Schlagwort: Zinsen

  • Eigentumswohnungen bleiben selbst bei Rekordangebot gefragt

    Eigentumswohnungen bleiben selbst bei Rekordangebot gefragt

    Die aktuelle Online Home Market Analysis von ImmoScout24, in Zusammenarbeit mit dem Hauseigentümerverband Schweiz und dem Swiss Real Estate Institute, analysiert die Inserate für Eigentumswohnungen im Jahr 2025. Mit rund 101’000 inserierten Objekten wird laut einer Mitteilung ein neuer Höchststand erreicht – der höchste seit Beginn der Erhebung im Jahr 2016. Gleichzeitig hat sich das Angebotswachstum deutlich verlangsamt. Parallel dazu verkürzt sich die durchschnittliche Insertionsdauer um acht Tage auf 84 Tage, was darauf hindeutet, dass die Nachfrage nach Eigentumswohnungen im Vergleich zum Vorjahr wieder zunimmt.

    Als Gründe nennt die Studie insbesondere das veränderte Zinsumfeld: Sinkende Finanzierungskosten und eine teilweise erleichterte Vergabe von Hypotheken erhöhen die Attraktivität von Wohneigentum gegenüber Mietobjekten. Zudem gewinnt das Bedürfnis nach einer langfristig gesicherten Wohnsituation wieder an Bedeutung.

    „Dass Eigentumswohnungen trotz des grossen Angebots wieder schneller verkauft werden, ist ein deutliches Zeichen. Schweizer:innen wollen in den eigenen vier Wänden wohnen. Erfreulicherweise ist der Traum vom Wohneigentum für viele Menschen nach wie vor realisierbar“, wird Markus Meier zitiert, Direktor des Hauseigentümerverbandes Schweiz.

    Auch regional zeigt sich eine einheitliche Entwicklung: In allen Grossregionen verkürzt sich die Insertionsdauer gegenüber 2024. Besonders schnell werden Eigentumswohnungen weiterhin in der Zentralschweiz (61 Tage), in Zürich (64 Tage) sowie in der Region Genf (65 Tage) verkauft. Eine besonders dynamische Nachfrageentwicklung zeigt sich im Tessin: Dort verkürzt sich die Insertionsdauer bei stark steigendem Inseratangebot (+10 Prozent) deutlich um 22 Prozent.

    ImmoScout24 ist ein Online-Immobilienmarktplatz, der von der SMG Swiss Marketplace Group betrieben wird. In der SMG Swiss Marketplace Group AG sind die digitalen Marktplätze von TX Group, Ringier und Mobiliar vereint.

  • Leitzinsentwicklung belebt Immobilienmarkt

    Leitzinsentwicklung belebt Immobilienmarkt

    Der Schweizer Immobilienmarkt erweise sich trotz Herausforderungen weiterhin als resilient, leitet CSL Immobilien eine Mitteilung zu seinem Immobilienmarktbericht 2025 ein. Als solche werden dort makroökonomische Unsicherheiten und zunehmende regulatorische Anforderungen genannt. Positiv auf die Marktdynamik wirkten sich hingegen die schrittweisen Leitzinssenkungen der Nationalbank aus.

    Am Mietwohnungsmarkt hat CSL Immobilien im vergangenen Jahr weiterhin eine starke Nachfrage bei knappem Angebot ausgemacht. In Folge seien die Angebotsmieten deutlich stärker als die Bestandsmieten gestiegen und die Leerwohnziffer auf ein Rekordtief gesunken, heisst es in der Mitteilung. Aufgrund besonders stark steigender Angebotsmieten in Städten wie Zürich und Genf wichen Haushalte vermehrt auf verkehrstechnisch gut angebundene Agglomerationen aus.

    Auch die Preise für Wohneigentum zogen im vergangenen Jahr weiter an. Den Erhebungen von CSL Immobilien sind dabei die Preise im Wirtschaftsraum Zürich besonders stark gestiegen.

    Der Büromarkt hat sich 2024 unterschiedlich entwickelt. Hier legte das Angebot an freien Flächen in den Agglomerationen zu, die Mietpreise in der Peripherie zeigten nach unten. In den Stadtzentren zogen die Mietpreise bei einem weiter sinkenden Angebot an Flächen dagegen an. Allgemein wurden verstärkt ESG-konforme Büroflächen und flexible Nutzungskonzepte nachgefragt.

    Für das laufende Jahr geht CSL Immobilien von einem moderaten aber soliden weiteren Wachstum aus. «Investoren, die agil bleiben und ihre Strategien anpassen, können 2025 erfolgreich Chancen nutzen», wird Thomas Walter, CEO von CSL Immobilien, in der Mitteilung zitiert.

  • Eigenheime stehen weiterhin hoch im Kurs

    Eigenheime stehen weiterhin hoch im Kurs

    «Der Traum vom Eigenheim ist bei der Schweizer Bevölkerung weiterhin stark verbreitet», schreibt die Hochschule Luzern (HSLU) in einer Mitteilung. Sie stützt sich dabei auf die aktuelle Ausgabe der Retail Banking-Studie, die jährlich vom Institut für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) der HSLU erstellt wird. Ihr zufolge würden vier von zehn Menschen in der Schweiz gerne eine Immobilie erwerben.

