Schlagwort: Zürichsee

  • Zürichs «City im See»

    Zürichs «City im See»

    1961 stellte Bosshard seine «City im See» der Öffentlichkeit vor. Eine gigantische, 14 Meter über dem Wasserspiegel thronende Terrasse von 700’000 Quadratmetern sollte als Fussgängerstadt dienen, darunter Verkehrsadern und über 70’000 Parkplätze.

    Die drei Zonen waren klar konzipiert.

    • Im Norden ein Kulturzentrum mit Theater, Museen, Kinos und einem Verwaltungsgebäude.
    • In der Mitte das Büro- und Geschäftsviertel für bis zu 50’000 Arbeitsplätze, flankiert von einem Einkaufs- und Gastronomiezentrum.
    • Im Süden eine Hotelzone mit Blick auf See und Voralpen.

    Ein Grünstreifen von bis zu 100 Metern Breite rund um die neue Stadt sollte das Seebecken in eine Park- und Flusslandschaft verwandeln.

    Infrastruktur aus einem Guss
    Bosshards Plan sah eine rigide Trennung von Fussgängern und Verkehr vor. Unter dem künstlichen Plateau sollten Autos, Tram und eine mögliche Tiefbahn verkehren. Rolltreppen hätten Pendlerinnen und Pendler vom Unterbau in die Hochhaus-Stadt geleitet. Für die Finanzierung verwies Bosshard auf die öffentliche Hand, die günstige Nutzung von Kantonsgewässern und den Einsatz vorgefertigter Bauelemente.

    Kritik und Widerspruch
    Die Reaktionen waren heftig. In der NZZ meldete sich ein Architekt mit «energischem Einspruch» zu Wort und sprach von einer «frostig monumentalen» Fremdkörperstadt, die Zürich seinen See und damit sein Wesen nehmen würde. Die Presse sah sich gezwungen zu betonen, dass die Veröffentlichung des Projekts keine Billigung darstelle, sondern der Information diene.

    Bosshards Vision wurde als Kraftmeierei, ja als «utopistische Narretei» kritisiert. Ökologische Aspekte oder rechtliche Grundlagen für eine derartige Aufschüttung blieben im Projektdossier weitgehend unberücksichtigt.

    Zeit der verwegenen Stadtideen
    Bosshards Plan fügt sich in die 1960er- und 1970er-Jahre, in denen Zürich mit mehreren radikalen Projekten experimentierte. 1971 etwa entwarfen Guhl, Lechner und Philipp die «Wohncity» über den Gleisen zwischen Hauptbahnhof und Altstetten, ebenfalls ein Plan, der an den Kosten und an der Komplexität scheiterte.

    ETH-Stadtforscher Christian Schmid spricht rückblickend von einem «Akt der Verzweiflung». Die Enge der Zürcher Innenstadt liess kaum Spielraum für Expansion. Die Idee, auf See oder über Bahngelände auszuweichen, sei spektakulär, aber weder praktisch noch finanzierbar gewesen.

    Wohnungsbau bleibt ein Dauerproblem
    Heute erlebt die Debatte um die Überdeckung von Bahnhofs-Gleisen eine Neuauflage. Diesmal vor allem mit Blick auf den Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Schmid bleibt skeptisch, auch solche Projekte würden enorme Kosten verursachen und letztlich eher Luxuswohnungen hervorbringen. Realistischer seien Stadterweiterungen wie sie vor Jahren die Architektengruppe Krokodil für Dübendorf vorschlug. Grossflächig, gut erschlossen und mit Potenzial für günstige Siedlungen.

    Die «City im See» mag als städtebauliche Utopie gescheitert sein, sie bleibt dennoch Symbol einer Epoche, in der Zürich hochfliegende Ideen entwarf, um seine strukturellen Probleme zu lösen. Die Stadt suchte damals wie heute nach Raum, der nicht vorhanden ist und fand Antworten in kühnsten Visionen.

