellung der Wiederverwendung mit der stofflichen Verwertung ein. Eine Minderheit fordert sogar eine höhere Priorität für die Wiederverwendung. Hinsichtlich der stofflichen Verwertung von Abfällen wird betont, dass Verpflichtungen nur unter bestimmten Bedingungen gelten.

    Im Gegensatz zum Nationalrat lehnt die Kommission eine Entpackungspflicht für unverkaufte biogene Produkte ab, da sie den ökologischen Nutzen als gering und die wirtschaftlichen Kosten als hoch einschätzt. Des Weiteren wird eine lebenszyklus-orientierte Betrachtung der Umweltbelastung von Produkten und Gebäuden hervorgehoben.

    In Bezug auf Altlastensanierungen im Rahmen der Teilrevision des Umweltschutzgesetzes (22.085) stimmt die Kommission nicht allen Vorschlägen des Bundesrates zu, erweitert jedoch die Bundesabgeltungen für bestimmte Altlasten-Standorte.

    Zusätzlich hat die Kommission Massnahmen zur Lärmbekämpfung erörtert, darunter lärmabhängige Gebühren für Flughäfen und die Möglichkeit für Gemeinden, die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h festzulegen.

    Die Sitzung unter dem Vorsitz von Ständerätin Adèle Thorens Goumaz fand am 16. November 2023 statt, wobei Bundesrat Albert Rösti teilweise anwesend war.

  • Herausforderungen machen erfinderisch

    Herausforderungen machen erfinderisch

    Repräsentative Fassade aus gebrauchten Materialien
    Die Aufgabe: Ausgerechnet für die Fassade eines prominent am Zürcher Hauptbahnhof gelegenen Verwaltungsbaus sollen einfache, gebrauchte Alltagsmaterialen und -bauteile zum Einsatz kommen. Gleichzeitig will die real am Workshop vertretene Bauherrschaft den Ersatz der Fassade nutzen, um der Liegenschaft einen repräsentativen Ausdruck zu verleihen.

    Aus zur Verfügung gestelltem gebrauchtem Material sollen die Studierenden in kleinen Gruppen einen Entwurf für die Fassade erstellen. Sie sollen städtebauliche, konstruktive und atmosphärische Aspekte diskutieren und entwickeln. Und schliesslich sollen sie einen Ausschnitt aus der Fassade in Originalgrösse bauen. Unterstützt und angeleitet werden die Studierenden von ZHAW-Dozierenden und internationalen Fachleuten.

    Das Materiallager enthält verschiedene gebrauchte oder übriggebliebene Bauteile. Jede Gruppe bekommt ein anderes Material als Ausgangspunkt für ihre Gestaltungsidee: Spiegel, Stahlgitter, Rasengittersteine, Dachziegel, Profilbleche oder glasfaserverstärkter Kunststoff.

    Kreative Lösungen
    Die herausfordernde Aufgabe, der Liegenschaft mit einfachen, gebrauchten Alltagsmaterialen einen gestalterisch attraktiven und repräsentativen Ausdruck zu verleihen, führt zu überraschenden Ergebnissen: Die Studierenden deuten Rasengittersteine zu kunstvollen Stilelementen um.

    Rasengittersteine werden wiederverwendet und zum kunstvollen Stilelement umfunktioniert.

    Sie hinterleuchten Kunststoffpaneele, die gleichzeitig einen thermischen Puffer schaffen. Sie arrangieren Dachziegel mit variierenden Reliefs und Lackierungen zu belebten Oberflächen.

    Hinterleuchtete Kunststoffpaneele schaffen eine thermisch isolierende Pufferschicht.

    Um dem nüchternen Verwaltungsbau Wohnlichkeit einzuhauchen, kombiniert eine Gruppe Studierender französische Balkone mit verzinkten Treppentritten, die zugleich Halt für eine Fassadenbegrünung bieten.

    Dachziegel mit variierenden Reliefs und Lackierungen werden zu belebten Oberflächen.

    Eine andere Gruppe nutzt Spiegel aus dem kurz zuvor abgerissenen Winterthurer Kantonsspital als schräg eingesetzte Fensterlaibungen und gibt der Fassade damit eine surreal verspielte Anmutung.

    Französische Balkone mit verzinkten Treppentritten sorgen für Wohnlichkeit und bieten Halt für eine Fassadenbegrünung.