    Das IFZ hat dabei zwei Gruppen von Immobilieninteressierten ausgemacht. Dies sind in der ersten Gruppe mehrheitlich aus den jüngeren Generationen stammende «Dreamer», die ihr erstes Eigenheim suchen. Sie sind dabei vor allem mit finanziellen Problemen konfrontiert. In der zweiten Gruppe sind mehrheitlich Angehörige älterer Generationen zu finden, die bereits über eine eigene Immobilie verfügen. Diese «Zweitkäufer» haben weniger finanzielle Probleme als vielmehr Schwierigkeiten, ein ihren aktuellen Bedürfnissen entsprechendes Objekt zu finden. Beide Gruppen setzten bei der Suche nach dem Eigenheim vor allem auf persönliche Empfehlungen und den Zufall.

    Der Zinssatz spielt sowohl bei der Aufnahme einer neuen als auch bei der Verlängerung einer bestehenden Hypothek eine wichtige Rolle für Eigenheimsuchende. Insbesondere bei einer Verlängerung ist die Bereitschaft zum Wechsel des Hypothekaranbieters gering, drei von zehn Immobilienbesitzenden lehnen sie unabhängig von der Höhe der Zinsdifferenz ab. «Die Hausbank geniesst in vielen Fällen noch immer grosse Loyalität, besonders wenn ein Wechsel mit zusätzlichen Hürden verbunden ist», erläutert Studienleiter Andreas Dietrich in der Mitteilung.

  • Reaktion der Schweizer Zinsmärkte auf globale und lokale Inflationsentwicklungen

    Reaktion der Schweizer Zinsmärkte auf globale und lokale Inflationsentwicklungen

    Im April dieses Jahres stieg die Inflationsrate in der Schweiz überraschend von 1.04% auf 1.37%. Dieser Anstieg, der sich in fast allen Subindizes widerspiegelt, bleibt dennoch unter der kritischen Marke von 2.00%. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass die Inflation kontrollierbar bleibt und keine drastischen Massnahmen erfordert. Die Schweizer Nationalbank hatte bereits einen moderaten Anstieg der Inflation erwartet und scheint nun bestätigt zu werden, dass dieser Anstieg nicht von Dauer sein wird.

    Einfluss der globalen Zinspolitik auf die Schweiz
    Die jüngsten US-Inflationsdaten haben nicht nur auf internationalen Märkten, sondern auch auf den Schweizer Zinsmärkten für Beruhigung gesorgt. Die positive Reaktion auf die US-Daten hat die Zinsswap-Sätze in der Schweiz gesenkt und deutet darauf hin, dass eine Zinssenkung im Juni fast sicher ist. Die geldpolitischen Entscheidungen der SNB hängen stark davon ab, wie die Europäische Zentralbank (EZB) und die Federal Reserve (Fed) ihre Zinssätze anpassen. Die aktuellen Entwicklungen zeigen eine Synchronisierung der Zinspolitik auf globaler Ebene, die den Schweizer Franken und die Inflationsprognosen beeinflusst.

    Zukünftige Erwartungen und geldpolitische Prognosen
    Die SNB hält weiterhin an der Möglichkeit fest, den Leitzins um 25 Basispunkte zu senken, mit einer potenziellen weiteren Senkung bis Ende des Jahres, abhängig von den Aktionen der EZB und der Fed. Diese Anpassungen sind wesentlich, um den Franken im Kontext globaler Währungsdynamiken zu stabilisieren und eine zu starke Aufwertung, die die Exportwirtschaft belasten könnte, zu verhindern. Trotz der aktuellen Inflationserwartungen und der schwächeren Position des Franken bleibt die SNB proaktiv und anpassungsfähig in ihrer geldpolitischen Strategie.

  • Anlagestrategien im Wandel durch steigende Zinsen

    Anlagestrategien im Wandel durch steigende Zinsen

    Wie Seefahrer das Bermudadreieck meiden, so müssen auch Investoren die Risiken ihres Investments bedenken. Das magische Dreieck der Anlagestrategie – Liquidität, Rentabilität und Sicherheit – wird nun um die ESG-Faktoren erweitert. Dieser Schritt wird auch von der Studie «Lost in Transition» der Hochschule Luzern unterstützt. Institutionelle Investoren legen verstärkt Wert darauf, dass ihre Anlagen langfristig nachhaltig sind, selbst wenn dies kurzfristig zu geringeren Renditen führt.

    Ein Blick auf die Schweizer Pensionskassen
    Die Schweizer Pensionskassen haben ihre Kapitalanlagen diversifiziert, wobei der Immobilienanteil je nach Kasse variiert. Die Analyse der Swisscanto Pensionskassenstudie 2023 zeigt, dass Immobilien im Vergleich zu Aktien und Obligationen an Bedeutung gewinnen. Diese Entwicklung ist auch bei anderen institutionellen Investoren zu beobachten, wobei die Immobilienquote im Portfolio zwischen 10% und 25% liegen sollte, um eine optimale Diversifikation zu gewährleisten.