  • Hug Baustoffe übernimmt Stauffacher Beläge

    Hug Baustoffe übernimmt Stauffacher Beläge

    Hug Baustoffe AG hat die in Lachen im Kanton Schwyz ansässige Stauffacher Beläge GmbH aquiriert. Die Übernahme bedeutet gemäss einer Medienmitteilung für den Baumaterialhändler einen logischen Schritt bei der Expansion rund um den Zürichsee. „Durch die Übernahme erweitern wir unsere lokale Präsenz mit dem bekannten Showroom und persönlicher Beratung“, wird Geschäftsführer Dominik Rieder zitiert.

    Der Vollsortimenter führt 500‘000 Artikel für private wie auch öffentlich-gewerbliche Neu- und Umbauprojekte. An zehn Standorten betreibt Hug Handwerkershops, Baumateriallager, Bad- und Fliesenausstellungen für den Innenausbau sowie eine grossflächige Gartenbauausstellung am Stammsitz. Zusätzlich zum Baumaterialsortiment werden Maschinen und Werkzeuge verkauft und vermietet.

    Hug übernimmt alle Mitarbeitenden der Stauffacher Beläge GmbH. Der Grosshändler hat sich mit seiner Auswahl an hochwertigen keramischen Wand- und Bodenplatten, Fassaden und Parkett einen Namen gemacht. Das Unternehmen berät private Bauherren und Bauträger sowie Architekten, Plattenleger und Generalunternehmer bei auf den Innen- und Aussenraum abgestimmte Boden- und Wandkonzepten.

    Die Kundschaft profitiere von dem „Schulterschluss“, der den Zugang zu neuen Produktsparten ermögliche. „In der Beratung werden wir neu durch das grosse Fachteam der Hug Baustoffe AG verstärkt“, wird Edith Stauffacher, seit 2015 die Inhaberin der Stauffacher Beläge, in der Mitteilung zitiert.

  • Energie 360° startet Bau des Energieverbunds Tiefenbrunnen

    Energie 360° startet Bau des Energieverbunds Tiefenbrunnen

    Der Zürcher Energieversorger Energie 360° startet am 25. Juli mit dem Bau des Energieverbunds Tiefenbrunnen. Bis 2030 sollen darüber 5300 Bewohner im Tiefenbrunnen erneuerbare Energie aus dem Zürichsee beziehen, heisst es in einer Medienmitteilung. 60 Millionen Franken investiert Energie 360° in den neuen Energieverbund.

    Ab Juli sollen zunächst die Arbeiten zum Bau der Seewasserfassung und der unterirdischen Energiezentrale beginnen. Die Energiezentrale entsteht unter dem Parkplatz beim Zürichhorn. Die ersten Leitungen des Wärmenetzes sollen den Angaben zufolge im kommenden Jahr verlegt werden. Ab 2024 sollen dann die ersten von insgesamt 400 Liegenschaften an die neue Wärmeversorgung angeschlossen sein.

    Der Verbund Tiefenbrunnen ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer klimaneutralen Stadt. Zürich will bis 2040 das Ziel Netto-Null erreichen. Wärme aus dem See stellt dabei eine „klimafreundliche, versorgungssichere Alternative“ zu Wärme aus Gasheizungen dar.

    Zürich spart nach Fertigstellung des Energieverbunds und dem daraus folgenden Ersatz fossiler Heizungen 6500 Tonnen  pro Jahr.  Das ist so viel CO2, wie 290’000 Bäume jährlich aus der Luft filtern könnten.

    Energie 360° will überall dort, wo in den nächsten Jahren klimafreundliche Heizlösungen entstehen, das Gasnetz stilllegen. Weitere Energieverbünde mit Seewassernutzung befinden sich für Zürich-Lengg, Zürich-Wollishofen und Thalwil in der Entwicklung.

    „Die Stadt Zürich treibt die Transformation gemeinsam mit ihren Energieversorgungsunternehmen konsequent und rasch voran“, wird Silvia Banfi Frost, Energiebeauftragte der Stadt Zürich, in der Medienmitteilung zitiert.

  • Hochwasser der Sihl soll in den Zürichsee fliessen

    Hochwasser der Sihl soll in den Zürichsee fliessen

    Ab 2026 sollen extreme Hochwasserspitzen der Sihl über einen Entlastungsstollen in den Zürichsee geleitet werden, informiert die Baudirektion des Kantons Zürich in einer Mitteilung. Dazu ist ein rund 2 Kilometer langer unterirdischer Stollen mit 6,6 Meter Durchmesser zwischen Langnau am Albis und Thalwil geplant. Der Baustart für das Projekt erfolgte am 18. März mit dem Spatenstich.

