Kategorie: Energie

Energie – Aktuelle Immobiliennews zu Energie, erneuerbaren Konzepten, Effizienz & Energietrends in der Schweizer Immobilienbranche.

  • Regionale Metzgerei setzt auf Nachhaltigkeit und kurze Transportwege

    Regionale Metzgerei setzt auf Nachhaltigkeit und kurze Transportwege

    Die Metzgerhuus Stadt und Land AG in Füllinsdorf arbeitet fast bei voller Kapazität. Die regionale Kleinmetzgerei verarbeitet laut Geschäftsführer Raffael Jenzer pro Woche bereits rund 30 Rinder, 30 Kälber, 70 Schweine und 20 Schafe. Die Transportwege sind kurz: Die Tiere stammen von über 300 landwirtschaftlichen Betrieben aus dem Baselbiet. Das Fleisch wird von 13 Metzgern in der Region sowie über 125 direktvermarktenden Bauernbetrieben genutzt.

    Das im Juni 2025 eröffnete Metzgerhuus umfasst zudem einen Selbstbedienungsladen, der jeden Tag zugänglich ist. Er bietet 500 Produkte regionaler Lieferanten an. Zudem haben im Metzgerstübli bereits rund 80 Veranstaltungen mit über 1000 Besuchenden stattgefunden. Auch die ersten Kochkurse sind bereits erfolgreich angelaufen.

    Das Gebäude des Metzgerhuuses selbst ist ein Kraftwerk. Es produziert dank Solarfassade, Solarmodulen auf dem Dach, Wärmerückgewinnung und starker Dämmung mehr Energie als es verbraucht. Entsprechend ist es Minergie A-zertifiziert.

    Die regionale Kleinmetzgerei wurde von fünf Metzgerfamilien aus den Baselland und Basel-Stadt, dem Metzgermeisterverband beider Basel und der Genossenschaft Basler Metzger und dem Bauernhof gegründet, die zusammen 4 Millionen Franken Kapital aufbrachten. Sie wollten das Vieh der Region nicht länger zum Schlachten ins Mittelland fahren.

    Die beiden Basel unterstützten das Vorhaben im Rahmen des Projekts zur regionalen Entwicklung „Genuss aus Stadt und Land“ (PRE) mit 2,5 Millionen Franken. 120 Darlehensgeber unterstützten das Metzgerhuus mit insgesamt fast 1 Million Franken. Wer heute noch das Metzgerhuus finanziell unterstützen will, kann sogenannte Solar-Einkaufsgutscheine kaufen: Für 1000 Franken können Interessierte sich an Solarmodulen beteiligen; der Ertrag wird in Gutscheinen für Fleisch zurückgezahlt. 

  • Studie zeigt hohe regionale Wertschöpfung durch Energieunternehmen

    Studie zeigt hohe regionale Wertschöpfung durch Energieunternehmen

    Repower hat von Hanser Consulting untersuchen lassen, wieviel Wertschöpfung der Bündner Energieversorger im Vergleich zu ausserkantonalen Energieunternehmen erbringt. Für das Jahr 2024 beziffert das Beratungsunternehmen in seiner Studie den zusätzlichen Mehrwert der Repower-Gruppe für den Kanton auf rund 144 Millionen Franken. Laut seiner Mitteilung hat Repower die Ergebnisse dem Bündner Grossen Rat im Rahmen einer Informationsveranstaltung am 23. April 2026 vorgestellt.

    Hanser Consulting fasst die Haupterkenntnisse wie folgt zusammen: Erstens bleibt aufgrund des Hauptsitzes der Repower Gruppe in Graubünden im Vergleich zu ausserkantonalen Unternehmen mehr als die doppelte Wertschöpfung pro produzierter Kilowattstunde Strom aus Bündner Wasserkraft in Graubünden. Dadurch entstünden zweitens „vielfältige weitere Vorteile“ für die Bündner Volkswirtschaft, insbesondere im Hinblick auf die Vielfalt des Arbeitsmarktes, Steuererträge für Kanton und Gemeinden sowie die Berücksichtigung von lokalen Zuliefererfirmen für Hauptsitzaktivitäten.

    „Vor dem Hintergrund der Bündner Wasserkraftstrategie und der in den kommenden Jahren anstehenden Heimfälle gewinnt die Frage an Bedeutung, wie die Nutzung der Wasserkraft langfristig organisiert wird und wo die damit verbundene Wertschöpfung anfällt“, schreibt Repower. „Die Studie will dazu eine sachliche Diskussionsgrundlage liefern.“ Wie Repower betont, habe das Unternehmen die Studie zwar bezahlt und die dafür notwendigen Grundlagen zur Verfügung gestellt, doch habe es keinerlei Einfluss auf Methodik oder Ergebnisse genommen.

    Repower beschäftigt in Graubünden rund 500 Mitarbeitende und agiert über die gesamte Wertschöpfungskette, von der Produktion über das Netz und die Versorgung bis hin zum Handel. Grösste Anteilseigner sind die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (38,49 Prozent), der Kanton Graubünden (27 Prozent) und der Clean Energy Infrastructure Switzerland-Fonds der UBS (23,04 Prozent).

  • Das Netz wird zum Nadelöhr der Schweiz

    Das Netz wird zum Nadelöhr der Schweiz

    Mit 11 zu 0 Stimmen bei 2 Enthaltungen hat die Energiekommission des Ständerates die Gesetzesänderung zur Beschleunigung beim Aus- und Umbau der Stromnetze angenommen. Die Kommission macht damit klar, dass der Ausbau der Netzinfrastruktur politisch nicht mehr als Nebenschauplatz behandelt werden soll.

    Das ist mehr als ein technischer Schritt. Die Kommission betont ausdrücklich die herausragende Bedeutung einer einheimischen, erneuerbaren Energieversorgung und verlangt, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen dieser Bedeutung endlich folgen. Das Stromnetz wird damit vom Begleiter zum strategischen Rückgrat der Energiepolitik.

    Freileitung vor Erdkabel
    In einem zentralen Punkt setzt die Kommission einen klaren Akzent. Leitungen des Übertragungsnetzes sollen in erster Linie als Freileitungen realisiert werden. Erdkabel bleiben die Ausnahme und sollen nur in besonderen Fällen geprüft werden. In Bauzonen soll dieser Grundsatz jedoch nicht gelten.

    Damit rückt die politische Priorität sichtbar auf Tempo und Umsetzbarkeit. Denn je komplexer die Interessenabwägung, desto länger dauern Verfahren. Genau hier will die Vorlage ansetzen und Planungsprozesse straffen.

    Mehr Spielraum beim Ersatz
    Besonders relevant ist der Blick auf den Bestand. In den kommenden Jahren erreicht ein grosser Teil der Netzinfrastruktur das Ende seiner Lebensdauer. Laut Swissgrid sind bereits heute strukturelle Engpässe spürbar und zwei Drittel des 6700 Kilometer langen Übertragungsnetzes sind über 40 Jahre alt.

    Die Kommission will deshalb den Ersatz bestehender Hoch- und Höchstspannungsleitungen erleichtern, auch auf bestehenden oder direkt angrenzenden Trassees. Dieses Prinzip soll neu auch für Teile des Verteilnetzes über 36 kV gelten. Das ist ein Signal mit Wirkung. Nicht jeder Netzausbau beginnt auf der grünen Wiese. Vieles entscheidet sich im schnelleren Ersatz des Bestehenden.

    Die stille Hürde der Energiewende
    Hinzu kommt ein Detail mit grosser Wirkung. Künftig sollen Transformatorenstationen unter bestimmten Bedingungen auch ausserhalb der Bauzone möglich sein, wenn innerhalb der Bauzone kein verhältnismässiger Standort gefunden wird. Auch das zeigt, wo die Energiewende im Alltag hängen bleibt. Oft nicht an der Strategie, sondern am Grundstück.