    Die Auswirkungen steigender Zinsen auf die Anlageklassen
    Steigende Zinsen beeinflussen alle drei Hauptanlageklassen – Aktien, Obligationen und Immobilien – negativ. Bei Obligationen führen Zinserhöhungen zu Kursverlusten, während sie bei Aktien deren Attraktivität mindern. Immobilieninvestitionen werden teurer, was zu einem Rückgang der Nachfrage und damit zu einem Preisverfall führt. Institutionelle Anleger reagieren auf diese Entwicklungen, indem sie ihre Portfolios neu ausrichten und ihre Immobilienbestände reduzieren, um ihre Fremdfinanzierungsquoten zu senken.

    Das schwierige Marktumfeld und seine Auswirkungen auf Immobilieninvestitionen
    Die Stimmung auf dem Immobilienmarkt ist aufgrund der steigenden Zinsen und der Unsicherheit in den Finanzmärkten gedämpft. Dies spiegelt sich im Swiss Real Estate Sentiment Index wider, der die Erwartungen der Marktteilnehmer misst. Anlagen in Immobilien verlieren an Attraktivität, aber das derzeitige Marktumfeld bietet auch Chancen, insbesondere für Investoren, die bereit sind, langfristig zu investieren und die Marktschwankungen zu überstehen.

    Die steigenden Zinsen stellen eine Herausforderung für institutionelle Investoren dar, insbesondere für solche, die in Immobilien investiert haben. Eine Neuausrichtung der Anlagestrategie und eine vorsichtige Portfolio-Optimierung sind entscheidend, um langfristige Renditen zu erzielen und die Risiken zu minimieren.

  • Die Industrielle Revolution im Digitalen Zeitalter

    Die Industrielle Revolution im Digitalen Zeitalter

    Anfang Oktober 2023 begann eine bemerkenswerte Verschiebung auf dem Hypothekenmarkt. Die Richtsätze für drei- und fünfjährige Festhypotheken fielen unter den Saron-Zinssatz. Zehnjährige Hypotheken zogen Anfang November nach, wobei der durchschnittliche Zinssatz für diese von 3.11% im Juni auf 2.39% im Dezember sank.

    Stabilität bei Saron-Hypotheken
    Die Saron-Hypothek, die seit der Entscheidung der Schweizer Nationalbank (SNB), den Leitzins im September bei 1.75% zu belassen, stabil geblieben ist, liegt aktuell bei 2.63%.

    Ergebnisse der Hypothekaranbieter-Umfrage
    Eine Umfrage unter 50 Hypothekaranbietern ergab, dass über 90% erwarten, dass die SNB den Leitzins am 14. Dezember 2023 unverändert lässt. Für kürzere Laufzeiten bis zu fünf Jahren prognostizieren die Anbieter stabile Zinsen, während bei längeren Laufzeiten mehr Volatilität und tendenziell niedrigere Zinsen erwartet werden. Die grössten Bedenken der Befragten liegen bei der Inflation, einer möglichen Rezession und der wirtschaftlichen Situation in Europa.

    Empfehlungen für Hypothekennehmer

    • Ein Wechsel zu Festhypotheken kann sich aktuell lohnen, da diese günstiger als Saron-Hypotheken sind.
    • Langfristige Festhypotheken bleiben für Kunden, die Planungs- und Budgetsicherheit suchen, empfehlenswert.
    • Für benötigte Flexibilität könnten variable Hypotheken oder eine Kombination aus Saron- und Festhypothek sinnvoll sein.
    • Eine umfassende Beratung, die verschiedene finanzielle Aspekte berücksichtigt, ist für eine nachhaltige Finanzierungsentscheidung essenziell.

    Schlussfolgerung: Diese Entwicklungen auf dem Schweizer Hypothekenmarkt verdeutlichen die Notwendigkeit einer sorgfältigen und informierten Entscheidungsfindung für Hypothekennehmer, besonders in einem sich schnell verändernden Zinsumfeld.

  • Auftragsrückgang setzt sich fort

    Auftragsrückgang setzt sich fort

    Im ersten Halbjahr 2023 erwirtschaftete das Bauhauptgewerbe 11 Milliarden Franken Umsatz, dies entspricht praktisch einer Stagnation gegenüber dem Vorjahressemester. Hochbau und Tiefbau entwickelten sich ähnlich. Dementsprechend ist die Auslastung der Kapazitäten noch hoch, die Beschäftigungslage gut.

    Geringere Bautätigkeit auf mittlere Sicht

    Mittelfristig trüben sich die Aussichten jedoch ein. Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres sind die Aufträge im Hochbau um 0.6 Milliarden Franken geringer ausgefallen als noch in der Vorjahresperiode, im Tiefbau um 0.5 Milliarden Franken. Gesamthaft entspricht dies einem Rückgang von 8.3 Prozent. Mehrere Unternehmen meldeten gar insgesamt einen negativen Auftragseingang. Dies bedeutet, dass schon geplante Bauprojekte vorübergehend pausiert, redimensioniert oder gänzlich auf Eis gelegt wurden.

    Dementsprechend hat sich der Arbeitsvorrat in den vergangenen Quartalen ebenfalls reduziert, er lag Ende Juni 2023 bei 15.9 Milliarden Franken, also 2.6 Prozent tiefer als vor einem Jahr.

