Der Kanton Aargau wird auf den 1. Januar 2027 wieder der Greater Zurich Area (GZA) beitreten. Das hat der Grosse Rat an seiner Sitzung vom 13. Januar beschlossen. Er stellt für die Mitgliedschaft beim Standortvermarkter für die ersten vier Jahre 5,5 Millionen Franken zur Verfügung. Der Regierungsrat hatte in seiner Vorlage 8,5 Millionen Franken für sechs Jahre beantragt.
Die vorberatende Kommission hatte in ihrer Beratung im November darauf hingewiesen, dass im Schweizer Vergleich die Bevölkerung des Kantons zwar überdurchschnittlich, die Wirtschaft dagegen unterdurchschnittlich wächst. Der Beitritt zum Standortvermarkter sei eine „klare Chance, neue wertschöpfungsintensive Arbeitsplätze im Kanton anzusiedeln“, hatte sie damals in einer Mitteilung geschrieben. Die von ihr beantragte Kürzung von sechs auf vier Jahre für die erste Periode begründete sie mit Bedenken der Konkurrenz unter den Mitgliedschaftskantonen. Die kürzere Periode erlaube die sorgfältige Prüfung der Wirksamkeit einer Mitgliedschaft.
Der Greater Zurich Area gehören die Kantone Glarus, Graubünden, Schaffhausen, Schwyz, Solothurn, Tessin, Uri, Zug und Zürich an. Sie wirbt namentlich in den USA und China um Ansiedlungen wertschöpfungsintensiver Unternehmen im Wirtschaftsraum Zürich. Der Aargau hatte der GZA zwischen 2007 und 2010 angehört.
Der Grosse Rat stimmte am 13. Januar auch der Wirtschaftsförderung in Potenzialräumen zu. Dabei können sich Gruppen von Gemeinden mit wirtschaftlichem Potenzial zusammenschliessen, um Standortförderung professionell zu betreiben. Dabei soll es um Unternehmenskontakte und die Vermittlung von Arealen und Flächen gehen. Der Kanton übernimmt dabei 50 Prozent der Kosten. Der Grosse Rat hat dafür nun 4,5 Millionen Franken gesprochen.
Anfang April 2025 trafen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Luzerner Gemeinden sowie regionale Entwicklungsträger zum dritten Forum «Standort- und Wirtschaftsförderung in den Gemeinden». Eingeladen hatten die Wirtschaftsförderung Luzern und der Verband Luzerner Gemeinden. Im Zentrum des Forums an der Hochschule Luzern stand die Frage, wie Gemeinden strategisch Flächen für wirtschaftliche Aktivitäten sichern und entwickeln können.
Kantonaler Rahmen und digitale Hilfsmittel Nach der Eröffnung durch Ivan Buck, Direktor der Wirtschaftsförderung Luzern, und VLG-Präsidentin Sibylle Boos-Braun, stellte das Team Unternehmensentwicklung praxisorientierte Werkzeuge vor. Darunter ein Leitfaden und das digitale Tool von start.swiss, das automatisierte Willkommensprozesse für neue Unternehmen in der Gemeinde ermöglicht. Ein Schritt in Richtung effizienter Verwaltung und Standortpflege.
Kantonale Planung als Impulsgeber André Duss vom Kanton Luzern präsentierte die geplanten Massnahmen zur Entwicklung von Arbeitsplatzgebieten im Entwurf des kantonalen Richtplans. Im Fokus standen dabei Flächen für die Expansion lokaler Unternehmen und attraktive Standorte für Neuansiedlungen. Die Abstimmung zwischen Kanton und Gemeinden soll dabei zentrale Rolle spielen.
Regionale Praxisbeispiele setzen Impulse Anhand konkreter Projekte wurde sichtbar, wie Gemeinden bereits heute aktiv werden. LuzernPlus demonstrierte mit LuzernNord ein erfolgreiches Gebietsmanagement, flankiert von Entwicklungen in LuzernSüd, LuzernOst und Rothenburg-Station. Das Pilotprojekt von Sursee Plus, präsentiert von Matthias Senn, zeigte zudem, wie verdichtetes Bauen in Arbeitszonen auch für flächenintensive Unternehmen funktionieren kann. Florian Furrer aus Schüpfheim gab Einblick in den kommunalen Prozess der Einzonung neuer Arbeitsflächen.Ein Beispiel für vorausschauende Planung auf Gemeindeebene.
Gemeinden gestalten Zukunft aktiv mit Das Forum machte deutlich, Standort- und Wirtschaftsförderung beginnt vor Ort. Mit innovativen Ansätzen, digitalen Tools und gezielter Zusammenarbeit zwischen Kanton, Gemeinden und Regionen entstehen neue Räume für unternehmerische Entwicklung. Luzern zeigt, wie Zukunft konkret gemacht wird.
Die Region Unteres Bünztal verfügt neu über eine eigene Fachstelle zur Förderung der regionalen Wirtschaft. Die Wirtschaftsförderung Bünztal hat Anfang April ihre Tätigkeit aufgenommen, informiert die neue Fachstelle in einer Mitteilung. „Mit der neuen Wirtschaftsförderung stärken wir unsere Region nachhaltig und setzen ein wichtiges Zeichen für zukunftsorientierte Wirtschaftsentwicklung“, wird Arsène Perroud, Präsident des Regionalplanungsverbands Unteres Bünztal, dort zitiert.
Die Leitung der Wirtschaftsförderung Bünztal wird Claudia Heger übernehmen. Die 37-jährige Betriebsökonomin hat insbesondere Public- und Non-Profit-Management studiert. In bisherigen Tätigkeiten unter anderem für Wirtschaftsregion ZUGWEST und IDEE SEETAL habe Heger umfassende Erfahrungen in der Standortförderung gesammelt, heisst es in der Mitteilung. „Ich freue mich darauf, gemeinsam mit den Gemeinden, Unternehmen und Partnerorganisationen das wirtschaftliche Potenzial der Region Bünztal weiterzuentwickeln und sichtbar zu machen“, wird die neue Leiterin Wirtschaftsförderung Bünztal dort zitiert.
Wirtschaftsförderung Bünztal soll als „Brückenbauerin zwischen Wirtschaft, Behörden und Bildungsinstitutionen“ fungieren. Aktuelle Aufgaben betreffen den kantonalen Entwicklungsschwerpunkt Wohlen-Villmergen und das Gewerbegebiet Wil/Huebächer. Der Region Unteres Bünztal gehören die Aargauer Gemeinden Büttikon, Dintikon, Dottikon, Hägglingen, Hendschiken, Othmarsingen, Sarmenstorf, Uezwil, Villmergen, Waltenschwil und Wohlen an.
Das Jahr 2024 übertrifft hinsichtlich des Standortmarketings die Vorjahre in Qualität, Grösse und Exzellenz. So lautet die Bilanz der GZA bezüglich ihrer Aktivitäten des vergangenen Jahres. Wie der Standortförderer in einer Medienmitteilung darlegt, unterstützte die GZA in diesem «Jahrgang mit Spitzenqualität» gemeinsam mit den öffentlichen Standort- und Wirtschaftsförderungen des gemeinsamen Wirtschaftsraums insgesamt 91 internationale Unternehmen bei ihren Expansionsprojekten.
Dabei bezeichnet die GZA als «besonders erfreulich», dass vier von fünf dieser Ansiedlungen aus den aktiv vermarkteten Schlüsseltechnologien Cleantech und Künstliche Intelligenz stammen, dem strategischen Fokus für 2024. «Im Jahr 2025 rücken Nachhaltigkeit und Innovation noch stärker in den strategischen Fokus der GZA», wird Geschäftsführer Lukas Huber zitiert. «Seit Anfang 2024 evaluieren wir Projekte nicht nur nach wirtschaftlichen Aspekten, sondern auch unter ökologischen und sozialen Gesichtspunkten.»
Zu den bedeutendsten Neuzugängen zählen laut GZA Unternehmen wie Revolut, Anthropic, OpenAI, das Robotics and AI Institute, BYD und Estun Automation. Die starke internationale Ausrichtung dieser Ansiedlungen bestätige die Attraktivität des Wirtschaftsraums Zürich für Firmen aus Fintech, Robotik, Elektromobilität und Künstliche Intelligenz.
Besonders hervorzuheben sei zudem das Projekt Starlab Space. Damit positioniere sich die Greater Zurich Area auch im Zukunftssektor der New Space Economy als zentraler Innovationsstandort. «Die Standortfaktoren, die den Erfolg der Greater Zurich Area ausmachen – von Lebensqualität und Sicherheit über Steuerattraktivität, unternehmerisch denkenden Verwaltungen bis hin zu Infrastruktur und Talentpool – müssen weiterhin aktiv gepflegt werden», resümiert GZA-Verwaltungsratspräsident Dr. Balz Hösly.
Der Kanton Luzern plant eine Investitionsoffensive zur Standortförderung. Aufgrund internationaler steuerlicher Entwicklungen wie der OECD-Mindestbesteuerung verliere der Kanton «seinen Wettbewerbsvorteil der tiefen Unternehmensgewinnsteuern für grosse internationale Unternehmen», erläutert die kantonale Staatskanzlei in einer Mitteilung. Konkret besteht die Befürchtung, dass betroffene Unternehmen abwandern oder ihre Investitionen im Kanton einschränken. Hier will der Regierungsrat mit gezielten Investitionen in den Lebens- und Wirtschaftsstandort gegensteuern.
Eine vom Regierungsrat am 10.März in die Vernehmlassung gegebene Vorlage sieht vor, ab 2026 jährlich 300 Millionen Franken in ein breites Massnahmenpaket zu investieren. «Dem Kanton Luzern geht es gut, wir haben damit die Möglichkeit, in unseren Lebens- und Wirtschaftsraum zu investieren und auch langfristig attraktiv zu bleiben», wird Fabian Peter, Vorsteher des kantonalen Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements, in der Mitteilung zitiert. «Das ist das Ziel dieser Vorlage.»
Zwei Drittel der Mittel dienen der Stärkung des Wirtschaftsstandorts. Schwerpunkte machen dabei Innovationsförderung sowie Verbesserungen der Rahmenbedingungen bei Digitalisierung, Verfügbarkeit von Wirtschaftsflächen und kundenorientierter Verwaltung aus. Von den übrigen 100 Millionen Franken zu Gunsten der Luzerner Bevölkerung ist der Löwenanteil von 70 Millionen Franken für eine Senkung des Steuerfusses für natürliche Personen vorgesehen.
