Schlagwort: Zinserhöhung

  • Zukünftige Entwicklung der Wohnbautätigkeit in der Schweiz

    Zukünftige Entwicklung der Wohnbautätigkeit in der Schweiz

    Eine Studie der Immobilienberatung Wüest Partner mit Hauptsitz in Zürich kommt zum Schluss, dass die Wohnbautätigkeit in der Schweiz mittelfristig anziehen wird. Der Anstieg der Zinsen in den Jahren 2021 bis 2023 habe die Bautätigkeit und damit das Wachstum des Immobilienbestandes gebremst. Das habe zu sinkenden Baulandpreisen geführt, heisst es in einer Mitteilung des Bundesamtes für Wohnungswesen (BWO) zur Studie. Bauen werde damit mittelfristig wieder wirtschaftlicher. Zudem habe der höhere Referenzsatz für die Mieten die Erträge erhöht. Auch das stimuliere die Bautätigkeit.

    Aktuell befindet sich der Wohnungsmarkt in einer Übergangsphase, nach deren Ende wieder ein Gleichgewicht hergestellt werde. Der zu erwartende Anstieg der Bautätigkeit dürfte allerdings geringer ausfallen als vor der Zinserhöhung. Die Nationalbank hat im März den Leitzins wieder von 1,75 Prozent auf 1,5 Prozent gesenkt.

    Wüest Partner hat die Studie „Zinsanstieg: Effekte auf Wohnungsbau und -preise“ im Auftrag des BWO durchgeführt. Sie hat dafür die Entwicklung der Zinsen und der Bautätigkeit zwischen 2021 und 2023 untersucht.

  • Zürich ist Hochburg der Langzeitmietenden

    Zürich ist Hochburg der Langzeitmietenden

    Regulierungen am Mietwohnungsmarkt schützen Mietende vor Mietzinserhöhungen. Gegenüber um knapp 25 Prozent gestiegenen Angebotsmieten seien die Bestandsmieten seit 2008 relativ unverändert geblieben, erläutert die Zürcher Kantonalbank (ZKB) in einer Mitteilung. Den Erhebungen der ZHK zufolge stellt die Stadt Zürich eine Hochburg der Langzeitmietenden dar. Im Durchschnitt wohnen Mietende hier bereits seit zehn Jahren in ihrer Wohnung, bei 15 Prozent beträgt die Verweildauer sogar 20 Jahre.

    „Strikte Mietregulierungen erleichtern die Situation für Bestandsmieter, sie schaffen aber auch finanzielle Fehlanreize“, wird Ursina Kubli, Leiterin Immobilienresearch bei der ZKB, zitiert. „Mieter bleiben in ihren Wohnungen, obwohl sie zu klein sind, zu gross sind oder aus sonstigen Gründen eigentlich nicht mehr passen.“ Als Lösung schlägt Kubli bessere Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau vor: „Ein wachsendes Angebot würde den Anstieg der Angebotsmieten dämpfen und somit auch das weitere Auseinanderdriften von Angebots- und Bestandsmiete bremsen“. Für dieses Jahr rechnen die Fachleute der ZKB schweizweit mit einem Wachstum der Angebotsmieten um 3,5 Prozent.

    Bei den Preisen für Eigenheime gehen die Fachleute der ZKB von einer leichten Entspannung aus. Schweizweit sollte das Wachstum der Preise in diesem Jahr noch bei 1 Prozent, im kommenden Jahr bei 0,5 Prozent liegen. Im Kanton Zürich wird ein Wachstum von 2 Prozent in diesem und 1 Prozent im kommenden Jahr prognostiziert. „Überrissene Preise, wie wir sie zu Pandemiezeiten gesehen haben, werden aktuell nicht mehr gezahlt“, erklärt Kubli. „Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss Sinn ergeben – das gilt genauso für gute wie für schlechte Lagen.“

  • Stabiler Immobilienmarkt inmitten globaler Unsicherheit

    Stabiler Immobilienmarkt inmitten globaler Unsicherheit

    In einer kürzlichen Medienkonferenz in Zürich erörterte Donato Scognamiglio, CEO von Iazi, die Auswirkungen der aktuellen Zinserhöhung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) auf den Immobilienmarkt. Mit einem Leitzins von 1,75 Prozent sind die Kosten für Haus- und Immobilienkäufe in der Schweiz gestiegen, was Scognamiglio als eine positive Entwicklung ansieht, da es den Wert und Preis des Geldes widerspiegelt.

    Trotz dieser Zinserhöhung hebt Scognamiglio hervor, dass die Schweiz im Vergleich zu ihren Nachbarn eine Art «Insel der Glückseligen» darstellt, da sie bisher keine signifikanten Wertverluste bei Immobilien verzeichnet, wie es in anderen Ländern, beispielsweise Deutschland, der Fall ist. Er betont, dass ein Wertverlust von etwa 10 Prozent in der Schweiz gravierende Auswirkungen hätte, insbesondere für Hypothekarbesitzer, die möglicherweise gezwungen wären, zusätzliches Eigenkapital zu mobilisieren.

    Obwohl die Anzahl der Immobilientransaktionen seit der Corona-Krise zurückgegangen ist, sieht Scognamiglio derzeit kein Anzeichen für eine Krise am Schweizer Immobilienmarkt. Er weist darauf hin, dass die Preise stabil bleiben, da Hausbesitzer nicht unter Verkaufsdruck stehen, trotz der Herausforderungen durch höhere Zinsen. Dies spiegelt sich auch in den aktuell hohen Immobilienpreisen in Städten wie Zürich, Basel und Genf wider.

    Parallel dazu steigen auch die Mieten, angetrieben durch den steigenden Referenzzinssatz, was sowohl für Angebots- als auch für Bestandsmieten gilt. Scognamiglio prognostiziert, dass der Referenzzins gegen 2 Prozent steigen und die SNB die Leitzinsen weiter erhöhen wird.

    Trotz dieser Entwicklungen erwartet Scognamiglio weder einen Preisverfall bei Eigenheimen und Eigentumswohnungen noch eine Entspannung auf dem Mietmarkt. Die robuste wirtschaftliche Lage der Schweiz, gekennzeichnet durch niedrige Inflation, einen starken Arbeitsmarkt und anhaltende Zuwanderung, vor allem von gut ausgebildeten Europäern mit hohem Einkommen, stützt weiterhin den Immobilienmarkt.