    Von Wohnungsüberschuss zum Wohnungsmangel

    Der Vorrat an Aufträgen im Wohnungsbau ist ebenfalls zurückgegangen. Der Trend ist eindeutig, dieses und nächstes Jahr werden zu wenige Wohnungen gebaut. In den letzten 12 Monaten ist das Franken-​Volumen der bewilligten Wohnbaugesuche um 9 Prozent gegenüber den vorangehenden 12 Monaten gesunken. Der Wohnungsmangel könnte mit weniger Regulierung schneller behoben werden. Zudem werden Einsprachen häufig genutzt, um Partikularinteressen durchzusetzen zu Lasten der Erschaffung neuen Wohnraums. Der SBV wird sich am nächsten Runden Tisch des Bundesrats zum Wohnungsmangel entsprechend dafür einsetzen, dass die Bautätigkeit wieder beschleunigt werden kann.

    SBV dankt Credit Suisse für sehr gute Zusammenarbeit – Bauindex wird weitergeführt

    Der Bauindex sagt für das nächste Quartal ein Umsatzplus von 2 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode voraus. Mit dieser Ausgabe endet die 14-​jährige Partnerschaft des SBV mit der Credit Suisse im Rahmen des Bauindex. Der SBV bedankt sich bei der Credit Suisse für die stets sehr gute Zusammenarbeit, sie wurde sehr geschätzt. Der SBV führt das etablierte Prognoseninstrument weiter, ab dem 4. Quartal 2023 in angepasster Form und mit neuem Erscheinungsbild.

  • SBV erwartet das Zinserhöhung ein Prozent Umsatz jährlich kostet

    SBV erwartet das Zinserhöhung ein Prozent Umsatz jährlich kostet

    Am 22. Juni 2023 hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Leitzins auf 1.75 Prozent erhöht. Damit nicht genug, die SNB dürfte den Zins im Laufe des Jahres weiter erhöhen, weil sich die Inflation hartnäckiger hält als bisher angenommen. Die Inflation wird in der nächsten Zeit etwa von den steigenden Wohnungsmietpreisen und höheren Stromkosten getrieben. Sowohl im 2023, aber auch in den nächsten beiden Jahren dürfte die Inflation gemäss der SNB-​eigenen Prognose bei etwas über 2 Prozent liegen, was über dem Zielkorridor der SNB liegt.

    Mittels fünf Schritten sind die Zinsen von -0.75 auf nun 1.75 Prozent gestiegen. Weitere Erhöhungen bis Jahresende sind absehbar. Da sich die Schweizer Konjunktur dieses Jahr abkühlt und die Wirtschaft nur noch schwach wächst, darf die SNB jedoch nicht über das eigentliche Ziel hinausschiessen. Daher sei an dieser Stelle davon ausgegangen, dass der Zins bis zum Jahresende noch zwei Mal um jeweils 0.25 Prozentpunkte angehoben wird. Es wird ausserdem angenommen, dass ab 2024 keine weiteren Schritte folgen, der Zins also mittelfristig bei 2.25 Prozent stabil bleibt.

    Bis zu 1.4% tieferes Umsatzwachstum im Jahr
    Ein Rechenmodell des Schweizerischen Baumeisterverbands SBV zeigt, wie stark ein Zinsanstieg die Bautätigkeit negativ beeinflusst. Die Beeinträchtigung dehnt sich langsam und über die Zeit aus. In den ersten beiden Jahren wird das Umsatzwachstum am stärksten beeinträchtigt, aber selbst im fünften Jahr nach den Zinserhöhungen sind noch leichte, negative Auswirkungen spürbar. Die Aussagen beschreiben, wie sich der Umsatz entwickelt im Vergleich zu einer Welt, wenn die Zinsen nicht gestiegen wären.

    In den nächsten fünf Jahren dürfte der Umsatz im Bauhauptgewerbe deswegen kumuliert um 4.65% langsamer wachsen als wenn die Zinsen nicht gestiegen wären. Die grössten realen Umsatzeinbussen sind in den Jahren 2024 (-1.39%) und 2025 (-1.22%) zu erwarten.

    Positive Gegenkräfte könnten Umsatz wachsen lassen
    Die anhaltend starke Zuwanderung, der Nachholbedarf im Tiefbau sowie die Unterstützungsgelder für klimafreundliche Umbauten sind Faktoren, welche den Einbussen durch die Zinsen entgegenstehen und zumindest mittelfristig den Umsatz doch noch positiv wachsen lassen könnten.

    Insgesamt lässt sich also festhalten, dass sich die Leitzinserhöhungen auf den Geschäftsgang der Baufirmen auswirken, auch wenn die Auswirkungen insgesamt begrenzt sind. Das Bauhauptgewerbe bleibt unabhängig vom Zinsniveau eine wichtige Stütze der Schweizer Wirtschaft.

  • Eigentumswohnung verkaufen? In der Agglomeration top, auf dem Land Geduld

    Eigentumswohnung verkaufen? In der Agglomeration top, auf dem Land Geduld

    Die neueste Ausgabe der Online Home Market Analysis der Immobilienportale Homegate und ImmoScout24 in Zusammenarbeit mit dem Swiss Real Estate Institute (SwissREI) analysiert die Inseratedaten von Eigentumswohnungen für das Jahr 2022. Die ausgewerteten Inserate stammen von mehreren grossen Immobilienportalen der Schweiz und umfassen damit die Mehrheit aller Online-Inserate für den Untersuchungszeitraum.