Sechs Projekte aus Baden AG, Neuenburg, St.Gallen, Thusis GR, Greater Geneva Bern area und der Zentralschweiz sind für die Awards 2024 von Netzwerk Standort Schweiz nominiert, informiert der Dachverband der Schweizer Standort- und Wirtschaftsförderungen in einer Mitteilung. Insgesamt zwölf Projekte hatten sich um den jährlich vergebenen Preis für zielgerichtete, effektive und innovative Projekte aus den Bereichen Standortmarketing, Standortentwicklung und Wirtschaftsförderung beworben. Die Nominierten bekommen Mitte September Gelegenheit, ihre Projekte einer Jury zu präsentieren.
Bei den Nominierten handelt es sich um das Innenstadtprojekt BAUZONE 5400 – eingereicht vom Konsortium BAUZONE 5400 und der Stadt Baden, die Vermarktungskampagne Jimmy Jackson – eingereicht von der Greater Geneva Bern area, die Plattform Industrial Smart Map – eingereicht vom Kanton Neuenburg, das Planungsinstrument DynREK 2.0 – eingereicht von der OSRI AG, die Standortvermarktungskampagne Sankt – eingereicht von der Standortförderung Stadt St.Gallen und die Location STORY Thusis – eingereicht von der Viamalastorys.ch AG. Sie wurden nach den Kriterien strategischer Ansatz, Organisationsform, Relevanz für Stakeholder, Innovation, Praxisrelevanz und langfristige Wirkung evaluiert.
Unter den nun nominierten wählt die Jury im September die siegreichen Projekte aus. Die Preisverleihung wird im Rahmen der Fachtagung Dialog am 21. November im Wankdorf Stadion in Bern stattfinden. Am selben Anlass zeichnet Netzwerk Standort Schweiz auch den Standortmanager oder die Standortmanagerin des Jahres aus.
Da der aktuelle Leistungsauftrag mit der Generis AG per Ende 2024 ausläuft, entschied die Schaffhauser Regierung, das Mandat zur Führung der Wirtschaftsförderung und der Geschäftsstelle Regional- und Standortentwicklung frühzeitig öffentlich auszuschreiben. Im zweistufigen Ausschreibungsprozess setzte sich die Generis AG gegen ihre Mitbewerberin durch.
Verlängerung des Mandats bis 2032 Der neue Leistungsvertrag tritt ab dem 1. Januar 2025 in Kraft und endet am 31. Dezember 2032. Dies gewährleistet Kontinuität und Stabilität in der Standortentwicklung des Kantons Schaffhausen.
Zukunftsorientierte Massnahmen Die Generis AG wird ihre erfolgreiche Arbeit fortsetzen, mit besonderem Fokus auf Digitalisierung und demographische Herausforderungen. Die enge Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen Partnern bleibt dabei zentral.
Vertrauen und Stabilität Der Schaffhauser Regierungsrat sieht in der erneuten Vergabe des Mandats an die Generis AG eine Bestätigung der bisherigen Erfolge und erwartet eine weitere Stärkung des Wirtschaftsstandortes Schaffhausen.
Lukas Huber wird die Greater Zurich Area AG (GZA) leiten. Der Verwaltungsrat der Standortmarketingorganisation hat den seit 2002 für sie tätigen Ansiedlungsexperten zum Nachfolger von Sonja Wollkopf Walt ernannt, informiert die GZA in einer Mitteilung. Wollkopf Walt wird die Standortförderung auf eigenen Wunsch per Ende 2024 verlassen. Eine symbolische Amtsübergabe soll am 20. August im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums der GZA erfolgen.
Lukas Huber ist 2002 als Analyst bei der GZA eingestiegen. Später übernahm der studierte Betriebsökonom die Verantwortung für den Bereich Life Sciences. Aktuell ist der designierte Geschäftsführer als COO und Marktverantwortlicher Asien für die Standortmarketingorganisation tätig.
«Wir danken Sonja Wollkopf Walt für ihre langjährige, herausragende Arbeit und ihren immer 100-prozentigen Einsatz für die Greater Zurich Area AG», wird Balz Hösly, Verwaltungsratspräsident der GZA, in der Mitteilung zitiert. «Mit Lukas Huber wird die GZA den erfolgreichen Kurs weiterentwickeln und ihren Fokus auf Innovation, Nachhaltigkeit und eine starke Marktpräsenz ausbauen können.»
In derselben Mitteilung gibt die GZA einen Wechsel im Verwaltungsrat bekannt. Dabei wird Reto Bleisch, Leiter des Amts für Wirtschaft und Tourismus des Kantons Graubünden, an die Stelle von Christoph Schärrer treten. Der Delegierte für Wirtschaftsförderung des Kantons Schaffhausen tritt turnusgemäss von seinem Posten zurück. «Diese Rochade ist Teil der Corporate Governance der GZA, welche eine Vielfalt von Perspektiven im Verwaltungsrat abbilden möchte», heisst es zum Wechsel in der Mitteilung.
Im Jahr 2023 unterstützte die Waadtländer Wirtschaftsförderung 733 Unternehmensprojekte finanziell. Die Unterstützung für die Internationalisierung nahm um fast 20% zu, während die Förderung des Cleantech-Sektors um 23,7% stieg, was die zunehmende Bedeutung von Innovationen im Bereich Energie und Klima verdeutlicht. Die Zahl der Niederlassungen ausländischer Unternehmen blieb mit 28 neuen Niederlassungen stabil.
Netzwerk und Partnerschaften Isabelle Moret, Vorsteherin des Departements für Wirtschaft, Innovation, Beschäftigung und Kulturerbe (DEIEP), betont die Bedeutung eines starken Netzwerks: «Im Jahr 2023 haben mehr als tausend Unternehmen und Projektträger von den Unterstützungsmassnahmen der Waadtländer Regierung profitiert, insbesondere in den Bereichen Innovation und Nachhaltigkeit.» Durch diese Massnahmen wurden 3722 Arbeitsplätze unterstützt.
Starkes Wachstum im Medtech-Sektor Waadtländer Start-ups sammelten 444 Millionen Franken ein, wobei 29 von ihnen zu den Top 100 der besten Start-ups der Schweiz zählen. Besonders bemerkenswert ist der Medtech-Sektor: 52% der schweizweiten Investitionen in Medizintechnik flossen in Waadtländer Start-ps.
Attraktivität für ausländische Unternehmen Innovaud, die Agentur zur Förderung von Innovation und ausländischen Investitionen, unterstützte die Ansiedlung von 28 neuen Unternehmen im Kanton Waadt. Besonders der Bereich Life Sciences zeigte eine starke Präsenz, indem er mehr als ein Drittel der neuen Ansiedlungen ausmachte.
Förderung von Forschung und Entwicklung Die Innovationsparks im Kanton Waadt beherbergten Ende 2023 insgesamt 661 Unternehmen und 8326 Arbeitsplätze. Der neue Campus unlimitrust und die Erweiterung des EPFL Innovation Park mit dem Projekt Ecotope sind Beispiele für das Wachstum und die Unterstützung von Forschung und Entwicklung.
Unterstützung durch Innovationsförderungsfonds Der Innovationsförderungsfonds wurde 2023 mit zusätzlichen 50 Millionen Franken ausgestattet. Dieser Fonds unterstützt die Stiftung für technologische Innovation (FIT) und verschiedene Programme wie Tech4Trust, das führende Beschleunigungsprogramm des Trust Valley für Start-ups, sowie FIT Impact für junge Projekte im Bereich Impact Entrepreneurship.
Nachhaltigkeit als zentrale Aufgabe Nachhaltigkeit spielt eine zentrale Rolle in der Legislaturplanung 2022-2027. Der Rahmenkredit «4-Saison-Tourismus» in Höhe von 50 Millionen Franken zielt darauf ab, die Qualität und Nachhaltigkeit der touristischen Infrastrukturen zu verbessern. 2023 wurden 84 Projekte mit insgesamt fast 4 Millionen Franken unterstützt, um Unternehmen bei ihrem Übergang zur Nachhaltigkeit zu helfen.
Ein starkes wirtschaftliches Ökosystem Das SPEI unterstützte auch Organisationen wie Innovaud, die 328 Unternehmen begleitete und zur Gründung von 31 neuen Unternehmen beitrug. Genilem, spezialisiert auf Projektdiagnose und Beratung im Unternehmertum, unterstützte 24 Unternehmen. Die Stiftung für technologische Innovation (FIT) vergab über 4 Millionen Franken in Form von Stipendien und Darlehen an Start-ups.
Regionale Wirtschaftsförderung und territoriale Werbung Die regionalen Wirtschaftsförderungsstellen unterstützten 712 Unternehmen und erbrachten über 1000 Dienstleistungen. Vaud Promotion förderte 165 lokale Produzenten, ihre Produkte mit dem Label VAUD CERTIFIES D’ICI zu kennzeichnen. Die Attraktivität für Touristen stieg um 8,6%, wobei die meisten Besucher aus der Schweiz, Frankreich und den USA kamen.
Diese umfassenden Massnahmen und Partnerschaften unterstreichen die erfolgreiche Strategie der Waadtländer Wirtschaftsförderung, die auf Nachhaltigkeit, Innovation und starke Netzwerke setzt.
Die Standortpromotion von Bund, Regionen und Kantonen kann 2023 die Neuansiedlung von insgesamt 206 Firmen in der Schweiz verbuchen, informiert die Konferenz Kantonaler Volkswirtschaftsdirektorinnen und -direktoren (VDK) in einer Mitteilung. Sie erstellt einmal jährlich eine Statistik zu den Zahlen der Neuansiedlungen ausländischer Unternehmen in der Schweiz. Im Berichtsjahr wurden die Neuansiedlungen wie bereits in den Vorjahren von Unternehmen aus den Branchen Life Sciences und ICT dominiert. Vier von zehn Neuansiedlungen stammen aus den USA, Deutschland oder Frankreich.
Die 206 im vergangenen Jahr neu angesiedelten Unternehmen tragen zur Stärkung der kantonalen und regionalen Wertschöpfung bei. Bereits im ersten Betriebsjahr haben sie schweizweit 640 Stellen geschaffen. In den nächsten drei Jahren soll der Stellenzuwachs auf insgesamt über 2500 neue Arbeitsplätze steigen.
Die als Verbundsaufgabe von Bund und Kantonen angelegte nationale Standortpromotion hat die offizielle Schweizer Organisation für Exportförderung und Standortpromotion Switzerland Global Enterprise (S-GE) mit der nationalen Promotionstätigkeit beauftragt. In der Leistungsvereinbarung für 2024 bis 2027 zwischen Bund und Kantonen sowie S-GE wird die Fokussierung auf innovative und nachhaltige Industrien und Technologien verstärkt. Dabei geht Qualität vor Quantität. So sollen die angesiedelten Unternehmen „mit ihrem innovativen Knowhow in ihrem Netzwerk auch zur Stärkung der gesamten regionalen und lokalen Wertschöpfung sowie der KMU-Landschaft beitragen“, heisst es in der Mitteilung.