    Wertschätzung für den Bestand
    Die Suche nach Qualitäten im scheinbar Wertlosen verändert den Blick der Studierenden auf den ortsfesten Bestand. Einige Studierende nehmen die Aufgabenstellung so ernst, dass sie sie infrage stellen: Ist ein Ersatz der bestehenden Fassadenelemente, wie er in Realität vorgesehen ist, überhaupt nötig? Kann es gelingen, die bestehende Fassade zu erhalten und für die neue Nutzung umzurüsten? Eine Gruppe Studierender schlägt in ihrem Projekt vor, die bestehende Fassade zu sanieren und das dafür benötigte Gerüst später am Gebäude zu belassen – um damit neue Lebensräume im Aussenraum zu schaffen.

    Spiegel als schräg eingesetzte Fensterlaibungen verleihen der Fassade eine surreal verspielte Anmutung.

    Ganz nebenbei wächst in der Workshop-Woche auch eine Erkenntnis. Die Architektur der Wiederverwendung kann zwar vielfältige architektonische Haltungen und Ausdrucksformen hervorbringen – sie alle gründen aber auf einer gemeinsamen Basis: dem respektvollen und behutsamen Umgang mit bereits gebautem Bestand.

    Die bestehende Fassade soll saniert werden. Das dafür genutzte Gerüst bleibt auch nach der Sanierung am Gebäude und schafft neue Lebensräume im Aussenraum.
  • Baden startet Pilotprojekt zur Wiederverwendung im Gebäudepark

    Baden startet Pilotprojekt zur Wiederverwendung im Gebäudepark

    Die Stadt Baden steht laut einer Medienmitteilung im Mittelpunkt eines neuen  Forschungsprojekts über die Wiederverwendung von Bauteilen auf Städteebene. Das Forschungsprogramm Gebäude und Städte des Bundesamts für Energie (BFE) wird mit Beteiligung des Zürcher Unternehmens intep (Integrale Planung GmbH) und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) mit Baden als Fallbeispiel seit Januar umgesetzt.

    Das Projekt läuft während rund zwei Jahren und wird massgeblich vom BFE finanziert. Die Stadt Baden trägt rund einen Viertel der Projektkosten und das Bundesamt für Umwelt (BAFU) beteiligt sich ebenfalls daran. „Die Stadt Baden wird von massgeschneiderten Erkenntnissen, insbesondere für die stadteigenen Bauprojekte und die laufende Revision der Nutzungsplanung, profitieren“, wird Stadtammann Markus Schneider zitiert.

    Beim Forschungsprojekt „Re-Use auf dem Weg zum Netto-Null-Ziel bei Gebäuden“ stehe nicht das Recycling von Bauteilen, sondern die direkte Wiederverwendung in anderen Gebäuden im Mittelpunkt. Für das Projekt werden Bauteilflüsse modelliert, die Umweltwirkung ermittelt und die notwendigen Rahmenbedingungen und Massnahmen für eine breite Anwendung systematisch erfasst, heisst es in einer Mitteilung von intep.

    „Die CO2-Emissionen eines Gebäudes über seine gesamte Lebensdauer – also nicht nur im Betrieb, sondern auch bei der Erstellung – sind ein wichtiges und immer noch unterschätztes Potenzial für die notwendige Absenkung des CO2-Austosses auf Netto Null“, wird Nadja Lavanga zitiert, Projektleiterin bei intep.

    Als Reduktionspotenziale nennt Christian Vogler, Koordinator Energie der Stadt Baden, „den Erhalt des Bestandes statt Neubauten, zirkuläre und ressourcenschonende Bauweisen, die Wiederverwendung von Bauteilen und das Recycling“.

  • Neue Doppelkindergärten aus Re-Use Bauteilen

    Neue Doppelkindergärten aus Re-Use Bauteilen

    Das Architekturstudium des 6. Semesters Teilzeit befassen sich in diesem Semester mit der Frage, wie aus dem Bauteilkatalog des Rückbauprojekts Roche Süd Basel neue Doppelkindergärten für die Stadt Basel geschaffen werden können. 