    Anzahl und Laufzeit von Inseraten geht zurück
    Während die Inseratedauer von Eigentumswohnungen während der Covid19-Pandemie auf über 80 Tagen verharrte, ist sie für 2022 nun wieder um acht auf schweizweit 77 Tage zurückgegangen. Gleichzeitig zeigte sich eine fünfprozentige Abnahme des Angebots auf gut 70’000 Objekte. Die Kombination dieser beiden Werte zeigt: über die ganze Schweiz betrachtet ist die Nachfrage nach Eigentumswohnungen im Jahr 2022 gestiegen.

    Für Martin Waeber, Managing Director Real Estate der SMG Swiss Marketplace Group, zeigen die Resultate der aktuellen Analyse die Robustheit des Schweizer Immobilienmarktes: «Wohneigentum ist und bleibt ein begehrtes, aber begrenztes Gut in der Schweiz. Denn ungeachtet von deutlich höheren Finanzierungskosten verkauften sich Eigentumswohnungen im letzten Jahr wieder schneller als im Vorjahr». Mit Ausnahme der Regionen Tessin und Genf hat sich die Inseratedauer von Eigentumswohnungen in der Mehrheit der untersuchten Regionen teilweise deutlich verkürzt. «Dies zeigt einerseits die anhaltende und sogar gestiegene Nachfrage nach Eigentumswohnungen. Andererseits sind Immobilienplattformen wie Homegate und ImmoScout24 der bestmögliche Weg, um in einem hart umkämpften Markt kein Angebot zu verpassen und einen oftmals zeitkritischen Vorsprung zu erhalten», so Waeber weiter.

    Inseratedauer der Regionen gleichen sich an – ausser im Tessin
    Mit Blick auf die einzelnen Regionen der Schweiz hat sich die Spanne bei der Inseratedauer im letzten Jahr verringert. Mit anderen Worten: der Schweizer Immobilienmarkt wird ausgeglichener, was den Verkauf von Eigentumswohnungen angeht. Am schnellsten liessen sich Eigentumswohnungen nach wie vor in der Region Zürich verkaufen, nämlich innerhalb von 43 Tagen. Dieser Wert blieb gegenüber 2021 unverändert. In sechs weiteren Regionen ging die Ausschreibungsdauer gar zwischen fünf und 17 Prozent zurück. Anders in Genf, wo die Inseratedauer auf durchschnittlichem Niveau um knapp zwei Prozent leicht anstieg. Entkoppelt von den restlichen Regionen zeigt sich nach wie vor das Tessin. Hier hat sich die ohnehin bereits längste Inseratedauer im letzten Jahr nochmals deutlich um sieben Prozent verlängert.

    Nahezu flächendeckend gestiegene Nachfrage nach Eigentumswohnungen
    Die Kombination der Veränderungen bei der Inseratedauer sowie der Anzahl Inserate lässt Rückschlüsse auf die Nachfrage in der Gesamtschweiz und den einzelnen Regionen zu. So wurde in der Region Zürich eine 13-prozentige Zunahme der Anzahl Inserate gegenüber dem Vorjahr registriert. Da trotz dieser Angebotsausweitung die Inseratedauer in Zürich nicht im selben Masse zugenommen hat – sondern im Gegenteil zwischen 2021 und 2022 unverändert blieb – kann daraus eine gestiegene Nachfrage nach Eigentumswohnungen in dieser Region abgeleitet werden.

    Dasselbe Bild zeigt sich mit einer Ausnahme – dem Tessin – auch für die restlichen Regionen der Schweiz: Sie alle verzeichnen für 2022 eine Kombination aus Inseratedauer und -anzahl, welche sie im Bereich zunehmender Nachfrage verortet. Im Tessin hingegen mussten Eigentumswohnungen im vergangenen Jahr bei einer fast unveränderten Angebotsmenge bis zum Verkauf neun Tage länger ausgeschrieben werden. Daher kann für diese Region auf eine abnehmende Nachfrage geschlussfolgert werden.

    Agglomerationen deutlich stärker im Trend als ländliche Gemeinden
    Nicht nur in Bezug auf die Regionen zeigen sich Unterschiede in der Nachfrage nach Eigentumswohnungen, auch beim Vergleich der Gemeindetypen zeichnet sich ein klares Bild ab: während in den Gemeinden im ersten Agglomerationsgürtel («suburbane Gemeinden») sieben der acht untersuchten Regionen eine gestiegene Nachfrage nach Wohneigentum aufweisen, wurde hingegen in den «ländlichen Pendlergemeinden» häufig eine sich abschwächende Nachfrage festgestellt. Eine besonders stark abnehmende Nachfrage mussten dabei die ländlichen Gemeinden in den Regionen Espace Mittelland und Tessin hinnehmen. Nachfragesteigerungen zeigten sich hingegen lediglich noch in Zürich und der Zentralschweiz. Ganz anders bei den suburbanen Gemeinden: hier ist es ausschliesslich das Tessin, in dem die Nachfrage auch in der Agglomeration leicht zurückging.

