Schlagwort: Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften

  • Schweiz und VAE diskutieren Stadt der Zukunft

    Schweiz und VAE diskutieren Stadt der Zukunft

    Der Schweizer Pavillon hat am 21. März auf der Expo in Dubai Fachleute von Universitäten der Schweiz und der Vereinigten Arabischen Emirate, privaten Unternehmen und öffentlichen Akteuren unter dem Motto „Smart Connected Cities“ zusammengebracht. Dabei geht es um intelligente Lösungen für das Management von Wasser, Mobilität und anderen Herausforderung in sich zunehmend verdichtenden Städten. Einige dieser Projekte wurden in der Schweiz bereits umgesetzt und könnten in der Region Mittlerer Osten/Nordafrika (MENA) Nachahmer finden.

    Organisiert wurde die Veranstaltung von der Fachhochschule Westschweiz (HES-SO). Sie ist das offiziell vom Schweizer Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation beauftragte Leading House MENA. Sein Ziel ist es, die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und den Ländern der MENA-Region zu fördern.

    Bei der Durchführung arbeitete die HES-SO mit Swissnex, der Schweizer Botschaft in den VAE und dem Swiss Business Hub Middle East zusammen. „Internationale technologieübergreifende Kooperationen, die vernetzte Lösungen für die exponentiell wachsende Nachfrage einer wachsenden Bevölkerung und die damit einhergehende Verdichtung der Lebensräume anbieten, sind der einzige Weg, die Herausforderungen zu meistern“, wird Dante Larini, Projektleiter von Swissnex im Schweizer Pavillon, in einer Medienmitteilung zitiert. „Die Veranstaltung hat uns gezeigt, wie sehr und nahtlos die Technologie die Verwaltung der Städte und das tägliche Leben ihrer Bewohner verändern kann.“

    Eine Grundsatzrede über die Chancen und Risiken cyberphysischer Räume hielt Josef Spillner von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch die Zusammenarbeit der ZHAW und der privaten Universität des Emirats Schardscha (Sharjah University) vorgestellt.

  • Holcim realisiert Bauwerk in neuer Betonbauweise

    Holcim realisiert Bauwerk in neuer Betonbauweise

    Holcim hat an seinem Werk Hüntwangen die freitragende Brücke namens Bridge to the Future gebaut. Das Unternehmen bezeichnet die filigrane Betonplattform für die Annahme von Aushubmaterial in einer Medienmitteilung als „eines der klimafreundlichsten Bauwerke weltweit“. Diese Brücke ist in enger Zusammenarbeit mit der CPC AG aus Andelfingen und der Fachgruppe Faserverbundwerkstoffe (FVK) an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) entstanden.

    Für diese Brücke wurde die Betonplattentechnologie von CPC verwendet und weiter optimiert. Die 2013 gegründete Firma stellt besonders filigrane, tragfähige und langlebige Betonplatten und Bauteile her, die statt mit korrodierendem Stahl mit vorgespannten Carbonfasern (carbon prestressed concrete, CPC) armiert sind. Dadurch können bis zu 75 Prozent Material und damit auch CO2 eingespart werden. Diese Technologie wurde in einer Forschungszusammenarbeit der ZHAW und der Firma Silidur ab 2010 entwickelt und patentiert. Wie es in der Mitteilung heisst, hat sich Holcim „als Beweis für das Vertrauen in die CPC-Technologie“ inzwischen an der CPC AG beteiligt.

    Für die Bridge to the Future setzte Holcim den Angaben zufolge seinen klinkerfreien Zement Locarbo ein. Dieser weise im Vergleich zu einem herkömmlichen Zement 63 Prozent weniger CO2-Emissionen auf. Daraus hat Holcim einen hochfesten Recyclingbeton entwickelt. Dessen CO2-Fussabdruck habe so von 210 auf 138 Kilogramm CO2 pro Kubikmeter reduziert werden können.

    Die FVK unterstützte Holcim mittels Machbarkeits- und Traglastversuchen sowie Berechnungen der Statik. „Dieses Projekt ist für uns ein Highlight“, so FVK-Leiter Josef Kurath. Die einzelnen Materialeigenschaften würden „auf einmalige Art widergespiegelt und optimal ausgenutzt“.

  • KREIS Haus in Feldbach wird eröffnet

    KREIS Haus in Feldbach wird eröffnet

    Zur Eröffnung des KREIS Hauses findet am 4. September ein Tag der offenen Tür statt. Von 13 bis 18 Uhr ist das Synergy Village in Feldbach, auf dem das Forschungsprojekt der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) steht, allen Interessierten zugänglich. Dabei können Bautechniken des KREIS Hauses selbst ausprobiert werden. Zudem wird es einen Markt mit nachhaltigen lokalen Produkten geben.

    Mit dem Bau des klima- und ressourcen-effizienten Suffizienz-Gebäudes wurde im Mai dieses Jahres begonnen. Mit diesem Projekt möchte das ZHAW-Departement Life Sciences und Facility Management (LSFM) zeigen, wie Kreislaufwirtschaft auf einer reduzierten Wohnfläche von 40 Quadratmetern umgesetzt werden kann. Wie die ZHAW in ihrer Einladung schreibt, befinde sich in diesem Haus alles im Kreislauf – von den Baumaterialien bis zu den Nährstoffen aus dem Abwasser für die Düngung des Dachgartens.

    Die Forschung entwickle laufend neue kreislauffähige Technologien, Materialien und Konzepte für den Einsatz in Gebäuden, heisst es in der Projektbeschreibung des LSFM. Doch sei der Weg von der Grundlagenforschung bis zur breiten Anwendung langwierig. Deshalb stelle das KREIS Haus einen Raum zur Verfügung, um diese neuen Technologien und Materialien auszuprobieren. Die Besucherinnen und Besucher steuern mit ihren Rückmeldungen dazu bei, diese zu verbessern.

