Schlagwort: Wohnungsmarkt

  • 10 Millionen und dann

    10 Millionen und dann

    Am 14. Juni 2026 stimmt die Schweiz über die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!» ab. Sie will die ständige Wohnbevölkerung langfristig unter 10 Millionen halten und sieht ab 9,5 Millionen zusätzliche Massnahmen vor. Der politische Fokus liegt auf Zuwanderung. Der räumliche Effekt könnte jedoch viel breiter ausfallen.

    Denn Arbeitsmärkte lassen sich nicht einfach an der Landesgrenze stoppen. Wenn Unternehmen weiterhin Fachkräfte brauchen, aber weniger Menschen in der Schweiz wohnen können oder sollen, steigt der Druck auf grenznahe Wohn- und Pendelräume. Das verändert nicht nur Statistiken. Es verändert ganze Regionen.

    Der Wohnungsmarkt weicht aus
    Das Muster ist längst sichtbar. In der Genferseeregion wächst der Arbeitsmarkt stark, während Wohnraum auf Schweizer Seite chronisch knapp bleibt. Die Folge ist eine immer stärkere Ausdehnung des Metropolraums nach Frankreich.

    Die Preisdifferenz erklärt die Dynamik. Im Kanton Genf lagen die Angebotsmieten zuletzt bei 384 Franken pro Quadratmeter und Jahr, im grenznahen Frankreich je nach Lage nur bei 190 bis 260 Franken. Bei Wohneigentum ist der Abstand noch grösser. In Genf liegen die Angebotspreise bei rund 13’500 Franken pro Quadratmeter, im nahen Frankreich bei etwa 3’500 bis 6’000 Franken.

    Wenn Entlastung neue Lasten schafft
    Was für die Schweiz wie eine Bremse wirken soll, kann Grenzregionen zusätzlich anheizen. Mehr Grenzgänger bedeuten mehr Nachfrage nach Wohnraum ausserhalb der Schweiz, höhere Preise in den Nachbargemeinden und wachsenden Druck auf Schulen, Verkehr und kommunale Dienste. Genau davor warnen bereits Stimmen aus Hochsavoyen.

    Auch infrastrukturell ist das keine Nebenfrage. Neue Verkehrsangebote wie der Léman Express haben das grenzüberschreitende Pendeln deutlich erleichtert und rund um die Haltestellen neue Entwicklungsdynamik ausgelöst. Der Raum wächst damit nicht weniger. Er wächst nur anders.

    Was das für Standorte bedeutet
    Für die Standortpolitik ist das eine heikle Wahrheit. Wachstum verschwindet nicht, nur weil man es politisch deckeln will. Es sucht sich neue Wege über Pendlerachsen, Wohnstandorte und funktionale Wirtschaftsräume.

  • Umzüge der Generation 55+ können Wohnungsmarkt entlasten

    Umzüge der Generation 55+ können Wohnungsmarkt entlasten

    Das Umzugsverhalten der Best Ager, also der Generation der 55- bis 74-Jährigen, gewinnt an Bedeutung für einen funktionierenden Wohnungsmarkt in der Schweiz, wie der neue Helvetia Wohnreport laut einer Mitteilung der Helvetia Baloise zeigt. Die Studie wurde vom Versicherer in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut Sotomo aus Zürich erhoben.

    Zieht diese Altersgruppe um, verlagert sie ihren Wohnort meist in weniger zentrale Lagen oder vermehrt ins Ausland. Dadurch werden grössere, zentral gelegene Wohnungen frei, die anschliessend deutlich häufiger von Familien genutzt werden. Laut Studie trägt dies dazu bei, bestehenden Wohnraum über verschiedene Lebensphasen hinweg effizienter zu verteilen.

    Ausserdem hat die Abwanderung ins Ausland zwischen 2014 und 2024 um fast 50 Prozent zugenommen. Gleichzeitig bleiben Umzüge innerhalb der eigenen Gemeinde vergleichsweise selten. Erst ab einem Alter von 75 Jahren kehrt sich der Trend um: Dann ziehen ältere Menschen bei einem Umzug häufiger wieder in gut erschlossene, zentrale Lagen.

    „Zusätzliche Umzüge dieser Altersgruppe leisten einen wichtigen Beitrag zur besseren Nutzung des Wohnraums“. wird Michael Hermann, Geschäftsführer von Sotomo, zitiert. Gefördert wird diese Dynamik insbesondere durch das Umzugsverhalten ausländischer Best Ager, deren Umzugswahrscheinlichkeit verglichen mit Schweizerinnen und Schweizern um 50 Prozent höher liegt. Gebremst wird diese Dynamik jedoch durch den sogenannten Lock-in-Effekt: Wohneigentümer ziehen deutlich seltener um – ihre Umzugswahrscheinlichkeit liegt über 60 Prozent unter jener von Mietenden. Der oft diskutierte Einfluss günstiger Bestandsmieten fällt laut Report hingegen deutlich geringer aus als angenommen und ist nicht der entscheidende Faktor für die geringe Mobilität älterer Haushalte.

  • Wirtschaftsraum Ticino zwischen Energie, Wohnen und Investitionen

    Wirtschaftsraum Ticino zwischen Energie, Wohnen und Investitionen

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    Am 108. immoTable Ticino in Savosa diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Immobilienwirtschaft, Energie, Planung und Investment über die Zukunft des Wirtschaftsraums Ticino. Im Zentrum standen dabei nicht nur einzelne Projekte, sondern die grundlegende Frage, wie sich das Tessin als moderner Wirtschafts- und Immobilienstandort weiterentwickeln kann.

    Die Diskussion machte deutlich, dass das Tessin heute weit mehr ist als Ferien- und Zweitwohnungsregion. Hohe Lebensqualität, strategische Lage und spannende Entwicklungspotenziale treffen auf Herausforderungen bei Verfahren, Wohnraum, Mobilität und regionaler Zusammenarbeit.

    Roberto Fantoni von Volta RE zeigte auf, wie stark sich der Energiemarkt verändert hat. Während die Einspeisevergütung für Photovoltaikstrom in den letzten Jahren massiv gesunken ist, entstehen mit Energiegemeinschaften, virtuellen Zusammenschlüssen und lokalen Stromgemeinschaften neue Modelle für Immobilienbesitzer, Gemeinden und Arealentwicklungen. Besonders die neuen CLE Modelle ab 2026 könnten den Immobilienmarkt nachhaltig verändern. Gleichzeitig wurde klar, dass Eigentümer und Verwaltungen zunehmend Lösungen suchen, welche Energiekosten senken, Gebäude energetisch aufwerten und Investitionen vereinfachen.

    Monique Bosco-von Allmen von CASSI rückte die Wohnfrage ins Zentrum. Sie machte deutlich, dass das Tessin im Bereich gemeinnütziger Wohnbau im schweizweiten Vergleich stark zurückliegt und die Diskussion um bezahlbaren Wohnraum, demografischen Wandel und nachhaltige Wohnformen dringend an Bedeutung gewinnt. Thematisiert wurden unter anderem Gentrifizierung, steigende Mietkosten, die geringe Quote gemeinnütziger Wohnungen sowie die Frage, wie Politik, Gemeinden und private Akteure gemeinsam neue Wohnmodelle fördern können. Gleichzeitig wurde betont, dass Wohnen weit mehr sei als nur ein Dach über dem Kopf, sondern eng mit sozialem Gleichgewicht, Generationendialog und Lebensqualität verbunden ist.

    Manuel Gamper von Leading Investors zeigte das Tessin aus Sicht nationaler und internationaler Investoren. Das Tessin bleibe attraktiv, befinde sich aber in einem anspruchsvolleren Marktumfeld, das deutlich mehr Professionalität, Datenkompetenz und strategisches Denken verlange. Besonders wichtig seien Planbarkeit, Geschwindigkeit, grössere Volumen und ein professionelles Ökosystem entlang der gesamten Immobilienwertschöpfungskette. Gleichzeitig wurde deutlich, dass das Tessin trotz seiner begrenzten Marktgrösse über interessante Renditen und erhebliches Entwicklungspotenzial verfügt, wenn Projekte qualitativ hochwertig, flexibel und langfristig ausgerichtet werden.

    Die Zukunft des Wirtschaftsraums Ticino entscheidet sich nicht allein über einzelne Bauprojekte oder Investments, sondern über Zusammenarbeit, Qualität, Innovation und die Fähigkeit, wirtschaftliche Entwicklung, Energie, Mobilität und Wohnen gemeinsam zu denken.

    Der nächste immoTable findet am 18. Juni 2026 im StartUp Space in Schlieren statt.

  • Angebotsmieten steigen im Januar nur verhalten

    Angebotsmieten steigen im Januar nur verhalten

    Der Homegate-Mietindex für Angebotsmieten, der vom Immobilienmarktplatz Homegate in Zusammenarbeit mit der Zürcher Kantonalbank (ZKB) erhoben wird, misst die monatliche, qualitätsbereinigte Veränderung der Mietpreise anhand der aktuellen Marktangebote. Für den Januar 2026 zeigt der Index eine leichte Steigerung von 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat. Verglichen mit Januar 2025 konnten die Angebotsmieten schweizweit um 2,2 Prozent zulegen.

    Auf kantonaler und städtischer Ebene zeigt sich dabei ein ungewohnt differenziertes Bild. Zum Jahresauftakt waren die Mieten in der Hälfte der Kantone rückläufig, insbesondere in Nidwalden (minus 2,7 Prozent) und Schwyz (minus 2 Prozent). In mehreren Kantonen folgte diese Entwicklung auf eine Phase von ein bis drei Monaten mit zuvor starken Zunahmen. Im Vorjahresvergleich legten die Angebotsmieten jedoch in allen Kantonen zu, besonders in Graubünden (plus 7,7 Prozent), Glarus (plus 6,4 Prozent) und dem Wallis (plus 6,2 Prozent).

    Auch in den Städten zeigten sich im Januar rückläufige Tendenzen. Gegenüber Dezember 2025 weisen alle Städte gleichbleibende oder gesunkene Werte auf. Besonders stark sanken Mieten in Genf (minus 1,2 Prozent) und Lugano (minus 1 Prozent). Allein Zürich verzeichnete auch im Januar einen Mietzuwachs (plus 0,5 Prozent). Wie auch in den Kantonen liegen allerdings die Angebotsmieten in allen Städten über dem Vorjahresspiegel. Besonders in Lugano (plus 7,6 Prozent) und Luzern (plus 3,8 Prozent) sind die Mieten 2025 höher geworden.

    Bei Homegate handelt es sich um eine Plattform der SMG Swiss Marketplace Group. In dieser sind die digitalen Marktplätze von TX Group, Ringier und Mobiliar vereint.