Die Wirtschaftsförderung des Kantons Freiburg, kurz WIF, unterstützt Unternehmen, die ihre Tätigkeiten im Kanton erweitern oder sich hier neu ansiedeln möchten. Zudem ist sie für die Umsetzung der Neuen Regionalpolitik (NRP) im Kanton zuständig. Im vergangenen Jahr hat die WIF insgesamt 40 Unternehmensprojekte und 23 NRP-Projekte begleitet. Von den Unternehmensprojekten waren 24 Erweiterungen und 16 Neuansiedlungen. Die Mehrheit der 16 Neuansiedlungen (10 Projekte) stammt aus der Schweiz. Ein Beispiel für eine schweizerische Neuansiedlung ist das Projekt der Algaltek GmbH, die sich auf dem AgriCo-Campus in St-Aubin niedergelassen hat. Algaltek ist ein Biotech-Spin-off der EPFL und hat sich auf die Produktion von Algen spezialisiert.
Stärkung von 1000 Arbeitsplätzen in Freiburger Unternehmen Neben den Erweiterungen und Neuansiedlungen tragen auch Projekte dazu bei, die bestehenden Arbeitsplätze langfristig zu stärken. Im letzten Jahr konnten dank der Massnahmen der WIF rund 1000 Arbeitsplätze im Kanton gesichert werden. Ein Beispiel hierfür ist die SMG Swiss Marketplace Group AG in Flamatt. Die WIF unterstützte SMG bei der Suche nach einem neuen Standort, um die 160 Arbeitsplätze im Kanton Freiburg zu erhalten. Die Wahl fiel auf das bluefactory-Areal im Zentrum der Stadt Freiburg, ein attraktiver Standort, der für die Mitarbeiter aus der ganzen Schweiz und besonders aus der Westschweiz gut erreichbar ist. Der Umzug ist für die zweite Hälfte des Jahres 2024 geplant. «Die Arbeit der Wirtschaftsförderung ist langfristig ausgerichtet», sagte Staatsrat Olivier Curty, Direktor für Volkswirtschaft und Berufsbildung. «Jedes Jahr hat ihre Arbeit eine tiefgreifende Wirkung auf unsere Wirtschaft, sowohl quantitativ als auch qualitativ, das erfreut mich.» WIF-Direktor Jerry Krattiger betonte ebenfalls, dass die WIF zunehmend Forschungs- und Entwicklungsprojekte unterstützt. «Die Bedeutung von F&E-Projekten in den Freiburger Unternehmen nimmt zu. 2023 haben wir 13 solcher Projekte unterstützt, von denen 6 auf Bundesebene von Innosuisse mitfinanziert wurden.»
Die Gemeinde Mellingen will ihre Standortförderung neu aufstellen und proaktiv angehen. Dafür hat sie die Hofer Kommunalmanagement AG für die Standortförderung engagiert, informiert die Gemeindeverwaltung in einer Mitteilung. Die Beratungsfirma aus Rinken wird Dienstleistungen bei der Ansiedlung neuer Firmen, bei der Wirtschafts- und Wohnortförderung sowie in der Standortkommunikation übernehmen.
Statistiken zeigten, dass Mellingen mehr Arbeitsplätze brauche, schreibt die Gemeindeverwaltung. Sie will diesen Bedarf über die Neuansiedlung nachhaltiger Unternehmen decken. In der entsprechenden Neuaufstellung der Standortförderung sind dabei neben Altstadt auch die vorgelagerten Quartiere beidseits der Reuss eingeschlossen.
Die Hofer Kommunalmanagement AG setzt für ihre Dienstleistungen die selbst entwickelte Methode Systemisches Kommunalmanagement ein. Dem jetzt mit der Gemeinde Mellingen unterzeichneten Dienstleistungsvertrag waren ein Seminar des gesamten Gemeinderats und Sitzungen einer vorbereiteten Arbeitsgruppe vorausgegangen.
Herr Roth, Sie haben das Rechtsanwaltspatent, waren als Abteilungsleiter der Financial Intelligence Unit des Fürstentums Liechtenstein in Vaduz tätig und haben das Musikkollegium Winterthur geleitet. Was hat Sie 2020 dazu bewogen, das Amt des Direktors von House of Winterthur anzunehmen? Samuel Roth: Ich fand es sehr spannend, an der Schnittstelle von Wirtschaft, Bildung, Tourismus und Kultur tätig zu sein und mich so für die Region Winterthur zu engagieren.
Was konnten Sie in den bald drei Jahren seit Ihrem Amtsantritt bewegen? Roth: Mir war es wichtig, unsere Tätigkeit auf unsere Kernkompetenzen Kommunikation und Vernetzung zu fokussieren. Damit können wir die Region als Technologiestandort, Bildungszentrum und Kulturstadt profilieren. Zu diesem Zweck haben wir ein attraktives Programm mit rund 40 Veranstaltungen pro Jahr auf die Beine gestellt. Besonders beliebt sind die «Tech-Lunches»: Unsere Gäste können jeweils Produktionsbetriebe besichtigen oder die Anlässe zum Thema «House-Kultur» besuchen, in deren Rahmen wir beispielsweise mit unseren Mitgliedern die Winterthurer Musikfestwochen besuchen.
Frau Lomoro, House of Winterthur entstand 2017 aus den beiden Vereinen Winterthur Tourismus und Standortförderung Region Winterthur. Die Stadt fährt damit ein Sondermodell: Themen wie Wirtschaft, Tourismus, Bildung und Kultur sind unter einem Dach vereint. Wo liegen die Vorteile? Antonietta Lomoro: Die verschiedenen Stakeholder haben in Standortförderungsfragen nur noch einen Ansprechpartner statt wie zuvor zwei. Das Marketing für die Region stammt nun aus einem Guss. Zudem fördern wir die gegenseitige Vernetzung der verschiedenen Anspruchsgruppen.
Welche Synergien konnten durch den gemeinsamen Auftritt erzielt werden? Lomoro: Arbeitskräfte legen heute mehr Wert auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance. Sie schätzen das grossartige Freizeit- und Kulturangebot in der Region Winterthur. Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen achten darauf, dass ihre Mitarbeitenden an einem attraktiven Standort arbeiten können, wo nebst den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch die Lebensqualität stimmt. Es macht deshalb Sinn, diese Standortvorteile aus einer Hand zu bewerben.
Wie viele Personen beschäftigt House of Winterthur? Wie hoch ist das Budget? Lomoro: House of Winterthur beschäftigt derzeit 20 Personen in Vollzeitäquivalenten. Das Budget umfasst 3,5 Millionen Franken.
Winterthur verfügt über eine vielfältige Wirtschaft, eine lebendige Altstadt, ein hochkarätiges Kulturangebot und eine angesehene Fachhochschule. Warum muss man eine Stadt, die so viel bietet, noch vermarkten? Roth: Winterthur ist zwar die sechstgrösste Stadt der Schweiz, wird jedoch oft unterschätzt. Es ist deshalb wichtig, dass House of Winterthur die Qualitäten der Region als herausragender Technologiestandort, praxisorientiertes Bildungszentrum und grossartige Kulturstadt zur Geltung bringt.
Wie kommt House of Winterthur bei der Bevölkerung und den Unternehmen an? Lomoro: Die Bevölkerung von Winterthur hat 2017 mit einer klaren Mehrheit der Gründung von House of Winterthur zugestimmt. Nach Ablauf der ursprünglichen Subventionsvereinbarung mit der Stadt hat das Stadtparlament die Vereinbarung ohne Gegenstimme um weitere fünf Jahre verlängert. Die Tätigkeit von House of Winterthur stösst bei den Unternehmen auf positive Resonanz, was sich an der regen Beteiligung an unseren Veranstaltungen zeigt.
Wie haben sich die Mitgliederzahlen von House of Winterthur in den letzten drei Jahren entwickelt? Lomoro: Seit Anfang 2020 ist die Anzahl um 20 Prozent auf insgesamt 420 Mitglieder gestiegen.
«Der Tourismus hat sich seit Corona fast vollständig erholt»
Wie attraktiv ist Winterthur als Wirtschaftsstandort? Roth: Wir führen jedes Jahr eine Unternehmensbefragung durch, an der jeweils über 300 Unternehmen teilnehmen. Die letzte Umfrage hat ergeben, dass fast 87 Prozent der Unternehmen eher bis sehr zufrieden mit den Rahmenbedingungen am Standort Winterthur sind. Grund dafür sind die Nähe zu den Hochschulen und die gute Verfügbarkeit von Fachkräften. die Stadt ist auch für Start-ups attraktiv. So findet mit den «Start-up Nights» jährlich der grösste Start-up-Event der Schweiz in Winterthur statt. Welche Massnahmen treffen Sie, um die Attraktivität weiter zu steigern? Lomoro: Mit «Winterthur 2040» hat der Stadtrat definiert, wie er Winterthur fit für die Zukunft machen möchte. Unsere Aufgabe ist es, die Vorzüge und Chancen der ganzen Region zur Geltung zu bringen.
Welche Areale, Immobilien sowie Standorte werden seitens der Unternehmen derzeit am meisten gesucht? Lomoro: Wir haben viele Anfragen bekommen – und zwar für das Sulzerareal in der Stadtmitte und The Valley im Kemptthal. Aktuell stellen wir fest, dass sich das Interesse an Flächen in Neuhegi und im Zentrum von Effretikon stark erhöht.
Welche Regulierungen weisen dringenden Anpassungsbedarf auf? Roth: Für die Wirtschaft ist jede Regulierung eine zu viel. Manchmal braucht es jedoch Regulierungen, um das Zusammenspiel von Wohnen und Arbeiten zu fördern, um kurze Wege zu ermöglichen sowie eine Belebung des öffentlichen Raums und eine hohe Nutzungsvielfalt zu erreichen.
Wie soll sich der Wirtschaftsstandort Winterthur in den nächsten 10 Jahren entwickeln? Roth: Die Anzahl der Arbeitsplätze hat sich in den letzten Jahren proportional zum Bevölkerungswachstum von ca. einem Prozent pro Jahr entwickelt. Wir gehen deshalb davon aus, dass nicht nur die Bautätigkeit zu einem weiteren Wirtschaftswachstum beiträgt, sondern sich auch neue Technologieunternehmen in Winterthur ansiedeln werden. Zudem hat unsere Unternehmensbefragung gezeigt, dass fast die Hälfte der befragten Unternehmen in den nächsten Jahren Investitionen planen. Die Region Winterthur sieht deshalb rosigen Zeiten entgegen.