    Für Peter Ilg, Leiter des Swiss Real Estate Instituts, ist es erstaunlich, wie schnell sich die Immobilienmärkte nach der Covid19-Pandemie wieder «zurück zur Normalität» entwickelt haben: «Während der Pandemie wurde oft behauptet, dass ein irreversibler Trend zu einer neuen Arbeitswelt begonnen hätte. Schon ein Jahr später sehen wir, dass dem kaum mehr so ist. Homeoffice wird in den meisten, insbesondere kleineren Firmen, bereits wieder deutlich reduziert. Dies zeigt sich auch in der Nachfrageveränderung von Eigentumswohnungen: ländliche Gemeinden sind erneut weniger nachgefragt, solche um die Zentren hingegen wieder deutlich mehr».

    Quelle: https://swissmarketplace.group/de/

  • Raiffeisen befürchtet Wohnungsnot

    Raiffeisen befürchtet Wohnungsnot

    Die Leerstände sinken in allen Schweizer Kantonen rapide. Damit steigen neben den Preisen für Eigenheime jetzt auch die Mieten. Knappheit ausserhalb der besten Lagen sei am Mietwohnungsmarkt ein noch jüngeres Phänomen, schreibt der Raiffeisen Economic Research in der Übersicht zu seiner aktuellsten Immobilienstudie Schweiz/4Q22. Entsprechend überschreibt er sie mit dem Titel „Betongold verliert an Glanz“.

    Demnach spiegele sich die Ende der 2010er Jahre eingeleitete starke Drosselung der Wohnungsproduktion nun zeitverzögert wider. „Das höhere Zinsniveau und die Bauteuerung mindern die Anreize für den Wohnungsbau zusätzlich“, wird Martin Neff, Chefökonom von Raiffeisen Schweiz, zitiert. „Gleichzeitig treiben der akute Fachkräftemangel und der Krieg in der Ukraine die bereits starke Zuwanderung kräftig nach oben.“ Seine düstere Prognose: „Wir steuern mit Vollgas auf eine Wohnungsnot zu.“

    Diese ist laut der Studie in einigen Mietwohnungsmärkten bereits Realität. Demnach weisen die Kantone Genf, Zürich und Zug bereits Leerstandsquoten von deutlich unter 1 Prozent auf, so Neff. Bis 2024 dürfte das landesweit der Fall sein. Bis dahin drohten auch Bestandsmieterinnen und -mietern Mietzinserhöhungen um bis zu 10 Prozent.

    Dagegen sind die Angebotspreise für Einfamilienhäuser im dritten Quartal 2022 erstmals seit langem leicht gesunken, um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Eine dauerhafte Entspannung werde sich angesichts sehr knappen Wohneigentum jedoch nicht einstellen, so Neff.

    Bei den Renditeliegenschaften sieht Raiffeisen eine „Zeitenwende“ und „dunkle Wolken“ aufziehen: Mit dem abrupten Ende der Negativzinsära spreche Vieles für einen deutlichen Nachfragerückgang bei Anlageobjekten.

  • Ende des Immobilien-Booms wird wahrscheinlicher

    Ende des Immobilien-Booms wird wahrscheinlicher

    «Der Schweizer Eigenheimmarkt präsentiert sich noch solid», sagt Donato Scognamiglio, CEO der IAZI AG. «Der erneute Wertzuwachs unterstreicht, dass die Hypothekarkonditionen die Nachfrage bis anhin kaum beeinflussen.» Gerade in Zeiten erhöhter Geldentwertung und Unsicherheit an den Märkten wachse der Wunsch, Kapital in Sachwerte wie Immobilien umzuwandeln. Rückläufige Bautätigkeit und Angebotsverknappung wirken ebenfalls stützend. Allerdings reagiert der Schweizer Eigenheimmarkt eher träge auf Veränderungen. Die SWX IAZI Preisindizes basieren auf effektiv bezahlten Preisen. Vom Kaufentscheid bis zur Unterschrift beim Notar können gut und gerne ein paar Monate verstreichen. Ein Abflachen der Wachstumskurve im nächsten Quartal ist deshalb denkbar.

    Wer Mehrfamilienhäuser in der Schweiz erwerben wollte, musste ebenfalls mit höheren Werten rechnen: Die Transaktionspreise für Renditeliegenschaften haben im 3. Quartal 2022 mit 1.9% stark zugelegt, wie der «SWX IAZI Investment Real Estate Price Index» zeigt. Auf Jahresbasis erreicht die Preisentwicklung die Marke von 6.0%.

    Auch wenn in den aktuellen Zahlen noch kein Abbremsen der Preisentwicklung ersichtlich ist: Die Zeichen verdichten sich, dass der jahrelange Immobilien-Boom zu einem vorläufigen Ende kommt. Die Renditedifferenzen von Immobilienfonds, Immobilienaktien sowie Direktanlagen zur Schweizer Bundesobligation sind bereits stark gesunken. Jeder weitere Zinsschritt reduziert die relative Attraktivität von Immobilien. Solange die Notenbanken die rekordhohe Inflation nicht unter Kontrolle bringen, sind weitere Anhebungen der Leitzinsen fast unvermeidlich. Zudem ist davon auszugehen, dass es bis Ende Jahr bei einigen institutionellen Investoren aufgrund der Verluste an der Börse zu einem Portfolio-Rebalancing kommen könnte, also zu vermehrten Verkäufen von Renditeobjekten. Der Korrekturdruck auf die Preise von Immobilienanlagen stiege damit weiter.