  • Group of 15: Gemeinsames Plädoyer für eine geeinte Immobilienwirtschaft

    Group of 15: Gemeinsames Plädoyer für eine geeinte Immobilienwirtschaft

    Die Schweizer Immobilienbranche wird mancherorts mit Argusaugen betrachtet – vor allem bei der Frage, wie es um den Wohnungsmarkt bestellt ist. Gibt es genügend Wohnraum an den zentralen Standorten? Warum steigen die Mietzinse in den Metropolregionen stark und ständig? Welchen Einfluss haben Gemeinden, Kantone und Bundesbern auf die Aktivitäten der institutionellen Immobilienwirtschaft? Und mit welcher Stimme spricht überhaupt die Branche im ganzen Land?

    Die professionelle, institutionelle wie kommerzielle Immobilienwirtschaft steht zweifelsohne unter Beobachtung. Sie befindet sich unbestritten in einem grossen Spannungsfeld: zwischen wachsender Regulierung, gesellschaftlichem Wandel zugleich und vielerorts dem Ruf nach Innovation, Erneuerung und Gerechtigkeit. Die Köpfe und Planer des 25. Symposiums der 2001 gegründeten Group of 15, der Denkfabrik der Schweizer Immobilienwirtschaft, stellten im Vorfeld des Anlasses die zu beantwortenden Fragen: Was bedeutet Zukunftsfähigkeit in einem Markt, der zunehmend kontrovers diskutiert wird? Wie lassen sich wirtschaftliche Anreize mit sozialer Verantwortung und nachhaltiger Stadtentwicklung vereinen? Und: Wie viel staatlicher Eingriff ist nötig – oder zu viel?

    «Verordnungswahn eindämmen»
    Für den in Basel geborenen Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger ist klar: der staatliche Einfluss auf die Bau- und Immobilienbranche ist riesengross – und gehört eingedämmt. Der Professor für politische Ökonomie sowie Direktor und Gründer des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) an der Universität Luzern und ehemaliges Geschäftsleitungsmitglied von economiesuisse kritisierte Bern und seine Behörden. Dort grassiere Subventionitis und Klientelpolitik in Reinform. «Der Bund ist doppelt so gross wie die Staatsquote impliziert», sagte er vor den rund 300 Gästen des Symposiums im Zürcher Kunsthaus.

    Der Schweizer Staat wachse mehr als doppelt so schnell wie die Produktivität der Wirtschaft und häufe mittlerweile «implizite Schulden von über 300 Prozent der Wirtschaftsleistung» auf, so Schaltegger weiter. Seine Forderung: der «Sturzenegger-Ansatz», eine Grundreinigung der Staatsfinanzen à la Argentinien. Zugleich plädierte er dafür, die Regulierungstätigkeit des Bundes stark zurückzuschrauben. Er verwies dabei auf seit den 1970er Jahren stark zugenommene Zahl an Verordnungen und Dekrete. Von diesen Bundesentscheidungen beträfen viele natürlich auch auch den hiesigen Bau- und Immobiliensektor.

    Heilmittel Künstliche Intelligenz?
    Prof. Dr. Christian Kraft, Leiter des Kompetenzzentrums Immobilien an der Hochschule Luzern, widmete sich danach dem Thema der baulichen (Un-)Ordnung und zugleich der Frage, ob eventuell Künstliche Intelligenz die Investitions­sicherheit im „Chaos der Deutschschweizer Baugesetze“ fördern könne. Seine Antwort: ein klares Jein. Die aktuelle, teils standortgebundene Unsicherheit habe vor allem auch mit längeren Bewilligungsdauern für Immobilienprojekte auf Stufe BZO zu tun. So habe sich zwischen 2011 und 2024 etwa die mittlere Bewilligungsdauer von einst unter 100 Tagen auf nun fast 200 Tage im Mittel erhöht. Hinzu komme, dass in letzter Zeit (seit 2020) ein starker Anstieg von 20 bis 30 Prozent bei den Planungs- und Baukosten von Mehrfamilienhäusern festzustellen sei, so Kraft.

    Gelungener Quartiersmix und fatale Einsprachen
    Im Anschluss zeigte Dr. Sibylle Wälty, Dozentin an der ETH Zürich und Gründerin von Resilientsy, auf, welche Mehrwerte das Konzept der „10-Minuten-Nachbarschaften“ in der Nutzungsplanung schaffen können. Ihr Forschungs- und Beratungsfokus richtet sich dabei auf einen austarierten Mix aus Wohn- und Arbeitsbevölkerung sowie weitere wichtige Faktoren für lebenswerte Stadtquartiere. Danach beleuchtete Dr. Wolfgang Müller, Partner & Head Real Estate bei der Firma MLL Legal Ltd., den „Raum für Widerspruch“. Er erläuterte, wo die aktuelle Rechtsprechung Einsprechenden und „Projektverhinderen“ Hand bietet und welche Schlüsse daraus Politik wie auch die Immobilienbranche ziehen könnten und sollten.

    Anstand und Rücksicht im Wohnungsbau
    Nach der Kaffeepause ging der Symposiumsvortrag von Paolo Di Stefano mit dem Titel „Mehr Freiheit und Selbstverantwortung“ nach- wie eindrücklich darauf ein, wie Immobilieninvestoren „vom Problem zur Perspektive“ kommen und Wohnimmobilien „zukunftsfähig“ machen können. Der erfahrene Leiter Immobilien Schweiz bei Swiss Life Asset Managers (mit rund 37’000 Wohneinheiten schweizweit im Bestand) zeigte dabei u.a. ein gelungenes Beispiel für Bestandssanierung ohne Leerkündigungen an der Schmiede in Zürich-Wiedikon. Zudem präsentierte er mit dem Au-Park in Wädenswil ein fast fertiges grosses Neubauprojekt, in dem neben rund 200 Mietwohnungen auch viele Einheiten im Stockwerkeigentum von Swiss Life Asset Managers realisiert werden.

    Er plädierte und appellierte zugleich eindringlich an die Vertreterinnen und Vertreter der Immobilienwirtschaft am Symposium mit einer Stimme mit der Politik wie mit der Bevölkerung zu sprechen. Dabei wies er auch durchaus selbstkritisch darauf hin, dass beispielsweise die gegenwärtige Vertretung des Bauernstandes im Schweizer Nationalrat und Ständerat weitaus gewichtiger und einflussreicher sei als die der Bau- und Immobilienbranche. Di Stefano warnte davor, dass im „politischen Powerplay“ spekulative Gebäudeinvestoren und langfristig orientierte institutionelle Investoren zuweilen in einen Topf geworfen würden. Dem gelte es gemeinsam argumentativ entgegenzuwirken und aufzuzeigen, dass „anständiges Bauen auch Rücksichtnahme“ bedeute.

    «Einfach gute und überzeugende Projekte machen»
    Den Abschluss des Group-of-15-Grossanlasses im Zürcher Kunsthaus bildete ein leicht gepfefferter Zukunftstalk von Tagungsmoderator Rainer Maria Salzgeber mit Nationalrat Beat Walti (FDP) und der grünliberalen Regierungsrätin Esther Keller (Kanton Basel-Stadt). Sie stimmten überein, dass Regulierungen im Bausektor nicht weiter wild wachsen dürften und man vor allem Ermessensspielräume bei Immobilienprojekten möglich machen müsse. Beide warnten vor einer „unheiligen politischen Allianz zwischen Links und Rechts“, welche durchaus kontraproduktive Folgen auf die Immobilienwirtschaft haben könne.

    Beat Walti, der seit 2023 Präsident des VIS Verband Immobilien Schweiz ist, welcher die Interessen von institutionellen Investoren wie Pensionskassen, Versicherern sowie privaten Immobilienunternehmen in Bundesbern vertritt, forderte von der Immobilienbranche, der er eingangs warnend eine „gelbe Karte“ vorhielt: „Zeigen Sie, was Sie bauen und machen, um damit auch Vertrauen zu schaffen – bei der Politik und bei der breiten Bevölkerung“. Esther Keller, Vorsteherin im städtischen Basler Bau- und Verkehrsdepartement, stimmte dem zu und fasste in ihrem Schluss-Statement kurz und knapp ihre Forderung zusammen: „Machen Sie einfach gute und überzeugende Projekte“.

  • Nidwalden treibt Angebotsmieten

    Nidwalden treibt Angebotsmieten

    Der vom digitalen Immobilienmarktplatz Homegate in Zusammenarbeit mit der Zürcher Kantonalbank monatlich erhobene Mietindex hat Ende August auf dem Stand von 131,2 Punkten geschlossen. Im Vergleich zum Vormonat legte der Index damit um 0,2 Prozent zu, informiert Homegate in einer Mitteilung. Gegenüber dem Vorjahr haben die Fachleute des Immobilienmarktplatzes schweizweit ein Wachstum der Angebotsmieten um 2,6 Prozent registriert.

    Der schweizweite Anstieg im Monatsvergleich wurde dabei hauptsächlich vom Kanton Nidwalden getrieben. Hier legten die Angebotsmieten um 1,5 Prozent zu. Im Jahresvergleich fielen sie um rund 10 Prozent höher aus. Alle anderen Kantone wiesen im Monatsvergleich lediglich geringe Bewegungen in beide Richtungen auf. Im Jahresvergleich sticht der Kanton Schwyz mit einer Zunahme um 8,4 Prozent hervor. Sinkende Angebotsmieten haben die Immobilienfachleute im selben Zeitraum nur im Kanton Graubünden beobachtet.

    Die Angebotsmieten der im Index erfassten acht Schweizer Städte fielen im August durchweg höher als im Vorjahresmonat aus. Im Monatsvergleich hat Lugano mit 1,8 Prozent den grössten Anstieg verzeichnet. Die Angebotsmieten in der Stadt Luzern lagen im August um 2,1 Prozent unter dem Vormonatswert. Im Jahresvergleich legten die Angebotsmieten in Luzern hingegen unter den acht beobachteten Städten am stärksten zu.

    Homegate ist ein Geschäftsbereich der SMG Swiss Marketplace Group AG. In dieser sind die digitalen Marktplätze von TX GroupRingier und Mobiliar vereint.

  • Schweizer Wohnungsmarkt spitzt sich weiter zu

    Schweizer Wohnungsmarkt spitzt sich weiter zu

    Die aktuelle Situation erinnert an die Jahre 2014 bis 2016, als eine längere Phase massiver Angebotsknappheit herrschte. Heute ist klar, dass kein kurzfristiger Ausgleich zu erwarten ist. Der Wohnungsbau bleibt auch in den kommenden Jahren hinter dem Wachstum der Haushalte zurück. Damit gehört die Schweiz erneut zu den europäischen Ländern, in denen sich die Wohnraumfrage zu einem zentralen Standortthema entwickelt.

