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  • Effizientes Asphaltrecycling in der Schweiz

    Effizientes Asphaltrecycling in der Schweiz

    In der Schweiz stellt das wachsende Aufkommen von Alt-Asphalt auf Deponien ein Problem dar, das nun durch innovative Forschung angegangen wird. Das „HighRAP“-Projekt, angeführt von Martins Zaumanis und in Zusammenarbeit mit Behörden und Industriepartnern, zielt darauf ab, den Einsatz von Recycling-Asphalt im Straßenbau zu maximieren.

    Herausforderungen und Lösungen
    Alt-Asphalt ist eine anspruchsvolle Ressource. Sein Bindemittel, Bitumen, altert und versteift mit der Zeit, was die Verwendung erschwert. Darüber hinaus ist Alt-Asphalt oft ein Gemisch aus unterschiedlichen Straßenschichten und Zeitperioden, was seine Homogenität beeinträchtigt. Zaumanis‘ Forschungsprojekt bietet hier Lösungen an. Durch spezialisierte Testmethoden und ein neu entwickeltes Rechenmodell wird es einfacher, Alt-Asphalt wiederzuverwenden.

    Praxistests und Anwendungen
    Das Projekt hat bereits seine Praxistauglichkeit in zwei Pilotprojekten unter Beweis gestellt. In Uster gelang es, bis zu 50% Recycling-Asphalt in die Straßendecke einzubinden, ohne Leistungseinbußen zu erleiden. Selbst auf dem klimatisch anspruchsvollen Lukmanierpass wurde Asphalt mit hohen Recyclinganteilen erfolgreich eingesetzt. Diese Ergebnisse ermutigen zur erweiterten Nutzung von Recyclingmaterial.

    Zukunftsweisende Forschung
    Das Projekt bietet nicht nur praktische Lösungen für den Straßenbau, sondern wirft auch ein neues Licht auf die Möglichkeiten, Recyclingmaterial effizient und nachhaltig zu nutzen. Martins Zaumanis ist zuversichtlich, dass seine Forschung dazu beitragen wird, die Menge an Alt-Asphalt auf Deponien erheblich zu reduzieren.

    Mit dem Projekt „HighRAP“ nimmt der nachhaltige Straßenbau in der Schweiz Fahrt auf. Neue Methoden, politischer Wille und erfolgreiche Praxistests lassen eine Zukunft mit weniger Abfall und mehr Recycling im Straßenbau realistisch erscheinen.

  • Zweite Röhre Gotthard-Tunnel: erste Tunnelbohrmaschine «Carla» am Ziel

    Zweite Röhre Gotthard-Tunnel: erste Tunnelbohrmaschine «Carla» am Ziel

    Mal kam die mit ihren Nachläufern mehr als 200 m lange Carla langsam, mal wesentlich schneller als geplant, je nach Beschaffenheit des Gesteins. Im Schnitt legte Carla rund 17 m pro Tag zurück. Ihre Rekordleistung liegt bei 45,4 m pro Tag, das gelang in eher weichem Gneis.

    TUNNELBAU IST TEAMARBEIT
    «Es ist schön, dass wir termingerecht und vor allem auch ohne nennenswerte Unfälle den nördlichen Zugangsstollen ausbrechen konnten», sagt Jacopo Cheda, Oberbauleiter Nord beim ASTRA. Xavier von Mandach, der zuständige Baustellenchef von Implenia, unterstreicht die gute Zusammenarbeit: «Tunnelbau ist immer Teamarbeit. Unser Team bestehend aus mehreren Unternehmen und Kolleginnen und Kollegen aus vielen Nationen hat grosse Erfahrung und arbeitet höchst professionell. Gemeinsam konnten wir die technischen Herausforderungen erfolgreich meistern und dieses wichtige Etappenziel ohne Zwischenfälle erreichen. Das Team hat eine tolle Leistung erbracht.»