    Eine ehrgeizige und experimentelle Aufgabe und ein Pilotprojekt 
    Nach dem Besuch des Areals Süd auf dem Roche-Campus in Basel, analysieren die Student*innen die Gebäude, die demnächst zurückgebaut werden, auf deren Ressourcen-Potential für eine Zukunft als Doppelkindergärten. Es handelt sich um ein Pilotprojekt, da es derzeit keine etablierte Industrie für Re-Use-Teile gibt. «Neubauten», die aus Re-Use-Ressourcen gebaut werden, sind ein Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft in der Baubranche. Als theoretische Grundlagen werden die 10-R-Kaskade sowie Crade-to-Cradle in den Vordergrund gestellt. 

    Für diese ehrgeizige und experimentelle Aufgabe arbeitet das Departement Architektur, Holz und Bau der Berner Fachhochschule mit Expert*innen der Firmen Gruner, CSD Ingenieure und Erne Holzbau. Wöchentlich geben verschiedene Referent*innen mit Wissen und Erfahrung in diesem Bereich einen Input und nehmen an den Tischdiskussionen mit den Student*innen teil. 

    In Partnerschaft mit der Stadt Basel und dem Unternehmen Roche werden die Student*innen bis zum Semesterende Vorschläge erarbeiten, wie die Gebäudeteile weiterverwendet werden können. Dabei werden durch neues Fügen der Bauteile Lebensräume für Kinder entstehen. 

    Entwurfsatelier «Re-use for Kids» 
    Im Entwurfsatelier «Re-Use for Kids» geht es um die Suche nach Möglichkeiten, wie aus einem Bauteilkatalog eines Rückbauprojekts neue Kindergärten entworfen und gebaut werden können. Ziel ist es, Prinzipen und Parameter zu finden, die eine stringente architektonische Gestaltung bei der Wiederverwendung von Gebäudeteilen ermöglichen. Dabei werden die Auswirkungen der wiederverwendeten Teile auf die Struktur, Konstruktion, Raumfügung und Atmosphäre der Architektur untersucht. 

    Die Auseinandersetzung mit dem Thema verlangt das Einbeziehen unterschiedlichster Themen in den Entwurfsprozess und ist deshalb eine interdisziplinäre Aufgabe. Verschiedene externe Experten bringen im Entwurfsatelier ihr Fachwissen ein und schaffen damit eine realitätsnahe Unterrichtssituation.

  • Stahlprofile aus Abbruchobjekten sollen weiterleben

    Stahlprofile aus Abbruchobjekten sollen weiterleben

    Vertreter der Schweizer Stahl- und Baubranche haben sich zu einer Allianz für die Wiederverwertung gebrauchter Stahlprofile im Bau zusammengeschlossen. Laut Medienmitteilung trafen sich im Rahmen eines runden Tisches im November Vertreterinnen und Vertreter des Stahlbau Zentrums Schweiz, der Christoph Merian Stiftung, der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa), des Forschungs- und Innovationsgebäudes NEST von Empa und Wasserforschungsinstitut Eawag, dem Baubüro in situ, ZPF Ingenieure, Madaster und sumami und beschlossen, gemeinsam die Kreislauffähigkeit von Stahlprofilen in der Schweiz zu fördern. Zum runden Tisch wurde das Projekt-Team Einkaufskompass Kreislaufwirtschaft und der Branchenverband Metal suisse eingeladen. Ziel ist, das Potenzial von Stahlprofilen in der Kreislaufwirtschaft besser zu verstehen und praxistauglich zu machen.

    Ein Parkhaus in Basel der Christoph Merian Stiftung, das abgerissen wird, soll als Prototyp-Projekt dienen. Unterstützend dabei ist laut der Mitteilung das Baubüro in situ, das bereits Projekte in diesem Rahmen umgesetzt hat. Es werde nun untersucht, wie die Demontage der Stahlprofile im Parkhaus gelingen kann, wo die Stahlprofile neu eingesetzt werden und wo sie in der Zwischenzeit gelagert werden können. Stahlprofile gelten als besonders kreislauffähig, denn sie können in ihrer vorhandenen Form ausgebaut und meist direkt in neue Bauten integriert werden. Dabei entsteht kein Material- oder Qualitätsverlust und es wird keine Energie für eine Einschmelzung oder Neuformung benötigt.

    Durch diese Energie-Einsparung können direkt beim Bau Treibhausgasemissionen reduziert werden. Die direkte Wiederverwendung von Baumaterialien ohne Wiederverwertung stelle den grössten Hebel bei der Einsparung von Emissionen in der Baubranche dar. Neben den Stahlprofilen können auch Beton, Fassadenelemente, Fenster oder Türen wiederverwendet werden.