    Belastung für Haushalte mit tiefer Kaufkraft
    Besonders stark trifft es Haushalte im unteren Einkommenssegment und des unteren Mittelstands. Während bestehende Mietverträge für rund 80 Prozent dieser Haushalte noch erschwinglich sind, zeigt sich auf dem aktuellen Markt ein deutlich anderes Bild. Nur gut 40 Prozent der neu angebotenen Wohnungen liegen in einem preislichen Rahmen, den diese Gruppen tragen können. In Regionen wie St. Moritz sowie in den urbanen Zentren und Agglomerationen fehlen passende Angebote nahezu vollständig.

    Wohnkosten steigen spürbar
    Ein Szenario aus dem Monitor verdeutlicht die Problematik. Würden alle Haushalte mit tiefer bis mittlerer Kaufkraft umziehen, stiege die durchschnittliche Wohnkostenbelastung von 29,1 auf 35,7 Prozent des Einkommens. Damit würde Wohnen für breite Teile der Bevölkerung klar zu einer finanziellen Überlastung. Bereits jetzt ist der Anteil der Mieterhaushalte, die ihre Wohnkosten nicht mehr im Budget halten können, von 2,6 auf 2,8 Prozent gestiegen. Noch moderat, aber mit klarer Tendenz nach oben.

    Fehlanreize auf der Angebotsseite
    Der Druck auf den Markt wird zusätzlich durch Investitionsmuster verschärft. Viele Investoren setzen auf Ersatzneubauten oder umfassende Sanierungen. Das stützt zwar die Bauwirtschaft, trägt aber kaum zur dringend nötigen Erweiterung des Bestands bei. Neue, bezahlbare Wohnungen kommen damit kaum auf den Markt. Entsprechend öffnet sich die Schere weiter zwischen günstigen Bestandes-Mieten und hohen Angebotsmieten, was die Verknappung zementiert.

    Bedeutung für Politik und Wirtschaft
    Die neue Analyse des BWO rückt die Frage der Wohnkosten im Verhältnis zum Einkommen in den Vordergrund. Für die kommenden Jahre bleibt absehbar, ohne strukturelle Ausweitung des Wohnungsangebots wird die Kluft zwischen Nachfrage und Angebot weiter wachsen. Für Wirtschaft, Gesellschaft und Immobilienbranche gehören damit innovative Wohn- und Baukonzepte ebenso zu den Schlüsselthemen wie regulatorische Anreize, um bezahlbaren Wohnraum effektiv zu sichern.

  • Lock-in-Effekt blockiert den Wohnungsmarkt

    Lock-in-Effekt blockiert den Wohnungsmarkt

    Während Bestandsmieten über Jahre hinweg stabil bleiben oder gar sinken, steigen Angebotsmieten stark an. Eine Studie der Zürcher Kantonalbank zeigt, wer 2008 im Kanton Zürich eine Wohnung bezog, zahlt heute im Schnitt 3,3 Prozent weniger. Neue Mieter müssen dagegen über 33 Prozent mehr bezahlen. Dieser sogenannte „Verweilbonus“ führt dazu, dass ein Umzug für viele finanziell unattraktiv ist.

    Lock-in-Effekt lähmt Wohnraumnutzung
    Das Resultat ist eine verzerrte Nutzung des Wohnraums. Familienwohnungen bleiben auch nach dem Auszug der Kinder bestehen, WG-Zimmer werden nicht neu vergeben. Der Lock-in-Effekt hält ältere Generationen in zu grossen Wohnungen fest, während junge Familien kaum adäquaten Wohnraum finden. Besonders betroffen sind die grossen Städte, wo Regulierungen den Effekt zusätzlich verstärken.

    Folgen für Gesellschaft und Wirtschaft
    Die Erstarrung des Mietmarktes hat weitreichende Folgen. Jüngere Haushalte finden kaum grössere Wohnungen für Familiengründungen, während die ältere Generation in überdimensionierten Wohnflächen lebt. Gleichzeitig trifft die Problematik einkommensschwache Haushalte besonders hart. Bei einem Umzug würde ein signifikanter Teil dieser Gruppe mehr als 40 Prozent des Einkommens für die Miete aufbringen müssen.

    Lösungsansätze gefordert
    Abhilfe schaffen könnten eine höhere Bautätigkeit, steuerliche Anreize für den Umzug in kleinere Wohnungen und innovative Wohn- und Finanzierungsmodelle. Auf kommunaler Ebene sind flexible Rahmenbedingungen notwendig, um das Angebot auszuweiten. Entscheidend ist zudem, Regulierungen so zu gestalten, dass sie nicht unbeabsichtigt den Lock-in-Effekt verstärken und damit genau den Gruppen schaden, die geschützt werden sollen.

    Der Lock-in-Effekt ist ein junges, aber zunehmend dominantes Phänomen des Mietmarktes. Er führt zu ineffizienter Wohnraumnutzung, sozialen Schieflage und einem Verlust an Dynamik. Nur mit mehr Neubau, kreativen Marktmodellen und gezielten politischen Anreizen lässt sich die Blockade lösen und der Wohnungsmarkt wieder in Bewegung bringen.

  • Mai zeigt minimale Steigerung der Mietpreise

    Mai zeigt minimale Steigerung der Mietpreise

    Die Immobilienplattform homegate.ch hat den gemeinsam mit der Zürcher Kantonalbank (ZKB) monatlich erhobenen Mietindex veröffentlicht. Laut einer Mitteilung ist der Index im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozent auf 130,5 Punkte gestiegen. Somit hätten die Angebotsmieten im Mai «eine Verschnaufpause» eingelegt.

    Gegenüber dem Vorjahr haben die ausgeschriebenen Mieten schweizweit um 1,7 Prozent zugelegt. Je nach Region wurde sogar ein Anstieg der Angebotsmieten von mehr als 5 Prozent festgestellt.

    Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen Kantonen und Städten. Auf kantonaler Ebene wurden laut der Mitteilung im Jahresvergleich «erstmals seit Längerem wieder durchgehend steigende Angebotsmieten» beobachtet.

    Am deutlichsten betroffen von steigenden Mieten in den vergangenen zwölf Monaten sind die Kantone Zug (plus 7,1 Prozent) und Nidwalden (plus 6,9 Prozent). Dort liegen laut Mitteilung die Werte auch gegenüber dem Vormonat höher – in Zug um 1,4 Prozent, in Nidwalden um 1,1 Prozent. Am stärksten fällt der Anstieg im Monatsvergleich aber im Kanton Graubünden und den beiden Appenzeller Kantonen (plus 1,5 Prozent) aus. Preissenkungen hingegen verzeichne wie im Vormonat der Kanton Schwyz. Mit einem Minus von 2,1 Prozent pendeln sich die dortigen Angebotsmieten wieder auf das Niveau vom Dezember 2024 ein, heisst es.

    Bei den Städten gilt der Grossraum Zürich wie im Mai 2024 als der konstanteste. Die  Angebotsmieten seien «relativ kontinuierlich» um insgesamt 4,4 Prozent gestiegen. Dagegen verzeichne Genf einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr – gegenüber dem Vormonat Mai fielen die Preise um 0,6 Prozent geringer aus. Den höchsten Preisanstieg gab es in der Stadt Lugano mit einem deutlichen Plus von 5,2 Prozent. Diese Entwicklung sei aber zurückführbar auf einen punktuellen Rückgang im Mai 2024.

    Homegate ist ein Geschäftsbereich der SMG Swiss Marketplace Group AG. In dieser sind die digitalen Marktplätze von TX Group, Ringier und Mobiliar vereint.

  • Wie der Mieterverband den Wohnungsbau sabotiert

    Wie der Mieterverband den Wohnungsbau sabotiert

    Die Initiative des Mieterverbandes, für die am 3. Juni 2025 die Unterschriftensammlung begonnen hat, klingt auf den ersten Blick wie eine Wohltat: tiefere Mieten, mehr Schutz für die Mieterinnen und Mieter, mehr Mitspracherecht. Doch wer sich nicht von wohlklingenden Titeln blenden lässt, erkennt: Diese Initiative bekämpft Symptome – und zementiert die Ursachen.

    Natürlich sind steigende Angebotsmieten eine reale Belastung, vor allem in den Ballungszentren. Doch der Eindruck, es handle sich um eine Verschwörung der Vermieterseite, greift zu kurz. Die Zahlen sind eindeutig: Laut dem Bundesamt für Wohnungswesen fehlen jährlich bis zu 10’000 Wohnungen – bei gleichzeitiger Zunahme der Haushalte um rund 50’000 Einheiten. Dass die Angebotsmieten steigen, ist nicht überraschend – sondern Folge eines wachsenden Nachfrageüberhangs.

    Und genau hier liegt das Problem der Initiative. Sie will die Preisbildung administrativ korrigieren, anstatt die strukturellen Engpässe auf dem Wohnungsmarkt zu beseitigen. Eine Kappung der Renditen mag kurzfristig populär erscheinen – langfristig aber entzieht sie dem Wohnungsbau wichtige Investitionsanreize. Private Anleger – darunter Pensionskassen und Versicherungen – tragen heute einen grossen Teil der Neubautätigkeit. Wer ihre Rentabilität beschneidet, verschreckt Kapital und riskiert eine weitere Verknappung.

    Die Mär vom renditegierigen Investor greift ins Leere. Über die Hälfte der Mietwohnungen in der Schweiz gehört Pensionskassen, Versicherungen oder Vorsorgeeinrichtungen – also letztlich der Bevölkerung selbst. Wer ihre Rendite beschneidet, gefährdet unsere Altersvorsorge. Der Wohnungsmarkt ist kein Spielplatz für sozialromantische Experimente, sondern ein komplexes System, das Angebot und Nachfrage in Einklang bringen muss. Wer diesen Mechanismus aushebelt, löst keine Probleme – er verschärft sie.

    Auch das Vorkaufsrecht für den gemeinnützigen Wohnungsbau ist heikel. Es bedeutet faktisch eine Enteignung mit bürokratischem Umweg – und ein weiterer Schritt hin zu einem staatlich gelenkten Wohnungsmarkt. Ich warne davor: Ein solcher Eingriff mag ideologisch motiviert sein, aber praktisch bringt er vor allem Verzögerung und Ineffizienz. Gemeinnütziger Wohnungsbau hat seine Berechtigung, aber er ersetzt nicht das marktgetriebene Volumen, das wir dringend benötigen.