    Der Vorstoss trifft deshalb einen wunden Punkt. Die Schweiz hat die Produktion erneuerbarer Energie beschleunigt, doch das Netz droht zum Flaschenhals zu werden. Wenn Verfahren weiter Jahre dauern, bremsen nicht fehlende Ideen die Wende, sondern fehlende Leitungen.

  • Eigentümerwechsel soll Wachstum im Geothermiemarkt beschleunigen

    Eigentümerwechsel soll Wachstum im Geothermiemarkt beschleunigen

    Die Investmentgesellschaft Dundee AG hat laut einer Mitteilung die Bohrfix Erdsonden AG übernommen. Das Unternehmen gilt demnach mit jährlich circa 240’000 Bohrmetern und 1150 Bohrungen weltweit zu den etabliertesten und erfolgreichsten unabhängigen Anbieter von Erdsondenbohrungen in der Schweiz. 

    Mit dem neuen Eigentümer erhält das Bohrunternehmen eine leicht veränderte Führungsstruktur. Per sofort ist Hans Rosenberger, Verwaltungsratspräsident der Dundee AG, Präsident des Verwaltungsrats der Bohrfix Erdsonden AG. Operativ wird diese weiter von Sascha Jordi geleitet. Jordi ist seit 1998 Bohrmeister und seit Juni 2025 als Projektleiter bei der Bohrfix Erdsonden AG tätig. Vinzenz Schönenberger bleibt wie bisher kaufmännischer Geschäftsleiter und Delegierter des Verwaltungsrats. Trotz veränderter Führungsstruktur werden alle bestehenden Mitarbeitenden übernommen. Für Kunden und Auftraggeber ändert sich operativ nichts.

    „Mit der Übernahme der Bohrfix Erdsonden AG investieren wir in ein Unternehmen mit hervorragender Marktstellung, erfahrenem Team und grossem Wachstumspotenzial im Bereich Geothermie und erneuerbarer Energien. Wir freuen uns auf diese spannende Partnerschaft“, wird Hans Rosenberger zitiert.

    Hintergrund der Übernahme ist die Entscheidung des vorherigen Eigentümers Alban Berisha, sich vollständig auf die Weiterentwicklung seines Investment- und Immobilienportfolios zu konzentrieren. Der neue Eigentümer plant, die marktführende Position der Bohrfix Erdsonden AG weiterzuentwickeln und ausserdem in Zukunft in Wachstum, Technik und Personal zu investieren.

  • Übernahme stärkt Position im europäischen Energiemarkt

    Übernahme stärkt Position im europäischen Energiemarkt

    Die BKW hat in einer Mitteilung die Übernahme des französischen Energieunternehmen Volterres SAS bekanntgegeben. Volterres SAS betreibt ein Netzwerk von über 100 Solar-, Wind- und Wasserkraftanlagen und ermöglicht die Rückverfolgung von Stromflüssen in Echtzeit. Volterres liefert jährlich mehr als 2 Terawattstunden Strom an Unternehmen und öffentliche Einrichtungen.

    Die Übernahme fügt sich nahtlos in die bestehende Frankreich-Strategie der BKW ein. Bereits zuvor hatte das Unternehmen seine Aktivitäten im Land ausgebaut, unter anderem durch einen Vertrag zur Optimierung von 200 Megawatt Batteriekapazität. Zudem vermarktet die BKW in Frankreich zahlreiche Wind-, Solar- und Batterieprojekte Dritter und bewirtschaftet eine erneuerbare Jahresproduktion von über 1 Terawatt. Mit Volterres deckt die BKW nun die gesamte energiewirtschaftliche Wertschöpfungskette ab. 

    Strategisch ist die Übernahme ein wichtiger Schritt innerhalb der Solutions 2030, so die Mitteilung. Mit dieser Ausrichtung konzentriert sich die BKW auf die Geschäftsfelder Energy Solutions, Power Grid sowie Infrastructure & Buildings und positioniert sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Energiewende. Ziel ist es, bis 2030 ein EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) von über 1 Milliarde Franken zu erreichen. Frankreich spiele dabei eine Schlüsselrolle.

    „Frankreich ist ein strategisch wichtiger Markt für uns. Mit der Integration von Volterres stärken wir unsere Stellung nicht nur dort, sondern im gesamten europäischen Markt und entwickeln unser Portfolio an flexiblen Energielösungen weiter“, wird Stefan Sewckow zitiert, Executive Vice President Energy Markets.

    Die BKW mit Sitz in Bern ist ein international tätiges Energie- und Infrastrukturunternehmen. Ihr Leistungsspektrum reicht von Engineering und Beratung über Gebäudetechnik bis hin zum Bau und Betrieb von Energie- und Versorgungsnetzen. 

  • Führungswechsel im Energiebereich eines grossen Versorgers

    Führungswechsel im Energiebereich eines grossen Versorgers

    Die Vertina Anlagestiftung hat im ersten Quartal 2026 insgesamt 74,3 Millionen Franken in vier Neubauprojekte investiert. Das frische Kapital stammt aus der Kapitalerhöhung im vierten Quartal 2025, heisst es in einer Mitteilung.

    Die Bauprojekte befinden sich auf Liegenschaften in Oberglatt ZH, Kloten ZH, Seon AG und Zürich. Diese ausgewählten Standorte zeichnen sich durch gute Infrastrukturanbindung sowie durch ein solides Marktumfeld aus, so die Mitteilung. Nach Fertigstellung wird sich der Marktwert der vier Objekte auf 131 Millionen Franken belaufen. Damit erhöht sich der Wert des Gesamtportfolios der Anlagegruppe Vertina Wohnen auf 350 Millionen Franken.

    Insgesamt besteht das Immobilienportfolio der Vertina aus 13 Liegenschaften mit unterschiedlichem Baufortschritt. Im laufenden Geschäftsjahr ist der Baubeginn von vier weiteren Projekten geplant. Hierzu wird die Vertina, wie erst kürzlich gemeldet, im zweiten Quartal neues Kapital zwischen 60 und 80 Millionen Franken aufnehmen. 

  • 11. Mai an dem die Schweiz ihre Grenzen überschreitet

    11. Mai an dem die Schweiz ihre Grenzen überschreitet

    Seit der ersten Erfassung des ökologischen Fussabdrucks 1961 hat sich der Schweizer Overshoot Day um mehr als sieben Monate nach vorne verschoben, von Ende Dezember auf Mitte Mai. Würde die gesamte Weltbevölkerung so leben wie die Schweiz, bräuchte es 2026 die Ressourcen von 2.8 Erden. Der ökologische Fussabdruck der Schweiz liegt bei 4.15 globalen Hektar pro Person, die verfügbare Biokapazität beträgt gerade einmal 1.48 Hektar. Die Lücke wächst.

    Wohnen als unterschätzter Treiber
    Wohnen ist einer der stärksten Treiber des Schweizer Overshoots, neben Mobilität, Ernährung und importierten Gütern. Zwischen 1990 und 2021 stieg die Wohnfläche in der Schweiz um 54 Prozent, die Bevölkerung hingegen nur um 31 Prozent. Individuelle Verhaltensänderungen können dabei nur rund 20 Prozent der Einsparungen bewirken. Die grossen Hebel liegen anderswo.

    Gebäude als Rohstofflager
    Der Gebäudesektor verursacht über 40 Prozent des globalen Treibhausgasausstosses. Neben der Betriebsenergie Heizen, Kühlen, Strom, entscheidet vor allem die graue Energie darüber, wie gross der Fussabdruck eines Gebäudes wirklich ist. Sie umfasst die gesamte Energie von der Rohstoffgewinnung über die Verarbeitung bis zum Rückbau. Solange Abbruch günstiger ist als Wiederverwertung, bleibt das Potenzial der Kreislaufwirtschaft ungenutzt.