Wie positioniert sich die Stadt im Bereich des Tourismus und auf welchem Stand ist er heute? Lomoro: Der Tourismus hat sich seit Corona fast vollständig erholt und liegt – gemessen an der Anzahl Logiernächte – nur noch 15 Prozent unter dem Rekordjahr 2019. Zu den wichtigsten touristischen Attraktionen in der Region gehören der Rheinfall, das Technorama, und an dritter Stelle folgt überraschenderweise der Skills Park. Auch der FC Winterthur und die Pfadi Winterthur sind Publikumsmagnete. Die Kulturstadt punktet mit der internationalen Ausstrahlung der Museen, der grossen Vielfalt an Festivals oder den internationalen Kurzfilmtagen sowie dem Casinotheater und dem Musikkollegium Winterthur.
Im letzten Jahr hat House of Winterthur die Anzahl Vorstandsmitglieder reduziert. Was waren die Beweggründe? Roth: Mit den bis anhin 15 bis 16 Vorstandsmitgliedern war der Vorstand zu gross besetzt. Dadurch konnten sich die einzelnen Vorstandsmitglieder nur ungenügend einbringen. Gemäss Statuten darf nun der Vorstand nur noch maximal 9 Mitglieder aufweisen, was die Effizienz der Vorstandstätigkeit stark erhöht.
Stehen in den kommenden Jahren weitere interne Veränderungen an? Roth: House of Winterthur ist grundsätzlich auf Kurs. Die Generalversammlung wählt am 25. Mai einen neuen Vorstand. Dieser wird die Strategie überprüfen und allenfalls notwendige Anpassungen vornehmen.
Herr Zettel, welche Ziele verfolgt die Wirtschaftsförderung Luzern?
Wir verfolgen drei Hauptziele. Das erste sind spannende und gute Arbeitsplätze für unsere Bevölkerung. Das zweite ist, Steuererträge für die Leistungen von Kanton und Gemeinden zu generieren. Und das dritte ist die positive Wahrnehmung des Wirtschaftsstandorts Luzern nach innen und aussen.
Wofür sind Sie als Leiter Unternehmensentwicklung zuständig?
Als Leiter Unternehmensentwicklung liegt mein Hauptfokus auf den bestehenden Unternehmen des Kantons Luzern. Wir haben etwas mehr als 30’000 Unternehmen und unterstützen diese dabei, sich positiv zu entwickeln. Meist drehen sich unsere Projekte mit Unternehmen um deren Standort. Wenn ein Unternehmen beispielsweise wächst, ändern sich seine Bedürfnisse. In diesem Zusammenhang können sich Fragen nach Erweiterungen oder einem Standortwechsel stellen. Welches sind aktuell die grössten Herausforderungen der Unternehmen? Themen rund um begrenzte Ressourcen wie Bauland und Gewerbeflächen stellen Unternehmen häufig vor Herausforderungen. Ein anderes grosses Thema ist aktuell der Fach- und Arbeitskräftemangel. Aktuell sind grössere Unsicherheiten vorhanden, wie etwa der Ukraine-Krieg oder die Inflation. Dazu gehören auch Themen wie Energiepreise und Lieferengpässe. Diese Herausforderungen zeigen uns einmal mehr auf, wie abhängig wir letztlich davon sind, was ausserhalb der Schweiz passiert.
Welches sind aktuell die bedeutendsten Bauprojekte im Kanton Luzern?
Der ganze Kanton Luzern hat eine hohe Baudynamik. Sehr viel läuft aktuell in den beiden Entwicklungsschwerpunkten Luzern Nord und Luzern Süd. In der Smart City Luzern Nord entsteht die neue zentrale kantonale Verwaltung. In Luzern Süd gibt es bereits viele Projekte in Realisierung wie das Nidfeld-Areal oder die Pilatus-Arena mit dem Pilatus Tower, dem höchsten Hochhaus Luzerns. Der Campus Horw der Hochschule Luzern wird bis Ende dieses Jahrzehnts erweitert und erneuert.
Was macht den Kanton Luzern als Wohnort attraktiv?
Im Kanton Luzern ist für alle etwas dabei. Wir haben tolle Wohnlagen und ganz unterschiedliche Regionen und Landschaften. Wir haben eine grossartige Stadt mit einem wunderbaren kulturellen Angebot. Wir haben Seen, Berge und ein touristisches Angebot, das auch der Bevölkerung zur Verfügung steht. Das alles macht Luzern zu einem attraktiven Gesamtpaket. Ausserdem ist Luzern von der Grösse her ein überschaubarer Ort. Man kann sich hier gut integrieren, wir haben viele Vereine und tolle Veranstaltungen. Insgesamt ist die Lebensqualität in Luzern herausragend.
Wie sieht es aus mit freiem und günstigem Wohnraum aus im Kanton Luzern?
Wohnraum ist auch in Luzern ein Thema. Wir haben eine Leerwohnungsziffer von etwas unter einem Prozent. Das ist ein Durchschnittswert: Manche Gemeinden haben praktisch keine freien Wohnungen, in anderen gibt es durchaus Angebote. Auch bei den Preisen ist es so: Während etwa der Wohnraum in der Stadt Luzern relativ teuer ist, gibt es auch Gemeinden, in denen es günstigere Angebote gibt. Gleichzeitig wird viel gebaut. Das ist auch das Wichtigste im Moment: Dass Bauprojekte realisiert werden und neue Wohnungen zügig auf den Markt kommen.
Welche Gemeinden sind neben der Stadt Luzern bei Unternehmen besonders beliebt?
Wir haben 80 tolle Gemeinden im Kanton Luzern, und jede Gemeinde hat ihre eigenen Stärken. Bezogen auf die Anzahl Unternehmen sind neben der Stadt Luzern die grossen Gemeinden in der Agglomeration wie Emmen, Kriens, Horw und Ebikon bedeutende Standorte. Sursee als zweites Zentrum des Kantons ist aufgrund seiner Lage ebenfalls attraktiv für Unternehmen. Aber auch in Regionen wie Willisau oder Hochdorf gibt es viele tolle Unternehmen, besonders in der Industrie. Diese breite und vielfältige Wirtschaftsstruktur ist eine der Stärken von Luzern.
Warum sollte ein Unternehmen nach Luzern kommen anstatt nach Zürich, Bern oder Basel?
Die zentrale Lage mitten in der Schweiz ist ein grosses Plus. Man ist schnell in Basel oder Zürich, aber auch in Italien oder Deutschland. Zusätzlich haben wir sehr attraktive Unternehmenssteuern, eine breite Bildungslandschaft und gute Fach- und Arbeitskräfte.
Wo steht der Kanton Luzern in Sachen Digitalisierung?
Ich betrachte das Thema vor allem aus der Perspektive der Wirtschaftsstruktur. Wir haben beispielsweise viele IT-Dienstleister, die sich auf Digitalisierung spezialisiert haben. Bei den meisten Unternehmen ist das Thema schon lange angekommen. Aber Digitalisierung hört ja nicht auf. Der Wandel ins digitale Geschäftsmodell ist fortlaufend, und es kommen ständig neue Themen dazu. Auch wir greifen diese Themen auf. Vergangenes Jahr haben wir beispielsweise einen Hub für künstliche Intelligenz mitgegründet. Dieser macht das Thema KI sichtbar und hilft den Unternehmen in der Anwendung. Wir unterstützen Unternehmen auch dabei, sich für Digitalisierungsprojekte mit passenden Partnern zu vernetzen.
Als Wirtschaftsförderer haben Sie einen relativ jungen Beruf. Was zeichnet diesen Beruf für Sie aus?
Ich komme mit unglaublich vielen interessanten Leuten in Kontakt – sei es aus Unternehmen, aus der Politik oder aus der Verwaltung. Ausserdem sind wir an der Quelle neuer Ideen und Projekte. Auch fachlich hat dieser Beruf viele Facetten: Von Betriebswirtschaft über Raumplanung und Immobilien bis hin zu Politik und Kommunikation. Für mich ist es ein Privileg, diese Arbeit machen zu dürfen.
Bei den 41 begleiteten Projekten handelt es sich um 25 Erweiterungen und 16 Neuansiedlungen von Unternehmen. Von den 16 Ansiedlungen sind 3 aus der Schweiz und 13 aus dem Ausland. Wie z.B. das japanische Unternehmen Epson, das sich im Marly Innovation Center niedergelassen hat oder die brasilianische Firma Carob House in Freiburg. Bei den Erweiterungen sind beispielsweise die Projekte von Immomig in Düdingen oder Wago Contact in Domdidier zu erwähnen.
Auch wenn die WIF im 2022 beträchtliche Ressourcen dafür eingesetzt hat, ist das Rolex-Projekt nicht in den Zahlen des Jahresberichts berücksichtigt. Mit dem Abschluss des Raumplanungs- und Bauverfahrens sowie der Einrichtung von provisorischen Produktions- und Ausbildungsstätten wird das Projekt 2023 Form annehmen. Dieses Projekt von ausserordentlicher Tragweite und Qualität wird eine Stärkung des Freiburger Industriestandorts und eine Beschleunigung der kantonalen Kompetenzen in den Bereichen der Automatisierung, der Robotisierung sowie ganz allgemein der Industrie 4.0 zur Folge haben.
Staatsrat Olivier Curty, Volkswirtschafts- und Berufsbildungsdirektor, sagte an der Medienkonferenz: «Die Freiburger Unternehmen haben in den letzten Jahren und Monaten ihre Resilienz eindrücklich unter Beweis gestellt. Weder die weltweite Pandemie noch der Krieg in Europa kann sie davon abhalten, zu investieren und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Der Kanton Freiburg setzt seine wirtschaftliche Entwicklung erfolgreich und tatkräftig fort.»
WIF-Direktor Jerry Krattiger fasst zusammen: «Die WIF hat trotz schwierigem weltwirtschaftlichem Kontext ein gutes Jahr hinter sich. Nachdem der Staatsrat vor bald drei Jahren die Biowirtschaft und die Industrie 4.0 als Hauptachsen der kantonalen Wirtschaftsförderungsstrategie definiert hat, hat der Kanton Freiburg seine Positionierung in diesen Bereichen erfolgreich fortgesetzt.»
Neue Regionalpolitik mit 15 neuen Projekten Im Rahmen des Umsetzungsprogramms 2020-2023 der Neuen Regionalpolitik (NRP) wurden letztes Jahr 15 Projekte genehmigt, mit einem Unterstützungsbeitrag von 1,35 Millionen Franken. Diese Projekte verteilen sich auf folgende Bereiche: Gemeinschaftsprojekte (9), Programm für die Bergregionen (3), Tourismus (2) und neue Themen (1).