    WIE ES JETZT WEITERGEHT
    Mit dem Ausbruch des Zugangsstollens, der parallel zur künftigen zweiten Tunnelröhre verläuft, konnten auch wichtige Erkenntnisse für die weiteren in Zukunft anstehenden Bauarbeiten gewonnen werden, die wichtig sind für Carlas «grosse Schwester», die ab 2025 den nördlichen Teil der Hauptröhre ausbrechen wird.

    Im August 2022 hatte das ASTRA der ARGE «secondo tubo» mit Implenia (60%) und Frutiger (40%) den Auftrag für das Hauptlos Nord (Los 241) der zweiten Röhre des Gotthard Strassentunnels vergeben. Die Bauzeit für den 7.9 km langen Tunnelabschnitt bis zur Losgrenze in der Tunnelmitte ist bis 2029 angesetzt.

    Der Bau der zweiten Röhre wird simultan von Norden und von Süden her vorangetrieben. Dafür kommen insgesamt vier TBM zum Einsatz: Zwei kleinere (Carla und Delia) für die beiden Zugangsstollen sowie die beiden grossen mit einem Schilddurchmesser von über zwölf Metern für den Hauptstollen.

    Quelle: implenia.com

  • Andermatt Swiss Alps macht Fortschritte bei Nachhaltigkeit

    Andermatt Swiss Alps macht Fortschritte bei Nachhaltigkeit

    Die Andermatt Swiss Alps Gruppe und die Andermatt-Sedrun Sport AG haben 2021 Nachhaltigkeitsziele definiert. Der „Fortschrittsbericht Andermatt Responsible 2022“ gibt nun einen ersten Zwischenstand. Für den Bericht haben die beiden Unternehmen bereits zum dritten Mal ihren Treibhausgasfussabdruck berechnen lassen.

    Absolut gesehen fielen die Emissionen der beiden Unternehmen 2022 um 44,4 Prozent höher aus als im Vorjahr, informiert die Andermatt Swiss Alps Gruppe in einer Mitteilung zum Bericht. Das Unternehmen führt den Anstieg auf die laufenden Bauten in Andermatt Reuss und gestiegene Gästezahlen zurück. Die durchschnittlichen Emissionen pro Gast im Betrieb seien hingegen „mehrheitlich gesunken, da die teils fixen Treibhausgasemissionen von Skigebiet, Hotellerie und Gastronomie auf eine grössere Anzahl Gäste anfallen“.

    Die indirekten Emissionen durch die Bereitstellung von Energie fielen 2022 sehr tief aus, da Strom- und Wärmeversorgung der Neubauten und der Betrieb der Bergbahnen mit regionalem und klimaneutralem Strom erfolgen. Zudem konnte der Energieverbrauch gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent gesenkt werden. Im Berichtsjahr wurden darüber hinaus mehrere Projekte für die Reduktion von Abfall und gegen die Verschwendung von Lebensmitteln durchgeführt.

    Bei der Reduktion von Abfall haben die beiden Unternehmen ihr gestecktes Ziel von einer Reduzierung der Menge um 20 Prozent bereits übererfüllt. Konkret fiel im Berichtsjahr 28,3 Prozent weniger Abfall als im Referenzjahr 2019 an. Auch die Quote an lokalen Besetzungen in der Gastronomie lag mit 40 Prozent bereits über dem Ziel von 35 Prozent.

  • «Verdichtung oder Verdrängung? Wenn Neubauten ersetzen»

    «Verdichtung oder Verdrängung? Wenn Neubauten ersetzen»

    Für die Stadt Zürich lässt sich seit den 2000er Jahren eine rasante bauliche Dynamik beobachten. Während die in den zurückliegenden Dekaden favorisierte horizontale Erweiterung der Stadt längst an ihre Grenzen gestossen ist und kaum Baulandreserven existieren, wird nunmehr aktiv eine nachhaltige Verdichtung nach Innen mittels Ersatzneubauten gefördert. Ziel ist es, mehr ressourcensparenden Wohnraum zu schaffen, um den bestehenden Bedarf zu decken und das prognostizierte Bevölkerungswachstum aufzufangen. Die Transformation ist tiefgreifend: So wird beispielsweise bis zu einem Drittel des Wohnungsbestandes des Stadtteils Schwamendingen in den nächsten Jahrzehnten durch Neubauten ersetzt. Auch was denkmalpflegerisch geschützt ist, ist Verfügungsmasse.