    Regulierung zieht an
    Der gesetzliche Rahmen verdichtet sich. Das Klima- und Innovationsgesetz ist seit Januar 2025 in Kraft und schafft Förderanreize für den Ersatz fossiler Heizsysteme und Energieeffizienzmassnahmen. Die MuKEn 2025, verabschiedet im August 2025, definieren erstmals Grenzwerte für die graue Energie bei Neubauten und erhöhen die Anforderungen an Photovoltaik und erneuerbare Heizsysteme. Verbindlich werden sie jedoch erst, wenn die Kantone sie in ihre Energiegesetze überführen.

    Systemwandel statt Symbolpolitik
    Die Botschaft des Overshoot Days ist eindeutig, kleine Anpassungen reichen nicht. Gefragt sind skalierbare Lösungen in Energie, Mobilität, Materialwirtschaft und Arealentwicklung. Die Bau- und Immobilienbranche kann als Querschnittsbranche in allen diesen Bereichen Wirkung erzielen, wenn Daten präzise erfasst, Materialien dokumentiert und zirkuläre Prozesse standardisiert werden. Gebäude als Rohstofflager statt Deponielieferanten, das ist die Richtung.

  • Elektrobus markiert neuen Abschnitt im regionalen Verkehr

    Elektrobus markiert neuen Abschnitt im regionalen Verkehr

    Die STI Bus AG mit Sitz in Thun hat ihren ersten Elektrobus in Betrieb genommen. Dieser wird laut einer Mitteilung seit dem 15. April in Grindelwald eingesetzt.

    Das Unternehmen hat sein Personal intensiv auf den Einstieg in die Elektromobilität vorbereitet. Das Personal wurde in die technischen Grundlagen, in die Hochvoltsysteme und in das energieeffiziente Fahren mit Elektrobussen eingeführt. Diese Schulungen werden kontinuierlich weitergeführt.

    Die STI Bus AG will noch in diesem Jahr in Grindelwald drei weitere Elektrobusse in Betrieb nehmen, in Thun zwei Elektrobusse. Bis November werden auch alle STI-Standorte für die Depotladung ausgerüstet. Im nächsten Jahr folgen 16 weitere Elektrobusse. Bis 2036 soll die gesamte Flotte mit über 100 Linienfahrzeugen elektrifiziert sein.

    „Der erste Elektrobus ist ein wichtiger Meilenstein – vor allem aber ein Versprechen“, wird Jürg Lehmann, Geschäftsführer der STI Service AG und Projektleiter E-Mobilität, in der Mitteilung zitiert. Das Unternehmen verspreche Mitarbeitenden, Fahrgästen und der Region, „Mobilität verantwortungsvoll weiterzuentwickeln“.

    Der Umstieg in die Elektromobilität zeigt laut Patrick Fankhauser, wie das Unternehmen die Mobilität der Zukunft gestalten wolle. „Die Elektromobilität ist eine bewusste Investition in die Umwelt und in die Lebensqualität unserer Region für heutige sowie künftige Generationen“, wird der Direktor der STI Holding AG zitiert.

  • Modernisierte Abwasseranlage stärkt Gewässerschutz und Energieeffizienz

    Modernisierte Abwasseranlage stärkt Gewässerschutz und Energieeffizienz

    Erneuerung und Ausbau der ARA Basel sind abgeschlossen. Am 17. April wurde die Abwasserreinigungsanlage offiziell eingeweiht. Eine der wichtigsten Infrastrukturanlagen der Region war seit 2019 im laufenden Betrieb grundlegend modernisiert und erweitert worden. Damit zählt sie nun europaweit zu den modernsten Anlagen ihrer Art. Am Wochenende vom 18. und 19. April kann sich die Bevölkerung bei den Tagen der offenen Tür ein Bild davon machen.

    Ziel des Projekts war es laut einer Mitteilung des Kantons Basel-Stadt, die Reinigungsleistung deutlich zu verbessern, die Anlage an zukünftige Anforderungen anzupassen und einen langfristigen Beitrag zum Gewässerschutz zu leisten. Sie befindet sich nun auf dem neuesten Stand der Technik und gewährleistet einen gesetzeskonformen Betrieb für mehrere Jahrzehnte. Ausgelegt ist sie auf eine bis 2050 hinreichende Kapazität von 520’000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Zudem kann sie vorgereinigtes Industrieabwasser der ARA Chemie aufnehmen.

    Durch die Modernisierung ist die ARA Basel nun auch für den Stickstoffabbau ausgerüstet und verfügt über eine Reinigungsstufe zur Reduktion von Mikroverunreinigungen. Ergänzt wird sie durch eine Schlammfaulung und Photovoltaikanlagen. Zudem wird aus der Klärschlammvergärung Biogas gewonnen und mehr Abwärme ins Fernwärmenetz abgegeben.

    Betreiberin der ARA Basel ist die Prorheno AG. Für die Erneuerung der Anlage wurden von den Parlamenten der beiden Basel 325,1 Millionen Franken bewilligt. Die Schlussabrechnung liegt noch nicht vor.

  • Energiegenossenschaft stärkt Marke und erhöht Investitionen

    Energiegenossenschaft stärkt Marke und erhöht Investitionen

    Der Wandel von der EBM zur Primeo Energie ist endgültig abgeschlossen: Die Delegierten haben auf ihrer ordentlichen Versammlung am 15. April 2026 die Namensänderung der EBM in Primeo Energie Genossenschaft beschlossen. Das Unternehmen tritt bereits seit 2019 unter der Marke Primeo Energie auf. Mit der Namensänderung soll die Dachmarke künftig auch im Namen der Genossenschaft sichtbar werden und Missverständnisse vermeiden, heisst es in einer Mitteilung.

    Zuvor hatten die Delegierten die Jahresrechnung und den Lagebericht der Primeo Energie-Gruppe genehmigt. Das operative Ergebnis (EBIT) war 2025 auf 127 Millionen Franken gestiegen. Im Vorjahr hatte es 124 Millionen Franken betragen. Der Gewinn wuchs im gleichen Zeitraum von 91 auf 109 Millionen Franken. Insgesamt investierte Primeo Energie 187 Millionen Franken in die Energieinfrastruktur. Im laufenden Jahr soll diese Summe auf 220 Millionen Franken steigen.

    Die Einlage in den Energiefonds wurde von 2 auf 4 Millionen Franken verdoppelt. 3,1 Millionen Franken aus dem Fonds wurden für Förderanträge vergeben, vor allem für Anschlüsse an Fernwärmeverbünde. Neu wird auch die Umstellung von Photovoltaikanlagen mit Direkteinspeisung auf Eigenverbrauch unterstützt. Daher rechnet das genossenschaftlich organisierte Unternehmen mit einer Zunahme der Anträge. Weitere 500’000 Franken wurden für Vergabungen an gemeinnützige Institutionen zur Verfügung gestellt.

    Gilbert Fuchs und Carmen Gerber-Balmelli wurden für eine weitere Amtsperiode bis 2030 im Verwaltungsrat bestätigt. Neu in das Gremium gewählt wurde Thomas Ernst. Der langjährige Vizepräsident Urs Grütter wurde verabschiedet.

  • Beteiligung sichert Finanzierung eines grossen Windenergieprojekts

    Beteiligung sichert Finanzierung eines grossen Windenergieprojekts

    Die aventron AG hat eine bedeutende Beteiligung am Windpark Sur Grati im Waadtland erworben, wie es in einer Mitteilung heisst. Betreiberin ist die Projektgesellschaft VOé éole SA. Neben aventron sind auch der Energieversorger SIE SA mit Sitz in Crissier VD sowie die Waadtländer Gemeinden Premier, Vallorbe und Vaulion an der Gesellschaft beteiligt.

    Mit dem Einstieg von aventron wurde die Aktionärsstruktur sowie die Finanzierung der Projektgesellschaft abgeschlossen. Vorausgegangen war ein positiver Entscheid des Bundesgerichts im Mai 2025 zu den Baubewilligungen des Windparks, dessen Inbetriebnahme für Ende 2027 vorgesehen ist.