Ausserdem haben die Arbeiten für das NRP-Umsetzungsprogramm 2024-2027 begonnen. Industrie und Tourismus sind nach wie vor die beiden Schwerpunktthemen. Neu kommen als fachübergreifende Themen die lokale Wirtschaft, die nachhaltige Entwicklung und die Digitalisierung hinzu. Neben ihrer üblichen Tätigkeit zur Unterstützung der Gründung, Ansiedlung und Entwicklung von Unternehmen sowie ihren Aktivitäten im Bereich der NRP hat die WIF im vergangenen Jahr das letzte COVID-Unterstützungspaket für Unternehmen abgeschlossen.
Sie sind seit 2011 als Regierungsrat tätig und kandidieren im April für eine vierte Amtszeit. Was gefällt Ihnen an Ihrem aktuellen Amt als Finanzdirektor des Kantons Luzern?
Auch nach 12 Jahren empfinde ich es als Privileg, Regierungsrat im Kanton Luzern sein zu dürfen. Für mich ist das eine spannende, vielseitige und herausfordernde Aufgabe. Als Finanzdirektor kümmere ich mich neben den Finanzen um die Informatik, Immobilien und das Personal. Diese Querschnittsfunktionen und die daraus resultierenden Verantwortlichkeiten bereiten mir Freude. Unser Departement darf die Ressourcen zur Verfügung stellen, die die anderen Departemente benötigen, um die entsprechenden Dienstleistungen an der Bevölkerung zu erbringen.
Wo sehen Sie derzeit die grössten Herausforderungen?
Bei übergeordneter Betrachtung gehören nebst der Gesundheitsversorgung die Mobilität und Nachhaltigkeit dazu. Innerhalb des Finanzdepartements haben wir mehrere interessante Immobilienprojekte, die wir vorantreiben dürfen – beispielsweise den Ausbau des Campus Horw. Mit einem Budget von 365 Millionen Franken ist dies das bislang grösste Projekt des Kantons Luzern. Zudem haben wir gerade das Baugesuch für die kantonale Verwaltung am Seetalplatz in Emmen aufgelegt. In diesem Neubau für rund 175 Millionen Franken wollen wir die Verwaltung bündeln. Zu den anspruchsvollen Aufgaben gehört die laufende Suche nach einem Standort in der Stadt Luzern für das Luzerner Museum sowie für das Kantonsgericht. Da wir für beide einige Tausend Quadratmeter Platz benötigen, gestaltet sich das Vorhaben nicht ganz einfach.
Sie arbeiten momentan an der Steuergesetzrevision 2025. Finden dabei die weltweiten Unsicherheiten wie die Klimaproblematik oder der Krieg in der Ukraine Beachtung?
Im Kanton Luzern registrieren wir eine sehr positive Entwicklung. Die Steuergesetzreform soll die Voraussetzungen schaffen, damit der Kanton Luzern auch weiterhin ein attraktiver Standort für natürliche und juristische Personen bleibt und sich optimal weiterentwickeln kann. Im Jahr 2000 hatten wir noch 2,5 Milliarden Franken Schulden – heute verfügen wir über ein Nettovermögen von mehr als 300 Millionen Franken. Dies ist uns dank einer ambitionierten und anspruchsvollen Steuer- und Finanzpolitik gelungen. Im Parlament haben wir einen Klima- und Energiebericht besprochen und setzen die entsprechenden Massnahmen um. Die Situation in der Ukraine wirkt sich natürlich auf viele Bereiche aus. Wir haben unter Berücksichtigung der aktuellen Lage ein stabiles Fundament für die Steuergesetzreform geschaffen und blicken dieser positiv entgegen.
Sie sehen sich als Brückenbauer zwischen Stadt und Land. Wo liegen die Diskrepanzen?
Neben der Stadt und der Agglomeration als urbanes Zentrum gibt es viele landwirtschaftlich geprägte Regionen, insbesondere im Luzerner Hinterland. Gerade diese Vielseitigkeit macht den Kanton interessant. Wir liegen zentral, sind gut erreichbar und können attraktive Naherholungsgebiete bieten. Insofern möchte ich nicht von Diskrepanzen sprechen, sondern von unterschiedlichen Ausgangslagen. Unsere Aufgabe ist es, bei allen Entscheidungen diese unterschiedliche Betroffenheit im Auge zu behalten. Eine Agglomerationsstadt hat andere Bedürfnisse als eine ländlich geprägte Gemeinde im Entlebuch. Dank dem kantonalen Finanzausgleich können wir in allen Gemeinden vergleichbare Dienstleistungen für die Bevölkerung anbieten.
Sie haben eine Lehre als Bauzeichner und danach ein Studium zum Bauingenieur absolviert. Inwiefern fliessen Ihre damals erworbenen Kenntnisse in Ihre jetzige Tätigkeit ein?
Ich bin ein grosser Freund des dualen Bildungssystems: Eine Berufsausbildung ist nicht besser oder schlechter als der akademische Weg. Sie ist einfach anders. Während meiner Lehre habe ich gelernt, Verantwortung für die von mir ausgeführte Arbeit zu übernehmen und diese sehr exakt zu erledigen. Das kommt mir in meiner heutigen Aufgabe als Finanzdirektor zugute. Gerade im Immobilienbereich weiss ich, wie Bauprojekte aufgegleist werden und kenne die Abläufe. Grundsätzlich ist eine Ausbildung wie ich sie geniessen durfte eine gute Basis für eine breite Bandbreite an Aufgaben.
Welche Strategie verfolgen Sie in Ihrem Departement in Sachen Digitalisierung?
Ich bin überzeugt, dass der digitale Wandel eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft und Wirtschaft darstellt. Insofern haben wir eine Digitalstrategie erarbeitet, die auf den gesamten Kanton ausgerichtet ist und dessen zukunftsgerechte Entwicklung sicherstellen soll. Verwaltungsintern wollen wir unsere Dienstleistungen zeitgemäss – sprich digital – erbringen. Das Service-Portal haben wir gemeinsam mit den Luzerner Gemeinden aufgegleist. Dieses soll kommunale und kantonale Dienstleistungen online anbieten. Geplant ist ein digitales Zugangstor für sämtliche Angebote der öffentlichen Hand des Kantons Luzern. Uns geht es nicht nur darum, eine optimale Lösung für die Verwaltung zu finden, sondern auch eine, die den Bewohnerinnen und Bewohnern das Leben erleichtert.
Was macht den Kanton Luzern für Unternehmen attraktiv?
Wir bieten gute Rahmenbedingungen, etwa bei der Gewinnbesteuerung, die wir im Jahr 2012 halbiert haben. Damit waren wir einige Jahre der Kanton mit der tiefsten Gewinnbesteuerung juristischer Personen – das hat sich positiv ausgewirkt. Mit der geplanten Steuergesetzrevision stellen wir sicher, dass wir auch in Zukunft ein attraktiver Wirtschaftsstandort sind. Aber auch unsere Bildungsinstitutionen sind ein wichtiger Faktor. Wir haben bewusst in die Bildung investiert und gehören zu den eher jüngeren Bildungskantonen. Ausserdem profitieren wir von unserer zentralen Lage und den ausreichend zur Verfügung stehenden Flächen für Unternehmen. Uns ist bewusst, dass wir uns mit den angrenzenden Kantonen in einem kompetitiven Umfeld bewegen. Wir müssen uns stetig bewegen, um attraktiv zu bleiben.
Der Kanton Luzern setzt bei der Wirtschaftsförderung auf ein Sondermodell.
Richtig. Wir sind der einzige Kanton der Schweiz, der die Wirtschaftsförderung nicht kantonal regelt, sondern in eine Stiftung ausgelagert hat. Dort sind die Unternehmen als Partner der Kantone und Gemeinden vertreten. Wir sind überzeugt, dass es wichtig ist, dass die Wirtschaft mitentscheiden kann und sich wertgeschätzt fühlt. Wir legen deshalb grossen Wert auf die Bestandespflege und möchten für gute Rahmenbedingungen für die Privatwirtschaft sorgen. Wir streben ein qualitatives Wachstum an und erhalten für unser Modell gute Feedbacks.
Wie steht es um die Zersiedelung im Kanton Luzern und was wird dagegen unternommen?
Wir unterstützen den haushälterischen Umgang mit dem Boden und versuchen, dies mit gesetzlichen Grundlagen zu fördern. Verdichtetes Bauen ist in unserem Richtplan und in den kommunalen Zonenplänen das Gebot der Stunde. Aufgrund des eidgenössischen Raumplanungsgesetzes zählen wir heute 21 Gemeinden, die ihre Bauzonen um bis zu 70 Hektaren reduzieren müssen – sogenannte Rückzonungs-Gemeinden. Dies ist kein einfacher Prozess, aber wir bleiben dran. Mit unserem Richtplan möchten wir die Entwicklung ermöglichen und gleichzeitig unserer Kulturlandschaft Sorge tragen.
Vor allem in den Zentren herrscht Wohnungsnot. Welche Massnahmen müssen getroffen werden, um die Situation zu entschärfen?
Dieses Problem kann die öffentliche Hand alleine nicht lösen. Hier ist ein Zusammenspiel zwischen der Privatwirtschaft, Investoren und der öffentlichen Hand gefragt. Wir schaffen Anreize zu verdichtetem Bauen, indem wir höhere Ausnutzungen ermöglichen. Zudem stellen wir geeignete Flächen für Wohnungsbauten zur Verfügung wie beispielsweise beim Seetalplatz oder in Ebikon. So können rund 200 Wohnungen realisiert werden.
Die Stack Infrastructure Switzerland SA errichtet in Beringen bis 2025 ein grosses Rechenzentrum. Das Schweizer Tochterunternehmen des global tätigen Spezialisten für grosse Datenzentren will dabei eine möglichst hohe Energieeffizienz erreichen. Das Ingenieurunternehmen Amstein + Walthert hat nun im Auftrag des Schaffhauser Baudepartements eine Machbarkeitsstudie für die Verwendung der Abwärme für Wärmeverbünde angefertigt.
Der Energiebedarf des Rechenzentrums beträgt im Endausbau laut der Studie 30 Megawatt, die thermische Abwärmeleistung 9 bis 15 Megawatt, die Abwärmemenge mindestens 79 Gigawattstunden im Jahr. Davon können maximal 26 Gigawattstunden für thermische Netze genutzt werden.
