Schlagwort: Wincasa AG

  • Implenia übernimmt Wincasa

    Implenia übernimmt Wincasa

    Implenia mit Sitz in Opfikon kauft der Zuger Swiss Prime Site-Gruppe die Immobiliendienstleisterin Wincasa AG mit Sitz in Winterthur ab. Ein entsprechender Vertrag wurde am 29. März unterzeichnet, informiert Implenia in einer Mitteilung. Den Kaufpreis in Höhe von 171,6 Millionen Franken will die Bau- und Immobiliengesellschaft aus im operativen Geschäft erwirtschafteten Barmitteln entrichten.

    Die Eingliederung von Wincasa wird das Dienstleistungsangebot  der  Division Buildings von Implenia erweitern. „Wir werden von den Kenntnissen und Kundenbeziehungen von Wincasa profitieren“, wird Implenia-CEO André Wyss in der Mitteilung zitiert. Zudem verspricht sich die Bau- und Immobiliengesellschaft Umsatzsynergien und zusätzliche wiederkehrende Erträge. Die Marge von Wincasa auf das Betriebsergebnis (EBIT-Marge) in Höhe von 10 Prozent soll zur Steigerung der Profitabilität von Implenia beitragen.

    Wincasa betreut zum Zeitpunkt des Verkaufs über 250’000 Objekte. Das Unternehmen werde auch unter dem Dach von Implenia seinen etablierten Markennamen beibehalten, erläutert Implenia. Swiss Prime Site will sich nach dem Verkauf seines Immobiliendienstleisters auf das eigene Immobilienportfolio und das Asset Management konzentrieren. „Der Verkauf von Wincasa und die Nichtweiterführung des operativen Betriebs von Jelmoli ab Ende 2024 schaffen eine maximale Verschlankung unseres Unternehmens“, lässt sich Swiss Prime Site-CEO René Zahnd in der Mitteilung zitieren.

  • SVIT Swiss Real Estate Forum 2022 – Digitalisierung, Disruption und Datenflut im Fokus 

    SVIT Swiss Real Estate Forum 2022 – Digitalisierung, Disruption und Datenflut im Fokus 

    Nach der offiziellen SVIT Delegiertenversammlung am Donnerstagvormittag referierte im Konferenzsaal des Verkehrshaus Luzern zunächst der Strategie- und Innovationsberater Maks Giordano. Er zeigte auf, was passiert und wie man reagieren kann «wenn Zukunft in exponentiellen Schritten kommt». Giordano ist überzeugt, dass nach Mobilfunk und World Wide Web unsere Industrien jetzt durch die dritte Welle der digitalen Disruption und mit deren exponentiellen Entwicklungen der Technologie, nochmals grundlegend verändert werden. «In diesen Zeiten der Hyper-Innovation und des Hyper-Wachstums ist es zwingend erforderlich, dass wir alle die notwendigen Fähigkeiten erlernen, um diesen Wandel zu bewältigen», so seine Botschaft. 

    Comedy und Politgeflüster 
    Im Anschluss bot Comedian Kaya Yanar ein «Best Of» seines bisherigen Schaffens in der Fernseh- und Komikerszene, ehe dann am Nachmittag eine erste Podiumsdiskussion anstand. SVIT Forum-Moderator Urs Gredig begrüsste die Politiker Hans Egloff (SVP, Präsident HEV Schweiz) und Michael Töngi (Grüne, Vize-Präsident des Schweizerischen Mieterinnen- und Mieterverbands) sowie Martin Tschirren, Direktor des BWO Bundesamts für Wohnungswesen, auf der Bühne. Sie analysierten gemeinsam die derzeitige politische und gesellschaftliche Stimmungslage hinsichtlich einer möglichen Totalrevision des Schweizer Mietrechts, das aus dem Jahr 1990 stammt. Generell halten sie angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Nationalrat nur kleinere Änderungen für möglich, auch wenn Egloff und Töngi grundlegende Modifikationen und Teilrevisionen verlangten. Bundesamtleiter Tschirren gab zu bedenken, dass in der vor uns liegenden Zeit eine Verschärfung der Wohnungsknappheit droht. Dies sei vorrangig in den Grossstädten und -zentren festzustellen. 

    Bundesrat sieht Handlungsbedarf bei Mieten 
    Am Ende des ersten Tages des SVIT Forum 2022 richtete Bundesrat Guy Parmelin, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung und Bundespräsident im 2021, eine Grussbotschaft an die SVIT-Delegierten und -Gäste. Er betonte, die neue Bedeutung für das Wohnen als eine Folge der Corona-Pandemie. Vor allem Arbeitende in Büros hätten sich nun angesichts von Homeoffice und Videokonferenzen vom Zuhause aus vermehrt Gedanken über ihre Wohnsituation gemacht. Es gelte heute zu reagieren auf stark steigende Wohnungs- und Energiepreise. Zudem sei die Wohneigentumsquote in der Schweiz wieder im Rückwärtsgang: Während diese noch im 2015 bei 38,4 Prozent lag, habe sie im 2019 bereits nur noch 36,4 Prozent betragen, zitierte Parmelin aus den Zahlen des BFS und des Bundesamts für Wohnungswesen. Bei der Mietzinsgestaltung sieht er einen «gewissen Handlungsbedarf». Konkret wurde er bei einer allfälligen Überprüfung der Orts- und Quartiersüblichkeit. Hier werde es schon bald eine Expertengruppe geben, die sich dieses Themas annehme. Zu den jüngsten Entwicklungen auf der Zinsseite sagte Parmelin: «Die Schweizerische Nationalbank kommt zurück auf den normalen Weg.» 

    Schifffahrt und Achterbahn 
    Der erste Event-Tag wurde mit einer Schiffrundfahrt auf dem Vierwaldstättersee auf der MS Diamant abgerundet. Der zweite Tag des SVIT Forum 2022 am Freitag begann mit einem eindrücklichen Impulsreferat des früheren AMD-Chefs und heutigen Start-up-Investors Carsten Maschmeyer, der die Hohen und Tiefen seiner Wirtschaftskarriere schilderte und dem Publikum seine «Erfolgsformel durch Chancen und Krisen hindurch für ein erfülltes Leben» verriet. 

    Datenrechte digitalisierter Dienstleister 
    Die zweite Podiumsdiskussionsrunde, moderiert von «Immobilia»-Herausgeber Ivo Cathomen, beschäftigte sich mit der Zukunft der Immobiliendienstleister. Er hatte hierzu Oliver Hofmann, CEO der Wincasa AG, Béatrice Schaeppi, Chefin des gleichnamigen Familienunternehmens, sowie Severin Krebs, Geschäftsführer der Pfannenstiel Immobilien AG, auf das Podium eingeladen. Die drei Unternehmensleader schilderten, wie die Digitalisierung die Arbeit des Bewirtschafters heute in vielerlei Hinsicht beeinflusst und bestimmt. Als die wichtigsten Baustellen für Dienstleistungen in der Immobilienbranche identifizierten sie die Datenhoheit bzw. den Datenschutz sowie die Befriedigung der unterschiedlichen Kundenbedürfnisse und die Rekrutierung von Fachpersonal. 

    Das SVIT Swiss Real Estate Forum 2022 endete am Freitagmittag im Verkehrshaus Luzern mit einer Verabschiedung durch SVIT-Präsident Andreas Ingold und schliesslich mit einem Thai-Stehlunch im Foyer, während draussen ein erster grosser Gewitterschauer des Tages niederging.