    VOé, die das Projekt über mehrere Jahre entwickelt hat, ist eine regional verankerte Energieversorgerin und bringt ihre lokalen Netzwerke ein. Aventron steuert Erfahrung im Bau und Betrieb von Windparks in mehreren europäischen Ländern bei. „Gemeinsam realisieren wir eines der grössten Windenergieprojekte der Schweiz. Wir unterstützen damit die Energiestrategie des Bundes und stärken die Versorgungssicherheit insbesondere im Winter”, wird Eric Wagner, CEO von aventron, zitiert.

    Der Windpark befindet sich auf der Jurakette im nördlichen Waadtland und ist derzeit im Bau. Geplant sind sechs Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 25,2 Megawatt. Die Anlage soll jährlich rund 45 Gigawattstunden Strom produzieren, was dem Bedarf von etwa 11’000 Haushalten entspricht. Nach der Fertigstellung soll Sur Grati der zweitgrösste Windpark der Schweiz sein.

  • Wirtschaftsraum Ticino zwischen Energie, Wohnen und Investitionen

    Wirtschaftsraum Ticino zwischen Energie, Wohnen und Investitionen

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    Am 108. immoTable Ticino in Savosa diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Immobilienwirtschaft, Energie, Planung und Investment über die Zukunft des Wirtschaftsraums Ticino. Im Zentrum standen dabei nicht nur einzelne Projekte, sondern die grundlegende Frage, wie sich das Tessin als moderner Wirtschafts- und Immobilienstandort weiterentwickeln kann.

    Die Diskussion machte deutlich, dass das Tessin heute weit mehr ist als Ferien- und Zweitwohnungsregion. Hohe Lebensqualität, strategische Lage und spannende Entwicklungspotenziale treffen auf Herausforderungen bei Verfahren, Wohnraum, Mobilität und regionaler Zusammenarbeit.

    Roberto Fantoni von Volta RE zeigte auf, wie stark sich der Energiemarkt verändert hat. Während die Einspeisevergütung für Photovoltaikstrom in den letzten Jahren massiv gesunken ist, entstehen mit Energiegemeinschaften, virtuellen Zusammenschlüssen und lokalen Stromgemeinschaften neue Modelle für Immobilienbesitzer, Gemeinden und Arealentwicklungen. Besonders die neuen CLE Modelle ab 2026 könnten den Immobilienmarkt nachhaltig verändern. Gleichzeitig wurde klar, dass Eigentümer und Verwaltungen zunehmend Lösungen suchen, welche Energiekosten senken, Gebäude energetisch aufwerten und Investitionen vereinfachen.

    Monique Bosco-von Allmen von CASSI rückte die Wohnfrage ins Zentrum. Sie machte deutlich, dass das Tessin im Bereich gemeinnütziger Wohnbau im schweizweiten Vergleich stark zurückliegt und die Diskussion um bezahlbaren Wohnraum, demografischen Wandel und nachhaltige Wohnformen dringend an Bedeutung gewinnt. Thematisiert wurden unter anderem Gentrifizierung, steigende Mietkosten, die geringe Quote gemeinnütziger Wohnungen sowie die Frage, wie Politik, Gemeinden und private Akteure gemeinsam neue Wohnmodelle fördern können. Gleichzeitig wurde betont, dass Wohnen weit mehr sei als nur ein Dach über dem Kopf, sondern eng mit sozialem Gleichgewicht, Generationendialog und Lebensqualität verbunden ist.

    Manuel Gamper von Leading Investors zeigte das Tessin aus Sicht nationaler und internationaler Investoren. Das Tessin bleibe attraktiv, befinde sich aber in einem anspruchsvolleren Marktumfeld, das deutlich mehr Professionalität, Datenkompetenz und strategisches Denken verlange. Besonders wichtig seien Planbarkeit, Geschwindigkeit, grössere Volumen und ein professionelles Ökosystem entlang der gesamten Immobilienwertschöpfungskette. Gleichzeitig wurde deutlich, dass das Tessin trotz seiner begrenzten Marktgrösse über interessante Renditen und erhebliches Entwicklungspotenzial verfügt, wenn Projekte qualitativ hochwertig, flexibel und langfristig ausgerichtet werden.

    Die Zukunft des Wirtschaftsraums Ticino entscheidet sich nicht allein über einzelne Bauprojekte oder Investments, sondern über Zusammenarbeit, Qualität, Innovation und die Fähigkeit, wirtschaftliche Entwicklung, Energie, Mobilität und Wohnen gemeinsam zu denken.

    Der nächste immoTable findet am 18. Juni 2026 im StartUp Space in Schlieren statt.

  • Solarzellen, die sich tarnen

    Solarzellen, die sich tarnen

    Die Natur zeigt uns, wie es geht. Der Morpho-Schmetterling erzeugt seinen intensiv blauen Flügelglanz nicht durch Pigmente, sondern durch dreidimensionale Mikrostrukturen, die Licht brechen und reflektieren. Forscher des Fraunhofer ISE haben dieses Prinzip auf Photovoltaikmodule übertragen. Ein Vakuumprozess bringt eine ähnliche Oberflächenstruktur auf das Deckglas oder auf flexible Folien auf. Je nach Feinstruktur entstehen so Module in unterschiedlichsten Farben, von Ziegelrot bis Anthrazit. Das Ergebnis trägt den Namen MorphoColor®.

    Muster direkt ins Modul
    Neu ist nun die «ShadeCut»-Technik, die farbige Folien mit transparenten Aussparungen versieht und so komplexe Muster und Motive direkt in Solarmodule integriert. Ein Laser oder ein CAD-gesteuerter Schneidprozess bringt das gewünschte Motiv in die Folie ein, ob Ziegelstruktur, Mauerwerk oder ein Firmenlogo. Die Technik funktioniert mit allen gängigen Photovoltaik- und Solarthermie-Modulen und lässt sich sowohl als flexible Einbettungsfolie wie auch als Rückseitenfolie einsetzen. Die farbigen Module erreichen rund 95 Prozent der Leistung eines vergleichbaren unbeschichteten Moduls.

    Das Ende des Denkmalschutz-Dilemmas
    Gebäudeintegrierte Photovoltaik war bisher oft an ästhetischen Anforderungen gescheitert. Gerade denkmalgeschützte Bauten und Ortsbildschutzzonen stellten in der Schweiz und Deutschland hohe Hürden auf. In mehreren deutschen Bundesländern wurde der Denkmalschutz bereits gelockert, sofern Module farblich zur Gebäudehülle passen. Module können Mauerwerk oder Dachziegel täuschend echt imitieren und sich farblich perfekt einpassen, sagt Dr. Martin Heinrich, Gruppenleiter am Fraunhofer ISE. An der HSLU wurde mit einem Innosuisse-Projekt in der Viscosistadt Emmenbrücke bereits eine Demofassade in 78 Farbnuancen realisiert.

    BIPV vor dem Durchbruch
    Der Markt für gebäudeintegrierte Photovoltaik wächst rasch. Global wird er bis 2034 auf rund 85,9 Milliarden Dollar geschätzt, gegenüber 28,3 Milliarden im Jahr 2026. In der Schweiz vereinfacht seit diesem Jahr das Meldeverfahren für Fassadenanlagen die Bewilligungspraxis, was ästhetischen Fassadenlösungen einen klaren Nachfrageschub verleiht. Erste kommerzielle Tandem-Module mit BIPV-Fokus werden 2026 für Nischenmärkte erwartet. Fraunhofer ISE schätzt das Gesamtpotenzial von PV auf Gebäuden bis 2045 auf rund 1 000 GWp.

    Was in Freiburg im Labor entstand, kommt nun über einen Schweizer Partner auf Dächer und Fassaden.

  • Neuer Direktor soll Energieversorger strategisch weiterentwickeln

    Neuer Direktor soll Energieversorger strategisch weiterentwickeln

    Der Verwaltungsrat der Regio Energie Solothurn hat Martin Bucher zum Direktor gewählt und so in seiner Position bestätigt. Bucher hatte die operative Leitung des regionalen Energieversorgers bereits im Juli 2025 übernommen und das Unternehmen erfolgreich geführt, heisst es in einer Mitteilung. Besonders durch seine hohe fachliche Kompetenz, seine strategische Klarheit sowie seine integrative und zielorientierte Führung habe Bucher in einem mehrstufigen Bewerbungsverfahren mit über 100 Mitbewerbern überzeugt.