    Extreme Hochwasser der Sihl könnten schwere Überschwemmungen im unteren Sihltal und in der Stadt Zürich verursachen, heisst es in der Mitteilung. Die allein für die Stadt Zürich möglichen Schäden werden dort auf bis zu 6,7 Milliarden Franken geschätzt. Sie sollen durch den Entlastungsstollen abgewendet werden.

    Die Kosten für Planung und Bau des Stollens sowie für die ökologischen Ersatzmassnahmen an der Sihl und am Zürichsee werden in der Mitteilung auf rund 175 Millionen Franken beziffert. Sie werden zum grössten Teil vom Kanton Zürich getragen. Darüber hinaus sind der Bund, die Stadt Zürich, die SBB und die Sihltal Zürich Uetliberg Bahn SZU AG an den Kosten beteiligt. Weitere Informationen zum Projekt stellt der Kanton Zürich im Internet zur Verfügung.

  • Basler Stadtwerke steigen bei Energie Ausserschwyz ein

    Basler Stadtwerke steigen bei Energie Ausserschwyz ein

    Die Energie Ausserschwyz AG will bis 2030 erneuerbare Wärme und Strom für 7000 Haushalte in den Dörfern Siebnen, Galgenen, Lachen, Altendorf, Pfäffikon und Freienbach in den Schwyzer Bezirken March und Höfe liefern. Dafür baut sie derzeit bei ihrer bestehenden Energiezentrale Bodenwies in Galgenen ein Holzheizkraftwerk. Es soll mit Alt-, Rest- und Waldholz aus der Region geheizt werden.

    Nun treten im Rahmen einer Kapitalerhöhung auch die IWB in das Aktionariat der Energie Ausserschwyz AG ein. Die Basler Stadtwerke halten laut einer Medienmitteilung neu 20 Prozent am Kapital. Der regionale Energieversorger EW Höfe wird Hauptaktionär bleiben. Auch die Brugg Group AG und die Züger Unternehmungen AG sind am Fernwärmebetreiber beteiligt.

    IWB sieht ihre Beteiligung als Fortsetzung ihrer bisherigen Strategie an. „Die Energie Ausserschwyz fokussiert sich auf eine Wärmeversorgung aus regionalen, erneuerbaren Quellen“, wird ihr CEO Claus Schmidt in der Mitteilung zitiert. „IWB kann ihre Erfahrung aus der klimafreundlichen Fernwärmeversorgung in die Energie Ausserschwyz einbringen und profitiert von der starken Präsenz in der Region oberer Zürichsee. IWB war Anfang 2021 bereits bei der Agro Energie Schwyz AG eingestiegen, die ein Fernwärmenetz im Talkessel von Schwyz betreibt.

  • Zürichsee soll Zentrum von Thalwil heizen

    Zürichsee soll Zentrum von Thalwil heizen

    Der Zürichsee soll in Teilen von Thalwil künftig Öl und Gas als Energieträger ersetzen. Wie der Zürcher Energiedienstleister Energie 360° mitteilt, will er gemeinsam mit der Gemeinde einen Energieverbund realisieren. Dazu soll beim Schiffsanleger eine 30 Meter lange Rohrleitung in den See verlegt werden, mit der Seewasser in einen Wärmeaustauscher geführt wird. Die Energie wird dann mit Fernwärmeleitungen in das Zentrum der Gemeinde geführt.

    Der Energieverbund soll rund hundert Liegenschaften mit 13 Gigawattstunden Wärme und 0,5 Gigawattstunden Kälte im Jahr versorgen, darunter fünf Liegenschaften der Gemeinde. Damit können bestehende Öl- und Gasheizungen ersetzt und 2800 Tonnen CO2 eingespart werden. Zur Abdeckung von Leistungsspitzen in kalten Wintern dienen zwei Gaskessel in der Energiezentrale. Der Bau der Anlage soll im Frühjahr 2021 beginnen.