    Stattdessen braucht es realistische Lösungen. Der SVIT Schweiz hat mit seiner Wohnbauagenda 20 konkrete Forderungen formuliert: schnellere und koordinierte Bewilligungsverfahren, Abbau von Einsprachen, Förderung von Nachverdichtung und flächeneffizientem Wohnraum. Auch das Mietrecht selbst muss differenzierter werden: Es schützt zu stark die Bestandesmieter und zu wenig jene, die dringend eine Wohnung suchen. Das ist weder gerecht noch effizient.

    Kurzum: Die Wohnungsknappheit wird nicht durch mehr Regulierung, sondern durch mehr Wohnungen gelöst. Wer den Neubau behindert, egal ob aus ideologischer Überzeugung oder falschem Gerechtigkeitssinn, vergrössert letztlich nur die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage – und schadet damit genau jenen, die er zu schützen vorgibt.

  • Neue Studie zur Wohnmobilität

    Neue Studie zur Wohnmobilität

    Gerade bei den sogenannten Best Agers, den 45- bis 79-Jährigen, ist der Wunsch nach einem neuen Wohnumfeld besonders stark ausgeprägt. Der Auszug der Kinder oder der Übergang in den Ruhestand schaffen neue Freiräume. Doch passende Wohnangebote, die dieser Lebensphase gerecht werden, sind rar. Viele Best Agers bleiben deshalb in Wohnungen, die nicht mehr zu ihren Bedürfnissen passen. Digitale Tauschplattformen, neutrale Wohnberatungen oder gezielte Informationsanlässe könnten helfen, diese Umzugswünsche zu realisieren, doch bislang fehlen solche Angebote flächendeckend.

    Herausforderungen für junge Familien
    Auch jüngere Generationen sind betroffen. Bei jungen Familien ist der Wunsch, in ein Eigenheim zu ziehen, weit verbreitet. Doch hohe Immobilienpreise, ein knappes Angebot und strikte Finanzierungsanforderungen lassen diesen Traum für viele in weite Ferne rücken. Gerade für junge Erwachsene bleibt Wohneigentum kaum erschwinglich.

    Innovative Modelle als Ausweg
    Die Studie beleuchtet alternative Modelle wie Mietkauf, kleines Wohneigentum, Wohneigentum auf Zeit oder Baurechtslösungen. Diese Konzepte könnten neue Perspektiven eröffnen. Mit einem einfacheren Einstieg das Wohneigentum ermöglichen oder den Wechsel in eine Wohnung besser auf die Lebensphase abstimmen. Doch bislang sind diese Modelle in der Schweiz wenig verbreitet, oft noch unbekannt oder rechtlich nicht einfach umzusetzen.

    Impulse von Politik und Wirtschaft nötig
    Damit sich das ändert, braucht es neue Impulse aus Politik und Wirtschaft. Kommunale Wohnstrategien, gezielte Förderprogramme und Pilotprojekte könnten helfen, die Wohnmobilität zu steigern. Ebenso wichtig sind innovative Finanzierungsmodelle, die auch einkommensschwächeren Haushalten und jungen Familien den Zugang zu passendem Wohnraum ermöglichen.

    Zentrale Rolle der Gemeinden
    Die Gemeinden spielen dabei eine Schlüsselrolle. Sie könnten gezielt neue Wohnformen und Beratungsangebote etablieren, die es Menschen erleichtern, ihre Wohnsituation zu verändern. So kann Wohnraum besser genutzt und dem wachsenden Bedarf angepasst werden, ein entscheidender Faktor für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung. Die «Studienreihe Wohnen» liefert damit wichtige Erkenntnisse und konkrete Anknüpfungspunkte für alle Akteure der Wohnungswirtschaft. Klar ist,  Wohnmobilität ist mehr als ein individuelles Bedürfnis. Sie ist ein Schlüsselfaktor für eine zukunftsfähige Wohnraumentwicklung in der Schweiz.

  • Mietpreise in der Schweiz steigen weiter

    Mietpreise in der Schweiz steigen weiter

    Der vom digitalen Immobilienmarktplatz Homegate in Zusammenarbeit mit der Zürcher Kantonalbank monatlich erhobene Mietindex hat im Januar auf dem Stand von 129,5 Punkten geschlossen. Im Vergleich zum Vormonat legte der Index damit um lediglich 0,2 Prozent zu, informiert Homegate in einer Mitteilung. Gegenüber dem Vorjahr haben die Fachleute des Immobilienmarktplatzes hingegen schweizweit ein Wachstum der Angebotsmieten um 3,1 Prozent registriert.

    Innerhalb der Kantone haben die Fachleute von Homegate in vielen Fällen deutliche Anstiege im Jahresvergleich beobachtet. Im Kanton Graubünden sowie in den beiden zusammengefassten Appenzeller Kantonen fielen die Angebotsmieten im Januar 2025 hingegen um 0,8 beziehungsweise 0,5 Prozent geringer als im Januar 2024 aus. Dabei setzte Appenzell seinen im Vormonat begonnenen Rückgang fort. Graubünden hingegen habe den Rückgang der vergangenen beiden Monate zwar wieder etwas ausgeglichen, bleibe aber weiterhin unter dem Niveau von vor rund einem Jahr, heisst es in der Mitteilung.

    Bei den im Index erfassten acht Schweizer Städten haben die Fachleute durchweg steigende Angebotsmieten in den vergangenen zwölf Monaten ausgemacht. In der Mitteilung heben sie dabei Luzern und Basel mit Steigerungen von 7,7 beziehungsweise 6,6 Prozent hervor. Gegenüber Dezember 2024 fielen die Mieten in Luzern um 1,4 Prozent geringer aus. Lugano weist mit -2,2 Prozent den stärksten Rückgang im Monatsvergleich auf. Die Mieten in der Stadt Bern legten hingegen gegenüber Dezember 2024 um 0,6 Prozent zu.

    Homegate ist ein Geschäftsbereich der SMG Swiss Marketplace Group AG. In dieser sind die digitalen Marktplätze von TX GroupRingier und Mobiliar vereint.

  • Kostenmiete und steigende Landpreise

    Kostenmiete und steigende Landpreise

    Das Modell der Kostenmiete basiert auf der kostendeckenden Verzinsung der Gesamtanlagekosten eines Neubaus. In vielen Städten entfällt inzwischen bis zur Hälfte dieser Kosten auf das Bauland. Besonders in Zürich sind die Landpreise in den letzten 15 Jahren massiv gestiegen, von CHF 1’419 pro m² im Jahr 2007 auf über CHF 5’800 im Jahr 2023.

    Selbst bei einer konservativen Berechnung liegt der Anteil des Landwerts an den Gesamtanlagekosten heute bei knapp 50 %. Das bedeutet, dass eine Senkung oder Erhöhung des Landpreises direkte Auswirkungen auf die Mietkosten hat. Um eine 10-prozentige Landpreissteigerung auszugleichen, müsste die Kostenmiete um rund 5 % steigen.

    Kostenmiete im Vergleich zur Marktmiete
    Eine Analyse der Wohnsiedlung Werdwies in Zürich Altstetten zeigt, dass die Baukosten seit 2007 um 32,5 % gestiegen sind. Die Kostenmiete einer neu errichteten Siedlung läge aktuell kaum unter der Marktmiete.

    Laut einer Berechnung mit einer Bruttorendite von 4,25 % würde die Marktmiete für eine 70-m²-Wohnung bei CHF 2’567 pro Monat liegen. Eine Reduktion der Bruttorendite auf 4 % könnte die Miete senken, doch ohne Subventionierung wäre sie nur für 56,6 % der lokalen Haushalte leistbar.

    Subventionen als Steuerungsinstrument
    Um die Mietbelastung zu reduzieren, sind verschiedene Subventionsmodelle denkbar.

    Landsubventionen: Eine öffentliche Subventionierung von 20 % des Landwerts könnte die Leistbarkeit um 7,1 Prozentpunkte erhöhen.

    Subjektförderung: Direkte Zuschüsse an Haushalte könnten gezielt jene entlasten, die es am meisten benötigen.

    Objektförderung: Eine Reduktion von Mehrwertabgaben könnte die Entwicklung von bezahlbarem Wohnraum fördern, sofern klare Kontrollmechanismen bestehen.

    Raumplanung und Planungssicherheit als Schlüssel
    Ein entscheidender Hebel zur Steuerung der Wohnkosten ist die frühzeitige und transparente Festlegung von Bauvorschriften. Unsicherheit über künftige Mietregelungen oder Mehrwertabgaben kann zu Fehlinvestitionen führen.

    Um langfristig bezahlbaren Wohnraum zu ermöglichen, sollten Gemeinden Planungsmehrwerte konsequent zur Mietzinsreduktion oder zur Subjektförderung einsetzen. Zudem müssen Massnahmen darauf abzielen, die steigenden Landpreise in den Griff zu bekommen, denn ohne Eingriffe wird die Kostenmiete zunehmend auf Marktniveau steigen.

  • Preise für Berner Immobilien bleiben im Aufwärtstrend

    Preise für Berner Immobilien bleiben im Aufwärtstrend

    «Wohnen im Kanton Bern bleibt teuer», überschreibt die Berner Kantonalbank (BEKB) eine Mitteilung zu ihrem aktuellen Immobilienbarometer. Es wird von der BEKB halbjährlich in Zusammenarbeit mit dem Zürcher Immobiliendienstleister IAZI erstellt. Der Herbstausgabe 2024 zufolge haben die Preise für Wohnungen und Häuser im Kanton Bern im Jahresvergleich 3,3 Prozent zugelegt.

    Auch Angebotsmieten liegen im Aufwärtstrend. Als Hintergrund für steigende Mieten und Preise am Wohnungsmarkt verweisen die Fachleute von BEKB und IAZI auf ein starkes Bevölkerungswachstum im Kanton bei gleichzeitig geringer Neubautätigkeit. «Die Arbeitslosenquote im Kanton bleibt auf einem historisch tiefen Niveau und die Zahl der offenen Stellen nimmt stetig zu», heisst es zudem in der Mitteilung. Solange dies so bleibe, sei nicht mit einer Entspannung des Wohnungsmarkts zu rechnen.

    Innerhalb der einzelnen Regionen des Kantons haben die Fachleute eine Normalisierung der Preisdynamik in Tourismusregionen beobachtet. Die Preise in den Oberländer Regionen und insbesondere Obersimmental-Saanen seien in den vergangenen Jahren stark durch den Zweitwohnungsmarkt getrieben worden. Zum Ende des dritten Quartals 2024 wurde hier eine Beruhigung registriert. Im Oberaargau sind die Preise dagegen im Jahresvergleich durchschnittlich um 3,9 Prozent gestiegen. Dies führen die Fachleute auf eine Verlagerung der Nachfrage nach Wohneigentum in Regionen mit vergleichsweise moderatem Preisniveau zurück.