    Bevor er vergangenes Jahr bei der Regio Energie Solothurn begann, sammelte Bucher langjährige Führungserfahrung in der Energie- und Finanzbranche, unter anderem bei Energieversorgungsunternehmen sowie in der Unternehmensberatung. Der neue Direktor kombiniert damit technisches, regulatorisches und betriebswirtschaftliches Know-How, das ihn dazu befähigt, die Regio Energie Solothurn nachhaltig weiterzuentwickeln, so die Mitteilung.

    Die Regio Energie Solothurn beliefert die Stadt Solothurn und umliegende Gemeinden mit Strom, Gas, Fernwärme und Wasser. Das öffentlich-rechtliche Unternehmen ist zu 100 Prozent im Besitz der Stadt Solothurn. Die Stadtpräsidentin Stefanie Ingold ist von Amtes wegen Verwaltungsratspräsidentin.

  • Luzerner Regierungsrat will Stiftung für Innovation gründen

    Luzerner Regierungsrat will Stiftung für Innovation gründen

    Der Kanton Luzern beabsichtigt die Gründung der Stiftung Innovation Luzern. Dafür hat jetzt der Regierungsrat dem Kantonsrat einen Sonderkredit beantragt. Dieser umfasst 1 Million Franken Stiftungskapital und 23 Millionen Franken für die Leistungen der Stiftung im Zeitraum von 2026 bis 2029.

    Diese Stiftung ist Bestandteil der Luzerner Standortstrategie, die auf eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Kantons abzielt. Hintergrund ist laut dessen Mitteilung, dass der Kanton Luzern in nationalen Ranglisten bezüglich seiner Wettbewerbsfähigkeit zwar im vordersten Drittel liegt, jedoch hinsichtlich seiner Innovationskraft jeweils hintere Ränge einnimmt. Und „ohne die Stärkung der Innovationskraft drohen dem Kanton Luzern weitere Verluste in der Wettbewerbsfähigkeit“, so die Analyse.

    Die Stiftung soll dem entgegenwirken und sich KMU-fokussiert um den Innovations- und Start-up-Standort Luzern kümmern. Als zentrale Akteurin soll sie die bewährten Partnerorganisationen koordinieren „und dafür sorgen, dass deren Angebote besser ineinandergreifen, bekannter werden und bessere Wirkung erzielen“. Zudem können durch die Stiftung Umsetzungsprojekte wie etwa Machbarkeitsstudien mitfinanziert werden.

    Ab 2026 will der Kanton Luzern jährlich insgesamt zwischen 250 und 300 Millionen Franken in „unternehmens- und bevölkerungsorientierte Massnahmen“ zur Förderung des Standorts investieren. Über diese Massnahmen zur Standortentwicklung wird das Stimmvolk im September 2026 abstimmen können.

  • Schlieren modernisiert Werkhof

    Schlieren modernisiert Werkhof

    Der Stadtrat der Stadt Schlieren spricht 2,229 Millionen Franken für die Sanierung und Modernisierung ihres Werkhofareals. Das Wachstum der Stadt und steigende Anforderungen an öffentliche Dienstleistungen machen laut einer Nachricht des Stadtrats die Modernisierung notwendig. Wesentliche Anlagenteile seien zu alt geworden und müssten erneuert werden, um die gesetzlichen Standards für Brandschutz und Arbeitssicherheit zu erfüllen. Die Modernisierung beuge zudem Substanzschäden vor und stelle einen langfristig ordnungsgemässen Betrieb sicher.

    Im Werkhofareal sind die Bereiche Abfuhrwesen, Baudienst, Gas- und Wasserversorgung, Grünunterhalt und die Verwaltung der Abteilung Werke, Versorgung und Anlagen angesiedelt. Infolge des anhaltenden Wachstums der Stadt gelte es, Voraussetzungen für steigende Anforderungen an öffentliche Dienstleistungen zu schaffen.

    Die Planung umfasst einen Ersatz der Gasheizung durch eine umweltfreundliche Wärmepumpenanlage und die Sanierung der Dachflächen. Für Kapazitätsgewinn sollen die Lagerflächen in den Bereichen Grünunterhalt und Gas- sowie Wasserversorgung, Garderoben und der Aufenthaltsraum vergrössert werden.

    Teile des Projekts werden die Modernisierung der Lüftung und des sommerlichen Wärmeschutzes im Verwaltungsgebäude sowie die Erweiterung der Ladeinfrastruktur für die städtische E-Fahrzeugflotte sein, heisst es.

    Die Vergabe von Bauaufträgen durch eine vom Stadtrat bestellte Baukommission habe schon gestartet. Das Gemeindeparlament wird nun noch über die Installation einer leistungsstarken Photovoltaikanlage entscheiden.

  • Energieversorger steigert Ergebnis trotz tieferer Gesamtleistung

    Energieversorger steigert Ergebnis trotz tieferer Gesamtleistung

    Die AEW Gruppe hat ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 hinter sich. Der Aargauer Energieversorger erreichte laut einer Mitteilung eine Gesamtleistung von 833,1 Millionen Franken. Das sind 4,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Zugleich wurde das Betriebsergebnis vor Steuern und Zinsen um 24,4 Millionen auf 131,4 Millionen Franken gesteigert. Das bereinigte Unternehmensergebnis beträgt 159,7 Millionen Franken. Der Kanton kann mit einer Ausschüttung von 53,0 Millionen Franken rechnen.

    Das Unternehmen macht Sondereffekte für dieses Wachstum verantwortlich. Dazu gehörte ausser der effizienten Bewirtschaftung des Energiegeschäfts auch die frühzeitige Verwertung der Eigenproduktion an der Strombörse, dazu aber auch das gute Abschneiden des Stilllegungs- und Entsorgungsfonds des Kernkraftwerks Leibstadt (KKL), die Axpo-Dividende und eine Wertberichtigung im Kraftwerksportfolio. AEW ist mit 5,4 Prozent am KKL beteiligt.

    Die Investitionen lagen mit 94,3 Millionen leicht über dem Vorjahr (93,0 Millionen).

    „Operativ war 2025 ein sehr gutes Jahr für die AEW“, wird CEO Marc Ritter in der Mitteilung zitiert. „Unsere Organisation hat Tempo aufgenommen und gleichzeitig bewiesen, dass sie auch in einem sehr anspruchsvollen und dynamischen Marktumfeld leistungsfähig ist.“

  • Winterstrom aus den Alpen zeigt überdurchschnittliche Leistung

    Winterstrom aus den Alpen zeigt überdurchschnittliche Leistung

    Das Solarkraftwerk Madrisa Solar hat im ersten Winterhalbjahr von Oktober bis März rund 1,5 Gigawattstunden Strom produziert. Damit lag die Produktion über den Erwartungen, wie die Repower AG in einer Mitteilung schreibt. Im ersten Betriebswinter waren rund 3600 Solarmodule in Betrieb, was etwa 20 Prozent der geplanten Gesamtanlage entspricht.

    Die Anlage, die als erstes alpines Solarkraftwerk der Schweiz Strom ins Netz speiste, befindet sich oberhalb von Klosters auf rund 2000 Metern über Meer und ist gezielt auf die Winterstromproduktion ausgelegt. Nach dem ersten Schneefall stieg die Leistung dank des sogenannten Albedo-Effekts um rund 15 Prozent. Die bifazialen Module nutzen dabei auch reflektiertes Licht von der Schneedecke.