    Die ZHAW bietet künftig reguläre Besuchstermine an. Sie sind online einsehbar, ebenso wie Termine für regelmässige Workshops zu spezifischen Kreislaufthemen. Die Übernachtungsmöglichkeiten im KREIS Haus sind derzeit ausgebucht. Zudem steht das LSFM für individuelle und kreislauforientierte Bauberatungen zur Verfügung.

  • Schweizer Städte werden intelligenter

    Schweizer Städte werden intelligenter

    Eine Smart City soll dank Digitalisierung, Vernetzung, Partizipation und Effizienz zu einer höheren Lebensqualität und mehr Nachhaltigkeit beitragen. So erklären die meisten Schweizer Städte laut einer Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) das Konzept der Smart City.

    Die ZHAW hat die Studie in diesem Jahr erstmals durchgeführt und wurde dabei von mehreren Partnern unterstützt. Insgesamt 84 Schweizer Städte und städtische Gemeinden haben daran teilgenommen. Den Ergebnissen zufolge schätzt mehr als die Hälfte von ihnen das Thema Smart City als wichtig oder sehr wichtig ein und beschäftigt sich aktiv damit. Per Ende 2020 verfügten allerdings erst 23 Städte über eine ausgearbeitete Smart City-Strategie. Diese Zahl dürfte laut ZHAW in den kommenden Jahren zunehmen. Bei sieben Städten ist beispielsweise schon eine Strategie  in Erarbeitung.

    Die ZHAW hat die Entwicklung von intelligenten Städten anhand von neun Dimensionen untersucht. Die befragten Städte konnten insgesamt 329 bestehende Projekte in diesen Dimensionen vorweisen. Die meisten Projekte – insgesamt 98 – sind in der Dimension Smart Governance angesiedelt. So erleichtern etwa Stadt-Apps oder Chatbots den Zugang zu verwaltungsrelevanten Informationen. In diese Kategorie gehören aber auch digitale Baubewilligungen oder die digitale Umzugsmeldung.

    Weiter sind 76 Projekte in der Dimension Smart Energy and Environment angesiedelt. Besonders oft wurde hier die Zertifizierung als Energiestadt genannt. Viele Projekte haben die Förderung von erneuerbaren Energien und die Ressourcenschonung als Ziel. Aber auch intelligente Stromnetze und Beleuchtungssysteme stehen in mehreren Städten im Fokus.

    Die meisten Smart City-Projekte werden laut der ZHAW innerhalb der Verwaltung, von den Energieversogern oder von der Politik angestossen. Dabei orientieren sich die Städte oft an anderen Städten im In- und Ausland. Viele Städte wünschen sich jedoch insgesamt mehr Unterstützung vom Bund und von den Kantonen.

  • ZHAW-Forscher und Zühlke verbilligen Solaranlagen

    ZHAW-Forscher und Zühlke verbilligen Solaranlagen

    Beim Bau einer eigenen Photovoltaikanlage sind Planungs- und Bürokratiekosten oft kostspieliger als die Anschaffung der stromerzeugenden Module. Der Forscher Franz Baumgartner von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften hat sich mit diesem Problem befasst. Er setzt laut Medienmitteilung  auf moderne Technik, um die Planungskosten zu senken. Baumgartner, Leiter des Studiengangs Energie- und Umwelttechnik an der ZHAW School of Engineering, wird zitiert: „Bei kleinen Photovoltaikanlagen auf Einfamilienhäusern entfällt heute nur noch ein Fünftel der Kosten auf die Module selbst.“ Ähnlich teuer sei mittlerweile die Planung der Anlage und die administrativ notwendige Dokumentation.

    Baumgartner und das ZHAW-Institut für Energiesysteme und Fluid-Engineering setzten in Zusammenarbeit mit dem Schlieremer Innovationsspezialisten Zühlke genau an dieser Stelle an. Baumgartner hat laut der Medienmitteilung die Anwendung von HoloLens-Brillen im Medizinbereich kennen gelernt und wolle deren Vorteile in der Photovoltaik nutzen.

    „Für die administrativen Aufwände fallen bis zu 15 Arbeitsstunden pro Anlage an“, so Baumgartner. Bauanträge, feuerpolizeiliche Pläne und Abnahmen trügen dazu bei, die Kosten in die Höhe zu treiben. Mit effizienteren Abläufen könne man einfacher Geld sparen als durch billigere Module. Teil der Lösung könnte laut Baumgartner die HoloLens sein. Die HoloLens-Brille zeigt in einem Visier bei Vermessungen etwa auf Flachdächern die Montagepunkte geplanter Anlagen auf zwei Zentimeter genau und lässt dann ein virtuelles Bild der Anlage entstehen.

    Baumgartner: „Neben ihrem Potenzial zur Dokumentation des gesamten Prozesses hat sie einen grossen Vorteil: Sie kann aus einer Hand vermessen, planen, offerieren und der Endkundschaft die Anlage demonstrieren.“ Der Einsatz von Fachpersonal werde reduziert, was die Kundschaft finanziell entlaste. Baumgartner: „Wegen der hohen Löhne wird sich das System zuerst in der Schweiz bezahlt machen.“

    ZHAW-Forscher Baumgartner will seine Anwendung auf alle Arten von Flachdächern und auf überdachte Parkplätze ausweiten. „Wir sind dabei, einen Projektantrag fürs Bundesamt für Energie zu formulieren und haben bereits positive Signale aus Bern erhalten.“