  • Regierungsrat gegen Wohnschutz-Initiative

    Regierungsrat gegen Wohnschutz-Initiative

    Die kantonale Initiative „Bezahlbare Wohnungen schützen – Leerkündigungen stoppen“ verfolgt das Ziel, Mietsteigerungen durch staatliche Eingriffe zu kontrollieren und Umwandlungen in Stockwerkeigentum einzuschränken. Gemeinden könnten dadurch eine Bewilligungspflicht für Renovationen, Umbauten und Nutzungsänderungen einführen. Doch der Regierungsrat sieht die Initiative als problematisch an: „Mietpreisbegrenzungen sind langfristig kontraproduktiv“, erklärt Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh.

    Erfahrungen aus Genf: ein warnendes Beispiel
    Der Regierungsrat verweist auf die Situation in Genf, wo strenge Mietkontrollen und Bewilligungspflichten bestehen. Dort hat sich gezeigt, dass die Neubautätigkeit deutlich zurückgeht, während sich ein erheblicher Preisunterschied zwischen Bestands- und Neumieten entwickelt hat. Diese Regulierung führt dazu, dass viele Menschen rekordverdächtig lange in derselben Wohnung bleiben, was die Wohnraumknappheit verschärft.

    Gefahr für energetische Sanierungen und verdichtetes Bauen
    Zudem sieht der Regierungsrat die Gefahr, dass eine Mietzinsbegrenzung die Motivation für wichtige Renovationen und energetische Sanierungen senken könnte. Dies könnte sich negativ auf die Wohnqualität und den Zustand vieler Immobilien auswirken. Die geplanten Massnahmen greifen laut Regierungsrat zudem in die Eigentumsrechte ein und erhöhen den administrativen Aufwand durch komplexe Bewilligungsverfahren.

    Neue Strategien zur Förderung des Wohnungsbaus
    Statt auf Mietpreisregulierungen setzt der Regierungsrat auf verstärkte Bautätigkeit zur Entlastung des Marktes. Ein Rahmenkredit für die kantonale Wohnbauförderung soll auf 360 Millionen Franken verdoppelt werden, um den gemeinnützigen Wohnungsbau gezielt zu stärken. Zudem wird mit einem Gegenvorschlag zur Initiative „Mehr bezahlbare Wohnungen im Kanton Zürich“ die Schaffung preisgünstigen Wohnraums weiter unterstützt.

    Der Regierungsrat verfolgt mit diesen Massnahmen einen langfristig preisdämpfenden Ansatz, der durch verstärkte Bautätigkeit und gezielte Wohnraumförderung die Wohnraumknappheit bekämpfen soll. Die Ablehnung der Wohnschutz-Initiative spiegelt das Ziel wider, die Wohnsituation zu verbessern, ohne in die wirtschaftlichen Freiheitsrechte der Eigentümer einzugreifen.

  • Wohnpolitische Strategie 2030 im Kanton Zug

    Wohnpolitische Strategie 2030 im Kanton Zug

    Der Wohnungsmarkt im Kanton Zug steht unter starkem Druck. Die hohe Attraktivität des Kantons hat zu einem Anstieg der Nachfrage geführt, während das Angebot an Wohnraum zurückgeht. Dies führt zu steigenden Miet- und Immobilienpreisen, was es besonders für den Mittelstand und Geringverdienende schwer macht, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Junge Familien stehen ebenfalls vor Schwierigkeiten, geeignete Wohnungen zu finden.

    Ziele der Wohnpolitischen Strategie 2030
    Um die angespannte Wohnsituation zu entschärfen, hat der Regierungsrat drei Hauptziele definiert: erstens mehr Wohnraum, zweitens mehr preisgünstige Wohnungen und drittens mehr Wohnmöglichkeiten für die ansässige Bevölkerung. Diese Ziele sollen durch vereinfachte Bauvorschriften, optimierte Baubewilligungsprozesse und finanzielle Anreize erreicht werden.

    Massnahmen für mehr Wohnraum
    Die Strategie sieht verschiedene Maßnahmen vor, um das Wohnungsangebot zu erweitern. Lockerungen in Bauvorschriften, wie etwa Aufstockungen und Hochhausregelungen, sollen den Bau von mehr Wohnungen ermöglichen. Zudem sollen gemeinnützige Bauträger einfacher Zugang zu Darlehen erhalten, um den Bau von bezahlbarem Wohnraum zu fördern.

    Der Weg zur Umsetzung
    In den nächsten Schritten werden die Gemeinden über die geplanten Maßnahmen informiert. Unter Einbezug aller relevanten Akteure wie Gemeinden, Parteien und Organisationen sollen die Anpassungen im Planungs- und Baugesetz sowie im Wohnraumförderungsgesetz zügig umgesetzt werden. Alle zwei Jahre wird der Regierungsrat über den Fortschritt berichten.

    Die Wohnpolitische Strategie 2030 ist ein umfassender Ansatz, der den Wohnungsmarkt entlasten und die Lebensqualität im Kanton Zug sichern soll. Langfristige und nachhaltige Lösungen stehen dabei im Fokus.

  • Neue Bauvorschriften zur Lärmbelastung: Chancen für Immobilienentwicklung

    Neue Bauvorschriften zur Lärmbelastung: Chancen für Immobilienentwicklung

    In der Schweiz stehen wir vor der Herausforderung, den Wohnungsmarkt zu erweitern und gleichzeitig die Lebensqualität der Bewohner zu gewährleisten. Insbesondere in städtischen Gebieten mit hoher Lärmbelastung ist es wichtig, einen Kompromiss zwischen innerer Verdichtung und dem Schutz vor Lärm zu finden. Der Nationalrat hat nun eine Lösung vorgeschlagen, die diese beiden Ziele in Einklang bringt.

    Die neuen Bauvorschriften ermöglichen es, in lärmbelasteten Gebieten neue Wohnungen zu errichten, ohne die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bewohner zu gefährden. Ein zentraler Punkt ist die Anforderung, dass in jeder Wohneinheit mindestens ein lärmempfindlicher Raum über ein Fenster verfügen muss, bei dem die Immissionsgrenzwerte eingehalten werden. Dies stellt sicher, dass Bewohner trotz der Nähe zu Verkehrswegen oder anderen Lärmquellen einen ruhigen Rückzugsort haben.

    Darüber hinaus müssen die übrigen Räume entweder über eine kontrollierte Wohnraumlüftung verfügen oder es muss ein ruhiger, privat nutzbarer Aussenraum vorhanden sein. Diese Massnahmen tragen dazu bei, den Lärmschutz zu gewährleisten und gleichzeitig die Möglichkeiten für Immobilienentwickler zu erweitern.

    Der Ständerat hatte im Dezember für noch grosszügigere Erleichterungen plädiert, während die Ratslinke eine vorsichtigere Herangehensweise bevorzugte. Letztendlich wurde ein ausgewogener Ansatz gewählt, der den Bedürfnissen sowohl der Bewohner als auch der Immobilienbranche gerecht wird.

    Für Kadermitarbeiter im Fachbereich Immobilien und Standortförderung eröffnen sich durch diese neuen Regelungen interessante Perspektiven. Die Möglichkeit, in lärmbelasteten Gebieten zu bauen, erweitert den Handlungsspielraum und erfordert gleichzeitig eine sorgfältige Planung und Umsetzung. Es ist wichtig, die Bedürfnisse der Bewohner und die gesetzlichen Anforderungen gleichermassen zu berücksichtigen, um nachhaltige und attraktive Wohnprojekte zu realisieren.

    Die Immobilienbranche sollte sich auf diese Veränderungen vorbereiten und die Chancen nutzen, die sich aus der ausgewogenen Balance zwischen innerer Verdichtung und Lärmschutz ergeben. Die Zukunft des Wohnungsbaus in lärmbelasteten Gebieten liegt in der intelligenten Integration von Architektur, Technologie und Nachhaltigkeit – eine Herausforderung, der sich Kadermitarbeiter mit Weitblick stellen können.

  • Angebotsmieten schwanken zum Jahresbeginn

    Angebotsmieten schwanken zum Jahresbeginn

    Der vom digitalen Immobilienmarktplatz Homegate in Zusammenarbeit mit der Zürcher Kantonalbank monatlich erhobene Mietindex hat im Januar auf dem Stand von 125,6 Punkten geschlossen. Im Vergleich zum Vormonat legte der Index damit insgesamt um 0,3 Prozent zu, informiert Homegate in einer Mitteilung. Im Jahresvergleich wurde schweizweit ein Anstieg um 1,9 Prozent beobachtet.

    Im Jahresvergleich bewegten sich dabei die Mieten in allen Kantonen nach oben, informiert Homegate. Im Monatsvergleich haben die Fachleute des Immobilienmarktplatzes jedoch grosse Schwankungen beobachtet. So zogen die Mieten in Nidwalden mit 3,7 Prozent am stärksten an. Hohe Steigerungen von 2,6 beziehungsweise 2,5 Prozent wiesen auch der Kanton Wallis und die zusammengefassten Appenzeller Kantone aus. Am anderen Ende der Skala rangieren die Kantone Schwyz und Glarus mit Rückgängen der Angebotsmieten in Höhe von 2,6 beziehungsweise 1,7 Prozent. In den Kantonen Basel-Stadt und Zürich fielen die Angebotsmieten im Monatsvergleich jeweils 0,4 Prozent niedriger aus.

    Auch die im Index erfassten acht Schweizer Städte weisen im Monatsvergleich unterschiedliche Entwicklungen auf. So gingen die Mieten in Lausanne und Lugano gegenüber Dezember 2023 um 2,1 beziehungsweise 0,8 Prozent zurück. Die Angebotsmieten in Zürich und Bern legten gleichzeitig um jeweils 0,5 Prozent zu. Im Jahresvergleich zogen die Mieten in allen acht Städten an. Am stärksten fiel dieser Anstieg mit 11,5 Prozent in der Stadt Zürich aus.

    Homegate ist ein Geschäftsbereich der SMG Swiss Marketplace Group AG. In dieser sind die digitalen Marktplätze von TX GroupRingier und Mobiliar vereint.

  • Einwohnende der Ostschweiz würden Wohnfläche reduzieren

    Einwohnende der Ostschweiz würden Wohnfläche reduzieren

    Nikola Vukovic und Raphael Dietrich haben in ihrer Abschussarbeit des Masterstudiengangs Real Estate Management der OST – Ostschweizer Fachhochschule Möglichkeiten für die Entspannung des Ostschweizer Wohnungsmarkts erarbeitet. «Die Schweizer Bevölkerung wohnt zu grosszügig», werden Vukovic und Dietrich in einer entsprechenden Mitteilung der OST zitiert. Den Erkenntnissen der beiden Forscher zufolge wären viele Einwohnende der Ostschweiz aber bereit, ihre Wohnfläche zu reduzieren.