    Der erzeugte Strom wird unter anderem direkt für den Betrieb der Klosters-Madrisa-Bergbahnen genutzt. In Kombination mit bestehenden Anlagen wurde im ersten Winter mehr Energie produziert als für den Betrieb der Wintersaison benötigt wurde. Madrisa Solar erfüllt mit der bisherigen Produktion die im Rahmen des nationalen Solarexpresses geforderte Mindestproduktion von 500 Kilowattstunden pro installiertem Kilowatt Leistung deutlich.

    Anfang Mai soll die zweite Bauphase starten. Nach deren Abschluss sollen rund 70 Prozent der Anlage ans Netz angeschlossen sein. Die vollständige Inbetriebnahme ist bis Ende 2027 vorgesehen. Bauherrin der alpinen Anlage ist die Madrisa Solar AG, an der Repower, die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) sowie die Gemeinde Klosters beteiligt sind.

  • Neue Anlage reduziert CO2-Ausstoss im städtischen Wärmenetz

    Neue Anlage reduziert CO2-Ausstoss im städtischen Wärmenetz

    Die Industriellen Werke Basel (IWB) kommen bei der Dekarbonisierung der Fernwärme voran. Sie haben im März laut einer Mitteilung die zwei neuen Kessel der Holzpelletanlage im Heizwerk Bahnhof getestet. Sie soll mit einer Leistung von 30 Megawatt jährlich rund 95 Gigawattstunden Fernwärme erzeugen.

    Die Umstellung von Erdgas auf Holzpellets spart pro Jahr rund 23‘000 Tonnen CO2 ein. Das entspricht einer Verringerung des gesamten CO2-Ausstosses in der Basler Fernwärme um 9 Prozent. „Mit der neuen Holzpelletanlage leistet IWB einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung der Fernwärme und zur Erreichung des Netto-null-Ziels des Kantons Basel-Stadt“, wird Evelyn Rubli, Leiterin Geschäftsbereich Wärme, in der Mitteilung zitiert.

    Die Umgebung des Heizwerkes soll künftig als Grünfläche öffentlich zugänglich sein. Die Stadtgärtnerei will im Herbst mit deren Gestaltung beginnen.

    IWB will bis 2035 die Fernwärme vollständig auf Abwärme und erneuerbare Energieträger umgestellt haben. Als nächstes soll das Fernheizkraftwerk Volta umgestellt werden. IWB setzt ausserdem künftig auch auf Grosswärmepumpen. Als Standort kommt die ARA Basel von ProRheno in Frage. 

  • Wasserkraftprojekt an der Grimsel geht in die Umsetzung

    Wasserkraftprojekt an der Grimsel geht in die Umsetzung

    Der Verwaltungsrat der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) mit Sitz in Innertkirchen hat laut einer Mitteilung der Investition von 300 Millionen Franken in den Bau des neuen Pumpspeicherwerkes Grimsel 4 zugestimmt. Die Anlage erlaubt es, das Wasser der beiden Speicherseen, des Räterichsboden- und des Grimselsees, für die Sicherung der Netzstabilität zu nutzen. Die Konzession und die Baubewilligung liegen bereits vor.

    Grimsel 4 besteht aus einer unterirdischen Kraftwerkszentrale zwischen den beiden Seen. Zwei reversible Pumpturbinen mit einer Ausbauwassermenge von je 35 Kubikmetern in der Sekunde und einer installierten Leistung von je 84 Megawatt pumpen das Wasser je nach Bedarf hoch in den Grimselsee oder turbinieren es beim Abfluss in den Räterichsbodensee. Der Wasserstollen zwischen den beiden Seen ist rund 1200 Meter lang und hat einen Durchmesser von 6 Metern. Der Erschliessungsstollen zur Kraftwerkszentrale hat eine Länge von rund 1800 Metern.

    Der Bau beginnt im Juni, sein Abschluss ist für Februar 2032 vorgesehen. Der Ausbruch für die Kraftwerkszentrale beginnt Anfang 2028.

    Die KWO wurde 1925 gegründet. Sie betreibt heute 13 Wasserkraftwerke und acht Speicherseen. Die BKW hält 50 Prozent des Unternehmens. Die Stadtwerke Basel (IWB), Bern (ewb) und Zürich (ewz) teilen sich die andere Hälfte zu gleichen Teilen.

  • Neue Partnerschaft treibt Innovation bei Wärmespeichern voran

    Neue Partnerschaft treibt Innovation bei Wärmespeichern voran

    Cowa Thermal Solutions hat seine weltweite Partnerschaft mit Innova bekanntgegeben. In deren Rahmen wird die nahe Turin beheimatete italienische Firma Innova die auf Phasenwechselmaterial (Phase Change Material, PCM) basierende Wärmespeichertechnologie von Cowa in ihre eigenen Wärmepumpensysteme integrieren. Wie es in einer Mitteilung der 2019 gegründeten und im Technopark Luzern ansässigen Ausgliederung der Hochschule Luzern heisst, ermöglicht diese Zusammenarbeit „eine neue Generation von Lösungen, die kompaktes Design, hohen Komfort und nachhaltige Technologie vereinen“.

    Diese Kooperation baut den Angaben zufolge auf technischen Validierungen und Bewertungen auf, die die Eignung von Cowas PCM für die Wärmepumpensysteme von Innova bestätigt haben. Die Tests zeigten Cowa zufolge die hohe Leistungsfähigkeit und Effizienz der integrierten Lösung.

    Innova zeichnet seinerseits für die Konzeption, Entwicklung und Fertigung der Systeme verantwortlich. Das Piemonteser Unternehmen ist auf moderne Lösungen für Heizung, Kühlung, Warmwasser und Raumluftqualität spezialisiert und unterstützt seine weltweite Kundschaft beim Austausch fossiler Heizsysteme zugunsten nachhaltiger Alternativen.

  • Nachfolgeplanung bei regionalem Versorger gestartet

    Nachfolgeplanung bei regionalem Versorger gestartet

    An der Spitze der Industriellen Betriebe Interlaken AG kommt es zu einem Wechsel. CEO Helmut Perreten hat laut einer Mitteilung den Verwaltungsrat darüber informiert, dass er auf Mitte 2027 seine Funktion abgeben will. Er will anschliessend ausserhalb der Energiebranche tätig sein.

    Die Suche nach einer Nachfolgelösung wird in den kommenden Monaten eingeleitet. Die frühe Ankündigung des Wechsels erlaube eine sorgfältige und strukturierte Regelung der Nachfolge, heisst es in der Mitteilung. Der Verwaltungsrat bedaure und respektiere die Entscheidung.

    Perreten war seit 2015 CEO der IBI. Zuvor war der gelernte Mechaniker und Maschineningenieur Leiter der Region Oberland der BKW Energie AG und davor Geschäftsführer des Elektrizitätswerkes Grindelwald gewesen.

    IBI hat 2025 insgesamt 96 Millionen Kilowattstunden Strom, 35,9 Millionen Kilowattstunden Gas und 1,8 Millionen Kubikmeter Wasser verkauft.

  • Städtischer Energieversorger baut Infrastruktur und Fernwärme konsequent aus

    Städtischer Energieversorger baut Infrastruktur und Fernwärme konsequent aus

    Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich hat 2025 einen Umsatz von 1,44 Milliarden Franken erwirtschaftet, informiert ewz in einer Mitteilung. Im Jahresvergleich entspricht dies einer Steigerung um 11 Millionen Franken. Der Betriebsaufwand legte im selben Zeitraum um 64 Millionen auf 1,02 Milliarden Franken zu. Hier schlugen die Integration des Fernwärmenetzes von Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ-Fernwärme) sowie zusätzliche Energiebeschaffung zu Buche. Als Gewinn wurden 303 Millionen Franken ausgewiesen gegenüber 391 Millionen Franken im Vorjahr.