  • Adrian Amstutz soll oberster Baustoffrecycler werden

    Adrian Amstutz soll oberster Baustoffrecycler werden

    Der Vorstand von arv Baustoffrecycling Schweiz schlägt der Generalversammlung Adrian Amstutz als neuen Präsidenten vor. Er begründet dies in einer Pressemitteilung mit den Erfahrungen von Amstutz als ehemaliger Inhaber eines Architektur- und Bauleitungsbüros, als Gemeindepräsident von Sigriswil BE und als SVP-National- und Ständerat. Amstutz habe während zwölf Jahren auch den Zentralvorstand des Nutzfahrzeugverbandes ASTAG präsidiert.

    Amstutz soll die Nachfolge von Thomas Merz antreten. Dieser war im Herbst nach fünf Jahren als Präsident des Verbandes zurückgetreten. Seither führt Vizepräsident Kurt Morgan interimistisch die Geschäfte des Präsidenten.

    Der Verband wurde 1990 gegründet und hat seinen Sitz in Schlieren. Er setzt sich für die Interessen der Wiederverwerter von Bauabfällen ein. Die Wahl des neuen Präsidenten ist für die Generalversammlung vom 19. Mai vorgesehen.

  • Mehr Recycling von Baumaterial

    Mehr Recycling von Baumaterial

    Mehr als 17 Millionen Tonnen Abfälle entstehen in der Schweiz jährlich von Um- und Rückbauten. Zwei Drittel werden aber zu Recyclingbaustoffen aufgearbeitet, so können natürliche Ressourcen wie zum Beispiel Kies geschont werden. Jedoch geht auf diese Weise viel graue Energie verloren, die ursprünglich zur Herstellung der Baumaterialien benötigt wurde. Deshalb hat das Bundesamt für Umwelt (BAFU) die Unternehemen SALZA und Matériuum beauftragt, die Wiederverwendung von Baumaterialien im Schweizer Bausektor zu untersuchen. Es haben rund 150 Akteure aus den Bereichen Ausbau, Vermittlung, Verwendung und Promotion an der Umfrage teilgenommen.

    Ressourcenverbrauch und Umweltbewusstsein steigen
    Der Ressourcenbedarf ist im Baubereich in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen. Ein Grund dafür ist, dass vermehrt Gebäude aus den 1980er und 1990er Jahren abgerissen werden. Die Lebensdauer des Gebäudes und des darin verbauten Materials ist noch nicht erreicht und somit werden viele noch funktionstüchtige Bauteile entsorgt.

    Das Bewusstsein, um mit Rohstoffen sparsamer umzugehen, steigt jedoch, wie die Antworten der Umfrageteilnehmer zeigen. Das führt zum Aufleben der Wiederverwendung im Baubereich. Viele kleine Akteure arbeiten im bestehenden Recycling-Markt gewinnbringend. Allerdings ist die Vernetzung dieser Akteure praktisch inexistent und es gibt auch keine Organisation, die deren Interessen in der Öffentlichkeit vertritt.

    Wiederverwendung der Baumaterialen muss gestärkt werden
    Durch das Wiederverwenden der brauchbaren Bauteile werden nicht nur Abfälle vermieden, es vermindert zudem die klimaschädlichen CO2-Emissionen. So kann die Baubranche zur Erreichung des Klimaziels 2050 und der Energiestrategie 2020 beitragen.

    Fazit der Studie: Die Branche könnte mittels einer Information- und Austauschplattform zur Wiederverwendung und der Schaffung einer Dachorganisation vernetzt und strukturiert werden. Zudem sollen Leuchtturmprojekte kommunikativ unterstützt werden, um praktische Umsetzungsmöglichkeiten der Wiederverwendung zu demonstrieren. Ebenfalls wichtig: Bauplanerinnen und Bauplaner zum Thema Wiederverwendung ausbilden und Bauherrschaften und Bevölkerung für das Thema sensibilisieren.

    Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) möchte künftig die Wiederverwendung als Mittel zur Förderung der Kreislaufwirtschaft in den entsprechenden SIA-Normen und Nachhaltigkeitslabels verankern, um damit den Umweltfussabdruck von Bauwerken weiter zu senken.