    Konkret haben 43 Prozent von 379 Teilnehmenden einer Umfrage im Rahmen der Masterarbeit angegeben, auf Wohnfläche verzichten zu können. Besonders häufig werden ein Gästeraum oder ein Hobbyraum als verzichtbar eingeschätzt. Es brauche aber Alternativen, «wie beispielsweise ein zentrales Gästezimmer, das im Wohnblock unkompliziert mietbar wäre», erläutert Vukovic.

    Zudem haben die Masterstudenten eine hohe Bereitschaft der Bevölkerung festgestellt, in eine kleinere Wohnung zu ziehen. Hier gebe es allerdings das Problem, dass kleine Wohnungen nicht in ausreichendem Mass zur Verfügung stehen, heisst es in der Mitteilung. Auch der Preis kann ein Hindernis sein: «Niemand gibt eine 4-Zimmer-Wohnung für 1000 Franken für eine kleinere Wohnung auf, die gleich viel oder mehr kostet», so Vukovic.

    Urbane Zentren könnten durch Umzug in ländlichere Regionen entspannt werden. In der Umfrage gaben rund 95 Prozent der Teilnehmenden eine entsprechende Bereitschaft an. «Die Befragten würden aber nicht ohne Bedingungen umziehen», erläutert Dietrich. «Es müssten Anreize geschaffen werden, damit die Menschen aus den urbanen Zentren wegziehen.»

  • Wolkenkratzer wie in Manhattan sind für die Schweiz nicht vorstellbar

    Wolkenkratzer wie in Manhattan sind für die Schweiz nicht vorstellbar

    Die Schweiz erlebt eine bemerkenswerte Dynamik in ihrem Wohnungsmarkt. Laut einer umfassenden Analyse von Dani Steffen und seinem Team an der Hochschule Luzern weisen spezifische Regionen wie Zürich, Genf und zentrale Tourismusgebiete eine auffallende Wohnungsnot auf. Dies steht im Kontrast zu eher entspannten Märkten wie dem Jura oder Tessin, wo ein Überangebot an Mietwohnungen herrscht. Diese regionalen Disparitäten werden durch eine landesweite Leerwohnungsziffer von 1.15 Prozent veranschaulicht, die einen besorgniserregenden Rückgang seit 2020 zeigt.

    Steffen betont, dass der Mangel an Wohnraum nicht nur ein lokales, sondern ein schweizweites Phänomen ist, trotz regionaler Unterschiede. Mit der stetig wachsenden Bevölkerung und dem Trend zu Einzelhaushalten bleibt die Nachfrage nach Wohnraum konstant hoch, während die Wohnungsbauaktivitäten stagnieren. Diese Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage wird durch eine Kombination aus regulatorischen Hürden, geografischen Beschränkungen und konjunkturellen Faktoren wie Inflation und Zinssteigerungen verstärkt.

    Die Studie hebt auch die Mietbelastung hervor, die durchschnittlich etwa 20 Prozent des Haushaltsbudgets ausmacht, wobei niedrigere Einkommensgruppen deutlich stärker belastet sind. Steffen weist darauf hin, dass trotz hoher Mieten in Städten wie Zürich oder Genf die Mietkosten im Verhältnis zu den Einkommen relativ stabil bleiben. Dies deutet auf eine gewisse regionale Ausgewogenheit hin, obwohl die Zugänglichkeit für niedrigere Einkommensgruppen weiterhin eine Herausforderung darstellt.

    Zukünftig wird der Bedarf an altersgerechtem Wohnraum zunehmen, um der alternden Bevölkerung gerecht zu werden. Steffen betont die Notwendigkeit, ältere Menschen zu motivieren, ihren Wohnraum zu verkleinern, um mehr Platz für Familien zu schaffen und den Wohnungsmarkt zu entlasten. Dieser Prozess erfordert jedoch sensible Ansätze, da Wohnen ein sehr emotionales Thema ist.

    Insgesamt zeigt die Studie, dass die Schweiz vor bedeutenden Herausforderungen im Bereich des Wohnungsbaus steht, welche eine sorgfältige Berücksichtigung sowohl der regionalen Besonderheiten als auch der unterschiedlichen Bedürfnisse der Bevölkerungsgruppen erfordert.

  • Pensimo gibt Studie zum Schweizer Wohnungsmarkt heraus

    Pensimo gibt Studie zum Schweizer Wohnungsmarkt heraus

    Die auf Immobilienanlagen spezialisierte Pensimo Management AG in Zürich gibt laut einer Mitteilung auf LinkedIn das Buch „Der Schweizer Wohnungsmarkt“ heraus. Michel Schneider, stellvertretender CEO und Leiter Mandate Schweiz & International, bezeichnet die Publikation als die erste solide, ökonomische „Auslegeordnung“ zum Schweizer Wohnungsmarkt. Die Analyse von Geschichte und Gegenwart des Wohnungsbaus und Wohnungsmarkts in der Schweiz ist von Frank Bodmer verfasst worden, Privatdozent an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Basel.

    Die 144 Seiten starke Broschüre wird vom Zürcher Verlag Park Books publiziert. Sie bereitet in elf Kapiteln und mit zahlreichen Diagrammen viel statistisches Material auf. Es werden Entwicklungslinien nachgezeichnet und die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen analysiert. „Jetzt, wo der Superzyklus vorbei ist, kommt der Band zum ‚richtigen‘ Zeitpunkt“, sagt Schneider.

    Die Immobilienmärkte sind international seit vielen Jahren in den Schlagzeilen. Das aktuell erreichte Preisniveau weckt auch in der Schweiz Befürchtungen vor einer neuen Immobilienkrise und schränkt den Zugang weiter Teile des Mittelstands zu Wohneigentum ein, heisst es zum Inhalt der Bodmer-Studie auf der Internetseite des Verlags Park Books. Zwar seien am Mietwohnungsmarkt Verwerfungen früherer Wachstumsphasen vermieden worden. Dennoch könnten politische Eingriffe nachteilig wirken und die Versorgung einer wachsenden Bevölkerung mit hochwertigem Wohnraum gefährden.

    Die Zürcher Pensimo Management AG investiert im Auftrag von vier Anlagestiftungen in werthaltige Immobilien, hauptsächlich in der Schweiz, aber auch im Ausland.

  • Wohnungsnot: Bundesrat wartet ab

    Wohnungsnot: Bundesrat wartet ab

    Für Wohnbaugenossenschaften Schweiz ist es unverständlich, dass der Bundesrat angesichts der Wohnungsnot einfach abwarten will. In einer Interpellation wollte Manuela Weichelt, Nationalrätin (Grüne) und Vorstandsmitglied von Wohnbaugenossenschaften Schweiz, wissen, was der Bundesrat gegen die Wohnungsnot zu tun gedenke. Der Bundesrat antwortete, dass er sich bewusst sei, dass ein ungenügendes Wohnungsangebot die Wirtschaftsentwicklung hemmen und zu sozialpolitischen Spannungen führen könne. Er sieht aber die Verantwortung für die Wohnraumversorgung in erster Linie bei der Immobilienwirtschaft. Zwar spiele der gemeinnützige Wohnungsbau eine wichtige Rolle bei der Bereitstellung von preisgünstigen Wohnungen, dieser werde aber mit dem Fonds de Roulement und Bürgschaften bereits gefördert. Allenfalls ist der Bundesrat bereit, weitergehende Massnahmen zu evaluieren, wie dies ein Postulat von Ständerat Damian Müller (FDP) fordert.

    Es braucht sofort Massnahmen
    Die Wohnungsknappheit treibt die Mieten immer weiter in die Höhe. «Der Mangel an bezahlbaren Wohnungen ist akut und es müssen schnell Massnahmen getroffen werden», betont Manuela Weichelt. «Wir fordern den Bundesrat auf, jetzt zu handeln. Rezepte gegen die Wohnungsnot sind bekannt: Es braucht mehr gemeinnützigen und preisgünstigen Wohnungsbau.» Die aktuelle Situation zeigt, dass die Immobilienwirtschaft nicht für ein genügendes Angebot an bezahlbarem Wohnraum sorgt. «Der Bundesrat anerkennt, dass die gemeinnützigen Wohnbauträger hier einen wichtigen Beitrag leisten. Umso unverständlicher ist es, dass er diese nicht stärker fördern will. Die jetzige Wohnraumförderung genügt nicht, um den Anteil an gemeinnützigen Wohnungen rasch zu erhöhen», erklärt Eva Herzog, Ständerätin Basel-Stadt (SP) und Präsidentin von Wohnbaugenossenschaften Schweiz. Um mehr bauen zu können, sind gemeinnützige Wohnbauträger insbesondere auf geeignetes Bauland angewiesen. Hierfür braucht es eine aktive Steuerung, zum Beispiel mit definierten Anteilen oder Zonen für gemeinnützigen Wohnraum. Der Bund hätte es in der Hand, Land für gemeinnützige Bauprojekte sicherzustellen: Zum Beispiel, indem er nicht mehr benötigte Areale des Bundes und bundesnaher Betriebe dafür zur Verfügung stellte. Oder indem er Gemeinden die Möglichkeit gäbe, mit einem Vorkaufsrecht Land zu kaufen für gemeinnützigen Wohnungsbau. Auch könnte der Bund Gemeinden beim Landkauf unterstützen, etwa mit einem Landerwerbsfonds.

  • Sieben Rezepte gegen die Wohnungsnot

    Sieben Rezepte gegen die Wohnungsnot

    Wohnungen besser belegen
    Der Mangel an Wohnraum hängt auch damit zusammen, dass wir immer mehr Platz brauchen. Mittlerweile beanspruchen wir pro Person durchschnittlich 46.6 Quadratmeter Wohnfläche. Wenn wir uns auf weniger Raum beschränken würden, könnten mehr Menschen in den vorhandenen Wohnungen leben. Dass sich die Wohnungsbelegung mit einer entsprechenden Vermietungspraxis steuern lässt, zeigt das Beispiel von Wohnbaugenossenschaften: Für die grosse Mehrheit der Genossenschaftswohnungen gelten Belegungsvorschriften. Mit dem Resultat, dass Genossenschaftsbewohnerinnen und -bewohner durchschnittlich nur 36.5 Quadratmeter Wohnfläche brauchen.

