Schlagwort: Wind

  • AirBattery und CAES als Schlüssel zur Energiewende

    AirBattery und CAES als Schlüssel zur Energiewende

    Wenn Wind und Sonne ausfallen, braucht es verlässliche Reserven. Klassische Batteriesysteme stossen bei grossen Energiemengen und langen Speicherzeiten an Grenzen. Genau hier setzen Druckluftspeicher an. Sie wandeln überschüssige Energie in komprimierte Luft um und speichern sie in unterirdischen Kavernen, über Tage, Wochen oder sogar Monate hinweg. Bei Bedarf wird die Luft wieder entspannt und Strom erzeugt. Die AirBattery und modernisierte CAES-Systeme repräsentieren einen Wendepunkt in der Speichertechnologie.

    Innovative Kombination aus Druckluft und Wasser
    Die AirBattery  nutzt Salzkavernen, um Druckluft bei bis zu 200 bar zu speichern. Die Entspannung der Luft verdrängt Wasser, das eine Turbine antreibt. Ein geschlossener Wasserkreislauf sorgt für hohe Effizienz bei geringem Ressourceneinsatz. Erste Pilotprojekte zeigen Wirkungsgrade von 47 %, in Deutschland soll 2027/2028 die erste industrielle Anlage entstehen.

    CAES mit über 70 % Wirkungsgrad
    Während ältere CAES-Anlagen bei 40–55 % lagen, zeigen neue Entwicklungen wie an der North China Electric Power University, dass mit thermischer Rückgewinnung und Hybridisierung nun bis zu 70 % erreicht werden. Diese Innovation macht CAES erstmals wirtschaftlich attraktiv, mit Stromgestehungskosten zwischen 55 und 120 €/MWh. Gleichzeitig reduziert sich der Rohstoffverbrauch drastisch, da keine seltenen Metalle benötigt werden.

    Das Potenzial ist riesig
    Allein in Europa gibt es sehr viele geeignete Salzkavernen mit einem Speicherpotenzial von zwei Drittel des Jahresstromverbrauchs. In der Schweiz bieten Granitformationen, alte Festungen oder strategische Hohlräume vergleichbare Chancen. Die Nutzung vorhandener Infrastruktur macht CAES besonders nachhaltig und kosteneffizient.

    Wirtschaftlichkeit und Marktpotenzial
    CAES punktet mit Skaleneffekten und langer Lebensdauer. Investitionen rechnen sich besonders bei grossen Anlagen mit Speicherzeiten über 8 Stunden. Die Amortisationszeit liegt bei 6 bis 11 Jahren, der ROI kann bis zu 12 % betragen. Bis 2030 könnten weltweit 10–20 % des Speicherbedarfs durch CAES gedeckt werden, das entspricht einem Markt von über 100 GW Leistung.

    China macht vor, was Europa lernen kann
    China zeigt, wie gezielte politische Steuerung Speichertechnologien voranbringt. Klare Regulierungen, staatliche Zuschüsse und grüne Kreditlinien treiben dort den Ausbau massiv voran. In Europa fehlt bisher ein vergleichbarer Rahmen. Um das Potenzial zu heben, braucht es technologieoffene Förderinstrumente, schnellere Genehmigungen und Anreize für Netzdienstleistungen.

    Klimabilanz und Nachhaltigkeit
    CAES erreicht Lebenszyklus-Emissionen von nur 20–50 g CO₂/kWh, weit unter Gaskraftwerken und oft besser als Batteriesysteme. Dank langlebiger Komponenten, geringer Flächenbeanspruchung und ressourcenschonender Bauweise wird CAES zum Baustein für eine klimaneutrale Energiezukunft. Die Kombination mit Power-to-Gas oder Batteriesystemen bietet zusätzliche Flexibilität.

    Druckluftspeicher werden strategischer Erfolgsfaktor
    AirBattery und moderne CAES-Systeme könnten zum Rückgrat der Energieversorgung von morgen werden. Ihre Fähigkeit, erneuerbare Energie über lange Zeiträume effizient zu speichern, macht sie zu einer echten Alternative, auch wirtschaftlich und ökologisch. Für Versorger, Stadtwerke und Investoren ist jetzt der Zeitpunkt, Pilotprojekte zu realisieren und regulatorische Voraussetzungen zu schaffen. Die nächsten Jahre entscheiden, ob CAES vom Nischenprodukt zum Systembaustein der Energiewende wird.