    Diese Veränderung von niedrig-verdichteten zu hoch-verdichteten Quartieren zieht grundlegende räumliche und soziale Veränderungen nach sich. Der Abriss von Bestandsbauten geht nicht selten mit dem Verlust besonders preisgünstigen Wohnraums und einer Verdrängung der bestehenden Wohnbevölkerung einher; mit einschneidenden Folgen insbesondere für vulnerable Gruppen wie Ältere, kinderreiche Familien und Personen mit niedrigeren Einkommen.

    Wie auch ihre Vorgängerinnen, bezieht sich die aktuelle Erneuerungswelle auf quantitative und wissenschaftliche Argumentationen: Waren es zu Beginn des 20. Jahrhunderts Versprechen von Hygiene, Tugend und Bezahlbarkeit, legitimieren heute die Schlagworte «Nachhaltigkeit», «Qualität» und «Diversität» Abriss und Neubau. Doch was als Handlung in einem Moment nur folgerichtig erscheinen mag, ist oft schon innerhalb weniger Jahrzehnte kaum mehr verständlich.

    «Verdichtung oder Verdrängung?» macht Zusammenhänge sichtbar und rückt Fragen in den Vordergrund. Die Ausstellung ist multiperspektivisch angelegt und liefert keine fertigen Antworten auf die brennenden Fragen, sondern zeigt auf, wie auch rational begründete Argumente stets historisch kontingent sind und Betroffene sowie Beteiligte die resultierende Transformation unterschiedlich begründen, deuten und erleben.

    Das ZAZ BELLERIVE Zentrum Architektur Zürich präsentiert vom 26. Januar bis 26. März 2023 die Ausstellung «Verdichtung oder Verdrängung? Wenn Neubauten ersetzen». Ein Ausstellungs- und Vermittlungsprojekt in Kooperation mit den Studiengängen MAS GTA und MAS in Housing, D-ARCH, ETH Zürich. Mit Gastbeiträgen von Countdown 2030, Mieten-Marta, Newrope/ETH Professur für  Architektur und Urbane Transformation.

  • Wärmekonzept aus Müllverbrennung und Seewärme wird geprüft

    Wärmekonzept aus Müllverbrennung und Seewärme wird geprüft

    Die Energieversorgungsunternehmen Energie Kreuzlingen, Stadtwerke Konstanz, der Verband KVA Thurgau aus Weinfelden TG sowie die EKT AG aus Arbon TG wollen sich einer Medienmitteilung zufolge zusammenschliessen, um im grenzüberschreitenden Schulterschluss neue Wärmequellen optimaler zu nutzen.

    Angedacht ist ein Wärmeversorgungskonzept, bei dem die Nutzungen von CO2-neutraler Abwärme der Müllverbrennungsanlage der KVA via Fernwärmeleitung sowie Seewasserwärme aus dem Konstanzer Trichter kombiniert werden.

    Die vier Partner haben die Swisspower AG eingeschaltet, um die Machbarkeit des Projekts in technischer, wirtschaftlicher, rechtlicher und organisatorischer Hinsicht zu untersuchen. Noch im Laufe des Jahres wird mit einem Ergebnis gerechnet.

    Swisspower unterstützt Stadtwerke und Energieversorger mit Kooperationsinitiativen, Beratungsdienstleistungen und Vernetzungsangeboten auf dem Weg zu Energiesystemen ohne CO2-Ausstoss.