    Dichter bauen
    Der Bau von neuen Wohnungen hat negative Umwelteffekte wie hohe CO2-Emissionen und eine zunehmende Zersiedelung. Sinnvoller ist es deshalb, die bestehenden Siedlungen zu verdichten – zum Beispiel mit An- oder Aufbauten oder dem Schliessen von Baulücken. Solche Prozesse sind aber anspruchsvoll: Auch bei dichterem Wohnen muss eine hohe Wohn- und Aussenraumqualität gewährleistet sein. Auch Aspekte wie Hitzeminderung oder Lärmschutz müssen berücksichtigt werden. Hier braucht es Bauträger, die das Wohl der Bewohnenden und der umgebenden Quartiere hoch gewichten und nicht einfach eine höhere Ausnutzung für mehr Rendite anstreben.

    Anreize für preisgünstige Wohnbauprojekte
    Mehr bauen hilft nur bedingt gegen die Wohnungsnot. Denn es braucht nicht einfach mehr Wohnungen, sondern vor allem mehr preisgünstige Wohnungen. Bauträger, die sich verpflichten, preisgünstigen Wohnraum zu schaffen, sollten belohnt werden: Zum Beispiel, indem sie beim Verkauf oder bei der Baurechtsabgabe von Arealen bevorzugt werden oder indem sie Areale besser ausnützen dürfen. Ein erprobtes Kriterium für preisgünstigen Wohnraum ist das Modell der Kostenmiete, das gemeinnützige Bauträger anwenden. Sie verrechnen als Mietzins nur so viel, wie der effektive Aufwand inklusive Rückstellungen und Abschreibungen umfasst.

    Zonen oder Anteile für preisgünstigen Wohnraum
    Viele Gemeinden haben die Möglichkeit, in der Nutzungsplanung einen Anteil preisgünstiger oder gemeinnütziger Wohnungen vorzuschreiben. Die Stadt Zug etwa hat eine Zone für preisgünstigen Wohnungsbau definiert, die Stadt Bern schreibt bei Ein- um Umzonungen ein Drittel preisgünstige Wohnungen vor. Eine andere Möglichkeit ist es, einen Anteil an preisgünstigen Wohnungen am Mietwohnungsmarkt als Ziel vorzuschreiben, wie es zum Beispiel die Stadt Zürich gemacht hat.

    Landreserven sinnvoll nutzen
    Es gibt kaum mehr unbebautes Bauland. Nachhaltiger als auf der grünen Wiese zu bauen ist es, im Bestand zu verdichten (siehe Punkt 2). Wenn Gemeinden noch Landreserven haben oder der Bund oder die Kantone Areale nicht mehr benötigen, dann sollten diese möglichst sinnvoll genutzt werden. Zum Beispiel für nachhaltige Wohnbauprojekte, die hohe soziale, ökologische und wirtschaftliche Standards erfüllen und für langfristig preisgünstigen Wohnraum sorgen. Mit der Abgabe im Baurecht geben Gemeinden das Land nicht aus der Hand und können im Baurechtsvertrag Bedingungen festlegen, zum Beispiel für ein bestimmtes Wohnangebot. Das Bundesamt für Wohnungswesen hat letztes Jahr Empfehlungen herausgegeben, wie Baurechtsverträge mit gemeinnützigen Wohnbauträgern ausgestaltet werden können.

    Vorkaufsrecht einführen
    Da viele Gemeinden kaum mehr über eigene Landreserven verfügen, sollten sie die Möglichkeit erhalten, für sich ein Vorkaufsrecht einzuführen. Stehen geeignete Areale zum Verkauf, hat die Gemeinde dann Vorrang, diese zu kaufen. 2014, als die Situation auf dem Wohnungsmarkt ebenfalls sehr angespannt war, liess der Bundesrat diese Möglichkeit prüfen. Das Bundesamt für Wohnungswesen und das Bundesamt für Justiz kamen zum Schluss, dass ein Vorkaufsrecht für gemeinnützigen oder preisgünstigen Wohnungsbau durch ein öffentliches Interesse legitimiert wäre und dass dies auch dem Verfassungsauftrag entsprechen würde, den gemeinnützigen Wohnungsbau zu fördern. Dennoch verfolgte der Bund die Idee nicht weiter. Er behielt sich aber vor, darauf zurückzukommen, wenn sich die Situation weiter zuspitzt. Nun wäre der Zeitpunkt, diese wieder aufzugreifen. Im Kanton Zürich ist dies bereits geschehen: Hier wurde eine Volksinitiative lanciert, die den Gemeinden die Einführung eines Vorkaufsrechts ermöglichen will.

    Finanzielle Förderung
    Die Mieten steigen weiter und das Wohnen wird die Haushaltsbudgets künftig noch stärker strapazieren. Um diese Entwicklung zu bremsen, muss auch über eine finanzielle Unterstützung nachgedacht werden. Die öffentliche Hand kann zum Beispiel den Wohnraum für einkommensschwache Haushalte gezielt verbilligen. Der Nachteil dieser so genannten Subjektförderung ist: Sie entlastet zwar die betroffenen Haushalte, wirkt aber nicht gegen die Preissteigerung auf dem Wohnungsmarkt, sondern feuert diese sogar noch an. Viel nachhaltiger ist es, mit finanziellen Starthilfen preisgünstige Wohnbauprojekte zu fördern. Mit dem Fonds de Roulement zum Beispiel vergibt der Bund bereits heute zinsgünstige Darlehen an gemeinnützige Wohnbauträger. Doch das ist nur ein Tropfen auf dem heissen Stein: Für eine preisdämpfende Wirkung bräuchte es einen viel höheren Anteil an gemeinnützigen Wohnungen.

  • Mietwohnungsmarkt bleibt lebhaft

    Mietwohnungsmarkt bleibt lebhaft

    Zwischen Oktober 2020 und September dieses Jahres seien auf Schweizer Immobilienportalen insgesamt 500’084 Mietwohnungen inseriert worden, informiert SVIT Schweiz in einer Mitteilung zum aktuellen Online-Wohnungsindex (OWI). Er wird halbjährlich vom Verband der Immobilienwirtschaft in Zusammenarbeit mit dem Swiss Real Estate Institute der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) erstellt.

    Gegenüber der Vergleichsperiode kurz vor der Pandemie (Oktober 2018 bis September 2019) habe die Zahl der Inserate um rund 40’000 oder 8 Prozent zugelegt, erläutern die Analysten von SVIT und HWZ. Trotz der vorübergehenden „aussergewöhnlichen Friktionen“ im Zuge der Pandemie bleibe der Mietwohnungsmarkt somit „sehr lebhaft“.

    Die durchschnittliche Zeit von der Lancierung des Inserats bis zu Vermietung der Wohnung sei gegenüber der Vergleichsperiode um einen auf 33 Tage gesunken, heisst es weiter in der Mitteilung. In den einzelnen Regionen haben die Analysten von  SVIT und HWZ dabei unterschiedliche Entwicklungen beobachtet.

    Rückläufige Insertionszeiten wiesen 15 von 26 Kantonen auf. Am deutlichsten seien diese mit Werten zwischen zehn und 14 Tagen in den ländlichen deutschsprachigen Kantonen Uri, Graubünden und Bern ausgefallen, heisst es in der Mitteilung. In den Westschweizer Kantonen sei die Insertionszeit hingegen durchweg länger als im Vergleichszeitraum ausgefallen. Steigende Zahlen der Inserate haben die Analysten in zehn, sinkende hingegen in 16 Kantonen beobachtet.

    In der Mitteilung gehen die Analysten zudem auf eine Verschiebung der Nachfrage am Mietwohnungsmarkt in den Städten ein. Gegenüber der Vergleichsperiode wurden 40 Prozent mehr Einzimmerwohnungen und 8 Prozent weniger Wohnungen mit fünf oder mehr Zimmern angeboten. Damit sei „das strukturelle Überangebot bei grossen, teuren Wohnungen und die strukturelle Überschussnachfrage nach kleinen, günstigen Wohnungen“ teilweise abgebaut worden.

  • Pandemie belebt Wohnungsmarkt

    Pandemie belebt Wohnungsmarkt

    Die Zahl der Inserate für Mietwohnungen auf Schweizer Immobilienportalen habe zwischen April 2020 und März 2021 im Jahresvergleich um rund 13 Prozent zugelegt, schreibt SVIT Schweiz in einer Mitteilung zum aktuellen Online-Wohnungsindex (OWI). Er wird halbjährlich vom Verband der Immobilienwirtschaft in Zusammenarbeit mit dem Swiss Real Estate Institute erstellt. Im aktuellen OWI haben die Analysten rund 513’000 Inserate für Mietwohnungen registriert.

    Die durchschnittliche Dauer, für die eine Wohnung bis zur Vermietung angeboten werden muss, habe sich gleichzeitig um zwei auf 32 Tage reduziert, erläutern die Analysten in der Mitteilung weiter. Für sie sind die verkürzte Insertionszeit und die steigende Inseratezahl ein Zeichen für eine zunehmende Nachfrage am Mietwohnungsmarkt bei gleichzeitiger Abnahme der Mietdauer. „Es ist davon auszugehen, dass die Pandemie für viele Mieter der Auslöser war, die eigene Wohnsituation zu überprüfen und anzupassen“, heisst es in der Mitteilung.

    In 21 von 26 Kantonen haben die Analysten im Jahresvergleich eine Abnahme der Insertionszeit beobachtet. Dabei hätten sich die Insertionszeiten in der Romandie kaum verändert, während sie in der Deutschschweiz in allen Kantonen zurückgegangen sei. Die kürzeste Insertionszeit weist aktuell der Kanton Zug mit 14 Tagen auf. Am anderen Ende der Skala rangiert Tessin. Hier müssen Wohnungen bis zur Vermietung im Durchschnitt fast zwei Monate inseriert werden.

    In den Städten haben die Analysten im Berichtszeitraum einen „sprunghaften Anstieg“ der Inserate für Mietwohnungen beobachtet. Nach 3,5 Prozent im Vorjahr habe die Anzahl der Inserate im „Corona-Jahr“ in den zwölf untersuchten Städten um 32 Prozent zugelegt. Weil die durchschnittliche Insertionsdauer jedoch kaum gestiegen sei, gehen die Analysten von Umzügen innerhalb der Städte aus. „Die viel zitierte Stadtflucht“ liesse sich mit den Zahlen nicht belegen, heisst es in der Mitteilung.

  • «Bestes Gesamtpaket dank dem Spirit of Zug»

    «Bestes Gesamtpaket dank dem Spirit of Zug»

    Zur Person
    Beat Bachmann ist lic.oec. HSG und verfügt über Führungserfahrung in den Bereichen Business Development, Verkauf, Finanzen und Projektmanagement in in- und ausländischen Märkten. Seine Branchenerfahrung umfasst Life Sciences/Medizintechnik, Grosshandel/Vertrieb Konsumgüter, Immobilien, Informations- und Kommunikationstechnologie.