  • PRICEHUBBLE kündigt Markteintritt im Vereinigten Königreich an

    PRICEHUBBLE kündigt Markteintritt im Vereinigten Königreich an

    Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der britische Immobilienmarkt, die Kreditvergabe und -aufnahme sowie die Zinsen nach den Ankündigungen des britischen Finanzministers im Rahmen eines «Mini-Budgets» verstärkt ins Rampenlicht rücken.

    Als erst sechs Jahre altes Unternehmen mit über 200 Mitarbeitenden hat sich PriceHubble bereits in neun internationalen Märkten etabliert: der Schweiz, Frankreich, Deutschland, Österreich, Japan, den Niederlanden, Belgien, Tschechien und der Slowakei. Das Unternehmen bedient über 1’500 B2B-Kunden, darunter bekannte internationale Unternehmen wie die Credit Suisse in der Schweiz sowie BNP und Axa in Frankreich.

    Der Launch im Vereinigten Königreich stellt den jüngsten einer Reihe von Markteintritten auf Basis von Übernahmen und Greenfield-Investitionen in Europa und Asien dar. Mit seiner umfassenden Markterfahrung legt PriceHubble nun den Schwerpunkt auf die Partnerschaft mit britischen Banken, Vermögensverwalter:innen, Immobilienmakler:innen, Hypothekenberater:innen, IFAs und FinTechs. Das Unternehmen ermöglicht präzise Immobilien-Objekteinsichten, die sich digital in die Customer Journey integrieren lassen, um die Kundeninteraktion und die gesamte Geschäftsentwicklung zu transformieren.

    Stefan Heitmann erläutert: «Nach unserem Erfolg in europäischen und asiatischen Märkten freuen wir uns über den Launch im Vereinigten Königreich – ein klarer Meilenstein unserer globalen Expansionsstrategie. Das Vereinigte Königreich ist der dynamischste und höchstwahrscheinlich wettbewerbsintensivste Immobilienmarkt Europas. Die britischen Kund:innen und ihre Finanzdienstleister:innen können jedoch nicht auf den Umfang von Daten und Einsichten zugreifen, die PriceHubble derzeit seinen bestehenden Kund:innen weltweit bietet. Wir steigen in den britischen Markt mit einem ganz klaren Fokus auf eine Partnerschaft mit neuen Kund:innen ein, um leistungsfähige Immobiliendaten und -einblicke bereitzustellen, mit denen diese ihre Kundeninteraktion und Geschäftsentwicklung transformieren können.»

    Im Oktober wird PriceHubble das erste seiner Flaggschiff-Produkte – den Property Advisor – lancieren. Dieses visuelle Dashboard umfasst verschiedene Datensätze, z. B. Immobilienbewertungen und örtliche Einrichtungen, mit deren Hilfe Unternehmen ihre Kund:innen im Hinblick auf ihr Immobilienvermögen beraten können und Konsument:innen von einer ganz neuen Transparenz rund um ihr Zuhause profitieren.

    Heitmann weiter: «Am meisten begeistert mich, dass die Technologie von PriceHubble den emotionalen und finanziellen Wert einer Immobilien kombiniert und diesem echte Bedeutung verleiht.»

    Tony Prestedge stösst als Berater und Investor zum Unternehmen

    Im Rahmen der Unternehmenspläne für den britischen Markt ist Tony Prestedge, der frühere stellvertretende CEO von Santander und Nationwide und einer der führenden britischen Bankiers, als Berater und Investor zum Unternehmen hinzugestossen. Tony Prestedge unterstützt die Expansionsstrategie und Geschäftsinitiativen des Unternehmens gemeinsam mit Ian Walsh, UK Country Head.

    Tony Prestedge dazu: «Ohne Zweifel befinden wir uns im Vereinigten Königreich an einem Wendepunkt aufgrund einer immer älter werdenden Bevölkerung, einem sich wandelnden Immobilienmarkt und wachsenden wirtschaftlichen Herausforderungen, etwa den steigenden Zinsen. Das Zuhause selbst wird jetzt zunehmend zu einem Vermögenswert, der sich im Laufe des Lebens verändert. Das bedeutet, dass die richtigen Entscheide rund um eine Immobilie sich nicht nur über eine, sondern gleich über mehrere Generationen hinweg auf das Lebenswerk eines Menschen auswirken.»

    «PriceHubble befindet sich mitten im Zentrum dieser Marktdynamiken. Deshalb bin ich der festen Überzeugung, dass das Unternehmen ausgezeichnet in den britischen Markt passt, wo die Menschen nicht nur eine grosse emotionale Bindung zu ihrem Zuhause entwickeln, sondern auch eine immer stärkere finanzielle Abhängigkeit davon.» «PriceHubble ist ein spannendes Unternehmen mit hohem Ansehen und einer starken Führung. Ich freue mich, dieses hochkompetente Team unterstützen zu dürfen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die modernsten und innovativsten digitalen Lösungen für die Immobilien- und Finanzdienstleistungsbranche zu entwickeln.»