Die Machbarkeitsstudie kommt zum Schluss, dass die Wärmeenergie des Rechenzentrums zum einen für die Erweiterung eines bestehenden Wärmeverbunds in Beringen und für drei neue Verbünde genutzt werden kann. Der Kanton, die Stadt Schaffhausen, die Gemeinde Beringen und Stack hoffen nun, dass Unternehmen Interesse am Aufbau und am Betrieb solcher Wärmeverbünde zeigen. Die kantonale Wirtschaftsförderung tritt dabei laut einer Mitteilung der kantonalen Energiefachstelle als Ansprechpartnerin für Interessenten auf.
Seit 2007 vergibt die Schweizerische Vereinigung für Standortmanagement SVSM die SVSM Awards. Dabei handelt es sich um Auszeichnungen für besonders innovative Projekte aus den Bereichen Standortmarketing, Standortentwicklung und Wirtschaftsförderung. Für die Awards 2022 gingen 14 Bewerbungen ein – von Gemeinden, Städten und Organisationen vom Bodensee bis ins Oberwallis. Eine Jury hat diese anhand festgelegter Kriterien bewertet und sechs Projekte für die Awards 2022 nominiert. Die Nominierten hatten anschliessend Gelegenheit, ihr Projekt der Jury zu präsentieren. Im Rahmen der Fachtagung «SVSM Dialog Wirtschaftsförderung» fand schliesslich Anfang November im Capitol in Olten die Verleihung der begehrten Auszeichnungen statt. Den SVSM Award 2022 durfte das Regions- und Wirtschaftszentrum Oberwallis für das Projekt «valais4you», das die Zuwanderung von Fachkräften fördern möchte, entgegennehmen. Gemäss Katharina Hopp, Jury-Präsidentin der SVSM Awards und Vorstandsmitglied der SVSM, gaben die regionale Kooperation und die vorbildliche Zusammenarbeit zwischen Privatwirtschaft und öffentlicher Hand den Ausschlag für den Entscheid der Jury: «Die verschiedenen Anlaufstellen und Angebote kooperieren bereichsübergreifend und decken so verschiedene Bedürfnisse von Neuzuzügern ab. Zudem hat die Jury die agile Organisationsform, die flexibel auf Anforderungen reagieren kann, als besonders innovativ bewertet», so Hopp in ihrer Laudatio.
Die Jury-Präsidentin durfte auf der Bühne des Capitol noch einen zweiten Preis vergeben: einen speziellen SVSM Anerkennungspreis. Dieser ging an die Genossenschaft Stadtufer, welche die Umnutzung der alten Spinnerei im toggenburgischen Lichtensteig vorantreibt. Die junge, frische Organisation habe einem schwierigen Umfeld und widrigen Umständen getrotzt, so Katharina Hopp: «Die Jury möchte das Engagement der Genossenschaft, die dem Projekt auf lokaler und regionaler Ebene Strahlkraft verliehen und ein Beispiel für innovative Standortförderung im ländlichen Raum geschaffen hat, mit dem Anerkennungspreis wertschätzen.» Anerkennung zollte die Jury-Präsidentin auch allen übrigen Nominierten, die eine Nominationsurkunde entgegennehmen durften.
Im Rahmen der SVSM Awards zeichnet die SVSM jeweils auch eine verdiente Persönlichkeit als Standortmanager:in des Jahres aus. 2022 durfte Christoph Lang, CEO der Flughafenregion Zürich FRZ, die Auszeichnung von Sonja Wollkopf Walt, CEO Greater Zurich Area und Jury-Mitglied der SVSM Awards, entgegennehmen. In ihrer Laudatio hielt Wollkopf Walt fest, dass Christoph Lang nicht nur ein unbestritten verdienter Standortmanager sei, sondern auch die SVSM massgeblich mitgeprägt habe, war er doch seit der Vereinsgründung 1998 bis 2008 Mitglied im Vorstand.
Seit 2007 vergibt die Schweizerische Vereinigung für Standortmanagement SVSM jährlich die SVSM Awards. Dabei handelt es sich um Auszeichnungen für besonders innovative Projekte aus den Bereichen Standortmarketing, Standortentwicklung und Wirtschaftsförderung. Für die diesjährigen Awards sind 14 Bewerbungen eingegangen – von Gemeinden, Städten und Organisationen vom Bodensee bis ins Oberwallis. Eine Jury hat diese anhand festgelegter Kriterien bewertet und die folgenden sechs Projekte für die Awards 2022 nominiert:
• City-Event „Big Air Chur“ – eingereicht von der Kontaktstelle Wirtschaft der Stadt Chur
• Umnutzung der alten Spinnerei in Lichtensteig – eingereicht von der Genossenschaft Stadtufer
• Projekt „valais4you“ zur Förderung der Zuwanderung von Fachkräften –
eingereicht vom Regions- und Wirtschaftszentrum Oberwallis
• Gemeinschaftsprojekt „BIGNIK“ zur Identifikationsstärkung –
eingereicht von REGIO Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee
• „Werkstadt Zürisee“ zur Entwicklung des Arbeitsplatzgebietes Rütihof –
eingereicht von der Stadt Wädenswil
• Lancierung der integrierten Standortförderung für das Zürcher Oberland –
eingereicht vom Verein Standortförderung Zürioberland
Mit der Nomination ist den Bewerber*innen aber noch kein Award auf sicher: Ende August haben alle Nominierten die Gelegenheit, ihre Projekte der Jury zu präsentieren. Die Jury setzt sich zusammen aus den folgenden Fachpersonen: Katharina Hopp, Jury-Präsidentin und Vorstandsmitglied SVSM; Botschafter Dr. Eric Jakob, Leiter der Direktion für Standortförderung SECO; Pascal Jenny, Präsident Arosa Tourismus; Karin Jung, Leiterin Amt für Wirtschaft und Arbeit Kanton St.Gallen; Prof. Dr. Markus Schmidiger, Leiter Kompetenzzentrum Immobilien
Hochschule Luzern; Sonja Wollkopf-Walt, CEO Greater Zurich Area.
Die Vergabe der Awards findet am Mittwoch, 2. November 2022, im Rahmen der hybriden Fachtagung „SVSM Dialog Wirtschaftsförderung“ im Kino Capitol in Olten statt. An diesem Anlass wird übrigens auch der oder die Standortmanager/in des Jahres ausgezeichnet.
Mit der Veranstaltungsreihe «SVSM Dialog» vermittelt die Schweizerische Vereinigung für Standortmanagement SVSM Fachwissen und vernetzt Standortmanager*innen, Wirtschaftsförderer*innen, Immobilien-Fachleute, Raumplaner*innen und weitere Interessierte. An der kommenden Frühlingsveranstaltung, die am 31. März 2022 von 15 bis 18.30 Uhr stattfindet, bieten praxisbezogene Referate aus dem Oberwallis, der Stadt Baden und der Region Wil fachlich wertvolle Inputs für die tägliche Arbeit. Drei spannende Referent*innen zeigen am «SVSM Dialog Standortmanagement» anhand von Fallbeispielen Lösungsansätze und Strategien für die Praxis auf und diskutieren über aktuelle Herausforderungen: Thomas Lütolf, Leiter Standortförderung Stadt Baden, stellt die regionalwirtschaftliche Vision Stadtquartier Baden Nord vor. Anne Rombach-Jung, Geschäftsführerin REGIO WIL, spricht über die Zukunft von WILWEST und Esther Schlumpf, Projektleiterin beim Regions- und Wirtschaftszentrum Oberwallis, befasst sich mit der Frage, ob Governance ein Erfolgsfaktor für die Regionalentwicklung sein kann.
Mit dabei – vor Ort oder via Live-Streaming Der «SVSM Dialog Standortmanagement» wird als Hybrid-Anlass durchgeführt: Die Teilnehmenden besuchen den Anlass entweder vor Ort im einzigartigen Ambiente des Gartensaals der Villa Boveri in Baden oder schliessen sich dem Anlass virtuell an – der gesamte Anlass wird live gestreamt und bietet dank einer speziellen Event-Plattform auch virtuell Teilnehmenden die Möglichkeit zur Interaktion. Alle Teilnehmenden erhalten nach der Online-Registration einen persönlichen Teilnahmelink, mit dem sie sich über einen Browser in den Event einloggen können. Der Anlass ist für Mitglieder der SVSM kostenlos. Nicht-Mitglieder bezahlen einen Unkostenbeitrag von CHF 50. Sollte während oder nach dem Event eine Anmeldung für eine Mitgliedschaft erfolgen, wird dieser Betrag zurückerstattet.
SVSM Awards für innovative Projekte Neben den hybriden Fachtagungen sind die «SVSM Awards» ein weiterer Schwerpunkt der SVSM. Diese werden 2022 nach einer pandemiebedingten zweijährigen Pause wieder vergeben. Die Awards richten sich an kleine wie grosse Projekte – von lokal bis national. Die «SVSM Awards» möchten die Vielfalt und Qualität sowie die Innovationskraft von Projekten aus dem ganzen Land sichtbar machen und damit die Stellung der entsprechenden Organisationen und Initiativen stärken. Die «SVSM Awards» sind damit sowohl Ansporn als auch Belohnung für Akteure im Tätigkeitsbereich der Standort- und der Wirtschaftsförderung. Ausgezeichnet werden Projekte mit einem besonders hohen Grad an Innovationskraft. Mögliche Beispiele sind Standortstrategien, Arealentwicklungen und entsprechende Positionierungen, Projekte zur Förderung von Innovation und Wirtschaftscluster, Projekte zur Etablierung oder Stärkung von Standortmarken, Promotionsaktivitäten und Kampagnen, Veranstaltungen, die einen Standort stärken, oder Organisationsentwicklung und Kooperationsmodelle. Die Bewerbung für die Awards erfolgt über ein Online-Formular. Eine Jury von Fachpersonen wählt aus allen Einsendungen die nominierten Projekte aus. Die Nominierten haben anschliessend in einer virtuellen Sitzung die Möglichkeit, ihr Projekt der Jury zu präsentieren. Die Bekanntgabe der Siegerprojekte sowie die Vergabe der Awards findet im Rahmen des «SVSM Dialog Wirtschaftsförderung» vom 2. November 2022 statt.