  • Windpark Quatre Bornes nimmt nächste Hürde

    Windpark Quatre Bornes nimmt nächste Hürde

    Der Windpark Quatre Bornes hat eine weitere Hürde genommen. Laut einer Mitteilung der Groupe E hat das Kantonsgericht Neuenburg die Einsprache der Gegner des Projekts gegen die drei Windräder auf dem Gebiet der Neuenburger Gemeinde Val de Ruz zurückgewiesen. Das Gericht habe seine Entscheidung unter anderem damit begründet, dass das Projekt von nationaler Bedeutung und der kantonale Richtplan nicht zu beanstanden sei. Die Einsprecher können nun Einsprache beim Bundesgericht erheben.

    Auch die sechs Windräder des Windparks, die auf dem Gebiet der Berner Gemeinde Sonvilier geplant sind, sind noch Gegenstand laufender Verfahren. Die Initianten hatten dort ursprünglich sieben Windräder geplant.

    Der Windpark wird von den beiden Gemeinden sowie 23 Landwirten und anderen Personen geplant. Groupe E investiert über seine Tochter greenwatt in das Projekt. Die ersten Windmessungen wurden 2006 vorgenommen. Der Windpark soll 63 Millionen Kilowattstunden pro Jahr erzeugen.

  • Studie sieht deutlich höheres Potenzial für Windenergie

    Studie sieht deutlich höheres Potenzial für Windenergie

    Die Schweiz könnte deutlich mehr Strom aus Windenergie erzeugen als bisher angenommen. Einer Studie der Berner Firma Meteotest im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE) zufolge könnten Windräder allein im Winterhalbjahr 19 Terawattstunden produzieren, heisst es in einer Medienmitteilung des BFE. In einer Vorgängerstudie von 2012 waren die Wissenschaftler noch von 3,7 Terawattstunden pro Jahr ausgegangen. Zum Vergleich: Die Schweiz verbrauchte 2021 insgesamt 58,11 Terawattstunden Strom.

    Der Grossteil des Potenzials liegt mit 17,5 Terrawattstunden im Mittelland. Im Jurabogen und in den grossen Alpentälern könnten zusammen mehr als 7,8 Terawattstunden, im Alpenraum über 4,2 Terawattstunden pro Jahr produziert werden.

    Seit der letzten Studie haben sich sowohl die politischen Bedingungen als auch die Technik weiterentwickelt. So sind heutige Windkraftanlagen höher, haben grössere Rotoren und produzieren ein Mehrfaches im Vergleich zu älteren Anlagen. Ausserdem kommen „mit der Zuerkennung des nationalen Interesses für Windparks“ mehr Flächen wie Wälder und Gebiete im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler (BLN) infrage. Sie unterliegen jedoch höheren Anforderungen an die Windenergieproduktion.

    „Schon ein Teilausbau von 30 Prozent des gesamten Windenergiepotenzials – das entspricht rund 1000 Windenergieanlagen – könnte wesentlich zu einer sichereren Stromversorgung der Schweiz und zu einer Verringerung der Auslandabhängigkeit beitragen“, heisst es in der Medienmitteilung.

    Ausgeschlossen von der Berechnung wurden bewohnte Gebiete mit einem Puffer von 300 Metern, geschützte Landschaften wie Moore, Nationalparks und Biotope sowie geheime Anlagen des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport.

  • Surselva bekommt Testanlage für Wind-Sonnenenergie

    Surselva bekommt Testanlage für Wind-Sonnenenergie

    Das Bundesamt für Rüstung will neben der Mittelstation der ehemaligen militärischen Transportseilbahn oberhalb von Medel eine der ersten kleinen Wind-Sonnenanlagen der Schweiz im alpinen Raum einrichten, informiert armasuisse in einer Mitteilung. Die Testanlage solle „die Eignung einer Hybridanlage zur Gewinnung nachhaltiger Energie in alpinem Gelände“ prüfen, heisst es dort weiter. Ein entsprechendes Baugesuch hat armasuisse Immobilien nun eingereicht. Es kann vom 29. August bis zum 28. September bei der Gemeinde Medel eingesehen werden.

    Die geplante Kleinwindenergieanlage mit bifazialen Solarblättern soll im nächsten Herbst in den Testbetrieb gehen. Armasuisse rechnet mit einem Ertrag von 27 Megawattstunden pro Jahr für die Windenergieanlage, für die Windblume liegt der geschätzte Jahresertrag bei 35 Megawattstunden. Anhand der für das vierte Quartal 2024 vorgesehenen Auswertungen der tatsächlichen Resultate will armasuisse entscheiden, ob im Gebiet La Stadrea in der Surselva insgesamt neun Hybridanlagen installiert werden. Der Standort biete „sowohl bezüglich bereits vorhandener und nicht mehr genutzter Infrastruktur, wie auch bezüglich Windverhältnissen und Sonneneinstrahlung gute Bedingungen“, schreibt das Bundesamt.