    Sie sind Leiter der Kontaktstelle Wirtschaft des Kantons Zug. Wie darf man sich einen normalen Arbeitstag bei Ihnen vorstellen?
    Beat Bachmann: Jeder Tag ist anders. Als «one-stop-shop» betreuen und beraten wir vor allem ansässige Firmen bei den unterschiedlichsten Anliegen. Dazu gehört auch die Unterstützung bei der Suche nach Büroflächen. Mit über 100 Firmenbesuchen pro Jahr und mit der Vernetzung der Firmen untereinander in den Branchenclustern tragen wir dazu bei, dass die Unternehmen an einem wirtschaftsfreundlichen Standort erfolgreich tätig sein können. Zudem begleiten wir jährlich viele Firmen bei der Ansiedlung im Kanton Zug.

    Wie geht es den im Kanton ansässigen Unternehmen im Hinblick auf die Pandemie?
    Die Zuger Wirtschaft mit ihrer starken internationalen Verflechtung ist ebenso betroffen und kann sich den strukturellen Veränderungen nicht entziehen. Die Auswirkungen sollen dank der Massnahmen von Bund und Kanton gemildert werden. Aufgrund der starken Konstitution der Zuger Wirtschaft vor der Corona-Krise und der breiten Diversifizierung schätze ich, dass die negativen Auswirkungen im schweizweiten Vergleich etwas geringer ausfallen werden. Nichtsdestotrotz durfte unser Team im Jahr 2020 gleich viele Ansiedlungen betreuen wie in den Vorjahren.

    Im Standortranking der Credit Suisse belegt Zug praktisch immer den 1. Rang – dies nicht zuletzt wegen des tiefen Gewinnsteuersatzes von 12 Prozent. Was bieten Sie darüber hinaus mehr als andere Kantone?
    Wir bieten primär das beste Gesamtpaket der hervorragenden Standortbedingungen: Dazu gehören die langfristige finanzielle und politische Stabilität, die Steuer- und Finanzpolitik, die grosse Innovationsfähigkeit, die hohe Verfügbarkeit von Fachkräften in wichtigen Branchenclustern sowie die leistungsfähige Infrastruktur. Sehr wichtig ist auch der faszinierende Lebensraum und damit die Lebensqualität. Nicht zuletzt hören wir oft, dass die gelebte Wirtschaftsfreundlichkeit – unser «Spirit of Zug» – sehr geschätzt wird.

    Welche Aufgabe übernimmt die Kontaktstelle Wirtschaft bei der Arealentwicklung?
    Wir tragen insbesondere dazu bei, dass Bedürfnisse und Anforderungen der Wirtschaft und der Unternehmen in die Arealentwicklungen einfliessen. Und bei Fertigstellung der Objekte bieten wir Unterstützung bei der Vermittlung der Flächen an neue Mieter oder Käufer.

    Zeichnet sich bei der Arealentwicklung eine Ausschöpfung des Potenzials ab?
    Wir sind sehr froh, dass die Grundeigentümer und Arealentwickler seit Jahrzehnten massgeblich dazu beitragen, dass sich der Kanton nachhaltig und qualitativ entwickelt. Es ist im Sinne der langfristigen Strategie des Regierungsrats, dass Zug ein attraktiver Wohn- und Lebensraum bleiben soll. Es gibt noch genügend bebaubare Flächen. Ich denke deshalb, dass sich der Kanton Zug noch über viele Generationen so weiterentwickeln kann.

    «Zug, Baar und Rotkreuz punkten bei den
    Unternehmen»

    Im Kanton Zug sind gleich mehrere Geschäftsgebäude im Bau. Im Zuge der Pandemie geht der Trend jedoch in Richtung Home-Office. Sind Sie dennoch zuversichtlich, dass all diese Projekte mit Leben gefüllt werden können?
    Ja, ich bin zuversichtlich, dass diese Flächen absorbiert werden. Die Schweiz und der Kanton Zug sind und bleiben ein international führender Wirtschaftsraum. Bei Neuansiedlungen ist die Verfügbarkeit bezugsbereiter Flächen ein wichtiger Standortfaktor. Es ist schwierig, die langfristige Auswirkung von Covid-19 auf die Nachfrage von Büroflächen abzuschätzen. Dem Trend nach mehr Home-Office steht ein Trend zu mehr Fläche pro Kopf, sowie Co-Working-Flächen/Business Centers entgegen.

    Welche Stadt ist neben Zug im Kanton der beliebteste Standort für Unternehmen?
    Einerseits weist die Lorzenebene (Talgemeinden) seit Jahrzehnten die meisten Firmen und Arbeitsplätze auf. Da der Kanton werktäglich rund 40 % Zugpendler verzeichnet, spielt die Nähe zu Bahnhöfen mit IC- und Schnellzug-Verbindungen eine immer wichtigere Rolle. Dementsprechend sind neben Zug in den letzten Jahren Baar und Rotkreuz die beliebtesten Standorte; dahinter folgt Cham.

    Was macht den Kanton Zug als Wohnort attraktiv?
    Zug bietet eine gute internationale Infrastruktur, hervorragende Schulen sowie politische Stabilität. Der Lebensstandard ist hoch und die Lebensräume sind intakt. Es gibt Seen, Berge und vielfältige Landschaften auf kleinstem Raum. Zug bietet also her­ausragende Lebensqualität und dazu die Nähe zur Zentralschweiz und zu Zürich.

    Wie beurteilen Sie die derzeitige Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt?
    Im Kanton Zug ist sie anhaltend hoch. Gleichzeitig steigt der Leerwohnungsbestand im Kanton Zug nur minim an.

    Wie schätzen Sie das Baupotenzial im Bereich des Wohnungsmarktes ein?
    Da wir uns bei der Kontaktstelle Wirtschaft vor allem um Firmen und dementsprechend um Büro- und Gewerbeflächen kümmern, bin ich kein Experte für den Wohnungsmarkt. Ich beobachte aber, dass seit Jahrzehnten unverändert viele Wohnungen gebaut werden und diese laufend Bewohner finden. Als flächenmässig kleinster Vollkanton der Schweiz und aufgrund unserer oben erwähnten nachhaltigen Wachstumsstrategie werden wir auch künftig einen hohen Anteil an Zupendler verzeichnen.

  • Zürich rückt in die Blasenzone

    Zürich rückt in die Blasenzone

    Unter den weltweit beobachteten 25 Grossstädten weise der Euroraum die meisten überbewerteten Wohnungsmärkte auf, erläutert die UBS in einer Mitteilung zur aktuellen Ausgabe des UBS Global Real Estate Bubble Index. Für München, Frankfurt, Toronto, Hongkong, Paris, Amsterdam und Zürich machen die Analysten sogar ein Blasenrisiko aus. Überbewertungen von Wohnimmobilien werden den Städten Vancouver, London, Tokio, Los Angeles, Stockholm, Genf, San Francisco, Tel Aviv, Sydney, Moskau und New York attestiert.

    Zürich sei in diesem Jahr zum ersten Mal in die Kategorie mit Blasenrisiko aufgestiegen, erläutern die Analysten in der Mitteilung weiter. Sie haben für die Metropole zudem die stärkste Preissteigerung unter allen Schweizer Wirtschaftsregionen beobachtet. Dabei sei das Angebot am Wohnungsmarkt im Berichtszeitraum relativ rasch gewachsen. Bei einem laut Mitteilung ausgetrockneten Markt für selbst genutzte Immobilien werde die Mehrheit der neu erstellten Wohnungen allerdings letztendlich vermietet.

    Genf stellen die Analysten ein niedrigeres Preisniveau und einen niedrigeren Indexwert als Zürich aus. Die Stadt habe ihre Verluste aus den Jahren von 2013 bis 2016 jedoch im Zuge des jüngsten Preisanstieges wettgemacht. Trotz überbewertetem Wohnungsmarkt könne die Stadt aber von ihrer internationalen Ausrichtung und ihrer Anziehungskraft auf ausländische Staatsangehörige profitieren.

    Im Vergleich zum letztjährigen Bubble Index seien die Preise in vielen europäischen Metropolen um mehr als 5 Prozent gestiegen, wird in der Mitteilung weiter erläutert. „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt lässt sich nicht sagen, inwieweit sich höhere Arbeitslosigkeit und düstere Aussichten für die Haushaltseinkommen auf die Wohnungspreise auswirken werden“, wird Mark Haefele, Chief Investment Officer bei UBS Global Wealth Management, dort zitiert. „Klar ist jedoch, dass die derzeitige Beschleunigung auf kurze Sicht nicht nachhaltig ist.“

  • Pandemie bremst Wohnungsmarkt

    Pandemie bremst Wohnungsmarkt

    Die Coronavirus-Pandemie habe ihre ersten Spuren am Wohnungsmarkt hinterlassen, schreibt SVIT Schweiz in einer Mitteilung zum aktuellen Online-Wohnungsindex (OWI). Er wird halbjährlich vom Verband der Immobilienwirtschaft in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) ermittelt.

    Dem aktuellen OWI zufolge hat die Zahl der auf Schweizer Immobilienmarktplätzen platzierten Inserate für Mietwohnungen zwischen April 2019 und März 2020 im Jahresvergleich insgesamt um 4 Prozent auf rund 380’000 Mietwohnungen zugelegt. Eine gleichzeitig gesunkene Insertionsdauer weise dabei auf eine weiter gestiegene Nachfrage nach Mietwohnungen hin, erläutert SVIT.

    Der im März zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie behördlich angewiesene Lockdown habe in der zweiten Märzhälfte jedoch schweizweit zu einem Rückgang der Zahl der Inserate um 31 Prozent gegenüber der ersten Märzhälfte geführt, informiert SVIT in der Mitteilung weiter. Die Insertionszeit sei „trotz dieses massiven Angebotseinbruchs“ nur um knapp 5 Tage oder 12 Prozent gefallen. Dies bedeute, „dass auch die Nachfrage um mehr als ein Drittel zurückgegangen ist“, schreibt SVIT.

    In den zwölf grössten Städten der Schweiz sei der Rückgang „noch markanter“ ausgefallen, erläutert der Immobilenwirtschaftsverband. In Lugano gingen die Inserate im Berichtszeitraum um 75 Prozent zurück, in Bern, Zürich und Winterthur wurden 40 Prozent weniger Inserate als in der ersten Märzhälfte gezählt. Ein gleichzeitig nur unterdurchschnittlicher Rückgang bei den Insertionszeiten zeige, „dass die Nachfrage noch stärker eingebrochen ist oder ganz zum Erliegen kam“, schreibt SVIT. Der Verband nimmt an, dass es im zweiten Halbjahr dieses Jahres möglicherweise zu einem Nachholeffekt kommen könnte.