  • Einschätzung Zinsmarkt September

    Einschätzung Zinsmarkt September

    Wie Avobis die Reaktionen des Swapmarkts interpretiert und was in der nächsten geldpolitischen Lagebeurteilung zu erwarten ist, lesen Sie in der aktuellen Einschätzung zum Zinsmarkt September 2022 hier.  2022-09_ Einschätzung Zinsmarkt September.pdf

  • Immobilienmarkt Schweiz – Zinswende, na und?

    Immobilienmarkt Schweiz – Zinswende, na und?

    Nach Jahren des Überangebots stehen die Zeichen im Mietwohnungsmarkt nun klar auf Knappheit. Obwohl die Nachfrage auch künftig das Wohnungsangebot übersteigt, reagiert die Immobilienbranche bisher nicht mit einer höheren Wohnungsproduktion. Solange die Mieten nicht kräftig ansteigen, fehlen im aktuellen Marktumfeld die Anreize für die Ausweitung des Wohnungsbaus. «Die noch  vorhandenen Leerstandreserven werden bald erschöpft sein. Denn die Nachfrage durch Zuwanderung, Individualisierung und demografische Alterung steigt weiter,

    während gleichzeitig immer weniger neue Wohnungen gebaut werden. Deutlich anziehende Angebotsmieten sind somit nur noch eine Frage der Zeit und das Thema wird auf der politischen Agenda nach oben rücken», so Neff.

    Verdichtung schreitet gemächlich voran
    In der Schweiz wird es immer enger. Die hierzulande neu erstellten Gebäude werden immer höher, die darin erstellen Wohnungen immer kleiner und in den Wohnbauzonen wohnen immer mehr Menschen pro Fläche. Mit dem knappen Boden wird also immer haushälterischer umgegangen. Weil der Flächenverbrauch pro Peron aber unvermindert ansteigt und immer mehr Menschen in der Schweiz leben, reicht das Tempo der Verdichtung bei weitem nicht aus, um die Zersiedelung zu stoppen. «Der raumplanerisch geforderten schnelleren Verdichtung stehen hohe Hürden im Weg. Die Baukosten von Projekten mit höherer Dichte sind deutlich höher als bei einem Neubau auf grüner Wiese. Zusätzlich beschränken, verkomplizieren oder verunmöglichen strenge, unflexible und uneinheitliche Bau- und Zonenordnungen die Verdichtungsbestrebungen. Eine sehr liberale Einsprachepraxis erhöht den Planungsaufwand für Projekte mit hohem Verdichtungspotenzial und führt zu immer grösseren administrativen Aufwänden», so Martin Neff. Beispielsweise hat sich die durchschnittliche Dauer vom eingereichten Baugesuch bis zur erteilten Baubewilligung von Gebäuden mit mehr als drei Wohnungen in den letzten 20 Jahren von 92 Tagen auf 150 Tage deutlich erhöht.

    Platzende Blasen in der virtuellen Welt
    Der Handel mit digitalen Vermögenswerten auf Basis der Blockchain-Technologie hat im Zuge des Kryptowährungs-Booms einen regelrechten Hype erlebt. Mittlerweile können in der digitalen Welt, dem sogenannten Metaverse, auch Grundstücke und Immobilien erworben werden. Je attraktiver ein Stück des digitalen Bodens ist, desto mehr wird dafür bezahlt. Die relative Attraktivität definiert sich dabei stark dadurch, wie viele Spieler sich in der Nähe des Grundstückes im Schnitt aufhalten. Der Markt für digitale Immobilien hat enorme Preisschübe erlebt. Anfang Januar 2021 wurde beispielsweise in einem der bekanntesten Mataversen «The Sandbox» die durchschnittliche Landparzelle noch für unter 150 US-Dollar gehandelt. Bis Ende des Jahres stieg der Preis auf über 16’000 Dollar, was einer Wertsteigerung von fast 11’000 Prozent entspricht. Bis Ende Juni 2022 sind die Preise auf 2’500 Dollar regelrecht zusammengefallen. Eine solche Blasenbildung mit anschliessendem Platzen war in den letzten Monaten in vielen Metaverse-Projekten zu beobachten. Begünstigt wird dies unter anderem durch die Tatsache, dass viele Projekte aus technischen Gründen an Kryptowährungen gebunden sind, deren Zukunft sich heute ebenfalls noch nicht abschätzen lässt. «Aufgrund der extremen Volatilität, den offensichtlichen Blasenbildungstendenzen und der infrage zustellenden Absichten vieler Anbieterinnen und Anbieter bleibt Virtual Real Estate primär ein Spielfeld für sehr risikofreudige Spekulanten», so Martin Neff.

    Die Studie «Immobilien Schweiz» bietet jedes Quartal eine ausführliche Lagebeurteilung des Schweizer Immobilienmarkts. Die aktuelle Studie sowie weitere Informationen gibt es auf raiffeisen.ch/casa.