    „Dieses gute Ergebnis ist vor allem zurückzuführen auf den Energieverkauf im freien Markt, einem Gewinn bei der Vermarktung der Windproduktion im Ausland und des gezielten Einsatzes der Mittel“, wird ewz-Direktor Benedikt Loepfe in der Mitteilung zitiert. „Die erfolgreiche Integration der Fernwärme mit über 100 zusätzlichen Mitarbeitenden beweist, die Anpassungsfähigkeit unserer Unternehmung eindrücklich.“

    Im Berichtsjahr hat ewz zudem 244 Millionen Franken in Netze, Kraftwerke und Beteiligungen investiert. Das sind 48 Millionen Franken mehr als im Vorjahr, schreibt der Energieversorger. „Der Kapitalbedarf wird in den nächsten zehn Jahren massiv steigen, damit die erforderlichen Investitionen von über 3 Milliarden Franken getätigt werden können“, erläutert Loepfe. „Die aktuell gute finanzielle Ausgangslage von ewz ermöglicht es, diese Investitionen in die Energiezukunft und Versorgungssicherheit in den kommenden Jahren mit eigenen Mitteln zu tätigen.“ Vom diesjährigen Gewinn werden 80 Millionen Franken an die Stadt überwiesen.

  • Winterthur setzt auf Solarstrom aus der Nachbarschaft

    Winterthur setzt auf Solarstrom aus der Nachbarschaft

    Seit Jahresbeginn gibt es in Winterthur die Möglichkeit, den eigenen Solarstrom in der Nachbarschaft zu verkaufen. Dazu muss die eigene Solaranlage in einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) des Stadtwerks Winterthur angemeldet werden. Aktuell stellt das Stadtwerk flächendeckend bereits 155 solcher LEG zur Verfügung, informiert die Stadtverwaltung Winterthur in einer Mitteilung. Damit haben rund sieben von zehn Haushalten in Winterthur die Möglichkeit, Solarstrom aus der Nachbarschaft zu beziehen.

    In den aktuell vorhandenen 155 LEG sind derzeit 535 von insgesamt 2500 im Stadtgebiet installierten Photovoltaik-Anlagen angemeldet. Wer seine eigene Anlage anmelden oder Strom aus einer LEG beziehen möchte, kann dies auf der Plattform leghub.ch tun. Auch die Gründung einer eigenen LEG ist über die Plattform möglich.

    Der Bund fördert den Bezug von Solarstrom aus der Nachbarschaft mit einem Rabatt auf den Strompreis-Bestandteil Netznutzung. Der Preis für LEG-Solarstrom fällt damit um bis zu 15 Prozent niedriger als der normale Strompreis aus. In der Mitteilung weist der Vorsteher des Winterthurer Departements für Technische Betriebe, Stefan Fritschi, auf einen weiteren Vorteil der Elektrizitätsgemeinschaften hin: „LEG ermöglichen auch Mieter:innen und Hausbesitzer:innen ohne eigene Anlage Zugang zu lokal produziertem Solarstrom“.

  • Start-up treibt Elektrifizierung industrieller Prozesse voran

    Start-up treibt Elektrifizierung industrieller Prozesse voran

    SolidWatts gibt den Abschluss einer Seed-Finanzierungsrunde bekannt. Dabei hat das Ende 2022 gegründete Waadtländer Start-up 1,8 Millionen Franken erhalten. Laut einer Mitteilung haben die bestehenden Investoren Evercurios VC (Athen), Kickfund (Basel) und Axel Carbon Capital (Mailand) ihr Engagement fortgesetzt. Neu gewonnen werden konnten Uni.Fund und Investing for Purpose, beide aus Athen, Loggerhead Ventures aus Thessaloniki und der britische Investor Almanac Ventures.

    Bei der Entwicklung seiner Festkörper-Hochfrequenzplattform hat sich SolidWatts-CTO und -Gründer Dr. Markus Aicheler, damals noch Postdoktorand am CERN, von der Pionierarbeit des Genfer Kernforschungszentrums in der Hochleistungsfestkörper (HF)-Technologie inspirieren lassen. Während das CERN diese Technologie für wissenschaftliche Anwendungen nutzt, erkannte der Wissenschaftler ihr Potenzial, fossile Brennstoffe in der Industrie zu ersetzen. HF ermöglicht dielektrische Hochleistungserwärmung „mit einer Effizienz und einem Umfang, die sie erstmals zu einem direkten Einsatz für herkömmliche, auf fossilen Brennstoffen basierende Verfahren machen“, so das von der Klimastiftung Schweiz unterstützte Start-up in der Mitteilung.

    „Diese Investition ist eine enorme Bestätigung unserer Mission, den Energieverbrauch der Industrie grundlegend zu verändern“, wird Aicheler zitiert. „Sie ermöglicht es uns, die HF-Technologie auf die Leistungs- und Effizienzniveaus zu bringen, die die Industrie tatsächlich benötigt.“ Die Anschubfinanzierung dient dem Ausbau der SolidWatts-Plattform auf höhere Leistungsstufen und der Durchführung von Pilotprojekten mit Industriepartnern und Kunden, die aktiv ihren Energieverbrauch und ihre Energiekosten durch die Elektrifizierung von Heizprozessen senken möchten.

    „SolidWatts gestaltet die Zukunft der industriellen Resilienz“, so George Georgiadis, Partner bei Evercurious VC und Vertreter der Investorengruppe. „Dessen Technologie steigert die Effizienz und bietet einen klaren Weg weg von der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.“ Die Gruppe fördere „einen in Europa gegründeten und für die Welt gerüsteten Innovator“.

  • Stadt Biel sieht sich bei Klimazielen trotz Hürden auf Kurs

    Stadt Biel sieht sich bei Klimazielen trotz Hürden auf Kurs

    Angesichts der fortschreitenden Klimaerwärmung verfolgt die Stadt Biel seit 2020 eine umfassende Klimastrategie. Damals verabschiedete das Parlament das entsprechende Klimareglement. Nun zieht die Stadt erstmals in einem Berich Bilanz über die bisherigen Entwicklungen – mit datenbedingten Verzögerungen von rund zwei Jahren.

    Die zentrale Erkenntnis der Direktion für Bau, Energie und Umwelt: Biel befindet sich grundsätzlich auf Zielkurs. Die Treibhausgasemissionen sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken und liegen aktuell leicht unter dem im Klimareglement festgelegten Absenkpfad. Laut Emissionsmonitoring beliefen sich die Emissionen im Jahr 2023 auf rund 174’000 Tonnen CO2-Äquivalente – ein Rückgang von etwa 34 Prozent gegenüber 2010. Gleichzeitig stieg der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch auf 39 Prozent.

    Mit Blick in die Zukunft wird jedoch betont, dass die weitere Reduktion anspruchsvoller wird. Besondere Herausforderungen bestehen bei städtischen Gebäuden sowie im Verkehrs- und Wärmesektor.

    Zudem gehen die Emissionen bei Verkehr und Wärme nur langsam zurück. Der Anteil an Elektrofahrzeugen ist mit 13 Prozent soll steigen. Weiterhin werden viele fossile Heizsysteme installiert, die aufgrund ihrer langen Lebensdauer die Erreichung der Klimaneutralität bis 2050 gefährden.

    Vor diesem Hintergrund unterstreicht die Stadt die zentrale Rolle der Bevölkerung: Nur durch deren aktives Engagement und die Nutzung bestehender Förder- und Beratungsangebote können die Klimaziele erreicht werden, so der Tenor.

  • Strategische Neuausrichtung mit Fokus auf Energie und Technologie

    Strategische Neuausrichtung mit Fokus auf Energie und Technologie

    Die BKW gibt einen Wechsel in ihrer Konzernleitung bekannt: Am 1. April dieses Jahres soll Margarita Aleksieva von Philipp Hänggi die Leitung des Geschäftsbereichs Energy Production übernehmen, informiert die Berner Energieversorgerin in einer Mitteilung. Gleichzeitig zieht Aleksieva in die Konzernleitung der BKW ein. Aktuell ist die designierte Geschäftsbereichsleiterin bei der BKW als Leiterin der Geschäftseinheit Wind & Solar aktiv.