Weitere Informationen und Online-Bewerbung: https://svsm-standortmanagement.ch/awards
Der Dachverband für Standortförderungen Die Schweizerische Vereinigung für Standortmanagement SVSM ist ein 1998 gegründeter Fachverband. Sie ermöglicht den interdisziplinären Informations- und Erfahrungsaustausch, verknüpft Lehre, Forschung und Praxis, fördert die Professionalisierung im Standortmanagement und ist Ansprechpartner für Fragen zum Standortmanagement. Die SVSM zählt aktuell rund 80 Mitglieder aus den Bereichen Standort- und Wirtschaftsförderung, c, Immobilien sowie Aus- und Weiterbildung. Zwei Mal jährlich organisiert die SVSM die hybride Fachtagung „SVSM Dialog“; im Frühling mit Fokus auf Themen der Standortförderung, im Herbst mit Fokus Wirtschaftsförderung. Nach einer pandemiebedingten Pause vergibt der Fachverband dieses Jahr auch wieder die „SVSM Awards“ für innovative Projekte im Bereich Standortmanagement und Wirtschaftsförderung. Anfang Oktober organisiert die SVSM – ebenfalls nach einer zweijährigen Pause – wiederum den beliebten geführten Besuchstag an Europas grösste Messe für Standorte und Immobilien, die Expo Real in München.
Weitere Informationen zur SVSM: https://svsm-standortmanagement.ch
Der erste SVSM Dialog Wirtschaftsförderung fand coronabedingt nicht wie geplant als hybride, sondern als rein virtuelle Veranstaltung statt. Der Anlass vermittelte Fachwissen und vernetzte Standortmanagerinnen, Wirtschaftsfördererinnen, Immobilien-Fachleute, Raumplaner*innen und weitere Interessierte. Die Referenten stellten eindrückliche Praxisbeispiele aus den unterschiedlichsten Regionen – von Montreux über Uri bis St. Gallen – vor und berichteten dabei im Sinne von Best Practice auch über Herausforderungen, organisatorische Belange und Erfahrungen. Die Teilnehmenden erhielten so wertvolle Inputs für ihre tägliche Arbeit. Dank engagierten Fragerunden und einer Podiumsdiskussion, professionell moderiert von SVSM-Vorstandsmitglied Markus Müller, kamen auch der fachliche Erfahrungsaustausch und die Vernetzung nicht zu kurz.
Zusammenspiel zwischen Wirtschaft und Tourismus Stefan Büeler, Vorsteher des Amts für Wirtschaft und öffentlichen Verkehr Kanton Uri, zeigte anhand von aktuellen Projekten, wie der Tourismusentwicklung Andermatt, dem Gotthard-Basistunnel oder Bildungs- und Forschungsinstituten, die Ansätze der Wirtschaftsförderung Uri auf. Er ging auch darauf ein, welches Vorgehen und welche Organisationsformen sich in der Praxis bewährt haben und welche Herausforderungen es im Alltag zu meistern gilt. Samuel Zuberbühler, Leiter Standortförderung Stadt St. Gallen, gab Einblick in die Kampagne «Sankt ohne Senf», mit der sich die Ostschweizer Stadt vermarktet und Bewohnende, Heimweh-St. GallerInnen und «NewcomerInnen» zielgruppengerecht anspricht. Er zeigte damit eindrücklich auf, wie eng Wirtschafts-, Standortförderung und Tourismus zusammenhängen. Dies bestätigte auch Bernard Schmid, Geschäftsführer von Promove. Schmid ermöglichte einen Blick auf die Arbeitsweise, Struktur und aktuelle Themen einer Wirtschaftsförderungsorganisation in der Westschweiz: Der Verein Promove hat die Förderung der Wirtschaft in der Region Riviera-Lavaux am Schweizer Ufer des Genfersees zum Ziel und verbindet dazu Behörden, Wirtschaft und Tourismus. Entsprechend eng ist die Zusammenarbeit der verschiedenen Bereiche, die teilweise auch organisatorisch verknüpft sind. Wie das in der Praxis funktioniert, zeigte Schmid anhand des Projektes «Dolce Riviera», das 2020 lanciert wurde und die lntegration der gesamten touristischen Wertschöpfungskette in der Destination Montreux Riviera zum Ziel hat.
Der Start der neuen Veranstaltungsreihe ist gelungen: Das durchgehend positive Feedback der Teilnehmenden zu den Referaten zeigt, dass die SVSM mit dem neuen Veranstaltungsformat auf dem richtigen Weg ist. Der nächste SVSM Dialog ist bereits in Planung, dieses Mal mit dem Fokus Standortmanagement. Merken Sie sich das Datum bereits vor – weitere Informationen folgen: SVSM Dialog Standortmanagement: Donnerstag, 31. März 2022, 15 bis 19 Uhr
Weitere Informationen: Schweizerische Vereinigung für Standortmanagement SVSM Geschäftsstelle Ricketwilerstrasse 135 8352 Ricketwil (Winterthur)
Telefon 058 255 08 88 info@svsm-standortmanagement.ch www.svsm-standortmanagement.ch
Während vieler Jahre hat die SVSM jeweils im Frühjahr den Tag des Standortmanagements organisiert. An diesem ganztägigen Anlass haben sich Fachpersonen aus dem Standortmanagement, der Wirtschaftsförderung und der Immobilien-Branche sowie Vertreter*innen von Gemeinden, Städten und Kantonen getroffen, um Fallbeispielen zu lauschen, branchenspezifische Themen zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und ihr Netzwerk zu pflegen. Auf Grund der Corona-Pandemie konnte der Anlass 2020 und 2021 nicht durchgeführt werden. Der Vorstand der SVSM hat diese «Zwangspause» genutzt, um den Anlass grundsätzlich zu überdenken und neu zu konzipieren. Entstanden ist die neue Veranstaltungsreihe «SVSM Dialog»: Ab Herbst 2021 organisiert die SVSM jährlich zwei halbtägige Anlässe – im Herbst mit dem Fokus auf Themen der Wirtschaftsförderung, im Frühling zu Themen des Standortmanagements. Die Anlässe werden, ganz dem Zeitgeist entsprechend, hybrid sein: Teilnehmen können Interessierte einerseits physisch, vor Ort, oder dank Live-Streaming virtuell vom Schreibtisch aus.
Praxisbezogene Referate und Erfahrungsaustausch Der erste SVSM Dialog Wirtschaftsförderung findet am Mittwoch, 17. November 2021, von 15 bis 19 Uhr im Kino Capitol in Olten statt. Der Anlass vermittelt Fachwissen und vernetzt Standortmanagerinnen, Wirtschaftsfördererinnen, Immobilien-Fachleute, Raumplanerinnen und weitere Interessierte. Drei praxisbezogene Referate mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsförderung bieten den Teilnehmenden fachlich wertvolle Inputs für die tägliche Arbeit und zeigen anhand von Fallbeispielen Lösungsansätze und Strategien für aktuelle Herausforderungen auf. Stefan Büeler, Vorsteher des Amts für Wirtschaft und öffentlichen Verkehr Kanton Uri, zeigt anhand von aktuellen Projekten wie der Tourismusentwicklung Andermatt, dem Gotthard-Basistunnel oder Bildungs- und Forschungsinstituten die Ansätze der Wirtschaftsförderung Uri auf. Er geht auch darauf ein, welches Vorgehen und welche Organisationsformen sich in der Praxis bewährt haben. Samuel Zuberbühler, Leiter Standortförderung Stadt St. Gallen, gibt unter dem provokativen Titel «Sankt ohne Senf» Einblick in die Vermarktung der Ostschweizer Stadt und zeigt, wie dort aktuelle Themen – etwa die Belebung der Innenstadt – angegangen werden. Dabei greift er auch kritische Punkte auf, um einen praxisbezogenen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen. Bernard Schmid, Geschäftsführer von Promove, ermöglicht einen Blick auf die Arbeitsweise, Struktur und aktuelle Themen einer Wirtschaftsförderungsorganisation in der Westschweiz: Der Verein Promove hat die Förderung der Wirtschaft in der Region Riviera-Lavaux am Schweizer Ufer des Genfersees zum Ziel und verbindet dazu Behörden, Wirtschaft und andere wichtige Partner. Ein ausgedehnter Apéro zum Abschluss der Veranstaltung – auch dieser Teil wird live gestreamt – bietet Gelegenheit zur Pflege und zum Ausbau des persönlichen Netzwerks.
Mit dabei – vor Ort oder via Live-Streaming Der Anlass wird als Hybrid-Anlass durchgeführt: Die Teilnehmenden besuchen den Anlass entweder vor Ort im Kino Capitol in Olten oder schliessen sich dem Anlass virtuell an – der gesamte Anlass wird live gestreamt und bietet dank einer speziellen Event-Plattform auch virtuell Teilnehmenden die Möglichkeit zur Interaktion. Alle Teilnehmenden erhalten nach der Online-Registration einen persönlichen Teilnahmelink, mit dem sie sich über einen Browser in den Event einloggen können. Der Anlass ist für Mitglieder der SVSM kostenlos. Nicht-Mitglieder bezahlen einen Unkostenbeitrag von CHF 50. Sollte während oder nach dem Event eine Anmeldung für eine Mitgliedschaft erfolgen, wird dieser Betrag zurückerstattet.
Die Generis AG wird die Wirtschaftsförderungsstelle des Kantons Schaffhausen bis 2024 weiterführen. Dasselbe gilt für die Geschäftsstelle zur Förderung der Regional- und Standortentwicklung. Das hat der Regierungsrat an seiner Sitzung am Dienstag beschlossen.
Der Leistungsauftrag läuft aktuell bis Ende 2022. Danach kann er letztmals um weitere zwei Jahre verlängert werden. Die Generis AG hatte Anfang 2015 den Zuschlag für die Führung beider Einrichtungen erhalten.
Wie es in einer Mitteilung des Regierungsrats heisst, hat die Generis AG „ihren Auftrag bisher sehr gut erfüllt. Die bis heute erreichten Resultate im Bereich der Wirtschaftsförderung stellen eine eigentliche Erfolgsgeschichte dar.“ Deshalb werde der Leistungsauftrag nun verlängert.
Sehr viel direkter und substanzieller von der Corona-Pandemie betroffen sind Sie, unsere Mitglieder. Zahlreiche Standort- und Wirtschaftsförderungen mussten die Erfahrung machen, dass jahrelange Aufbauarbeit innert weniger Wochen wegen des Lockdowns bzw. wegen regionaler Lockerungen praktisch bedeutungslos werden kann. Massgebend für Einkaufs-, Freizeit- und Reiseverhalten waren plötzlich ganz andere Faktoren, vornehmlich die Frage: Was ist wo noch erlaubt? Standort- und Wirtschaftsförderungen können in einer solchen Situation – in der aus meiner Sicht der Föderalismus an seine Grenzen stösst – kaum mehr Einfluss nehmen. Erschwerend kommt hinzu: Wo das Gewerbe ums Überleben kämpft, bleibt weder Zeit noch Energie, geschweige denn Geld übrig, regionale Standortvorteile zu sichern und zu bewerben. Doch gerade jetzt gilt es, langfristig zu denken, zu investieren und Erreichtes weiter auszubauen.