    „Die erneuerbare Energieproduktion liegt mir sehr am Herzen“, wird Aleksieva in der Mitteilung zitiert. „Umso mehr freue ich mich, die Energiewende in der Konzernleitung der BKW aktiv mitgestalten zu dürfen.“ Vor ihrem Einstieg bei der BKW war Aleksieva laut Mitteilung „in verschiedenen Führungspositionen bei internationalen Energieunternehmen“ tätig, darunter Alpiq.

    Der 2014 zur BKW gestossene Philipp Hänggi zieht sich nach sechs Jahren Leitung des Geschäftsbereichs Energy Production aus der Konzernleitung zurück. Er will sich künftig auf strategische Aufgaben insbesondere bei Kernenergie und der Entsorgung radioaktive Abfälle konzentrieren und sich „vermehrt Themen der Künstlichen Intelligenz“ widmen, heisst es in der Mitteilung. Bereits während seiner Tätigkeit in der Konzernleitung hat Hänggi sich bei der Gestaltung und Nutzung von Künstlicher Intelligenz in der BKW engagiert.

  • Wasserstoff kann viel, aber nicht alles

    Wasserstoff kann viel, aber nicht alles

    Das Fraunhofer ISI analysierte im Rahmen eines Meta-Faktenchecks 774 Einzelaussagen und verdichtete sie zu 77 Kernaussagen. Dabei entstand kein neues Meinungspapier, sondern eine Synthese des aktuellen Wissensstands. Das Resultat ist differenziert, aber in den Kernpunkten unmissverständlich. Hauptautor Nils Bittner bringt es auf den Punkt, Wasserstoff kann enorme Wirkung entfalten, wo es keine gleichwertigen Alternativen gibt. Wo es solche Alternativen gibt, kostet sein Einsatz wertvolle Ressourcen und Zeit.

    Der Effizienz-Engpass
    Das Grundproblem liegt in der Physik. Grüner Wasserstoff entsteht durch Elektrolyse. Dabei werden je nach Verfahren rund 50 bis 60 kWh Strom pro Kilogramm benötigt. Kompression, Transport und Rückumwandlung schlucken weitere Energie. Am Ende bleibt oft nur ein Bruchteil der ursprünglich eingesetzten Kilowattstunden übrig. Wärmepumpen und Batteriefahrzeuge nutzen denselben Strom deshalb um ein Vielfaches effizienter.

    Wo H₂ unverzichtbar bleibt
    Trotzdem gibt es Bereiche, in denen Wasserstoff keine sinnvolle Alternative hat. Die Stahlindustrie braucht ihn zur Reduktion von Eisenerz, die Chemieindustrie als Grundstoff für Ammoniak und Methanol. Luftfahrt, Schifffahrt und Schwerlastverkehr lassen sich kaum direkt elektrifizieren . Hier ist Wasserstoff das Mittel der Wahl. Auch für die saisonale Langzeitspeicherung von Energie über Wochen und Monate gibt es derzeit keine vergleichbare Alternative. In der Schweiz deckt sich diese Einschätzung mit der Wasserstoffstrategie des Bundes, die H₂ primär für Hochtemperatur-Prozesswärme und schwer dekarbonisierbare Verkehrssektoren vorsieht.

    Das Henne-Ei-Problem bremst den Hochlauf
    Eine funktionierende Wasserstoffwirtschaft braucht Infrastruktur, wie Pipelines, Kavernenspeicher, Elektrolyseanlagen. Doch Unternehmen investieren erst, wenn die Versorgung gesichert ist und Netzbetreiber bauen erst, wenn genügend Nachfrage vorhanden ist. Dieses Henne-Ei-Problem verlangsamt den Markthochlauf erheblich. Das Fraunhofer ISI empfiehlt deshalb eine Konzentration auf industrielle Cluster statt ein flächendeckendes Netz bis in Wohngebiete.

    Importe lösen das Problem nur halb
    Deutschland wird bis zu 80 Prozent seines Wasserstoffbedarfs importieren müssen. Der Transport über grosse Distanzen erfordert meist eine Umwandlung in Ammoniak oder Flüssigwasserstoff, mit weiteren Energieverlusten. Statt fossiler Abhängigkeiten entstehen so neue globale Lieferketten. Auch die Schweiz wird nicht zum Wasserstoff-Selbstversorger. Die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft haben im Februar 2026 erstmals eine gemeinsame Wasserstoffstrategie verabschiedet und kalkulieren für 2050 mit einem Bedarf von 0,4 bis 3,4 Prozent des Gesamtenergiebedarfs, konzentriert auf Industrie und Schwerverkehr.

  • Grösste Solaranlage im Kanton Zürich geht in Betrieb

    Grösste Solaranlage im Kanton Zürich geht in Betrieb

    Auf den Dächern des Logistikzentrums Embraport ist die nach Angaben von EKZ grösste Solaranlage im Kanton Zürich in Betrieb gegangen. Auf rund 20’000 Quadratmeter Dachfläche produzieren 9500 Solarmodule seit Mitte März Strom mit einer Gesamtleistung von bis zu 4,5 Megawatt, informiert EKZ in einer Mitteilung. Jährlich soll die Anlage rund 4 Gigawattstunden Solarstrom produzieren.

    „Es macht uns stolz, dass wir hier brachliegende Dachflächen innerhalb von wenigen Monaten zur grössten Solaranlage im Kanton Zürich verwandelt haben“, wird Paul Sidler, Leiter Erneuerbare Energien bei EKZ, in der Mitteilung zitiert. „Damit stärken wir die Versorgungssicherheit mit lokalem, nachhaltigem Strom.“ EKZ hat die Anlage im Rahmen ihres Solar-Contracting-Modells realisiert. Dabei stellt die Zürcher Freilager AG als Eigentümerin und Betreiberin des Embraports lediglich die Dachflächen zur Verfügung. Für Planung, Finanzierung, Bau, Betrieb und Unterhalt zeichnet EKZ verantwortlich.

    Rund die Hälfte des im Embraport produzierten Solarstrom soll direkt im Logistikzentrum selbst verbraucht werden. „Unsere Mieterinnen und Mieter profitieren von CO2-freier Energie, die sie zu attraktiven Konditionen beziehen und so ihre Geschäfte nachhaltiger gestalten können“, so Jean-Claude Maissen, CEO der Zürcher Freilager AG in der Mitteilung. Die andere Hälfte wird EKZ den eigenen Kundinnen und Kunden anbieten.

    Noch in diesem Jahr soll die Anlage zudem erweitert werden. Auf den aktuell auf dem Areal neu entstehenden Gebäuden will EKZ weitere Module mit einer Gesamtkapazität von rund 1 Megawatt installieren. Zudem ist eine Grossbatterie mit einer Kapazität von 2 Megawattstunden geplant.

  • Neuer CEO soll strategische Entwicklung vorantreiben

    Neuer CEO soll strategische Entwicklung vorantreiben

    Der Verwaltungsrat der Bündner Repower AG mit Sitz in Brusio hat Michael Roth zum neuen CEO ernannt. Er übernimmt die Funktion gemäss einer Mitteilung per 1. Juni 2026 und folgt auf Roland Leuenberger, der zum Energieproduzenten Axpo wechselt.

    Roth leitet seit 2022 den Geschäftsbereich Produktion & Netz bei Repower. Zuvor war der 51-Jährige neun Jahre Direktor der Engadiner Kraftwerke und davon zehn Jahre beim Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) tätig. „In den vergangenen Jahren hat er bei Repower Führungsstärke, strategisches Verständnis und hohe operative Kompetenz bewiesen”, so Barbara Janom Steiner, Präsidentin des Verwaltungsrates.

    Der designierte CEO lebt im Engadin, ist diplomierter Elektroingenieur ETH und verfügt über einen Master in Wirtschaftsrecht der Universität St.Gallen. „Ich freue mich darauf, Repower gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden in einer wichtigen Phase weiterzuentwickeln“, lässt er sich zitieren.

    Für die Leitung des Geschäftsbereichs Produktion & Netz wird eine Nachfolge gesucht, der Prozess ist bereits eingeleitet worden.