In diesen besonderen Zeiten möchten wir Ihnen umso mehr für Ihre Treue zu unserem Verband danken – auch wenn Sie 2020 nicht von allen Leistungen, auf die Sie im Rahmen Ihrer Mitgliedschaft Anspruch haben, profitieren konnten. Auch unseren Sponsoren, UPC Schweiz und Elektrizitätswerke des Kantons Zürich EKZ, danken wir an dieser Stelle bestens für ihr Engagement. Wir hoffen sehr, dass wir im Herbst 2021 einen Halbtagesanlass als neues Format durchführen können. Unsere Generalversammlung im Frühjahr wird aber auch dieses Jahr virtuell stattfinden. Wir senden Ihnen in den nächsten Wochen alle entsprechenden Informationen und Unterlagen. Selbstverständlich halten wir Sie auch über unser Jahresprogramm auf dem Laufenden, unter anderem mit unserem Newsletter.
Das Volkswirtschaftsdepartement des Kantons Solothurn will die Standortentwicklung stärken, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. In diesem Zusammenhang wird die Fachstelle Wirtschaftsförderung in Fachstelle Standortförderung umbenannt. Organisatorisch wechselt die Fachstelle direkt ins Departementssekretariat.
Die neue Bezeichnung der Fachstelle soll zum Ausdruck bringen, dass sich diese künftig verstärkt mit der Standortentwicklung auseinandersetzen wird. Zudem soll sie beispielsweise bei der Umsetzung von Projekten im Rahmen der Standortstrategie oder der Neuen Regionalpolitik des Bundes (NRP) noch vernetzter und vermehrt departementsübergreifend agieren, heisst es.
Neben der Standortentwicklung werden weiterhin auch die Betreuung von Unternehmen in Solothurn und die Bearbeitung von Ansiedlungsprojekten zu den Kerngeschäften der Fachstelle gehören.
Die SVSM wurde 1998 als Dachverband für die Standort- und Wirtschaftsförderer der Schweiz gegründet. Während anfangs der Fokus auf dem Stadtmarketing lag, haben sich die Tätigkeitsfelder seither stark ausgeweitet: Gemäss dem Ansatz der integrierten Standortförderung zählt die SVSM zu ihren rund 90 Mitgliedern heute nicht nur Standort- und Wirtschaftsförderungen, sondern auch Tourismusregionen, Immobilien-Fachleute, Event-Agenturen und Bildungsinstitutionen. Um diesen veränderten Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen, hat sich der Vorstand der SVSM zur einer Klausurtagung getroffen. Die Schärfung des Verbandsprofils, die angebotenen Leistungen und der Nutzen für die Mitglieder standen dabei im Fokus. In intensiven Diskussionen haben sich Schwerpunkte herauskristallisiert und neue Aufgaben ergeben. Die Hauptziele der SVSM – den interdisziplinären Erfahrungsaustausch ermöglichen, die Professionalisierung fördern sowie Lehre und Praxis verknüpfen – bleiben sich dabei gleich. Allerdings werden die Mitglieder künftig von mehr Leistungen und verbesserten Networking-Gelegenheiten profitieren können. Die Vorstandsmitglieder werden nun mit viel Motivation und Engagement die Herausforderungen anpacken, um den Verband weiterzuentwickeln; denn einig waren sich alle: Die SVSM ist eine wichtige Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Standortmanagement.
Der Vorstand der SVSM und die Jurymitglieder der SVSM Awards haben beschlossen, dieses Jahr keine SVSM Awards auszuschreiben. Dies hat zwei Gründe: Zum einen ist der bisherige Jury-Präsident, Michael Domeisen, aus dem Vorstand der SVSM und damit aus der Jury der Awards zurückgetreten. Neu wird Mani Sokoll, seit April Vorstandsmitglied der SVSM, das Präsidium der SVSM Awards übernehmen. Der Wechsel im Jury-Präsidium soll nun genutzt werden, um die künftige Ausrichtung der Awards zu überdenken. Zum anderen haben auf Grund der aktuellen Situation mit Covid-19 die meisten Standort- und Wirtschaftsförderungen derzeit andere Prioritäten, als sich für einen SVSM Award zu bewerben.
Die SVSM hofft auf Verständnis für diesen Entscheid. Selbstverständlich wird umgehend informiert, sobald die Bewerbungsfrist für die SVSM Awards 2021 gestartet ist.
Herr Zettel, der Kanton Luzern, alle Luzerner Gemeinden sowie Netzwerkpartner aus Wirtschaft und Industrie engagieren sich finanziell und ideell für einen wachsenden Wirtschafts- und Wohnstandort Luzern. Wie beurteilen Sie deren Erfolg? Wenn wir auf die letzten Jahre zurückblicken, beobachten wir eine dynamische Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Luzern. In den Jahren 2012 bis 2017 ist die Anzahl Unternehmen und Arbeitsplätze im schweizweiten Vergleich überdurchschnittlich gewachsen. Im erwähnten Zeitraum sind kantonsweit über 2 000 Unternehmen und über 15 000 Arbeitsplätze entstanden. Das ist ein nationaler Spitzenwert. Die gemeinsamen Anstrengungen haben sich also gelohnt. Auch letztes Jahr hat der Firmenbestand wiederum um über drei Prozent zugenommen.
Was macht den Kanton Luzern denn besonders attraktiv? Ich würde die attraktive Kombination verschiedener Standortfaktoren in den Vordergrund rücken. Sie macht letztlich die Standortqualität aus. Nebst den stimmigen harten Faktoren wie tiefe Steuern, Verfügbarkeit von Arbeitskräften oder die gute Erreichbarkeit, ist der Kanton Luzern auch landschaftlich reizvoll und kulturell spannend. Jährlich besuchen viele Touristen die Region Luzern. Von den touristi- schen Angeboten profitiert direkt auch die lokale Bevölkerung.
Zurück zu den harten Fakten. Gibt es noch Flächen, welche für Firmenansiedlungen und Unternehmensentwicklungen zur Verfügung stehen? In der Tat hat sich der Markt in den letzten Jahren stark verändert. Die Verfügbarkeit von Baulandgrundstücken und entwickelten Arbeitsflächen ist eine zentrale Herausforderung der Zukunft. Das neue Raumplanungsgesetz gibt enge Grenzen vor. So sind Einzonungen nur noch unter bestimmten Bedingungen möglich. Folglich liegt der Fokus zukünftig klar in der Entwicklung nach Innen und auf die bessere Ausnützung von Flächen. Das betrifft in hohem Ausmass auch die Unternehmen, insbesondere das lokale KMU-Gewerbe. Namentlich die Immobilienwirtschaft ist gefordert, neue, attraktive und bezahlbare Angebote zu schaffen für diese Betriebe.
Wo sehen Sie örtlich die Möglichkeiten für Neuansiedlungen? In den neuen Stadtzentren LuzernSüd und LuzernNord sind attraktive neue Flächen am entstehen. Im Zentrum der Stadt Luzern ist die Entwicklung räumlich limitiert, das heisst, hier erfolgt die Entwicklung im Rahmen von Arealentwicklungen, welche die letzten Baulücken füllen und sich in die bestehende Stadt eingliedern müssen. Aus regionaler Optik bedeutet dies, dass sich die Stadt Luzern als funktionaler Raum ausdehnt und neue, attraktive Stadtzentren in den umliegenden Gemeinden entstehen, welche hervorragend erschlossen sind und eine neue urbane Qualität bieten können. Persönlich sorge ich mich etwas um die reinen Arbeitszonen, diese wurden im Zuge der Innenentwicklung häufig einer anderen Nutzung zugeführt, ohne dass Ersatz entstanden ist. Diese Flächen fehlen dann dem Gewerbe.
Also sind diese Flächen ein knappes Gut? Nun, dieser Eindruck kann tatsächlich entstehen. Bei genauerem Hinsehen fällt aber auf, dass es im Kanton Luzern noch eine beträchtliche Anzahl von Grundstücken gibt, welche eingezont, aber noch nicht entwickelt sind. Hier ist die Frage, ob die Grundeigentümer überhaupt entwickeln möchten. Wir stellen eine gewisse Tendenz zur Baulandhortung fest, was klar nicht in unserem Sinne ist. Manchmal fehlt es aber nicht nur am Willen, sondern auch einfach am Wissen, wie man diese Flächen entwickeln könnte. Vor allem die Filetstücke müssen sehr clever und nachhaltig entwickelt werden, damit auch die nächste Generation maximal davon profitieren kann.
Wie sieht die Entwicklungsstrategie im Kanton Luzern aus? Im aktuellen Richtplan wurden zwölf sogenannte kantonale Entwicklungsschwerpunkte (kurz ESP) definiert. Dabei handelt es sich um grossflächige Arbeitsplatzgebiete an gut erschlossenen Standorten. Dabei wird eine eine qualitative Entwicklung angestrebt, wobei insbesondere auch die Abstimmung von Siedlung und Verkehr eine wichtige Rolle spielt. Die ESP sind ein zentrales Element der Luzerner Standortpolitik und ein wichtiges Instrument der gemeinsamen Wirtschaftsförderung von Kanton und Gemeinden.
Wo befinden sich diese Entwicklungsschwerpunkte? Sie orientieren sich aufgrund der wirtschaftlichen Potenziale an den Hauptverkehrsachsen des Kantons Luzern. Hauptsächlich befinden sie sich an gut erschlossenen Lagen, welche verkehrstechnisch gut liegen, mit dem Auto, aber auch mit dem ÖV.
Wie ist der Stand dieser Entwicklungsschwerpunkte? Sehr unterschiedlich. Während etwa in der Stadtregion Luzern die bereits erwähnten Gebiete LuzernSüd und LuzernNord relativ weit fortgeschritten und bereits in der Umsetzung sind, besteht beispielsweise in den beiden Regionalzentren Hochdorf oder Willisau ein erhebliches Nachholpotenzial. Diese Gebiete sind es, welche in den nächsten Jahren vermehrt in den Fokus von Investoren und Entwicklern rücken werden.
Wo kann man sich über die einzelnen Entwicklungsschwerpunkte informieren? Investoren und interessierte Unternehmen können sich bei uns melden, denn wir haben eine gute Übersicht über den Stand dieser Gebiete und kennen sämtliche Ansprechpartner. Zentral für die Entwicklung dieser ESP sind nebst den Standortgemeinden auch die vier regionalen Entwicklungsträger im Kanton Luzern. Das heisst LuzernPlus, Sursee-Mittelland, Region Luzern West und Idee Seetal. Das positive Zusammenspiel von Staat und Wirtschaft ist ein Kernelement unserer gemeinsamen Wirtschaftspolitik. Dieses wollen wir weiter verbessern. ■
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